Responsive
Responsive (vormals RFPIO)
Strategic-Response-Management-Plattform für RFPs, RFIs, DDQs und Sicherheitsfragebögen. Setzt stark auf KI: KI-gestütztes Drafting & Q&A, ein AI & Automation Studio ab der Emerging-Edition und flexible Custom AI für Enterprise. Zielt auf Enterprise-Vertriebsorganisationen mit komplexen, oft mehrsprachigen Antwortprozessen. Ehemals RFPIO, seit 2023 unter neuem Namen und mit erweitertem SRM-Fokus.
Kosten: Sales-led Pricing; vier Editionen (Lite, Emerging, Growth, Enterprise); Lite ab 5.000 USD/Jahr für 5 Nutzer, höhere Editionen nur auf Anfrage; Implementation-Fee zusätzlich
Kategorien
Stärken
- Starker AI-Layer: KI-gestütztes Drafting & Q&A, AI & Automation Studio (ab Emerging) und Custom AI (Enterprise)
- Sehr breite Anwendung über RFPs hinaus: Security Questionnaires (SIG, CAIQ), DDQs, IT-Audits, Vendor Assessments
- Robuste Integrationen mit gängigen CRM-, Collaboration- und Sales-Enablement-Systemen (u. a. Salesforce, HubSpot, Slack, Microsoft 365)
- Granulare Zugriffsrechte und Business Units, wichtig bei sensiblen Antwortbibliotheken mit mehreren Geschäftsbereichen
- Solide Compliance-Basis: ISO 27001, ISO 27701, ISO 42001, SOC 2, CSA STAR Level 1, GDPR- und CCPA-Konformität
- Marktführer-Skala in der RFP-/SRM-Kategorie mit großer Enterprise-Kundenbasis
Einschränkungen
- Hohe Komplexität, sinnvoll erst ab dediziertem Bid-Team mit Proposal Manager
- US-Hosting, DSGVO-konformer Einsatz erfordert aktive AVV-Konfiguration und Datenklassifizierung
- Implementation-Fee oft 30–40 % zusätzlich zum Lizenzpreis im ersten Jahr
- Englisch-zentrisches UI; deutsche Antwortqualität hängt stark von der eingespeisten Bibliothek ab
- Keine transparente Preisliste, vier Editionen, aber Kosten nur über Sales-Demo verfügbar
- Lite-Edition ohne das volle AI & Automation Studio (erst ab Emerging-Edition)
Passt gut zu
Kurzfazit
Responsive, bis 2023 unter dem Namen RFPIO bekannt, ist einer der Marktführer im Strategic Response Management: dem Antworten auf RFPs, RFIs, DDQs und Sicherheitsfragebögen. Eine große Enterprise-Kundenbasis vertraut der Plattform bei Antwortvolumina, die mit klassischen Word-Templates und SharePoint nicht mehr zu bewältigen sind. Die KI-Schicht (Drafting, Q&A, das AI & Automation Studio sowie Custom AI für Enterprise) ist substanziell, nicht aufgesetzt. Die Schattenseiten sind Enterprise-typisch: weitgehend intransparentes Pricing oberhalb der Lite-Edition, spürbare Implementierungskosten und ein US-Hosting, das DSGVO-Compliance zur konfigurativen Aufgabe macht. Für deutsche KMU mit zehn RFPs pro Jahr ist Responsive überdimensioniert, für Bid-Teams mit dreistelligem Antwortvolumen pro Jahr ist es eine der ernstzunehmendsten Plattformen am Markt.
Für wen ist Responsive?
Enterprise-Bid-Teams: Wer mit dediziertem Proposal Manager und mehrköpfigem Bid-Team arbeitet und pro Jahr drei- bis vierstellige Antwortvolumina bewältigt, ist die Kernzielgruppe. Antwortbibliotheken mit zehntausenden Q&A-Paaren werden hier effizient verwaltet, versioniert und KI-gestützt wiederverwendet.
