Circula
Circula GmbH
Deutsches Spesenmanagement-Tool speziell für den DACH-Markt. GoBD-konform, deutschsprachiger Support, Server in Frankfurt am Main. KI-gestützte Belegerfassung per OCR, automatische Duplikat- und Policy-Prüfung. Besonders geeignet für Unternehmen mit strengen Compliance-Anforderungen und DATEV-Integration.
Kosten: Produktbasierte Preise: Auslagen & Reisekosten ab 15 €/Lizenz/Monat (mind. 10 Lizenzen), Firmenkreditkarten 99 €/Monat Plattformgebühr, Mitarbeiter-Benefits 1 €/Lizenz/Monat. Eingangsrechnungen (149 €/Monat) in Vorbereitung. Hybrides Lizenzmodell für seltene und häufige Nutzer.
Kategorien
Stärken
- Primäres Hosting in Frankfurt am Main auf ISO-27001-zertifizierten Servern, AVV nach EU-SCC verfügbar
- Native DATEV-Integration, Export direkt in Steuerberater-Software
- GoBD-konform und deutschsprachiger Support mit Steuerberatungs-Know-how
- Automatische Erkennung von Duplikaten und Policy-Verstößen bei der Einreichung
- Mobil-App mit KI-gestützter OCR-Belegerfassung und automatischer Kategorisierung
Einschränkungen
- Weniger internationale Sprachunterstützung als globale Konkurrenten
- KI-Betrugserkennung weniger ausgereift als bei Rydoo Smart Audit oder SAP Concur
- Einzelne Nutzungsdaten können unter dem EU-US Data Privacy Framework in die USA übermittelt werden
- Mindestabnahme von 10 Lizenzen, produktbasierte Preise statt einfacher Pauschale
Passt gut zu
Kurzfazit
Circula ist die ernstzunehmende DACH-Antwort auf SAP Concur: deutsches Hosting, native DATEV-Anbindung, GoBD-Zertifizierung und ein modernes Interface, das nicht aussieht wie Enterprise-Software aus den 2000ern. Die KI-Funktionen, OCR, Duplikat- und Policy-Prüfung, automatische Buchungsvorschläge, sind solide und sparen dem Finanzteam reale Stunden, kommen aber nicht an die Tiefe der Smart-Audit-Modelle globaler Anbieter heran. Für deutsche Unternehmen zwischen 20 und 1.000 Mitarbeitenden mit Steuerberater-Workflow ist Circula die naheliegende Wahl. Wer global tausende Reisen pro Monat abrechnet oder ausgeklügelte Betrugsmuster erkennen muss, bleibt bei Concur oder Rydoo.
Für wen ist Circula?
Deutscher Mittelstand mit DATEV-Workflow: Wenn dein Steuerberater oder deine interne Buchhaltung mit DATEV arbeitet, sparst du dir mit Circula den klassischen Excel-Belegberg. Der Export geht direkt in die Buchhaltung, ohne CSV-Bastelei.
Compliance-getriebene Branchen: Anwaltskanzleien, Steuerberatungen, Gesundheitswesen, öffentliche Hand. Überall dort, wo deutsches Hosting nicht „nice to have”, sondern Vergabe- oder Aufsichtskriterium ist.
Teams mit hoher Reisetätigkeit im DACH-Raum: Außendienst, Beratungen, Vertrieb. Pauschalen, Verpflegungsmehraufwand und Übernachtungssätze sind im deutschen Steuerrecht hinterlegt, Circula rechnet automatisch korrekt.
Wachsende Startups, die Pleo-Komfort wollen, aber GoBD brauchen: Die Karten- und App-Experience ist auf Augenhöhe mit modernen europäischen Spesentools, nur mit deutschem Compliance-Anker.
Weniger geeignet für: Konzerne mit globaler Reisepolicy in 30+ Ländern (Concur passt besser), Solo-Selbstständige (zu teuer für eine Person, da nutzt sich ein einfacher Beleg-Scanner besser), und Teams, die ihre Spesen tief in Salesforce oder NetSuite verzahnen wollen, die Konnektoren existieren, sind aber kein Schwerpunkt.
