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Microsoft 365 Copilot

Microsoft

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KI-Assistent direkt in Word, Excel, PowerPoint, Teams und Outlook. Fasst Meetings zusammen, durchsucht SharePoint und E-Mails, erstellt Entwürfe. Auf dem Papier das umfassendste Office-KI-Paket — in der Praxis liegt die tatsächliche Nutzung laut aktuellen Marktdaten unter 4 % der verfügbaren Lizenzen.

Kosten: Add-on: 15,60 EUR/Person/Monat (Jahresabo) oder 21,84 EUR (Monatsabo) — zusätzlich zur M365-Lizenz. Bundles: Business Standard + Copilot 19,04 EUR, Business Premium + Copilot 27,76 EUR/Person/Monat (jährlich). Listenpreise; bei Enterprise-Verträgen werden im Markt 2026 häufig 40–60 % Rabatt verhandelt.

Stärken

  • Tief in bestehende Microsoft-Workflows integriert — kein Tool-Wechsel nötig
  • Microsoft 365 Copilot Chat (BizChat) durchsucht SharePoint, E-Mails und Teams nach internem Wissen
  • Meeting-Transkription und automatische Zusammenfassung in Teams
  • EU Data Boundary verfügbar — Daten bleiben bei korrekter Konfiguration in europäischen Rechenzentren
  • Copilot Studio für eigene Agenten ohne Code; Copilot Pages für kollaborative KI-Artefakte

Einschränkungen

  • Hoher Preis — 15,60 EUR/Person/Monat zusätzlich zur bereits gezahlten M365-Lizenz
  • Tatsächliche Nutzung in Unternehmen liegt laut Marktdaten 2026 bei nur ~3 % der gekauften Lizenzen — viele Lizenzen bleiben ungenutzt
  • Nutzen stark abhängig von Dokumentenqualität in SharePoint — schlechte Daten, schlechte Antworten
  • Keine Standalone-Nutzung — eine M365-Lizenz (Business Basic/Standard/Premium oder E3/E5) ist Pflicht
  • Ab 15. April 2026: Copilot-Chat in Word, Excel, PowerPoint und OneNote nur noch mit Add-on-Lizenz; alle anderen Enterprise-Nutzer verlieren den In-App-Chat
  • Schwächere Kreativ- und Allround-Leistung als spezialisierte KI-Tools

Passt gut zu

Microsoft 365 Teams Wissensmanagement Meeting-Dokumentation Mittlere und große Unternehmen mit Change-Budget Branchen mit DSGVO-Anforderungen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Dein Unternehmen lebt täglich in Microsoft 365 (Word, Excel, Teams, Outlook)
  • Du hast Budget und Bandbreite für ein echtes Change-Management — Schulungen, Pilotgruppen, SharePoint-Aufräumen
  • Du brauchst DSGVO-konforme Verarbeitung mit EU-Datenresidenz
  • Meeting-Zusammenfassung ist ein konkreter, messbarer Schmerzpunkt in deinem Alltag

Wann nein

  • Du nutzt primär Google Workspace statt Microsoft 365
  • Dein Team ist unter 10 Personen — Kosten-Nutzen rechnet sich kaum
  • SharePoint ist bei euch kaum gepflegt oder unstrukturiert — Copilot findet dann nichts Brauchbares
  • Du suchst eine eigenständige KI ohne ein bestehendes Microsoft-Ökosystem
  • Du willst Copilot ohne Begleitprogramm einfach 'verteilen' und hoffen, dass die Belegschaft es nutzt — die Marktdaten sagen klar: das passiert nicht

