Cloud-natives parametrisches CAD-System, das vollständig im Browser läuft — keine Installation, kein lokales Lizenzmanagement. KI-Funktionen für Bauteilverknüpfungen, Zeichnungsanmerkungen und Wiederverwendungs-Erkennung machen es zur ersten ernsthaften CAD-Plattform mit nativ integrierter KI.
Kosten: Free für Bildung und Hobby (öffentliche Daten); Professional ca. 1.500 USD/Nutzer/Jahr; Enterprise auf Anfrage
Stärken
- 100 % browserbasiert — Mac, Windows, Linux, ChromeOS, iPad ohne Installation
- Echtzeit-Mehrnutzer-Bearbeitung am gleichen Modell (wie Google Docs für CAD)
- KI-gestützte Part-Mate-Vorschläge, Drawing Annotations und Wiederverwendungs-Erkennung
- Versionierung und Branching auf Modellebene (vergleichbar mit Git)
- FeatureScript als offene, dokumentierte Erweiterungssprache
- Kostenloser Education- und Public-Plan macht Lehre und Lernen frei zugänglich
Einschränkungen
- Keine EU-Datenresidenz — alle Daten liegen in AWS US-East
- Kein Offline-Arbeiten möglich — ohne stabile Internetverbindung steht das Modell still
- Professional kostet ca. 1.500 USD/Nutzer/Jahr — für Solo-Selbstständige hoch angesetzt
- Der kostenlose Plan macht alle Daten öffentlich einsehbar — kein Geheimprojekt möglich
- Ökosystem an Plug-ins und Drittanbieter-Bibliotheken kleiner als bei SolidWorks/Catia
- Kein klassisches deutschsprachiges Vor-Ort-Support-Netz
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du arbeitest in einem verteilten Team und willst dass mehrere Konstrukteure gleichzeitig am gleichen Modell arbeiten
- Du willst CAD-Lizenzen ohne IT-Setup, ohne lokale Workstations und ohne Floating-License-Server
- Du brauchst ein modernes, KI-gestütztes CAD ohne den klassischen Wartungsoverhead
- Du baust Hardware-Prototypen und willst schnell von Skizze zu fertigungsreifer 3D-Datei
Wann nein
- Du brauchst zwingend EU-Datenhosting für DSGVO-kritische Konstruktionsdaten
- Du arbeitest häufig offline (Werkstatt, Baustelle, schlechte Verbindung)
- Du brauchst spezialisierte CAM- oder Simulationsmodule, die nur in SolidWorks oder NX existieren
- Du nutzt eine etablierte SolidWorks-/Catia-Toolchain mit Tausenden bestehenden Bauteilen
Kurzfazit
Onshape ist die erste CAD-Plattform, die konsequent im Browser denkt — und seit der PTC-Übernahme 2019 zunehmend mit KI-Funktionen ausgebaut wird. Wer aus einer SolidWorks-Welt kommt, in der jede Konstruktionsdatei lokal liegt und über Floating-Lizenzen verteilt wird, erlebt mit Onshape einen Paradigmenwechsel. Echtzeit-Mehrnutzer-Bearbeitung, automatische Versionierung und KI-gestützte Bauteilverknüpfungen heben Onshape technisch klar von der etablierten Konkurrenz ab. Den fünften Stern verliert es durch das fehlende EU-Hosting und den hohen Listenpreis. Für deutsche Hardware-Startups und Mittelständler mit verteilten Teams ist es trotzdem die ernsthafteste moderne Alternative zu SolidWorks.
Für wen ist Onshape?
Hardware-Startups und Produktdesigner: Wer ein neues Produkt entwickelt und kein Geld für CAD-Workstations und Lizenzserver ausgeben will, bekommt mit Onshape sofort ein vollwertiges parametrisches CAD-System. Konstruktion auf dem MacBook im Café funktioniert genauso wie auf dem Windows-PC im Büro — das gibt es bei keinem anderen Major-CAD-Anbieter.
Verteilte Konstruktionsteams: Mehrere Konstrukteure arbeiten gleichzeitig am gleichen Modell, sehen die Cursor der Kollegen, kommentieren Features in Echtzeit. Wer schon einmal versucht hat, eine SolidWorks-Baugruppe per E-Mail durch ein Team zu schieben, versteht den Unterschied innerhalb der ersten Stunde.
Bildungseinrichtungen und Lernende: Hochschulen, Berufsschulen und Maker-Communities profitieren vom kostenlosen Education-Plan mit vollem Funktionsumfang. Studierende können zuhause auf jedem Gerät weiterarbeiten — Lizenzfragen und VPN-Setups entfallen komplett.
