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SOLIDWORKS Electrical

Dassault Systèmes

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Desktop-Elektro-CAD von Dassault Systèmes für Schaltplan-Design (2D) und 3D-Verkabelung. Die parametrisch-assoziative, regelbasierte Automatisierung (Klemmenpläne, Drahtnummerierung, Reports) und die enge bidirektionale Integration in die SOLIDWORKS-Mechanik machen sie zur ernstzunehmenden Alternative zu EPLAN, vor allem für Maschinen- und Schaltschrankbauer, die ECAD und MCAD im selben Stack halten wollen. Ein KI-Werkzeug ist es nicht: Dassault bewirbt die Automatisierung als 'intelligent', meint damit aber parametrische Funktionen, keine generative oder ML-gestützte KI.

Kosten: Lizenzierung ausschließlich über autorisierte SOLIDWORKS-Vertriebspartner, keine offizielle Online-Preisliste (Dassault verweist auf 'Request a quote'). Electrical Schematic und Electrical 3D werden meist im Bundle mit der SOLIDWORKS-Mechanik verkauft. Marktüblich im DACH-Raum grob vier- bis fünfstellig pro Jahr und Arbeitsplatz, das ist ein Anhaltspunkt, kein offizieller Listenpreis, und real verhandelbar.

Stärken

  • Tiefe bidirektionale Integration mit der SOLIDWORKS-Mechanik (3D-Modell, Baugruppen, Stücklisten)
  • Parametrische, regelbasierte Automatisierung: Drahtnummerierung, Part-Swap, Schaltungs-Wiederverwendung, Reports in Sekunden
  • Präzises 3D-Wire-Harnessing mit realen Kabellängen schon vor dem ersten Prototyp
  • Symbol- und Hersteller-Part-Bibliotheken, PCB-Integration über CircuitWorks, optionale 3DEXPERIENCE-Cloud-Anbindung
  • Echtzeit-Cross-References, automatische Klemmenpläne und Stücklisten, ECAD-MCAD-Co-Design
  • Mehrbenutzer-Datenbank: mehrere Elektro-Konstrukteure arbeiten parallel am selben Projekt
  • Desktop-Software: Konstruktionsdaten bleiben standardmäßig lokal im eigenen Netz, volle Datenhoheit

Einschränkungen

  • Im DACH-Raum hinter EPLAN als Marktstandard für Schaltschrankbau
  • Lernkurve und Lizenzierung deutlich teurer als reine 2D-Schaltplan-Tools
  • Kein KI-Werkzeug: Die 'intelligente' Automatisierung ist parametrisch und regelbasiert, keine generative oder ML-gestützte Funktion
  • Volle Stärke entfaltet sich nur, wenn auch die SOLIDWORKS-Mechanik im Einsatz ist
  • Keine transparente Online-Preisliste, Angebote nur über Vertriebspartner

Passt gut zu

Maschinenbau Schaltschrankbau Industrieautomation Sondermaschinenbau Anlagenbau

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Dein Unternehmen nutzt bereits SOLIDWORKS für die Mechanik-Konstruktion
  • Du baust Maschinen oder Schaltschränke und brauchst ECAD und MCAD aus einer Hand
  • Du willst Stücklisten, Klemmenpläne und Kabellisten automatisch synchronisieren
  • Du willst eine Desktop-Lösung, bei der die Konstruktionsdaten lokal in deinem eigenen Netz bleiben

Wann nein

  • Dein Lieferantennetzwerk arbeitet ausschließlich mit EPLAN-Datensätzen
  • Du brauchst nur einen 2D-Schaltplan-Editor ohne 3D-Anbindung
  • Open-Source oder kleinstes Budget sind Pflicht
  • Du erwartest eine KI, die Schaltpläne aus Lastenheften generiert, die gibt es hier nicht