Kurzfazit

Microsoft 365 Copilot ist auf dem Papier das umfassendste KI-Paket für Büroarbeit am Markt — KI in Word, Excel, PowerPoint, Teams und Outlook, mit Zugriff auf SharePoint und E-Mail-Historie. Wer im Microsoft-Kosmos lebt, bekommt ein Werkzeug, das tief integriert ist und keinen Tool-Wechsel verlangt. Die ehrliche Kehrseite hat sich 2026 deutlich abgezeichnet: Laut aktuellen Marktdaten nutzen nur rund 3 % der weltweit ausgelieferten Microsoft-365-Plätze tatsächlich Copilot. Der US-Marktanteil ist von 18,8 % im Juli 2025 auf 11,5 % im Januar 2026 gefallen, und große Enterprise-Deals werden inzwischen mit 40–60 % Rabatt abgeschlossen. Das Tool ist nicht schlecht — aber als Standalone-Kauf ohne Change-Management führt es regelmäßig zu teurem Schrankware-KI. Wer bereit ist, in Schulung, SharePoint-Pflege und Pilotbetrieb zu investieren, holt echten Wert raus. Wer einfach nur Lizenzen verteilt, verbrennt Geld.

Für wen ist Microsoft 365 Copilot?

Unternehmen mit echter Microsoft-365-Tiefe: Wenn das Team täglich Teams, Outlook, Word und Excel nutzt — und SharePoint nicht nur Aktenfriedhof, sondern lebendige Wissensbasis ist —, fügt Copilot KI direkt in diese Werkzeuge ein. Ohne Tab-Wechsel, ohne neues Passwort, ohne Schulungsaufwand für ein weiteres Tool.

Organisationen mit Change-Management-Budget: Die Microsoft-Telemetrie und unabhängige Marktdaten zeigen es klar — Copilot ist kein „aktivieren und nutzen”-Tool. Die Unternehmen, die echten Mehrwert holen, fahren strukturierte Pilotprogramme, schulen Power-User, definieren konkrete Use Cases und messen Adoption. Ohne dieses Begleitprogramm bleibt es Schrankware.

Teams mit hoher Meeting-Last: Die Teams-Transkription und automatische Meeting-Zusammenfassung ist die mit Abstand am häufigsten genutzte Copilot-Funktion. Wer täglich 3–4 interne Meetings hat, spart hier real 30–45 Minuten Protokollieraufwand pro Tag — das ist der Use Case, der sich am schnellsten amortisiert.

Branchen mit DSGVO-Anforderungen: Über die EU Data Boundary verbleiben Customer Data und pseudonymisierte personenbezogene Logdaten in EU/EFTA-Rechenzentren — sofern der Tenant in der EU registriert ist und keine Multi-Geo-Konfiguration vorliegt. Für Gesundheitsunternehmen, Anwaltskanzleien, Finanzdienstleister und öffentliche Einrichtungen ist das ein konkreter Vorteil gegenüber US-only-Tools.

Weniger geeignet für: Kleine Teams unter 10 Personen (zu teuer und zu komplex), Google-Workspace-Nutzer (keine Integration), Unternehmen mit kaum gepflegtem SharePoint (Copilot findet nichts), und alle, die eine standalone „KI für alles” suchen statt ein Office-Begleitwerkzeug.

Preise im Detail

PlanPreis (Listenpreis)Was du bekommst
Microsoft 365 Copilot Add-on (Jahresabo)15,60 EUR/Person/MonatCopilot in allen M365-Apps, BizChat, EU Data Boundary, unbegrenzte Meeting-Transkription
Add-on (Monatsbindung)21,84 EUR/Person/MonatWie oben, ohne Jahresverpflichtung
Business Standard + Copilot Bundle19,04 EUR/Person/Monat (jährlich)M365 Business Standard inklusive Copilot — kombinierter Rabatt
Business Premium + Copilot Bundle27,76 EUR/Person/Monat (jährlich)M365 Business Premium inklusive Copilot, erweiterte Sicherheit
Microsoft 365 Copilot Chat (BizChat) Basicinklusive bei vielen M365-PlänenWeb-Chat ohne Zugriff auf Unternehmensdaten; ab April 2026 kein In-App-Chat in Word/Excel/PowerPoint/OneNote mehr

Voraussetzung für die Vollversion: eine laufende M365-Lizenz (Business Basic, Standard, Premium oder Enterprise E3/E5/F1/F3, plus Education- und Government-Varianten). Copilot funktioniert nicht standalone.

