Leistungsverzeichnis erstellen und bearbeiten mit KI
KI erzeugt LV-Positionen mit VOB/C-Normtexten und prüft Langtexte auf Konformität. Was die AVA-Programme wirklich können, was kostenlos geht und wo es aufhört.
- Problem
- LV-Erstellung kostet Bautechniker:innen und Planer:innen Tage pro Projekt und konserviert Fehler aus kopierten Altversionen.
- KI-Lösung
- Ein LLM erzeugt LV-Positionen mit VOB/C-Normtexten und prüft Langtexte auf VOB- und DIN-Konformität, in der AVA-Software oder als Textassistenz daneben.
- Typischer Nutzen
- Der Routineanteil am LV schrumpft, die Prüfarbeit bleibt. Belastbare Einsparzahlen aus unabhängigen Studien gibt es zu diesem Thema nicht.
- Setup-Zeit
- 14 Tage Test, 4–6 Wochen bis zum Produktivbetrieb
- Kosteneinschätzung
- 0 € Einrichtung, 0–129 €/Monat netto je Lizenz
Kurzfazit
Ein vollständiges LV kostet mehrere Arbeitstage. KI kürzt davon den Routineanteil: Normtexte, Standardpositionen, Konformitätsprüfung der Langtexte. Wer eine GAEB-Datei nur öffnen oder bepreisen will, zahlt dafür nichts. Wer selbst ausschreibt, zahlt spätestens beim Textkatalog. ORCA AVA und RIB iTWO, die beiden meistgenannten Programme, weisen auf ihren Produktseiten keine KI-Funktion aus. Die gibt es bei NOVA AVA, Phase0 und SIDOUN KIAVA, ab 49 Euro netto im Monat.
Es ist Mittwoch, 14:30 Uhr.
Anna ist Bautechnikerin in einem Architekturbüro mit zwölf Mitarbeitenden. Auf ihrem Bildschirm liegt das LV eines Schulneubaus aus dem Jahr 2019, anderes Gewerk, anderer Auftraggeber. Aber die Rohbau-Positionen sind ähnlich genug. Sie öffnet das alte GAEB-File in ihrer AVA-Software und beginnt zu kopieren.
Position für Position. Beton C25/30, DIN 18331, Kubikmeter, passt. Mauerwerk 17,5er, DIN 18330, passt. Beim Schalungsgerüst zögert sie: Der Normtext weist auf eine Abrechnungsregel hin, die sie schon einmal anders gehört hat. Sie googelt kurz, findet keine eindeutige Antwort und lässt den alten Text stehen.
Am Donnerstag kommen die ersten Bieterfragen: Zwei Bieter verstehen nicht, wie die Außenwandschalung abzurechnen ist. Anna verbringt den Vormittag damit, Antworten zu formulieren und das LV zu korrigieren. Das kostet einen Tag Nacharbeit, für Fehler, die bereits im Ursprungs-LV steckten.
Das passiert nicht einmal. Das passiert jedes dritte Projekt.
Für Unternehmen
Nicht nur lesen, umsetzen.
Wir setzen Anwendungsfälle wie diesen mit euch um oder trainieren euer Team darauf. Das Erstgespräch kostet nichts.
Das echte Ausmaß des Problems
Das Leistungsverzeichnis ist das Herzstück jeder Ausschreibung im Bauwesen. Ohne präzises LV kein vergleichbares Angebot, keine rechtssichere Vergabe, kein reibungsloser Bauvertrag. Gleichzeitig ist die LV-Erstellung einer der zeitaufwändigsten manuellen Prozesse im deutschen Planungswesen: Ein vollständiges LV für einen Rohbau mit mehreren hundert Positionen bindet eine erfahrene Fachkraft mehrere Arbeitstage.
Wer ausschreibt, jongliert dabei mit mehreren Anforderungen gleichzeitig: Die Leistungsbeschreibung muss eindeutig, vollständig und wettbewerbsneutral sein, das schreibt die VOB/A vor. Die Positionen müssen mit den richtigen Normbezeichnungen, Einheiten und Abrechnungsregeln nach VOB/C aufgebaut sein. Und das Ganze muss im GAEB-Format exportierbar sein, damit Bietende ihre eigene Software nutzen können.
Das Problem verschärft sich mit Personalmangel: Erfahrene LV-Schreiber:innen sind teuer und schwer zu finden. Junge Mitarbeitende brauchen lange, bis sie die nötige Tiefe für ein vollständiges LV entwickelt haben. Das Resultat: In vielen Büros werden LVs aus alten Projekten kopiert und angepasst, was schnell geht, aber Fehler aus vergangenen Projekten konserviert und Normänderungen nicht berücksichtigt.
