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Unternehmensberatung dokumentationprojekteffizienz

Projektdokumentation automatisieren

KI erstellt automatisch Projektdokumentationen aus Meeting-Notizen, E-Mails und Arbeitsergebnissen. Berater dokumentieren weniger und arbeiten mehr.

Worum geht's?

Es ist Donnerstag, 18:42 Uhr.

Lena ist Consultant bei einer Münchener Boutique-Beratung. Seit sieben Stunden sitzt sie im Kunden-Office. Das Workshop-Ergebnis ist gut — drei Stunden fundierter Diskussion, klare Entscheidungen, ein Pfad nach vorne. Jetzt, wo der Kunde nach Hause gegangen ist, beginnt der Teil, auf den sie am wenigsten gewartet hat: das Aufschreiben.

Das Arbeitspaket-Log. Das Protokoll mit den offenen Punkten. Der Zwischenbericht für den Projektleiter. Der Status für den Kunden, der morgen früh raus soll.

Lena schätzt: vier Stunden. Vielleicht fünf, wenn sie alles sauber haben will.

Das ist kein Ausnahmetag. Das ist jede Projektwoche — rund zwanzig Prozent ihrer abrechenbaren Zeit fließt in Dokumentation. Nicht in Analyse. Nicht in Empfehlungen. Nicht in das, wofür Kunden eigentlich zahlen. Sondern in das Aufschreiben von Dingen, die in ihrem Kopf bereits fertig sind.

Das echte Ausmaß des Problems

Unternehmensberatung ist wissensintensiv — und genau deshalb ist die Dokumentationslast in kaum einer anderen Branche so spürbar. Jedes Projekt produziert eine Flut von Artefakten: Kick-off-Protokolle, Statusberichte, After-Action-Reviews, Arbeitspaketlogs, Projektabschlussberichte. In größeren Projekten kommen Lenkungskreis-Unterlagen, Risikoregister und Change-Requests dazu.

Studien aus dem Beratungsumfeld zeigen konsistent: 15 bis 25 Prozent der Beraterzeit entfällt auf Dokumentationsaufgaben — Zeit, die nicht abgerechnet wird oder auf Kosten der Projektqualität geht. Bei einem typischen Tagesatz von 1.200 bis 2.000 Euro bedeutet das: Pro Berater und Jahr verschwinden 60.000 bis 100.000 Euro potenziell abrechenbarer Leistung in Protokollen, Berichten und Aktennotizen. Das ist kein Effizienzproblem, das sich durch bessere Selbstorganisation löst — es ist strukturell.

Was die Situation verschärft:

  • Konsistenz leidet bei hoher Auslastung. Was ein erfahrener Senior schreibt, sieht anders aus als was ein Junior-Consultant unter Zeitdruck produziert. Das Team-interne Qualitätsniveau schwankt, obwohl dasselbe Format gilt.
  • Wissen verteilt sich auf viele Kanäle. Meeting-Notizen landen in Outlook, Entscheidungen in Teams-Chats, To-Dos in Jira oder Asana, Präsentationsergebnisse in PowerPoint-Dateien. Ein vollständiges Protokoll aus diesen Quellen zusammenzustellen kostet Zeit.
  • Doppelarbeit ist systemisch. Derselbe Sachverhalt wird für das interne Update, den Kunden-Statusbericht und die Projektakte drei Mal in leicht abgewandelter Form geschrieben.

Mit vs. ohne KI — ein ehrlicher Vergleich

KennzahlOhne KIMit KI-Dokumentation
Zeit für Meeting-Protokoll (60 Min. Workshop)60–90 Minuten10–20 Minuten
Wochenbericht schreiben (Statusbericht)60–120 Minuten15–25 Minuten
Projektabschlussbericht erstellen4–8 Stunden1–2 Stunden
Konsistenz der DokumentationAbhängig vom AutorEinheitliches Format
Zeitaufwand Dokumentation / Gesamtprojekt15–25 %5–8 %

Erfahrungswerte aus Projekten mit KI-gestützter Dokumentation in mittelgroßen Beratungseinheiten (Stand April 2026). Individuelle Abweichungen möglich.

