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Gesundheitswesen arztbriefdokumentationpraxis

Arztbriefe mit KI schreiben

Arztbriefe gehören zu den zeitintensivsten Aufgaben in der Praxis, KI halbiert die Schreibzeit und hält dabei medizinische Präzision und Fachterminologie ein.

⚡ Auf einen Blick
Problem
Ärzte verbringen bis zu 2 Stunden täglich mit Dokumentation. Arztbriefe entstehen oft abends oder am Wochenende, auf Kosten von Freizeit und Qualität.
KI-Lösung
Ein LLM (z. B. ChatGPT oder Claude, gespeist über ein Whisper-Transkript oder Dragon Medical) generiert strukturierte Arztbrief-Entwürfe aus diktierten Notizen, Diagnosen und Befunden, der Arzt prüft und unterschreibt, statt zu tippen.
Typischer Nutzen
Schreibzeit pro Brief von 20 auf 5–8 Minuten reduzieren, Briefe noch am Behandlungstag versenden, Überstunden deutlich reduzieren.
Setup-Zeit
Einfacher Start in 1–3 Tagen möglich
Kosteneinschätzung
ab ca. 24 €/Monat im Eigenbau, Spezialsoftware auf Anfrage
Whisper + ChatGPT (Diktat → Brief, kein Setup)Spezialsoftware mit Medizin-Vokabular (Dragon Medical)Ambient-Dokumentation, die dem Gespräch zuhört (Nabla)
Worum geht's?

Es ist Donnerstag, 19:47 Uhr. Dr. Hanna Steiner sitzt allein in ihrem Sprechzimmer.

Die letzten Patienten waren um 18:30 Uhr. Seitdem schreibt sie Arztbriefe. Elf Stück für diese Woche, sieben hat sie noch nicht angefangen. Vor ihr auf dem Bildschirm: eine leere Briefvorlage, darunter ein Diktat-Transcript, das sie vor drei Tagen aufgenommen hat. Sie weiß noch ungefähr, was drin steht. Sie hofft, es reicht.

Frau Gerber, 68, Herzinsuffizienz, jetzt mit Rehazentrum Berchtesgaden, eigentlich ein klarer Fall. Aber die richtige Terminologie, die saubere Struktur, das Finalisieren der Medikamentenliste: das sind keine zehn Minuten. Eher zwanzig. Mal wieder.

Ihr Ehemann hat heute Abend das Abendessen alleine gegessen.

Das ist kein seltener Abend. Das ist der normale Donnerstag.

Für Unternehmen

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Wir setzen Anwendungsfälle wie diesen mit euch um oder trainieren euer Team darauf. Das Erstgespräch kostet nichts.

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Das echte Ausmaß des Problems

Eine Hausarztpraxis mit 800 Scheinen pro Quartal schreibt im Schnitt 15–25 Arztbriefe pro Woche. Jeder Brief nimmt realistisch gerechnet 15 bis 25 Minuten in Anspruch: Diktat vorbereiten, Struktur anlegen, Terminologie prüfen, Formulierungen glätten, Abschlusskorrektur. Das summiert sich auf 4 bis 8 Stunden reine Arztzeit pro Woche, nicht Verwaltungszeit, sondern Arztzeit.

Eine belastbare, öffentlich zugängliche Erhebung dazu, wie viel Zeit deutsche Praxen genau auf Arztbriefe verwenden, haben wir nicht gefunden. Eine frühere Fassung dieser Seite nannte an dieser Stelle eine Prozentzahl aus einer angeblichen KBV-Befragung, die wir nicht belegen konnten. Sie ist raus. Die Zahl, auf die es für deine Entscheidung ankommt, ist ohnehin deine eigene: Führe zwei Wochen lang Strichliste, ein Eintrag je Brief, mit Startzeit und Endzeit. Danach weißt du, worüber du redest.

