KI-gestützte technische Dokumentation
KI erstellt technische Dokumentationen, Bedienungsanleitungen und Wartungshandbücher aus vorhandenen CAD-Daten, Stücklisten und internem Wissen, strukturiert, normkonform und mehrsprachig.
Mit KI-Agenten recherchiert und geschrieben, verantwortlich: Redaktion KI-Syndikat. So arbeiten wir Fehler melden
- Problem
- Technische Dokumentation liegt am Ende der Prioritätsliste, verzögert Auslieferungen und kostet unverhältnismäßig viel Ingenieurszeit, besonders bei CE-Konformität und Mehrsprachigkeit.
- KI-Lösung
- LLM-basierte Textgeneratoren (ChatGPT, Claude) erzeugen normkonforme Dokumentenstrukturen aus maschinenspezifischem Kontext; Neural-Machine-Translation (DeepL) übernimmt die Mehrsprachigkeit; regelbasierte Checklisten prüfen Vollständigkeit gegen Normenanforderungen.
- Typischer Nutzen
- Der Ingenieur startet mit einem vollständigen Gliederungsgerüst statt mit einem leeren Dokument, die Übersetzung läuft als maschinelle Vorübersetzung mit Post-Editing statt als Komplettauftrag, und die Vollständigkeitsprüfung folgt einer festen Checkliste statt dem Gedächtnis.
- Setup-Zeit
- Erste Dokumenten-Vorlage mit ChatGPT heute generierbar
- Kosteneinschätzung
- 0 € Einrichtung, ab rund 30 €/Monat laufend
Es ist Freitag, 16:00 Uhr. Maschinenbauingenieur Thomas Krüger sollte heute die Bedienungsanleitung für die neue Füllanlage fertigstellen. Die Maschine ist seit Dienstag produktionsbereit. Die Auslieferung an den Kunden in Frankreich ist für Montag geplant.
Die Anleitung ist zu 60 % fertig. Thomas kämpft mit Abschnitt 4: “Sicherheitshinweise gemäß Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, Anhang I, Abschnitt 1.7.4”. Er weiß grob, was da reinmuss, aber er ist kein Technical Writer. Er ist Maschinenbauingenieur. Er konstruiert lieber.
Der Übersetzer soll nächste Woche ran, wenn die deutsche Version fertig ist. Die Übersetzung kostet 2.800 Euro, die er schon intern bewilligt hat.
Montag verschiebt sich auf Donnerstag. Thomas schreibt die E-Mail an den Kunden in Lyon. Er tippt, löscht, tippt neu.
Auf seinem zweiten Bildschirm: die nächste Konstruktionszeichnung, die seit Dienstag auf ihn wartet. Die Dokumentation dazu wird er in drei Wochen schreiben. Vermutlich auch wieder Freitagabend.
Für Unternehmen
Nicht nur lesen, umsetzen.
Wir setzen Anwendungsfälle wie diesen mit euch um oder trainieren euer Team darauf. Das Erstgespräch kostet nichts.
Das echte Ausmaß des Problems
Technische Dokumentation ist gesetzliche Pflicht, und wird trotzdem von vielen Fertigungsunternehmen als nachrangig behandelt. Die Betriebsanleitung ist eine grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderung, heute in Anhang I Abschnitt 1.7.4 der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Ohne sie ist die Konformität nicht erfüllt, ohne Konformität keine CE-Kennzeichnung, ohne CE keine Auslieferung. Das macht Dokumentation zum harten Auslieferungs-Gate, aber oft merkt das der Vertrieb erst, wenn es zu spät ist.
Zwei Termine gehören dazu, und sie stehen im Gesetzestext: Die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 gilt ab dem 14. Januar 2027 (Artikel 54), zum selben Datum wird die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG aufgehoben (Artikel 51 Absatz 2). Maschinen, die vorher nach der Richtlinie in Verkehr gebracht wurden, dürfen weiter bereitgestellt werden (Artikel 52 Absatz 1). Bis zum 13. Januar 2027 arbeitet ihr also nach der Richtlinie, ab dem 14. Januar 2027 nach der Verordnung.