Der Effekt auf die Abrechenbarkeit ist direkt und präzise messbar: Wer zwei Stunden täglich weniger dokumentiert und diese Zeit in abrechenbare Arbeit umwandelt, verbessert die persönliche Auslastungsquote messbar — der wichtigste operative KPI in jeder Beratung.

Einschätzung auf einen Blick

Zeitersparnis — sehr hoch (5/5) Dokumentation trifft jedes Projekt, jeden Tag, jeden Berater. Es gibt keinen Anwendungsfall in dieser Kategorie, der so konstant Zeit spart — nicht einmal Kundenpräsentationen, die pro Stück mehr einsparen, aber seltener anfallen. Wer 15–25 Prozent der täglichen Arbeitszeit zurückgewinnt, spürt das unmittelbar.

Kosteneinsparung — sehr hoch (5/5) In der Beratung ist Zeit direkt Geld: mehr abrechnungsfähige Stunden oder weniger Überstunden. Bei einem Berater-Stundensatz von 150–250 Euro und 200–400 eingesparten Dokumentationsstunden pro Jahr ergibt sich ein Deckungsbeitragseffekt von 30.000 bis 100.000 Euro. Nur wenige betriebliche KI-Anwendungen haben eine so direkte Verbindung zum Geschäftsergebnis.

Schnelle Umsetzung — mittel (3/5) Das liegt nicht am technischen Aufwand des Tools selbst, sondern an der Abstimmungsarbeit drum herum: Welches Format sollen Protokolle haben? Wer validiert KI-generierte Inhalte vor dem Versand? Wie werden Meeting-Aufzeichnungen oder Transkripte sicher abgelegt? Diese Fragen brauchen 4–8 Wochen Pilotarbeit, bevor das System stabil läuft. Schneller als Marktanalyse-KI einzuführen, aber aufwändiger als die Präsentationsunterstützung.

ROI-Sicherheit — sehr hoch (5/5) Wenige KI-Einsätze lassen sich so präzise nachmessen. Du weißt vorher, wie viele Stunden ein Projektbericht kostet. Du misst nachher, wie viele es noch sind. Der Unterschied ist direkt einer Abrechnung zuordenbar — ohne die Zurechnungsprobleme, die etwa bei Marktanalyse-KI auftreten.

Skalierbarkeit — sehr hoch (5/5) Einmal aufgesetzt, gilt dasselbe System für fünf Berater wie für fünfzig. Die Templates, Prompts und Workflows sind übertragbar — keine proportional steigenden Einrichtungskosten pro Person. Großkanzleien und Big-4-Einheiten führen dasselbe Modell ein, das eine Boutique-Beratung nutzt.

Richtwerte — stark abhängig von Projektart, Dokumentationsstandards und genutzten Quellsystemen.

Was KI-Dokumentation konkret macht

Das System funktioniert in drei Schritten:

Schritt 1: Rohdaten erfassen. Das kann ein Transkript eines Workshop-Meetings sein, eine Sammlung von E-Mails, handschriftliche Notizen (OCR-konvertiert) oder exportierte Jira-Tickets. Wichtig: Das KI-System erstellt nichts aus dem Nichts — es arbeitet mit dem, was bereits vorhanden ist.

Schritt 2: Strukturieren nach Template. Ein Large Language Model (LLM) wendet das vorgegebene Dokumentationsformat an — Projektprotokoll, Wochenstatus, After-Action-Review — und befüllt die Abschnitte aus den Rohdaten. Offene Punkte werden als solche gekennzeichnet, Entscheidungen als Entscheidungen, Risiken als Risiken.