Zum Zeitgewinn durch KI gibt es hier keine belastbare Zahl. Wir haben keine unabhängige Studie gefunden, die den Zeitaufwand für LV-Erstellung mit und ohne KI gemessen hätte. Was kursiert, sind Anbieterangaben und Whitepaper von Herstellern, die das Ergebnis verkaufen. Diese Seite nennt deshalb keine Einsparquote. Wie viel es bei dir bringt, misst du in den ersten fünf Projekten selbst, und das ist ohnehin die einzige Zahl, die zählt.
Leistungsverzeichnis kostenlos erstellen oder bearbeiten: Freeware und GAEB-Viewer
Zwei Gruppen suchen hier nach “kostenlos” oder “Freeware”, und sie brauchen völlig Verschiedenes. Die eine Gruppe hat eine GAEB-Datei bekommen und will sie öffnen, lesen oder als Bieter bepreisen. Die andere schreibt selbst aus und will ein LV von Grund auf aufbauen. Für die erste Gruppe gibt es brauchbare kostenlose Programme. Für die zweite endet das Kostenlose an einer klaren Stelle, und zwar nicht bei der Software, sondern bei den Texten.
| Was du vorhast | Kostenlos möglich mit | Wo es aufhört |
|---|---|---|
| GAEB-Datei öffnen und ansehen | GAEB-Viewer von T&T Datentechnik, kostenlose Vollversion für Windows 10 und neuer; GAEB Viewer von Phase0 , im Browser und ohne Registrierung | Beide zeigen nur an. Kein Bearbeiten, keine Preise, kein Export |
| Datei auf GAEB-Konformität prüfen | GAEB-Viewer von T&T Datentechnik, prüft GAEB90, GAEB2000, GAEB XML und ÖNORM A 2063 | Meldet Fehler, Warnungen und Hinweise, korrigiert nichts |
| LV aufbauen und als GAEB exportieren | AVAPLAN Base, kostenfreie Edition ohne zeitliches Limit, mit LV, Kostenermittlung, Angebotsprüfung, Preisspiegel und GAEB-Im- und Export; SIDOUN Globe4all, laut Anbieter kostenlos | AVAPLAN Base hat keine Kostenprognose, keine Projektkostenübersicht und keine BIM/IFC-Schnittstelle. Die bezahlten Editionen starten bei 390 Euro Erstlizenz |
| VOB-gerechte Normtexte aus einem gepflegten Katalog | Nur die Demo. STLB-Bau bietet eine kostenlose Demoversion mit 16 Testdaten | Der Vollzugriff auf die 79 Leistungsbereiche ist lizenzpflichtig. Einen Listenpreis veröffentlicht der Anbieter nicht. Mit Listenpreis: SIRADOS , VOB- und DIN-gerechte Leistungstexte samt Baupreisen, ab 949 Euro im Jahr (Architektur Basic), ebenfalls nur mit Demo statt Gratiszugang |
| Normtext-Entwürfe formulieren lassen | Chatmodelle in der kostenlosen Stufe | Kein GAEB-Export, keine Positionsnummern, keine Katalogpflege. Du überträgst jeden Text von Hand |
Der eigentliche Kostenblock ist also nicht das Programm, sondern der Textkatalog. STLB-Bau wird von den Arbeitskreisen des GAEB aufgestellt, von der Dr. Schiller & Partner GmbH datentechnisch umgesetzt und von DIN herausgegeben. Wer mit einer kostenlosen AVA-Basisversion und ohne Katalog arbeitet, schreibt die Langtexte selbst, und landet damit wieder beim Kopieren aus Altprojekten. Genau der Kreis, den diese Seite aufbrechen will.
Und die KI in den kostenlosen Programmen? Gibt es nicht. Weder AVAPLAN Base noch SIDOUN Globe4all weisen eine KI-Funktion aus. Die LV-KI sitzt durchgehend in bezahlten Produkten. Kostenlos bleibt: die Datei öffnen, die Datei prüfen, ein einfaches LV aufbauen, und ein Chatmodell nebenher um Textvorschläge bitten.