Das eigentliche Problem ist auch nicht die Summe der Minuten, sondern wann sie anfallen. Die Briefe entstehen nicht während der Sprechstunde, sondern danach. Viele Ärzte berichten, dass sie abends oder am Wochenende am PC sitzen, Stunden, in denen die kognitive Konzentration ohnehin auf einem Tiefpunkt ist. Briefe, die an erschöpften Abenden entstehen, sind sprachlich holpriger, strukturell dünner, manchmal lückenhafter.

Dazu kommt der Effekt auf die Versorgungskette. Überweisende Ärzte, Fachspezialisten und Reha-Einrichtungen warten manchmal drei bis fünf Tage auf einen Arztbrief, der für die Weiterbehandlung entscheidend ist. Medikamentenlisten werden nicht synchronisiert, Therapieentscheidungen werden auf Basis unvollständiger Akten getroffen. Das ist keine Effizienzfrage, es ist eine Patientensicherheitsfrage.

Mit vs. ohne KI, ein ehrlicher Vergleich

KennzahlOhne KIMit KI-Unterstützung
Zeit pro Arztbrief15–25 Minuten5–8 Minuten
Versanddauer nach Behandlung2–5 TageGleicher oder nächster Tag
Dokumentationszeit pro Woche4–8 Stunden1,5–3 Stunden
Qualitätsschwankungen durch ErschöpfungHoch (abendliche Nacharbeit)Deutlich reduziert
Wartezeit beim Empfänger (Facharzt, Klinik)3–7 Tage1–2 Tage

Die Werte in dieser Tabelle sind Erfahrungsspannen aus der Praxisliteratur, keine Ergebnisse einer repräsentativen Studie. Eine solche Studie für deutsche Praxen kennen wir nicht. Nimm die Spalte „Ohne KI” als das, was du in deiner eigenen Strichliste nachmessen kannst, und die rechte Spalte als das, was du im Parallelbetrieb überprüfen musst, bevor du dich darauf verlässt.

Einschätzung auf einen Blick

Zeitersparnis, sehr hoch (5/5) Das ist der klare Spitzenreiter in der gesundheit-Branche. Arztbriefschreibung ist pure kognitive Schreibarbeit, und KI kann genau das ersetzen. Wer 20 Briefe pro Woche schreibt und von 20 auf 7 Minuten kommt, gewinnt über 4 Stunden zurück, jede Woche, sofort messbar. Kein anderer Anwendungsfall in dieser Branche erzielt diesen direkten Zeitgewinn so konsequent.

Kosteneinsparung, mittel (3/5) Die Einsparung ist real, aber indirekt: zurückgewonnene Arztzeit ersetzt keine Sachkosten, die wegfallen. Wer mehr Zeit hat, kann mehr Patienten sehen oder früher nach Hause gehen, beides ist wertvoll, aber nicht direkt als Euro-Betrag buchbar. Im Vergleich zur Abrechnungsvorbereitung (die Verluste bei der KV verhindert) oder zum Medikationsmanagement (das Schadenshaftung reduziert) ist der Kostenhebel hier begrenzter.

Schnelle Umsetzung, hoch (4/5) Mit einem einfachen Whisper + ChatGPT-Setup kann eine Praxis innerhalb von zwei bis drei Tagen einen funktionierenden Diktat-zu-Brief-Workflow testen. Vollintegrierte Lösungen mit KIS-Anbindung brauchen mehr Vorlauf, aber auch der einfache Einstieg liefert sofort spürbaren Nutzen. Nur Terminplanung und Patientenkorrespondenz starten noch reibungsloser.

ROI-Sicherheit, sehr hoch (5/5) Kaum ein Anwendungsfall ist so klar messbar: Briefe zählen, Minuten stoppen, Stunden addieren. Der Zeitgewinn tritt ab dem ersten Brief ein. Und weil du deinen eigenen Stundenwert kennst, brauchst du für die Rechnung keine fremde Zahl: Gesparte Minuten mal Stundenwert gegen Lizenzkosten, das ist die ganze Formel. Das ist der sicherste ROI in der gesamten Branche.