Schritt 3: Berater prüft und freigibt. Das generierte Dokument ist ein Draft, kein Enddokument. Der Berater liest korrektur, fügt Nuancen ein, löscht Halluziniertes — das dauert typischerweise 10–20 Minuten statt 60–90 Minuten.

Was dabei passiert ist keine Magie, sondern Generative KI mit kontextuellen Inputs: Das Modell hat keine Projektkenntnisse — es hat nur das, was du ihm gibst. Je präziser das Transkript oder die Notizen, desto besser die Ausgabe. Je klarer das Template, desto konsistenter das Ergebnis.

Was KI hier nicht kann

KI kann keine strategischen Einschätzungen oder inhaltlichen Bewertungen liefern, die im Meeting nicht explizit geäußert wurden. Wenn ein Berater das Gefühl hat, dass hinter einem Kundenkommentar ein tieferes Problem steckt, das nicht ausgesprochen wurde — das landet nicht im Protokoll, weil es im Transkript nicht vorkommt. Der Berater bleibt der inhaltliche Qualitätsgeber.

Konkrete Werkzeuge — was wann passt

Jamie — Die empfohlene Wahl für Kundenmeetings in deutschen Beratungen. Kein sichtbarer Bot-Teilnehmer, Datenhaltung in Deutschland, tadellose deutsche Transkriptionsqualität. Jamie transkribiert das Meeting und erstellt automatisch eine strukturierte Zusammenfassung mit Entscheidungen und To-Dos. Für die Consulting-Praxis ideal, weil der Bot nicht im Raum sichtbar ist — das ist bei Kundenmeetings oft nicht verhandelbar. Kostenlos bis 10 Meetings/Monat, danach ab 25 €/Monat.

tl;dv — Für Teams, die vorwiegend remote über Zoom oder Teams arbeiten. Stärker als Jamie bei Video-Clip-Funktionalität: Wichtige Passagen können als kurze Clips direkt an Kollegen verschickt werden — ohne die komplette Aufzeichnung. EU-gehostet, freemium. Weniger geeignet, wenn Kunden keinen Bot-Teilnehmer akzeptieren.

Microsoft 365 Copilot — Wer bereits tief in der Microsoft-Welt arbeitet (Teams, Word, Outlook), bekommt mit Copilot eine direkt eingebettete Dokumentationshilfe. Copilot erstellt Meeting-Zusammenfassungen aus Teams-Recordings, formuliert E-Mail-Drafts aus Meetings und hilft beim Schreiben von Berichten in Word. Ca. 30 €/Person/Monat zusätzlich zu bestehender M365-Lizenz. Für Teams mit mehr als 15 Personen, die bereits M365 nutzen, oft die beste Integration.

ChatGPT oder Claude als Dokumentationsgenerator — Ohne feste Integration, aber flexibel: Transkript oder Notizen ins Chat-Interface einfügen, Dokumentations-Prompt anwenden, fertig. Eignet sich gut für Pilotprojekte und kleine Teams, die keine Tool-Investition wollen. Nachteil: Kein dauerhaftes Gedächtnis, kein automatischer Workflow, manueller Copy-Paste.

Zusammenfassung:

  • Kundenmeetings mit DSGVO-Anforderungen → Jamie
  • Remote-Teams mit Clip-Bedarf → tl;dv
  • M365-Ökosystem vorhanden → Microsoft 365 Copilot
  • Kleines Team, Piloteinstieg → ChatGPT oder Claude manuell

Datenschutz und Datenhaltung

Meeting-Transkripte und Projektdokumente enthalten regelmäßig vertrauliche Informationen: Geschäftszahlen des Kunden, Projektstrategien, personenbezogene Daten von Ansprechpartnern. Bevor ein solches System produktiv geht, sind drei DSGVO-relevante Schritte Pflicht:

1. AVV mit dem Tool-Anbieter. Art. 28 DSGVO verlangt einen Auftragsverarbeitungsvertrag, wenn ein Dienstleister personenbezogene Daten verarbeitet. Jamie und tl;dv stellen diese Verträge bereit — du musst sie aktiv anfordern und unterzeichnen.