SaaS-Anbieter mit regelmäßigen Sicherheitsfragebögen: CAIQ, SIG Lite, ISO-Audits, individuelle Kunden-Security-Assessments, wer monatlich mehrere solcher Fragebögen beantworten muss, spart mit Responsive massiv Zeit. Die KI zerlegt die Eingabedokumente automatisch in Einzelfragen und schlägt aus der bestehenden Bibliothek Antworten vor, die ein Security-Experte nur noch validiert.
Beratungen und Systemintegratoren: Kollaborative Angebotsprozesse mit Beiträgen aus Recht, Technik, Liefermanagement und Vertrieb. Responsive routet einzelne Fragen automatisch an die richtigen SMEs, hält den Bearbeitungsstatus transparent und gleicht inkonsistente Antworten ab.
Regulierte Branchen mit DDQ-Volumen: Pharma, Banken, Versicherungen und Asset Manager bearbeiten regelmäßig Due-Diligence-Questionnaires von Investoren, Aufsichtsbehörden und Audit-Partnern. Business Units, granulare Rechte und Audit-Logs sind hier nicht nice-to-have, sondern Pflicht.
Weniger geeignet für: KMU mit weniger als zehn RFPs pro Jahr (der Setup-Aufwand frisst den Mehrwert), Organisationen ohne dediziertes Proposal Management (Tool ohne Team verpufft), Branchen mit harten EU-Datenresidenz-Anforderungen ohne Bereitschaft zur AVV-Klärung, sowie reine deutsche Public-Sector-Vergaben, dort lohnt sich ein Blick auf Bidfix oder spezialisierte EU-Anbieter mit nativer VgV-/UVgO-Unterstützung.
Preise im Detail
Responsive nennt für die Einstiegs-Edition einen Listenpreis, die drei höheren Editionen laufen über den Sales-Prozess. Es gibt vier Editionen mit klarer Staffelung der Funktionen:
| Edition | Preis (Stand Juni 2026) | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Lite | ab 5.000 USD/Jahr für 5 Nutzer | Zentrale Content Library, KI-gestütztes Drafting & Q&A, Basis-Projektkollaboration, smarte Suche & Quality Insights, sichere Datenintegration |
| Emerging | auf Anfrage | Lite + unbegrenzte Response Projects, AI & Automation Studio, unbegrenzte Inhalte & Kollaboration, Integrationen & Zugriffskontrolle, Admin-Reporting |
| Growth | auf Anfrage | Emerging + Intake Request, LookUp & eSignature, erweiterte Integrationen, erweiterte Zugriffskontrollen, Premium-Deployment & -Support, flexibles Hosting |
| Enterprise | auf Anfrage | Growth + flexible Custom AI, Enterprise-Security & -Controls, erweitertes Reporting, Premium-Konnektoren |
Einordnung: Verlässlich kommuniziert ist nur der Lite-Einstiegspreis von 5.000 USD/Jahr für fünf Nutzer. Alles darüber wird im Sales-Prozess individuell ausgehandelt, Treiber sind Anzahl Nutzer, Edition, AI-Volumen und Add-ons. Für mehrköpfige Bid-Teams mit höheren Editionen liegen reale Jahreswerte erfahrungsgemäß deutlich höher, oft im fünfstelligen USD-Bereich, belastbare Listenpreise nennt Responsive dafür aber nicht. Rechne zusätzlich im ersten Jahr mit einer Implementation-Fee für Bibliotheksaufbau, Datenmigration, Integrationen und SME-Onboarding ein. Die Lite-Edition wirkt verlockend, liefert aber nicht das volle AI & Automation Studio, das beginnt erst ab Emerging.
Stärken im Detail
Der AI-Layer ist substanziell. Responsive war einer der ersten Anbieter, die KI nicht nur als Add-on, sondern als zentralen Workflow-Baustein eingebaut haben. Eine Requirements-Analyse zerlegt eingelesene RFPs automatisch in Einzelfragen, KI-gestütztes Drafting schlägt aus Bibliothek und früheren erfolgreichen Antworten Entwürfe vor, und Quality-Insights bewerten Antworten nach Konsistenz und Verlässlichkeit, Reviewer sehen so schneller, welche Antworten manuell geprüft werden müssen.
