Power BI
Microsoft
Microsofts Business-Intelligence-Plattform für interaktive Dashboards und Datenanalyse, inzwischen Teil von Microsoft Fabric. Desktop kostenlos, Pro 12,10 EUR/Monat. Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis im BI-Markt — wenn dein Unternehmen im Microsoft-Ökosystem zuhause ist.
Kosten: Power BI Desktop kostenlos, Pro 12,10 EUR/Nutzer/Monat, Premium Per User 20,80 EUR/Nutzer/Monat. Copilot in Power BI erfordert separat Fabric F2+ Kapazität oder Premium P1+ — nicht in Pro/PPU enthalten.
Stärken
- Power BI Desktop ist vollständig kostenlos — Berichte lokal erstellen ohne Abonnement
- Tiefe Integration mit Excel, Teams, SharePoint, Azure und OneLake — Daten fließen ohne manuelle Exporte
- Mit Abstand günstigster Einstieg ins professionelle BI: Pro 12,10 EUR vs. Tableau ~70 EUR
- Direct Lake liest Daten direkt aus OneLake-Delta-Tabellen — keine Refresh-Latenz mehr
- Copilot in Power BI generiert Berichte, Narrative und DAX-Formeln aus natürlicher Sprache (mit Fabric-Kapazität)
- Breite Datenkonnektivität: Excel, SQL, SAP, Salesforce, Google Analytics und 100+ Quellen
Einschränkungen
- Power BI Desktop läuft nur auf Windows — kein Mac, kein Linux nativ
- Copilot in Power BI ist NICHT in Pro oder PPU enthalten — erfordert Fabric F2+ Kapazität (ab ca. 250 EUR/Monat) oder Premium P1+
- Sharing erfordert Pro-Lizenz für jeden, der mehr will als nur passiv konsumieren
- DAX (Formelsprache) hat eine steile Lernkurve — komplexe Berechnungen werden schnell anspruchsvoll
- Performance bei sehr großen Datenmengen (>1 Mio. Zeilen) ohne Premium-Kapazität eingeschränkt
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Dein Unternehmen nutzt Microsoft 365, Azure oder Excel intensiv
- Du willst interaktive Dashboards bauen ohne Programmierkenntnisse
- Du fragst Daten aus SAP, SQL-Datenbanken oder Excel-Listen ab
- Du suchst eine kosteneffiziente BI-Lösung mit professionellem Ergebnis
Wann nein
- Du arbeitest auf Mac oder Linux ohne Windows-VM
- Du brauchst Echtzeit-Streaming-Dashboards für operative Prozesse
- Dein Team braucht eine rein browserbasierte Lösung ohne Desktop-Installation
- Du analysierst ausschließlich Google-Daten (Analytics, Ads) — Looker Studio ist dann günstiger
- Du willst Copilot-Funktionen ohne Fabric-Kapazität — das wird zur teuren Falle
Kurzfazit
Power BI ist das beste Preis-Leistungs-BI-Tool am Markt — wenn dein Unternehmen im Microsoft-Ökosystem lebt. Für 12,10 EUR pro Nutzer und Monat bekommst du eine Plattform, die mit Tableau (rund 70 EUR) auf Augenhöhe spielt und in Excel-, Teams- und SharePoint-Umgebungen tief verwoben ist. Seit der Integration in Microsoft Fabric (2023/2024) ist Power BI nicht mehr nur ein Reporting-Tool, sondern Frontend einer einheitlichen Datenplattform mit OneLake, Direct Lake und Copilot-KI. Die ehrliche Einschränkung: Copilot in Power BI ist nicht in Pro oder Premium Per User enthalten — es braucht eine separate Fabric-Kapazität ab ca. 250 EUR/Monat. Wer das übersieht, kalkuliert sich bei der KI-Funktionalität gewaltig vor.
Für wen ist Power BI?