2. Einwilligung der Meeting-Teilnehmenden. Wer ein Meeting aufzeichnet oder transkribiert, muss alle Teilnehmenden vorher informieren und deren Einwilligung einholen — auch externe Kunden. Das Fehlen dieser Einwilligung kann teuer werden. Praktisch: Standardtext in Meeting-Einladungen aufnehmen.

3. Datenhaltung prüfen. Jamie und tl;dv sind EU-gehostet. Fireflies.ai speichert in den USA — für viele Beratungsmandate ist das ausgeschlossen. Microsoft 365 Copilot kann über das EU Data Boundary-Programm konfiguriert werden. Prüfe das vor dem Rollout, nicht danach.

Für besonders sensible Mandate (M&A, Due Diligence, strategische Planung) empfiehlt sich ein lokaler Ansatz: Whisper als Open-Source-Transkriptionsmodell läuft auf der eigenen Infrastruktur — kein Drittanbieter sieht die Daten. Das erfordert technische Unterstützung, ist aber die einzige Option mit vollständiger Datenkontrolle.

Was es kostet — realistisch gerechnet

Einmalige Einrichtungskosten

  • Template-Entwicklung (Protokoll, Status, AAR, Abschlussbericht): 2–3 Tage intern
  • Pilotphase mit einem Berater: 2–4 Wochen
  • Rollout auf das Team + Training: 1–2 Tage

Laufende Kosten (monatlich)

  • Jamie Pro: 47 €/Person/Monat (unbegrenzt)
  • tl;dv Business: ca. 59 USD/Person/Monat
  • Microsoft 365 Copilot: ca. 30 €/Person/Monat (zusätzlich zur M365-Lizenz)
  • ChatGPT Plus: 20 USD/Person/Monat (manueller Workflow, kein Auto-Transcription)

Konservative ROI-Rechnung Annahme: 5-köpfiges Berater-Team, je 180 Dokumentationsstunden/Jahr eingespart, Stundensatz intern 100 € (Kostensatz, nicht Umsatz):

  • Eingesparte Stunden: 900 h/Jahr
  • Wert der freigewordenen Zeit: 90.000 €
  • Werkzeugkosten: ca. 3.000 €/Jahr (Jamie Pro, 5 Personen)
  • Netto-Vorteil konservativ: 85.000–90.000 € im ersten Jahr

Das ist die konservative Rechnung. Wenn diese Zeit in abrechenbare Stunden umgewandelt wird, verdoppelt sich der Effekt.

Wie du den Nutzen misst Messe vor dem Rollout: Wie viele Minuten dauert ein Standardprotokoll? Wie lange ein Wochenstatus? Dann messe nach vier Wochen neu. Die Differenz multipliziert mit dem internen Stundensatz ist dein ROI. Kein Tool der Welt liefert dir eine präzisere Messung.

Vier typische Einstiegsfehler

1. Zu viele Quellen auf einmal zusammenführen wollen. Der erste Impuls: alles automatisieren — Transkript plus E-Mails plus Jira-Tickets plus die Handnotizen vom Whiteboard. In der Praxis erzeugt das zunächst überladene, unstrukturierte Entwürfe. Besser: Mit einer Quellart anfangen, das Ergebnis stabilisieren, dann erweitern. Wer mit Meeting-Transkripten beginnt, hat nach zwei Wochen ein funktionierendes System — bevor er E-Mails und Ticket-Exporte dazu nimmt.

2. Das generierte Dokument ungeprüft versenden. KI-Dokumentation ist ein Draft, kein Enddokument. Das klingt trivial, wird aber regelmäßig unterschätzt. Halluzinationen sind selten, aber möglich — besonders wenn das Transkript unvollständig war oder der Bot einen Teil des Gesprächs nicht gehört hat. Ein generierter Protokollpunkt, der faktisch nicht stimmte, untergräbt das Vertrauen des Kunden nachhaltig. Die Lösung: Vier-Augen-Prinzip einführen, bis das Team ein sicheres Gefühl für die typische Fehlerrate hat.

