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aixigo

aixigo AG (jetzt Teil von Amundi Technology)

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Modulare Wealth-Management-Plattform für Banken, Sparkassen und Vermögensverwalter mit API-First-Architektur. Spezialisiert auf MiFID II-konforme Anlageberatung und Portfolioverwaltung. Wurde 2024 für 149 Mio. Euro von Amundi Technology übernommen. Besondere Stärke: Vollautomatisches Portfoliomonitoring mit frei konfigurierbaren Compliance-Regeln.

Kosten: Lizenzbasiert; Preis abhängig von Funktionsumfang und Nutzerzahl; keine öffentlichen Preislisten, Enterprise-Angebote auf Anfrage

Kategorien

Stärken

  • API-First-Architektur, Integration in bestehende Bankensysteme ohne kompletten Systemwechsel
  • MiFID II- und FiMaÄG-konforme Eignungs- und Angemessenheitsprüfungen out-of-the-box
  • Vollautomatisches Portfoliomonitoring mit konfigurierbaren Schwellenwerten und Alerts
  • Nachgewiesener Einsatz bei Vontobel, Commerzbank, Consorsbank, Targobank, BNP Paribas, Deka und MLP
  • Flexibel: vollautomatischer oder semi-automatischer Betrieb je Mandatstyp

Einschränkungen

  • Hohe Implementierungskosten und lange Einführungsprojekte (6–18 Monate)
  • Primär für mittelgroße bis große Institute, für kleine Vermögensverwalter überdimensioniert
  • Seit Amundi-Übernahme (2024) strategische Ausrichtung noch im Wandel
  • Developer-Level-Integration erforderlich, kein Low-Code-Setup
  • Keine öffentlichen Preise; Lizenzen typischerweise sechsstellig jährlich

Passt gut zu

Sparkassen und Volksbanken mit Private-Banking-Einheit Mittelgroße Banken mit 500+ Mandaten in der Vermögensverwaltung Institute, die MiFID II-Compliance vollständig automatisieren müssen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du baust oder modernisierst die Vermögensverwaltung einer Bank, Sparkasse oder Privatbank
  • Du brauchst MiFID II- und FiMaÄG-Compliance ohne komplettes Eigenbau-Projekt
  • Du willst Portfolios automatisiert auf Drift, Eignung und Risiko überwachen
  • Du arbeitest in einer DACH-regulierten Institution mit EU-Hosting-Pflicht

Wann nein

  • Du bist ein kleiner Vermögensverwalter mit weniger als 100 Mandaten, die Plattform ist überdimensioniert
  • Du suchst eine Plug-and-Play-Lösung ohne IT-Projekt, aixigo verlangt mehrmonatige Integration
  • Du willst öffentliche Listenpreise vergleichen, die gibt es bei aixigo nicht
  • Du brauchst Selfservice-Tools für Endkunden ohne Banker-Workflow

Kurzfazit

aixigo ist die etablierte Wealth-Tech-Plattform aus Aachen für deutsche und europäische Banken, modular, API-first, MiFID II- und FiMaÄG-konform out-of-the-box. Wer Vontobel, Commerzbank, Consorsbank, Targobank, Raiffeisen, Deka oder MLP als Referenzkunden hat, ist im Sparkassen- und Privatbanken-Umfeld eine seriöse Wahl. Seit der 149-Millionen-Euro-Übernahme durch Amundi Technology (2024) ist aixigo Teil des „Alto Wealth”-Stacks, was Reichweite bringt, aber auch Fragen zur strategischen Eigenständigkeit aufwirft. Wer kein mehrmonatiges Integrationsprojekt stemmen kann oder Listenpreise vergleichen will, ist hier falsch.

Für wen ist aixigo?

Sparkassen mit Private-Banking-Einheit: Wer in der S-Finanzgruppe ein eigenes Vermögensverwaltungs-Mandatsgeschäft betreibt, findet bei aixigo die regulatorisch passende Compliance-Engine. Die Module decken Eignungsprüfung, Geeignetheitserklärung und laufendes Monitoring vollständig ab.

Mittelgroße Banken und Privatbanken: Häuser mit 500 bis mehreren tausend Mandaten in der Vermögensverwaltung. aixigo skaliert vom semi-automatischen Beraterworkflow bis zur vollautomatisierten Portfoliosteuerung, je Mandatstyp konfigurierbar.

Volksbanken und Genossenschaftsbanken: Wer im genossenschaftlichen Verbund eigene Wealth-Management-Tiefe aufbauen will, statt komplett auf zentrale DZ-Bank-Lösungen zu setzen, kann aixigo als Eigenmarken-Stack einsetzen.

