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8 Werkzeuge, zwei Perspektiven · Stand: September 2026

KI für Ausschreibung und Vergabe im Vergleich Was Bieter brauchen, was Vergabestellen brauchen, und wo die rechtliche Grenze liegt

Kurzfazit: Für Bieter, die öffentliche Aufträge suchen und Unterlagen vorprüfen, sind VergabePilot (0 € bis 125 €) und TendiGo (0 € bis 230 €) der günstigste ernsthafte Einstieg, Patterno (ab 99 €) hat mit 4.677 Portalen die breiteste Abdeckung. Bei tausendseitigen technischen Lastenheften arbeitet tendric.ai, Preis auf Anfrage. Für Vergabestellen, die Leistungsbeschreibungen erstellen, gibt es GovRadar, ebenfalls auf Anfrage. Entscheiden muss in jedem Fall ein Mensch.

Stand: September 2026. Marktüberblick auf Basis öffentlicher Anbieterquellen, alle Seiten abgerufen am 17.09.2026. Wir haben keines dieser Werkzeuge selbst im Einsatz getestet. Quellen unten.

Zwei Aufgaben, die fast jede Übersicht zusammenwirft

„KI für Ausschreibungen" bezeichnet zwei völlig verschiedene Tätigkeiten. Auf der einen Seite sucht ein Unternehmen Aufträge und schreibt Angebote. Auf der anderen Seite beschreibt eine Vergabestelle eine Leistung und führt ein Verfahren durch, an dessen Ende ein Zuschlag steht, der Bestand haben muss. Werkzeuge für die eine Seite sind für die andere nutzlos. Wer als Vergabestelle eine Bieterplattform kauft, bekommt eine sehr gute Suche nach Aufträgen, die er selbst ausgeschrieben hat.

Bieterseite

Auf welche Ausschreibung bewerben wir uns, und wie kommen wir durch die Formalien?

  • Aus zehntausenden Bekanntmachungen die wenigen finden, die fachlich und regional passen.
  • Früh entscheiden, ob ihr bietet: Eignungskriterien, Referenzanforderungen, Umsatzschwellen, Fristen.
  • Die Unterlagen auf Ausschlussgründe lesen, bevor jemand eine Stunde in das Konzept steckt.
  • Bieterfragen formulieren, solange die Frist dafür noch etwas bringt.
  • Das Angebot entlang der Zuschlagskriterien schreiben und die Formblätter vollständig einreichen.

Was hier Geld kostet: Der teure Fehler ist Arbeit an einer Ausschreibung, die ihr formal nie gewinnen konntet. Drei Tage Konzeptarbeit und dann der Ausschluss wegen einer fehlenden Eigenerklärung: Das Geld ist weg, und niemand hat es gebucht.

Werkzeuge in diesem Vergleich: VergabePilot, TendiGo, Patterno, DTAD, tendric.ai

Vergabestelle

Wie beschreiben wir die Leistung so, dass der Markt sie liefern kann und das Verfahren hält?

  • Eine Leistung beschreiben, die produktneutral bleibt und trotzdem eindeutig ist.
  • Eignungs- und Zuschlagskriterien festlegen und eine Wertungsmatrix bauen, die nachher trägt.
  • Bieterfragen beantworten, und zwar gegenüber allen Teilnehmern gleich.
  • Angebote formal prüfen, werten und die Entscheidung begründen.
  • Das gesamte Verfahren fortlaufend dokumentieren und den Vergabevermerk schreiben.

Was hier Geld kostet: Der teure Fehler ist ein Verfahrensfehler. Eine Rüge, ein Nachprüfungsverfahren, im schlimmsten Fall die Aufhebung: Das kostet Monate, nicht Stunden, und die Beschaffung liegt so lange still.

Werkzeuge in diesem Vergleich: GovRadar, cosinex, ORCA AVA im Bau

Acht Werkzeuge im direkten Vergleich

Verglichen wird, was ein Einkäufer wirklich abwägt: für welche Seite das Werkzeug gebaut ist, was es konkret erzeugt, welche Vergabeplattformen angebunden sind, wo die Daten liegen und was der Anbieter dafür verlangt. Steht kein Preis auf der Anbieterseite, steht hier „Preis auf Anfrage" und keine Schätzung. Jeder Name führt zu unserem ausführlichen Profil.