Controller und Finanzteams: Der klassische Anwendungsfall. Monatliches Reporting aus SAP, ERP und Excel automatisieren, Management-Dashboards bauen, KPIs in Echtzeit visualisieren. Power BI ersetzt den manuellen “Daten aus drei Quellen in Excel zusammenführen”-Prozess durch automatische, täglich aktualisierte Berichte — und ist dafür konkurrenzlos günstig, wenn ihr ohnehin M365 habt.
Excel-Power-User: Wer Excel gut kennt, lernt Power BI schneller als jedes andere BI-Tool. Die Denkweise ist ähnlich, die Oberfläche vertraut. DAX (die Formelsprache) ähnelt Excel-Funktionen in der Syntax — der Sprung ist deutlich kleiner als der Wechsel zu Tableau oder Qlik.
IT-Abteilungen und Datenteams: Power BI Desktop bietet direkten Zugang zu SQL-Datenbanken, REST APIs und Azure-Diensten. Entwickler können benutzerdefinierte Konnektoren in Power Query M schreiben und komplexe Datenmodelle aufbauen. Wer Microsoft Fabric einsetzt, profitiert zusätzlich von Direct Lake — der Modus liest Delta-Tabellen direkt aus OneLake, ohne Datenkopie und ohne Refresh-Wartezeiten.
KMU mit M365-Lizenz: Wer bereits Microsoft 365 bezahlt, hat Power BI Desktop schon bezahlt. Pro-Lizenzen für das Sharing-Team kosten 12,10 EUR/Nutzer — günstiger als Tableau, Qlik oder Looker für vergleichbare Funktionalität. M365 E5-Lizenzen enthalten Power BI Pro bereits.
Enterprise-Datenteams in Microsoft-Umgebungen: Mit Microsoft Fabric wird Power BI zur Frontend-Schicht eines vollständigen Data-Lakehouse-Stacks (OneLake, Synapse, Data Engineering, Real-Time Analytics). Wer auf Azure setzt und KI-Funktionen wie Copilot ernsthaft nutzen will, bekommt mit Fabric-Kapazität (F-SKUs) eine integrierte Plattform — zu Enterprise-Preisen.
Weniger geeignet für: Mac-Nutzer ohne Windows-VM, Marketing-Teams die primär Google-Daten analysieren (Looker Studio ist dort besser und kostenlos), Teams die eine vollständig browserbasierte BI-Lösung ohne Desktop-Installation brauchen — und Unternehmen, die “Copilot in Power BI” für 12,10 EUR/Monat erwarten und dann das Kleingedruckte lesen müssen.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Free (Desktop) | 0 EUR | Vollständiges Power BI Desktop für Windows, lokale Berichte, alle Visualisierungen, Import aller Datenquellen |
| Power BI Pro | 12,10 EUR/Nutzer/Monat | Berichte teilen und gemeinsam bearbeiten, Power BI Service (Cloud), automatische Datenabrufe, 10 GB Speicher |
| Premium Per User (PPU) | 20,80 EUR/Nutzer/Monat | Alle Pro-Funktionen + größere Modelle (100 GB), häufigere Aktualisierungen, Deployment Pipelines, paginierte Berichte |
| Fabric F-Kapazität | Ab ca. 250 EUR/Monat (F2) | Kapazitätsbasiert für Teams/Enterprise, Voraussetzung für Copilot in Power BI, OneLake, Direct Lake, Datenpipelines |
| Premium P-SKUs (alt) | Ab ca. 5.200 EUR/Monat | Klassische Premium-Kapazität, wird zugunsten von Fabric F-SKUs migriert |
Alle Preise bei jährlicher Abrechnung. M365 E5-Lizenzen enthalten Power BI Pro bereits. Fabric-Kapazitäten werden nutzungsbasiert in Azure abgerechnet (Pause/Resume möglich).