3. Keinen Dokumentationsstandard definieren, bevor die KI losläuft. Wenn vier Berater vier verschiedene Vorstellungen davon haben, was in ein Projektprotokoll gehört, produziert die KI vier verschiedene Versionen. Der erste Schritt ist kein Tool-Rollout, sondern eine halbtägige Workshop-Runde: Wie sieht unser Standard-Protokoll aus? Was gehört in einen Wochenstatus, was nicht? Diese Entscheidungen müssen vor dem KI-Einsatz getroffen werden — die KI macht sie nur konsequenter.

4. Die Pflege des Prompts vernachlässigen. Nach drei bis sechs Monaten ändert sich die Realität: Neue Kundentypen, neue Projektformate, neue interne Anforderungen. Der initiale Prompt passt nicht mehr perfekt. Wer ihn nie anpasst, bekommt zunehmend generische Ergebnisse. Mindestens einmal pro Quartal sollte jemand die Prompt-Sammlung prüfen und aktualisieren. Das ist organisatorische Arbeit, keine technische — und sie muss explizit in der Zuständigkeit einer Person liegen.

Was mit der Einführung wirklich passiert

Die häufigste Reaktion in der ersten Woche: Begeisterung bei den Junioren, Skepsis bei den Seniors.

Junioren verbringen unverhältnismäßig viel Zeit mit Dokumentation — sie machen den “Schreibdienst” für das ganze Projekt. Die Entlastung ist für sie sofort spürbar.

Erfahrene Berater haben Jahrzehnte investiert, um ihren Dokumentationsstil zu entwickeln. Ein generiertes Dokument, das nicht “wie von mir” klingt, fühlt sich falsch an — auch wenn es sachlich korrekt ist. Was hilft: Deutlich machen, dass der Berater immer noch Autor ist. Die KI liefert den Entwurf, der Berater gibt dem Dokument seine Handschrift. Das ist keine Kapitulation vor einem Algorithmus — es ist Delegation von Routinearbeit.

Was konkret hilft:

  • Rollout mit einem freiwilligen Pilot-Team starten, das Interesse hat — nicht mit Zwang
  • Wöchentliche 15-Minuten-Feedback-Runde in den ersten vier Wochen: Was fehlt im Prompt? Was ist gut? Was geht schief?
  • Nach acht Wochen offiziell evaluieren: Zeige konkrete Zeitdaten dem Team. Zahlen überzeugen dort, wo Argumente nicht ankommen.
  • Klar kommunizieren: Das System enthebt niemanden der inhaltlichen Verantwortung — es reduziert nur den Tipper-Aufwand.

Realistischer Zeitplan mit Risikohinweisen

PhaseDauerWas passiertTypisches Risiko
Standard-DefinitionWoche 1Dokumentationsformate festlegen, Templates erstellenEinigung dauert länger als erwartet — zu viele Meinungen, zu wenig Entscheidungszeit
Tool-Auswahl & SetupWoche 2–3Tool-Test mit einem Berater, AVV abschließen, Datenschutz klärenDSGVO-Fragen blockieren den Start — Anwalt früh einbinden
PilotphaseWoche 3–6Ein Berater im echten Projekt, Prompt iterierenOutput-Qualität schwankt — Transkript-Qualität verbessern statt Prompt optimieren
Team-RolloutWoche 7–10Schulung, Prompts verteilen, Feedback-System einrichtenSeniors adoptieren nicht — frühzeitig einbinden statt überstülpen
StabilisierungWoche 10–12Messung der Zeitersparnis, Anpassung der PromptsMessung nicht gemacht — Grundlage für Weiterentwicklung fehlt

Häufige Einwände — und was dahintersteckt

„Ich schreibe meine Protokolle lieber selbst — ich kenne den Kontext am besten.” Stimmt. Die KI kennt nur das Transkript, du kennst das gesamte Projektgefüge. Deshalb bleibt der Berater Autor — die KI macht den Erstentwurf. Konkret: 20 Minuten KI-Entwurf prüfen und ergänzen statt 90 Minuten tippen. Der Kontext-Vorteil bleibt bei dir.

