Tableau
Salesforce (Tableau)
Marktführende Business-Intelligence-Plattform für interaktive Dashboards und Datenvisualisierung. Seit der Salesforce-Übernahme 2019 mit KI-Funktionen wie Tableau Pulse, Tableau Agent und dem 2026 angekündigten Tableau Next ausgestattet — technisch herausragend, aber teuer.
Kosten: Standard: Creator 75 USD, Explorer 42 USD, Viewer 15 USD/Nutzer/Monat (jährlich). Enterprise ab 115 USD/Creator. Tableau+ mit voller KI auf Anfrage.
Stärken
- Branchenweit beste Visualisierungstiefe: über 25 Chart-Typen, Karten, kombinierte Ansichten, LOD-Berechnungen
- Live-Verbindungen zu 90+ Datenquellen ohne ETL-Zwischenschritt
- Tableau AI: Pulse erkennt Anomalien proaktiv, Tableau Agent assistiert beim Dashboard-Bau, Enhanced Q&A für Sprachabfragen
- Tableau Prep Builder für visuelle Datentransformation ohne SQL
- EU-Hosting via Salesforce Hyperforce (Frankfurt) verfügbar — auf Anfrage
- Stärkste BI-Community weltweit, exzellentes Tableau-eLearning-Programm
Einschränkungen
- Creator-Lizenz ab 75 USD/Nutzer/Monat (Enterprise 115 USD) — teuerstes BI-Tool im Markt
- KI-Features in voller Tiefe nur in Tableau+ — separates Premium-Bundle mit Enterprise-Pricing
- Steile Lernkurve: berechnete Felder und LOD-Ausdrücke erfordern Wochen Einarbeitung
- Salesforce-Integration drängt sich auf — Roadmap zunehmend Salesforce-zentriert
- EU-Hosting ist Opt-in — Bestandsverträge laufen weiterhin auf US-Infrastruktur
- Mobile-Erfahrung auf Smartphones spürbar schwächer als auf Desktop
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Dein Team braucht professionelle, interaktive Dashboards aus mehreren Datenquellen
- Du arbeitest mit komplexen Datensätzen und brauchst flexible Visualisierungsoptionen
- Ihr habt Analysten oder BI-Profis, die mehr als Excel-Diagramme brauchen
- Du willst Daten aus SAP, Salesforce, Snowflake oder BigQuery zentral visualisieren
Wann nein
- Du suchst eine günstige Lösung für einfache Berichte — Power BI ist 5–7× preiswerter
- Dein Team hat wenig Analyseerfahrung und braucht eine flachere Lernkurve
- Ihr arbeitet komplett in Microsoft 365 — Power BI ist dort nativ integriert
- Du brauchst nur gelegentliche Auswertungen — Looker Studio reicht dann kostenlos
Kurzfazit
Tableau ist das mächtigste reine BI-Tool am Markt — und gleichzeitig das teuerste. Wer komplexe, interaktive Dashboards aus heterogenen Datenquellen braucht, findet kaum eine bessere Option. Die KI-Schicht (Pulse, Tableau Agent, das 2026 angekündigte Tableau Next) ist 2026 ernsthaft konkurrenzfähig zu Power BI Copilot — aber die volle KI gibt es nur im Tableau+-Bundle, und das ist Enterprise-Pricing. Die zentrale Frage lautet: Rechtfertigt die Visualisierungstiefe von Tableau den 5- bis 7-fachen Preis von Power BI? Für datenerfahrene Teams in Konzernen oft ja. Für KMU mit normalen Reporting-Anforderungen fast nie.
Für wen ist Tableau?
Datenanalysten und BI-Teams: Das Kernpublikum. Tableau wurde an der Stanford-Forschung für genau diesen Zweck entwickelt: Daten visuell explorieren. Die Tiefe bei Berechnungen, Level-of-Detail-Ausdrücken, kombinierten Visualisierungen und kartografischen Bindungen ist im Markt unerreicht. Wer einmal in Tableau professionell gearbeitet hat, will selten zurück.