Maschinenbau-Mittelstand mit Cloud-Strategie: Unternehmen, die ohnehin auf Microsoft 365, Google Workspace und SaaS-ERP setzen, fügen Onshape passend in ihre Architektur ein. PLM-Funktionen (Versionen, Releases, Approvals) sind eingebaut — das spart eine separate PDM-Lizenz wie SolidWorks PDM oder Windchill.
Konstrukteure mit Skripting-Affinität: FeatureScript ist eine offene, dokumentierte Sprache, mit der eigene Features programmiert werden können. Wer parametrische Bauteile in großem Maßstab pflegt (Normteile, Rohrleitungen, Beschläge), kann sich Bibliotheken aufbauen, die mit klassischen CAD-APIs deutlich aufwändiger wären.
Weniger geeignet für: Konstrukteure, die zwingend offline arbeiten müssen (Baustelle, Werkstatt, Außeneinsatz). Anwender mit harten EU-Hosting-Anforderungen. Teams mit großen, gewachsenen SolidWorks- oder Catia-Bauteilbibliotheken, deren Migration aufwändiger ist als der Cloud-Vorteil. Spezialisten in Branchen, die auf bestimmte CAM- oder Simulations-Plug-ins angewiesen sind, die für Onshape nicht existieren.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Free / Public | 0 € | Voller CAD-Funktionsumfang, aber alle Daten sind öffentlich für jeden einsehbar |
| Education | 0 € | Voller Funktionsumfang für verifizierte Studierende, Lehrende und Schulen |
| Standard | ca. 1.500 USD/Nutzer/Jahr | Private Daten, Versionsverwaltung, Releases, Drawings, Standardsupport |
| Professional | ca. 2.100 USD/Nutzer/Jahr | Zusätzlich rollenbasierte Rechte, ECO-Workflows, Custom Properties, API-Vollzugriff |
| Enterprise | Auf Anfrage | Globale Konfiguration, SSO, erweiterte Audit-Logs, dedizierter Account Manager |
Einordnung: Der Free-Plan ist im Wortsinn ein Public-Plan — alles was du konstruierst, ist öffentlich sichtbar und durchsuchbar. Für Lernen, Open-Hardware oder Hobby ein Geschenk. Für jede kommerzielle Arbeit ist Standard das Minimum. Im Vergleich zu einer SolidWorks-Dauerlizenz mit Wartung (typisch 4.000–6.000 € initial plus rund 1.500 €/Jahr Wartung) ist Onshape nicht günstiger — aber du sparst Workstation-Kosten, IT-Aufwand für Lizenzserver und VPN-Setups. Über drei Jahre gerechnet liegt der Total Cost of Ownership oft niedriger, besonders bei verteilten Teams.
Stärken im Detail
100 % Browser ist mehr als ein Marketing-Versprechen. Onshape läuft tatsächlich in jedem modernen Browser auf jedem Betriebssystem — ohne Plug-in, ohne Java, ohne lokalen Cache-Manager. Das ist kein Web-Wrapper um eine Desktop-Anwendung, sondern eine von Grund auf für die Cloud entwickelte Engine. In der Praxis bedeutet das: Onboarding eines neuen Konstrukteurs dauert zehn Minuten statt einen halben Tag, und Hardware-Updates der Workstation sind irrelevant.
Echtzeit-Kollaboration verändert Konstruktionsprozesse. Mehrere Personen können gleichzeitig am gleichen Part oder der gleichen Baugruppe arbeiten — vergleichbar mit Google Docs. Konstruktions-Reviews müssen nicht mehr per Screen-Sharing organisiert werden, der Reviewer öffnet einfach das Modell und navigiert selbst hindurch. Für verteilte Teams (Standorte in DE/PL/UK, Lieferanten in Asien) eliminiert das eine ganze Klasse von Sync-Problemen.
Versionierung und Branching wie in der Softwareentwicklung. Onshape verwaltet jede Änderung mit einem Versionsbaum, in dem Branches erstellt, Varianten verglichen und Änderungen gemerget werden können. Wer einen Konstruktionsstand auf Stand vom 3. April zurückrollen will, klickt zwei Mal — keine Sicherungskopien, kein PDM-Vault. Das ist eines der wertvollsten Features für Teams, die parallel an Varianten arbeiten.