Einordnung: Für ein Team von 20 Personen kosten die Add-ons als Listenpreis ca. 3.744 EUR/Jahr — zusätzlich zur ohnehin laufenden M365-Lizenz. Im Enterprise-Segment werden 2026 laut Marktdaten häufig 40–60 % Rabatt verhandelt; KMU zahlen meist Liste. Die Rechnung wird nur dann gut, wenn jede Person 2–3 Stunden pro Woche durch Copilot real spart. Genau das ist die Lücke, die viele Unternehmen unterschätzen — verteilte Lizenzen ohne aktive Nutzung sind reine Kostenstelle.

Stärken im Detail

Zero-Friction-Integration ins gewohnte Workflow. Copilot erscheint als kleines Symbol neben den bekannten Schaltflächen — kein neuer Tab, keine neue App. In Word schlägt es Gliederungen vor und erweitert Absätze; in Outlook fasst es lange E-Mail-Threads in zwei Sätzen zusammen; in Excel erklärt es Formeln und schlägt Diagrammtypen vor. Wer mit Microsoft sozialisiert ist, fühlt sich sofort heimisch. Genau diese Reibungsfreiheit ist gleichzeitig der Hauptkaufgrund — und das größte Risiko: Sie verleitet dazu, Lizenzen zu kaufen, ohne ein echtes Adoptionskonzept aufzusetzen.

Teams-Meeting-Zusammenfassung ist der überzeugendste Einzelnutzen. Copilot transkribiert Meetings in Echtzeit, erstellt am Ende eine strukturierte Zusammenfassung mit offenen Punkten und zugewiesenen Aufgaben und beantwortet noch Tage später Fragen wie „Was hatten wir zur Preisstruktur entschieden?”. Wer täglich 3–4 Meetings hat, spart damit 30–45 Minuten Protokollarbeit pro Tag — und genau dieser Use Case ist es, der sich in den meisten Pilotprojekten am schnellsten rechnet.

BizChat (Microsoft 365 Copilot Chat) für unternehmensweite Wissenssuche. „Wie handhaben wir Reisekostenabrechnungen?” — BizChat durchsucht alle SharePoint-Dokumente, Teams-Nachrichten und E-Mails, auf die der jeweilige Nutzer zugriffsberechtigt ist, und antwortet mit verlinkten Quellen. Das löst klassische Wissenssilos in mittelgroßen Unternehmen — vorausgesetzt, in SharePoint liegt überhaupt brauchbares Material. Die Berechtigungssteuerung (nur Inhalte, die der Nutzer ohnehin sehen darf) ist sauber gelöst und einer der Gründe, warum Microsoft hier gegenüber externen RAG-Tools einen strukturellen Vorteil hat.

Copilot Studio und Copilot Pages erweitern den Anwendungsbereich. Mit Copilot Studio können Fachabteilungen ohne Code eigene Agenten bauen — etwa einen HR-Agenten, der Mitarbeiterdaten beantwortet, oder einen IT-Helpdesk-Agenten, der Tickets vorqualifiziert. Copilot Pages sind kollaborative Dokumente, in denen KI-Antworten direkt weiterbearbeitet und im Team geteilt werden können. Das hebt Copilot über reine „Frage-Antwort”-Funktion hinaus.

EU Data Boundary für DSGVO-Compliance. Microsoft betreibt dedizierte EU-Rechenzentren in Österreich, Belgien, Deutschland, Frankreich, Irland, Niederlande, Spanien und weiteren EU/EFTA-Staaten. Customer Data, pseudonymisierte System-Logs und Professional-Services-Daten verbleiben für Tenants mit EU-Sign-up-Region in dieser Boundary. Anthropic ist seit 2025 als Subprozessor an Bord — auch dieser Datenverkehr ist vertraglich abgebildet.