Kurzfazit

SOLIDWORKS Electrical ist Dassault Systèmes’ Antwort auf den deutschen ECAD-Markt, und in einer ganz konkreten Konstellation die bessere Wahl als der Platzhirsch EPLAN Electric P8: wenn die Mechanikkonstruktion ohnehin in SOLIDWORKS läuft. Die bidirektionale Verzahnung von Schaltplan, 3D-Verkabelung und Baugruppenmodell ist branchenführend, die parametrisch-assoziative Automatisierung (Drahtnummerierung, Part-Swap, Klemmenpläne, Reports in Sekunden) nimmt Konstrukteuren genau die Routine ab, für die sie nicht ausgebildet wurden. Wichtig zur Einordnung: Das ist ein reines Desktop-CAD-Werkzeug und kein KI-Tool. Dassault bewirbt die Automatisierung als “intelligent”, meint damit aber parametrische Regeln, nicht generative oder ML-gestützte KI. Wer reiner Schaltschrankbauer in einem EPLAN-getriebenen Lieferantennetzwerk ist, wird trotzdem schwer wechseln, die Stärke liegt im integrierten ECAD-MCAD-Workflow, nicht im Standalone-Schaltplan.

Für wen ist SOLIDWORKS Electrical?

Maschinen- und Sondermaschinenbauer: Wer komplexe Maschinen mit elektrischer und mechanischer Konstruktion entwickelt, profitiert am stärksten. Das gleiche Bauteil, Motor, Sensor, Antrieb, existiert nur einmal in der Datenbasis und wird von Schaltplan und 3D-Modell synchron referenziert. Änderungen am Antrieb propagieren automatisch in beide Welten.

Schaltschrankbauer mit SOLIDWORKS-Hintergrund: Wer den Schrank im 3D-Modell konstruieren und gleichzeitig die Verdrahtung sauber dokumentieren will, bekommt mit Electrical 3D eine Lösung, die Draht- und Kabelwege im Modell führt und reale Längen für die Kabelliste bestimmt. Das ist deutlich präziser als manuelle Schätzungen und spart Material wie Nacharbeit.

Industrieautomation und Anlagenbau: Mehrere parallele Projekte mit gemeinsamen Komponentenbibliotheken, IEC-konformen Norm- und Symbolvorlagen und mehrsprachiger Dokumentation. Hier zahlt sich die Bibliotheks- und Projektverwaltung aus.

DACH-Mittelstand mit Dassault-Strategie: Unternehmen, die ohnehin auf 3DEXPERIENCE setzen oder das in der Roadmap haben, halten ECAD im selben Ökosystem. Lizenzverwaltung, PLM-Anbindung und Support laufen über autorisierte SOLIDWORKS-Vertriebspartner im DACH-Raum.

Weniger geeignet für: Reine 2D-Schaltplanarbeit ohne 3D-Bezug (da reichen AutoCAD Electrical oder See Electrical), Schaltschrankbauer, deren Kunden- und Lieferantennetzwerk ausschließlich mit EPLAN-Datensätzen arbeitet, sowie alle, die eine KI erwarten, die den Schaltplan selbst entwirft, diese Funktion gibt es hier nicht.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Electrical Schematicüber Vertriebspartner, auf Anfrage2D-Schaltplan (auch Hydraulik/Pneumatik/P&ID), Symbol- und Hersteller-Part-Bibliothek, Klemmen- und Kabellisten, Reports
Electrical 3Düber Vertriebspartner, auf AnfrageSchematic + 3D-Wire-Harnessing, reale Kabellängen, SOLIDWORKS-Integration, ECAD-MCAD-Co-Design
Electrical Professionalüber Vertriebspartner, auf AnfrageSchematic + 3D in einem Paket, erweiterte Bibliotheken, Mehrbenutzerdatenbank
CircuitWorks für SOLIDWORKSüber Vertriebspartner, auf AnfragePCB-Integration, Datenaustausch zwischen ECAD-Layout und 3D-Modell
3DEXPERIENCE Cloudnach Modul + NutzernBrowserbasierte Zusammenarbeit über die Plattform, Hosting-Region und Konditionen abhängig vom Vertrag