Einordnung: Für die meisten KMU reicht das klassische Modell “kostenloser Desktop für Ersteller + Pro-Lizenzen nur für die wenigen Nutzer, die Berichte erstellen und teilen”. Drei Analysten und 20 Berichts-Konsumenten kosten so 3 × 12,10 = 36,30 EUR/Monat — nicht 20 × 12,10. Erst wenn Konsumenten auch editieren oder kommentieren wollen, brauchen sie Pro. Achtung beim Thema KI/Copilot: Wer Copilot in Power BI einsetzen will (Berichte aus natürlicher Sprache erzeugen, Zusammenfassungen, DAX-Vorschläge), braucht zwingend eine Fabric F2+ Kapazität oder den alten Premium P1+. In Pro oder PPU ist Copilot nicht enthalten. Das ist die mit Abstand teuerste Falle in der Power-BI-Welt — der Sprung von 12,10 EUR/Monat auf 250+ EUR/Monat verändert die Wirtschaftlichkeit deutlich. Wer Copilot nur testen will, kann eine F-Kapazität stundenweise pausieren.
Stärken im Detail
Konnektivität ist herausragend. Power BI verbindet sich mit über 100 Datenquellen — Excel, SQL Server, Oracle, SAP, Salesforce, Google Analytics, REST APIs, SharePoint-Listen und mehr — alles per GUI konfigurierbar ohne Code. Der Power Query Editor ermöglicht Datentransformation und -bereinigung direkt vor dem Import. Was früher stundenlange manuelle Excel-Arbeit war, läuft jetzt automatisch.
Direct Lake eliminiert Refresh-Latenz. Mit der Integration in Microsoft Fabric kam ein neuer Modus: Direct Lake liest Daten direkt aus Delta-Tabellen in OneLake — ohne Import, ohne DirectQuery-Performance-Strafe. Das Ergebnis sind Berichte mit Import-Performance, aber Live-Daten ohne Refresh-Wartezeit. Für Datenmengen, die für Import zu groß und für DirectQuery zu langsam waren, ist das ein echter Sprung.
Copilot in Power BI bringt Generative KI ins Reporting. Seit der allgemeinen Verfügbarkeit 2024 erstellt Copilot komplette Berichtsseiten aus einem Prompt (“Erstelle ein Dashboard für Vertriebs-KPIs nach Region und Quartal”), generiert narrative Zusammenfassungen (“Erkläre, warum der Umsatz in Q3 gefallen ist”), schlägt DAX-Formeln vor und beantwortet Fragen zu bestehenden Datenmodellen. Die Qualität ist gut, die Voraussetzung ist allerdings eine Fabric-Kapazität — siehe Schwächen.
Integration in Microsoft Teams und SharePoint. Dashboards können direkt in Teams-Kanälen oder SharePoint-Seiten eingebettet werden — keine separate App nötig. Der CFO sieht die aktuellen KPIs morgens direkt im Teams-Tab, ohne Power BI überhaupt zu öffnen. Über Microsoft 365 Copilot Chat lassen sich Power-BI-Datasets sogar konversational befragen.
Günstigstes Preis-Leistungs-Verhältnis im BI-Markt für M365-Nutzer. Tableau Creator kostet rund 75 USD/Nutzer/Monat, Qlik Sense Enterprise spielt in einer ähnlichen Liga — Power BI Pro liegt bei 12,10 EUR. Für KMU mit überschaubaren Anforderungen ist das schwer zu schlagen. Die Kostenrechnung kippt erst, wenn Fabric-Kapazitäten oder mehrere PPU-Lizenzen ins Spiel kommen.
Schwächen ehrlich betrachtet
Copilot ist nicht im Pro-Preis enthalten — die größte Falle. Microsoft bewirbt “KI in Power BI” prominent, aber Copilot in Power BI braucht zwingend eine Fabric F2+ Kapazität oder den alten Premium P1+. Pro und PPU haben keinen Copilot-Zugang. Wer also für 12,10 EUR/Monat einen “KI-fähigen” Power-BI-Plan erwartet, lernt das im falschen Moment — etwa nach dem Pilot-Workshop, wenn die Geschäftsführung die Lizenz freigibt. Der Sprung auf F2 (~250 EUR/Monat) ist kalkulatorisch verkraftbar, muss aber budgetiert werden. Diese Lücke ist seit Jahren bekannt und Microsoft hat sie bisher nicht geschlossen.