Mit vs. ohne KI, ein ehrlicher Vergleich
| Kennzahl | Ohne KI | Mit KI im LV-Programm |
|---|---|---|
| Normtext für eine Standardposition | Aus Altprojekt kopieren oder aus dem Katalog suchen | Entwurf aus einer Beschreibung im Chat, Prüfung des Langtexts gegen VOB und DIN |
| Prüfung auf fehlende Zusätze wie “oder gleichwertig” | Auge der Fachkraft | Semantische LV-Prüfung, bei NOVA AVA Teil des Assistenten NEO |
| Zuordnung zu DIN-276-Kostengruppen | Manuell | Vorschlag durch das Programm (NOVA AVA) |
| Vollständigkeitsprüfung des LV | Checkliste und Erfahrung | Regelbasierte Prüfung, ersetzt die fachliche Prüfung nicht |
| Dauer eines vollständigen LV | Mehrere Arbeitstage | Nicht belegt. Keine unabhängige Messung verfügbar |
| Verantwortung für das Ergebnis | Planer:in | Planer:in, unverändert |
Die letzte Zeile ist die wichtigste. Was KI hier verschiebt, ist die Arbeitsteilung innerhalb des Entwurfs, nicht die Haftung.
Einschätzung auf einen Blick
Zeitersparnis, hoch (4/5) Die LV-Erstellung ist eine der zeitintensivsten Tätigkeiten im Planungsbüro, und der Routineanteil (Normtexte, Standardpositionen, Einheiten) lässt sich erheblich beschleunigen. Den Spitzenwert (5/5) belegt die Massenermittlung, weil sie aus Tagen Stunden macht. Die LV-Erstellung erfordert auch mit KI mehr Prüf- und Korrekturarbeit.
Kosteneinsparung, mittel (3/5) Eine KI-fähige AVA-Lizenz beginnt bei 49 Euro netto im Monat, die Einstiegshürde ist also niedrig. Die Einsparung ist aber indirekter als bei der Massenermittlung: Der Nutzen entsteht über Personalzeit und weniger Nacharbeit, nicht über einen abschaltbaren Kostenblock.
Schnelle Umsetzung, mittel (3/5) Die browserbasierten Anbieter geben dir 14 Tage kostenlos, technisch bist du in einer Stunde drin. Was Zeit kostet, ist der Rest: Positionsstammdaten strukturieren, Prüfroutine festlegen, das Team einarbeiten. Rechne mit vier bis sechs Wochen bis zum Produktivbetrieb, mehr als bei der Massenermittlung, deutlich weniger als bei der BIM-Analyse.
ROI-Sicherheit, niedrig (2/5) Hier haben wir bewusst abgewertet. Es gibt zu diesem Anwendungsfall keine unabhängige Untersuchung, die Zeitaufwand mit und ohne KI gemessen hätte, und die Herstellerzahlen sind Marketing. Der ROI ist plausibel und bei 49 Euro Monatslizenz schnell erreicht, aber du musst ihn selbst messen. Wer eine belegte Einsparquote erwartet, wird sie nirgends finden.
Skalierbarkeit, hoch (4/5) Mehr Projekte bedeuten mehr LVs, und der Mehraufwand pro zusätzlichem LV bleibt niedrig, weil der Positionsstamm einmal aufgebaut und dann immer wieder verwendet wird. Büros, die ihren Positionsstamm systematisch pflegen, profitieren überproportional.
Richtwerte, stark abhängig von Gewerk, Bürogröße und AVA-Software-Ausstattung.
Was das System konkret macht
KI-gestützte LV-Erstellung läuft in einem assistierenden Modus: Das System macht einen Entwurf, die Fachkraft prüft und gibt frei. Du gibst Projektbeschreibung, Pläne und Gewerk-Parameter ein, das Programm erzeugt daraus einen strukturierten LV-Entwurf mit Normtexten, Einheiten und Abrechnungsregeln.
Konkret: Du beschreibst „Stahlbetondecke 22 cm, 420 m², Expositionsklasse XC1, Güte C25/30, glatte Unterseite.” Daraus entsteht die Betondecken-Position mit Normtext, Einheit Kubikmeter, Abrechnungsregel und Nebenleistungen.
Die zweite Funktion ist die interessantere, weil sie näher an der eigentlichen Fehlerquelle sitzt: die Prüfung. Phase0 prüft die Langtexte laut Anbieter automatisch auf VOB- und DIN-Konformität. NOVA AVA prüft mit dem Assistenten NEO semantisch auf VOB-Konformität und erkennt nach eigenen Angaben etwa fehlende Zusätze wie „oder gleichwertig”, ordnet Positionen DIN-276-Kostengruppen zu und prüft Rechnungen und Nachträge. SIDOUN bündelt in KIAVA vier Bausteine unter dem Namen IILSE: eine Fachfrage-Funktion, eine LV-Prüfung, eine Textgenerierung und eine Positionssuche.
Das ist der eigentliche Hebel. Ein Entwurf entsteht in jedem Büro schnell, notfalls durch Kopieren. Was in Annas Fall gefehlt hat, war die zweite Meinung zur Abrechnungsregel.