Wie teuer Dokumentation bei euch wirklich ist, steht in keiner Branchenstudie, die wir nachprüfen konnten. Es steht in eurer Zeiterfassung und in den Rechnungen eures Übersetzungsdienstleisters. Nimm die letzten drei ausgelieferten Maschinen, zähl die Ingenieurstunden für die Anleitung zusammen und leg die Übersetzungsrechnungen daneben. Diese zwei Zahlen sind die einzige Baseline, gegen die sich der Nutzen später messen lässt.
Das zweite Problem ist die Qualität. Wenn Ingenieure technische Dokumentation schreiben, entsteht oft inhaltlich korrekte, aber schwer lesbare Prosa, voller Fachbegriffe, passiver Konstruktionen und fehlendem Blick dafür, was ein Bediener tatsächlich wissen muss. Technical Writing ist eine eigene Kompetenz. Die meisten Maschinenbauer haben diese Kompetenz nicht im Haus.
Mit vs. ohne KI, ein ehrlicher Vergleich
| Kennzahl | Ohne KI | Mit KI-Dokumentation |
|---|---|---|
| Start einer neuen Anleitung | Leeres Dokument, Gliederung aus dem Gedächtnis | Gliederungsgerüst nach Anhang III Abschnitt 1.7.4.2 der Maschinenverordnung, in Minuten |
| Übersetzung je Zielsprache | Komplettauftrag beim Fachübersetzer, abgerechnet nach Wort oder Normzeile | Maschinelle Vorübersetzung im DeepL-Abo (ab 7,49 €/Monat) plus Post-Editing-Stunden |
| Vollständigkeitsprüfung | Manuell, häufig lückenhaft | Feste Checkliste gegen die Inhaltsliste der Norm |
| Strukturkonsistenz | Projektabhängig | Einheitliche Vorlage |
| Aktualisierungsaufwand bei Produktänderung | Vollständige Neuschreibung | Änderungsdelta identifizierbar |
| Terminologie | Je nach Autor unterschiedlich | Glossar erzwingt einheitliche Begriffe |
Die Zeit- und Kostenzeilen fehlen hier bewusst. Wir haben keine belastbare Erhebung dazu gefunden, wie viele Tage eine Betriebsanleitung im deutschen Maschinenbau kostet, und eine geliehene Zahl wäre für euren Betrieb ohnehin wertlos. Die Werte, die zählen, holt ihr aus der eigenen Zeiterfassung, siehe den Abschnitt oben.
Einschätzung auf einen Blick
Zeitersparnis, maximal (5/5) Technische Dokumentation ist einer der zeitintensivsten nicht-konstruktiven Aufgaben in der Fertigung. KI-Unterstützung bei Strukturierung, Normtexten, Übersetzung und Checklisten reduziert die Ingenieurszeit direkt und messbar. Im Produktions-Branchenvergleich der stärkste Zeitgewinns-Use-Case neben Schichtplanung, und der sofort startbare.
Kosteneinsparung, minimal (1/5) Die Ingenieursstunden für Dokumentation werden reduziert, aber der Ingenieur bleibt im Betrieb, Fixkosten werden nicht gesenkt. Die direkteste Einsparung sind Übersetzungskosten: KI übersetzt günstiger als externe Technical Translators. Aber das ist kein großer Kostenhebel im Vergleich zu anderen Fertigungs-Optimierungen.
Schnelle Umsetzung, maximal (5/5) Der schnellste Einstieg aller Fertigungs-Use-Cases. Mit ChatGPT oder Claude kann man heute Dokumentenabschnitte generieren, Sicherheitshinweise, Wartungsplan, Beschreibung der Betriebsmodi. Kein System-Setup, kein API, keine Schulung. Einzige Anforderung: Ingenieur gibt der KI Kontext über die Maschine und prüft Output.