„Kunden werden das merken — die Texte klingen zu generisch.” Nur wenn du den Erstentwurf unbearbeitet absendest. In der Praxis gibt jeder Berater dem Text seinen eigenen Ton in der Korrekturrunde. Außerdem: Kunden reagieren empfindlicher auf unvollständige oder fehlerhafte Protokolle als auf “klingt ein bisschen generisch”. Konsistenz und Vollständigkeit schlagen persönlichen Stil.

„Was ist, wenn die KI etwas falsch dokumentiert?” Das passiert — selten, aber es passiert. Der Kontrollmechanismus ist derselbe, den du ohnehin brauchst: Ein Berater liest das Protokoll, bevor es rausgeht. Der Unterschied: Du liest einen Draft in 15 Minuten, den du vorher selbst in 90 Minuten geschrieben hättest.

Woran du merkst, dass das zu dir passt

  • Dein Team wiederholt denselben Schreibaufwand in jedem Projekt — Meeting-Protokoll, Wochenstatus, Abschlussbericht — ohne dass jemand grundlegend über das Format nachdenkt
  • Junioren verbringen mehr als ein Drittel ihrer Zeit mit Dokumentationsarbeit, die keine inhaltliche Qualität von ihnen verlangt
  • Ihr habt einen Dokumentationsstandard, der aber inkonsistent gelebt wird — weil unter Zeitdruck jeder sein eigenes Format nutzt
  • Dein Team arbeitet remote oder hybrid und verwendet Meeting-Transkription bereits für Teams oder Zoom — der nächste Schritt zu strukturierten Protokollen ist klein

Wann es sich (noch) nicht lohnt — drei harte Ausschlusskriterien:

  1. Kein Dokumentationsstandard vorhanden. Wenn noch nicht einmal klar ist, was in ein Protokoll gehört, wird die KI diese Unklarheit multiplizieren — nicht lösen. Erst Standard definieren, dann automatisieren.

  2. Projekte sind zu kurz oder zu unstrukturiert. Einzel-Workshops, Ad-hoc-Beratungen ohne Projektstruktur — der Einrichtungsaufwand für Templates amortisiert sich erst ab einer gewissen Projekttiefe. Für gelegentliche Einzelberatungen ist ein gut kalibrierter ChatGPT-Prompt ausreichend.

  3. Kunden verbieten Meeting-Aufzeichnungen oder Transkriptionen. In sensiblen Branchen (BaFin-regulierte Häuser, Krankenhäuser, Behörden) ist Transkription oft explizit ausgeschlossen. Das bedeutet nicht, dass KI gar nicht hilft — aber der einfachste Input-Kanal (Audio-Transkript) entfällt, und der Workflow wird manueller.

Das kannst du heute noch tun

Öffne Jamie — kostenlos, kein sichtbarer Bot, EU-Daten. Installiere die Desktop-App und nimm dein nächstes internes Meeting auf. Anschließend kannst du die automatische Zusammenfassung mit dem folgenden Prompt weiterverarbeiten:

