SOLIDWORKS 3D CAD
Dassault Systèmes
Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.
Tool öffnenSOLIDWORKS 3D CAD ist das parametrische Desktop-CAD-System von Dassault Systèmes und im Maschinen- und Sondermaschinenbau des deutschen Mittelstands faktischer Standard. Mit der Version 2026 sind erstmals konkrete KI-Funktionen im Kernprodukt angekommen, generative Unterstützung für Zeichnungsableitung und Baugruppen sowie ein KI-Assistent für die Wissenssuche. Der Kern bleibt klassische deterministische Konstruktion.
Kosten: Kein öffentlicher Listenpreis. Verkauf ausschließlich über autorisierte Vertriebspartner, Dassault verweist auf 'Request a quote'. Drei Pakete (Standard, Professional, Premium), wahlweise als Kauflizenz mit jährlicher Subscription oder als Mietlizenz. Marktüblich im DACH-Raum grob vier- bis fünfstellig pro Jahr und Arbeitsplatz, das ist ein Anhaltspunkt, kein offizieller Preis, und real verhandelbar.
Stärken
- Parametrisch-assoziative Modellierung mit Feature-Baum, Änderungen propagieren durch Teil, Baugruppe und Zeichnung
- SOLIDWORKS 2026 bringt generative KI für Zeichnungserstellung und Baugruppen, unter anderem automatisches Erkennen und Verbauen von Normteilen wie Schrauben und Muttern
- KI-Assistent (Virtual Companion) fasst Community-Beiträge, Wikis und Fragen zusammen und beantwortet Anwendungsfragen im Kontext
- Größtes Produktökosystem im Mittelstand-CAD: Simulation, CAM, PDM, Composer, Visualize und Electrical im selben Datenmodell
- Sehr dichtes deutschsprachiges Vertriebspartner- und Schulungsnetz, Fachkräfte am Markt sind meist SOLIDWORKS-erfahren
- Desktop-Software, Konstruktionsdaten bleiben standardmäßig im eigenen Netz, volle Datenhoheit ohne Anbieter-Cloud
- Breite Datei- und Schnittstellenunterstützung (STEP, IGES, Parasolid, JT, DXF/DWG) für Zulieferketten mit gemischten CAD-Welten
Einschränkungen
- Kein öffentlicher Listenpreis, Angebote laufen ausschließlich über Vertriebspartner, Vergleichseinkauf ist mühsam
- KI-Funktionen sind mit Version 2026 neu und eng umrissen, von generativer Konstruktion aus einem Lastenheft ist das weit entfernt
- Nur Windows, kein natives macOS oder Linux, im Gegensatz zu browserbasierten Wettbewerbern
- Echtzeit-Mehrbenutzerarbeit am selben Modell ist nicht das Desktop-Modell, dafür braucht es PDM oder 3DEXPERIENCE
- Die 3DEXPERIENCE-Cloud-Strategie polarisiert, Bestandskunden fürchten Lizenzumstellung und Datenabfluss
- Große Baugruppen mit zehntausenden Komponenten werden träge, saubere Konfigurations- und Vereinfachungsdisziplin ist Pflicht
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du konstruierst Maschinen, Baugruppen oder Produkte und brauchst ausgereiftes parametrisches 3D-CAD
- Dein Team, deine Zulieferer oder deine Bewerber arbeiten bereits mit SOLIDWORKS
- Du willst Simulation, CAM, PDM und technische Dokumentation im selben Datenmodell statt in vier Insellösungen
- Deine Konstruktionsdaten sollen im eigenen Netz bleiben, ohne Anbieter-Cloud
Wann nein
- Du willst browserbasiert und plattformunabhängig arbeiten, auch auf Mac oder Linux
- Mehrere Konstrukteure sollen gleichzeitig am selben Modell arbeiten, ohne PDM-Aufbau
- Du erwartest eine KI, die aus einem Lastenheft fertige Konstruktionen erzeugt, die gibt es 2026 in keinem großen MCAD
- Dein Budget lässt keine Lizenz im vier- bis fünfstelligen Jahresbereich zu und Open Source ist Pflicht
Kurzfazit
SOLIDWORKS 3D CAD ist im deutschen Maschinen- und Sondermaschinenbau der De-facto-Standard, und das aus einem nüchternen Grund: Das parametrische Modell ist ausgereift, das Ökosystem aus Simulation, CAM, PDM und Dokumentation sitzt im selben Datenmodell, und das DACH-Partnernetz ist dichter als bei jedem Wettbewerber. Mit Version 2026 sind erstmals konkrete KI-Funktionen im Kernprodukt angekommen, generative Unterstützung bei Zeichnungsableitung und Baugruppen sowie ein KI-Assistent für die Wissenssuche. Das ist echt, aber eng umrissen: Der Kern bleibt deterministische Konstruktion, in der du zeichnest und das System dokumentiert. Die Schwachstellen sind seit Jahren dieselben: kein öffentlicher Preis, nur Windows, und eine Cloud-Strategie, die Bestandskunden nervös macht.