Konzern-Controlling und Finanzteams: Monatliche Berichte, GuV-Analysen, Forecasts auf SAP-Direktverbindung — Tableau liefert Dashboards, die ein CFO ohne PowerPoint-Brücke ins Vorstandsmeeting nehmen kann. Die Kombination aus Aktualität (Live-Connect), Visualisierungsqualität und Drill-Down-Fähigkeit ist für dieses Szenario die Branchenreferenz.
Unternehmens-IT und Datenverantwortliche: Tableau Server (On-Premises) und Tableau Cloud erlauben zentrale Governance: Wer welche Daten sieht, wer publishen darf, welche Quellen zertifiziert sind. Für Unternehmen mit mehreren Abteilungen und differenzierten Berechtigungen ist diese Governance-Schicht ein echter Vorteil gegenüber wuchernden Excel-Landschaften.
Marketing- und Customer-Analytics in Salesforce-Häusern: Wer Salesforce CRM produktiv im Einsatz hat, bekommt mit Tableau die nahtloseste Visualisierungs-Schicht — nativer Connector, gemeinsame Identity, gleiches Datenmodell. Seit Tableau Next (2026) wird diese Verzahnung mit Salesforce Data Cloud noch enger.
Externe Stakeholder-Reporting (Investoren, Aufsichtsrat): Tableau-Dashboards sehen nicht nach Standardsoftware aus — sie sehen nach sorgfältig gestaltetem Bericht aus. Für Unternehmen, die quartalsweise interaktive Dashboards an Beirat oder Investoren liefern müssen, ist die optische Qualität ein eigenständiger Pluspunkt.
Weniger geeignet für: Teams ohne dedizierte Analyse-Ressource, Einzelpersonen und KMU mit kleinem Budget, alle, die schon stark in Microsoft 365 investiert sind (dort ist Power BI wirtschaftlich überlegen), und alle, die nur einfache Auswertungen aus Google-Daten brauchen (Looker Studio ist kostenlos).
Preise im Detail
| Plan | Preis (jährlich, USD/Nutzer/Monat) | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Standard Viewer | 15 | Dashboards ansehen, mit Filtern interagieren, abonnieren |
| Standard Explorer | 42 | Bestehende Workbooks bearbeiten, eigene Ansichten auf zertifizierten Datenquellen erstellen |
| Standard Creator | 75 | Voller Authoring-Funktionsumfang: Tableau Desktop, Prep Builder, Cloud-Publishing |
| Enterprise Creator | ab 115 | Standard + erweiterte Verwaltung, Data Management, Tableau Advanced Management |
| Tableau+ | Auf Anfrage (Enterprise) | Volles AI-Bundle: Pulse, Enhanced Q&A, Tableau Agent, Einstein Discovery, höhere SLAs |
Einordnung: Das Lizenzmodell ist auf große Teams ausgelegt — wenige Creator bauen, viele Viewer konsumieren. Ein realistisches Verhältnis für ein mittelgroßes Unternehmen: 2–3 Creator auf 15–20 Viewer. Für genau diesen Mix kommt man auf rund 450–600 USD im Monat — nicht extrem für eine Konzernabteilung, aber doppelt bis dreifach so teuer wie Power BI Pro mit ähnlicher Funktionsbreite. Die wirkliche Schmerzgrenze ist Tableau+: Wer die KI-Funktionen (Pulse, Tableau Agent, Enhanced Q&A) ernsthaft nutzen will, muss in das Enterprise-Bundle wechseln, und das verhandelt Salesforce individuell — mit Listenpreisen, die für Mittelstand schmerzhaft sind. Standard reicht für klassische Dashboards; KI ist Aufpreis.
Stärken im Detail
Visualisierungstiefe, die kein anderes BI-Tool erreicht. Tableau wurde von Stanford-Forschern um Pat Hanrahan für genau diesen Zweck entwickelt: Daten visuell explorieren. Das zeigt sich in Details wie dualen Achsen, kombinierten Diagrammtypen, benutzerdefinierten Formen, Dashboard-Actions und Karten mit echter geografischer Datenbindung. Selbst komplexe Heatmaps und Kreuztabellen bleiben navigierbar — etwas, woran viele Wettbewerber spürbar scheitern.