Einordnung: SOLIDWORKS Electrical wird nicht direkt von Dassault als Onlinekauf verkauft, sondern über das Netz autorisierter SOLIDWORKS-Vertriebspartner. Eine offizielle Online-Preisliste gibt es nicht: Auf der Produktseite verweist Dassault durchgängig auf “Request a quote” und “Contact sales”. Marktüblich liegen die Lizenzkosten im DACH-Raum grob im vier- bis fünfstelligen Euro-Bereich pro Jahr und Arbeitsplatz, das ist aber ein Anhaltspunkt, kein offizieller Listenpreis, und real verhandelbar. Wer nur Electrical ohne Mechanik kauft, zahlt vergleichsweise viel pro Funktion. Der echte Hebel ist das Bundle: Mechanik + ECAD aus einer Lizenzwelt, ein Wartungsvertrag, ein Ansprechpartner. Im Vergleich zu EPLAN Electric P8 entscheidet selten der Listenpreis, sondern das Ökosystem, in dem das Unternehmen ohnehin steckt.

Stärken im Detail

Bidirektionale ECAD-MCAD-Integration ist die Kerndisziplin. Ein im Schaltplan platzierter Motor wandert ins 3D-Modell und behält Bauteilnummer, Klemmenzuordnung und Anschlüsse bei. Änderungen, anderer Antriebstyp, neue Klemme, geänderte Position, propagieren über die parametrisch-assoziative Datenbasis in beide Richtungen, ohne manuelle Synchronisation. Dassault nennt das auf der Produktseite explizit als zentralen Hebel gegen Versionskonflikte und ECOs zwischen Elektro- und Mechanikteam.

Parametrische Automatisierung spart die Routine. Drahtnummerierung, Schaltungs-Wiederverwendung, Part-Swap und Report-Generierung laufen regelbasiert in Sekunden statt manuell. Das ist keine generative KI, sondern saubere, deterministische Automatisierung, und genau das ist im Konstruktionsalltag oft mehr wert als ein Modell, dessen Vorschläge man gegenprüfen muss. Hersteller- und Symbolbibliotheken liefern die Stammdaten dazu.

Präzises 3D-Wire-Harnessing. Im 3D-Modell werden reale Draht- und Kabelwege samt Längen bestimmt und dokumentiert, bevor ein einziger physischer Prototyp gebaut wird. Das spart Material und verkürzt den Weg zur Produktion, weil Passung und Längen vorab validiert sind. Für Kabelbäume und Schaltschrank-Verdrahtung ist das der Punkt, an dem sich Electrical 3D gegenüber reinen 2D-Tools auszahlt.

Design Intent und Validierung. Die Software hält Relationen, Parameter und Modellverhalten konsistent, wenn du Maße oder Attribute änderst, und prüft den Schaltplan gegen die hinterlegten Regeln. Fehlende Klemme, doppelte Kennzeichnung oder inkonsistente Verdrahtung fallen dadurch früh auf, statt erst beim physischen Aufbau. Dassault beschreibt diese Fähigkeit auf der Produktseite als “Design Intent”.

Desktop-Modell mit lokaler Datenhoheit. In der klassischen Lizenzvariante ist SOLIDWORKS Electrical installierte Desktop-Software. Projektdateien und Bibliotheken liegen im eigenen Netz, nicht in einer Hersteller-Cloud. Für Konstruktionsdaten mit Geschäftsgeheimnissen ist das ein handfester Datenschutzvorteil: Du kontrollierst selbst, wo die Daten liegen, statt dich auf eine Anbieter-Zusage verlassen zu müssen.

Vertriebspartner-Netzwerk in der DACH-Region. Autorisierte SOLIDWORKS-Partner bieten Schulung, Implementierung, Custom-Bibliotheken und deutschsprachigen Support. Die Reseller-Schiene ist gleichzeitig die größte Stärke (Nähe, Branchen-Know-how) und Schwäche (Pricing nicht öffentlich, Qualität schwankt je nach Partner).

Schwächen ehrlich betrachtet

EPLAN ist im DACH-Raum der Standard, und das ist nicht nur Tradition. Im Schaltschrankbau und in der Anlagentechnik ist EPLAN Electric P8 so dominant, dass viele Lieferanten Symbolbibliotheken, Makros und Stammdaten nur in EPLAN-Format bereitstellen. Wer SOLIDWORKS Electrical wählt, muss diese Daten oft manuell konvertieren oder pflegen, und das kostet Zeit, die der Tool-Vorteil erst wieder wettmachen muss.