Skalierbarkeit, niedrig (2/5) Das ist die Schwäche des Anwendungsfalls: Jeder Arzt braucht seine eigene Lizenz, seinen eigenen Diktat-Workflow, seine eigene Eingewöhnung. Das System skaliert mit dem Briefvolumen einer einzelnen Person, aber nicht über Teamgrenzen hinaus. Eine Praxis, die wächst, braucht pro zusätzlichem Arzt eine eigene Lösung. Kein echter Skaleneffekt.

Richtwerte, stark abhängig von Briefvolumen, Diktatqualität und Integrationstiefe des gewählten Tools.

Was KI beim Arztbrief konkret macht

Der typische Generative KI-gestützte Workflow: Der Arzt diktiert unmittelbar nach der Konsultation 2 bis 3 Minuten Stichpunkte. Diagnose, relevante Anamnese, Befunde, Therapie, Medikation, Empfehlung. Keine vollständigen Sätze notwendig. Die KI übersetzt diese Stichpunkte in einen vollständigen Arztbrief mit korrekter medizinischer Terminologie, Standardgliederung (Anamnese, Befund, Diagnose, Therapie, Empfehlung) und professionellem Sprachstil.

Diktat-zu-Brief (asynchron): Der Arzt diktiert nach der Konsultation per Headset oder Smartphone. Die Sprache wird transkribiert (z. B. über Dragon Medical oder Whisper ), der Text dann von einem LLM in Briefform gebracht. Der Arzt öffnet den Entwurf, prüft, ergänzt Kleinigkeiten, bestätigt. Gesamtaufwand: 3 bis 5 Minuten.

Integrierte Sprachlösung: Spezialsoftware wie Dragon Medical diktiert direkt in das Textfeld praktisch jeder Windows-basierten Praxis- und Kliniksoftware. Das Diktat landet im richtigen Patientendatensatz, ohne manuelles Kopieren. Wie tief die Anbindung im Einzelfall geht, hängt an deinem Praxisverwaltungssystem, das ist die Frage, die du vor der Toolentscheidung klären musst, nicht danach.

Wichtiger Hinweis zur Halluzination: Ein schlecht konfiguriertes LLM fügt Informationen hinzu, die nicht im Diktat waren. Das ist in medizinischen Texten inakzeptabel. Korrekte Systeme verarbeiten ausschließlich das, was diktiert wurde, und markieren fehlende Pflichtfelder, statt sie zu erfinden. Dieser Punkt muss bei jedem Anbieter aktiv geprüft werden.

Konkrete Werkzeuge, was wann passt

Dragon Medical One , die etablierteste Diktierlösung im deutschsprachigen medizinischen Bereich. Hohe Erkennungsgenauigkeit für medizinische Fachterminologie, für den deutschen Markt als „German Hosted”-Variante in Azure-Rechenzentren in Frankfurt und Berlin verfügbar. Preise sind nicht öffentlich. Der Vertrieb läuft ausschließlich über autorisierte Reseller, abgerechnet wird pro Sprecher, die Konditionen unterscheiden sich je Händler und Laufzeit. Eine frühere Fassung dieser Seite nannte hier einen Monatspreis, den wir nicht belegen konnten. Für Praxen, die eine sofort einsatzbereite, bewährte Lösung ohne eigene IT-Arbeit wollen.

Nabla , Anbieter aus Paris und New York. Nabla hört dem Gespräch zu und generiert strukturierte klinische Notizen. Ein Vorbehalt, der für deutsche Praxen alles entscheidet: Deutsch ist nicht als unterstützte Dokumentationssprache ausgewiesen, die Produktseite bietet nur Englisch und Französisch an. Preise nennt Nabla nicht öffentlich. Vor jeder Einführung in einer deutschsprachigen Praxis ist das die erste Frage an den Anbieter, nicht die letzte.