IT-Architekten in regulierten Häusern: Die API-First-Architektur erlaubt Integration in bestehende Kernbankensysteme (avaloq, OBS, agree21) ohne Komplettmigration. Das ist in der Praxis der wichtigste Auswahlgrund, niemand wechselt sein Kernbanksystem für ein Wealth-Modul.

Weniger geeignet für: Unabhängige Vermögensverwalter unter 100 Mandaten (zu groß dimensioniert, WealthArc ist die bessere Wahl), Family Offices ohne Bank-Zulassung (kein eigenständiger Mehrwert), Robo-Advisor mit B2C-Frontend (aixigo ist Banker-Tool, nicht Endkunden-App), Fintechs mit schnellem Time-to-Market-Anspruch (Integration dauert Monate, nicht Wochen).

Preise im Detail

ModellBandbreiteWas du bekommst
Einzelne BLOXX-Modulesechsstellig p.a.Lizenzgebühr je BLOXX (z.B. Portfolio Monitoring, Compliance, Rebalancing); skaliert mit Nutzerzahl und AuM
Module-Bundlehoher sechs- bis siebenstelliger BereichMehrere BLOXX kombiniert, typisches Setup für Vermögensverwaltung einer Sparkasse
Plattform-Lizenzsiebenstellig p.a.Vollständiger BLOXX-Stack inkl. API-Gateway, Data Hub und Technology Core
Implementierung6–18 Monate ProjektEinmalige Integrationskosten (Beratung, Schnittstellen, Migration), oft in Größenordnung der ersten Jahreslizenz

Einordnung: aixigo veröffentlicht keine Listenpreise, alle Angaben sind Markt-Erfahrungswerte aus DACH-Banking-Projekten. Wer ernsthaft evaluiert, sollte mindestens drei Angebote einholen (aixigo, WealthArc, avaloq Wealth) und auf Total Cost of Ownership inklusive Implementierung schauen, nicht nur auf die Jahreslizenz. Die Implementierung kostet erfahrungsgemäß so viel wie das erste Lizenzjahr, das überrascht Einkaufsabteilungen regelmäßig.

Stärken im Detail

API-First, kein Big-Bang-Wechsel. aixigo ist als Modulplattform gebaut, nicht als monolithische Suite. Das heißt: Banken können einzelne BLOXX (z.B. Portfolio Compliance) in bestehende Bestandsverwaltungs- und Order-Systeme integrieren, ohne das gesamte IT-Backend auszutauschen. In Kernbanken-Projekten ist das der entscheidende Faktor, niemand reißt sein avaloq oder OBS für ein Wealth-Modul ab.

Regulatorische Tiefe ist Werkseinstellung. MiFID II Art. 25 (Geeignetheitserklärung), FiMaÄG, Anlegerschutz-Pflichten, die Compliance-BLOXX bilden den deutschen und europäischen Aufsichtsrahmen ab, nicht erst nach einem Customizing-Projekt. Für Häuser, die jeden Quartalsstichtag bei der BaFin sauber sein müssen, ist das ein harter Vorteil gegenüber generischen Cloud-Plattformen.

Vollautomatisches Portfoliomonitoring mit Audit-Trail. Jede Nacht prüft die Plattform alle Portfolios gegen mandatsspezifische Schwellenwerte (Drift, Risikokennzahlen, Eignungs-Voraussetzungen) und erzeugt priorisierte Aktionslisten. Jede Prüfung ist revisionssicher dokumentiert, das ist nicht nur Komfort, sondern Pflicht.

Referenzkunden, die im Wealth-Markt zählen. Vontobel, Commerzbank, Consorsbank, Targobank, BNP Paribas, Raiffeisen, Deka, MLP, Hargreaves Lansdown, wer auf der Kundenliste steht, signalisiert deutsches und europäisches Banken-Vertrauen. Das ist im konservativen Wealth-Tech-Markt wichtiger als Featurelisten.

EU-Hosting und deutscher Support sind selbstverständlich. Die aixigo AG sitzt in Aachen, Support spricht Deutsch, Daten bleiben in EU-Rechenzentren. Für DSGVO und Berufsgeheimnis ist das die Mindestvoraussetzung, die viele US-Wealth-Plattformen nicht erfüllen.