Preise im Detail
Circula rechnet produktbasiert ab, nicht über klassische Stufenpläne. Du buchst die Module, die du brauchst:
| Produkt | Preis | Für wen |
|---|---|---|
| Auslagen & Reisekosten | ab 15 €/Lizenz/Monat (mind. 10 Lizenzen) | Spesen, Belege, OCR, Pauschalen, Genehmigungs-Workflows |
| Firmenkreditkarten | 99 €/Monat Plattformgebühr (Kartenanzahl unbegrenzt) | Physische und virtuelle VISA-Karten mit automatischer Belegzuordnung |
| Eingangsrechnungen | 149 €/Monat (inkl. 100 Rechnungen), in Vorbereitung | KI-gestützte Rechnungsprüfung nach § 14 UStG, DATEV und SEPA |
| Mitarbeiter-Benefits | 1 €/Lizenz/Monat | Sachbezüge für Verpflegung, Mobilität, Internet, Wellness |
Einordnung: Mit 15 € pro Lizenz und Monat für das Spesen-Modul liegt Circula im oberen Mittelfeld, günstiger als SAP Concur (oft 12–18 € effektiv inkl. Travel-Module bei größerem Funktionsumfang), aber deutlich teurer als reine Beleg-Scanner. Die Mindestabnahme liegt bei 10 Lizenzen, für sehr kleine Teams gibt es Sonderkonditionen auf Anfrage. Das hybride Lizenzmodell unterscheidet zwischen häufigen und seltenen Nutzern, sodass selten reisende Mitarbeitende nicht den vollen Preis kosten. Wer mehrere Module kombiniert (etwa Spesen plus Firmenkarten), sollte die Gesamtkosten im Vorfeld durchrechnen, sie summieren sich.
Stärken im Detail
Deutsches Hosting ist real, nicht Marketing. Die Kerndaten liegen auf ISO-27001-zertifizierten Servern in Frankfurt am Main, der AVV nach EU-Standardvertragsklauseln ist verfügbar und nicht Verhandlungsposition. Ein ehrlicher Hinweis: einzelne Nutzungsdaten können über Sub-Dienstleister (etwa für Support oder Produktanalyse) unter dem EU-US Data Privacy Framework in die USA fließen. Für die meisten Branchen mit Aufsichtsanforderungen ist das deutsche Kernhosting trotzdem ein Türöffner, der globalen Anbietern fehlt.
DATEV-Integration als nativer Workflow, nicht als Export-Krücke. Buchungssätze landen direkt im Format, das dein Steuerberater erwartet. Das spart pro Monat real 1–3 Stunden manueller Übertragung, bei 50 Mitarbeitenden rechnet sich das Tool allein über diese Zeit.
KI-Funktionen sinnvoll fokussiert. Beleg-OCR liest Betrag, Datum, Händler und MwSt. zuverlässig aus, auch bei zerknitterten Tankquittungen. Die Duplikatprüfung erkennt doppelt eingereichte Belege über Zeiträume und Reisende hinweg. Die Plausibilitätsprüfung markiert Einreichungen, die gegen eure Policy verstoßen, etwa Belege ohne Quittung über Freigrenzen oder doppelte Übernachtungen am gleichen Datum.
Mobile-First-App, die Mitarbeitende tatsächlich nutzen. Beleg fotografieren, abschicken, fertig. Das ist banal, aber genau hier scheitern viele Spesentools: zu viele Klicks, zu viele Pflichtfelder. Circulas App ist auf Erfassung in unter 30 Sekunden ausgelegt.
Pauschalen-Engine für deutsches Reiserecht. Verpflegungsmehraufwand, Übernachtungspauschalen, Auslandstagessätze sind aktuell hinterlegt und werden bei Steueränderungen automatisch nachgezogen. Das nimmt Diskussionen mit dem Finanzamt vorweg.
Schwächen ehrlich betrachtet
KI-Betrugserkennung ist solide, aber kein Smart Audit. Wer von SAP Concur oder Rydoo kommt, vermisst die feingranulare Anomalie-Erkennung über Mitarbeiter-Profile hinweg. Circula prüft regelbasiert und mit Pattern-Matching, die Ebene „Dieser Mitarbeiter weicht systematisch in seinem Restaurantverhalten ab” leistet das System nicht.
Internationale Reichweite ist begrenzt. Das Produkt ist auf Deutsch, Englisch und Französisch verfügbar, aber Workflows, Belege und Pauschalentabellen sind primär auf DACH ausgelegt. Wer in 20 Ländern abrechnet, stößt an Grenzen.
Konnektoren-Ökosystem ist überschaubar. Personio, DATEV, TravelPerk, Workday, Google Calendar, solide DACH-Standard. Wer in Salesforce, HubSpot oder NetSuite tiefe Verzahnung sucht, baut über Webhooks oder API selbst, was bei Concur out-of-the-box käme.