Whisper (OpenAI) + ChatGPT , für technikaffine Praxen, die mit niedrigem Budget einsteigen wollen. Whisper transkribiert das Diktat (API-Kosten: 0,006 US-Dollar pro Minute), ChatGPT wandelt den Text in einen Briefentwurf um. Kein automatisierter Workflow, aber volle Kostenkontrolle und schnell testbar. Datenschutzlage sorgfältig prüfen (s. u.). Gesamtkosten: ab ca. 24 Euro im Monat, weil die ChatGPT-Lizenz den Betrag dominiert und das Transkribieren im Centbereich bleibt.

Microsoft 365 Copilot , für Praxen, die Microsoft-Produkte bereits einsetzen. Word-Integration ermöglicht Diktat-zu-Dokument-Workflows. Kein medizinischer Spezialisierungsgrad, aber für eine erste Entlastung bei Standardbriefen nutzbar. Das Add-on Copilot Business kostet 18,20 Euro je Nutzer und Monat im Jahresabo, 21,84 Euro bei monatlicher Zahlung, jeweils zzgl. MwSt. und zusätzlich zu einer berechtigenden Microsoft-365-Lizenz.

Zusammenfassung, wann welcher Ansatz:

  • Sofort starten, kleines Budget → Whisper + ChatGPT
  • Bewährte Lösung, deutsches Hosting, deutsches Fachvokabular → Dragon Medical One
  • Konsultation und Dokumentation in einem Schritt, englisch- oder französischsprachige Sprechstunde → Nabla
  • Microsoft-Ökosystem vorhanden → M365 Copilot

Datenschutz und Datenhaltung

Arztbriefe enthalten Gesundheitsdaten, die nach Art. 9 DSGVO als besondere Kategorie personenbezogener Daten eingestuft sind. Drei Punkte sind nicht verhandelbar:

Auftragsverarbeitungsvertrag (Art. 28 DSGVO): Mit jedem Anbieter, dessen System Patientendaten verarbeitet, muss ein AVV abgeschlossen werden, vor dem ersten Produktivbetrieb. Alle seriösen Anbieter stellen AVV-Vorlagen bereit, aber du musst sie aktiv anfordern und unterzeichnen.

Serverstandort: Patientendaten dürfen nicht ohne weiteres auf US-amerikanische Server übertragen werden. OpenAI-Dienste über ChatGPT.com ohne Enterprise-Vertrag sind für direkte Patientendaten nicht geeignet. Dragon Medical One bietet für den deutschen Markt eine „German Hosted”-Variante in Azure-Rechenzentren in Frankfurt und Berlin. Bei Nabla liegt die Hosting-Region auf der bei der Einrichtung gewählten Google-Cloud-Region, die ist also vorab festzulegen und zu dokumentieren.

Schweigepflicht (§ 203 StGB), und hier ist die Seite bisher zu lax gewesen: Ein Cloud- oder KI-Anbieter ist keine Ärztin und kein Praxismitarbeiter. Er ist eine „sonstige mitwirkende Person” im Sinne von § 203 Abs. 3 Satz 2 StGB. Das Offenbaren ihm gegenüber ist nur zulässig, „soweit dies für die Inanspruchnahme der Tätigkeit der sonstigen mitwirkenden Personen erforderlich ist”. Also: nur der für den Brief nötige Sachverhalt, nicht die vollständige Akte. Und § 203 Abs. 4 Nr. 1 StGB stellt es unter Strafe, wenn der Arzt nicht dafür Sorge getragen hat, dass diese Person zur Geheimhaltung verpflichtet wurde. Das ist der Punkt, an dem viele Praxen die Sache für erledigt halten, weil der AVV unterschrieben ist: Ein AVV nach Art. 28 DSGVO erfüllt § 203 Abs. 4 StGB nicht automatisch. Der AVV regelt Datenschutz, nicht die strafbewehrte Geheimhaltungsverpflichtung. Beides muss vertraglich stehen, bevor der erste echte Patientenname das Haus verlässt.

Wer mit anonymisierten Stichpunkten arbeitet (kein Name, kein Geburtsdatum, kein eindeutiger Identifikator), hat weniger Einschränkungen, aber dieser Workflow reduziert den Automatisierungsgrad.