Nicht zu verwechseln: Diese Seite behandelt SOLIDWORKS 3D CAD, die mechanische Konstruktionssuite. Das E-CAD-Modul für Schaltpläne und 3D-Verdrahtung ist ein eigenes Produkt mit eigener Lizenz und wird bei uns getrennt bewertet: SOLIDWORKS Electrical.
Für wen ist SOLIDWORKS 3D CAD?
Maschinen- und Sondermaschinenbauer im Mittelstand: Die Kernzielgruppe. Wer Anlagen, Vorrichtungen oder Sondermaschinen mit hunderten bis tausenden Bauteilen konstruiert, bekommt mit dem parametrisch-assoziativen Modell genau das, was der Job verlangt: Eine Maßänderung am Grundkörper zieht sich durch Teil, Baugruppe und Zeichnung durch, ohne dass jemand hinterherpflegt. Dass SOLIDWORKS im DACH-Raum so verbreitet ist, senkt zusätzlich die Einstellungs- und Einarbeitungskosten, Bewerber bringen das Werkzeug meist schon mit.
Produktentwicklung in Konsumgüter-, Medizintechnik- und Gehäusebau: Freiformflächen, Kunststoffgerechte Konstruktion mit Entformschrägen und Wandstärkenanalyse, Blechabwicklung, alles im Standardumfang oder in den höheren Paketen. Für Teams, die vom Designmodell bis zur Werkzeugfreigabe in einem System bleiben wollen, ist der Funktionsumfang breiter als bei den meisten Wettbewerbern derselben Preisklasse.
Konstruktionsbüros und Ingenieurdienstleister: Wer für wechselnde Kunden arbeitet, bekommt Modelle in allen Formaten. Die Import- und Exportbreite (STEP, IGES, Parasolid, JT, DXF/DWG) macht SOLIDWORKS zum praktikablen Drehkreuz, auch wenn der Kunde in Creo, NX oder CATIA konstruiert. Für Dienstleister ist außerdem relevant: SOLIDWORKS-Kenntnisse sind am Freelancer-Markt am leichtesten einzukaufen.
Blechverarbeitung und Schweißkonstruktion: Zwei Disziplinen, in denen SOLIDWORKS traditionell stark ist. Abwicklungen, Biegetabellen, Schweißprofile und Zuschnittlisten entstehen direkt aus dem Modell und landen ohne Nachbearbeitung in der Fertigung. Für Betriebe mit eigener Laser- oder Kantabteilung ist das ein handfester Zeitgewinn gegenüber CAD-Systemen, die diese Module zukaufen lassen.
Unternehmen, die Mechanik und Elektrik zusammenhalten wollen: Wer mechatronisch entwickelt, kann SOLIDWORKS Electrical auf demselben Datenmodell aufsetzen, ein Motor existiert dann einmal und wird von Schaltplan und 3D-Modell synchron referenziert. Diese Durchgängigkeit ist der stärkste strategische Grund, sich für die SOLIDWORKS-Welt statt für ein reines MCAD zu entscheiden.