Windows only — kein Mac. Power BI Desktop läuft nicht nativ auf macOS oder Linux. Es gibt einen eingeschränkten Web-Editor im Browser, aber der ist weit weniger leistungsfähig als die Desktop-App. Mac-Nutzer müssen entweder eine Windows-VM (Parallels, UTM) betreiben oder auf ein anderes Tool ausweichen — das ist ein echter Ausschlussfaktor und in Kreativ- und Tech-Branchen ein häufiges Argument gegen Power BI.
DAX ist eine Hürde. Einfache Berichte baut man schnell. Aber sobald komplexere berechnete Spalten, Zeitintelligenz-Funktionen (Vorjahresvergleiche, rollierende Summen) oder komplexe Filterlogiken benötigt werden, kommt DAX ins Spiel — Microsofts Formelsprache. DAX hat eine steile Lernkurve und verhält sich oft kontraintuitiv (Filter Context, Row Context). Ohne DAX-Kenntnisse stößt man schnell an Grenzen, und Copilot ist kein vollwertiger Ersatz für echtes Verständnis.
Sharing erfordert Pro für alle Beteiligten. Wer einen Bericht nicht nur passiv ansehen, sondern auch kommentieren oder explorieren will, braucht eine Pro-Lizenz. Das kann bei größeren Teams schnell teuer werden — und ist manchmal schwer zu kommunizieren, wenn Nutzer “nur mal schnell reinschauen” wollen. Über Fabric-Kapazitäten kann man unbegrenzt Free-Viewer haben, aber dafür muss erst die Kapazität bezahlt werden.
Performance ohne Premium bei großen Datenmengen. Import-Modelle mit Millionen von Zeilen können im Pro-Plan langsam werden. Für operative Dashboards mit Echtzeit-Anforderungen oder sehr große Datensätze braucht man Premium-Kapazität oder Fabric — und die kostet ein Vielfaches.
Fabric-Migration sorgt für Verwirrung. Microsoft konsolidiert die alten Premium P-SKUs in Fabric F-SKUs, was strategisch sinnvoll ist, in der Praxis aber Lizenzlandschaften unübersichtlich macht. Wer einen alten P-Vertrag hat, sollte die Migration aktiv planen statt aussitzen.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Auf einem Mac arbeitest oder eine browser-only-Lösung brauchst | Looker Studio (kostenlos, browser-basiert) |
| Primär Google-Daten (Analytics, Ads, Sheets) analysierst | Looker Studio |
| Enterprise-BI mit großen Datenmengen und ausgefeilten Analysen brauchst, plattformunabhängig | Tableau |
| Statistische Analysen und Predictive Analytics ins Dashboard integrieren willst | SAS Viya |
| Eine voll integrierte Microsoft-365-Erfahrung mit Datenanbindung willst | Microsoft 365 Copilot |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Qlik Sense (starkes assoziatives Datenmodell, deutsche Tochter mit gutem Support, aber teuer), MicroStrategy (Enterprise-BI mit langer Historie) und Apache Superset (Open-Source-Alternative für technische Teams). Power BI ist der Platzhirsch für M365-Umgebungen — und für diesen Kontext kaum schlagbar. Außerhalb der Microsoft-Welt verliert es deutlich an Vorteil.
So steigst du ein
Schritt 1: Power BI Desktop installieren und ein echtes Beispiel bauen. Lade Power BI Desktop kostenlos für Windows herunter. Verbinde eine vorhandene Excel-Datei oder SQL-Datenbank — der Assistent führt durch die Verbindungseinstellungen. Ein erster Bericht mit interaktiven Grafiken ist in unter einer Stunde fertig, ohne Programmierkenntnisse. Wichtig: Nutze echte Unternehmensdaten, nicht das Beispiel-Dataset — nur so lernst du, wo deine Daten “weh tun”.