AI & Automation Studio macht aus IT- ein Fachthema. Im AI & Automation Studio (laut Preisseite ab der Emerging-Edition) können Proposal Manager Automatisierungen und KI-Schritte definieren, etwa Antworten auf Markenkonformität prüfen oder eingehende Fragen klassifizieren lassen. Das ist eine echte Differenzierung gegenüber Wettbewerbern, deren KI als Black Box läuft.
Breite über RFPs hinaus. Responsive positioniert sich seit dem Rebrand 2023 explizit als Strategic-Response-Management-Plattform. In der Praxis heißt das: dieselbe Plattform und Bibliothek bedient RFPs, RFIs, DDQs, Vendor Security Assessments (CAIQ, SIG Lite, ISO-Audits), IT-Compliance-Fragebögen und Customer-Due-Diligence. Bibliothek einmal pflegen, an mehreren Fronten profitieren, der größte Hebel bei Antwort-intensiven SaaS-Unternehmen.
Solide Compliance-Basis. Auf der Security-Seite weist Responsive ISO 27001, ISO 27701, ISO 42001 (KI-Managementsystem), SOC 2, CSA STAR Level 1 sowie GDPR- und CCPA-Konformität aus. Damit liegen die formalen Grundlagen für einen DSGVO-konformen Einsatz vor, die konkrete AVV-Ausgestaltung und ein etwaiger Datentransfer-Rahmen (etwa unter dem EU-U.S. Data Privacy Framework) bleiben aber Sache des Sales-Prozesses und des Trust Centers.
Integrationen, die im Vertrieb zählen. Salesforce-, HubSpot-, Slack-, Microsoft-365-, Jira-, Seismic- und Highspot-Konnektoren sind sauber implementiert. Eine RFP-Anfrage aus Salesforce kann direkt zum Responsive-Projekt werden, der Status fließt zurück in die Pipeline, Slack-Notifications halten Reviewer auf dem Laufenden, das ist der Unterschied zwischen Insel-Tool und integriertem Vertriebs-Stack.
Marktführer-Skala mit Substanz. Responsive ist einer der etablierten Marktführer der RFP-/SRM-Kategorie mit einer großen Enterprise-Kundenbasis, darunter zahlreiche Konzerne und Fortune-500-Unternehmen. Das ist nicht Marketing-Inflation, sondern echte Skalierung. Die Bibliothek-Templates und Best-Practice-Workflows reflektieren diese Erfahrung; man muss nicht alles selbst erfinden.
Schwächen ehrlich betrachtet
Kein öffentliches Pricing. Vier Editionen mit klarem Funktionsumfang, aber keine einzige Preisangabe. Das ist im Enterprise-Software-Markt verbreitet, in einer Zeit transparenter SaaS-Preise aber zunehmend unzeitgemäß. Du musst eine Demo machen, durch zwei bis drei Sales-Calls und bekommst dann ein individuelles Angebot, das mit dem Angebot des Nachbarn nichts zu tun haben muss. Wer schnell evaluieren will, ist hier auf eine längere Reise eingestellt.
Implementation-Kosten sind kein Detail. Die Lizenz ist nur der eine Teil. Bibliothek aufbauen, bestehende RFP-Antworten migrieren, Integrationen konfigurieren, SMEs schulen, das macht Responsive entweder selbst (Professional Services) oder ein Implementierungspartner. Für höhere Editionen ist im ersten Jahr ein spürbarer Implementierungsaufwand einzuplanen. Wer das im Business Case vergisst, erlebt eine teure Überraschung.
Komplexität ist real. Responsive ist kein Tool, das du nebenbei einführst. Ohne Proposal Manager mit Owner-Rolle, ohne Bibliothek-Governance, ohne klare SME-Routing-Regeln bleibt 30 % der Funktionalität ungenutzt. Bei KMU ohne dediziertes Bid-Team rechnet sich das selten. Die Antwort heißt dann oft eher Loopio (etwas einfacher), Microsoft 365 Copilot (für niedrige Volumina) oder schlanke RFP-spezifische Tools wie Bidfix.