Ohne SOLIDWORKS-Mechanik nur halbe Wahrheit. Die größten Stärken, bidirektionale Integration, automatisches 3D-Routing, gemeinsame BOM, entfalten sich nur, wenn auch die mechanische Konstruktion in SOLIDWORKS läuft. Reine ECAD-Anwender bezahlen für Funktionen, die sie nicht voll nutzen.

Die Automatisierung ist regelbasiert, kein KI-Werkzeug. Der große Komfort von SOLIDWORKS Electrical (Drahtnummerierung, Part-Swap, Reports, Wire-Harnessing) ist parametrische, deterministische Automatisierung. Dassault nennt das auf den Produkt- und Lösungsseiten “intelligent” und “data-driven”, grenzt es dort aber ausdrücklich gegen “non-parametric” 2D-Werkzeuge ab, nicht gegen konventionelle Software. Von KI, Machine Learning oder generativen Funktionen ist auf den Electrical-Seiten keine Rede. Wer eine generative ECAD-KI erwartet, die Schaltpläne aus Lastenheften erzeugt, wird enttäuscht: Diese Klasse Tools existiert 2026 noch nicht ausgereift im Markt, weder bei Dassault noch bei EPLAN.

Lizenzierung undurchsichtig. Preise sind über Vertriebspartner verhandelbar, Bundles und Wartungsanteile machen den Vergleich mit EPLAN oder AutoCAD Electrical mühsam. Konstruktionsleiter müssen mehrere Angebote einholen, eine transparente Online-Preisliste wie bei SaaS-Tools gibt es nicht.

Lernkurve und Migration sind nicht trivial. Wer von EPLAN oder AutoCAD Electrical migriert, muss sowohl die Software als auch die zugehörige Bibliotheks- und Projektlogik neu lernen. Dassault stellt Werkzeuge zum Datenimport bereit, aber eine 1:1-Übernahme bestehender EPLAN-Projekte ist illusorisch.

3DEXPERIENCE-Cloud-Strategie polarisiert. Dassault drängt seit Jahren in die Cloud, viele Bestandskunden bleiben aus Performance-, Datenschutz- und Lizenzgründen lieber bei der Desktop-Version. Wer langfristig plant, sollte sich frühzeitig festlegen, ob er den Cloud-Weg mitgeht, und dann die Hosting-Region vertraglich klären.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Den DACH-Marktstandard im Schaltschrankbau brauchstEPLAN Electric P8
Eine deutsche Mittelstands-Alternative mit ECAD-Schwerpunkt willstWSCAD
Bereits in der AutoCAD-Welt arbeitest und 2D reichtAutoCAD Electrical (Autodesk-Toolset)
Open-Source-Schaltplan ohne Lizenzkosten willstKiCad (frei, aber stark PCB-fokussiert)
Mechanik und Elektrik aus einer Hand brauchstSOLIDWORKS Electrical bleibt die richtige Wahl

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite im DACH-Markt: Zuken E3.series (japanischer ECAD-Spezialist, im Maschinenbau und Bahn-Sektor verbreitet), See Electrical (französisches Tool von IGE+XAO, das inzwischen zu Schneider Electric gehört), Eagle (Autodesk, eher PCB-Layout als Anlagentechnik). Im direkten Vergleich bleibt EPLAN der Marktstandard im DACH-Schaltschrankbau, SOLIDWORKS Electrical ist die ernstzunehmende Alternative für SOLIDWORKS-getriebene Maschinenbauer.

So steigst du ein

Schritt 1: Bedarfsanalyse vor der Lizenz. Kläre intern: Brauchst du nur Schematic (2D) oder auch 3D-Verkabelung? Läuft eure Mechanik bereits auf SOLIDWORKS? Wie viele parallele Konstrukteure? Diese Fragen entscheiden über Lizenzmodell und Bundle. Wer das vor dem Verkaufstermin nicht klar hat, kauft fast immer zu viel.