Weniger geeignet für: Teams, die plattformunabhängig oder auf Mac und Linux arbeiten wollen (Onshape läuft komplett im Browser), Konstellationen mit echter Echtzeit-Zusammenarbeit mehrerer Konstrukteure am selben Modell ohne PDM-Projekt, Großkonzerne mit Aerospace- oder Automotive-Komplexität und tiefer PLM-Verzahnung (dort sind CATIA und Siemens NX gesetzt), sowie alle, die eine KI erwarten, die aus einem Lastenheft fertige Konstruktionen erzeugt.
Preise im Detail
| Paket | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| SOLIDWORKS Standard | über Vertriebspartner, auf Anfrage | Parametrische Teile- und Baugruppenmodellierung, 2D-Zeichnungsableitung, Blech, Schweißkonstruktionen, Oberflächenmodellierung, Basis-Rendering |
| SOLIDWORKS Professional | über Vertriebspartner, auf Anfrage | Standard plus Normteilbibliothek (Toolbox), CAM Standard, PDM Standard, Design Checker, Task Scheduler, erweiterte Renderfunktionen, ScanTo3D |
| SOLIDWORKS Premium | über Vertriebspartner, auf Anfrage | Professional plus lineare Struktursimulation, Bewegungssimulation, Routing für Rohre, Kabel und Schläuche sowie Toleranzanalyse |
| Subscription / Wartung | jährlich, Anteil des Lizenzpreises | Versionsupgrades, technischer Support über den Partner, Zugriff auf Onlinedienste |
| 3DEXPERIENCE-Anbindung | nach Rolle und Nutzerzahl | Browserbasierte Zusammenarbeit und PLM-Funktionen über die Plattform, Konditionen und Hosting-Region vertragsabhängig |
Einordnung: Dassault veröffentlicht keine offizielle Preisliste für SOLIDWORKS, der Verkauf läuft über autorisierte Vertriebspartner mit „Request a quote”. Das ist keine Nachlässigkeit unsererseits: Selbst auf den Preisseiten der Partner stehen ausschließlich befristete Aktionen (Rabatte auf Mehrjahresverlängerungen, Nachlässe beim Wechsel von Desktop-Perpetual- auf Cloud-Lizenzen) und kein einziger Grundpreis. Marktüblich liegen die Kosten im DACH-Raum grob im vier- bis fünfstelligen Euro-Bereich pro Jahr und Arbeitsplatz, abhängig von Paket, Lizenzmodell (Kauf plus Wartung oder Miete) und Stückzahl. Das ist ein Anhaltspunkt für die Budgetplanung, kein Listenpreis, und real verhandelbar. Praktische Konsequenz: Hol dir mindestens zwei Partnerangebote, lass Schulungskontingent und Datenmigration ins Paket schreiben statt in Jahr zwei, und kläre vor Unterschrift, was beim Wechsel auf 3DEXPERIENCE mit deinen bestehenden Lizenzen passiert.
Stärken im Detail
Das parametrische Modell ist ausgereift und verzeiht. Feature-Baum, Bemaßungsbeziehungen und Baugruppenverknüpfungen greifen so ineinander, dass Änderungen spät im Projekt bezahlbar bleiben. Wer die Wandstärke eines Gehäuses ändert, ändert nicht nur ein Bauteil, sondern bekommt aktualisierte Zeichnungen, angepasste Verschraubungen und eine korrigierte Stückliste. Genau daran scheitern Direktmodellierer und einfache CAD-Systeme, und genau das ist der Grund, warum SOLIDWORKS seit Jahrzehnten im Markt sitzt.
KI ist mit Version 2026 tatsächlich im Kernprodukt angekommen, wenn auch schmal. Dassault nennt für SOLIDWORKS 2026 generative KI für Zeichnungserstellung, Detaillierung und Baugruppen-Workflows, konkret unter anderem das automatische Erkennen und Verbauen von Normteilen wie Schrauben und Muttern. Das klingt unspektakulär, trifft aber echte Konstruktionszeit: Verbindungselemente zu setzen ist stumpfe Arbeit, die in jeder Baugruppe anfällt. Dazu kommt ein KI-gestützter „Virtual Companion”, der Community-Beiträge, Wikis und Fragen zusammenfasst und Anwendungsfragen im Kontext beantwortet, statt dass Konstrukteure sich durch Forenthreads graben.
