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Airtable

Airtable, Inc.

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Airtable verbindet Tabellenkalkulation mit Datenbank-Logik, visuellen Projektansichten und seit 2024/25 einer kompletten KI-Suite (Airtable AI, Cobuilder/Omni, Field Agents). Teams nutzen es für strukturierte Daten, die mehr können müssen als Excel, mit KI-Feldern, die Inhalte kategorisieren, zusammenfassen oder generieren, ohne dass man die Tabelle verlässt. Besonders beliebt als flexibles Operations-Tool in Marketing-, Produkt- und Content-Teams.

Kosten: Free 0 USD; Team 20 USD/Nutzer/Monat (jährlich); Business 45 USD/Nutzer/Monat (jährlich); Enterprise Scale auf Anfrage

Kategorien

Stärken

  • Flexibel kombinierbare Ansichten: Grid, Kanban, Kalender, Galerie, Gantt und Formulare
  • KI-Feldtypen seit 2024: Kategorisieren, Zusammenfassen, Extrahieren, Übersetzen, Generieren, direkt in der Tabelle
  • Cobuilder/Omni: natürliche Sprache zu fertiger Datenbank, Beschreibung statt Schemadesign
  • Relationale Datenstruktur, Verlinkung von Datensätzen zwischen verschiedenen Bases
  • Leistungsstarke Automationen und API-Integrationen ohne Programmierkenntnisse erforderlich
  • Umfangreiche Template-Bibliothek und native Integrationen mit Slack, Google Workspace, Make.com

Einschränkungen

  • Keine deutschsprachige Oberfläche oder lokalisierter Support
  • Daten auf US-Servern, DSGVO-Konformität erfordert AVV (nur Enterprise) und sorgfältige Datenhygiene
  • Die meisten KI-Funktionen erst ab Business-Plan (45 USD/Nutzer/Monat) wirklich nutzbar
  • Free-Plan stark eingeschränkt: 1.000 Datensätze pro Base, geringe Automationsläufe
  • Bei vielen Nutzern und großem Datenvolumen wird der Business-Tier schnell kostspielig
  • Für sehr große Datenmengen (Millionen Zeilen) ist Airtable das falsche Werkzeug, kein Ersatz für eine echte SQL-Datenbank

Passt gut zu

Marketing-, Produkt- und Ops-Teams mit strukturierten, aber flexiblen Datenanforderungen Content-Planung, Projekttracking und operative Datenbanken Teams, die Excel durch eine kollaborative Datenbankplattform ersetzen wollen Workflows, in denen KI Inhalte direkt in den Daten verarbeiten soll

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du brauchst eine flexible Datenbank, die mehr kann als Excel, mit Ansichten, Formularen und Automationen
  • Dein Team verwaltet strukturierte operative Daten: Content-Planung, CRM, Projektstatus
  • Du willst KI-Felder (Kategorisieren, Zusammenfassen, Extrahieren) direkt in deinen Daten nutzen
  • Du kombinierst relationale Daten aus verschiedenen Bereichen in einem zentralen System

Wann nein

  • Du brauchst eine vollständige Projektmanagement-Lösung mit Zeitplänen, Abhängigkeiten und Gantt-Charts als Kernfunktion
  • Dein Unternehmen hat strikte Anforderungen an EU-Datenhosting
  • Du arbeitest mit komplexen Finanzberechnungen, Excel oder spezialisierte Tools sind besser
  • Du brauchst eine deutschsprachige Oberfläche oder deutschen Support

Kurzfazit

Airtable ist das beste Tool, wenn du Excel durch eine echte Datenbank ersetzen willst, ohne IT-Abteilung. Die Mischung aus tabellarischer Ansicht, relationalen Verknüpfungen und visuellen Projekt-Boards deckt Anwendungsfälle ab, für die Unternehmen früher entweder teure Individualsoftware oder komplizierte Excel-Makros brauchten. Seit 2024 ist Airtable außerdem AI-native geworden: KI-Feldtypen verarbeiten Inhalte direkt in der Tabelle, Cobuilder/Omni baut komplette Datenbanken aus einer Beschreibung in natürlicher Sprache, und seit 2025 übernehmen Field Agents Recherche- und Anreicherungs-Aufgaben automatisiert. Der Free-Plan ist schnell zu eng, EU-Hosting fehlt, und die meisten KI-Funktionen sind erst ab Business sinnvoll nutzbar, aber für operative Datenbanken in Marketing, Produkt und Redaktion bleibt Airtable schwer zu schlagen.