Schwächen ehrlich betrachtet

Die tatsächliche Nutzung liegt weit unter dem, was Microsoft kommuniziert. Das ist die unangenehmste Wahrheit über Copilot 2026: Unabhängige Marktdaten zeigen, dass von rund 450 Millionen kommerziellen M365-Plätzen weltweit nur etwa 3,3 % aktiv mit einer Copilot-Lizenz ausgestattet sind. Der US-Marktanteil im KI-Assistenten-Segment ist von 18,8 % (Juli 2025) auf 11,5 % (Januar 2026) gefallen — bei gleichzeitig wachsenden Marktanteilen von ChatGPT Enterprise und Google Gemini. Im Enterprise-Vertrieb werden Deals laut Berichten regelmäßig nur mit 40–60 % Rabatt vom Listenpreis abgeschlossen. Für Käufer heißt das zweierlei: Erstens ist „aktivieren und Lizenzen verteilen” praktisch garantiert ein Fehlinvestment ohne echte Nutzung. Zweitens lohnt sich Verhandeln — der Listenpreis ist im Enterprise-Segment selten der tatsächlich gezahlte Preis.

Das Tool ist nur so gut wie der SharePoint-Zustand. Copilot durchsucht SharePoint, Teams und E-Mails — aber wenn dort kaum strukturierte Dokumente liegen, findet es nichts Verwertbares. Viele Unternehmen unterschätzen, wie viel Aufräum- und Pflegearbeit nötig ist: veraltete Dokumente entrümpeln, Berechtigungen prüfen, „Oversharing” mit SharePoint Advanced Management eindämmen. Ohne diesen Vorlauf liefert Copilot oft veraltete Versionen oder zitiert irrelevante Entwürfe. Die Microsoft-Tools dafür (Restricted SharePoint Search, Purview) existieren — aber sie zu nutzen ist Projektarbeit, kein Schalter.

Ab 15. April 2026 verlieren Enterprise-Nutzer ohne Add-on den In-App-Chat in Word, Excel, PowerPoint und OneNote. Microsoft hat diese Änderung im Frühjahr 2026 angekündigt: Wer keine kostenpflichtige Copilot-Add-on-Lizenz besitzt, sieht in den Desktop-Apps zwar weiterhin Copilot-Funktionen wie Draft-Generierung, aber das interaktive Chat-Fenster verschwindet. Praktisch gesehen ist das ein Upselling-Hebel — wer den Chat behalten will, braucht das Add-on. Für IT-Teams bedeutet das: User-Kommunikation und ggf. Lizenz-Erweiterungen vorbereiten, bevor Mitarbeitende sich beschweren, dass „die KI weg ist”.

Schwächere Kreativ- und Allround-Leistung als spezialisierte KI-Tools. Für kreatives Schreiben, komplexes Brainstorming, freie Texterstellung oder Aufgaben außerhalb des Office-Kontexts liefern ChatGPT oder Claude deutlich bessere Ergebnisse. Copilot ist ein Produktivitätstool im Office-Kontext — kein Allround-KI-Assistent. Wer „die eine KI für alles” sucht, kauft hier am Bedarf vorbei.

Externe Meeting-Teilnehmer sind ein Datenschutzthema. Wenn externe Personen in Teams-Meetings sind und Copilot transkribiert, müssen diese aktiv informiert werden — DSGVO und Wettbewerbsrecht. In der Praxis ist das manchmal unangenehm und führt dazu, dass Copilot in gemischten Meetings deaktiviert bleibt. Eine interne Richtlinie ist vor dem Rollout Pflicht, kein Add-on.