Ein Ökosystem statt einer Insel. Simulation, CAM, PDM, SOLIDWORKS Composer für Montageanleitungen, SOLIDWORKS Visualize fürs Rendering und SOLIDWORKS Electrical fürs Schaltbild greifen auf dasselbe Datenmodell zu. Für einen Mittelständler bedeutet das: eine Bauteilbibliothek, eine Stücklistenlogik, ein Ansprechpartner, statt vier Werkzeugen mit vier Konvertierungsstrecken. Der Wert dieser Durchgängigkeit wird beim Kauf regelmäßig unterschätzt und im dritten Betriebsjahr regelmäßig überdeutlich.
Das DACH-Partnernetz ist der unterschätzte Faktor. Autorisierte Vertriebspartner liefern Schulung, Implementierung, Bibliotheksaufbau und deutschsprachigen Support, oft mit Branchenerfahrung aus Maschinenbau oder Medizintechnik. Wenn im Live-Betrieb eine Baugruppe nicht mehr rechnet, ist ein deutschsprachiger Ansprechpartner mit Werksverständnis mehr wert als jede Ticket-Hotline in einer anderen Zeitzone. Dieselbe Nähe erklärt auch die Verbreitung: Wer Konstrukteure sucht, findet SOLIDWORKS-Erfahrung am Markt schlicht am häufigsten.
Desktop-Modell mit lokaler Datenhoheit. In der klassischen Lizenzvariante ist SOLIDWORKS installierte Software. Modelle, Bibliotheken und Zeichnungen liegen im eigenen Netz, nicht in einer Hersteller-Cloud. Für Konstruktionsdaten, die Geschäftsgeheimnis sind (Patente, kundenspezifische Vorrichtungen, Werkzeugkonstruktionen), ist das ein handfester Vorteil: Du entscheidest, wo die Daten liegen, statt dich auf eine Anbieterzusage zu verlassen.
Formatbreite als Alltagsargument. STEP, IGES, Parasolid, JT, DXF und DWG gehen rein und raus. In Zulieferketten mit gemischten CAD-Welten ist das kein Randthema, sondern das, worauf ein Drittel der Projektzeit entfällt, wenn es nicht funktioniert. SOLIDWORKS ist hier robust genug, dass Fremdmodelle in der Regel ohne Reparaturorgie brauchbar ankommen.
Schwächen ehrlich betrachtet
Kein öffentlicher Preis, und das ist mehr als ein Ärgernis. Ohne Listenpreis lässt sich weder ein Budget planen noch ein Angebot einordnen. Selbst Partner-Websites führen ausschließlich Aktionen, keine Grundpreise. Für Beschaffungsprozesse mit Drei-Angebots-Pflicht bedeutet das echten Mehraufwand, und für kleine Betriebe eine Verhandlungsposition ohne Referenzwert. Workaround: Parallel mindestens zwei bis drei Partnerangebote einholen und ausdrücklich nach dem Preis pro Arbeitsplatz über drei Jahre inklusive Wartung fragen, nicht nach dem Einstiegspreis.
Die KI-Funktionen 2026 sind real, aber schmal. Normteile automatisch erkennen und verbauen sowie ein Assistent, der Wissensquellen zusammenfasst, sind nützliche Zeitfresser-Killer, aber weit entfernt von generativer Konstruktion. Es gibt keine KI, die aus einer Anforderungsbeschreibung eine Baugruppe entwirft, keine ML-gestützte Fertigungskostenprognose im Standard und keine automatische Designoptimierung im Kernpaket. Wer SOLIDWORKS wegen KI kauft, kauft aus dem falschen Grund. Wer die AI-Funktionen konkret braucht, sollte vor Vertragsabschluss prüfen, welche davon an welches Paket und an eine aktive Subscription gebunden sind.