Für wen ist Airtable?

Marketing- und Content-Teams: Redaktionsplanung, Asset-Management, Kampagnen-Tracking, Airtable ist in Marketing-Teams praktisch zum Standard geworden. Die Galerie-Ansicht macht Bildarchive übersichtlich, der Kalender zeigt den Publishingplan auf einen Blick, und Status-Automationen benachrichtigen das Team automatisch beim Übergang zwischen Produktionsstufen. Mit den KI-Feldern lassen sich seit 2024 Texte direkt in der Tabelle zusammenfassen, kategorisieren oder übersetzen, bei großen Content-Mengen ein echter Hebel.

Produkt- und Entwicklungs-Teams: Feature-Requests, Bug-Tracking, Roadmap-Planung. Airtable wird häufig als leichtgewichtiges Produktmanagement-Tool eingesetzt, wenn Jira zu schwer und Trello zu simpel ist. Die Möglichkeit, Kundenfeedback direkt über Formulare einzusammeln und mit dem Roadmap-Board zu verknüpfen, ist besonders wertvoll. Mit AI-Kategorisierungs-Feldern wird Feedback automatisch nach Themen sortiert, statt dass jemand jedes Ticket manuell taggen muss.

Operations-Teams in schnell wachsenden Unternehmen: HR-Prozesse, Vendor-Management, Event-Planung, überall dort, wo strukturierte Daten gebraucht werden, die mehr als eine einfache Liste sind. Airtable kann mit dem Unternehmen wachsen: Neue Felder, Ansichten und Automationen lassen sich jederzeit ohne Entwicklungsaufwand hinzufügen. Cobuilder/Omni ist hier besonders wirkungsvoll: Ein Ops-Manager beschreibt das Problem („Ich will Vendor-Verträge mit Ablaufdatum, Verantwortlichem und Status tracken”) und Airtable generiert die passende Base-Struktur automatisch.

Agenturen und Freelancer: Kundenprojekte, Angebotsverfolgung, Deliverables-Management. Airtable ermöglicht es, Kunden über freigegebene Ansichten oder Formulare in den Prozess einzubinden, ohne ihnen vollen Datenbankzugang zu geben. Field Agents können Lead-Daten automatisch anreichern (Firmen-Recherche, LinkedIn-Profile zusammenfassen), bei B2B-Vertriebsprozessen spart das Stunden pro Woche.

Weniger geeignet für: Teams, die ein vollwertiges Projektmanagement-Tool mit Gantt-Charts und Aufgabenabhängigkeiten brauchen (Asana oder Jira sind hier stärker), Unternehmen mit strikten EU-Datenhosting-Anforderungen, Datenmengen jenseits einiger zehntausend Zeilen (Airtable ist kein Ersatz für eine echte SQL-Datenbank), und alle, die komplexe Berechnungen oder Finanzmodelle benötigen.

Preise im Detail

PlanPreisDatensätze/BaseKI-FunktionenBesonderheiten
Free0 USDbis 1.000sehr begrenztAlle Ansichten, einfache Automationen, bis 5 Editoren
Team20 USD/Nutzer/Monat (jährlich)bis 50.000KI-Felder mit limitierten CreditsErweiterte Felder, Gantt, Zeitlinie, 25.000 Automationen/Monat
Business45 USD/Nutzer/Monat (jährlich)bis 125.000KI-Felder, Cobuilder/Omni, Field AgentsAdmin-Funktionen, Sync, Premium-Integrationen, SAML SSO, 100.000 Automationen/Monat
Enterprise ScaleAuf Anfrageunbegrenztvolle KI-Suite + IBM watsonx-ModelleSCIM, AVV/DPA, erweiterte Sicherheit, Audit-Logs, SLA