ROI-Sicherheit, mittel (3/5) Zeitersparnis ist direkt messbar (Ingenieur-Stunden vorher/nachher). Übersetzungskosten-Einsparung ist messbar. Ob kürzere Auslieferungszeiten durch schnellere Dokumentation zu messbarem Revenue-Effekt führen, hängt vom Auftragsmodell ab, bei Strafzahlungen für Lieferverzug ist der ROI klar, ohne Strafklauseln weniger.
Skalierbarkeit, mittel (3/5) Jede neue Maschine braucht neue Dokumentation mit spezifischem Kontext. Das KI-System kann Vorlagen und Normtexte wiederverwenden, aber maschinenspezifisches Wissen muss immer neu eingegeben werden. Kein exponentieller Skalierungseffekt, aber konsistente Effizienzsteigerung bei jeder neuen Dokumentation.
Richtwerte, abhängig von Maschinenkomplexität, Normensituation und Anzahl der Zielsprachen.
Was das System konkret macht
Strukturvorlage und Normen-Framework: KI kann die Grundstruktur einer Betriebsanleitung automatisch generieren, mit den Pflichtabschnitten und Sicherheitshinweis-Formaten. Die inhaltliche Vorgabe dafür steht an zwei Stellen: in Anhang I Abschnitt 1.7.4 der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, ab dem 14. Januar 2027 in Anhang III Abschnitt 1.7.4 der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, deren Abschnitt 1.7.4.2 die Mindestangaben Punkt für Punkt auflistet. Methodisch daneben liegt DIN EN IEC/IEEE 82079-1 (VDE 0039-1):2021-09, „Erstellung von Nutzungsinformationen (Gebrauchsanleitungen) für Produkte”. Das gibt dem Ingenieur eine vollständige Vorlage, die er mit maschinenspezifischen Inhalten füllt, statt bei null anzufangen.
Technische Beschreibung aus CAD-Daten: Wenn Stücklisten, CAD-Bauteillisten und technische Zeichnungen als PDF oder CSV zur Verfügung stehen, kann die KI technische Beschreibungen automatisch strukturieren, Maße, Komponenten, Materialien. Der Ingenieur ergänzt Funktion und Bedienungslogik.
Automatisierte Übersetzung mit Fachterminologie: DeepL oder spezialisierte Machine-Translation-Systeme übersetzen technische Texte schnell und kostengünstig. Wichtig: Fachterminologie-Datenbank aufbauen (Glossar der Firmenterminologie in verschiedenen Sprachen) und Post-Editing durch Muttersprachler für kritische Sicherheitsabschnitte.
Vollständigkeits-Check: Die Mindestangaben einer Betriebsanleitung sind in Anhang III Abschnitt 1.7.4.2 der Maschinenverordnung als Liste ausformuliert, von der Anschrift des Herstellers über die Beschreibung der bestimmungsgemäßen Verwendung bis zu Montage-, Wartungs- und Entsorgungsanleitungen. Genau diese Liste lässt sich als Prüf-Checkliste in einen Prompt geben: “Welche dieser Pflichtangaben fehlen in meinem Entwurf?” Das ersetzt keine Prüfung durch einen Experten, aber es findet die Lücken, die man beim eigenen Text nicht mehr sieht.
Konkrete Werkzeuge, was wann passt
ChatGPT oder Claude (kostenlos als Einstieg): Gibt man der KI den Maschinentyp, die Normen und Schlüsselfunktionen, generiert sie vollständige Dokumentenabschnitte. Sofort nutzbar. Ab 0 €.
DeepL , für viele technische Textsorten die stärkste maschinelle Übersetzung im deutschen Markt. Die kostenlose Version deckt 50.000 Zeichen im Monat ab, die kostenpflichtigen Pläne beginnen bei 7,49 €/Monat (Individual), Team-Pläne liegen bei 24,99 €/Nutzer/Monat. Entscheidend für technische Texte ist die Glossarfunktion, nicht der Preis: ohne gepflegte Firmenterminologie liefert jede Maschine inkonsistente Begriffe.