Schritt 2: Vertriebspartner-Auswahl mit Branchenfokus. Lass dir mindestens zwei autorisierte SOLIDWORKS-Partner Angebote machen und frage gezielt nach Referenzen aus deiner Branche (Maschinenbau, Schaltschrank, Anlagenbau). Wichtig: Schulungskontingent und Custom-Bibliothek-Support sollten Teil des Pakets sein, nicht Add-on-Posten in Jahr zwei.

Schritt 3: Pilotprojekt mit bestehender Bibliothek. Setze einen kleinen, realen Pilot auf, neue Maschine oder kleiner Schrank, und übernimm ausgewählte Komponenten aus eurer EPLAN- oder Excel-Bibliothek. So testet ihr Bibliothekspflege, Drahtnummerierung und 3D-Wire-Harnessing im echten Betrieb und seht, wie viel Pflegeaufwand wirklich nötig ist. Erst nach diesem Pilot über Roll-out und Migration entscheiden.

Schritt 4: Schulung mit Fokus auf ECAD-MCAD-Workflow. Reine Software-Schulung greift zu kurz. Die Stärke liegt in der Verzahnung, also Schulung gemeinsam für Elektro- und Mechanikkonstrukteure, mit konkreten gemeinsamen Übungen (Motor im Schaltplan platzieren, in 3D wiederfinden, Stückliste prüfen). Sonst arbeiten beide Teams weiter aneinander vorbei.

Ein konkretes Beispiel

Angenommen, ein Sondermaschinenbauer in Baden-Württemberg (rund 130 Mitarbeitende, baut Verpackungsanlagen für Lebensmittelhersteller) wechselt von einer EPLAN-Light-Lizenz auf SOLIDWORKS Electrical 3D, nicht aus Unzufriedenheit mit EPLAN, sondern weil die Mechanik bereits seit Jahren in SOLIDWORKS läuft. So könnte das erste Jahr aussehen (illustratives Szenario, kein realer Referenzkunde):

  • Stücklisten-Synchronisation: Vorher zwei getrennte BOMs (mechanisch + elektrisch), die für den Einkauf manuell zusammengefasst wurden, Aufwand pro Maschine rund ein halber Tag und fehleranfällig. Nach Umstellung: eine konsolidierte BOM, automatisch generiert.
  • Kabellisten: Reale Kabellängen aus dem 3D-Wire-Harnessing statt geschätzter Pauschalen. Bei einer typischen Maschine spart das je nach Konstruktion einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz Kabelmaterial, nicht die Welt pro Maschine, aber über eine ganze Jahresserie ein messbarer Posten.
  • Drahtnummerierung und Reports: Die regelbasierte Automatisierung erzeugt Klemmen- und Kabellisten in Sekunden, was vorher Handarbeit war. Vor allem für die Einarbeitung neuer Mitarbeitender ein spürbarer Beschleuniger, weil die Konsistenz nicht mehr von der Disziplin des Einzelnen abhängt.
  • Wermutstropfen: Die Konvertierung der bestehenden EPLAN-Bibliothek ist erfahrungsgemäß aufwendiger als geplant und bindet über Wochen anteilig einen Konstrukteur. Erst danach läuft der neue Workflow rund.

Die Rechnung geht typischerweise ab dem zweiten Jahr auf, hauptsächlich durch eingesparte Mehrfacharbeit zwischen Elektro- und Mechanikteam. Wer beide Welten getrennt lassen kann oder will, muss den Aufwand nicht treiben.

