Googles KI-Assistent — multimodal, tief in Workspace integriert, mit dem größten Kontextfenster der Top-Assistenten. Beste Wahl für Teams, die in Google Docs, Gmail und Sheets arbeiten — und für alle, die Veo-Videogenerierung und Deep Research im selben Abo wollen.
Kosten: Kostenlos (Gemini 2.5 Flash), Google AI Pro 21,99 EUR/Monat, Google AI Ultra ca. 274,99 EUR/Monat, Workspace Business-Pläne ab 14,40 EUR/Nutzer/Monat
Stärken
- Nahtlose Integration in Google Docs, Sheets, Gmail, Meet und Drive
- 1 Million Tokens Kontextfenster in Gemini 2.5 Pro — Spitzenwert im Markt
- Echte Multimodalität: Text, Bild, Audio, Video und YouTube-Links nativ
- Deep Research als Mehrstufen-Recherche-Agent in AI Pro enthalten
- Veo 3 / Veo 3.1 Videogenerierung in AI Pro und AI Ultra
- Gemini Live: Echtzeit-Sprach- und Video-Konversationen
- NotebookLM-Integration für Quellen-basierte Dokumentenarbeit
Einschränkungen
- Beim reinen Coding und differenzierten Schreiben weiterhin schwächer als Claude oder ChatGPT
- Datenhosting standardmäßig USA — EU-Region nur über Workspace Enterprise
- Kostenloser Plan auf Gemini 2.5 Flash begrenzt — kein 2.5 Pro, kein Veo
- Veo-3-Limits intransparent: tägliche Generierungskontingente werden ohne Vorwarnung angepasst
- Workspace-Vollintegration setzt bezahlten Workspace-Plan voraus
- Tiefe Verflechtung mit Google-Ökosystem — Vendor-Lock-in bei datentechnischer Trennung schwierig
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Dein Team arbeitet bereits in Google Workspace (Docs, Sheets, Gmail)
- Du willst KI direkt in Google-Anwendungen ohne Tool-Wechsel nutzen
- Du brauchst Videogenerierung (Veo 3) und Deep Research im selben Abo
- Du analysierst sehr lange Dokumente (bis 1 Million Tokens Kontext)
- Du arbeitest multimodal — Bilder, Audio, YouTube-Videos in einem Tool
Wann nein
- Du nutzt Microsoft 365 — dort ist Copilot besser integriert
- Du brauchst höchste Textqualität für anspruchsvolles deutsches Schreiben
- Du verarbeitest DSGVO-kritische Daten ohne Workspace-Enterprise-Setup
- Du willst beim Coding mit dem stärksten Modell arbeiten — dafür ist Claude Code bewährter
Kurzfazit
Gemini ist Googles Antwort auf ChatGPT — und nach den großen Versionssprüngen 2025 (Gemini 2.0 Flash im Februar, 2.5 Pro im März, 2.5 Flash im Juni) endgültig in der Top-Liga angekommen. Die Stärken liegen dort, wo Google strukturell gewinnt: tiefe Workspace-Integration, das größte Kontextfenster der Mainstream-Assistenten (1 Mio. Tokens), echte Multimodalität von Geburt an — und seit 2025 mit Veo 3 Videogenerierung, Deep Research und Gemini Live ein Funktionsumfang, den kein Wettbewerber im selben Abo bündelt. Bei reiner Textqualität und beim agentischen Coding bleibt Claude einen Tick voraus. Wer aber im Google-Ökosystem arbeitet oder multimodale Workflows fährt, findet bei Gemini das beste Gesamtpaket.
Für wen ist Gemini?
Google-Workspace-Teams: Der Hauptgrund, Gemini zu wählen. In Google Docs sitzt der Assistent in der Seitenleiste, in Gmail erscheinen Entwurfsvorschläge inline, in Sheets erstellt Gemini Pivot-Tabellen auf Befehl, und in Meet werden Meetings automatisch protokolliert und in Aktionspunkte überführt. Kein Copy-Paste, kein Tab-Wechsel — der Workflow bleibt geschlossen.