Und was ist mit dem Medizinprodukterecht? Für den hier beschriebenen Anwendungsfall gilt: Ein Werkzeug, das ein Diktat in einen Brieftext überführt, verfolgt keinen der medizinischen Zwecke aus Art. 2 Nr. 1 MDR (Diagnose, Verhütung, Überwachung, Vorhersage, Prognose, Behandlung, Linderung). Es dokumentiert, was die Ärztin bereits entschieden hat, und ist damit kein Medizinprodukt. Die Grenze verläuft dort, wo ein System anfängt, selbst Vorschläge für die Diagnose oder die Therapie zu machen. Software, die „Informationen zu liefern” bestimmt ist, „die zu Entscheidungen für diagnostische oder therapeutische Zwecke herangezogen werden”, ist nach Regel 11 des Anhangs VIII MDR mindestens Klasse IIa, bei schwerwiegenden Folgen IIb oder III. Wenn dir ein Anbieter also Diagnosevorschläge oder Medikationsempfehlungen mitverkauft, ist die richtige Frage nicht „was kostet das”, sondern „welche CE-Kennzeichnung nach MDR hat das Produkt”.

Was es kostet, realistisch gerechnet

Einfacher Einstieg (Whisper + ChatGPT):

  • ChatGPT Plus: 23 €/Monat in Deutschland
  • Whisper-Transkription bei 15 Briefen/Woche à 3 Minuten Diktat: rund 195 Minuten im Monat zu 0,006 US-Dollar je Minute, also gut ein Dollar
  • Einmaliger Setup-Aufwand: 2–4 Stunden (Prompt erstellen, Workflow testen)
  • Gesamtkosten: ca. 24 €/Monat. Die Transkription ist hier nicht der Kostenfaktor, die Lizenz ist es

Spezialsoftware (Dragon Medical One):

  • Preis auf Anfrage beim autorisierten Reseller, abgerechnet pro Sprecher. Lass dir mindestens zwei Angebote geben, die Konditionen unterscheiden sich je Händler und Laufzeit
  • Einmalige Einrichtung: 1–3 Tage, teilweise durch Anbieter übernommen
  • Kein eigener IT-Aufwand im laufenden Betrieb

ROI-Rechnung, mit deinen Zahlen statt unseren: Die Rechnung hat nur drei Größen, und du kennst alle drei. Briefe pro Woche, gesparte Minuten je Brief, dein eigener Stundenwert. Ein Beispiel mit runden Werten: 20 Briefe pro Woche und 13 gesparte Minuten je Brief sind 260 Minuten, also 4,3 Stunden wöchentlich. Was diese Stunden wert sind, entscheidest du, nicht diese Seite. Wichtig ist die Reihenfolge: Erst zwei Wochen Strichliste im Ist-Zustand, dann zehn Briefe im Parallelbetrieb, dann rechnen. Wer die Einsparung vorher schätzt, schätzt sie zu hoch, das ist bei diesem Anwendungsfall die Regel und nicht die Ausnahme.

Klingt das nach eurem Alltag? Ob sich dieser Use Case bei euch rechnet, klären wir im Erstgespräch: 30 Minuten, kostenlos.

Erstgespräch anfragen

Drei typische Einstiegsfehler

1. Patientendaten ungeschützt in öffentliche KI-Dienste eingeben. Wer das vollständige Diktat, mit Namen, Geburtsdatum, Diagnosen, direkt in ChatGPT.com eingibt, verstößt gegen die DSGVO. Patientendaten sind besondere Kategorien nach Art. 9 DSGVO und dürfen nur an Auftragsverarbeiter mit AVV und geeigneten Garantien übermittelt werden. Lösung: Entweder anonymisierte Stichpunkte ohne Patientenbezug verwenden oder zertifizierte Systeme mit DSGVO-konformem Hosting einsetzen.