Microsoft 365 Copilot , wenn Dokumentation in Word läuft: Copilot kann aus Stücklisten-Tabellen Beschreibungsabschnitte generieren, Abschnitte auf Vollständigkeit prüfen und Umformulierungen für bessere Lesbarkeit vorschlagen. Das Add-on Copilot Business kostet 18,20 €/Nutzer/Monat im Jahresabo, 21,84 € bei monatlicher Zahlung, die Enterprise-Variante 26,00 € im Jahresabo, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer und zusätzlich zu einer berechtigenden Microsoft-365-Lizenz.
SCHEMA ST4 von Quanos, professionelles Component Content Management System (CCMS) für technische Redakteure. Die KI-Module heißen ST4 AI Jetpack (Metadaten automatisch vergeben), ST4 AI Writer (aus Stichworten und Risikobeurteilungen strukturierte Warnhinweise und Handlungsanweisungen erzeugen) und ST4 AI Translator (Vorübersetzung über DeepL). Quanos veröffentlicht keine Preise, Lizenz oder Subscription gibt es nur nach Anfrage. Das ist ein Enterprise-Schritt, kein Einstieg.
Paligo , cloud-basierte Dokumentationsplattform mit Mehrsprachigkeits-Workflow. Der Business-Plan startet bei 15.000 US-Dollar im Jahr und enthält 2 Autoren und 2 Sprachen, Enterprise nur auf Anfrage. Mittelklasse heißt hier fünfstellig, das sollte man vor dem ersten Demo-Termin wissen.
CE-Copilot , kein Dokumentationssystem, sondern KI-Unterstützung für den CE-Prozess selbst, der hinter der Betriebsanleitung steht: Einordnung der anwendbaren Richtlinien, Risikobeurteilung nach EN ISO 12100 und Erstellung der EU-Konformitätserklärung. Deutschsprachig, deckt Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und die Maschinenverordnung 2023/1230 ab. Der Einstiegstarif Normenfinder kostet 14,99 €/Monat, enthält aber nur 10 KI-Analysen und keine Risikobeurteilung; wer die braucht, ist bei Starter mit 99 €/Monat. Ausschließlich Maschinen-CE (nicht MDR, Spielzeug oder reine EMV), die rechtliche Verantwortung bleibt beim Hersteller, und der Anbieter ist ein Kleinunternehmen nach § 19 UStG, die langfristige Datenhaltung also selbst absichern.
Datenschutz und Datenhaltung
Technische Dokumentation enthält in der Regel keine personenbezogenen Daten. Wenn interne CAD-Zeichnungen oder Konstruktionsgeheimnisse an externe KI-Dienste übermittelt werden, ist ein NDA oder eine Business-Subscription (die kein Training auf euren Daten erlaubt) Voraussetzung. ChatGPT Enterprise und Claude für Teams bieten keine Trainings-Nutzung der eingegebenen Daten.
Normkonformität: KI-generierte Texte ersetzen nicht die Prüfung durch einen qualifizierten Technical Writer oder Sicherheitsbeauftragten. Die Pflicht sitzt beim Hersteller: Er gewährleistet, dass der Maschine die Betriebsanleitung nach Anhang III beigefügt ist (Artikel 10 Absatz 7 der Maschinenverordnung), und er unterschreibt die EU-Konformitätserklärung. Ein Modell kann nicht unterschreiben. Für CE-relevante Sicherheitsabschnitte bleibt deshalb immer ein Mensch in der Verantwortung.