Einordnung: Der Free-Plan reicht für persönliche Datenbanken oder kleine Experimente, ist aber bei 1.000 Datensätzen pro Base hart limitiert, für ein operatives Team ist er praktisch nicht brauchbar. Team für 20 USD pro Nutzer ist der pragmatische Einstieg, sobald mehr als zwei Personen beteiligt sind, bei einem fünfköpfigen Team sind das 100 USD monatlich. Der wirtschaftlich wichtigere Sprung liegt aber bei Business: Erst dort sind Cobuilder, Field Agents und die KI-Felder mit produktiven Credit-Limits sinnvoll nutzbar, und 45 USD pro Nutzer summieren sich. Ein zehnköpfiges Team auf Business kostet 5.400 USD pro Jahr, bevor irgendein anderes Tool im Stack steht. Enterprise lohnt sich erst, wenn DPA/AVV, SCIM, IBM-watsonx-Anbindung oder dedizierter Support pflichtig sind.

Stärken im Detail

Maximale Flexibilität durch kombinierbare Ansichten. Ein Datensatz in Airtable kann gleichzeitig als Tabelle (Grid), Kanban-Board, Kalender, Galerie oder Gantt-Chart betrachtet werden, ohne die Daten zu duplizieren. Das ist fundamental anders als Excel: Die Daten liegen einmal vor, die Ansicht passt sich dem Zweck an. Das Redaktionsteam sieht den Kalender, der Manager sieht den Kanban-Status, die Geschäftsführung sieht das Dashboard.

KI-Feldtypen seit 2024, der größte Sprung der letzten Jahre. Airtable AI bringt Sprachmodelle direkt in die Spalte: Ein „Categorize”-Feld liest automatisch eine Beschreibung und ordnet einer vordefinierten Kategorie zu, „Summarize” verdichtet einen Langtext, „Extract” zieht strukturierte Daten (Mailadresse, Datum, Firmenname) aus Freitext, „Translate” übersetzt mehrsprachige Inhalte und „Generate” formuliert auf Knopfdruck Texte aus Tabellen-Inputs. Das ersetzt komplette Workflows, die früher über Make.com mit ChatGPT-Aufrufen gebaut werden mussten. Im Hintergrund laufen wahlweise OpenAI-, Anthropic- oder (im Enterprise-Plan) IBM watsonx-Modelle.

Cobuilder/Omni, Datenbank aus natürlicher Sprache. Eingeführt im April 2025 als Beta („AI assistant for builders”), inzwischen als „Omni” das zentrale KI-Werkzeug der Plattform. Du beschreibst, was du tracken willst („Ich will Kundenfeedback nach Produktbereich, Schweregrad und Bearbeitungsstatus erfassen”), und Cobuilder/Omni generiert die passende Base mit Tabellen, Feldtypen, Verknüpfungen und sogar einem ersten Interface-Designer-Layout. Für nicht-technische Anwender ist das der Unterschied zwischen „könnte ich theoretisch bauen” und „habe ich in 5 Minuten.”

Field Agents, KI-Recherche im Datensatz. Seit 2025 lassen sich Agents an Datensätze hängen, die Aufgaben automatisiert ausführen: Lead-Anreicherung, Wettbewerbs-Recherche, Content-Triage. Statt eine Spalte manuell mit Firmeninfos zu füllen, definierst du den Agent-Auftrag einmal, und er arbeitet alle neuen Zeilen ab. Das hebt Airtable über klassische No-Code-Datenbanken hinaus in Richtung agentischer Workflow-Plattform.