Forscher, Analysten, Juristen: Mit einem Kontextfenster von einer Million Tokens kann Gemini 2.5 Pro ganze Geschäftsberichte, Akten oder lange Vertragswerke am Stück verarbeiten. Wer regelmäßig Due Diligence, wissenschaftliche Recherche oder Dokumentenanalysen macht, bekommt damit einen handfesten Vorsprung gegenüber 200K-Modellen wie Claude oder GPT.
Researcher und Journalisten: Das Deep Research-Feature führt mehrstufige Recherchen durch — Gemini plant Suchanfragen, durchsucht Dutzende Quellen, fasst zusammen und liefert einen strukturierten Bericht. Im Google-AI-Pro-Plan enthalten und damit die günstigste seriöse Deep-Research-Funktion am Markt.
Kreative und Marketing-Teams: Wer mit Bildern, kurzen Videos und Audio arbeitet, bekommt mit Veo 3 (in AI Pro begrenzt, in AI Ultra umfangreich) eines der besten Videogenerierungsmodelle und mit Imagen die hauseigene Bildgenerierung. Multimodalität ist hier kein Nachzügler-Feature, sondern Architektur-Grundlage.
KMU mit Google-Infrastruktur: Viele kleine Unternehmen sind bereits auf Workspace. Gemini steckt dann ohne zusätzlichen Onboarding-Aufwand drin — entweder als Workspace-Komponente oder als persönliches Google-AI-Pro-Abo der Mitarbeitenden.
Weniger geeignet für: Microsoft-365-Anwender (dort ist Copilot tiefer eingebettet), Profis mit höchsten Ansprüchen an deutsche Textqualität und Stil (Claude ist hier vorn), Coder, die agentisches Arbeiten in Terminal und IDE wollen (Claude Code dominiert), sowie DSGVO-strenge Branchen ohne Workspace-Enterprise.
Preise im Detail
| Plan | Preis (EUR/Monat) | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Free | 0 | Gemini 2.5 Flash, Google-Suche integriert, multimodaler Input, einfaches Deep Research mit Tageslimit |
| Google AI Pro | 21,99 | Gemini 2.5 Pro, erweiterte Deep-Research-Limits, Veo 3 (begrenzt), Gemini Live, NotebookLM-Pro, 2 TB Google-One-Speicher, Gemini in Gmail/Docs/Calendar/Meet |
| Google AI Ultra | ca. 274,99 | Höchste 2.5-Pro-Limits inkl. Deep Think (experimentell), Veo 3 mit hohen Tageslimits, Gemini Code Assist, 30 TB Speicher, YouTube Premium, Project Mariner-Vorabzugang |
| Workspace Business Starter | ab 5,75 / Nutzer | Workspace + grundlegende Gemini-Funktionen (Smart Reply, Help me write) |
| Workspace Business Standard | ab 14,40 / Nutzer | Volle Gemini-Integration in allen Workspace-Apps, Meeting-Zusammenfassungen in Meet, Gemini in Sheets |
| Workspace Enterprise | Auf Anfrage | Erweiterte Gemini-Modelle, EU-Datenhosting verhandelbar, Audit-Logs, kein Training auf Unternehmensdaten, AVV |
Einordnung: Der Free-Plan ist deutlich besser geworden, seit Gemini 2.5 Flash dort verfügbar ist — für Alltagsfragen und einfache Dokumentenarbeit reicht das. Google AI Pro für 21,99 EUR ist der Sweetspot für Einzelnutzer: Du bekommst 2.5 Pro, Deep Research, Veo 3 und 2 TB Speicher in einem Abo, das in der Summe günstiger ist als ChatGPT Plus + Sora-Zugang einzeln. Google AI Ultra (rund 275 EUR/Monat) ist nur für Power-User sinnvoll, die täglich Videos generieren oder Deep Think intensiv nutzen — für die meisten KMU ist Pro überdimensioniert genug. Für Teams ist Workspace Business Standard die wirtschaftlichere Variante, weil Gemini dann pro Nutzer etwas günstiger und tiefer eingebettet ist.
Stärken im Detail
Workspace-Integration ohne Reibungsverlust. Gemini ist nicht „Tool neben Workspace”, sondern ein Teil davon. In Docs markierten Text umformulieren, kürzen, übersetzen — direkt in der Seitenleiste. In Gmail Antwortvorschläge inline. In Sheets Pivot-Tabellen aus Sprachbefehlen. In Meet automatisch transkribierte Notizen mit Aktionspunkten am Meeting-Ende. Der entscheidende Vorteil: kein Tab-Wechsel, kein Copy-Paste, der Kontext (das laufende Dokument, die laufende E-Mail-Konversation, das laufende Meeting) ist immer schon da.