Was es kostet, realistisch gerechnet
CCMS-Profisystem (SCHEMA ST4, Paligo):
- Einrichtung: 3–6 Monate, hoher Investitionsaufwand
- Laufend: Quanos veröffentlicht für SCHEMA ST4 keine Preise, Paligo startet im Business-Plan bei 15.000 US-Dollar im Jahr
- Sinnvoll erst, wenn mehrere Redakteure dauerhaft an mehrsprachigen Beständen arbeiten
DeepL + ChatGPT:
- DeepL Individual: ab 7,49 Euro/Monat (kostenlose Version: 50.000 Zeichen/Monat)
- ChatGPT Plus: 23 Euro/Monat
- Ingenieurs-Setup: 4–8 Stunden für Prompt-Vorlagen und Workflows
- Laufend: rund 30 Euro/Monat je Arbeitsplatz plus interne Zeit
Was das an Übersetzung spart, hängt vollständig an eurem heutigen Angebot. Die ehrliche Rechnung geht so: Nimm die letzte Übersetzungsrechnung je Sprache, zieh die Post-Editing-Stunden ab, die ihr nach einer maschinellen Vorübersetzung noch braucht, und rechne den Rest gegen rund 30 Euro Toolkosten im Monat. Wir nennen hier bewusst keine Prozentzahl: Die Spanne zwischen einer Anleitung mit sauber gepflegtem Glossar und einer ohne ist größer als jeder Durchschnittswert, den man zitieren könnte.
Klingt das nach eurem Alltag? Ob sich dieser Use Case bei euch rechnet, klären wir im Erstgespräch: 30 Minuten, kostenlos.
Erstgespräch anfragenTypische Einstiegsfehler
KI-Output ohne Prüfung veröffentlicht: Technische Dokumentation mit KI-Fehlern kann gefährlich sein, Sicherheitshinweise müssen inhaltlich korrekt sein. Jeder KI-generierte Abschnitt braucht Ingenieursprüfung, besonders bei Sicherheitsinhalten.
Übersetzung ohne Fachglossarium: KI übersetzt Firmenterminologie falsch, wenn kein Glossar vorhanden ist. “Druckkopf” kann in verschiedenen Sprachen verschiedene Bedeutungen haben. Ein zweisprachiges Terminologie-Glossar ist Grundvoraussetzung für verlässliche technische Übersetzung.
Normen nicht im Kontext gegeben: KI ohne Normenkenntnis generiert allgemeine Dokumentation. Die relevante Norm (Maschinenrichtlinie, ATEX, Druckgeräte-Richtlinie) muss explizit als Anforderung übergeben werden.
Dokumentation als Nacharbeit: Wer erst nach dem Maschinenbau dokumentiert, rekonstruiert Konstruktionsentscheidungen rückwirkend, weil das Detailwissen über Sonderlösungen und Abweichungen vom Standard nach ein paar Wochen verblasst ist. Wie viel Zeit das frisst, merkt man erst, wenn man es einmal mitstoppt. Gegenmittel: Ingenieure beschreiben jede konstruktive Entscheidung direkt beim Abschließen einer Baugruppe mit einem kurzen KI-Prompt; die fertige Anleitung entsteht dann aus diesen Fragmenten, nicht aus dem Gedächtnis.
Prompt-Vorlagen nie aktualisieren: Am 14. Januar 2027 wechselt die Rechtsgrundlage, die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 gilt ab diesem Tag und die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ist damit aufgehoben. Ein Prompt, der auf Anhang I der Richtlinie optimiert war, muss dann auf Anhang III der Verordnung zeigen. Er wird trotzdem weiter brav Text produzieren, nur eben nach der falschen Gliederung, ohne jede Fehlermeldung. Setz dir den Termin in den Kalender, nicht in den Kopf.
Was mit der Einführung wirklich passiert, und was nicht
Ingenieure reagieren auf KI-generierte Dokumentationsabschnitte meistens überraschend positiv, nicht weil die Qualität sofort perfekt ist, sondern weil der Abschnitt eine Grundlage zum Überarbeiten liefert, statt mit einem leeren Dokument anzufangen. Das psychologische Prinzip: Es ist einfacher, etwas zu verbessern als zu erfinden.