KI-Werkzeuge für Ausschreibung und Vergabe im Vergleich, Stand September 2026
Anbieter Was es erzeugtVergabeplattformenHosting und ServerstandortPreis laut AnbieterStand
GovRadar GovRadar GmbH, München Vergabestelle Leistungsbeschreibungen und Vergabeunterlagen, laut Anbieter auf Basis von Millionen realer Vergabeunterlagen. Dazu ein gemeinsamer Arbeitsraum für Fachbereich und Vergabestelle, in dem jeder Schritt dokumentiert wird.Kein Portal-Monitoring, GovRadar setzt vor der Bekanntmachung an. Zugang für NRW-Kommunen über eine Landeslizenz, über den ProVitako-Verbund laut Anbieter für mehr als 9.000 Kommunen.Datenspeicherung ausschließlich auf Servern innerhalb der EU, Auftritt als "Made in Germany", AVV auf Basis der EU-Standardvertragsklauseln.Preis auf Anfrage. Für NRW-Kommunen laut Anbieter kostenfrei über die Landeslizenz.17.09.2026
VergabePilot Ciconia Systems GmbH, Stuttgart Bieter Trefferliste mit täglichen oder wöchentlichen Alerts, KI-Zusammenfassung der Vergabeunterlagen, KI-Checklisten und ein Assistent für Rückfragen zu den Unterlagen. Angebotserstellung und Formularassistent weist der Anbieter als geplant aus.Über 300 deutsche Vergabeportale plus die zentralen Plattformen TED und bund.de.AWS-Region Frankfurt (eu-central-1) über Amazon Web Services EMEA, KI-Funktionen über Google Ireland in einer EU-Region, jeweils mit Vertrag nach Art. 28 DSGVO.BASIC 0 €, PROFESSIONAL 60 €, ULTIMATE 125 € pro Monat im Jahresabo (regulär 72 € bzw. 150 €), ENTERPRISE auf Anfrage. Jahresabo: zwei Monate geschenkt.17.09.2026
TendiGo TendiGo UG (haftungsbeschränkt), Berlin Bieter Suche mit E-Mail-Alerts, automatisierte Eignungsprüfung und ein Angebotssimulator ab Premium. Ab KI Professionell zusätzlich Entscheider-Identifikation und eine Vorhersage künftiger Ausschreibungen.806 Vergabequellen im DACH-Raum, davon 602 eindeutig identifizierte Plattform-Domains und 196 aktive Plattformen mit mindestens 10 Bekanntmachungen im Jahr (Stand 22.04.2026).Authentifizierung und Datenbank auf eigenen deutschen Servern, KI-Analyse über Google Vertex AI in der EU-Region, laut Anbieter ohne Nutzung der Inhalte für Modelltraining. AVV bei Registrierung.Kostenlos 0 €, Suche Basic 39 €, Premium 89 €, KI Professionell 230 € pro Monat, Enterprise auf Anfrage. 17 % Rabatt bei Jahreszahlung, also 32 €, 74 € und 191 €.17.09.2026
Patterno Patterno GmbH, Hamburg Bieter Zwei Module: HIT prüft jede Ausschreibung einzeln gegen euer Firmenprofil, BID liest die Vergabeunterlagen und markiert K.-o.-Kriterien mit Seitenverweis sowie Fristen und Anforderungen. Angebotstexte und Dokumenten-Generierung gibt es erst ab Scale, die Formular-Befüllung nur im Enterprise-Plan.4.677 Portale in 29 Ländern, als Quellen genannt unter anderem TED, DTVP, Vergabe24, Staatsanzeiger, eVergabe.de und Subreport ELViS.Google Cloud in Frankfurt (europe-west3), semantische Suche über Google Gemini. Weitere Auftragsverarbeiter in den USA mit EU-Standardvertragsklauseln. AVV und NDA weist die Preisseite nur im Enterprise-Plan aus.Starter 99 €, Team 299 €, Scale 499 €, Enterprise 2.499 € pro Monat, bei Jahreszahlung 10 % günstiger. Zusatznutzer 29 €, zusätzliches Suchprofil 19 € pro Monat. Kein kostenloser Plan, keine ausgewiesene Probephase.17.09.2026
tendric.ai Tendric AI FlexCo, Wien Bieter Anforderungen aus umfangreichen Lastenheften extrahieren und klassifizieren, DIN-EN-, ISO- und TSI-Referenzen gegen das eigene Normenregister abgleichen, Prüfaufgaben an 1 bis 5 Fachexperten routen und Antwortentwürfe aus internen Dokumenten erzeugen.Keine Portalsuche. tendric.ai setzt an den Unterlagen an, die schon auf dem Tisch liegen, und zielt auf Bahntechnik, Maschinenbau, Energie und Infrastruktur.Weder Hosting-Standort noch Subdienstleister oder Zertifizierung auf der Website ausgewiesen.Preis auf Anfrage. Kein Self-Service, Zugang nur über Vertriebsgespräch und Demo.17.09.2026
DTAD DTAD GmbH, Berlin Bieter KI-Suche plus den chatbasierten Assistenten "Frank", der laut Anbieter die Erstanalyse übernimmt: Dokumente lesen, Eignungs- und Zuschlagskriterien extrahieren, Entscheidungsgrundlage in Minuten statt Stunden.Über 12.000 Quellen, laut Anbieter 99,99 % aller in Deutschland veröffentlichten Ausschreibungen, dazu EU-weite und DACH-Bekanntmachungen.Auf der Startseite nicht ausgewiesen. Lasst euch Serverstandort und AVV vor Vertragsschluss schriftlich geben.Preis auf Anfrage, keine öffentlichen Tarife, Vertriebsprozess mit Beratungsgespräch.17.09.2026
Cosuno Cosuno Ventures GmbH, Berlin Bau: beide Seiten Ausschreibung von Bauleistungen an ein Nachunternehmer-Netzwerk, Anfragen und Angebotsvergleich an einer Stelle. Auf der Auftragnehmerseite bewirbt Cosuno eine KI-unterstützte Angebotserstellung.Kein öffentliches Vergabeportal, sondern ein eigenes Netzwerk: laut Anbieter über 280.000 qualifizierte Nachunternehmer, über 600 Auftraggeber und über 4.000 Ausschreibungen im Monat.Auf der deutschen Startseite nicht ausgewiesen.Preis auf Anfrage. Kostenlose Testversion laut Anbieter ohne Kreditkarte, Vollzugang über ein Vertriebsgespräch.17.09.2026
ORCA AVA ORCA Software GmbH Ausschreibende Seite Leistungsverzeichnisse, Ausschreibung, Preisspiegel, Vergabe und Abrechnung nach VOB, DIN 276 und GAEB. Eine KI-Funktion weist ORCA auf der Preisseite nicht aus, das ist klassische AVA-Software.Datenaustausch mit Bietern über GAEB, kein Monitoring öffentlicher Vergabeportale.Lizenzsoftware für den eigenen Arbeitsplatz, die Preisliste weist Erst- und Zusatzlizenzen aus.Jahresabo inklusive Servicevertrag, Erstlizenz: Starter 828 €, Professional 1.788 €, Enterprise 2.388 € pro Jahr, zzgl. MwSt. Zusatzlizenzen 708 €, 1.428 € bzw. 1.908 €. Testversion verfügbar.17.09.2026

GovRadar

GovRadar GmbH, München

Vergabestelle
Was es erzeugt
Leistungsbeschreibungen und Vergabeunterlagen, laut Anbieter auf Basis von Millionen realer Vergabeunterlagen. Dazu ein gemeinsamer Arbeitsraum für Fachbereich und Vergabestelle, in dem jeder Schritt dokumentiert wird.
Vergabeplattformen
Kein Portal-Monitoring, GovRadar setzt vor der Bekanntmachung an. Zugang für NRW-Kommunen über eine Landeslizenz, über den ProVitako-Verbund laut Anbieter für mehr als 9.000 Kommunen.
Hosting und Serverstandort
Datenspeicherung ausschließlich auf Servern innerhalb der EU, Auftritt als "Made in Germany", AVV auf Basis der EU-Standardvertragsklauseln.
Preis laut Anbieter
Preis auf Anfrage. Für NRW-Kommunen laut Anbieter kostenfrei über die Landeslizenz.
Stand
17.09.2026