Eine Million Tokens Kontextfenster — Spitze im Markt. Gemini 2.5 Pro verarbeitet bis zu 1 Mio. Tokens, das entspricht etwa 700.000 Wörtern oder einem umfangreichen Roman. ChatGPT und Claude liegen bei 200K. Für Analysten, die ganze Geschäftsberichte, lange Gesetzestexte oder Code-Repositorys auf einmal befragen wollen, ist das ein handfester struktureller Vorteil — nicht nur ein Benchmark-Wert.
Deep Research als Mehrstufen-Agent. Anders als eine normale Websuche plant Deep Research die Recherche in Etappen: Gemini formuliert Teilfragen, sucht parallel in Dutzenden Quellen, wertet aus, schließt Lücken, schreibt einen strukturierten Bericht — typischerweise 5 bis 15 Minuten Laufzeit für einen 10-bis-20-Seiten-Bericht mit Quellenverweisen. Das ist qualitativ eine andere Klasse als die Google-Suche-Integration im Standard-Chat. Im AI-Pro-Plan ist das die wahrscheinlich preiswerteste seriöse Deep-Research-Funktion am Markt.
Echte Multimodalität von Geburt an. Gemini wurde von Anfang an multimodal trainiert — Text, Bild, PDF, Audio, Video, YouTube-Links. Das ist nicht ein nachgerüsteter Vision-Adapter wie bei den ersten GPT-4-Versionen, sondern Architektur. Praktischer Effekt: Du kannst einen YouTube-Link einfügen und Fragen zum Inhalt stellen, ohne das Video herunterzuladen oder zu transkribieren. Audio-Aufnahmen werden direkt verstanden, nicht erst per Whisper umgewandelt.
Gemini Live — Echtzeit-Sprach- und Video-Konversationen. Im AI-Pro-Plan kannst du via Smartphone-App sprechen wie mit einem Mensch, und Gemini sieht dabei deinen Bildschirm oder deine Kamera. Praktisch für: Pair-Coding mit Sicht auf den Code, Alltagshilfe (Was ist das für eine Pflanze? Welcher Wein passt zu diesem Etikett?), Sprachtraining. Das Pendant zu ChatGPTs Advanced Voice — und in der Google-Variante mit nativer Bildschirm- und Kamera-Integration.
Veo 3 / Veo 3.1 Videogenerierung im Abo. Veo 3 erzeugt kurze Videos (bis 8 Sekunden, mittlerweile auch länger) mit synchronem Audio aus Textbeschreibungen. Im AI-Pro-Plan ist eine begrenzte Anzahl Generierungen pro Tag enthalten, in AI Ultra sind die Limits deutlich höher. Qualitativ liegt Veo 3 auf Augenhöhe mit OpenAI Sora — und Sora bekommst du nur mit ChatGPT Pro für 200 USD/Monat. Pro-Preis-Leistungsverhältnis hier eindeutig auf Googles Seite.
NotebookLM-Integration. NotebookLM — das eigene Quellen-basierte Recherche-Tool von Google — ist im AI-Pro-Plan mit erweiterten Limits enthalten. Während Gemini selbst der Generalist ist, übernimmt NotebookLM die strukturierte Arbeit an Dokumentensammlungen mit harten Quellenverweisen. Beide zusammen ergeben einen kompletten Recherche-Workflow.
Schwächen ehrlich betrachtet
Beim differenzierten deutschen Schreiben weiter hinter Claude. Bei längeren konzeptionellen Texten, anspruchsvollen Briefen oder stilistisch fordernden Aufgaben produziert Gemini Texte, die sich nach „solider KI” anhören — Claude Sonnet 4.5 oder ChatGPT 4o liefern oft den natürlicheren Ton. Die Lücke ist seit 2.5 Pro kleiner geworden, aber nicht verschwunden. Wer professionell mit Sprache arbeitet, sollte Gemini eher für Workspace-Tasks nutzen und für die finale Texterstellung Claude oder ChatGPT parallel führen.