Schwächen ehrlich betrachtet

Implementierung dauert länger als jedes Marketing-Slide verspricht. Realistisch sind 6 bis 18 Monate von Vertragsabschluss bis Produktivbetrieb, abhängig von Anzahl der angebundenen Bestandssysteme und der Komplexität der Mandatslogik. Wer eine Lösung in „90 Tagen live” sucht, ist bei aixigo falsch. Workaround: Pilotprojekt mit einem einzigen Mandatstyp und begrenzter Schnittstellenbreite, um schnelle Erfolge zu zeigen.

Keine Listenpreise, Beschaffung wird zur Verhandlungssache. Sparkassen-IT-Einkäufer sind das Problem nicht gewohnt: Es gibt keine PDF-Preisliste, keinen Selfservice-Konfigurator. Jedes Angebot wird verhandelt, jeder Kunde zahlt potenziell etwas anderes. Das macht Vergleichbarkeit schwer und legt Verhandlungskompetenz auf die Käuferseite.

Amundi-Übernahme bringt strategische Unsicherheit. Seit 2024 ist aixigo Teil von Amundi Technology, dem IT-Arm des größten europäischen Asset Managers (Amundi gehört mehrheitlich zur französischen Crédit Agricole). Die Plattform wird als „Alto Wealth” weiterentwickelt, was bedeutet das für deutsche Sparkassen-Kunden, die sich gerade nicht in einem französischen Konzernverbund verorten wollen? Bisher ist die Roadmap-Kommunikation dünn. Wer langfristig plant, sollte vertraglich Migrationspfade absichern.

Developer-Setup, kein Low-Code. BLOXX werden über REST-APIs angesprochen, konfiguriert wird über JSON, Customizing über Java-Plugins. Das ist mächtig, verlangt aber dedizierte IT-Ressourcen. Sparkassen ohne eigene Banking-IT sollten mindestens einen erfahrenen Implementierungspartner einplanen, sonst wird das Projekt zur Endlosschleife.

Kein Endkunden-Frontend. aixigo liefert die Engine, nicht die App. Wer eine Online-Vermögensverwaltung mit Selfservice für Endkunden bauen will, muss das Frontend selbst stellen oder von Drittanbietern beziehen. Das ist eine bewusste Architektur-Entscheidung, aber häufig ein Missverständnis bei Erstevaluierungen.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine kleinere Vermögensverwaltung mit Multi-Custodian-Aggregation und schnellerem Setup willstWealthArc
Tabellarische Portfoliodaten ad-hoc analysieren willst (kein Banking-Stack)Alteryx oder Power BI
Eine generische Datenanalyse-Plattform für Bankcontrolling brauchstDataiku oder DataRobot
Klassisches Bankensystem-Reporting auf Tableau-Basis willstTableau

Echte Wealth-Tech-Peers wie BlackRock Aladdin, avaloq Wealth, Temenos WealthSuite, additiv (Schweiz), SimCorp Dimension oder FNZ haben bei uns aktuell keine eigene Bewertungsseite, wer sie evaluiert, sollte sie aber direkt mit aixigo in den Beauty Contest stellen. Im DACH-Banking-Markt ist aixigo zusammen mit avaloq und Temenos das engere Auswahlfeld; alles andere ist meist zweite Wahl oder hat keinen deutschen Aufsichtsrahmen-Fokus.

So steigst du ein

Schritt 1: Kontaktaufnahme über die aixigo-Website. Im Vorgespräch klären, welche BLOXX (Portfolio Management, Compliance, Monitoring, Advisory, Rebalancing) für deinen Use Case relevant sind, und welche eurer Bestandssysteme angebunden werden müssen.

Schritt 2: Technisches Assessment mit der eigenen IT und einem Implementierungspartner. Welche APIs können euer Depot, CRM, Order-Management und Compliance-Reporting heute schon liefern? Lücken hier verdoppeln das Projektbudget. Parallel: Gespräch mit Aufsicht und Revision, damit aixigo regulatorisch korrekt aufgesetzt wird.

Schritt 3: Pilotprojekt auf einen einzelnen Mandatstyp (z.B. Standardmandate mit drei Risikoklassen) begrenzen. Erst nach erfolgreichem Pilotbetrieb über mindestens zwei Quartale auf weitere Mandatstypen, höhere Volumina und automatisierte Rebalancierung ausweiten.