VergabePilot

Ciconia Systems GmbH, Stuttgart

Bieter
Was es erzeugt
Trefferliste mit täglichen oder wöchentlichen Alerts, KI-Zusammenfassung der Vergabeunterlagen, KI-Checklisten und ein Assistent für Rückfragen zu den Unterlagen. Angebotserstellung und Formularassistent weist der Anbieter als geplant aus.
Vergabeplattformen
Über 300 deutsche Vergabeportale plus die zentralen Plattformen TED und bund.de.
Hosting und Serverstandort
AWS-Region Frankfurt (eu-central-1) über Amazon Web Services EMEA, KI-Funktionen über Google Ireland in einer EU-Region, jeweils mit Vertrag nach Art. 28 DSGVO.
Preis laut Anbieter
BASIC 0 €, PROFESSIONAL 60 €, ULTIMATE 125 € pro Monat im Jahresabo (regulär 72 € bzw. 150 €), ENTERPRISE auf Anfrage. Jahresabo: zwei Monate geschenkt.
Stand
17.09.2026

TendiGo

TendiGo UG (haftungsbeschränkt), Berlin

Bieter
Was es erzeugt
Suche mit E-Mail-Alerts, automatisierte Eignungsprüfung und ein Angebotssimulator ab Premium. Ab KI Professionell zusätzlich Entscheider-Identifikation und eine Vorhersage künftiger Ausschreibungen.
Vergabeplattformen
806 Vergabequellen im DACH-Raum, davon 602 eindeutig identifizierte Plattform-Domains und 196 aktive Plattformen mit mindestens 10 Bekanntmachungen im Jahr (Stand 22.04.2026).
Hosting und Serverstandort
Authentifizierung und Datenbank auf eigenen deutschen Servern, KI-Analyse über Google Vertex AI in der EU-Region, laut Anbieter ohne Nutzung der Inhalte für Modelltraining. AVV bei Registrierung.
Preis laut Anbieter
Kostenlos 0 €, Suche Basic 39 €, Premium 89 €, KI Professionell 230 € pro Monat, Enterprise auf Anfrage. 17 % Rabatt bei Jahreszahlung, also 32 €, 74 € und 191 €.
Stand
17.09.2026

Patterno

Patterno GmbH, Hamburg

Bieter
Was es erzeugt
Zwei Module: HIT prüft jede Ausschreibung einzeln gegen euer Firmenprofil, BID liest die Vergabeunterlagen und markiert K.-o.-Kriterien mit Seitenverweis sowie Fristen und Anforderungen. Angebotstexte und Dokumenten-Generierung gibt es erst ab Scale, die Formular-Befüllung nur im Enterprise-Plan.
Vergabeplattformen
4.677 Portale in 29 Ländern, als Quellen genannt unter anderem TED, DTVP, Vergabe24, Staatsanzeiger, eVergabe.de und Subreport ELViS.
Hosting und Serverstandort
Google Cloud in Frankfurt (europe-west3), semantische Suche über Google Gemini. Weitere Auftragsverarbeiter in den USA mit EU-Standardvertragsklauseln. AVV und NDA weist die Preisseite nur im Enterprise-Plan aus.
Preis laut Anbieter
Starter 99 €, Team 299 €, Scale 499 €, Enterprise 2.499 € pro Monat, bei Jahreszahlung 10 % günstiger. Zusatznutzer 29 €, zusätzliches Suchprofil 19 € pro Monat. Kein kostenloser Plan, keine ausgewiesene Probephase.
Stand
17.09.2026

tendric.ai

Tendric AI FlexCo, Wien

Bieter
Was es erzeugt
Anforderungen aus umfangreichen Lastenheften extrahieren und klassifizieren, DIN-EN-, ISO- und TSI-Referenzen gegen das eigene Normenregister abgleichen, Prüfaufgaben an 1 bis 5 Fachexperten routen und Antwortentwürfe aus internen Dokumenten erzeugen.
Vergabeplattformen
Keine Portalsuche. tendric.ai setzt an den Unterlagen an, die schon auf dem Tisch liegen, und zielt auf Bahntechnik, Maschinenbau, Energie und Infrastruktur.
Hosting und Serverstandort
Weder Hosting-Standort noch Subdienstleister oder Zertifizierung auf der Website ausgewiesen.
Preis laut Anbieter
Preis auf Anfrage. Kein Self-Service, Zugang nur über Vertriebsgespräch und Demo.
Stand
17.09.2026

DTAD

DTAD GmbH, Berlin

Bieter
Was es erzeugt
KI-Suche plus den chatbasierten Assistenten "Frank", der laut Anbieter die Erstanalyse übernimmt: Dokumente lesen, Eignungs- und Zuschlagskriterien extrahieren, Entscheidungsgrundlage in Minuten statt Stunden.
Vergabeplattformen
Über 12.000 Quellen, laut Anbieter 99,99 % aller in Deutschland veröffentlichten Ausschreibungen, dazu EU-weite und DACH-Bekanntmachungen.
Hosting und Serverstandort
Auf der Startseite nicht ausgewiesen. Lasst euch Serverstandort und AVV vor Vertragsschluss schriftlich geben.
Preis laut Anbieter
Preis auf Anfrage, keine öffentlichen Tarife, Vertriebsprozess mit Beratungsgespräch.
Stand
17.09.2026

Cosuno

Cosuno Ventures GmbH, Berlin

Bau: beide Seiten
Was es erzeugt
Ausschreibung von Bauleistungen an ein Nachunternehmer-Netzwerk, Anfragen und Angebotsvergleich an einer Stelle. Auf der Auftragnehmerseite bewirbt Cosuno eine KI-unterstützte Angebotserstellung.
Vergabeplattformen
Kein öffentliches Vergabeportal, sondern ein eigenes Netzwerk: laut Anbieter über 280.000 qualifizierte Nachunternehmer, über 600 Auftraggeber und über 4.000 Ausschreibungen im Monat.
Hosting und Serverstandort
Auf der deutschen Startseite nicht ausgewiesen.
Preis laut Anbieter
Preis auf Anfrage. Kostenlose Testversion laut Anbieter ohne Kreditkarte, Vollzugang über ein Vertriebsgespräch.
Stand
17.09.2026

ORCA AVA

ORCA Software GmbH

Ausschreibende Seite
Was es erzeugt
Leistungsverzeichnisse, Ausschreibung, Preisspiegel, Vergabe und Abrechnung nach VOB, DIN 276 und GAEB. Eine KI-Funktion weist ORCA auf der Preisseite nicht aus, das ist klassische AVA-Software.
Vergabeplattformen
Datenaustausch mit Bietern über GAEB, kein Monitoring öffentlicher Vergabeportale.
Hosting und Serverstandort
Lizenzsoftware für den eigenen Arbeitsplatz, die Preisliste weist Erst- und Zusatzlizenzen aus.
Preis laut Anbieter
Jahresabo inklusive Servicevertrag, Erstlizenz: Starter 828 €, Professional 1.788 €, Enterprise 2.388 € pro Jahr, zzgl. MwSt. Zusatzlizenzen 708 €, 1.428 € bzw. 1.908 €. Testversion verfügbar.
Stand
17.09.2026

Blau markiert: für Bieter gebaut. Grün markiert: für die ausschreibende Seite gebaut. Violett markiert: bedient im Bau beide Seiten. Alle Angaben stammen von den Anbieterseiten, nicht aus eigenen Tests.