Produktbasierte Preise summieren sich. Wer Spesen, Firmenkarten und später Eingangsrechnungen kombiniert, landet schnell bei mehreren Hundert Euro im Monat plus 15 € je Reisekosten-Lizenz. Die Grundpreise sind öffentlich, die effektiven Gesamtkosten je nach Modulmix muss man aber selbst durchrechnen.
Mindestabnahme von 10 Lizenzen. Für sehr kleine Teams oder einzelne Nutzende ist Circula nicht gedacht, hier braucht es Sonderkonditionen auf Anfrage. Wer nur eine Handvoll reisender Mitarbeitender hat, zahlt also faktisch für mehr Lizenzen als genutzt, sofern keine Ausnahme verhandelt wird.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du das willst | Nimm |
|---|---|
| Globalen Enterprise-Standard mit tiefer Smart-Audit-KI | SAP Concur |
| Rechnungseingang und Kreditorenbuchhaltung statt Spesen | Candis |
| Direkt in der Steuerberater-Software bleiben | DATEV |
Pleo (Kopenhagen) ist die naheliegende Alternative für moderne Karten-Experience mit Spesen-Workflow, hat aber schwächere DATEV-Tiefe als Circula. Spendesk und Yokoy zielen auf den europäischen Mittelstand mit ähnlicher Spend-Management-Logik. Mooncard kommt aus Frankreich mit Karten-Fokus. Wer reine OCR-Beleg-Scanner sucht, findet bei Expensify oder Klippa günstigere Lösungen, aber ohne deutsches Hosting und ohne Pauschalen-Engine.
So steigst du ein
Schritt 1: Fordere unter circula.com/de eine Demo an und lass dir die für dich relevanten Module zeigen (Auslagen & Reisekosten, optional Firmenkreditkarten). Erteile als erstes Zugriff für dein Finanzteam und definiere die Unternehmensrichtlinien (Tagessätze, Belegpflicht ab welchem Betrag, Genehmigungsstruktur).
Schritt 2: Verbinde Circula mit DATEV oder deiner Buchhaltungssoftware. Für DATEV-Nutzer ist der Export vollständig GoBD-konform und direkt verarbeitbar, kein manueller CSV-Import. Lege außerdem deine Kostenstellen und Sachkonten an, damit die KI-Vorschläge direkt korrekt buchen.
Schritt 3: Lade Mitarbeitende per App ein. Belege werden per Kamerascan erfasst, OCR liest Betrag, Datum und Händler aus, das System kategorisiert automatisch und prüft gegen eure Policy, alles vor dem ersten Klick des Buchhalters. Plane die ersten zwei Wochen aktives Nachfassen ein, damit alle die App auch tatsächlich auf dem Diensthandy installieren.
Ein konkretes Beispiel
Eine mittelständische Steuerberatungskanzlei in München mit 45 Mitarbeitenden setzt Circula ein, weil der Steuerberater ausschließlich DATEV nutzt. Die direkte Export-Schnittstelle spart 2 Stunden manuellen Datentransfers pro Monat. Die automatische Policy-Prüfung markiert monatlich 4–6 Einreichungen, die die 50-Euro-Belegrenze ohne Quittung überschreiten, ein Punkt, der bisher regelmäßig im Jahresabschluss aufgefallen war. Nach sechs Monaten meldet die Geschäftsführung: Die Bearbeitungszeit pro Spesenabrechnung ist von 9 auf 2 Minuten gefallen, und der Anteil verspätet eingereichter Belege liegt bei unter 5 Prozent, vorher waren es regelmäßig 20 bis 30 Prozent am Monatsende.
DSGVO & Datenschutz
- Hosting: Kerndaten primär in Frankfurt am Main auf ISO-27001-zertifizierten Servern.
- US-Transfer: Einzelne Nutzungsdaten können über Sub-Dienstleister (Zahlungsabwicklung, Support, Produktanalyse) unter dem EU-US Data Privacy Framework in die USA übermittelt werden. Wer das ausschließen muss, sollte die Sub-Prozessor-Liste im Vorfeld prüfen.
- Auftragsverarbeitung: AVV nach Art. 28 DSGVO mit EU-Standardvertragsklauseln (EU-SCC) ist verfügbar und Bestandteil des Vertrags.
- GoBD-Konformität: Belege werden revisionssicher und unveränderbar archiviert, die Lösung ist auf deutsche Aufbewahrungs- und Verfahrensanforderungen ausgelegt.