Live-Verbindungen zu 90+ Quellen ohne Middleware. Tableau verbindet sich direkt mit SAP HANA, Snowflake, Google BigQuery, Redshift, Salesforce CRM, SQL Server, Oracle und vielen weiteren Systemen. Änderungen in der Datenbank erscheinen beim nächsten Dashboard-Aufruf — kein nächtlicher Export, kein manuelles Verschieben. Für operative Dashboards, die wirklich aktuell sein müssen, ist das ein entscheidender Vorteil gegenüber Tools, die auf CSV-Uploads oder Replikation angewiesen sind.
Tableau AI 2026: Pulse, Agent, Enhanced Q&A. Die KI-Schicht ist 2026 deutlich breiter als noch 2023. Tableau Pulse überwacht Metriken proaktiv, erkennt Trends und Anomalien und schickt personalisierte Zusammenfassungen — wer einbricht, wer wächst, was ungewöhnlich ist, ohne dass jemand täglich nachschaut. Tableau Agent (2025 eingeführt) assistiert beim Dashboard-Bau: Drag-and-Drop wird durch natürlichsprachliche Anweisungen ergänzt (“Erstelle ein Dashboard mit Umsatz nach Region und Quartal”). Enhanced Q&A (Nachfolger von Ask Data, Tableau+) erlaubt komplexere Sprachabfragen mit Kontextverständnis. Diese Funktionen senken die Einstiegshürde für Nicht-Analysten — aber die ernsthafte Nutzung erfordert Tableau+.
Tableau Next: das agentic Analytics der nächsten Generation. Auf der Tableau Conference 2026 angekündigt: Tableau Next ist der Versuch, Analytics über klassische Dashboards hinaus zu denken — als Plattform autonomer Agenten, die in Salesforce Data Cloud Daten exploieren, Antworten formulieren und Aktionen vorschlagen. Wie tief das in der Praxis trägt, wird sich 2026/27 zeigen, aber strategisch ist das Salesforce-Antwort auf Microsofts Copilot-Strategie.
Tableau Prep Builder macht Datenvorbereitung sichtbar. Viel Zeit in BI-Projekten geht in Joins, Pivots und Bereinigungen. Tableau Prep zeigt jede Transformation als visuelles Block-Diagramm — du siehst, was passiert, kannst Schritte rückgängig machen und ohne SQL-Kenntnisse arbeiten. Für Teams ohne Data-Engineering-Ressource ist das ein echter Hebel und reduziert die Abhängigkeit von der IT.
Community und Schulung sind exzellent. Tableau hat eine der aktivsten BI-Communities weltweit: Tableau Public als kostenlose Visualisierungsplattform, offizielles Tableau eLearning, ein globales Netz zertifizierter Trainer, jährliche Tableau Conference. Wer in Tableau investiert, findet Antworten schneller als bei den meisten Wettbewerbern — ein unterschätzter, aber realer Vorteil bei der Total Cost of Ownership.
Schwächen ehrlich betrachtet
Der Preis ist objektiv hoch. 75 USD pro Creator und Monat in der Standard Edition, 115 USD in der Enterprise Edition. Für ein zehnköpfiges Team mit drei Creators und sieben Viewern landest du bei rund 4.000 USD im Jahr. Power BI Pro kostet rund 14 USD pro Nutzer überall — Faktor 5 bis 7 günstiger für vergleichbare Grundfunktionalität. Die Frage ist nicht akademisch: Rechtfertigt die Visualisierungstiefe von Tableau diesen Aufschlag? Für komplexe, unternehmensweite Analyseplattformen oft ja. Für Standard-Reporting fast nie.
KI gibt’s nur im Premium-Paket. Pulse, Tableau Agent und Enhanced Q&A werden in Marketingmaterial breit beworben, sind in der vollen Tiefe aber Tableau+-Funktionen. Wer Standard kauft und die KI-Features in der Demo gesehen hat, wird auf Vertragsverhandlungen geleitet — und Tableau+ ist Enterprise-Pricing, individuell verhandelt, intransparent. Microsoft macht das mit Power BI Copilot ähnlich, aber dort ist die Einstiegshürde niedriger.