2. Den Briefentwurf ungeprüft versenden. KI-Entwürfe müssen immer durch den verantwortlichen Arzt geprüft und freigegeben werden. Dosierungsangaben, Diagnosen und Therapieempfehlungen im Arztbrief sind medizinische Aussagen, für die der unterzeichnende Arzt haftet. Selbst gut konfigurierte Systeme können Stichpunkte falsch gewichten oder Formulierungen produzieren, die der klinischen Absicht nicht entsprechen. Wer den Entwurf nicht liest, delegiert seine Haftung an eine Maschine, das funktioniert rechtlich nicht.

3. Das System laufend vernachlässigen. Die häufigste stille Falle: Nach dem erfolgreichen Start wird die Prompt-Qualität nicht weiterentwickelt. Neue Fachrichtungen, neue Patientengruppen, neue KIS-Versionen, der Workflow läuft weiter, aber die Entwürfe werden zunehmend generischer. Jemand muss alle vier bis sechs Monate aktiv prüfen, ob die Briefqualität noch dem entspricht, was du erwartest. Das ist keine IT-Aufgabe, sondern die Aufgabe der verschreibenden Ärztin.

Was mit der Einführung wirklich passiert, und was nicht

Die erste Hürde ist Diktat-Disziplin. Viele Ärzte, die beginnen, stellen fest: Wenn sie beim Diktieren springen, erst die Therapie, dann zurück zur Anamnese, dann wieder vor, sind die Entwürfe schlechter. Eine kurze interne Diktatschulung verbessert die Outputqualität sofort: “Erst Diagnose, dann Anamnese, dann Befund, dann Plan”, und dabei bleiben.

Die zweite Hürde ist Überzeugung. Skeptische Praxismitarbeitende, die den alten Workflow gewohnt sind, brauchen nicht Überzeugungsarbeit, sondern einen Vergleich: Zeig einen Brief, der in sieben Minuten entstand, gegen einen, für den du früher 25 Minuten gebraucht hättest. Das Argument ist der Entwurf selbst, nicht die Theorie.

Was nicht passiert: Das System übernimmt keine klinische Verantwortung. Der Arzt liest jeden Brief, signiert jeden Brief. Das ändert sich nicht. Was sich ändert: Dieser Leseprozess dauert 90 Sekunden statt 20 Minuten.

Realistischer Zeitplan mit Risikohinweisen

PhaseDauerWas passiertTypisches Risiko
Anforderungsklärung & ToolauswahlWoche 1Praxisworkflow analysieren, KIS-Kompatibilität prüfen, Tool entscheidenKIS-Kompatibilität wird zu spät geprüft, Integration nicht möglich
Setup & PromptingWoche 1–2Systemkonfiguration, Muster-Diktat erstellen, Briefvorlage einpflegenZu allgemeine Prompts, generische Briefe ohne Praxischarakter
Testlauf mit echten BriefenWoche 2–310–15 Briefe im Parallelbetrieb (KI + bisheriger Weg), QualitätsvergleichPerfektionismus: Kein Brief wird “gut genug” befunden, Launch verzögert sich
ProduktivbetriebAb Woche 3–4KI wird primärer Ersterstellungsweg, Arzt prüft und gibt freiDiktatdisziplin lässt nach, Briefqualität schwankt wieder
OptimierungMonat 2–3Diktat-Vorlagen verfeinern, Grenzfälle nachbessern, ggf. KIS-IntegrationFehlende interne Verantwortliche, niemand pflegt das System weiter

Häufige Einwände, und was dahintersteckt

“Ich muss den Brief sowieso lesen, wo spare ich dann Zeit?” Stimmt, der Arzt liest immer. Aber es gibt einen riesigen Unterschied zwischen “einen fertigen Entwurf in 90 Sekunden gegenlesen und freigeben” und “einen leeren Brief von Grund auf schreiben”. Das Hirn arbeitet beim Prüfen anders als beim Produzieren, Prüfen ist schneller, weniger erschöpfend. Genau dieser Unterschied ist der Kern des Zeitgewinns.

