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Quinyx

Quinyx AB

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Quinyx ist eine cloudbasierte Workforce-Management-Plattform aus Schweden für Schichtplanung, Zeiterfassung und Mitarbeiterkommunikation. Die Mobile-App ist die wahre Stärke — KI-Forecasting und der Vivian-Assistent sind zusätzliche Schichten auf einem klassischen WFM-Kern, aber ein echtes Differenzierungsmerkmal gegenüber älteren Wettbewerbern.

Kosten: Preise nur auf Anfrage; cloudbasiertes Lizenzmodell pro Mitarbeiter und Monat; branchenübliche Größenordnung 4–8 EUR/Mitarbeiter/Monat für das Basismodul, KI-Forecasting und Vivian AI als kostenpflichtige Zusatzmodule

Stärken

  • Mobile-App auf Endkunden-Niveau — Schichttausch, Verfügbarkeiten und Schichtannahme funktionieren intuitiv ohne Schulung
  • EU-Datenhaltung und ein eigenes Trust Center — DSGVO-Anforderungen sind sauber abbildbar
  • KI-gestütztes Demand-Forecasting auf historischen Daten plus lokale Faktoren (Wetter, Events) — spürbar besser als Excel-Planung
  • Klar strukturierte Plattform mit drei Säulen (Manage, Optimize, Engage) — du kannst klein anfangen und Module ergänzen

Einschränkungen

  • Keine öffentliche Preisliste — jeder Vergleich braucht ein Sales-Gespräch
  • Geringere Tarifvertragstiefe als ATOSS bei komplexen deutschen Tarifwerken (TVöD, Pflege, Schichtzulagen)
  • Weniger ERP-/Lohn-Integrationen als Workday oder SAP SuccessFactors im deutschen Markt
  • Vivian AI (generativer Assistent) ist relativ neu — Funktionsumfang und Reife stehen hinter dem Marketing zurück
  • Das KI-Forecasting ist ein bezahltes Zusatzmodul — wer nur Schichtpläne erstellen will, bekommt im Basismodul klassische Software

Passt gut zu

Schichtbetriebe mit mobilem Personal und hohem Mitarbeiter-Self-Service-Bedarf Handel, Gastronomie, Logistik und Pflege bis ca. 1.000 Mitarbeitende Ketten und Filialisten mit volatiler Nachfrage, die von Forecasting profitieren

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du planst Schichten für Personal mit hohem Smartphone-Anteil und willst weniger Excel-Listen
  • Deine Nachfrage schwankt stark (Wetter, Events, Saison) und du willst KI-gestütztes Forecasting testen
  • Du brauchst EU-Datenhaltung und einen sauberen DSGVO-Setup
  • Du suchst eine moderne Alternative zu ATOSS oder selbstgebauten Excel-Lösungen

Wann nein

  • Du arbeitest in einem stark tarifgebundenen Umfeld (TVöD, komplexe Pflege-Schichtmodelle) und brauchst tiefe deutsche Tarifabbildung
  • Du willst eine veröffentlichte Preisliste statt Sales-Verhandlungen
  • Du brauchst eine integrierte Komplettsuite für HR, Lohn und Recruiting (dann eher Personio oder Workday)
  • Du planst weniger als 30 Mitarbeitende — der Aufwand lohnt sich erst ab Filialgröße

Kurzfazit

Quinyx ist eine moderne Workforce-Management-Plattform aus Schweden, die in Bedienung und Mobile-Erlebnis vielen deutschen Wettbewerbern voraus ist. Die KI-Komponenten — Demand-Forecasting und der Vivian-Assistent — sind ein echter Mehrwert gegenüber klassischer Schichtplanung, aber sie sitzen als Schicht über einem klassischen WFM-Kern, nicht als Fundament. Für Filialisten, Gastronomie-Ketten und Pflegebetriebe mit mobilem Personal ist Quinyx eine ernstzunehmende Alternative zu ATOSS, sofern man mit Sales-getriebener Preisfindung leben kann und keine extrem tiefe deutsche Tarifabbildung braucht.

Für wen ist Quinyx?

Filialisten und Handelsketten: Wenn du 50–500 Filialen mit jeweils 5–30 Mitarbeitenden planst, spielt Quinyx seine Stärken aus — Mobile-Self-Service, Schichttausch und Forecasting auf Filialebene.