Englisch-zentrisches UI und Bibliothek. Die Oberfläche ist auf Englisch, deutsche Übersetzungen sind teilweise verfügbar, aber nicht durchgängig. Die KI antwortet so gut, wie deine Bibliothek befüllt ist, heißt: wer auf Deutsch antworten will, muss die Bibliothek auf Deutsch aufbauen. Die mitgelieferten Standard-Templates sind englisch, deutsche Fachbegriffe (Vergaberecht, branchenspezifische Compliance) musst du selbst einpflegen.
US-Hosting bleibt der Wermutstropfen. Trotz ISO-Triade und SOC-2-Nachweis liegen die Daten primär in US-Rechenzentren (Anbietersitz USA). Für DSGVO-sensitive Branchen (Gesundheit, Recht, Behörden) ist das ein Hindernis, das durch AVV, Standardvertragsklauseln und Datenklassifizierung adressiert werden muss, möglich, aber Aufwand. Eine prominent kommunizierte native EU-Datenregion für die Standardpläne ist nicht dokumentiert; flexible Hosting-Optionen werden erst ab der Growth-Edition genannt.
AI & Automation Studio nicht im Einstieg. Wer mit Lite startet, bekommt zwar KI-gestütztes Drafting und Q&A, aber nicht das volle AI & Automation Studio, das beginnt laut Preisseite erst ab der Emerging-Edition. Die volle Custom-AI-Flexibilität nennt Responsive zudem erst für Enterprise. Genau die Automatisierungs-Features, mit denen Responsive im Wettbewerb glänzt, sind also nicht in jeder Edition zugänglich. Vor der Vertragsverhandlung lohnt sich die explizite Frage, was im jeweiligen Tier wirklich freigeschaltet ist.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Einen direkten, etwas schlankeren RFP-Konkurrenten suchst | Loopio |
| Eine schlanke, deutschsprachige RFP-KI willst | Bidfix |
| In Microsoft 365 lebst und niedrige Volumina hast | Microsoft 365 Copilot |
| Lange Ausschreibungsdokumente analysieren willst | NotebookLM |
| Allgemeine Texte für Angebote schreiben willst | Claude |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Qvidian/Upland Qvidian (Enterprise-Veteran, weniger KI-getrieben), Ombud (Mittelstandsfokus, starker Salesforce-Integrations-Footprint) und AutogenAI (LLM-fokussierter Newcomer mit starker UK-Verbreitung). Für reine Recherche-Vorarbeit zu Ausschreibungen lohnt sich zudem Perplexity. Responsive ist im direkten Vergleich der Marktführer mit der breitesten Funktionsausstattung und stärksten AI-Schicht, der Preis dafür ist Komplexität, Implementierungsaufwand und die fehlende EU-Datenresidenz.
So steigst du ein
Schritt 1: Demo anfragen und Use Case dokumentieren. Auf responsive.io eine Demo buchen, ein Self-Service-Onboarding gibt es nicht. Vor dem Demo-Termin solltest du folgende Zahlen parat haben: Antwortvolumen pro Jahr (RFPs, RFIs, DDQs, Sicherheitsfragebögen separat), Anzahl SMEs, vorhandene Antwortbibliothek (Word, Excel, SharePoint), bestehende CRM-Integration. Ohne diese Zahlen wird der Sales-Call generisch und das Angebot intransparent.
Schritt 2: Bibliothek-Migration und Requirements-Analyse aktivieren. Das ist der Hebel im ersten Monat. Vorhandene Word-Antworten, frühere RFPs und FAQ-Dokumente werden in die Content Library importiert, Responsive klassifiziert automatisch und gruppiert ähnliche Antworten. Anschließend wird die Requirements-Analyse für die ersten echten RFPs aktiviert, Responsive zerlegt eingehende Dokumente in Einzelfragen und schlägt Antworten aus der Bibliothek oder per KI-Drafting vor.
Schritt 3: Quality-Insights und SME-Routing produktiv nutzen. Vor jedem Versand prüfen die Quality-Insights Vollständigkeit, Konsistenz und Markenkonformität automatisiert. Schwach bewertete oder unsichere Antworten landen beim zuständigen SME zur manuellen Prüfung. Spätestens jetzt sollten Routing-Regeln dokumentiert sein: Welche Sicherheitsfrage geht an wen? Wer freigibt? Was passiert, wenn der SME nicht innerhalb von 24 Stunden antwortet?