“Was passiert, wenn die KI medizinisch falsche Informationen schreibt?” Das ist das legitime Kernrisiko, und der Grund, warum kein System ohne Arztprüfung betrieben werden sollte. Ein Sprachmodell, das eng auf den Diktatinhalt geführt wird und fehlende Pflichtfelder markiert, statt sie zu erraten, produziert deutlich weniger erfundene Angaben. Aber „deutlich weniger” ist nicht „keine”: Ein LLM kann auch bei gutem Prompt eine Dosierung glätten oder einen Befund plausibel ergänzen. Deshalb bleibt die Arztprüfung obligatorisch. Sie dauert Minuten statt einer halben Stunde, und genau dafür musst du sie auch einplanen.

“Wir haben kein KIS mit API, das ist nichts für uns.” Ein vollintegrierter Workflow ist schöner, aber keine Voraussetzung. Ein Copy-Paste-Workflow, Diktat rein, Entwurf raus, in KIS einfügen, ist technisch trivial und realistisch für jede Praxis. Die Zeitersparnis ist kleiner als bei voller Integration, aber immer noch spürbar.

Woran du merkst, dass das zu dir passt

  • Du oder dein Team schreibt Arztbriefe regelmäßig abends oder am Wochenende
  • Überweisende Ärzte warten häufig mehr als zwei Tage auf deine Briefe
  • Du verbringst mehr als eineinhalb Stunden täglich mit Dokumentation
  • Du nutzt bereits ein Diktiergerät oder sprichst Notizen in dein Smartphone
  • Du weißt genau, welche drei Satzbausteine in 80 % deiner Briefe vorkommen, das ist ein klares Zeichen, dass Automatisierung hier greift

Wer noch warten sollte: Praxen ohne klaren Diktat-Workflow und ohne Bereitschaft, eine 2-stündige Einführung zu investieren, werden mit dem System frustriert sein. KI verbessert einen schlechten Prozess nicht, sie beschleunigt einen guten.

Das kannst du heute noch tun

Lade das letzte Diktat-Transcript hoch, das du hattest, oder diktiere jetzt 2 Minuten Stichpunkte zu einem realen Fall (anonymisiert). Dann nutze diesen Prompt:

Arztbrief aus Stichpunkten
Du bist ein erfahrener medizinischer Dokumentationsassistent für eine [FACHRICHTUNG]-Praxis in Deutschland. Erstelle aus den folgenden Stichpunkten einen vollständigen, professionellen Arztbrief im deutschen Standardformat. Format: Briefkopf-Platzhalter, Patientenangaben-Platzhalter, dann: 1. Diagnose(n) mit ICD-10-Code 2. Anamnese 3. Befund 4. Therapie und bisherige Medikation 5. Weitere Empfehlungen / Prozedere Diktiertes Material: [STICHPUNKTE HIER EINFÜGEN] Wichtig: - Erfinde keine Informationen, die nicht in den Stichpunkten stehen - Fehlende Pflichtangaben markiere mit [BITTE ERGÄNZEN: xyz] - Schreibe in sachlichem, medizinisch-korrektem Deutsch - Kein Marketing-Ton, keine überflüssigen Floskeln
Funktioniert mit ChatGPT, Claude, Gemini
Beispiel-Ausgabe

Mitarbeiter:in

Pat. 68J. Herzinsuffizienz NYHA II bekannt, ACE-Hemmer und Betablocker. Neu: Belastungsdyspnoe seit 3 Wochen, BNP erhöht 480 ng/l. Echo: EF 42%. Dosisanpassung Bisoprolol 5→10mg. Reha-Einweisung empfohlen.