Was häufig unterschätzt wird: der Aufwand für das Fachterminologie-Glossar. Ohne ein Glossar produziert KI inkonsistente Begriffe, “Druckregelventil” in einem Abschnitt, “Druckkontrollventil” im nächsten. Das Glossar aufzubauen dauert 4–8 Stunden, und ist die wertvollste Investition für die Dokumentationsqualität insgesamt.
Was nicht passiert: Dokumentation ohne Ingenieursprüfung. KI generiert Entwürfe, keine zertifizierbaren Dokumente. Der Ingenieur bleibt juristisch verantwortlich für den Inhalt.
Realistischer Zeitplan mit Risikohinweisen
| Phase | Dauer | Was passiert | Typisches Risiko |
|---|---|---|---|
| Normen-Anforderungen und Vorlagen definieren | Woche 1–2 | Relevante Normen sichten, Dokumentstruktur festlegen, Prompt-Vorlagen erstellen | Normenlage unklar oder mehrere Normen parallel relevant |
| Fachterminologie-Glossar aufbauen | Woche 2–4 | Firmen-Fachvokabular in DE + Zielsprachen dokumentieren | Begriffe zwischen Konstrukteuren inkonsistent, Klärungsbedarf |
| Pilotanleitung erstellen | Woche 3–5 | KI-gestützte Erstellung einer ersten vollständigen Anleitung | Sicherheitsabschnitte erfordern mehr Ingenieurszeit als erwartet |
| Übersetzungs-Workflow einrichten | Woche 4–6 | DeepL-Workflow + Post-Editing-Prozess für eine Zielsprache | Terminologie-Fehler erst in Post-Editing erkannt, Glossar nachbessern |
| Einführung in alle Projekte | Ab Monat 2 | Ingenieure nutzen Vorlagen und Prompts standardmäßig | Rückkehr zu alten Gewohnheiten ohne aktive Begleitung |
Häufige Einwände, und was dahintersteckt
„KI kann keine normkonformen Sicherheitshinweise schreiben.” KI allein, korrekt. KI mit der richtigen Norm als Kontext und einem Ingenieur, der prüft, machbar. Das System generiert die Struktur und Formulierungsvorschläge, der Ingenieur validiert Inhalte und unterschreibt. Die Verantwortung bleibt beim Menschen, die Arbeit wird geteilt.
„Unsere Kunden erwarten professionelle Dokumentation, die sieht man, wenn sie von KI kommt.” Wenn die KI-Vorlage professionell überarbeitet wird, sieht man es nicht. Was man sieht, ist schlechte Dokumentation, egal ob von KI oder von einem überarbeiteten Ingenieur unter Zeitdruck geschrieben. KI-Unterstützung erhöht die Mindestqualität, weil die Grundstruktur konsistent ist.
„Wir haben nur 5 Maschinen im Jahr, das lohnt sich nicht.” Rechne es einmal mit euren Zahlen durch. DeepL Individual und ChatGPT Plus zusammen kosten 30,49 Euro im Monat, also 365,88 Euro im Jahr. Dagegen steht der Dokumentationsaufwand für fünf Maschinen. Setz die Personentage aus eurer Zeiterfassung ein und euren internen Tagessatz: Bei 15 Personentagen und 500 Euro Tagessatz sind das 7.500 Euro, und dann muss die Unterstützung nur rund fünf Prozent davon einsparen, um sich zu tragen. Die Toolkosten sind in dieser Rechnung nie der Engpass, die Einführungszeit ist es.
Woran du merkst, dass das zu dir passt
- Technische Dokumentation entsteht bei euch regelmäßig unter Zeitdruck am Ende des Projekts.
- Ihr liefert Maschinen in mehr als zwei Länder und Übersetzungen sind ein spürbarer Kostenblock.
- Ingenieure verbringen mehr als 10 % ihrer Zeit mit Dokumentation statt Konstruktion.
- Bei Produktüberarbeitungen wird die bestehende Anleitung selten systematisch aktualisiert.
Wer noch nicht bereit ist:
- Ihr baut Einzelmaschinen als echte Unikate ohne Wiederholkomponenten, jede Anleitung ist ein Erstling ohne Vorlage.