KI-Funktionen sind in den Workflow eingebaut. Onshape AI schlägt automatisch Part Mates vor (welche Flächen passen wahrscheinlich zusammen?), erkennt wiederverwendbare Geometrien aus früheren Modellen, generiert Drawing Annotations und unterstützt Part-Numbering-Konventionen. Das sind keine separaten KI-Tools, sondern direkt in der Bedienoberfläche verankerte Vorschläge — vergleichbar mit Smart Compose in Gmail. Für routinierte Konstrukteure spart das Klicks; für Einsteiger flacht es die Lernkurve.
FeatureScript als offene Erweiterungssprache. Anders als VBA in SolidWorks ist FeatureScript eine moderne, typisierte Sprache mit dokumentiertem Standard. Eigene parametrische Features (z. B. spezifische Schweißnähte, Normteile, Verbindungselemente) lassen sich versionieren und teamweit teilen. Das ist für Engineering-getriebene Unternehmen ein echter Hebel.
Kein Lizenzmanagement. Keine Floating-License-Server, keine ablaufenden Lizenzschlüssel, keine “Lizenz ist gerade durch jemand anderen belegt”-Probleme. Onshape rechnet pro aktivem Nutzer ab — vorhersehbar und administrationsarm. Die IT-Abteilung wird das lieben.
Schwächen ehrlich betrachtet
Datenhosting ausschließlich in den USA. Onshape läuft in AWS US-East — eine EU-Region gibt es nicht. Für deutsche Unternehmen mit Konstruktionsdaten, die unter Geheimhaltungspflichten oder ITAR-/Exportkontrollregeln fallen, ist das ein hartes K.-o.-Kriterium. Auch für DSGVO-kritische Branchen (Medizintechnik, Wehrtechnik, Behörden) ist die Nutzung ohne sehr genaue rechtliche Prüfung nicht zu empfehlen. PTC liefert AVV und Standardvertragsklauseln, ändert aber nichts am physischen Speicherort.
Kein Offline-Modus. Wer im ICE ohne stabile Verbindung sitzt, an einer Baustelle arbeitet oder in einer Werkstatt mit schlechtem WLAN konstruieren will, hat ein Problem. SolidWorks oder Inventor können das, Onshape grundsätzlich nicht. Die mobile App löst das Problem nur teilweise — komplexe Bearbeitungen erfordern verlässliches Netz.
Der kostenlose Plan ist faktisch ein Public-Plan. Alle Daten sind öffentlich indexierbar und über die Onshape-Suchfunktion auffindbar. Wer im Free-Plan ein Produktdesign anlegt, verliert damit potenziell den Patentschutz (öffentliche Vorveröffentlichung). Onshape kommuniziert das transparent — viele Erstnutzer übersehen es trotzdem.
Listenpreis ist hoch — gerade für Solo-Selbstständige. 1.500 USD/Nutzer/Jahr für Standard und 2.100 USD für Professional sind im Vergleich zu Fusion 360 (rund 700 USD/Jahr) deutlich teurer. Für ein 20-Personen-Konstruktionsteam liegt die Onshape-Lizenz bei 30.000–42.000 USD/Jahr. Das rechnet sich erst, wenn man die Workstation- und IT-Einsparungen wirklich gegenrechnet.
Plug-in- und Bibliotheks-Ökosystem ist kleiner. SolidWorks hat über zwei Jahrzehnte ein riesiges Ökosystem an Drittanbieter-Plug-ins, Normteilbibliotheken, CAM-Lösungen und Branchenlösungen aufgebaut. Onshape hat einen App Store, der wächst — aber die Auswahl ist deutlich überschaubarer. Wer auf ein bestimmtes Plug-in (z. B. spezielle Blechabwicklung, branchenspezifische Bibliothek) angewiesen ist, sollte vor der Migration prüfen, ob es das auf Onshape gibt.
Deutscher Support ist dünn. PTC hat eine deutsche Niederlassung, aber das Onshape-Support-Modell ist primär englischsprachig und ticketbasiert. Lokale Reseller-Netze wie bei SolidWorks (z. B. SolidLine, Bechtle) gibt es für Onshape kaum. Für IT-Abteilungen, die einen deutschsprachigen Vertragspartner bevorzugen, ist das ein Reibungspunkt.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Eine etablierte Desktop-CAD mit deutschem Reseller-Netz brauchst | SolidWorks |
| Konstruktionsdaten für Marketing/Vertrieb visuell aufbereiten willst | SolidWorks Composer |
| Elektrokonstruktion und Schaltplan-CAD machst | WSCAD |
| Eine cloudbasierte Bauplanungs-Plattform brauchst (BIM, nicht Maschinenbau) | Autodesk BIM 360 |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Fusion 360 (Autodesk) ist der direkteste Cloud-CAD-Konkurrent mit attraktiverem Preispunkt und integrierter CAM-Funktionalität, aber schwächerer Echtzeit-Kollaboration. Catia (Dassault) bleibt Standard in Großserien-Konstruktion (Automotive, Aerospace) — Onshape spielt dort nicht. Siemens NX und PTC Creo (vom selben Mutterkonzern wie Onshape) sind die etablierten High-End-Desktop-Pakete für komplexe Baugruppen. OnScale und SimScale sind komplementär für browserbasierte Simulation, nicht Konstruktion. Onshape ist im Cloud-CAD-Segment derzeit der Reifeführer — wer Echtzeit-Kollaboration und Browser-Native als zentrale Anforderungen formuliert, beginnt fast immer mit Onshape.