Nur Windows. Kein natives macOS, kein Linux. Wer im Designteam mit Macs arbeitet, braucht Parallels, Bootcamp-Ersatzlösungen oder eine Windows-Workstation nebendran. Browserbasierte Wettbewerber wie Onshape haben dieses Problem strukturell nicht, und in Teams mit gemischter Hardware ist das ein wiederkehrender Reibungspunkt.
Zusammenarbeit ist nicht das Desktop-Modell. Zwei Konstrukteure können nicht gleichzeitig am selben Modell arbeiten. Wer Parallelität braucht, führt SOLIDWORKS PDM ein (Check-in/Check-out, Versionierung, Freigabeworkflows) oder geht auf 3DEXPERIENCE. Beides sind eigene Projekte mit eigenem Budget und eigener Einführungszeit. Kleinere Betriebe behelfen sich mit Netzlaufwerk und Absprache, und zahlen das früher oder später mit einer überschriebenen Konstruktion.
Die 3DEXPERIENCE-Strategie polarisiert. Dassault drängt seit Jahren in die Cloud, viele Bestandskunden bleiben aus Performance-, Datenschutz- und Lizenzgründen bewusst beim Desktop. Die Sorge ist nicht unbegründet: Wer heute Perpetual-Lizenzen besitzt, will wissen, was in fünf Jahren aus ihnen wird. Workaround: Die Frage vor Vertragsverlängerung schriftlich stellen und die Antwort in den Vertrag nehmen, statt sich auf Roadmap-Folien zu verlassen.
Große Baugruppen werden träge. Ab mehreren zehntausend Komponenten braucht es Konfigurationsdisziplin, vereinfachte Darstellungen, SpeedPak und aufgeräumte Feature-Bäume, sonst dauert das Öffnen einer Anlage Minuten. Das ist beherrschbar, aber es ist Arbeit, und es ist der Punkt, an dem Konzerne mit sehr großen Strukturen zu CATIA oder NX greifen.
Rechtsträger sitzt in den USA. Auch wenn der Mutterkonzern französisch ist: Laut Nutzungsbedingungen betreibt die Dassault Systèmes SolidWorks Corporation in Waltham, Massachusetts das SOLIDWORKS-Geschäft, unter US-Recht. Für die reine Desktop-Nutzung ist das datenschutzrechtlich unkritisch, weil keine Daten fließen, für alles Cloudgestützte gehört es aber in die Bewertung.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Browserbasiert, plattformunabhängig und mit echter Echtzeit-Zusammenarbeit konstruieren willst | Onshape |
| CAD und CAM günstig in einem Abo brauchst, auch als kleiner Betrieb | Fusion 360 |
| In der Autodesk-Welt zu Hause bist und klassisches Desktop-MCAD suchst | Autodesk Inventor |
| Tiefes Anlagenbau- und Rohrleitungs-Know-how mit starkem Direktmodellieren brauchst | Creo |
| Aerospace- oder Automotive-Komplexität mit tiefer PLM-Verzahnung abbilden musst | CATIA |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Siemens NX (die dritte große Konzernplattform neben CATIA und Creo), Solid Edge (Siemens, im Mittelstand der direkteste SOLIDWORKS-Konkurrent mit synchroner Technologie) und FreeCAD (Open Source, kostenlos, für Hobby und Lehre brauchbar, im professionellen Serienbetrieb noch nicht). Im deutschen Mittelstand bleibt SOLIDWORKS die Standardwahl, und der ehrlichste Grund dafür ist selten die Featureliste, sondern das Ökosystem: verfügbare Fachkräfte, erreichbare Partner, kompatible Zulieferer. Wer neu startet und keine Altlasten hat, sollte Onshape und Fusion 360 trotzdem ernsthaft gegenrechnen.
So steigst du ein
Schritt 1: Paket und Lizenzmodell vor dem Verkaufstermin festlegen. Kläre intern, ob du Simulation und Routing wirklich brauchst (Premium), ob CAM und PDM Standard relevant sind (Professional) oder ob reines Modellieren reicht (Standard). Kläre parallel, ob Kauflizenz plus Wartung oder Mietlizenz besser zur Investitionslogik passt. Wer ohne diese Antworten ins Gespräch geht, kauft nach unserer Erfahrung fast immer eine Stufe zu hoch.