Was KI nicht übernimmt: Die Vollständigkeitsprüfung bleibt Pflicht. Ein Modell erzeugt Positionen auf Basis von Mustern, es kennt weder den konkreten Bauherrenwunsch noch die Ortsüblichkeit des Marktes noch besondere lokale Anforderungen. Jede Position muss durch eine fachkundige Person freigegeben werden.
Konkrete Werkzeuge, was wann passt
Die Produktauswahl gehört nicht auf diese Seite. Dafür gibt es den AVA-Softwarevergleich mit sieben Programmen, Preisen, Schnittstellen und Serverstandorten. Hier steht nur, was für die Aufgabe LV-Erstellung zählt.
Die verbreitetsten Programme haben keine KI. ORCA AVA weist weder auf der Startseite noch auf der Produkt- oder Preisseite eine KI-Funktion aus (geprüft am 17.09.2026). Die öffentliche Preisliste ist inzwischen ein Abo: 828, 1.788 und 2.388 Euro netto im Jahr für die Erstlizenz der drei Editionen, Servicevertrag enthalten. Bei RIB iTWO liegt der Fall ähnlich: Den KI-Assistenten RIB Omni hat RIB im März 2026 vorgestellt, allerdings für die neue Plattform RIB Unify, nicht für iTWO. Wer heute KI im LV will und ORCA oder iTWO nutzt, wechselt entweder das Programm oder arbeitet mit einem Chatmodell daneben.
Die KI sitzt bei den kleineren Anbietern. NOVA AVA läuft im Browser, auch auf dem Mac, kostet netto 49, 89 oder 129 Euro je Lizenz und Monat und hat den Assistenten NEO laut Anbieter ohne Aufpreis an Bord, betrieben in einem eigenen Rechenzentrums-Hub in Frankfurt. Phase0 aus Berlin zielt auf Büros mit 1 bis 20 Mitarbeitenden, kostet netto ab 80 Euro je Nutzer und Monat, hat keine Mindestlaufzeit und erzeugt die LV-Grundstruktur im Chat. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Die Mengenermittlung ist auf der Produktseite als „Bald” markiert, IFC steht dort nicht. SIDOUN bewirbt KIAVA als „die erste AVA-Software mit KI”, nennt aber weder Preis noch Betriebsart noch Serverstandort.
ChatGPT und Claude als Textassistenz daneben. Du gibst die Leistungsbeschreibung ein, das LLM schlägt einen Normtext vor, du überträgst ihn von Hand. Kein GAEB-Export, keine Integration, aber sofort nutzbar und in der kostenlosen Stufe testbar. Für Büros, die ihr AVA-Programm nicht wechseln wollen, ist das der einzige Weg zur KI-Unterstützung im LV.
Nicht das richtige Werkzeug: VergabePilot taucht in Suchergebnissen zu diesem Thema regelmäßig auf, arbeitet aber auf der anderen Seite des Verfahrens. Es durchsucht Vergabeportale und extrahiert Fristen und Eignungskriterien für Bietende. Es schreibt nichts aus. Werkzeuge für Bietende und für Vergabestellen, die Leistungsbeschreibungen schreiben, stellt der Vergleich KI für Ausschreibung und Vergabe nebeneinander.
Wann welcher Ansatz:
- ORCA oder RIB iTWO im Einsatz, kein Wechsel geplant → Chatmodell daneben, Texte manuell übertragen
- Wechselbereit, Mac im Büro, KI gewünscht → NOVA AVA
- Kleines Büro, monatlich kündbar, HOAI und Zeiterfassung gleich mit → Phase0
- Erst gar nichts zahlen, nur GAEB-Dateien öffnen → GAEB-Viewer oder AVAPLAN Base
Datenschutz und Datenhaltung
LVs enthalten in der Regel keine personenbezogenen Daten. Ausnahmen: Wenn auftraggeberspezifische Anforderungen oder interne Preiskalkulationen im Dokument stecken. Das Hauptrisiko ist Vertraulichkeit. Wettbewerbsrelevante Ausschreibungsunterlagen gehören nicht ohne Vertrag auf fremde Server.
Beim Serverstandort trennt sich das Feld deutlich. NOVA AVA betreibt die KI nach eigenen Angaben in einem eigenen Hub in einem Frankfurter Rechenzentrum und mit eigenen Fachmodellen statt externer KI-Dienste. Phase0 gibt „entwickelt und gehostet in DE” an. SIDOUN nennt zu KIAVA weder Betriebsart noch Serverstandort und bindet laut eigener Beschreibung ChatGPT und Microsoft 365 Copilot an, das solltest du vor einer Entscheidung klären. Bei ChatGPT und Claude gilt: vertrauliche Projektinhalte nur mit aktiver Datenschutzkonfiguration (keine Trainingsnutzung) und mit AVV.