Relationale Datenbankstruktur ohne Datenbank-Kenntnisse. Über „Linked Record”-Felder lassen sich Datensätze aus verschiedenen Bases miteinander verknüpfen, ein Konzept aus relationalen Datenbanken, das Airtable auf eine unkomplizierte Art und Weise zugänglich macht. Kunden-Base und Projekt-Base können so verknüpft werden, dass du bei jedem Kunden alle zugehörigen Projekte siehst. Eine 2024 ergänzte Funktion, AI Linked Record Search, findet zudem über semantische Ähnlichkeit verwandte Datensätze, auch wenn die Schreibweise nicht exakt übereinstimmt.

Automationen ersetzen manuelle Routinearbeit. Die integrierte Automation-Engine verarbeitet Trigger und Aktionen ohne Programmierung: Wenn ein Feld einen bestimmten Wert annimmt, sende eine Slack-Nachricht, erstelle einen Kalendereintrag oder aktualisiere einen anderen Datensatz. Für komplexere Multi-Step-Szenarien lässt sich Make.com oder Zapier einfach anschließen, und seit Dezember 2025 gibt es auch eine direkte ChatGPT-Integration, mit der man Airtable-Bases aus dem ChatGPT-UI heraus abfragen und befüllen kann.

Template-Bibliothek für schnellen Start. Airtable bietet hunderte vorgefertigter Templates für Content-Planung, CRM, Personalwesen, Eventmanagement und viele andere Bereiche an. Die meisten sind so konfiguriert, dass du sie sofort produktiv nutzen kannst, das spart Stunden der initialen Setup-Arbeit. Wer kein Template findet, lässt sich mit Cobuilder eines generieren.

Schwächen ehrlich betrachtet

Der Free-Plan ist für echte Arbeit zu eng. 1.000 Datensätze pro Base und sehr begrenzte KI-Credits stoßen bei jedem ernsthaften Anwendungsfall schnell an die Grenzen. Wer Airtable für ein Team nutzen will, landet sehr schnell beim Team- oder Business-Plan, und zahlt pro Nutzer. Das macht Airtable teurer, als es auf den ersten Blick erscheint.

KI-Funktionen sind faktisch ein Business-Plan-Feature. Auf Team kannst du KI-Felder zwar ausprobieren, aber die Credit-Limits sind so eng, dass produktive Workflows kaum laufen. Cobuilder/Omni mit voller Funktion und Field Agents sind erst ab Business sinnvoll nutzbar. Wer Airtable wegen der KI-Suite kauft, zahlt also de facto 45 USD pro Nutzer/Monat, und das ist die teurere Hälfte des Marktes.

Kein EU-Datenhosting, DSGVO erfordert sorgfältige Prüfung. Airtable speichert Daten auf US-Servern. Für Unternehmen, die personenbezogene Daten (Kundenkontakte, Mitarbeiterdaten) in Airtable verwalten, ist das eine echte Compliance-Frage. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV/DPA) gibt es erst im Enterprise-Tier. Workaround: Keine personenbezogenen Daten in Airtable speichern, sondern nur anonymisierte oder betriebliche Informationen. Bei jedem KI-Feld kommen zusätzlich Daten an OpenAI- oder Anthropic-APIs, auch das gehört in die Datenschutz-Folgenabschätzung.

Komplexes Projektmanagement geht besser woanders. Abhängigkeiten zwischen Aufgaben, kritische Pfade, Ressourcenplanung, für echtes Projektmanagement ist Airtable zu simpel. Die Gantt-Ansicht gibt es, aber echte Projektverfolgung mit Meilensteinen und Abhängigkeiten ist eher ein Nebenmerkmal als eine Kernstärke. Hier sind Asana, Monday.com oder Jira besser aufgestellt.

Skalierungsgrenzen bei großen Datenmengen. Bis 125.000 Datensätze pro Base (Business) lässt sich gut arbeiten, darüber wird die Oberfläche träge und die Limits eng. Für Datenmengen jenseits davon ist Airtable das falsche Werkzeug, eine echte relationale Datenbank (PostgreSQL, MySQL) oder eine Cloud-Data-Plattform ist dann die richtige Antwort. Airtable ist Operations-Datenbank, nicht Data Warehouse.