Schritt 4 (für AI-Power-User): AI & Automation Studio einsetzen. Ab der Emerging-Edition lassen sich Automatisierungen und KI-Schritte anlegen, etwa Antworten auf DSGVO-Konformität prüfen, Antworten mit veralteten Produktversionen identifizieren oder aus den Top-Fragen einen Trendreport erstellen. Das ist der Hebel, mit dem Responsive vom Antwort-Tool zum Wissensmanagement-System wird.
Ein konkretes Beispiel
Ein internationaler Cloud-Anbieter mit Vertriebsteams in DACH, UK und USA bearbeitet pro Quartal rund 30 SaaS-Sicherheitsfragebögen (CAIQ, SIG Lite, individuelle Kunden-Assessments) sowie etwa 80 RFPs und RFIs. Mit Responsive werden 70–80 Prozent der Standardfragen per KI-Drafting aus der Bibliothek beantwortet, die Quality-Insights markieren die unsicheren Antworten. Sicherheitsexperten prüfen nur noch Edge Cases und neue Customizations. Die Bearbeitungszeit pro Sicherheitsfragebogen sinkt von 12 auf 3 Stunden, pro RFP von durchschnittlich 24 auf 8 Stunden, bei deutlich konsistenteren Antworten zwischen den Regionen, weil alle Bid-Manager aus derselben Bibliothek arbeiten. Die initiale Implementierung (Bibliothek-Migration, SSO, Salesforce- und Slack-Integration, AI-Agent-Konfiguration) dauerte rund vier Monate und kostete ca. 50.000 USD on top zur Lizenz. Amortisation laut Kunden-Controlling: knapp 11 Monate. Anschließend laufen die eingesparten Stunden direkt auf die Win-Rate ein, weil Bid-Teams mehr Zeit für strategische Differenzierung statt Copy-Paste haben.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Primär in US-Rechenzentren (Anbietersitz USA). Eine prominent kommunizierte native EU-Datenregion für Standardpläne ist nicht dokumentiert; flexible Hosting-Optionen werden erst ab der Growth-Edition genannt.
- Compliance-Zertifizierungen: Laut Security-Seite ISO 27001, ISO 27701 (Datenschutz-Managementsystem), ISO 42001 (KI-Managementsystem), SOC 2, CSA STAR Level 1 sowie GDPR- und CCPA-Konformität.
- Datentransfer-Rahmen: Für den Datentransfer in die USA ist ein Rahmen wie der EU-U.S. Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln nötig. Den konkreten Status sowie die zugehörigen Detaildokumente solltest du direkt im Trust Center (trust.responsive.io) und im Sales-Prozess verifizieren.
- Datennutzung: Anfragen und Inhalte werden für die Servicebereitstellung verarbeitet. Wie genau die KI auf die mandanteneigene Bibliothek zugreift und ob Inhalte zum Modelltraining genutzt werden, solltest du in den aktuellen Vertragsbedingungen prüfen.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für Geschäftskunden über den Sales-Prozess verfügbar. Detaildokumente liegen im Trust Center (trust.responsive.io).
- Aufbewahrung und Löschung: Kundendaten werden nach Vertragsende gemäß AVV-Vereinbarung gelöscht oder zurückgegeben. Die konkreten Lösch-Workflows klärst du im Onboarding.
- Empfehlung für deutsche Unternehmen: Vor dem Rollout Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, AVV inkl. Standardvertragsklauseln verhandeln, sensible Antwortbibliotheken (z. B. Mandantendaten, klinische Studien, Sicherheits-Internas) klassifizieren. Für stark regulierte Branchen (Gesundheit, Recht, Behörden) auf EU-Datenresidenz pochen oder die ab Growth genannten Hosting-Optionen explizit prüfen.