Für öffentliche Vergabeverfahren nach VOB/A kommt ein zweiter Punkt dazu: Kläre vorab, ob die Nutzung externer KI-Dienste in der Planungsphase zulässig ist. Manche öffentlichen Auftraggeber haben dazu eigene Vorgaben.
Klingt das nach eurem Alltag? Ob sich dieser Use Case bei euch rechnet, klären wir im Erstgespräch: 30 Minuten, kostenlos.
Erstgespräch anfragenWas es kostet, realistisch gerechnet
Stufe 0, kostenlos: GAEB-Viewer oder AVAPLAN Base, plus ein Chatmodell in der kostenlosen Stufe. Keine KI im Programm, kein Textkatalog, aber ausreichend, um zu sehen, ob dir die Textvorschläge überhaupt taugen.
Stufe 1, Chatmodell daneben: 8 bis 23 Euro im Monat je Person ( ChatGPT Go oder Plus in Deutschland), Claude Pro bei 20 US-Dollar im Monat. Kein GAEB-Export, kein Setup, sofort nutzbar.
Stufe 2, AVA-Software mit KI: ab 49 Euro netto je Lizenz und Monat (NOVA AVA Starter) oder ab 80 Euro netto je Nutzer und Monat ( Phase0 Simple). Dazu kommt, was du an Textkatalog lizenzierst.
Die Rechnung, andersherum aufgezogen. Weil es keine belegte Einsparquote gibt, rechne nicht mit einer Ersparnis, sondern mit dem Break-even. Bei einem kalkulatorischen Stundensatz von 38 Euro brutto inklusive Lohnnebenkosten ist eine Lizenz zu 49 Euro netto bezahlt, sobald sie im Monat rund 80 Minuten spart. Bei 80 Euro sind es gut zwei Stunden. Setz deinen eigenen Stundensatz ein, die Frage bleibt dieselbe: Spart das Programm im Monat zwei Stunden? Bei zwei vollständigen LVs pro Monat ist das eine sehr niedrige Hürde.
Der teurere Posten steht ohnehin woanders. Die ersten Wochen kosten dich Zeit, bevor sie welche sparen: Positionsstamm strukturieren, Prüfroutine festlegen, Team einarbeiten. Diesen Aufwand solltest du in der Entscheidung ansetzen, nicht die Lizenzgebühr.
Wenn ihr diesen Schritt nicht nebenher machen wollt: Wir bauen solche Abläufe mit Teams auf, in denen niemand programmiert, an euren echten LVs statt an Beispielen. Für Unternehmen steht, wie das läuft. Das Erstgespräch kostet nichts, und wenn gerade nichts davon nötig ist, sagen wir das auch.
Drei typische Einstiegsfehler
1. KI-Normtexte ohne VOB-Kenntnis übernehmen. Das Tool liefert Texte, die nach VOB/C klingen. Aber passt die Abrechnungsregel zur konkreten Bauleistung? Wer die VOB nicht kennt, kann das nicht prüfen. Das Ergebnis ist ein LV, das professionell aussieht und in der Ausführungsphase Interpretationsspielräume lässt. Lösung: Das Ergebnis immer durch jemanden mit VOB-Erfahrung prüfen lassen, zumindest in der Einführungsphase.
2. Keinen Positionsstamm aufbauen. Ein LV-Assistent wird besser, wenn er auf eine gepflegte Positionsdatenbank oder auf die eigenen historischen Ausschreibungen zugreifen kann. Wer das überspringt, bekommt generische Texte statt der bewährten Formulierungen des eigenen Büros. Investiere zwei bis vier Tage darin, die besten LVs der letzten drei Jahre als Referenz zu strukturieren.
3. Nur die Erstellung optimieren, nicht die Prüfung. Ein schneller Entwurf nützt wenig, wenn die Prüfschleife genauso lang bleibt wie vorher. Definiere von Beginn an, was geprüft werden muss (kritische Positionen, Sonderleistungen, Risikopositionen) und was als Programm-Output direkt akzeptiert wird (Standardtexte bekannter Gewerke). Sonst ist der Zeitgewinn illusorisch.