Lernkurve bei relationalen Verknüpfungen. Die Stärke „relationale Datenstruktur” ist gleichzeitig ein Stolperstein: Wer noch nie mit relationalen Datenbanken gearbeitet hat, braucht etwas Zeit, um zu verstehen, wie Linked Records, Lookup-Felder und Rollup-Felder zusammenspielen. Die Oberfläche ist intuitiv, das Konzept dahinter aber nicht trivial. Cobuilder federt das ab, ersetzt aber kein Verständnis.

Englische Oberfläche, kein deutscher Support. Airtable hat keine deutschsprachige UI und keinen deutschen Support. Für gemischte Teams ist das selten ein Problem, in stark deutsch geprägten Mittelständlern oder im Behörden-Kontext aber ein echter Adoptionshürde.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Echtes Projektmanagement mit Zeitplänen und Abhängigkeiten brauchstAsana
Eine All-in-One-Lösung mit Notizen, Datenbanken und Docs willstNotion
Daten an einer Web-Recherche-KI ausreichen statt Tabellen-KIPerplexity
KI-Felder in einem starken Sprachmodell direkt nutzen willstChatGPT oder Claude (per API)

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Google Sheets (deutlich einfacher, kein relationales Modell, aber kostenlos und mit Workspace-Integration), Smartsheet (stärker bei klassischem Projektmanagement, schwächer bei flexiblen Daten), Coda (ähnliches Konzept wie Notion, mit eigener Formelsprache), Baserow (Open-Source-Alternative mit Self-Hosting-Option für DSGVO-sensible Umgebungen) und NocoDB (Open Source, on-prem, deutlich technischer im Setup). Für rein deutsche/europäische Compliance ist eine self-gehostete Baserow- oder NocoDB-Instanz oft der ehrlichere Weg als Airtable mit Workarounds. Airtable selbst findet seine Nische als flexible operative Datenbank mit der mit Abstand reifsten KI-Integration im No-Code-Datenbank-Markt.

So steigst du ein

Schritt 1: Erstelle einen kostenlosen Account auf airtable.com und probiere als Allererstes Cobuilder/Omni aus: Klicke auf „Create with AI” und beschreibe in einem Satz, was du tracken willst, z. B. „Eine Redaktionsplanung für Blog-Artikel mit Status, Verantwortlichem, Veröffentlichungsdatum und Kanal.” Cobuilder generiert die passende Base, du musst nur noch befüllen. Das ist 2026 der schnellste Einstieg, schneller als Templates.

Schritt 2: Aktiviere ein erstes KI-Feld. Füge eine Spalte vom Typ „AI” hinzu und wähle „Categorize”, „Summarize” oder „Generate”. Beispiel: Eine Bug-Report-Tabelle bekommt eine „Severity”-Spalte, die aus dem Beschreibungstext automatisch „Niedrig / Mittel / Hoch / Kritisch” ableitet. Diese erste KI-Spalte macht den Mehrwert sofort erlebbar und überzeugt skeptische Kollegen schneller als jede Demo.

Schritt 3: Verknüpfe zwei Bases miteinander. Zum Beispiel: eine Kundendatenbank und eine Projekt-Base. Füge in der Projektbase ein „Linked Record”-Feld für Kunden hinzu, ab diesem Moment siehst du bei jedem Kunden alle Projekte und umgekehrt. Das ist der Moment, an dem Airtable seine volle relationale Stärke zeigt. Kombiniert mit einer Automation („Wenn Projekt-Status = abgeschlossen, sende Mail an Kunde”) wird Airtable zur produktiven Workflow-Plattform.