Schritt 2: Zwei Partnerangebote, mit Schulung und Migration im Paket. Lass dir von mindestens zwei autorisierten Vertriebspartnern Angebote machen und frage gezielt nach Referenzen aus deiner Branche. Wichtig: Schulungskontingent, Aufbau der Normteil- und Werkstoffbibliothek sowie die Migration bestehender Daten gehören ins Erstpaket, nicht als Nachtrag in Jahr zwei. Frage außerdem explizit, welche der 2026er KI-Funktionen an welches Paket und an eine aktive Subscription gebunden sind.
Schritt 3: Erst Konventionen, dann Konstruktion. Bevor der erste echte Auftrag ins System geht, legt das Team Namenskonventionen für Teile und Baugruppen, eine Ordner- oder PDM-Struktur, Zeichnungsvorlagen mit euren Schriftfeldern und die Werkstoffbibliothek an. Das kostet zwei bis drei Tage und spart im ersten Jahr ein Vielfaches davon, weil Stücklisten, Suche und Wiederverwendung sonst nie sauber funktionieren. Setzt spätestens ab dem dritten Konstrukteur PDM auf, statt auf Absprachen am Netzlaufwerk zu vertrauen.
Ein konkretes Beispiel
Ein Sondermaschinenbauer im Allgäu mit rund 70 Mitarbeitenden baut Verpackungsanlagen für die Lebensmittelindustrie, sechs Konstrukteure, jede Anlage ein Unikat auf Basis wiederkehrender Module. Vor der Umstellung lag der Konstruktionsstand auf einem Netzlaufwerk, Stücklisten wurden für den Einkauf in Excel nachgepflegt, und bei jeder Kundenänderung in der Endphase kostete das Nachziehen von Zeichnungen und Liste rund einen Tag pro Anlage.
Nach der Einführung von SOLIDWORKS Professional mit PDM sieht der Alltag anders aus: Module liegen als konfigurierbare Baugruppen in einer Bibliothek und werden je Auftrag parametrisch angepasst, statt neu gezeichnet. Eine Maßänderung propagiert automatisch in Zeichnung und Stückliste, der Einkauf zieht die Liste direkt aus dem PDM statt aus einer Excel-Kopie. Zwei Effekte sind dabei am deutlichsten: Die späten Änderungsrunden kosten statt eines Tages noch ein bis zwei Stunden, und Doppelkonstruktionen verschwinden fast vollständig, weil die Suche im PDM zeigt, dass es das Bauteil schon gibt. Der Aufwand steckt vorne: Etwa drei Wochen gingen für Bibliotheksaufbau, Vorlagen und Namenskonventionen drauf, plus Schulung. Wer diesen Teil überspringt, bekommt ein teures Zeichenprogramm statt eines Konstruktionssystems.
DSGVO & Datenschutz
- Desktop-Software, Daten bleiben lokal: In der klassischen Lizenzvariante ist SOLIDWORKS installierte Software. Modelle, Zeichnungen und Bibliotheken liegen im eigenen Netz, nicht in einer Hersteller-Cloud. Wo die Daten liegen, entscheidest du, nicht der Anbieter.
- Kein EU-Hosting-Versprechen: Für die Desktop-Lizenz gibt es keine Vendor-Cloud, die deine Daten speichert, und damit auch keine Zusage zu einer EU-Datenresidenz, die man prüfen könnte. Wer 3DEXPERIENCE, Cloud-Kollaboration oder Cloud-PDM nutzt, muss Hosting-Region und Vertragsbedingungen konkret mit dem Vertragspartner klären, eine EU-Region ist nicht automatisch gesetzt.
- Rechtsträger: Das SOLIDWORKS-Geschäft wird laut Nutzungsbedingungen von der Dassault Systèmes SolidWorks Corporation mit Sitz in Waltham, Massachusetts (USA) betrieben und unterliegt US-Recht. Muttergesellschaft ist die französische Dassault Systèmes SE. Die europäische Konzernherkunft ist keine Garantie für EU-Hosting.