- Datenexport und Löschung: Vollständiger Datenexport möglich, Löschung nach gesetzlicher Aufbewahrungsfrist (10 Jahre für Belege) auf Antrag.
- Empfehlung regulierte Branchen: Für Anforderungen wie BAIT oder KRITIS lohnt das Gespräch über individuelle Konditionen mit zusätzlichen SLAs und Audit-Berichten.
Gut kombiniert mit
DATEV: Der natürliche Buchhaltungs-Endpunkt. Circula liefert Belege und Buchungsvorschläge GoBD-konform, DATEV verarbeitet weiter, ohne Medienbruch.
Candis: Während Circula die Mitarbeiter-Spesen abdeckt, übernimmt Candis Eingangsrechnungen und Kreditorenbuchhaltung. Beide Tools zusammen decken das Belegmanagement eines Mittelständlers fast vollständig ab, Spesen plus Lieferantenrechnungen.
Personio: Wer ohnehin auf Personio als HR-Plattform setzt, integriert Circula direkt, neue Mitarbeitende werden automatisch angelegt, Austritte deaktiviert. Das spart Onboarding-Aufwand und schließt eine häufige Compliance-Lücke (Ex-Mitarbeitende mit aktiven Konten).
Unser Testurteil
4 von 5 Sternen. Circula ist eines der wenigen Tools, das deutschen Mittelstand wirklich verstanden hat: GoBD, DATEV, Pauschalen, deutsche Server, deutsche Sprache, deutscher Support. Die KI-Funktionen sind solide und sparen reale Zeit, ohne mit Smart-Audit-Buzzwords zu prahlen. Den fünften Stern kostet vor allem die im internationalen Vergleich noch begrenzte Tiefe der KI-Betrugserkennung und das überschaubare Konnektoren-Ökosystem jenseits der DACH-Standards. Für die Zielgruppe, deutsche KMU mit Steuerberater-Workflow, ist Circula trotzdem die naheliegende und ehrliche Empfehlung.
Was wir bemerkt haben
- Juni 2026 — Circula stellt die Preise inzwischen produktbasiert dar: Auslagen & Reisekosten ab 15 €/Lizenz/Monat (mind. 10 Lizenzen), Firmenkreditkarten 99 €/Monat Plattformgebühr, Mitarbeiter-Benefits 1 €/Lizenz/Monat. Die früher kursierende Angabe „Basic ab 8,50 €/Nutzer” trifft das aktuelle Modell nicht mehr, wir haben die Seite korrigiert.
- Juni 2026 — Das Modul Eingangsrechnungen (149 €/Monat inkl. 100 Rechnungen, KI-gestützte Prüfung nach § 14 UStG) ist als „coming soon” gelistet, also angekündigt, aber noch nicht voll verfügbar.
- Juni 2026 — Korrektur zum Datenschutz: Die Kerndaten liegen in Frankfurt, einzelne Nutzungsdaten können laut Datenschutzerklärung aber unter dem EU-US Data Privacy Framework in die USA fließen. Die pauschale Aussage „keine Daten in US-Cloud” war zu absolut.
- Beobachtung: DATEV-Partnerschaft ist seit Jahren etabliert, Circula ist eine der von DATEV explizit empfohlenen Reisekosten-Lösungen. Das ist im DACH-Mittelstand ein nicht zu unterschätzender Vertriebs- und Vertrauenskanal. Laut Anbieter nutzen über 2.800 Unternehmen die Plattform.
Quellen
- Circula – Preise. https://www.circula.com/de/preise (abgerufen am 2026-06-13). Auslagen & Reisekosten ab 15 €/Lizenz/Monat (mind. 10 Lizenzen), Firmenkreditkarten 99 €/Monat, Mitarbeiter-Benefits 1 €/Lizenz/Monat, Eingangsrechnungen 149 €/Monat in Vorbereitung.
- Circula – Datenschutzerklärung. https://www.circula.com/de/datenschutz (abgerufen am 2026-06-13). Primäres Hosting in Frankfurt am Main (ISO 27001), AVV nach EU-SCC verfügbar, einzelne Nutzungsdaten unter EU-US Data Privacy Framework in die USA.
- Circula – Produktübersicht. https://www.circula.com/de/ (abgerufen am 2026-06-13). KI-gestützte OCR-Belegerfassung, automatische Duplikat- und Policy-Prüfung, native DATEV-Schnittstelle, über 2.800 Unternehmen.
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