Lizenzkomplexität als Eintrittshürde. Mindestens fünf verschiedene Copilot-Lizenztypen (Add-on, Bundle, Chat-Basic, Education, Government), Voraussetzungen aus über 30 möglichen Trägerlizenzen, dazu Tenant- und Multi-Geo-Konfiguration für die EU Data Boundary — die Beschaffung ist kein „Einkaufswagen”-Vorgang. Ohne Microsoft-Partner oder gut eingearbeiteten IT-Einkauf landet man schnell beim falschen SKU.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Google Workspace nutzt statt M365Gemini (für Workspace)
Externe Meeting-Transkription ohne M365-Bindung brauchstFireflies.ai
Interne Wissensdatenbank ohne Microsoft-Ökosystem aufbauen willstNotion AI
KI für kreatives Schreiben und Brainstorming suchstChatGPT oder Claude
Recherche mit transparenten Quellenangaben willstPerplexity

Erwähnenswert ohne eigenes Linkbudget in dieser Tabelle: Claude (starke Schreib- und Analyse-KI, in Microsoft Copilot seit 2025 als Subprozessor verfügbar — eigenes Tool-Profil bei uns vorhanden), tl;dv (günstige Meeting-Transkription für kleine Teams), Glean (Enterprise-Search-Spezialist mit eigenständiger Wissens-KI über M365 + Slack + Drive hinweg), Microsoft Copilot Chat (BizChat) Basic als kostenfreie Einstiegsoption für viele M365-Pläne — eingeschränkter Funktionsumfang, aber für reine Web-KI plus „Bring your own Data” oft überraschend ausreichend.

Microsoft 365 Copilot ist kein Allrounder, sondern ein Tiefen-Integrations-Tool für die Microsoft-Welt. Wer dort lebt und Change-Management-Bandbreite hat, bekommt erheblichen Mehrwert. Alle anderen schauen sich besser die Alternativen an oder fahren erst einmal mit dem kostenlosen BizChat Basic.

So steigst du ein

Schritt 1: Lizenz und Pilotgruppe vorbereiten. Prüfe mit der IT, ob ihr eine qualifizierende M365-Lizenz habt (Business Basic/Standard/Premium oder E3/E5). Aktiviert Copilot nicht für alle auf einmal. Stattdessen: 5–15 Power-User auswählen, idealerweise aus Teams mit klar definierten Schmerzpunkten (z. B. viel Meeting-Aufwand, viele E-Mail-Threads). Lizenz-Add-on über das Microsoft 365 Admin Center zuweisen, EU Data Boundary in den Tenant-Einstellungen explizit aktivieren.

Schritt 2: Bei Teams-Meetings beginnen. Der schnellste Wirkungsnachweis: Aktiviere Copilot in den nächsten internen Meetings deiner Pilotgruppe. Nach der Sitzung bekommt jeder die strukturierte Zusammenfassung mit Action Items. Lass die Pilotgruppe zwei Wochen lang messen: Wie viele Minuten Protokollieraufwand fallen weg? Diese Zahl ist später dein wichtigstes Argument für oder gegen den Rollout.

Schritt 3: SharePoint vor dem Rollout aufräumen. Bevor du Copilot auf das gesamte Unternehmen ausrollst: Berechtigungen mit SharePoint Advanced Management (SAM) prüfen, veraltete Dokumente archivieren, Restricted SharePoint Search für sensible Bereiche konfigurieren. Sonst zitiert Copilot beim ersten ernsten Test einen Vertragsentwurf von 2019 — und das Vertrauen ist weg, bevor es entstehen konnte. Plane für diesen Schritt 4–8 Wochen ein, je nach SharePoint-Zustand.