Coding ist verbessert, aber Claude Code dominiert die Praxis. Gemini 2.5 Pro liegt auf SWE-Bench-Verified bei sehr ordentlichen Werten und ist für Refactoring und Code-Erklärungen brauchbar. Aber in der gelebten Entwickler-Realität — agentisches Arbeiten in IDE und Terminal — hat Claude Code 2025 das Rennen gemacht. Gemini Code Assist (in AI Ultra und Workspace Enterprise) ist solide, aber kein Marktführer.
Datenschutz im Standard- und Pro-Plan kritisch für Unternehmen. In den Consumer-Plänen kann Google Konversationsdaten zur Verbesserung der Dienste nutzen — ein Opt-out ist möglich, aber nicht Standard. Für vertrauliche Unternehmensdaten ist mindestens Workspace Business Standard mit aktivem Datenschutz Pflicht; für DSGVO-strenge Branchen (Recht, Medizin, Behörden) realistisch nur Workspace Enterprise mit explizit verhandelter EU-Datenverarbeitung.
Veo-3-Limits sind intransparent. Im AI-Pro-Plan sind Videogenerierungen „begrenzt”, ohne klar dokumentiertes Tageskontingent. Wir haben gesehen, dass die Limits sich mit der Last ändern — an stark nachgefragten Tagen reichen 3 Videos, an ruhigen Tagen 10. Wer Veo professionell einsetzen will, braucht realistisch AI Ultra für ca. 275 EUR/Monat.
Abhängigkeit vom Google-Ökosystem. Wer nicht Google Workspace nutzt, verliert das Hauptargument für Gemini. Als reiner Konsumentenchat ist es konkurrenzfähig, aber nicht überlegen. Und wer mit Gemini tief in Workspace einzieht, baut Datenabhängigkeit auf, die bei einem Wechsel später aufwendig zu trennen ist.
EU-Regulatorik bremst Funktionen. Mehrere Gemini-Features (zuletzt Gemini Live mit Bildschirm-Sharing, einzelne Veo-Funktionen) wurden in der EU mit Verzögerung oder eingeschränkt ausgerollt. Google ist im Umgang mit dem Digital Services Act und dem AI Act vorsichtiger als OpenAI — was rechtssicherer ist, aber Innovationszyklen für EU-Nutzer verlängert.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Microsoft 365 verwendest und KI integrieren willst | Microsoft 365 Copilot |
| Höchste Textqualität für anspruchsvolles Schreiben brauchst | Claude |
| Allround-Assistent mit großem Plugin-Ökosystem suchst | ChatGPT |
| Tiefe Quellen-basierte Dokumentenarbeit brauchst | NotebookLM |
| Recherche mit transparenter Quellenangabe willst | Perplexity |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Mistral Le Chat (französische Alternative mit EU-Hosting) für DSGVO-bewusste Workflows. Geminis Position ist nicht „der beste KI-Assistent”, sondern „der beste KI-Assistent für Google-Workspace-Anwender” plus „bestes Preis-Leistungs-Verhältnis bei Multimodalität”. Wer Workspace nicht nutzt, sollte mit ChatGPT oder Claude vergleichen.
So steigst du ein
Schritt 1: Kostenlos auf gemini.google.com starten. Melde dich mit deinem Google-Account an — keine Kreditkarte, kein Setup. Wenn du Workspace nutzt, prüfe parallel, was schon eingebettet ist: Sternsymbol in Google Docs, „Hilfe beim Schreiben” in Gmail, Gemini-Tab in Meet. Stelle 10 echte Arbeitsfragen statt Spielereien — das gibt dir den realistischen Eindruck.
Schritt 2: Deep Research und 2.5 Pro im Pro-Plan testen. Wer den Free-Plan zwei Wochen ernsthaft nutzt und das Limit spürt, sollte AI Pro einen Monat probieren. Konkrete Aufgabe: Lass Deep Research einen Markt-, Wettbewerber- oder Technologie-Bericht erstellen — das Ergebnis ist der beste Indikator, ob 22 EUR/Monat sich lohnen. Parallel ein 200-Seiten-Dokument in 2.5 Pro analysieren, um den Kontext-Vorteil zu fühlen.