Schritt 2: Im Power BI Service veröffentlichen und teilen. Veröffentliche den Bericht im Power BI Service (powerbi.com) mit einem Klick im Desktop-Menü. Mit einer M365-Lizenz ist die Freigabe an Kollegen sofort möglich — sie sehen den Bericht im Browser oder direkt in Microsoft Teams, ohne Power BI Desktop zu installieren. Achte auf Row-Level Security, wenn der Bericht abteilungsübergreifend geteilt wird.
Schritt 3: Lizenzlandschaft planen — bevor sie wächst. Definiere früh, wer Ersteller (Pro nötig) und wer Konsument (kann ohne Pro auskommen, wenn ein Premium-Workspace bezahlt wird) ist. Wenn ihr Copilot nutzen wollt: Plane eine Fabric F2-Kapazität ein und budgetiert die ~250 EUR/Monat zusätzlich. Pro-Lizenzen alleine reichen dafür nicht — das ist die häufigste Fehlplanung. Für die DAX-Lernkurve sind die kostenlosen YouTube-Tutorials von Guy in a Cube und SQLBI die beste Ressource.
Ein konkretes Beispiel
Das Controlling-Team eines Maschinenbauers in Stuttgart mit 350 Mitarbeitenden nutzt Power BI für das monatliche Management-Reporting. Früher dauerte das Zusammenführen von Excel-Exporten aus SAP, dem CRM und der Produktion einen ganzen Arbeitstag — manuell, fehleranfällig, zeitverzögert. Jetzt verbinden sich alle Quellen automatisch über Power Query, und der Bericht aktualisiert sich täglich. Der CFO sieht die wichtigsten KPIs morgens aktuell in Microsoft Teams. Was früher 8 Stunden Controlling-Arbeit war, ist nun eine stabile 15-Minuten-Routine zur Qualitätskontrolle.
Im zweiten Schritt wurde eine Fabric F2-Kapazität dazugebucht (rund 250 EUR/Monat), um Copilot in Power BI zu nutzen: Die Werksleiter können jetzt in natürlicher Sprache fragen (“Welche Maschinen hatten letzte Woche die meisten Stillstände?”) und bekommen automatisch passende Visualisierungen. Gesamtkosten für drei Pro-Lizenzen + Fabric F2: rund 286 EUR/Monat — verglichen mit Tableau für vergleichbare Funktionalität (drei Creator-Lizenzen ~225 USD plus Server) ist das immer noch günstiger, und tief in die bestehende M365-Welt integriert.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: EU-Rechenzentren verfügbar — bei M365 mit EU Data Boundary bleiben Daten in europäischen Datacentern (Frankfurt, Amsterdam, Dublin)
- Microsoft EU Data Boundary: Power BI ist Teil der EU Data Boundary von Microsoft — Kundendaten werden vollständig in der EU verarbeitet und gespeichert (mit dokumentierten Ausnahmen für Support-Zugriff)
- Datenverarbeitung: Daten werden im Power BI Service in Microsoft-Rechenzentren gespeichert; sensible Daten sollten vor der Veröffentlichung anonymisiert oder maskiert werden
- AVV: Microsoft bietet Standard-Datenverarbeitungsverträge (DPA) für alle kommerziellen Kunden; für M365-Kunden bereits in der Standardvertragsdokumentation enthalten
- Row-Level Security: Pro unterstützt Row-Level Security (RLS) und Object-Level Security (OLS, mit PPU/Premium) — Nutzer sehen nur die Daten, für die sie berechtigt sind
- Copilot-Daten: Copilot in Power BI nutzt Eingaben standardmäßig nicht für das Modelltraining; Eingaben werden nicht an Drittanbieter weitergegeben
- Empfehlung: Power BI Service explizit in der EU-Region betreiben (Tenant-Region prüfen). Für sehr sensible Unternehmensdaten (Personaldaten, Finanzdaten) Row-Level Security konfigurieren und Zugriffe dokumentieren. Bei Copilot-Einsatz die Datenverarbeitungsdokumentation der Datenschutz-Folgenabschätzung beilegen.