Ein konkretes Beispiel

Die Buchhaltungsabteilung eines Maschinenbauers aus Süddeutschland mit 45 Mitarbeitenden hatte ein klassisches Wissenssilo-Problem: Prozessdokumentationen verteilt auf SharePoint, E-Mails und Teams-Chats — niemand fand schnell etwas. Vor dem Copilot-Rollout investierte die IT zwei Monate in SharePoint-Aufräumarbeit (veraltete Dokumente archivieren, Berechtigungen zurücksetzen). Erst danach wurden Add-on-Lizenzen für 20 Schlüsselrollen aktiviert — bewusst nicht für alle 45. Resultat nach sechs Monaten: BizChat-Anfragen wie „Wie buchen wir Reisekosten ab?” werden zuverlässig mit verlinkten Quellen beantwortet. Die tägliche Team-Besprechung (30 Min., 5 Personen) wird nicht mehr manuell protokolliert — Copilot erstellt die Zusammenfassung. Hochgerechnet spart das Team rund 20 Stunden Protokollarbeit pro Monat. Die nicht aktivierten 25 Mitarbeitenden nutzen den kostenlosen BizChat-Basic-Modus für Web-Recherche — niemand vermisst die Vollversion. Lehre: Pilotbetrieb mit klarer Zielgruppe, Vorbereitung von SharePoint, ehrliche Messung — so wird Copilot ein Werkzeug statt eine Kostenstelle.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: EU Data Boundary verfügbar — Customer Data und pseudonymisierte System-Logs verbleiben in EU/EFTA-Rechenzentren, sofern der Tenant in der EU/EFTA registriert ist und keine Multi-Geo-Capability gebucht wurde. Multi-Geo-Tenants sind explizit aus der EU Data Boundary ausgeschlossen.
  • Datennutzung: Microsoft nutzt Copilot-Konversationen nicht für das Training der zugrundeliegenden KI-Foundation-Modelle (vertraglich zugesichert seit 2024). Anthropic ist seit 2025 als Microsoft-Subprozessor onboarded; auch dieser Datenverkehr fällt unter die Microsoft Enterprise Data Protection.
  • Berechtigungssteuerung: Copilot zeigt Nutzern ausschließlich Inhalte, auf die sie ohnehin im Microsoft Graph zugriffsberechtigt sind. „Oversharing” in SharePoint vor dem Rollout aufräumen — sonst werden Daten zugänglich, die es nicht sollten.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Microsoft bietet AVVs (Data Processing Agreements) standardmäßig für alle kommerziellen M365- und Copilot-Kunden — Teil der Microsoft Online Services Terms.
  • Meeting-Transkription mit Externen: Externe Teilnehmer in Teams-Meetings müssen über die Aufzeichnung und Copilot-Verarbeitung informiert werden — DSGVO-Pflicht. Eine interne Richtlinie für Copilot in gemischten Meetings ist vor dem Rollout zu definieren.
  • Empfehlung: EU Data Boundary im Admin Center explizit aktivieren, Multi-Geo nur dann buchen, wenn fachlich zwingend nötig. Microsoft Purview für Klassifizierung sensibler Inhalte einsetzen. Datenschutz-Folgenabschätzung vor unternehmensweitem Rollout durchführen, insbesondere in regulierten Branchen.

Gut kombiniert mit

  • ChatGPT — für kreative Texte, Brainstorming und Aufgaben außerhalb des Microsoft-Ökosystems, wo Copilot strukturell schwächer ist. Viele Unternehmen lizenzieren beides parallel: Copilot für Office-Workflows, ChatGPT für freies Arbeiten.
  • Fireflies.ai — für Meetings mit externen Teilnehmern, die nicht im M365-Tenant sind, oder für Cross-Plattform-Aufzeichnung (Zoom, Google Meet). Schließt das Tool-Gap in heterogenen Meeting-Landschaften.
  • Notion AI — für Teams, die M365 für Kommunikation und Notion für Projekt- und Produktdokumentation nutzen. Beide KI-Assistenten ergänzen sich, ohne sich ins Gehege zu kommen.