Schritt 3: Workspace-Integration richtig nutzen. Wer Pro hat, sollte aktiv die Inline-Features ausprobieren: in Sheets per Sprache eine Pivot-Tabelle bauen lassen, in Gmail einen längeren E-Mail-Faden zusammenfassen lassen, in Meet die automatische Aktionspunkt-Liste am Meeting-Ende mitschicken lassen. Diese Features sind das, was Gemini von ChatGPT unterscheidet — wer sie nicht nutzt, zahlt für ein schwächeres ChatGPT.
Ein konkretes Beispiel
Ein KMU-Marketingteam in Frankfurt (12 Personen) ist auf Google Workspace und hat im April 2026 alle Mitarbeitenden auf Google AI Pro umgestellt — 22 EUR pro Person, 264 EUR/Monat im Team. Konkreter Workflow: Jeden Montag startet Gemini Deep Research auf das Thema „Wettbewerber-Aktivität letzte Woche” und liefert bis Dienstag morgen einen 12-Seiten-Bericht mit Quellen. Die Marketingleitung plant daraus die Themenwoche. In Google Docs erstellt das Content-Team aus 200-Wort-Briefings 800-Wort-Rohfassungen, die anschließend in einem zweiten Schritt durch Claude Pro für die finale Tonalität laufen. Für Social-Media-Kurzvideos werden ein bis zwei Veo-3-Generierungen pro Woche produziert — das ersetzt nicht die Agentur, aber spart die Kosten für drei bis vier Animationen im Monat. Die wöchentliche Meet-Status-Runde läuft mit automatischen Gemini-Notizen, die Aktionspunkte landen direkt als Aufgaben in Google Tasks. Geschätzte Zeitersparnis: rund 90 Minuten pro Person und Woche — bei 12 Personen rund 18 Stunden, also mehr als zwei Personentage.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting Consumer (Free, AI Pro, AI Ultra): Standard in Google-Rechenzentren weltweit, mit US-Anteil. Keine garantierte EU-Region.
- Datenhosting Workspace Business/Enterprise: Datenresidenz in der EU verhandelbar (Workspace Enterprise mit „Data Regions”-Option), Standardpläne speichern global.
- Datennutzung: Im kostenlosen und AI-Pro-Plan kann Google Konversationen zur Produktverbesserung und für menschliche Überprüfung nutzen — Opt-out unter myactivity.google.com/product/gemini möglich, aber nicht voreingestellt.
- Workspace Business/Enterprise: Keine Datennutzung für Modell-Training, keine menschliche Einsicht, DSGVO-Konformität, AVV verfügbar.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Über Workspace-Lizenzen Standard, für Consumer-Pläne nicht verfügbar.
- Datenlöschung: Über die Gemini-Aktivitäten-Seite manuell, automatische Löschung nach konfigurierbaren Zeiträumen (3, 18, 36 Monate).
- Empfehlung für Unternehmen: Mindestens Workspace Business Standard für Unternehmensdaten. Vertrauliche oder personenbezogene Daten niemals im kostenlosen oder AI-Pro-Plan eingeben. Branchen mit Berufsgeheimnis (Recht, Medizin, Steuer) sollten Workspace Enterprise mit aktiver EU-Datenresidenz verhandeln und eine Datenschutz-Folgenabschätzung dokumentieren.
Gut kombiniert mit
- NotebookLM — Gemini übernimmt schnelle Chat- und E-Mail-Aufgaben, NotebookLM die quellengetreue Recherche an dauerhaften Dokumentenbeständen. Beide sind im AI-Pro-Plan enthalten und teilen das Google-Drive-Backend.
- Claude — Gemini erledigt Workspace-Tasks und Multimodalität, Claude übernimmt anspruchsvolles Schreiben und ernsthaftes Coding. Klassisches Zwei-Tool-Setup für Wissensarbeiter.
- DeepL — Gemini für Textentwürfe und Zusammenfassungen, DeepL für professionelle Übersetzungen mit hoher sprachlicher Präzision (besonders bei Recht, Marketing und Vertragstexten).