Gut kombiniert mit
- Salesforce Einstein, Responsive-Projects werden direkt aus Salesforce-Opportunities erzeugt, Bearbeitungsstatus und Win/Loss-Daten fließen zurück. Das ist der Standard-Integrationspfad bei B2B-Vertriebsorganisationen mit Salesforce-Backbone.
- Microsoft 365 Copilot, für die Vor- und Nacharbeit: Copilot extrahiert in Word/Outlook eingehende Kundenfragen, bereitet sie auf und liefert sie an Responsive. Nach dem Versand werden Folge-E-Mails und Verhandlungen im Office-Kontext bearbeitet.
- Claude, wenn der Bid-Manager nach dem KI-Drafting den finalen Text stilistisch nachschärfen oder zusammenhängende Executive Summaries schreiben will, liefert Claude differenziertere Texte als das KI-Modell hinter Responsive. Sinnvoll für hochpreisige Deals, bei denen die letzten 10 % Schreibqualität den Unterschied machen.
Unser Testurteil
Responsive verdient 4 von 5 Sternen. In seiner Kerndisziplin, Strategic Response Management für Enterprise-Bid-Teams, ist es eine der zwei oder drei stärksten Plattformen am Markt, mit substanziellem AI-Layer, breiter Funktionalität und solider Compliance-Basis (ISO 27001/27701/42001, SOC 2, CSA STAR Level 1). Den fünften Stern verliert es durch das weitgehend intransparente Pricing oberhalb der Lite-Edition, die Komplexität, die deutschen Mittelstand selten ergibt, das US-Hosting ohne dokumentierte native EU-Region und das eindeutige Englisch-Bias in UI und Standard-Bibliothek. Für deutsche Mittelständler mit zehn bis dreißig RFPs pro Jahr ist Responsive zu groß; für Bid-Teams mit echten Volumina, dediziertem Proposal Management und Bereitschaft, in Bibliothek und SME-Routing zu investieren, ist es eine der ersten Adressen.
Was wir bemerkt haben
- 2023, Rebrand von RFPIO zu Responsive. Mehr als Kosmetik: Die Positionierung wechselt von „RFP-Software” zu „Strategic Response Management”. In der Produktstrategie bedeutet das einen klaren Push in Richtung Sicherheitsfragebögen, DDQs und Compliance-Antworten, eine Erweiterung der Buyer Personas vom Vertrieb hin zu Security, Compliance und Risk Management.
- ISO 42001, Responsive ist nach der ISO-42001-Norm für KI-Managementsysteme zertifiziert (auf der Security-Seite ausgewiesen) und positioniert sich damit explizit in Richtung governance-fähiger KI. Das flankiert den substanziellen AI-Layer aus Drafting, Q&A und Automation Studio.
- Juni 2026, Auf der Preisseite ist die Einstiegs-Edition Lite mit einem Listenpreis von 5.000 USD/Jahr für fünf Nutzer ausgewiesen, die Editionen Emerging, Growth und Enterprise laufen weiterhin ausschließlich über den Sales-Prozess. Das AI & Automation Studio ist laut Preisseite ab der Emerging-Edition enthalten, nicht erst ab Growth.
- Juni 2026, Eine prominent kommunizierte native EU-Datenregion für die Standardpläne bleibt undokumentiert. Flexible Hosting-Optionen werden erst ab der Growth-Edition genannt. Für DSGVO-Compliance bleibt der Pfad über AVV und Standardvertragsklauseln, funktional, aber für stark regulierte Branchen nicht ideal.
Quellen
- Responsive – Pricing (Editionen). https://www.responsive.io/pricing (abgerufen am 2026-06-14). Vier Editionen Lite, Emerging, Growth, Enterprise; Lite ab 5.000 USD/Jahr für 5 Nutzer; höhere Editionen nur auf Anfrage; AI-powered drafting & Q&A in Lite, AI & automation studio ab Emerging, flexible custom AI in Enterprise.
- Responsive – Security & Compliance. https://www.responsive.io/security (abgerufen am 2026-06-14). Zertifizierungen ISO 27001, ISO 27701, ISO 42001, SOC 2, CSA STAR Level 1 sowie GDPR- und CCPA-Konformität; Detaildokumente im Trust Center (trust.responsive.io).
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