Gastronomie und Hotellerie: QSR-Ketten, Restaurants und Hotels mit volatiler Auslastung profitieren am meisten vom KI-Forecasting. Wetter, Events und Saisonalität fließen in die Bedarfsplanung ein.

Pflege und Gesundheit: Quinyx wird in skandinavischen Pflegeeinrichtungen breit genutzt. In Deutschland funktioniert das gut für private Träger, weniger gut für tarifgebundene öffentliche Häuser mit TVöD-Komplexität.

Logistik und Lager: Schichtbetriebe in Logistik und leichter Produktion mit klaren, wiederkehrenden Mustern lassen sich gut abbilden — besonders, wenn das Personal viel mit dem Smartphone arbeitet.

Weniger geeignet für: Kleinbetriebe unter 30 Mitarbeitenden (zu schwer), öffentliche Pflegeträger mit voller TVöD-Komplexität (ATOSS bleibt da führend), Konzerne, die eine integrierte HR-Lohn-Recruiting-Suite suchen (eher Workday oder SAP SuccessFactors), sowie Betriebe mit minimalem Smartphone-Anteil im Personal.

Preise im Detail

Plan / ModulPreisWas du bekommst
Basis (Manage)Auf AnfrageSchichtplanung, Zeiterfassung, Abwesenheiten, Mobile-App, Self-Service
OptimizeAufpreisKI-Demand-Forecasting, automatisierte Schichterstellung, operative Analytik
EngageAufpreisEmployee Hub, Messenger, Feedback und Anerkennung, Aufgaben-Management
Vivian AIAufpreis (in Rollout)Generativer KI-Assistent für Planende und Mitarbeitende
EnterpriseAuf AnfrageSSO, erweiterte Integrationen, dedizierte Betreuung

Einordnung: Quinyx veröffentlicht keine Preisliste — jede Kalkulation läuft über das Sales-Team. Branchenübliche Größenordnungen für vergleichbare WFM-Cloud-Lösungen liegen bei 4–8 EUR pro Mitarbeiter und Monat für das Basismodul, mit deutlichen Aufschlägen für KI-Forecasting und erweiterte Module. Wer bei Quinyx anfragt, sollte auf einen Vergleich mit ATOSS, Planday und Deputy bestehen — die Preisstrukturen sind sehr unterschiedlich, und ein Modul, das bei Quinyx Aufpreis kostet, kann bei Wettbewerbern im Standard enthalten sein.

Stärken im Detail

Die Mobile-App ist auf Endkunden-Niveau. Während viele klassische WFM-Tools eine Web-Oberfläche mit notdürftiger Smartphone-Ansicht bieten, ist Quinyx mobile-first gedacht. Mitarbeitende sehen ihre Schichten, tauschen sie untereinander, melden Abwesenheiten und nehmen offene Schichten an — alles ohne Schulung. Das senkt die Belastung für Schichtleitung und Personalabteilung spürbar.

EU-Datenhaltung mit eigenem Trust Center. Quinyx betreibt ein eigenes Trust Center (trust.quinyx.com) und hostet Kundendaten in der EU. Für deutsche Mittelständler und öffentlichkeitsnahe Betriebe ist das ein klarer Vorteil gegenüber US-Wettbewerbern wie Deputy, die in Europa zwar EU-Hosting anbieten, aber im Mutterunternehmen US-Recht unterliegen.

KI-Forecasting auf historischen Daten und externen Faktoren. Das Optimize-Modul nutzt maschinelles Lernen, um Personalbedarf aus historischen Verkaufs- oder Besuchszahlen abzuleiten und mit lokalen Faktoren (Wetter, Veranstaltungen, Wochentage) zu kombinieren. Das ist messbar besser als Excel-Forecasts oder reine Erfahrungsplanung — und der wichtigste KI-Hebel der Plattform.

Drei klare Säulen statt überladene Suite. Manage (Planung und Zeit), Optimize (Forecasting und Automation) und Engage (Kommunikation) sind sauber getrennt. Du kannst mit dem Basismodul starten und Optimize oder Engage später dazubuchen, statt von Tag eins eine Komplettlösung zu bezahlen.