Welches Werkzeug passt zu eurer Aufgabe?

Die schnelle Orientierung nach dem, was ihr heute tut.

Die acht Anbieter im Einzelnen

Was jeder Anbieter selbst über sein Produkt sagt, und was das für eine Kaufentscheidung bedeutet. Die Quellen stehen jeweils unter dem Abschnitt.

GovRadar

Vergabestelle

Das einzige Werkzeug im Vergleich, das für die Vergabestelle gebaut ist

GovRadar setzt an der Stelle an, an der alle anderen aufhören: vor der Bekanntmachung. Die Münchner GovRadar GmbH erzeugt Leistungsbeschreibungen und Vergabeunterlagen, laut Anbieter auf Basis von Millionen realer Vergabeunterlagen, und hält Abstimmung und Dokumentation in einem gemeinsamen Arbeitsraum für Fachbereich und Vergabestelle zusammen. Die Startseite nennt mehr als 600 Verwaltungen und bis zu 90 % Zeitersparnis bei der Erstellung. Kommunen in Nordrhein-Westfalen kommen über eine Landeslizenz kostenfrei hinein, über den ProVitako-Verbund nennt der Anbieter mehr als 9.000 Kommunen. Die Daten liegen laut Datenschutzerklärung ausschließlich auf Servern in der EU, den AVV gibt es auf Basis der EU-Standardvertragsklauseln. Einen Preis veröffentlicht GovRadar nicht, den fragt ihr an. Die 90 % beziehen sich auf den Entwurf, nicht auf die Prüfung: Die bleibt bei euch.

VergabePilot

Bieter

Der günstigste ernsthafte Einstieg auf der Bieterseite

VergabePilot der Ciconia Systems GmbH aus Stuttgart durchsucht nach Anbieterangabe über 300 deutsche Vergabeportale plus TED und bund.de und liefert Treffer als Alert, wöchentlich im kostenlosen BASIC-Plan, täglich ab PROFESSIONAL. Die KI fasst Vergabeunterlagen zusammen, erzeugt Checklisten und beantwortet Rückfragen zu den Dokumenten. Angebotserstellung und Formularassistent weist der Anbieter selbst als geplant aus, das ist also noch kein Kaufargument. Preise stehen offen auf der Website: BASIC 0 €, PROFESSIONAL 60 €, ULTIMATE 125 € pro Monat im Jahresabo, ENTERPRISE auf Anfrage. Gehostet wird in der AWS-Region Frankfurt, die KI-Funktionen laufen über Google Ireland in einer EU-Region, jeweils mit Vertrag nach Art. 28 DSGVO. Das ist eine EU-Verarbeitung auf US-Hyperscalern, kein rein deutscher Stack.

TendiGo

Bieter

Stark bei der Frage, ob ihr überhaupt geeignet seid

TendiGo aus Berlin ist der Anbieter, der die Eignungsprüfung am deutlichsten nach vorn zieht. Ab dem Premium-Plan prüft das Werkzeug automatisiert, ob euer Unternehmen die geforderten Kriterien erfüllt, und simuliert das Angebot, bevor ihr Arbeit hineinsteckt. Die Quellenbasis dokumentiert TendiGo ungewöhnlich sauber: 806 Vergabequellen im DACH-Raum, davon 602 eindeutig identifizierte Plattform-Domains und 196 aktive Plattformen mit mindestens zehn Bekanntmachungen im Jahr, Stand 22. April 2026. Wer sonst mit 4.000 Portalen wirbt, zählt anders. Authentifizierung und Datenbank laufen auf eigenen deutschen Servern, die KI-Analyse über Google Vertex AI in der EU-Region, laut Anbieter ohne Training mit euren Inhalten. Preise: 0 €, 39 €, 89 € und 230 € im Monat, mit 17 % Jahresrabatt.

Patterno

Bieter

Die breiteste Portalabdeckung, der klarste Sprung im Preis

Patterno aus Hamburg trennt sauber in zwei Module: HIT sucht und prüft jede Ausschreibung einzeln gegen euer Firmenprofil, BID liest die Vergabeunterlagen und markiert K.-o.-Kriterien mit Seitenverweis sowie Fristen und Anforderungen. Die Abdeckung ist die größte im Vergleich: 4.677 Portale in 29 Ländern, unter anderem TED, DTVP, Vergabe24, eVergabe.de und Subreport ELViS. Beim Preis lohnt der Blick in die Planmatrix, denn die Suche ist nicht das Teure: Angebotstexte und Dokumenten-Generierung gibt es erst ab Scale (499 € im Monat), die Formular-Befüllung sowie AVV und NDA nur im Enterprise-Plan (2.499 €). Gehostet wird auf Google Cloud in Frankfurt, die semantische Suche läuft über Google Gemini, weitere Auftragsverarbeiter sitzen in den USA. Einen kostenlosen Plan gibt es nicht.

tendric.ai

Bieter

Kein Suchdienst, sondern ein Werkzeug für dicke Lastenhefte

tendric.ai aus Wien löst ein anderes Problem als alle Suchplattformen: Die Ausschreibung liegt schon auf dem Tisch, sie hat nur tausende Einzelanforderungen. Spezialisierte KI-Agenten extrahieren und klassifizieren diese Anforderungen, gleichen DIN-EN-, ISO- und TSI-Referenzen gegen das interne Normenregister ab, routen jede Anforderung an die zuständigen Fachexperten und erzeugen Antwortentwürfe aus euren eigenen Dokumenten. Zielbranchen sind Bahntechnik, Maschinenbau, Energie und Infrastruktur, also genau die Bereiche, in denen ein Angebot ein halbes Projekt ist. Preise veröffentlicht die Tendric AI FlexCo nicht, der Zugang läuft über Vertrieb und Demo. Was auf der Website fehlt, ist ebenfalls eine Information: Weder Hosting-Standort noch Subdienstleister noch eine Zertifizierung sind ausgewiesen. Bei Lastenheften mit Kundenwissen darin lasst ihr euch beides schriftlich geben.