Die Lernkurve ist real und steil. Drag-and-Drop ist einfach. Aber sobald du berechnete Felder, LOD-Ausdrücke (FIXED, INCLUDE, EXCLUDE), Tabellenberechnungen oder verschachtelte Dashboard-Actions brauchst, sitzt du Stunden in der Dokumentation. Erfahrene Tableau-Nutzer sagen oft: „Ich bin seit zwei Jahren dabei und lerne noch täglich.” Für ein Tool dieser Preisklasse muss man das eingestehen — und Schulungsbudget einplanen.
Salesforce-Integration drängt sich auf. Seit der Übernahme 2019 verschiebt sich die Tableau-Roadmap erkennbar in Richtung Salesforce-Ökosystem — Data Cloud, Einstein, jetzt Tableau Next. Für Salesforce-Kunden ist das ein Vorteil. Für alle anderen wirkt es zunehmend so, als würden Features am falschen Ende des Stacks gebaut. Wer kein Salesforce nutzt, zahlt für eine Integrationstiefe, die er nie aktiviert.
EU-Hosting ist Opt-in — und Bestandskunden bleiben außen vor. Tableau Cloud läuft seit 2024 auch auf Salesforce Hyperforce in Frankfurt. Aber: Diese EU-Region muss beim Vertragsabschluss explizit gewählt werden, und Bestandsverträge laufen weiterhin auf US-Infrastruktur, sofern keine Migration aktiv beantragt wird. Wer DSGVO-sauber arbeiten will, muss prüfen, was im Vertrag wirklich steht — nicht, was im Marketingmaterial gezeigt wird.
Mobile-Darstellung bleibt Schwachstelle. Dashboards, die auf dem Desktop überzeugen, werden auf dem Smartphone schnell unübersichtlich. Tableau Mobile existiert, aber die Optimierung für kleine Bildschirme verlangt manuelles Layout. Power BI und Looker Studio bringen für mobile-first-Szenarien einen besseren Ausgangspunkt mit.
Kein echtes Self-Service für Excel-Naturen. Tableau positioniert sich als Self-Service-BI, aber ohne Grundverständnis von Datenmodellen, Joins und Visualisierungsprinzipien kommen Fachbereichsmitarbeiter schnell an Grenzen. Entweder ihr investiert in Schulung — oder ihr landet beim Modus, in dem Analysten Dashboards bauen und Fachbereiche nur konsumieren. Das ist legitim, aber dann sollte das Lizenzmodell entsprechend dimensioniert werden.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Im Microsoft-365-Ökosystem arbeitest und 5–7× günstigere Lizenzen brauchst | Power BI |
| Kostenlose Dashboards mit Google-Daten brauchst (Analytics, Sheets, BigQuery) | Looker Studio |
| Snowflake direkt befragen und visualisieren willst | Snowflake |
| Aufgesetzt auf Salesforce CRM analysieren willst | Salesforce |
Erwähnenswert ohne eigenen Vergleich: Qlik Sense (assoziatives Datenmodell, klassischer Tableau-Wettbewerber), SAP Analytics Cloud (für SAP-Häuser mit DSGVO-Fokus), Looker (Cloud-nativ, LookML-getrieben), Sigma Computing (Spreadsheet-Metapher), Mode (SQL-affine Teams) und Apache Superset (Open-Source). Tableau bleibt im Premium-BI-Segment der Marktführer, aber die Konkurrenz ist 2026 ernsthafter denn je — Power BI mit Copilot, Qlik mit Insight Advisor, und im KMU-Segment hat sich Looker Studio als kostenlose Standardlösung etabliert.
So steigst du ein
Schritt 1: Mit Tableau Desktop spielen, bevor du investierst. 14-Tage-Testversion auf tableau.com, keine Kreditkarte nötig. Verbinde eine Excel-Datei oder Google Sheets — nicht direkt eine Datenbank — und baue drei einfache Visualisierungen: Balken, Linie, Karte. Das gibt dir ein Gefühl für das Drag-and-Drop-Interface, bevor du dich an Berechnungen wagst.