So steigst du ein
Schritt 1: Mit dem Free-Plan eine echte Konstruktion ausprobieren. Anmelden auf onshape.com, Public-Account anlegen und ein konkretes kleines Bauteil modellieren — z. B. einen 3D-druckbaren Halter oder eine einfache Baugruppe aus drei Teilen. Wichtig: Verwende keine schützenswerten Designs — der Free-Plan ist öffentlich. So bekommst du innerhalb von zwei Stunden ein realistisches Gefühl für Bedienung, Performance und Workflow.
Schritt 2: Echtzeit-Kollaboration mit einem Kollegen testen. Lade jemanden in dein Document ein und arbeitet zwei Stunden gemeinsam an einer Baugruppe — einer macht Skizzen, der andere modelliert Features. Diese Erfahrung lässt sich aus keiner Demo extrahieren, sie muss erlebt werden. Hier zeigt sich, ob die Kollaboration für deinen Arbeitsstil tatsächlich produktiv ist.
Schritt 3: Pilotprojekt mit Standard-Plan und Migration prüfen. Vor einem unternehmensweiten Rollout ein abgegrenztes Projekt (z. B. ein neues Produkt, das ohnehin von Grund auf entsteht) in Onshape umsetzen. Zwei bis drei Konstrukteure, drei Monate, klare Vergleichskennzahlen (Setup-Zeit, Kollaborationsaufwand, Bug-Reports). Erst nach dem Pilot fällt die Entscheidung über die Migration der bestehenden Bauteilbibliotheken — die ist nicht trivial und sollte einkalkuliert werden.
Schritt 4 (Unternehmen): Datenschutz-Folgenabschätzung und AVV abschließen. Vor produktivem Einsatz mit dem Datenschutzbeauftragten klären, ob die US-Datenhaltung mit den eigenen Geheimhaltungs- und Compliance-Anforderungen vereinbar ist. PTC stellt einen AVV zur Verfügung, aber die rechtliche Prüfung muss intern stattfinden — besonders wenn Kundendaten oder ITAR-relevante Konstruktionen verarbeitet werden.
Ein konkretes Beispiel
Ein Hardware-Startup aus Berlin mit 14 Mitarbeitenden (Schwerpunkt: vernetzte Geräte für die Industrie) hat 2024 von SolidWorks auf Onshape migriert. Vorher: Drei Konstrukteure mit lokalen SolidWorks-Lizenzen, ein PDM-Server in einem Rechenzentrum bei Frankfurt, ein VPN-Setup für Home-Office, alle Reviews per Bildschirmfreigabe in Microsoft Teams. Nach dem Wechsel: Fünf Konstrukteure (zwei davon remote in Krakau und Lissabon), gemeinsame Live-Sessions in Onshape, Versionsfreigaben direkt im Tool. Konkrete Effekte: Onboarding eines neuen Konstrukteurs verkürzte sich von zwei Tagen (Lizenzinstallation, VPN, PDM-Anbindung, Bauteilbibliotheken einrichten) auf 30 Minuten. Konstruktions-Reviews dauern statt 90 Minuten nur noch 45 Minuten, weil Reviewer parallel im Modell navigieren statt zuzusehen. Wermutstropfen: Die DSGVO-Folgenabschätzung dauerte sechs Wochen — der Datenschutzbeauftragte verlangte zusätzliche vertragliche Zusicherungen, weil bestimmte Konstruktionen vertrauliche Kundeninformationen abbilden. Heute laufen sicherheitskritische Projekte weiterhin in einem getrennten On-Prem-System (PTC Creo), Standardprodukte in Onshape.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: AWS US-East (Region: us-east-1), keine EU-Region verfügbar. Anbieter ist PTC Inc., Boston, Massachusetts.
- Datennutzung: PTC nutzt Modelldaten nicht für KI-Training fremder Kunden. KI-Funktionen wie Part-Mate-Vorschläge werden auf Basis der eigenen Modellhistorie berechnet, nicht aus globalen Daten anderer Onshape-Nutzer.