KI-Assistent

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, wir berichten über unsere gemeinsame Patientin [PATIENTENNAME], [GEBURTSDATUM], die sich bei uns wegen chronischer Herzinsuffizienz in regelmäßiger Behandlung befindet. **Diagnose:** Chronische Herzinsuffizienz, NYHA-Klasse II (I50.0) **Anamnese:** Die 68-jährige Patientin stellte sich mit seit ca. 3 Wochen bestehender, progredient zunehmender Belastungsdyspnoe vor. Eine bekannte chronische Herzinsuffizienz ist vorbekannt. **Befund:** Laborchemisch zeigte sich ein erhöhtes BNP mit 480 ng/l. Echokardiografisch wurde eine eingeschränkte Ejektionsfraktion von 42 % dokumentiert. **Therapie:** Die bestehende Herzinsuffizienz-Medikation mit ACE-Hemmer und Betablocker (Bisoprolol) wird fortgeführt. Im Rahmen des aktuellen Befundes wurde die Bisoprolol-Dosis von 5 mg auf 10 mg täglich angepasst. **Prozedere:** Wir empfehlen eine Anschlussheilbehandlung zur kardialen Rehabilitation. Eine entsprechende Einweisung wird ausgestellt. [BITTE ERGÄNZEN: Nachsorgetermin und ggf. weitere diagnostische Maßnahmen] Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Quellen & Methodik

  • § 203 StGB, Verletzung von Privatgeheimnissen. Absatz 3 Satz 2 erlaubt das Offenbaren gegenüber sonstigen mitwirkenden Personen nur, soweit es für die Inanspruchnahme ihrer Tätigkeit erforderlich ist; Absatz 4 Nummer 1 stellt es unter Strafe, wenn der Berufsgeheimnisträger nicht dafür Sorge getragen hat, dass diese Person zur Geheimhaltung verpflichtet wurde (gesetze-im-internet.de/stgb/__203.html, abgerufen am 18.09.2026).
  • Art. 9 und Art. 28 DSGVO, Gesundheitsdaten als besondere Kategorie personenbezogener Daten, Auftragsverarbeitung (gesetze-im-internet.de/dsgvo/, abgerufen am 18.09.2026).
  • Art. 2 Nr. 1 MDR, Verordnung (EU) 2017/745, Definition des Medizinprodukts über die medizinische Zweckbestimmung; Anhang VIII Abschnitt 6.3, Regel 11 zur Klassifizierung von Software, die Informationen für diagnostische oder therapeutische Entscheidungen liefert (eur-lex.europa.eu, konsolidierte Fassung, abgerufen am 18.09.2026).
  • Toolpreise und Hosting: Stand unserer Toolseiten, siehe Dragon Medical One , Nabla , ChatGPT , Whisper und Microsoft 365 Copilot . Für Dragon Medical One und Nabla gibt es keine öffentlichen Listenpreise.
  • Nicht belegbar und deshalb nicht auf dieser Seite: eine KBV-Befragung mit einem Burnout-Prozentsatz, ein Monatspreis für Dragon Medical One oder Nabla, und eine Studie, die die Zeitersparnis durch KI-gestütztes Diktat in deutschen Praxen beziffert. Frühere Fassungen dieser Seite nannten für alle drei Punkte Zahlen, die wir nicht verifizieren konnten.
  • Keine Rechtsberatung. Dieser Text ordnet Normen ein, er ersetzt keine Prüfung des Einzelfalls und keine Auskunft deiner Ärztekammer oder deines Datenschutzbeauftragten.

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Viele, die diesen Use Case lesen, versuchen es danach allein. Das kostet Wochen: Datenschutzfragen, Toolauswahl, Prompt-Engineering, interne Überzeugungsarbeit. Wir kennen diese Stolperstellen, weil wir das Setup schon gebaut haben. Schreib uns kurz, das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.

Deine Daten werden ausschließlich zur Bearbeitung deiner Anfrage verwendet (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO). Mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Frieda Funke

Konzeptentwicklerin

Ich frage nicht, was KI kann. Ich frage, was du in deinem Alltag damit anfängst. Erst wenn ich eine ehrliche Antwort habe, entsteht daraus ein konkreter Use Case. Fehlt ein Anwendungsfall, der zu dir passt? Schreib mir kurz.

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