Ein konkretes Beispiel

Ein Münchner Marketingteam eines mittelständischen E-Commerce-Unternehmens (12 Personen, Business-Plan) verwaltet seine gesamte Content-Produktion in Airtable: Blog-Artikel, Social-Media-Posts und Newsletter liegen in einer Base mit Feldern für Status, Verantwortlichen, Veröffentlichungsdatum, Kanal und Content-Typ. Drei KI-Felder übernehmen Routinearbeit: Eine „Summarize”-Spalte erstellt aus dem 1.500-Wort-Blogartikel automatisch einen Twitter-Teaser, ein „Categorize”-Feld ordnet jeden Beitrag einem Funnel-Stage zu (Awareness / Consideration / Conversion), und eine „Translate”-Spalte erzeugt englische Versionen für den DACH-Internationalisierungs-Test. Sobald ein Artikel auf „Review bereit” gesetzt wird, verschickt eine Automation eine Slack-Benachrichtigung an den Lektor. Ein Field Agent reichert geplante Beiträge mit recherchierten Wettbewerber-Erwähnungen an. Was früher drei verschiedene Excel-Listen, manuelle Tagging-Arbeit und tägliche Statusmeetings erforderte, läuft jetzt vollständig in Airtable. Zeitersparnis: ca. 6 Stunden Koordinations- und KI-Routinearbeit pro Woche bei Lizenzkosten von rund 540 USD/Monat, amortisiert deutlich.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: US-Server (Airtable, Inc., San Francisco). Kein EU-Hosting verfügbar.
  • Datenübertragung: Airtable nutzt Standardvertragsklauseln (SCCs) für Datenübertragungen in die USA.
  • KI-Verarbeitung: KI-Felder rufen externe Modelle (OpenAI, Anthropic; Enterprise zusätzlich IBM watsonx) auf, diese Datenflüsse gehören in die Datenschutz-Folgenabschätzung.
  • AVV / DPA: Nur im Enterprise Scale-Tier verfügbar. Für Free, Team und Business kein formaler Auftragsverarbeitungsvertrag.
  • Datenlöschung: Kontolöschung und Datenlöschung über die Kontoeinstellungen möglich.
  • DSGVO-Vertreter: Airtable hat nach Art. 27 DSGVO EU- und UK-Vertreter benannt.
  • Empfehlung: Keine personenbezogenen Daten von Kunden oder Mitarbeitern im Free-, Team- oder Business-Plan speichern. Für DSGVO-konforme Nutzung mit AVV ist Enterprise nötig, oder eine Alternative mit EU-Hosting (Baserow self-hosted, NocoDB) prüfen.

Gut kombiniert mit

  • Make.com, Airtable-Daten als Trigger für komplexe Multi-Step-Automationen nutzen: Neue Zeile in Airtable löst eine Kette von Aktionen in anderen Tools aus, ohne Programmierkenntnisse. Sinnvoll überall dort, wo Airtables eingebaute Automationen zu simpel werden.
  • ChatGPT, Über die seit Dezember 2025 verfügbare offizielle Integration kannst du Airtable-Bases direkt aus ChatGPT heraus befragen oder befüllen. Praktisch, wenn dein Team ohnehin in ChatGPT arbeitet und Daten ad hoc bearbeiten will.
  • Claude, Airtable-Einträge per API an Claude weitergeben und Antworten zurückschreiben lassen. Sinnvoll, wenn du längere, qualitativ hochwertige Texte aus Tabellen-Inputs generieren willst, Claude liefert hier oft natürlicheres Deutsch als die in Airtable AI eingebauten Modelle.

Unser Testurteil

Airtable verdient 4 von 5 Sternen. Als flexible operative Datenbank, zwischen der Einfachheit von Tabellen und der Komplexität echter Datenbanksoftware, ist es für Marketing-, Produkt- und Content-Teams kaum zu schlagen. Die Kombination aus visuellen Ansichten, Automationen und relationalen Verknüpfungen ist in dieser Zugänglichkeit einzigartig. Mit der KI-Suite seit 2024/25 hat Airtable den Abstand zu Notion und Co. wieder vergrößert, KI-Feldtypen, Cobuilder/Omni und Field Agents sind in dieser Tiefe bei keinem direkten Wettbewerber zu finden. Den fünften Stern verliert Airtable durch das fehlende EU-Datenhosting, die Tatsache, dass die KI-Suite faktisch erst ab dem teureren Business-Plan nutzbar wird, und durch die im DSGVO-Kontext eingeschränkte Verwendbarkeit für personenbezogene Daten. Wer diese Einschränkungen kennt und berücksichtigt, bekommt eines der vielseitigsten KI-nativen No-Code-Werkzeuge auf dem Markt.