Unser Testurteil
Gemini verdient 4 von 5 Sternen. Mit der 2.5-Familie und den 2025er Feature-Sprüngen (Deep Research, Veo 3, Gemini Live, Deep Think) ist Gemini in der Top-Liga angekommen — und in zwei Disziplinen führend: Workspace-Integration und Preis-Leistungs-Verhältnis bei Multimodalität. Das 1-Mio-Tokens-Kontextfenster ist ein echter struktureller Vorteil, Veo 3 im 22-EUR-Abo ist konkurrenzlos günstig, Deep Research liefert seriöse Mehrstufen-Recherche. Den fünften Stern verliert Gemini durch die weiterhin spürbare Schwäche bei deutschem Schreibstil gegenüber Claude, das intransparente Limit-Verhalten in AI Pro, die fehlende EU-Region in Consumer-Plänen und die Tatsache, dass das Hauptargument (Workspace-Integration) für Microsoft-365-Anwender keines ist. Innerhalb des Google-Ökosystems ist Gemini die klare Nummer 1 — außerhalb bleibt es ein starkes, aber nicht alternativloses Angebot.
Was wir bemerkt haben
- Februar 2024 — Google hat den Assistenten von „Bard” in „Gemini” umbenannt. Wer noch „Bard” googelt, meint jetzt Gemini.
- August 2024 — Gemini Live (Echtzeit-Sprachkonversation) wird vorgestellt — direkter Konter zu ChatGPT Advanced Voice. EU-Verfügbarkeit folgte mit Verzögerung.
- Dezember 2024 — Deep Research wird als Mehrstufen-Recherche-Agent in Gemini Advanced eingeführt. Liefert 10-bis-20-Seiten-Berichte mit Quellen statt einfacher Suchergebnisse.
- Februar 2025 — Gemini 2.0 Flash wird allgemein verfügbar (5. Februar). Deutlich schneller als 1.5 Pro, mit nativer Tool-Nutzung und besserer Multimodalität.
- März 2025 — Gemini 2.5 Pro erscheint (25. März) als „Thinking Model” mit Reasoning-Schritten vor der Antwort. SOTA auf Humanity’s Last Exam (18,8 % ohne Tools) und SWE-Bench Verified (63,8 %) — Coding-Sprung gegenüber 1.5.
- Mai 2025 — Auf der Google I/O wird Veo 3 vorgestellt: Videogenerierung mit synchronem Audio. Erstmals in einem Mainstream-Abo (Google AI Pro) enthalten — Sora bleibt bis dahin auf ChatGPT Pro für 200 USD beschränkt.
- Mai 2025 — Google AI Ultra wird als neuer Top-Plan eingeführt (USA: $249,99/Monat, Deutschland später ca. 274,99 EUR). Enthält Deep Think (experimentell), höchste Veo-3-Limits, 30 TB Speicher, YouTube Premium und Project-Mariner-Vorabzugang.
- Juni 2025 — Gemini 2.5 Flash wird allgemein verfügbar — die schnelle, günstigere Variante mit kontrollierbarem „Thinking Budget” für Entwickler. Ersetzt 2.0 Flash in vielen Workflows.
- 2025 — „Google One AI Premium” wurde umbenannt in „Google AI Pro”. Preis blieb in Deutschland bei 21,99 EUR/Monat. Der inkludierte Google-One-Speicher wurde auf 2 TB normalisiert (statt der zwischenzeitlich beworbenen 5 TB) — wer höhere Speicher-Stufen will, kombiniert mit separaten Google-One-Tarifen.
- Mai 2026 — Gemini-3-Modellfamilie ist auf den Plan-Übersichtsseiten sichtbar (Gemini 3.1 Pro, Veo 3.1). Die Features wachsen schneller, als dieser Artikel sie nachhalten kann — aktuelle Modellbezeichnungen im kostenlosen Plan ändern sich teils wöchentlich. Die Architektur (Free → AI Pro → AI Ultra → Workspace) bleibt aber stabil.
- Mai 2026 — Eine native EU-Region für Gemini-Consumer-Pläne gibt es weiterhin nicht. EU-Datenresidenz nur über Workspace Enterprise mit aktivierten „Data Regions”. Diese Lücke ist seit zwei Jahren unverändert und ein Grund, warum DSGVO-strenge Branchen Gemini nur über Workspace einsetzen sollten.
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