Was mit der Einführung wirklich passiert, und was nicht
Erfahrene LV-Schreiber:innen sind oft skeptisch: „Das Tool kennt unsere Standards nicht.” Das stimmt für das erste Projekt und für die ersten fünf. Die kritische Phase ist die dritte bis achte Woche: Das Programm liefert Ergebnisse, aber das Prüfen dauert noch ähnlich lang wie früher. Das ist normal und kein Zeichen dafür, dass die Einführung scheitert.
Typische Aussage in Woche 4: „Das spart mir keine Zeit, weil ich alles sowieso noch einmal lese.” Das ist die Lernphase. Sie endet, wenn jemand festgelegt hat, welche Positionstypen ungeprüft durchgehen. Ohne diese Festlegung endet sie nie.
Was hilft: Starte mit einem Gewerk, das du gut kennst und bei dem du die Ergebnisse schnell beurteilen kannst. Nicht mit dem komplexesten Projekt, das du gerade hast. Ein überschaubares Mauerwerk-LV als erstes Pilotprojekt ist besser als ein Heizungsinstallations-LV mit 600 Positionen.
Realistischer Zeitplan mit Risikohinweisen
| Phase | Dauer | Was passiert | Typisches Risiko |
|---|---|---|---|
| Ist-Analyse | Woche 1 | Wie lange dauert ein LV heute, welche Fehlertypen treten auf, welches Programm ist im Einsatz | Ohne Startmessung gibt es später keinen Vergleich, und der Nutzen bleibt Behauptung |
| Test | Woche 2–4 | Ein echtes Projekt im 14-Tage-Test erstellen und mit dem manuellen LV vergleichen | Pilotprojekt zu komplex. Mit einem einfachen, überschaubaren Gewerk beginnen |
| Einarbeitung | Woche 4–6 | Team schulen, Workflow definieren, Prüfcheckliste aufbauen, Positionsstamm strukturieren | Schulung zu kurz, die Prüfregeln bleiben ungeschrieben |
| Produktivbetrieb | Ab Woche 7 | Alle neuen LVs mit Unterstützung erstellen, Qualitätsprüfung standardisieren | Kein Vier-Augen-Prinzip bei generierten Positionen |
Häufige Einwände, und was dahintersteckt
„KI kennt die VOB nicht tief genug, wir haften für fehlerhafte Ausschreibungen.” Die Haftung liegt immer bei der unterzeichnenden Planerin, daran ändert KI nichts. Was sich ändert: Der Erstentwurf muss fachkundig geprüft werden, genau wie der Entwurf einer Berufseinsteigerin. Programme mit eigener LV-Prüfung testen gegen VOB und DIN, aber lokale Marktgepflogenheiten und bautechnische Besonderheiten des Projekts bringt die Fachkraft ein.
„Unsere Projekte sind so individuell, dass Standardtexte nicht funktionieren.” Das stimmt für einen Teil des LVs: projektspezifische Sonderleistungen, besondere Konstruktionen, ungewöhnliche Materialanforderungen. Aber selbst bei individuellen Projekten ist der Großteil der Positionen Standard: Erde ausheben, Beton einbauen, Mauerwerk mauern. Diese Routinepositionen sind genau das, was ein Assistent schnell liefert. Deine Fachkompetenz investierst du dann in die Stellen, die sie wirklich brauchen.
„Wir nutzen ORCA, da ist doch sicher KI drin.” Nein. Auf Startseite, Produktseite und Preisseite von ORCA AVA steht keine KI-Funktion (geprüft am 17.09.2026). Dasselbe gilt für NEVARIS Build und CaliforniaX. Das ist kein Vorwurf an die Programme, sie sind aus anderen Gründen gut. Aber wer KI im LV erwartet, muss sie explizit suchen.
Woran du merkst, dass das zu dir passt
- LV-Erstellung erzeugt regelmäßig Kapazitätsengpässe, Projekte warten, weil das LV noch nicht fertig ist
- Bieterfragen häufen sich, weil Positionen unklar formuliert oder unvollständig sind
- Dein Team kopiert LVs aus Altprojekten und setzt damit bekannte Fehler fort
- Junge Mitarbeitende brauchen Monate, um eigenständig vollständige LVs zu schreiben
Wer es (noch) nicht tun sollte: Büros mit weniger als zwei LVs pro Monat oder mit ausschließlich sehr individuellem Sondergewerk-Portfolio (Spezialtiefbau, Denkmalpflege, spezifische Industriekonstruktionen) haben weniger Standardpositionen, auf die ein Assistent sinnvoll aufsetzt. Ebenfalls noch nicht: Büros, die ORCA oder iTWO nutzen und einen Programmwechsel ausschließen. Für sie bleibt nur die Textassistenz daneben, und die rechtfertigt keinen Einführungsprozess, die probiert man einfach aus.