Schwächen ehrlich betrachtet

KI ist real, aber kein Fundament. Quinyx vermarktet sich aggressiv als „AI-powered Workforce Management”. In der Praxis ist der Kern klassische WFM-Software (Schichtkalender, Zeiterfassung, Regelwerke), und die KI sitzt als Zusatzmodul oben drauf. Das Forecasting ist gut, der Vivian-Assistent ist neu und in vielen Fällen noch nicht der Game-Changer, den das Marketing verspricht. Wer die Plattform ohne das Optimize-Modul kauft, bekommt vor allem solide klassische Schichtplanung mit guter App.

Tarifvertragstiefe bleibt hinter ATOSS zurück. Bei einfachen Schichtmodellen funktioniert Quinyx gut. Sobald komplexe deutsche Tarifwerke ins Spiel kommen — TVöD, Pflege-Komplextarife, branchenspezifische Schicht- und Nachtzulagen — ist ATOSS der etablierte Champion. Quinyx liefert Workarounds, aber das Regelwerk ist weniger tief.

Opake Preisfindung kostet Zeit. Es gibt keine veröffentlichte Preisliste, kein Self-Service-Onboarding, keinen kostenlosen Probemonat. Jeder Evaluation beginnt mit einem Discovery-Call. Das ist Standard im Enterprise-WFM, aber wer schnell einen Marktüberblick will, wird sich über Tools wie Deputy oder Planday freuen, die zumindest grobe Preisrahmen veröffentlichen.

Weniger ERP- und Lohnintegrationen im deutschen Markt. Quinyx integriert mit SAP, DATEV und einigen Lohnsystemen — aber die Tiefe und Auswahl der Konnektoren bleiben hinter dem zurück, was Workday oder Personio im deutschen Markt bieten. Für Konzerne mit komplexer SAP-Landschaft ist das ein Risiko, das du im PoC ehrlich prüfen solltest.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Tiefe deutsche Tarifabbildung und Compliance brauchstATOSS
Eine integrierte HR-Suite mit Lohn und Recruiting suchstPersonio
Eine Konzernlösung mit ERP-Tiefe brauchstWorkday
Eine günstige, schlanke Schichtplanung für Gastro/Handel willstPlanday
Ein etabliertes US-Tool mit breiter Modulpalette suchstDeputy

Quinyx positioniert sich genau zwischen schlanken Tools wie Planday/Deputy und schweren Tarif-Spezialisten wie ATOSS. Wenn du eine moderne, mobile, KI-aufgewertete Plattform für mittelgroße Filialnetze willst und bereit bist, für die UX einen Aufschlag zu zahlen — passt. Wenn du eines der Extreme brauchst (sehr günstig oder sehr tariftief), greif zur Alternative.

So steigst du ein

Schritt 1: Vereinbare einen Discovery-Call über die Quinyx-Website. Bereite konkrete Zahlen vor — Mitarbeiterzahl, Filialen, durchschnittliche Schichten pro Woche, aktuelle Tools, Tarifsituation. Ohne diese Zahlen wird das Gespräch zur Marketing-Demo.

Schritt 2: Bestehe auf einem Pilotprojekt mit einer oder zwei Filialen über mindestens acht Wochen. Plane sowohl Manage als auch Optimize ein — sonst siehst du nur das Schichtplanungs-Tool und verpasst den KI-Forecasting-Teil, der die Investition rechtfertigen muss. Definiere vor dem Piloten, welche KPIs du messen willst (Planungszeit pro Woche, Über-/Unterbesetzung, Mitarbeiter-Self-Service-Quote).

Schritt 3: Plane die Integration ehrlich ein. Quinyx muss mit deinem Lohnsystem (DATEV, SAP, Sage, Personio) sauber zusammenspielen — sonst bleibt die schöne App eine Insel. Klär das im PoC, nicht erst nach Vertragsabschluss.