DTAD

Bieter

Der breiteste Datenbestand, die älteste Marke, die dünnste KI-Tiefe

DTAD aus Berlin ist seit rund 25 Jahren am Markt und kommt aus der Marktdaten-Ecke, nicht aus der KI-Ecke. Der Anbieter nennt über 12.000 Quellen und nach eigener Angabe 99,99 % aller in Deutschland veröffentlichten Ausschreibungen, dazu EU-weite und DACH-Bekanntmachungen. Die KI-Schicht darüber besteht aus einer semantischen Suche und dem chatbasierten Assistenten „Frank", der laut Anbieter die Erstanalyse übernimmt: Dokumente lesen, Eignungs- und Zuschlagskriterien extrahieren, Entscheidungsgrundlage in Minuten statt Stunden. Eine automatisierte Eignungsprüfung wie bei TendiGo oder ein K.-o.-Scan mit Seitenverweis wie bei Patterno steht dort nicht. Preise nennt DTAD nicht öffentlich, der Weg führt über ein Vertriebsgespräch. Zum Serverstandort sagt die Startseite nichts, das klärt ihr vor Vertragsschluss.

Cosuno

Bau: beide Seiten

Bau, aber ein privates Netzwerk statt öffentlicher Portale

Cosuno aus Berlin gehört in diesen Vergleich, weil dort dieselbe Arbeit anfällt, nur außerhalb des Vergaberechts. Generalunternehmen und Bauherren schreiben Gewerke an ein Nachunternehmer-Netzwerk aus und vergleichen die Angebote an einer Stelle. Der Anbieter nennt über 280.000 qualifizierte Nachunternehmer, über 600 Auftraggeber und über 4.000 Ausschreibungen im Monat. Auf der Auftragnehmerseite bewirbt Cosuno eine KI-unterstützte Angebotserstellung, auf der KI-Seite sieben Millionen Preisdaten als Grundlage für Preiseinschätzungen. Wichtig für die Einordnung: Das ist keine Alternative zu VergabePilot oder Patterno, denn hier läuft keine Suche auf öffentlichen Vergabeportalen. Es ist der private Kanal, über den Bauleistungen vergeben werden. Preise nennt Cosuno nicht, es gibt eine kostenlose Testversion, den Vollzugang über den Vertrieb.

ORCA AVA

Ausschreibende Seite

Die ehrliche Ausnahme: kein KI-Produkt, aber das Werkzeug für die Aufgabe

ORCA AVA steht hier, weil viele Suchen nach „KI für Ausschreibungstexte" eigentlich AVA-Software meinen. ORCA ist eine der etablierten deutschen Lösungen für Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung: Leistungsverzeichnisse erstellen, ausschreiben, Preisspiegel bilden, vergeben und abrechnen, konform zu VOB, DIN 276 und GAEB. Eine KI-Funktion weist ORCA auf der Preisseite nicht aus, und wir schreiben das so hin, statt es umzudeuten. Die Preise sind dafür die transparentesten im Vergleich: im Jahresabo inklusive Servicevertrag 828 € (Starter), 1.788 € (Professional) und 2.388 € (Enterprise) für die Erstlizenz, zzgl. MwSt., Zusatzlizenzen jeweils günstiger. Wer Leistungstexte mit KI entwerfen will, kombiniert ein solches AVA-System mit einem allgemeinen Assistenten und prüft jeden Text gegen die eigene Vorlage.

Die etablierte Vergabesoftware hat nachgerüstet

Diese drei Anbieter haben keine eigene Profilseite bei uns, weil ihr Kern kein KI-Produkt ist: Es sind gewachsene Fachverfahren, auf die seit 2026 KI-Funktionen aufgesetzt wurden. Für eine Kaufentscheidung ist das trotzdem der wichtigste Punkt, denn wenn euer Vergabemanagementsystem die Funktion ohnehin mitbringt, braucht ihr kein zweites Werkzeug.

cosinex

Das Bochumer Unternehmen betreibt das Vergabemanagementsystem, das viele deutsche Vergabestellen ohnehin nutzen, und hat 2026 den cosinex Intelligence Hub vorgestellt. Genannt werden eine CPV-Zuordnung per Retrieval-Augmented Generation, der Planungsassistent GovMind für Bedarfsaufnahme, Eignungskriterien und Wertschätzung sowie der Berater Argos im Deutschen Vergabeportal, der Firmenbeschreibungen in CPV-Codes und Suchprofile übersetzt. Das Sprachmodell wählt laut Anbieter der Kunde. Der Kern bleibt ein Fachverfahren, die KI sitzt darauf.

SIDOUN (KIAVA)

Der Freiburger AVA-Anbieter hat im März 2026 die Produktlinie KIAVA vorgestellt und bewirbt sie als erste AVA-Software mit integrierter KI. Die Assistentin IILSE beantwortet Fachfragen, prüft Leistungsverzeichnisse und hilft beim Formulieren von Leistungsbeschreibungen. Bemerkenswert für die Datenschutzprüfung: SIDOUN nennt als Sprachmodell standardmäßig ChatGPT, alternativ Microsoft 365 Copilot. Wer als öffentlicher Auftraggeber damit arbeitet, klärt vorher, welche Unterlagen dort hineingehen dürfen.

Mercell

Die europäische Beschaffungsplattform bedient beide Seiten, Vergabestellen und Lieferanten, und bewirbt inzwischen ein KI-Paket für die Angebotsarbeit. Preise stehen nicht auf der Seite, die Abdeckung wird als eine der größten in Europa beschrieben, ohne Zahl. Für einen belastbaren Vergleich der Trefferqualität reicht das nicht, deshalb steht Mercell hier im Text und nicht in der Tabelle.