Ein konkretes Beispiel

Eine Sparkasse mit 400 Privatkundenmandaten in drei Risikoklassen integriert aixigo Portfolio Compliance:BLOXX und Portfolio Monitoring:BLOXX in ihr bestehendes Bestandsverwaltungssystem. Nach acht Monaten Implementierung prüft die Plattform jede Nacht alle Portfolios auf Drift gegen die mandatsspezifische Zielallokation und auf Mandate, bei denen die Eignungsvoraussetzungen nach MiFID II Art. 25 möglicherweise nicht mehr erfüllt sind, etwa wegen Kursveränderungen, neuer Risikoprofil-Daten oder Lebensereignisse aus dem CRM. Die Berater sehen morgens ein priorisiertes Dashboard mit den 12 bis 25 Mandaten, die Aufmerksamkeit erfordern, statt alle 400 manuell zu prüfen. Das spart pro Berater rund einen Arbeitstag pro Woche und reduziert die Zahl beanstandeter Geeignetheitserklärungen in der Innenrevision messbar.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: EU-Rechenzentren; aixigo AG sitzt in Aachen, Deutschland
  • Auftragsverarbeitung: AVV nach Art. 28 DSGVO Standard für Bankenkunden, wird im Rahmen des Lizenzvertrags abgeschlossen
  • Datennutzung: Keine Nutzung von Kundendaten zu KI-Trainingszwecken; Modelle werden auf institutionellen Daten der jeweiligen Bank trainiert oder konfiguriert
  • Aufsichtsrechtliche Vorgaben: BAIT/MaRisk/DORA-Anforderungen werden im Implementierungsprojekt mit der Bank-Compliance abgestimmt
  • Empfehlung: Vor Vertragsabschluss klären, wie sich die Amundi-Konzerneinbindung auf Datenflüsse auswirkt, insbesondere bei Übermittlungen an französische Konzerngesellschaften muss EU-interne Auftragsverarbeitung sauber abgegrenzt sein

Gut kombiniert mit

  • WealthArc, als Datenaggregator für externe Custody-Beziehungen, deren Anbindung an aixigo zu aufwendig wäre; aixigo bleibt der regulatorische Engine-Layer, WealthArc liefert vorverarbeitete Multi-Custodian-Daten
  • Power BI, für das Management-Reporting auf Vorstands- und Vertriebsebene; aixigo liefert den Compliance-Datenstand, Power BI macht daraus Steuerungs-Dashboards
  • Microsoft 365 Copilot, für die Berater-Arbeitsplätze: Beratungsprotokolle, Kundenbriefe und Geeignetheitserklärungs-Entwürfe entstehen in Word/Outlook auf Basis der aixigo-Compliance-Daten

Unser Testurteil

aixigo verdient 4 von 5 Sternen. Die Plattform ist die regulatorisch ernsteste DACH-Wealth-Tech-Engine außerhalb des Schweizer Avaloq-Universums, hat eine glaubwürdige Referenzkundenliste und löst das MiFID II-Compliance-Problem überzeugend. Den fünften Stern verliert sie durch die intransparente Preispolitik, die langen Implementierungszyklen und die strategische Unsicherheit nach der Amundi-Übernahme. Für eine deutsche Sparkasse oder mittelgroße Privatbank, die ihre Vermögensverwaltung modernisieren will, ist aixigo dennoch eine der drei seriösen Optionen, und die einzige mit klarer DACH-Heimat.

Was wir bemerkt haben

  • 2024, aixigo wurde für 149 Millionen Euro von Amundi Technology übernommen, dem IT-Arm des größten europäischen Asset Managers (Amundi gehört zur Crédit Agricole-Gruppe). Die Plattform wird seither als Teil des „Alto Wealth”-Stacks von Amundi positioniert. Für DACH-Bankkunden bleibt die operative Marke aixigo erhalten, aber die strategische Roadmap wird zunehmend in Paris mitentschieden, was bei langfristigen Lizenzverträgen ein Punkt für die Verhandlung ist.
  • Mai 2026, Die offizielle Website betont die Amundi-Integration deutlich („aixigo is now part of Amundi Technology”) und nennt „Alto Wealth” als kombiniertes Angebot. Eine eigenständige aixigo-Produkt-Roadmap ist öffentlich kaum noch sichtbar; Detailfragen zu Modul-Weiterentwicklung gehen an den gemeinsamen Amundi-Vertrieb.
  • Hinweis, Ein dediziertes „Pension Hub”-Produkt ist auf der aixigo-Website öffentlich nicht (mehr) ausgewiesen. Pensions- und Altersvorsorge-Anwendungsfälle werden über die generischen BLOXX (Portfolio Management, Goals & Constraints, Financial Planning) abgebildet, wer eine spezialisierte Pensionslösung sucht, sollte das im Vertrieb explizit anfragen.

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Arthur Atlas

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