Ein konkretes Beispiel

Eine deutsche Bäckereikette mit 80 Filialen und 1.200 Mitarbeitenden im Großraum Hannover führt Quinyx ein, um die wöchentliche Schichtplanung in den Filialen zu entlasten. Vorher saßen Filialleitungen jeden Donnerstag drei bis vier Stunden in Excel und am Telefon, um Tausch- und Krankmeldungen zu koordinieren. Nach drei Monaten Quinyx läuft 80 % des Schichttauschs direkt zwischen Mitarbeitenden über die App, das KI-Forecasting nutzt Wetterdaten und lokale Events, um den Bedarf an Tagesgeschäft pro Filiale vorherzusagen, und die Filialleitungen verbringen noch rund 45 Minuten pro Woche mit Plankontrolle. Personalkosten gehen leicht zurück, weil die Über-/Unterbesetzung in Stoßzeiten besser getroffen wird. Was nicht funktioniert: Eine geplante Anbindung an das interne Kassen-System läuft wegen API-Lücken zäh — der vollständige Forecast-Loop greift erst nach einem zusätzlichen Integrationsprojekt.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: EU (Quinyx betreibt ein dediziertes Trust Center und hostet Kundendaten in der EU)
  • Unternehmenssitz: Schweden — innerhalb der EU/EWR, daher klar unter DSGVO-Regime
  • Datennutzung: Mitarbeiterdaten werden zur Erbringung des Services verarbeitet; KI-Forecasting nutzt aggregierte historische Daten, keine personenbezogenen Auswertungen für Modelltraining ohne Vereinbarung
  • Auftragsverarbeitung: AVV ist Standardbestandteil des Enterprise-Vertrags
  • TOMs: Quinyx veröffentlicht technisch-organisatorische Maßnahmen über das Trust Center
  • Empfehlung für Unternehmen: Vor Einsatz Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, besonders wenn Vivian AI oder erweiterte Analysefunktionen genutzt werden — die Schnittstelle zu generativer KI ist regelmäßig zu prüfen
  • Betriebsratsbeteiligung: Pflicht — Quinyx ist eine Personaleinsatzplanung mit Leistungs- und Verhaltenskontrolle und damit mitbestimmungspflichtig nach §87 BetrVG

Gut kombiniert mit

  • Personio — Personio als HR-Stammdaten- und Lohnsystem, Quinyx als operative Schichtplanung. Über die Integration fließen Stammdaten und Abwesenheiten in beide Richtungen.
  • Microsoft 365 Copilot — Auswertungen und Reportings aus Quinyx weiterverarbeiten, Schichtmuster analysieren und in Management-Präsentationen aufbereiten.
  • Microsoft Teams — Quinyx kann Benachrichtigungen über offene Schichten und Plan-Änderungen in Teams-Kanäle spiegeln, sodass Mitarbeitende und Schichtleitung die Updates dort sehen, wo ohnehin kommuniziert wird.

Unser Testurteil

Quinyx verdient 3 von 5 Sternen. Die Plattform macht vieles richtig — die Mobile-App ist erstklassig, das KI-Forecasting liefert echten Mehrwert, EU-Hosting und Trust Center sind sauber. Die fehlenden Sterne kosten die opake Preisfindung, die geringere Tarifvertragstiefe gegenüber ATOSS, und die Tatsache, dass das aggressive „AI-powered”-Marketing über einen klassischen WFM-Kern erzählt, der ohne das kostenpflichtige Optimize-Modul wenig KI-Magie zeigt. Für moderne Filialnetze mit mobilem Personal ist Quinyx eine starke Wahl — solange man die Erwartungen an die KI-Komponenten realistisch hält und im Vergleichsverfahren mit ATOSS und Planday verhandelt.

Was wir bemerkt haben

  • 2024–2025 — Quinyx hat seinen Vivian-AI-Assistenten ausgerollt und positioniert die Plattform stärker als „AI-powered WFM”. In der Praxis ist Vivian noch in der Reifephase — der Funktionsumfang erweitert sich monatlich, ist aber je nach Tenant unterschiedlich freigeschaltet.
  • Mai 2026 — Die öffentlichen Produktseiten unter /products und /pricing liefern keine konkreten Preise. Wer einen Marktvergleich macht, sollte für jeden Anbieter eine vergleichbare Mengen- und Modulgrundlage definieren, sonst sind die Sales-Angebote nicht vergleichbar.
  • 2025 — Quinyx hat im DACH-Raum die Vertriebsaktivitäten verstärkt. Die deutsche Lokalisierung (UI, Support, Vertragsdokumente) ist vorhanden, die Tarifabbildung bleibt aber hinter etablierten deutschen Spezialisten wie ATOSS zurück — wer komplexe TVöD-Schichtmodelle braucht, sollte das im PoC kompromisslos testen.

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