Aus dem englischsprachigen Raum kommen außerdem die RFP-Plattformen Responsive und Loopio. Beide sind stark, wenn ein Bid-Team dieselben Fragenkataloge immer wieder beantwortet, etwa Sicherheitsfragebögen. Für deutsche Vergabeverfahren sind sie die schlechtere Wahl: kein deutschsprachiger Support, Hosting in den USA und keine Anbindung an deutsche Vergabeportale. Für Bauverträge lohnt daneben ein Blick auf Document Crunch zur Vertragsrisikoanalyse und auf die Preisdatenbank SIRADOS für LV-Positionen.

Was KI im Vergabeverfahren darf und was nicht

Ein eigenes KI-Vergaberecht gibt es nicht. Die Grenzen ziehen die allgemeinen Grundsätze des Vergaberechts, und die sind eindeutig genug, um daraus eine Arbeitsanweisung zu machen.

Erlaubt und sinnvoll

  • Recherchieren, strukturieren, zusammenfassen: hunderte Seiten Vergabeunterlagen auf Fristen, Kriterien und Widersprüche durchsuchen.
  • Entwürfe vorschlagen: Leistungstexte, Konzeptgliederungen, Antwortbausteine, Checklisten.
  • Formale Vollständigkeit vorprüfen: Welches Formblatt fehlt, welche Eigenerklärung ist nicht dabei.
  • Auf der Bieterseite praktisch den gesamten Angebotstext entwerfen. Die Verantwortung für den Inhalt tragt ihr ohnehin, unabhängig davon, wer ihn getippt hat.

Nicht erlaubt oder riskant

  • Entscheiden. Die Auswahl- und Zuschlagsentscheidung trifft der öffentliche Auftraggeber eigenverantwortlich, er bleibt Herr des Verfahrens. Ein Ergebnis abnicken reicht nicht, es muss gewürdigt und nachvollzogen werden.
  • Die Dokumentation ersetzen. § 8 Abs. 1 VgV verlangt eine von Beginn an fortlaufende Dokumentation in Textform, einschließlich der Kommunikation mit Unternehmen und der Gründe für Auswahlentscheidungen und Zuschlag. Absatz 2 zählt den Mindestinhalt des Vergabevermerks auf, darunter die Gründe der Nichtberücksichtigung. „Das Werkzeug hat es so bewertet" ist kein Grund.
  • Die Gleichbehandlung aushebeln. § 97 Abs. 1 GWB verlangt Wettbewerb und transparente Verfahren, Absatz 2 die Gleichbehandlung aller Teilnehmer. Ein Assistent, der Angebote unterschiedlich gründlich liest, weil das eine PDF sauber und das andere gescannt ist, gefährdet genau das.
  • Unbesehen geglaubt werden. Der Automatisierungsbias, also übermäßiges Vertrauen in maschinelle Ergebnisse, ist in der vergaberechtlichen Fachliteratur ausdrücklich als Risiko benannt.

Der Satz, an dem sich alles entscheidet

Das Deutsche Vergabeportal formuliert es in seiner Handreichung für Vergabestellen so: Eine KI darf analysieren, strukturieren und Formulierungsvorschläge liefern, entscheiden muss weiterhin der menschliche Auftraggeber. Praktisch heißt das: Vier-Augen-Prinzip für jeden Output, und weil Sprachmodelle nicht deterministisch arbeiten, gehören Prompt und Ergebnis mit in die Akte. Wer diesen Schritt auslässt, hat später kein Argument, wenn ein unterlegener Bieter fragt, warum sein Angebot schlechter bewertet wurde.

Bieterfragen haben eine harte Frist

§ 20 Abs. 3 Nr. 1 VgV verpflichtet zur Verlängerung der Angebotsfrist, wenn zusätzliche Informationen trotz rechtzeitiger Anforderung nicht spätestens sechs Tage vor Ablauf der Angebotsfrist bereitstehen, in beschleunigten Verfahren vier Tage. Die Verlängerung muss angemessen sein und entfällt, wenn die Information unerheblich ist. Für beide Seiten folgt daraus dasselbe: Fragen gehören an den Anfang der Bearbeitung, nicht ans Ende.

Zwei Entwicklungen, die 2026 relevant sind

Bund und Länder haben am 4. Dezember 2025 in der Föderalen Modernisierungsagenda festgehalten, dass der Einsatz von KI-Lösungen für Vergaben und die Erstellung von Vergabeunterlagen auf Bundes- und Landesebene bis zum 31. Dezember 2026 erprobt und ermöglicht werden soll. Parallel gilt seit dem 1. Juli 2026 das Vergabebeschleunigungsgesetz, verkündet am 18. Mai 2026 (BGBl. I Nr. 137). Es verschiebt den Eignungsnachweis: Eignung und das Nichtvorliegen von Ausschlussgründen werden regelmäßig durch Eigenerklärungen belegt, weitergehende Unterlagen sollen erst von aussichtsreichen Bewerbern verlangt werden. Für Bieter heißt das weniger Papier beim Angebot und mehr Prüfdruck kurz vor dem Zuschlag, für Vergabestellen eine zusätzliche Prüfschleife am Ende.

Und die KI-Verordnung?

Anhang III der KI-Verordnung zählt acht Hochrisiko-Bereiche auf, von Biometrie über Beschäftigung bis zur Rechtspflege. Die öffentliche Auftragsvergabe ist keiner davon. Ein Vergabeassistent ist also nicht schon deshalb ein Hochrisiko-System, weil eine Behörde ihn nutzt. Das Deutsche Vergabeportal weist allerdings darauf hin, dass ab August 2026 Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Texte greifen können, bei menschlicher Prüfung und redaktioneller Verantwortung aber entfallen. Beschafft ihr dagegen selbst ein KI-System, das in einen der acht Bereiche fällt, wird dessen Konformität zum Eignungs- und Zuschlagskriterium in eurer eigenen Ausschreibung.

Die drei Fehler, die Angebote teuer machen

Keiner davon ist ein Werkzeugproblem, und genau deshalb löst kein Abo sie. Jeder kostet aber Geld, das nie in einer Rechnung auftaucht.

  1. Bieterfragen erst kurz vor Abgabe stellen

    Die Widersprüche in den Unterlagen fallen beim Schreiben auf, und das ist zwei Tage vor der Frist. Dann hilft die Frage nichts mehr: § 20 Abs. 3 Nr. 1 VgV verlangt eine Verlängerung der Angebotsfrist nur, wenn zusätzliche Informationen trotz rechtzeitiger Anforderung nicht spätestens sechs Tage vor Ablauf der Angebotsfrist vorliegen, in beschleunigten Verfahren vier Tage. Wer zu spät fragt, hat nicht rechtzeitig angefordert und bekommt keine Verlängerung.