Projektprotokoll aus Meeting-Transkript
Du bist der Dokumentations-Assistent von [BERATUNGSUNTERNEHMEN]. Ich gebe dir ein Meeting-Transkript oder strukturierte Notizen. Erstelle daraus ein professionelles Projektprotokoll nach folgendem Format: **PROJEKTPROTOKOLL** Datum: [Datum] Projekt: [PROJEKTNAME] Teilnehmende: [Liste aus dem Transkript] **Zusammenfassung (3–5 Sätze)** Was war das Ziel des Meetings? Was wurde erreicht? **Besprochene Themen** 1. [Thema + wesentlicher Inhalt] 2. ... **Entscheidungen** - [Entscheidung 1 — wer hat entschieden?] - ... **Offene Punkte / Action Items** | # | Aufgabe | Verantwortlich | Fälligkeit | |---|---------|----------------|------------| | 1 | [Aufgabe] | [Person] | [Datum] | **Nächste Schritte** - [Nächstes Meeting / nächste Meilensteine] --- Erstelle das Protokoll ausschließlich aus dem gegebenen Material. Wenn du etwas nicht aus dem Transkript entnehmen kannst, schreibe "[bitte ergänzen]" statt zu raten. [TRANSKRIPT ODER NOTIZEN HIER EINFÜGEN]
Funktioniert mit ChatGPT, Claude, Jamie (direkt), Microsoft 365 Copilot
Beispiel-Ausgabe

Mitarbeiter:in

Workshop-Transkript, 45 Minuten. Teilnehmer: Lena (Beratung), Dr. Müller (CFO Kunde), Carsten (IT-Leiter Kunde). Thema: ERP-Systemauswahl Vorphase. Entschiedene Punkte: S/4 HANA wird als Primäroption priorisiert, Entscheidung bis 15. Mai. Carsten evaluiert externe Schnittstellen bis 30. April.

KI-Assistent

PROJEKTPROTOKOLL Datum: 22. April 2026 Projekt: ERP-Systemauswahl — Vorphase Teilnehmende: Lena Weber (Beratung), Dr. Klaus Müller (CFO), Carsten Becker (IT-Leiter) Zusammenfassung Im Workshop zur ERP-Systemauswahl wurde SAP S/4 HANA als Primäroption für die weitere Evaluation priorisiert. Die Entscheidungsgrundlage soll bis 15. Mai vorliegen. Offene Fragen zur Systemintegration werden parallel von der IT bearbeitet. Entscheidungen - SAP S/4 HANA wird als Vorzugsoption in die detaillierte Evaluation genommen Offene Punkte / Action Items | # | Aufgabe | Verantwortlich | Fälligkeit | |---|---------|----------------|------------| | 1 | Bewertung externer Schnittstellenkompatibilität | Carsten Becker | 30. April | | 2 | Finale Systemempfehlung vorbereiten | Lena Weber | 15. Mai | Nächste Schritte Entscheidungsvorlage für Lenkungskreis bis 15. Mai

Quellen & Methodik

  • Dokumentationsanteil 15–25 % der Beraterzeit: Erfahrungswerte aus Konsultationen mit Boutique-Beratungen und Großkanzleien (Stand 2025); bestätigt durch Branchenpublikationen zur Consultant-Arbeitszeit (u.a. thedigitalprojectmanager.com, 2025).
  • McKinsey Lilli-Plattform: Fortune, „McKinsey leans on AI to make PowerPoints faster, draft proposals” (Juni 2025). Lilli beantwortet über 500.000 Prompts/Monat und spart laut McKinsey 30 % der Informationssammlung und Synthese-Zeit.
  • BCG Deckster: Inside the AI boom that’s transforming how consultants work at McKinsey, BCG, and Deloitte (April 2025). BCG schätzt, dass Mitarbeitende 70 % der eingesparten Zeit in höherwertige Tätigkeiten reinvestieren.
  • Preisangaben Tools: Veröffentlichte Tarife von Jamie, tl;dv, Microsoft 365 Copilot (Stand April 2026).
  • Art. 28 DSGVO (AVV): Datenschutz-Grundverordnung in der aktuell gültigen Fassung.

Du willst wissen, welche eurer Projektformate sich zuerst automatisieren lassen und wie hoch der Aufwand für euer Team wäre? Meld dich — das klären wir gemeinsam in einem kurzen Gespräch.

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