Schritt 2: LOD-Ausdrücke und berechnete Felder lernen. Hier zeigt Tableau sein volles Potenzial. Konkretes Übungsbeispiel: „Umsatz dieses Jahr vs. letztes Jahr auf Artikelebene” — als FIXED-LOD ohne separate Excel-Zwischenberechnung. Tableau eLearning bietet dazu kostenlose Kurse. Wer LOD verstanden hat, hat den Hebel verstanden, der Tableau von Power BI unterscheidet.
Schritt 3: Tableau Cloud testen und ein Dashboard publizieren. 30-Tage-Testversion, lade Kollegen als Viewer ein, beobachte die Interaktion mit Filtern. Richte eine Tableau Pulse-Benachrichtigung für eine wichtige Kennzahl ein (z. B. Umsatz pro Region) — so erlebt das Team den KI-Mehrwert gegenüber statischem Reporting unmittelbar.
Schritt 4 für Unternehmen: Lizenzmodell und EU-Hosting früh klären. Bevor ihr unterschreibt: Klärt das Verhältnis Creator/Explorer/Viewer realistisch (nicht jeder, der Daten sieht, braucht eine Creator-Lizenz). Fragt explizit nach Hyperforce EU-Region in Frankfurt und AVV — beides ist verfügbar, wird aber nicht automatisch eingestellt. Wer KI-Features in der Tiefe will, prüft Tableau+ — und verhandelt hart.
Ein konkretes Beispiel
Eine Frankfurter Logistikgruppe mit 15 regionalen Niederlassungen nutzt Tableau, um täglich aktualisierte Liefertreue- und Kapazitätsauslastungs-Dashboards bereitzustellen. Die Daten kommen direkt aus SAP per Live-Verbindung — kein nächtlicher Export, kein manuelles Verschieben. Regionalleiter sehen morgens in ihrem Viewer-Dashboard sofort, welche Touren gestern Verspätungen hatten und wo Kapazitäten für den heutigen Tag knapp werden. Wenn eine Region unter 90 % Liefertreue fällt, schickt Tableau Pulse automatisch eine Benachrichtigung an den zuständigen Manager — ohne dass jemand täglich nachschauen muss. Das hat die wöchentlichen Reporting-Meetings von 90 auf 30 Minuten reduziert, weil alle Teilnehmer vorab die aktuellen Zahlen kennen. Lizenzmix: 3 Creator (Zentrale BI), 4 Explorer (Bereichsleiter), 22 Viewer (Niederlassungsleitung) — Hyperforce-Frankfurt-Region wurde 2024 explizit migriert, AVV liegt vor.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting Cloud: Tableau Cloud läuft auf Salesforce-Infrastruktur. EU-Datenresidenz ist über Salesforce Hyperforce (Frankfurt-Region) verfügbar — muss beim Vertragsabschluss explizit gewählt werden. Bestehende EU-Kunden auf US-Infrastruktur müssen Migration aktiv beantragen.
- On-Premises-Option: Tableau Server kann vollständig auf eigener Infrastruktur betrieben werden (auch komplett On-Premises in Deutschland) — dann verlassen keine Daten das eigene Rechenzentrum. Für Hochsicherheits-Branchen (Banken, Behörden, Pharma) der saubere Pfad.
- Datennutzung: Salesforce/Tableau nutzt Inhaltsdaten nicht für KI-Training. Metadaten und Nutzungsstatistiken werden für Produktverbesserungen verarbeitet. Tableau Pulse und Tableau Agent verarbeiten Daten innerhalb der Salesforce-Trust-Layer.
- Auftragsverarbeitung: Salesforce bietet einen DSGVO-konformen AVV (Data Processing Addendum) für alle Business-Kunden — sollte standardmäßig abgeschlossen werden, wird aber nicht automatisch beigelegt.
- Zertifizierungen: ISO 27001, SOC 2 Type II, PCI DSS, BSI C5 (über Hyperforce) — relevant für regulierte Branchen.
- Empfehlung für Unternehmen: EU-Hosting via Hyperforce Frankfurt explizit vereinbaren oder Tableau Server On-Premises wählen, AVV abschließen, für Gesundheits- und Finanzdaten zusätzlich Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen.