    Gegenmaßnahme: Lasst die Unterlagen am Tag des Downloads maschinell auf Lücken, Widersprüche und unklare Mengenangaben prüfen und stellt die Fragen sofort, nicht am Ende. Zweiter Punkt, den kein Werkzeug für euch löst: Weil § 97 Abs. 2 GWB die Gleichbehandlung vorschreibt, geht die Antwort an alle Teilnehmer. Eine Frage, die eure Lösungsidee verrät, verteilt ihr an den Wettbewerb. Fragt nach dem, was die Vergabestelle klarstellen muss, nicht nach dem, was ihr vorhabt.

  2. Die formale Prüfung an das Werkzeug abgeben

    Ein fehlendes Formblatt oder eine nicht abgegebene Eigenerklärung kostet den ganzen Auftrag, unabhängig davon, wie gut das Konzept war. Genau hier sind die Werkzeuge schwach, wo es wehtut: bei gescannten PDFs, bei Anlagen in ZIP-Archiven, bei Formularen, die als Bild vorliegen. Die Zusammenfassung liest sich vollständig, obwohl eine Datei nie gelesen wurde.

    Gegenmaßnahme: Nutzt die maschinelle Checkliste als Entwurf, nicht als Abnahme. Vor dem Hochladen geht eine zweite Person die Liste der eingereichten Unterlagen gegen das Verzeichnis der Vergabestelle durch, Datei für Datei. Das Vier-Augen-Prinzip kostet zwanzig Minuten und ist die billigste Versicherung im ganzen Prozess.

  3. Konzepttexte schreiben, ohne die Wertungsmatrix daneben zu legen

    Generierte Texte klingen flüssig und punkten trotzdem nicht, weil sie allgemein bleiben. Gewertet wird aber nach den bekanntgegebenen Zuschlagskriterien, und die verlangen Konkretes: benannte Referenzen, Personalstärke, Reaktionszeiten, Nachweise. Ein schöner Absatz über Qualitätsbewusstsein bekommt null Punkte, wenn das Kriterium nach der Zahl der einschlägigen Referenzprojekte fragt.

    Gegenmaßnahme: Baut die Gliederung des Angebots aus der Wertungsmatrix, ein Abschnitt je Kriterium, in derselben Reihenfolge. Dann füttert ihr das Werkzeug pro Abschnitt mit euren eigenen Zahlen, Namen und Projekten und lasst es formulieren, nicht erfinden. Was ihr nicht belegen könnt, steht nicht im Angebot: Im Zweifel ist es eine Zusage, an der ihr später gemessen werdet.

Wie der Ablauf in eurer Branche konkret aussieht

Ein Werkzeug auszuwählen ist der kleinere Teil. Der größere ist der Ablauf drumherum: wer welchen Schritt macht, wo der Prüfschritt sitzt, was ins Dokument darf. Dazu haben wir ausgearbeitete Anwendungsfälle, jeweils mit Aufwand, Datenfragen und Stolperstellen.

Ausschreibungsbearbeitung und Angebotserstellung

Der Grundablauf: Unterlagen analysieren, Kriterien extrahieren, Eignung prüfen, Antwortvorlagen erzeugen.

Zum Anwendungsfall

KI-Ausschreibungsassistent im Bau

Eingehende Unterlagen in Minuten auswerten, Risiken und Eignungsanforderungen sichtbar machen, Vorkalkulation strukturieren.

Zum Anwendungsfall

Leistungsverzeichnisse automatisch erstellen

Aus Projektbeschreibung und Plänen ein VOB-gerechtes LV entwerfen, statt Positionen von Hand zu tippen.

Zum Anwendungsfall

Ausschreibungstexte und Leistungsbeschreibungen

Für Architektur- und Planungsbüros: Entwürfe aus eigenen Planunterlagen und Musterdokumenten.

Zum Anwendungsfall

Wettbewerbsunterlagen vorbereiten

Auslobungen lesen und auswerten, damit auch kleine Büros bei anspruchsvollen Wettbewerben mitbieten.

Zum Anwendungsfall

Subunternehmer bewerten und auswählen

Angebote, Referenzen und Compliance-Status vergleichbar machen, bevor ihr vergebt.

Zum Anwendungsfall

Ausschreibungsmonitoring nach VOB/A im GaLaBau

Kommunale Portale dauerhaft überwachen und passende Leistungsverzeichnisse vorprüfen.

Zum Anwendungsfall

Transportausschreibungen und Frachtverhandlungen

Carrier-Angebote aus verschiedenen Formaten normalisieren und eine Losvergabe vorschlagen.

Zum Anwendungsfall

Krankenhausausschreibungen analysieren

TED, DTVP und evergabe.de screenen, Erfolgschancen bewerten, Anforderungen für den Vertrieb zusammenfassen.

Zum Anwendungsfall

Verteidigungsausschreibungen automatisch bewerten

Hunderte Seiten Leistungsverzeichnisse mit STANAG-Referenzen auf Eignungsvoraussetzungen und Aufwand prüfen.

Zum Anwendungsfall

Risikosätze im eigenen Angebot finden

Vage Formulierungen und versteckte Zusagen markieren, bevor der Auftraggeber unterschreibt.

Zum Anwendungsfall

Antragsprüfung in der Verwaltung

Der verwandte Fall auf der Behördenseite: Vollständigkeit und Plausibilität maschinell vorprüfen, entscheiden bleibt beim Menschen.

Zum Anwendungsfall

Für Unternehmen

Das Werkzeug ist gekauft. Der Ablauf fehlt noch.

Ein Abo findet Ausschreibungen. Es entscheidet nicht, ob ihr bietet, es schreibt kein Konzept, das zur Wertungsmatrix passt, und es dokumentiert kein Verfahren. Unser Training arbeitet an euren echten Unterlagen: klare Anweisungen für den Assistenten, ein Prüfschritt, der jemandem gehört, und eine Ablage, die auch in sechs Monaten noch zeigt, wie eine Bewertung zustande kam. Im kostenlosen Erstgespräch, 30 Minuten, sagen wir euch ehrlich, ob Beratung, ein Training oder ein Projekt passt, oder ob gerade nichts davon nötig ist.