Unser Testurteil

Microsoft 365 Copilot bekommt 3 von 5 Sternen — eine bewusste Korrektur nach unten gegenüber unserer früheren Einschätzung. Was das Tool kann, ist sehr gut: Die Integration in Word, Excel, Teams und Outlook ist tief und solide, die Meeting-Zusammenfassung ist der überzeugendste Einzelnutzen am Markt, und die EU Data Boundary ist für deutsche Unternehmen ein echtes Argument. Was den vierten und fünften Stern kostet: Die tatsächliche Nutzung in der Realität liegt 2026 nach unabhängigen Marktdaten unter 4 % der ausgelieferten Plätze — ein deutliches Zeichen, dass die Adoption ohne strukturiertes Change-Management praktisch garantiert scheitert. Hinzu kommen der hohe Preis, die ausgeprägte Abhängigkeit von gut gepflegtem SharePoint und das Upselling-Manöver vom April 2026, mit dem In-App-Chat in Office-Apps zur Add-on-Pflicht wird. Wer Microsoft 365 intensiv nutzt, ein echtes Adoptionsprogramm fahren will und den Listenpreis verhandeln kann (40–60 % sind im Enterprise-Segment marktüblich), bekommt erheblichen Produktivitätsgewinn. Wer einfach nur Lizenzen verteilt, zahlt viel für wenig.

Was wir bemerkt haben

  • November 2023 — Microsoft 365 Copilot wurde zum Startpreis von 30 USD (ca. 28 EUR) pro Person/Monat eingeführt — zusätzlich zur bestehenden M365-Lizenz und nur ab 300 Sitzen. Viele Unternehmen zögerten angesichts der Kosten und der Mindestabnahme.
  • Januar 2025 — Microsoft senkte den Listenpreis erheblich auf 15,60 EUR/Person/Monat (Jahresabo) und schaffte die 300-Sitze-Mindestabnahme ab. Das öffnete den Markt für KMU — der Listenpreis bleibt aber bewusst hoch, weil die tatsächlichen Enterprise-Verträge ohnehin erheblich rabattiert werden.
  • 2024 — Microsoft führte Copilot Studio ein. Damit können Fachabteilungen ohne Code eigene Copilot-Agenten bauen — etwa für HR-Anfragen, IT-Helpdesk oder branchenspezifische Auswertungen. Das erweitert den Anwendungsbereich deutlich über die Standard-Office-Integration hinaus.
  • 2024–2025Microsoft 365 Copilot Chat (BizChat) Basic wurde als kostenfreie Komponente in viele M365-Pläne integriert. Ohne Add-on bekommen Nutzer Web-Chat plus die Möglichkeit, eigene Daten in Prompts einzubringen — als Einstiegs-KI oft unterschätzt und für viele Use Cases ausreichend.
  • 2025Anthropic wurde als Microsoft-Subprozessor onboarded. Das ist bemerkenswert: Microsoft erweitert das Modell-Portfolio über die hauseigene OpenAI-Partnerschaft hinaus und gibt Copilot-Kunden indirekt Zugriff auf Claude-Modelle. Vertraglich fällt das unter die Microsoft Enterprise Data Protection.
  • Januar 2026 — Marktdaten zeigen einen Rückgang des US-Marktanteils im KI-Assistenten-Segment von 18,8 % (Juli 2025) auf 11,5 % (Januar 2026). Gleichzeitig liegt die globale Adoption bei nur ~3,3 % der rund 450 Millionen kommerziellen M365-Plätze. ChatGPT Enterprise und Google Gemini gewinnen deutlich Marktanteile dazu. Im Enterprise-Vertrieb werden Copilot-Deals laut mehreren Berichten regelmäßig mit 40–60 % Rabatt vom Listenpreis abgeschlossen.
  • 15. April 2026 — Microsoft entfernt den Copilot-Chat aus den Desktop-Apps Word, Excel, PowerPoint und OneNote für Enterprise-Nutzer ohne kostenpflichtige Add-on-Lizenz. Praktischer Effekt: „Copilot chat (Basic)“-Nutzer verlieren das interaktive Chat-Fenster in diesen vier Apps; Draft-Funktionen bleiben in eingeschränktem Umfang erhalten. Für IT-Teams ist das ein klares Upselling-Signal — und ein Anlass, vor dem Stichtag die User-Kommunikation vorzubereiten.

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