- Aufbewahrung: Modelle bleiben unbegrenzt im aktiven Account erhalten. Nach Account-Kündigung 30 Tage Gnadenfrist, dann Löschung.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Verfügbar für Standard-, Professional- und Enterprise-Pläne. Standard-Vertragsklauseln nach Schrems-II-Anforderungen werden mitgeliefert.
- Empfehlung für Unternehmen: Vor produktivem Einsatz Datenschutz-Folgenabschätzung erstellen. Für ITAR-/exportkontrollierte Konstruktionen, Wehrtechnik und Behörden ist die Nutzung kritisch zu prüfen — hier kann je nach Konstellation ein Onshape Enterprise mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen oder ein On-Prem-Alternativsystem die richtige Wahl sein.
- Authentifizierung: SSO über SAML 2.0 ist im Professional- und Enterprise-Plan verfügbar — Mehrfaktor-Authentifizierung in allen kostenpflichtigen Plänen.
Gut kombiniert mit
- GitHub Copilot — für Teams, die FeatureScript-Erweiterungen schreiben: Copilot beschleunigt das Programmieren eigener parametrischer Features deutlich, ähnlich wie bei jeder anderen Coding-Aufgabe.
- Claude — als Konstruktions-Sparringpartner: Anforderungen, Lastenheft-Auszüge oder Material-Spezifikationen mit Claude vorstrukturieren und in den Onshape-Workflow überführen. Claude kann auch helfen, FeatureScript-Snippets zu erklären oder zu refactorn.
- Notion AI — für die Konstruktions-Dokumentation: technische Dokumentationen, Stücklisten-Kommentare und Entscheidungsprotokolle in Notion pflegen, mit direkten Verlinkungen auf Onshape-Modellversionen.
Unser Testurteil
Onshape verdient 4 von 5 Sternen. Es ist die technisch modernste CAD-Plattform am Markt — vollständig browserbasiert, mit echter Echtzeit-Kollaboration, sauberer Versionierung und KI-Funktionen, die in den Workflow eingebaut sind statt aufgesetzt zu wirken. In der Disziplin “Cloud-natives parametrisches CAD” ist Onshape derzeit konkurrenzlos. Den fünften Stern verliert es durch das fehlende EU-Hosting (für deutsche Mittelständler ein gewichtiger Punkt), den fehlenden Offline-Modus (für Werkstatt- und Außeneinsätze ein hartes Kriterium) und das im Vergleich zu Fusion 360 hochpreisige Lizenzmodell. Für Hardware-Startups, verteilte Konstruktionsteams und Bildungseinrichtungen ist Onshape eine klare Empfehlung. Für etablierte Maschinenbauer mit gewachsenen SolidWorks-Toolchains lohnt sich der Wechsel nur bei Bereitschaft, die Migration sauber zu planen.
Was wir bemerkt haben
- 2019 — PTC hat Onshape für rund 470 Mio. USD übernommen. Anders als bei vielen CAD-Akquisitionen blieb das Produkt eigenständig und wurde technisch nicht in Creo eingeschmolzen — die Cloud-Architektur wäre dafür auch ungeeignet gewesen.
- 2024 — Onshape AI als Sammelbegriff eingeführt: Part-Mate-Vorschläge, AI Drawing Annotations und ML-basierte Wiederverwendungs-Erkennung wurden ins Standardprodukt integriert. Onshape ist damit das erste Major-CAD, das KI nicht als Bolt-on, sondern eingebettet in den Konstruktions-Workflow ausliefert.
- 2024–2025 — Wachsende Verbreitung im deutschen Mittelstand, vor allem bei Hardware-Startups (Berlin, München) und kleinen Maschinenbauern mit verteilten Teams. Bestehende SolidWorks-Anwender wechseln dagegen selten — die Migrationskosten bestehender Bauteilbibliotheken bleiben eine relevante Hürde.
- Mai 2026 — Eine native EU-Region für Onshape gibt es weiterhin nicht. PTC kommuniziert keinen konkreten Roadmap-Termin. Wer DSGVO-strikt arbeiten muss, sollte das in der Beschaffungsentscheidung als langfristigen Risikofaktor einkalkulieren.
- 2025 — Der Public-Plan bleibt kostenlos, wird aber zunehmend von SEO-Spam und automatisch generierten Modellen geflutet. Ernsthafte Open-Hardware-Projekte sind dort weiterhin willkommen, aber die Suchergebnisse zur Inspiration sind weniger nützlich als noch vor zwei Jahren.
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