DSGVO & Datenschutz

  • Desktop-Software, Daten bleiben lokal: SOLIDWORKS Electrical ist in der klassischen Lizenzvariante installierte Desktop-CAD-Software. Projektdateien, Bibliotheken und Konstruktionsdaten liegen standardmäßig im eigenen Netz des Unternehmens, nicht in einer Hersteller-Cloud. Die DSGVO-Stärke ergibt sich hier aus Selbstkontrolle: Wo die Daten liegen, entscheidest du, nicht der Anbieter.
  • Kein EU-Hosting-Versprechen des Anbieters: Für die Desktop-Lizenz gibt es keine Vendor-Cloud, die deine Daten speichert, also auch keine Zusage zu einer EU-Datenresidenz, die man prüfen könnte. Wer die optionale 3DEXPERIENCE-Cloud-Anbindung nutzt, sollte Hosting-Region und Vertragsbedingungen konkret mit dem Vertragspartner klären, eine EU-Region ist nicht automatisch garantiert.
  • Rechtsträger: Das SOLIDWORKS-Geschäft wird laut Nutzungsbedingungen von der Dassault Systèmes SolidWorks Corporation mit Sitz in Waltham, Massachusetts (USA) betrieben und unterliegt US-Recht (Gerichtsstand Massachusetts). Muttergesellschaft ist Dassault Systèmes, eine französische société européenne (Handelsregister Versailles B 322 306 440). Eine französische Konzernherkunft ist also keine Garantie für ein EU-Hosting.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für die reine Desktop-Nutzung findet keine Datenverarbeitung durch Dassault statt, ein AVV ist dafür nicht erforderlich. Sobald Cloud-Dienste (3DEXPERIENCE) im Spiel sind, gehören ein AVV samt Regelung zu Hosting-Region und Unterauftragnehmern in den Vertrag.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für Konstruktionsdaten mit Geschäftsgeheimnissen (Patente, Custom-Bibliotheken, Kunden-Spezifika) ist die Desktop-Variante mit lokaler Datenhaltung der konservativste und datenschutzfreundlichste Pfad. Wer in die Cloud geht, sollte Hosting-Region, AVV und das Berechtigungskonzept (3DEXPERIENCE-Rollen) vertraglich fixieren, statt sich auf die europäische Konzernmutter zu verlassen.

Gut kombiniert mit

  • SOLIDWORKS Mechanik (Standard/Premium), die eigentliche Stärke entfaltet sich erst im Verbund: Komponenten existieren einmal, Schaltplan und 3D-Modell teilen sich die Datenbasis. Wer SOLIDWORKS Electrical ohne Mechanik einsetzt, kauft die halbe Lösung.
  • SOLIDWORKS PDM, für Mehrbenutzerszenarien und Versionskontrolle der Konstruktionsdaten praktisch unverzichtbar. Schaltplan-Revisionen, Bibliotheksstände und Stücklisten lassen sich versionieren und freigeben, wichtig für regulierte Branchen (Pharma, Lebensmittel, Medizintechnik).
  • Microsoft 365 Copilot, für die Doku-Welt drumherum: Lastenheft-Analyse, Angebotstexte, Klemmenplan-Erläuterungen für den Service. SOLIDWORKS Electrical selbst hat keine KI-Funktion, seine Automatisierung ist parametrisch und regelbasiert. Alles Textliche drumherum läuft daher besser über eine generische Office-KI.

Unser Testurteil

SOLIDWORKS Electrical verdient 4 von 5 Sternen. Wer im SOLIDWORKS-Ökosystem arbeitet und Mechanik plus Elektrik aus einer Hand entwickeln will, bekommt mit dieser Plattform die sauberste integrierte Lösung am Markt, kein Wettbewerber bietet die bidirektionale ECAD-MCAD-Verzahnung in vergleichbarer Tiefe. Die parametrische Automatisierung (Drahtnummerierung, Part-Swap, Reports, 3D-Wire-Harnessing) spart in der täglichen Konstruktionsarbeit verlässlich Zeit, ohne überzogene Versprechen zu machen. Und das Desktop-Modell mit lokaler Datenhaltung ist für datensensible Konstruktionsdaten ein echter Pluspunkt.

Den fünften Stern verliert das Tool aus drei Gründen: Im DACH-Schaltschrankbau bleibt EPLAN der gesetzte Standard, und das Lieferanten- und Datenökosystem zwingt viele Anwender pragmatisch zu EPLAN. Die Lizenzierung ist intransparent und vertriebspartner-getrieben, ein vergleichbares SaaS-Pricing wäre marktangemessener. Und der Name ist kein KI-Argument: Dassault bewirbt die Automatisierung als “intelligent”, meint damit aber parametrische Regeln, keine generative oder ML-gestützte KI. Wer eine ECAD-KI erwartet, ist auch hier zu früh dran.