- Personenbezug: CAD-Daten selbst enthalten in der Regel keine personenbezogenen Daten. Relevanz entsteht über Nutzerkonten, Lizenzserver-Protokolle und PDM-Historien, die nachvollziehbar machen, wer wann was geändert hat. Das ist ein Mitbestimmungsthema für den Betriebsrat, kein reines IT-Thema.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für die reine Desktop-Nutzung findet keine Datenverarbeitung durch Dassault statt, ein AVV ist dafür nicht erforderlich. Sobald Cloud-Dienste im Spiel sind, gehören AVV, Hosting-Region und Unterauftragnehmer in den Vertrag.
- Empfehlung für Unternehmen: Für Konstruktionsdaten mit Geschäftsgeheimnissen ist die Desktop-Variante mit lokaler Datenhaltung der konservativste Pfad. Wer in die Cloud geht, sollte Region, AVV und Berechtigungskonzept schriftlich fixieren, statt sich auf die europäische Konzernmutter zu berufen.
Gut kombiniert mit
- SOLIDWORKS Electrical, für alles Mechatronische: Ein Motor oder Sensor existiert einmal in der Datenbasis und wird von Schaltplan und 3D-Modell synchron referenziert, inklusive 3D-Verdrahtung mit realen Kabellängen. Die stärkste Kombination im SOLIDWORKS-Stack, weil sie den klassischen Bruch zwischen Elektro- und Mechanikteam auflöst.
- SOLIDWORKS Composer, für technische Dokumentation direkt aus dem Konstruktionsstand: Explosionsansichten, Montageanleitungen und Ersatzteilkataloge aktualisieren sich mit dem Modell, statt in einem separaten Grafikprogramm nachgezeichnet zu werden. Für Maschinenbauer mit Serviceanteil der größte Hebel nach dem CAD selbst.
- 3DEXPERIENCE, wenn Zusammenarbeit über Standorte, PLM-Prozesse und Freigabe-Workflows über das hinausgehen, was PDM abdeckt. Sinnvoll für wachsende Organisationen, aber ein eigenes Projekt mit eigener Lizenzlogik, nicht ein Häkchen im Bestellformular.
Unser Fazit
SOLIDWORKS 3D CAD verdient 4 von 5 Sternen. Für den deutschen Maschinen- und Sondermaschinenbau ist es die naheliegendste Wahl, und zwar nicht wegen einzelner Features, sondern wegen der Summe: ein ausgereiftes parametrisches Modell, ein Ökosystem aus Simulation, CAM, PDM, Dokumentation und Elektrik im selben Datenmodell, ein außergewöhnlich dichtes deutschsprachiges Partnernetz und ein Arbeitsmarkt, auf dem Konstrukteure das Werkzeug ohnehin können. Dass mit Version 2026 erstmals konkrete KI-Funktionen im Kernprodukt stehen, generative Unterstützung für Zeichnung und Baugruppe sowie ein KI-Assistent für die Wissenssuche, ist eine echte, wenn auch schmale Verbesserung im Alltag.
Den fünften Stern kostet erstens die vollständig intransparente Preisgestaltung: Ohne Listenpreis ist keine Budgetplanung und kein fairer Vergleich möglich, und selbst Partner veröffentlichen nur Aktionen. Zweitens die Plattformbindung an Windows samt fehlender Echtzeit-Zusammenarbeit ohne PDM-Projekt, ein struktureller Nachteil gegenüber browserbasierten Wettbewerbern. Drittens die KI-Erwartung, die das Marketing weckt und das Produkt (noch) nicht einlöst: Normteile automatisch verbauen zu lassen ist nützlich, aber es ist keine generative Konstruktion. Wer wegen KI kauft, kauft falsch. Wer wegen Konstruktionstiefe, Ökosystem und Verfügbarkeit von Know-how kauft, kauft richtig.