Gut kombiniert mit
- Salesforce — CRM-Daten fließen direkt via nativer Connector in Tableau ein. Vertriebs-Dashboards aus aktuellen Salesforce-Daten ohne manuelle Exporte; mit Tableau Next (2026) wird die Verzahnung über die Data Cloud noch enger.
- Power BI — als parallele Plattform für einfachere Berichte und Teams ohne Tableau-Lizenz. Tableau für tiefe Analysen durch BI-Spezialisten, Power BI für 80 % der Standard-Reports — so optimierst du die Lizenzkosten erheblich.
- Snowflake — als Data-Warehouse-Backbone. Tableau live verbunden mit Snowflake liefert performante Dashboards auf großen Datenmengen, ohne Daten zu duplizieren. Standardarchitektur in Konzern-BI 2026.
Unser Testurteil
Tableau verdient 4 von 5 Sternen. Es ist das technisch ausgefeilteste Visualisierungstool am Markt — Visualisierungstiefe, Datenquellenbreite und KI-Funktionen (Pulse, Tableau Agent, Tableau Next) sind über dem Marktdurchschnitt. Der fünfte Stern fehlt aus drei Gründen: Erstens der hohe Preis (Creator-Lizenzen sind schwer zu rechtfertigen, wenn Power BI ähnliche Grundfunktionen für ein Siebtel des Preises bietet). Zweitens die steile Lernkurve, die echte Schulungsinvestition voraussetzt. Drittens die zunehmende Salesforce-Zentriertheit, die Nutzer ohne CRM-Bindung als Bürger zweiter Klasse hinterlässt. Wer eine professionelle BI-Plattform für ein datenerfahrenes Team in einem Konzern oder größeren Mittelständler sucht und bereit ist zu investieren, bekommt mit Tableau die Spitze des Marktes. Wer Budget oder Analysetiefe beschränkt sind, ist bei Power BI oder Looker Studio besser aufgehoben — und das ist keine Ausweich-, sondern eine vernünftige Entscheidung.
Was wir bemerkt haben
- 2019 — Salesforce übernimmt Tableau für 15,7 Mrd. USD. Seitdem werden Tableau-Features zunehmend auf das Salesforce-Ökosystem ausgerichtet. Nutzer ohne Salesforce CRM bemerken eine Verschiebung der Roadmap-Prioritäten.
- 2023 — Tableau Pulse und Ask Data werden als KI-Features eingeführt. Gleichzeitig wird das Lizenzmodell um Tableau+ erweitert, das die KI-Funktionen bündelt. Für Bestandskunden bedeutet das: KI gibt’s nur gegen Aufpreis im Enterprise-Bundle.
- 2024 — Salesforce Hyperforce (EU-Region Frankfurt) wird für Tableau Cloud verfügbar. Wichtig: Muss beim Vertragsabschluss explizit gewählt werden. Bestehende EU-Kunden bleiben auf US-Infrastruktur, sofern keine Migration beantragt wird — eine Stolperfalle bei DSGVO-Audits.
- 2025 — Tableau Agent geht produktiv. Der KI-Assistent unterstützt beim Dashboard-Bau über natürlichsprachliche Anweisungen und ergänzt Ask Data zu Enhanced Q&A. Volle Funktion nur in Tableau+. Salesforce zieht damit gegenüber Microsoft Power BI Copilot funktional gleich.
- 2026 — Auf der Tableau Conference 2026 (TC26) wird Tableau Next angekündigt: agentic Analytics auf der Salesforce Data Cloud, gedacht als Nachfolge-Plattform für klassische Dashboards. Strategisch ist das Salesforce-Antwort auf Microsoft Copilot — wie tief Tableau Next in der Praxis trägt, wird sich 2026/27 zeigen.
- 2026 — Pricing-Struktur klarer in Standard Edition (Creator 75/Explorer 42/Viewer 15 USD) und Enterprise Edition (Creator ab 115 USD) getrennt. Tableau+ bleibt als Enterprise-Bundle mit verhandeltem Preis — die volle KI ist und bleibt eine Premium-Funktion.
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