Das kannst du heute noch tun
Öffne ChatGPT oder Claude und teste, wie gut das für dein Standardgewerk funktioniert. Beschreibe eine typische Leistung aus einem aktuellen Projekt und lass dir den VOB/C-Normtext erzeugen. Vergleiche das Ergebnis mit deinem eigenen LV-Text. Das kostet zehn Minuten und zeigt dir, ob der Ansatz für dein Gewerk taugt.
Mitarbeiter:in
KI-Assistent
Häufige Fragen zur LV-Erstellung mit KI
Kann ich ein Leistungsverzeichnis kostenlos erstellen? Teilweise. AVAPLAN bietet mit Base eine kostenfreie Edition ohne zeitliches Limit, SIDOUN nennt Globe4all kostenlos. Damit baust du ein LV auf und exportierst GAEB. Was nicht kostenlos ist: der gepflegte VOB-Textkatalog. STLB-Bau stellt eine Demoversion mit 16 Testdaten bereit, der Vollzugriff auf die 79 Leistungsbereiche ist lizenzpflichtig. Eine KI-Funktion hat keines der kostenlosen Programme.
Wie bearbeite ich eine GAEB-Datei ohne AVA-Software? Öffnen und ansehen geht kostenlos, etwa mit dem GAEB-Viewer von T&T Datentechnik als Vollversion für Windows oder mit dem GAEB Viewer von Phase0 direkt im Browser, ohne Registrierung. Beide zeigen nur an. Für Bearbeiten, Bepreisen und Export brauchst du ein Programm, das schreiben darf, etwa AVAPLAN Base kostenlos oder die 14-tägige Testphase eines Abo-Anbieters.
Welche AVA-Software hat wirklich KI? Nach unserer Prüfung am 17.09.2026: NOVA AVA (Assistent NEO), Phase0 (LV-Grundstruktur im Chat plus VOB- und DIN-Prüfung der Langtexte) und SIDOUN KIAVA (IILSE). ORCA AVA, NEVARIS Build und CaliforniaX weisen auf ihren Produktseiten keine KI-Funktion aus, und RIB iTWO auch nicht, der Assistent RIB Omni gehört zur Plattform RIB Unify. Details im AVA-Softwarevergleich.
Kann ChatGPT ein Leistungsverzeichnis erstellen? Als Textassistenz ja: ChatGPT und Claude erzeugen brauchbare Entwürfe für einzelne Positionen, liefern aber keinen GAEB-Export und keine AVA-Integration. Für ein vollständiges, exportierbares LV brauchst du ein AVA-Programm. Die Formulierungen ersetzen keinen lizenzierten Textkatalog, sie sind ein Entwurf, den du prüfst.
Ist ein KI-generiertes Leistungsverzeichnis VOB-konform? Der Entwurf kann VOB/C-konforme Normtexte enthalten, die Verantwortung bleibt bei der unterzeichnenden Planerin. Jede Position muss fachkundig geprüft werden, besonders Abrechnungsregeln und projektspezifische Sonderleistungen. Manche Programme prüfen Langtexte automatisch gegen VOB und DIN, das ist eine Vorprüfung, keine Freigabe.
Was kostet KI-gestützte LV-Erstellung? Als Textassistenz 8 bis 23 Euro im Monat je Person. Als AVA-Software mit eigener KI ab 49 Euro netto je Lizenz und Monat (NOVA AVA Starter) oder ab 80 Euro netto je Nutzer und Monat (Phase0 Simple). Dazu kommt der Textkatalog, für den es keinen veröffentlichten Listenpreis gibt.
Wie viel Zeit spart KI bei der LV-Erstellung wirklich? Das wissen wir nicht, und niemand sonst weiß es belegt. Wir haben keine unabhängige Untersuchung gefunden, die den Aufwand mit und ohne KI gemessen hat. Herstellerangaben nennen hohe Prozentwerte, sind aber Eigenwerbung. Miss die ersten fünf LVs selbst mit Stoppuhr, das ist die einzige Zahl, die für dein Büro gilt.
Quellen & Methodik
- ORCA AVA, Preise und Editionen: Abo-Preise der Erstlizenzen 828 / 1.788 / 2.388 Euro netto im Jahr, Servicevertrag enthalten; keine KI-Funktion auf Start-, Produkt- oder Preisseite (orca-ava.de/preise, abgerufen am 17.09.2026).
- RIB iTWO und RIB Omni: iTWO-Preisseite nennt keine Zahlen; der KI-Assistent RIB Omni wurde im März 2026 für die Plattform RIB Unify vorgestellt (rib-software.com, abgerufen am 17.09.2026).