Was wir bemerkt haben
- Juli 2026, Diese Seite stand bis Juli 2026 unter dem Slug
solidworks, hieß im System aber „SOLIDWORKS Electrical” und beschrieb das E-CAD-Modul. Damit gab es zwei live geschaltete Seiten mit identischem Titel zum selben Produkt, die sich in der Suche gegenseitig kannibalisiert und im Urteil sogar widersprochen haben (3 gegen 4 Sterne). Wir haben das aufgelöst:/tools/solidworks/behandelt jetzt die mechanische Konstruktionssuite SOLIDWORKS 3D CAD, SOLIDWORKS Electrical bleibt die Seite zum E-CAD-Modul. Beide Seiten haben eigene SEO-Titel und verlinken aufeinander. - Juli 2026, Wir haben die KI-Einstufung von
adjacentauffeaturesangehoben. Grund ist die SOLIDWORKS-2026-Ankündigung von Dassault: generative KI für Zeichnungserstellung, Detaillierung und Baugruppen-Workflows, unter anderem das automatische Erkennen und Verbauen von Normteilen, dazu ein KI-gestützter „Virtual Companion” für die Wissenssuche. Das ist erstmals mehr als Makros und Regelprüfung. Es bleibt aber ein Nebenschauplatz: Der Kern ist deterministische Konstruktion, und das gehört bei jeder Kaufentscheidung geradegerückt. - Juli 2026, Erneut geprüft, ob sich irgendwo ein offizieller Preis findet. Ergebnis: nein. Auch autorisierte Vertriebspartner veröffentlichen ausschließlich befristete Aktionen (Rabatte auf Mehrjahresverlängerungen, Nachlässe beim Umstieg von Desktop-Perpetual auf Cloud) und keinen einzigen Grundpreis für Standard, Professional oder Premium. Die verbreiteten Zahlen im Netz sind Erfahrungswerte aus Angeboten, keine Listenpreise, wir nennen sie deshalb nur als grobe Größenordnung.
- 2024 bis 2026, Die Verlagerung Richtung 3DEXPERIENCE bleibt das strategische Dauerthema. Die Aktionsstruktur der Partner (deutliche Nachlässe in den ersten drei Jahren beim Wechsel von Desktop-Perpetual- auf Cloud-Lizenzen) zeigt, wohin Dassault steuern will. Wer Perpetual-Lizenzen hält, sollte die Frage nach deren langfristigem Status vor jeder Wartungsverlängerung schriftlich stellen.
- 2024 bis 2026, Eine generative KI, die aus einem textuellen Lastenheft eine fertige Konstruktion erzeugt, gibt es 2026 in keiner der großen MCAD-Plattformen, weder bei Dassault noch bei Autodesk, PTC oder Siemens. Wer solche Versprechen in einer Demo hört, sollte sich die Funktion am eigenen Bauteil vorführen lassen.
Quellen
- Dassault Systèmes – Pressemitteilung SOLIDWORKS 2026. https://www.3ds.com/newsroom/media-alerts/dassault-systemes-announces-solidworks-2026-ai-powered-design-and-collaboration-generative-economy (abgerufen am 2026-07-25). SOLIDWORKS 2026 enthält generative KI für Zeichnungserstellung, Detaillierung und Baugruppen-Workflows, unter anderem automatisches Erkennen und Verbauen von Normteilen wie Schrauben und Muttern, sowie einen KI-gestützten 'Virtual Companion', der Community-Beiträge, Wikis und Fragen zusammenfasst und Antworten generiert.
- Converge Design – SOLIDWORKS Preise und Promotions. https://converge.design/solidworks-software-products/solidworks-prices-promotions/ (abgerufen am 2026-07-25). Auch ein autorisierter Vertriebspartner veröffentlicht keine Grundpreise für Standard, Professional oder Premium und keine Wartungsprozentsätze, sondern ausschließlich befristete Aktionen und einen 'Request a quote'-Weg.
- SOLIDWORKS – Terms of Use (Rechtsträger). https://www.solidworks.com/terms-use (abgerufen am 2026-07-23). Rechtsträger des SOLIDWORKS-Geschäfts ist die Dassault Systèmes SolidWorks Corporation mit Sitz in Waltham, Massachusetts (US-Recht, Gerichtsstand Massachusetts); Muttergesellschaft ist Dassault Systèmes, eine französische société européenne (Handelsregister Versailles B 322 306 440).
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