- Sehr hohe CE-Sicherheitsanforderungen (ATEX, Medizinprodukte, Druckgeräte), KI-Unterstützung ist möglich, aber der Prüfaufwand ist proportional höher.
- Keine Kapazität, ein Fachterminologie-Glossar aufzubauen, ohne Glossar ist die Übersetzungsqualität zu inkonsistent für professionelle Anleitungen.
- Dokumentation ist bei euch kein Engpass und keine Kostenstelle, ein anderer Use Case hat mehr Hebel.
Das kannst du heute noch tun
Nimm eine fertige Betriebsanleitung, die ihr zuletzt erstellt habt, und einen laufenden Dokumentationsauftrag. Lass ChatGPT oder Claude einen Abschnitt generieren, vergib den gleichen Abschnitt gleichzeitig einem Ingenieur. Vergleiche nach einer Stunde.
Mitarbeiter:in
KI-Assistent
Quellen & Methodik
- Verordnung (EU) 2023/1230 über Maschinen (Maschinenverordnung): Artikel 54 „Sie gilt ab dem 14. Januar 2027”; Artikel 51 Absatz 2, die Richtlinie 2006/42/EG wird mit Wirkung vom 14. Januar 2027 aufgehoben; Artikel 52 Absatz 1, Produkte, die vorher nach der Richtlinie in Verkehr gebracht wurden, dürfen weiter bereitgestellt werden; Artikel 10 Absatz 7, Betriebsanleitung darf digital bereitgestellt werden, Papierform auf Verlangen innerhalb eines Monats kostenlos, Sprache vom jeweiligen Mitgliedstaat festgelegt; Anhang III Abschnitt 1.7.4 und 1.7.4.2, Betriebsanleitung und Mindestangaben (eur-lex.europa.eu, CELEX 32023R1230, abgerufen am 18.09.2026).
- Richtlinie 2006/42/EG (Maschinenrichtlinie), Anhang I Abschnitt 1.7.4, Betriebsanleitung als grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderung (eur-lex.europa.eu, CELEX 32006L0042, abgerufen am 18.09.2026).
- DIN EN IEC/IEEE 82079-1 (VDE 0039-1):2021-09, „Erstellung von Nutzungsinformationen (Gebrauchsanleitungen) für Produkte, Teil 1: Grundsätze und allgemeine Anforderungen”, Status gültig, Basis IEC/IEEE 82079-1:2019 (vde-verlag.de, abgerufen am 18.09.2026). Frühere Fassungen dieser Seite nannten „EN 82079-1:2020”, diese Bezeichnung gibt es so nicht.
- SCHEMA ST4, Produktseite von Quanos: KI-Module ST4 AI Jetpack, ST4 AI Writer, ST4 AI Translator und ST4 AI Language Factory, keine öffentlichen Preise (quanos.com, abgerufen am 18.09.2026).
- Paligo, Preisseite: Business ab 15.000 US-Dollar im Jahr mit 2 Autoren und 2 Sprachen, Enterprise auf Anfrage (paligo.net/pricing, abgerufen am 18.09.2026).
- Toolpreise für DeepL, ChatGPT, Microsoft 365 Copilot und CE-Copilot: Stand unserer Toolseiten, siehe DeepL , ChatGPT , Microsoft 365 Copilot und CE-Copilot .
- Nicht belegbar und deshalb nicht mehr auf dieser Seite: ein Anteil der Entwicklungskosten, der auf technische Dokumentation entfällt, Erstellungszeiten in Tagen je Anleitung, Übersetzungskosten in Euro je Sprache und ein Monatspreis für SCHEMA ST4. Frühere Fassungen nannten für alle vier Punkte Zahlen und beriefen sich auf eine VDMA-Benchmarkstudie, ein tekom-Jahrbuch und eigene Projekterfahrungen. Keine dieser Quellen ließ sich auffinden, und die Projekterfahrungen gibt es nicht.