Was wir bemerkt haben

  • 2023, Airtable hat seine Preise deutlich angehoben: Der Team-Plan stieg von 10 USD auf 20 USD pro Nutzer/Monat, eine Verdoppelung. Gleichzeitig wurde der Free-Plan eingeschränkt: Das Limit für Datensätze pro Base wurde von 1.200 auf 1.000 gesenkt. Viele Nutzer reagierten mit Unmut in den Community-Foren; einige wechselten zu Notion oder anderen Alternativen.
  • 2023, Airtable entließ rund 27 Prozent seiner Belegschaft (ca. 237 Stellen) im Rahmen einer Restrukturierung. Das Unternehmen war zuvor auf eine Bewertung von 11 Milliarden USD gestiegen und musste sich an veränderte Marktbedingungen anpassen. Das Produkt blieb voll funktionsfähig.
  • September 2024, Airtable AI offiziell als integrierte Suite veröffentlicht: KI-Feldtypen (Categorize, Summarize, Extract, Translate, Generate), AI Record Actions und AI Automations werden Standard. Damit verlässt Airtable das Spreadsheet-Erbe und positioniert sich als KI-native Operations-Plattform, ein deutlich anderes Selbstverständnis als noch 2022.
  • September 2024, IBM-Kooperation: Enterprise-Kunden können Airtable AI gegen IBM watsonx.ai und IBM-Granite-Modelle umstellen. Sinnvoll für Unternehmen, die KI-Verarbeitung außerhalb von OpenAI/Anthropic halten wollen, und ein klares Signal in Richtung Enterprise-Markt.
  • Oktober 2024, Mit „ProductCentral” launcht Airtable eine vorkonfigurierte Lösung für Produkt-Entwicklungs-Workflows. Das ist Teil einer Strategie, weg von der reinen Plattform hin zu fertigen, branchenspezifischen Anwendungen.
  • April 2025, Beta-Start des „AI assistant for builders”, der Vorläufer des heutigen Cobuilder/Omni. Erste Version, mit der Datenbanken aus natürlicher Sprache generiert werden konnten. Innerhalb weniger Monate wurde daraus das zentrale Marketing-Argument der Plattform.
  • Juni 2025, CEO Howie Liu verkündet „The AI-Native Airtable Has Arrived”, eine bemerkenswerte Positionierung, die Airtable explizit aus dem Spreadsheet-/Datenbank-Markt herauslöst und in den AI-Operations-Markt einsortiert. Aus Marketing-Sicht ein deutlicher Reset.
  • Oktober 2025, David Azose wird neuer CTO; Airtable übernimmt das KI-Startup DeepSky. Beide Schritte unterstreichen den Pivot Richtung agentischer Plattform.
  • Dezember 2025, Offizielle Airtable-Integration für ChatGPT veröffentlicht. Nutzer können Bases direkt aus dem ChatGPT-UI abfragen und bearbeiten, ein Hinweis darauf, dass Airtable sich nicht nur als KI-Plattform, sondern auch als Datenschicht für andere KI-Werkzeuge positioniert.
  • Januar 2026, Mit „Superagent” launcht Airtable ein Multi-Agent-System, das ganze Arbeitsergebnisse statt einzelner Aktionen liefern soll. Ein Schritt weiter als Field Agents, die nur Spalten anreichern. Wie produktiv das in der Praxis ist, lässt sich Mitte 2026 noch nicht abschließend bewerten.
  • Mai 2026, Eine native EU-Region für Airtable-Daten gibt es weiterhin nicht. Wer DSGVO-sauber arbeiten will, kommt um den Enterprise-Pfad mit AVV nicht herum, und auch dort bleibt das Hosting US-zentral. Diese Lücke ist seit Jahren unverändert und einer der häufigsten Gründe, warum europäische Unternehmen auf self-gehostete Alternativen ausweichen.

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Arthur Atlas

KI-Analyst

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