KI-Training anfragen

Beratung, Trainings und Projekte im Überblick: Für Unternehmen

Konkrete Frage zu eurem Vergabe- oder Angebotsprozess?

Schreibt uns, worum es geht: Bieterseite oder Vergabestelle, welche Werkzeuge ihr schon habt, woran es gerade hakt. Wir antworten innerhalb von 1 bis 2 Werktagen und sagen auch dann etwas Nützliches, wenn daraus kein Auftrag wird.

Deine Daten werden ausschließlich zur Bearbeitung deiner Anfrage verwendet (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO). Mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Häufige Fragen zu KI bei Ausschreibungen und Vergabe

Kann KI Bieterfragen generieren?
Entwerfen ja, stellen müsst ihr sie selbst. Werkzeuge wie VergabePilot, TendiGo und Patterno lesen die Vergabeunterlagen und markieren Lücken, Widersprüche und unklare Mengenangaben, daraus wird eine Frageliste. Wichtig sind zwei Dinge, die kein Werkzeug regelt. Erstens die Frist: Nach § 20 Abs. 3 Nr. 1 VgV muss die Angebotsfrist nur verlängert werden, wenn zusätzliche Informationen trotz rechtzeitiger Anforderung nicht spätestens sechs Tage vor Ablauf vorliegen, in beschleunigten Verfahren vier Tage. Zweitens die Gleichbehandlung nach § 97 Abs. 2 GWB: Die Antwort geht an alle Teilnehmer. Eine Frage, die eure Lösungsidee verrät, verteilt ihr an den Wettbewerb.
Gibt es einen KI-Copiloten für Ausschreibungen?
Mehrere, aber sie meinen unterschiedliche Aufgaben. Für Bieter sind VergabePilot (ab 0 €, 60 € im Monat im Jahresabo), TendiGo (ab 0 €, 89 € für die automatisierte Eignungsprüfung) und Patterno (ab 99 €) die konkretesten Angebote im deutschsprachigen Markt, DTAD liefert mit dem Assistenten „Frank" eine Erstanalyse auf dem größten Datenbestand. Für Vergabestellen gibt es GovRadar für Leistungsbeschreibungen und Vergabeunterlagen, Preis auf Anfrage. Ein Werkzeug, das beides gleich gut kann, haben wir nicht gefunden. Stand: 17.09.2026.
Welche KI hilft Architekturbüros bei Ausschreibungen?
Für die Arbeit an Leistungsverzeichnis und Ausschreibungstext ist ORCA AVA das etablierte deutsche Werkzeug, nach VOB, DIN 276 und GAEB, im Jahresabo ab 828 € für die Starter-Edition. Eine KI-Funktion weist ORCA auf der Preisseite allerdings nicht aus. SIDOUN hat im März 2026 mit KIAVA eine AVA-Linie mit integrierter KI vorgestellt, die laut Anbieter standardmäßig ChatGPT als Sprachmodell nutzt. Für das Lesen von Auslobungen und Vergabeunterlagen reicht meist ein allgemeiner Assistent, den Ablauf beschreibt unser Use Case zu Wettbewerbsunterlagen. Wer selbst auf öffentliche Aufträge bietet, ergänzt eine Suchplattform wie VergabePilot oder Patterno.
Welche KI schreibt Ausschreibungstexte im Bau?
Es kommt darauf an, auf welcher Seite ihr steht. Schreibt ihr die Ausschreibung als öffentlicher Auftraggeber, erzeugt GovRadar Leistungsbeschreibungen und Vergabeunterlagen auf Basis realer Vergabeunterlagen, Preis auf Anfrage. Arbeitet ihr als Planungsbüro oder Bauunternehmen am Leistungsverzeichnis, ist das Feld der AVA-Software: ORCA AVA ohne ausgewiesene KI-Funktion, SIDOUN mit KIAVA seit März 2026, dazu Preisdatenbanken wie SIRADOS für die Positionen. Vergebt ihr Bauleistungen an Nachunternehmer, läuft das über ein Netzwerk wie Cosuno. Der Text bleibt in jedem Fall ein Entwurf, den jemand fachlich gegenliest.
Was ist eine KI-gestützte Ausschreibungsanalyse?
Gemeint ist das maschinelle Auswerten der Vergabeunterlagen, bevor jemand am Angebot arbeitet. Typischerweise vier Schritte: Dokumente aus PDF, Word, Excel und ZIP-Archiven einlesen, Fristen und Termine extrahieren, Eignungs- und Zuschlagskriterien herausziehen und K.-o.-Kriterien gegen das eigene Firmenprofil prüfen. Patterno nennt für den Dokumentenscan über 100 Seiten in 30 Sekunden und markiert Ausschlussgründe mit Seitenverweis, TendiGo prüft die Eignung ab dem Premium-Plan automatisiert, DTAD lässt den Assistenten „Frank" die Erstanalyse übernehmen. Das Ergebnis ist eine Entscheidungsgrundlage für bieten oder nicht bieten, keine Bewertung, auf die ihr euch ohne Kontrolle verlassen solltet.
Darf eine Vergabestelle KI im Vergabeverfahren einsetzen?
Für Analyse, Struktur und Formulierungsvorschläge ja, für die Entscheidung nein. Der öffentliche Auftraggeber bleibt Herr des Verfahrens und trifft Wertung und Zuschlagsentscheidung eigenverantwortlich, ein Abnicken maschineller Ergebnisse reicht nicht. § 8 VgV verlangt zusätzlich eine von Beginn an fortlaufende Dokumentation und einen Vergabevermerk mit den Gründen der Auswahl und der Nichtberücksichtigung. Rückenwind gibt es trotzdem: Bund und Länder haben am 4. Dezember 2025 in der Föderalen Modernisierungsagenda festgehalten, dass der Einsatz von KI-Lösungen für Vergaben und die Erstellung von Vergabeunterlagen bis zum 31. Dezember 2026 erprobt und ermöglicht werden soll. Als Hochrisiko-Bereich führt Anhang III der KI-Verordnung die öffentliche Auftragsvergabe nicht auf.

Quellen

Alle Anbieterseiten abgerufen am 17.09.2026, wo ein früheres Datum genannt ist, stammt die Angabe aus unserer letzten Prüfung für die jeweilige Tool-Seite. Preise und Funktionsumfang ändern sich, maßgeblich ist das Angebot des Anbieters. Wir haben keines der Werkzeuge im eigenen Einsatz getestet.

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