Gut kombiniert mit
- Microsoft 365 Copilot — Power BI-Berichte direkt in Teams einbetten und Copilot Chat für natürlichsprachige Analysen und Zusammenfassungen der Dashboard-Daten nutzen. Die beiden ergänzen sich auf Tenant-Ebene.
- Looker Studio — als kostenlose, browser-basierte Ergänzung für Marketing-Daten aus Google Analytics und Google Ads, die in Power BI nicht zwingend liegen müssen. Pragmatischer Hybrid-Ansatz für KMU.
- Make.com — Automatisierte Datenpipelines: neue Daten aus externen Quellen (Webhooks, SaaS-APIs) per Make.com abrufen und in die Power BI-Datenquellen einspeisen. Spart Custom-Connector-Entwicklung.
Unser Testurteil
Power BI verdient 4 von 5 Sternen. Für M365-Unternehmen ist es der unschlagbare Einstieg in professionelle Business Intelligence — günstig, tief integriert, mit echten KI-Funktionen und einer ernstzunehmenden Datenplattform-Strategie über Microsoft Fabric. Den fünften Stern kosten drei Faktoren: die Windows-Abhängigkeit (ein echter Ausschlussgrund für Mac-Teams), die Copilot-Falle (nicht in Pro/PPU enthalten — wer das nicht weiß, kalkuliert sich vor) und die steile DAX-Lernkurve für komplexe Analysen. Wer aber in der Microsoft-Welt verwurzelt ist, ein Controlling-Tool sucht und die Lizenz-Architektur sauber plant, findet hier mehr Wert pro Euro als bei jedem Wettbewerber.
Was wir bemerkt haben
- Mai 2023 — Microsoft kündigt Microsoft Fabric auf der Build-Konferenz an: eine einheitliche SaaS-Datenplattform, in die Power BI vollständig integriert wird. OneLake wird als gemeinsamer Speicher-Layer eingeführt. Das ist die größte strategische Umstellung in der Power-BI-Geschichte.
- 2024 — Copilot in Power BI wird allgemein verfügbar (GA): Berichtserstellung, narrative Zusammenfassungen, DAX-Vorschläge und Q&A in natürlicher Sprache. Wichtige Einschränkung: Copilot ist nicht in Pro oder PPU enthalten, sondern erfordert eine Fabric F2+ Kapazität (oder das alte Premium P1+). Diese Lücke wurde von der Community kritisiert und ist bis heute nicht geschlossen.
- 2025 — Direct Lake wird allgemein verfügbar: Power-BI-Berichte können Daten direkt aus OneLake-Delta-Tabellen lesen, ohne Import und ohne Refresh-Latenz. Für große Datasets ein Performance-Sprung — aber an Fabric-Kapazität gebunden.
- Laufend 2024–2026 — Microsoft migriert die alten Premium P-SKUs zugunsten der Fabric F-SKUs. Bestehende P-Verträge laufen weiter, Neuabschlüsse erfolgen über F-Kapazitäten. Die F-SKUs sind feiner skalierbar (ab F2), pause-fähig und in Azure abgerechnet — strategisch sinnvoll, aber Lizenzlandschaften werden vorübergehend unübersichtlich.
- August 2025 — Die 32-Bit-Version von Power BI Desktop wird eingestellt. Wer noch auf älteren 32-Bit-Systemen arbeitet, muss auf 64-Bit wechseln oder erhält keine Updates mehr.
- März 2025 — Power BI Desktop setzt einen Prozessor mit AVX-Unterstützung (Advanced Vector Extensions) voraus. Sehr alte Hardware ohne AVX läuft seitdem in Fehler — ein unerwartetes Problem für Unternehmen mit altem Rechnerpool.
- Dezember 2026 — Die klassische Q&A-Funktion (natürlichsprachige Abfragen ohne Copilot) wird abgeschaltet und vollständig durch Power BI Copilot ersetzt. Wer Q&A aktiv nutzt und keine Fabric-Kapazität hat, sollte die Migration rechtzeitig planen.
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