- NOVA AVA, Tarife und Assistent NEO: Starter 49 €, Easy 89 €, Business 129 € netto je Lizenz und Monat, BIM-Add-on 40 €, 14 Tage kostenlos; NEO mit semantischer VOB-Prüfung, DIN-276-Zuordnung, Betrieb in einem eigenen Hub in Frankfurt (nova-ava.de/preise und nova-ava.de, abgerufen am 17.09.2026).
- Phase0, Tarife und Funktionsumfang: Simple 80 €, Plus 120 €, Pro 160 € netto je Nutzer und Monat, keine Mindestlaufzeit, 14 Tage kostenlos; LV-Grundstruktur im Chat, automatische Prüfung der Langtexte auf VOB- und DIN-Konformität, GAEB 90 / 2000 / DA XML, Mengenermittlung als „Bald” markiert (phase0.com/ava-software und phase0.com/preise, abgerufen am 17.09.2026).
- SIDOUN KIAVA und Globe4all: KI-Assistenz IILSE mit vier Bausteinen, Anbindung an ChatGPT und Microsoft 365 Copilot; Globe4all laut Anbieter kostenlos, Preise für Globe und KIAVA auf Anfrage (sidoun.de/loesungen/kiava, abgerufen am 17.09.2026).
- AVAPLAN Base, kostenfreie Edition: „Zum Kennenlernen und Testen können Sie AVAPLAN Base (kostenfreie Edition) gerne unverbindlich nutzen”, ohne zeitliches Limit; bezahlte Editionen Lite 390 €, Pro 890 €, ProPlus 1.290 € Erstlizenz (avaplan.de, abgerufen am 17.09.2026).
- GAEB-Viewer: kostenlose Vollversion für Windows 10 und neuer, zeigt GAEB90, GAEB2000, GAEB XML und ÖNORM A 2063 an und prüft auf Konformität, ohne Bearbeiten und ohne Export. Anbieter: T&T Datentechnik GmbH, Ludwigsfelde (gaeb-tools.de, abgerufen am 17.09.2026).
- GAEB Viewer im Browser: kostenlos und ohne Registrierung, Anzeige von Positionen, Mengen, Preisen und Texten; Bearbeiten und Export nur mit der Vollversion (phase0.com/gaeb-datei-bearbeiten, abgerufen am 17.09.2026).
- SIRADOS, Preise: Architektur Basic 949 Euro, kein Gratis-Plan, nur eine Demoversion (sirados.de/produktuebersicht, abgerufen am 03.10.2026); Abrechnung als Jahresabo zzgl. MwSt. laut unserer Toolseite SIRADOS .
- STLB-Bau: 79 Leistungsbereiche, aufgestellt von den Arbeitskreisen des GAEB, datentechnisch umgesetzt von der Dr. Schiller & Partner GmbH, herausgegeben von DIN; kostenlose Demoversion mit 16 Testdaten, Vollzugriff lizenzpflichtig, kein veröffentlichter Listenpreis (dbd.de/stlb-bau, abgerufen am 17.09.2026).
- Marktüberblick AVA-Software: eigene Recherche zu sieben Programmen mit Preisen, Schnittstellen, Betriebsart und KI-Funktion, alle Angaben gegen die Herstellerseiten geprüft am 17.09.2026, siehe AVA-Softwarevergleich.
- Nicht belegbar und deshalb nicht auf dieser Seite: Einsparquoten für die LV-Erstellung durch KI. Wir haben keine unabhängige Untersuchung gefunden, die Aufwand mit und ohne KI gemessen hat. Herstellerangaben und Whitepaper von Anbietern zählen wir nicht als Beleg.
- Stundensatz 38 Euro in der Break-even-Rechnung ist ein kalkulatorischer Ansatz inklusive Lohnnebenkosten, keine Erhebung. Setz deinen eigenen Wert ein.
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Du weißt jetzt, was möglich ist. Fehlt noch die Umsetzung?
Viele, die diesen Use Case lesen, versuchen es danach allein. Das kostet Wochen: Datenschutzfragen, Toolauswahl, Prompt-Engineering, interne Überzeugungsarbeit. Wir kennen diese Stolperstellen, weil wir das Setup schon gebaut haben. Schreib uns kurz, das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.
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Konzeptentwicklerin
Ich frage nicht, was KI kann. Ich frage, was du in deinem Alltag damit anfängst. Erst wenn ich eine ehrliche Antwort habe, entsteht daraus ein konkreter Use Case. Fehlt ein Anwendungsfall, der zu dir passt? Schreib mir kurz.