Was wir bemerkt haben

  • Juli 2026: Legal-Risk-Prüfung gegen Dassaults eigene Quellen. Wir haben das dataHosting-Badge von “EU” auf “global” korrigiert. SOLIDWORKS Electrical ist Desktop-Software, die Konstruktionsdaten bleiben lokal beim Anwender, und der Rechtsträger des Produkts ist laut Nutzungsbedingungen die US-Gesellschaft Dassault Systèmes SolidWorks Corporation in Waltham, Massachusetts (Mutterkonzern: die französische Dassault Systèmes SE). Eine französische Konzernherkunft ist keine EU-Hosting-Garantie. Frühere Angaben zu konkreten EU-Rechenzentren (Frankreich/Deutschland) haben wir entfernt, weil wir sie nicht belegen konnten.
  • Juli 2026: KI-Einstufung von “features” auf “adjacent” zurückgesetzt. Auf den Produkt- und Lösungsseiten für Electrical steht “intelligent” durchgehend für parametrische, datengetriebene Automatisierung, ausdrücklich abgegrenzt gegen “non-parametric” 2D-Werkzeuge. Von KI, Machine Learning oder generativen Funktionen ist dort keine Rede, AI taucht nur als Thema in der Knowledge Base auf. Die frühere Berufung auf “SOLIDWORKS 2026 KI-Funktionen” haben wir gestrichen, weil die zitierte “What’s New”-Seite inzwischen auf ein anderes Produkt weiterleitet und die Aussage nicht mehr belegbar war.
  • Juli 2026: Produktnamen gegen die Herstellerseite abgeglichen. Das Electrical-Portfolio umfasst Electrical Schematic, Electrical 3D, Electrical Professional und CircuitWorks. Eine offizielle Online-Preisliste gibt es nicht, Dassault verweist konsequent auf “Request a quote” und “Contact sales”.
  • 2024 bis 2026: EPLAN bleibt im DACH-Schaltschrankbau dominanter Marktführer. SOLIDWORKS Electrical wächst vor allem dort, wo die Mechanik bereits in SOLIDWORKS läuft. Eine vollintegrierte generative KI, die Schaltpläne aus textuellen Lastenheften erzeugt, gibt es 2026 in keiner der großen ECAD-Plattformen, weder bei Dassault noch bei EPLAN, AutoCAD Electrical oder Zuken.

Quellen

  1. SOLIDWORKS – Electrical Portfolio (Produktübersicht). https://www.solidworks.com/domain/solidworks-electrical (abgerufen am 2026-07-23). Produkte Electrical Schematic (2D), Electrical 3D, Electrical Professional und CircuitWorks; parametrisch-assoziative, regelbasierte Automatisierung (Drahtnummerierung, Part-Swap, Circuit-Reuse, Reports in Sekunden), reales 3D-Wire-Harnessing, ECAD-MCAD-Co-Design, paralleles Mehrbenutzer-Arbeiten; Verkauf über 'Request a quote' / 'Contact sales', keine Online-Preisliste; AI nur als Knowledge-Base-Thema, nicht als Produktfeature.
  2. SOLIDWORKS – Intelligent ECAD, Beyond Status Quo. https://www.solidworks.com/solution/intelligent-ecad-beyond-status-quo (abgerufen am 2026-07-23). 'Intelligent' wird durchgehend als Synonym für parametrische, datengetriebene Automatisierung verwendet und ausdrücklich gegen 'non-parametric' 2D-Werkzeuge abgegrenzt; keine Nennung von KI, Machine Learning oder generativen Funktionen.
  3. SOLIDWORKS – Terms of Use (Rechtsträger). https://www.solidworks.com/terms-use (abgerufen am 2026-07-23). Rechtsträger des SOLIDWORKS-Geschäfts ist die Dassault Systèmes SolidWorks Corporation mit Sitz in Waltham, Massachusetts (US-Recht, Gerichtsstand Massachusetts); Muttergesellschaft ist Dassault Systèmes, eine französische société européenne (Handelsregister Versailles B 322 306 440).

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Arthur Atlas

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