OmniScan X3
Evident Scientific (ehem. Olympus IMS)
Tragbares Phased-Array-Ultraschallgerät (PAUT) mit Total Focusing Method (TFM), Full Matrix Capture (FMC) und Phase Coherence Imaging (PCI). Über Jahre der De-facto-Industriestandard in Luftfahrt-, Schweißnaht- und Korrosionsprüfung, und Datenlieferant für robotergestützte UT-Systeme sowie ML-Auswertung. Seit Oktober 2024 ist der OmniScan X4 der offizielle Nachfolger; der X3 bleibt durch seine riesige installierte Basis weiter relevant.
Kosten: ca. 15.000–30.000 USD je nach Modell (X3 vs. X3 64) und Konfiguration, ohne Sonden und Keile; Leasing, Miete und Gebrauchtgeräte verfügbar. OmniPC (PC-Nachauswertung) ist kostenlos.
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Stärken
- Live-TFM mit bis zu vier gleichzeitigen TFM-Gruppen für hochauflösende Defektdarstellung
- Phase Coherence Imaging (PCI), amplitudenunabhängige Darstellung kleiner Reflektoren
- Breites Sondensortiment, dedizierte Sonden, Winkelkeile und TOFD-Setups verfügbar
- Basis für robotergestützte automatisierte UT-Scansysteme und ML-Auswertungspipelines
- Vollständige A-Scan-Rohdaten exportierbar (.opd) für externe KI-/Simulationsauswertung
- Riesige installierte Basis, viele zertifizierte NDT-Techniker kennen das Gerät bereits
- Kostenlose PC-Software OmniPC plus WeldSight für tiefere Nachauswertung
Einschränkungen
- Seit Oktober 2024 durch den OmniScan X4 abgelöst, Neukauf eher in Richtung X4 sinnvoll
- TFM/FMC-Betrieb rechenintensiv, nicht jede Konfiguration läuft in Echtzeit
- Keine native KI, Defektklassifikation nur über externe Software (CIVA) oder eigene ML-Pipeline
- Erfordert NDT-Level-2-Zertifizierung (EN ISO 9712 oder NAS-410) für qualifizierte Prüfungen
- Koppelmittel notwendig, logistisch aufwändiger als trockene Kontaktverfahren
- Hohe Anschaffungs- und Sondenkosten, lange Einarbeitung für TFM-Scanpläne
Passt gut zu
Kurzfazit
Der OmniScan X3 war über Jahre das meistverbreitete tragbare Phased-Array-Ultraschallgerät in der industriellen Prüfung, vom Schweißnaht-Check in der Petrochemie bis zur CFK-Flächenprüfung in der Luftfahrt-Instandhaltung. Seine Stärke ist die Total Focusing Method (TFM) zusammen mit Phase Coherence Imaging (PCI): Statt eines klassischen Sektorscans entsteht ein hochaufgelöstes Bild, in dem auch kleine Risse und Delaminationen sichtbar werden, die konventionelles Phased Array übersieht. Für KI ist der X3 vor allem als Datenlieferant interessant, die A-Scan- und FMC-Rohdaten lassen sich exportieren und in ML-Pipelines oder Simulationssoftware weiterverarbeiten; eine native KI bringt das Gerät selbst nicht mit. Wichtigster Vorbehalt: Seit Oktober 2024 ist der OmniScan X4 der offizielle Nachfolger. Wer neu kauft, sollte den X4 prüfen, wer bereits eine X3-Flotte betreibt, hat ein weiter voll brauchbares, breit unterstütztes Arbeitsgerät.
Für wen ist OmniScan X3?
NDT-Prüfdienstleister und Instandhaltung (MRO): Das klassische Einsatzfeld. Schweißnahtprüfung, Korrosionsmapping an Rohrleitungen, Composite-Inspektion an Flugzeugstrukturen. Wer bereits zertifizierte Techniker und eine vorhandene Gerätebasis hat, bekommt mit dem X3 ein Werkzeug, das jeder im Team kennt, die Einarbeitungskosten sind faktisch null.
Luftfahrt-Qualitätssicherung: Für die Prüfung von CFK-Tragflächen, Rumpfschalen und Reparaturstellen nach Impaktschäden ist hochauflösendes TFM ein echter Vorteil gegenüber konventionellem Phased Array. Delaminationen und Porosität werden klarer dargestellt, entscheidend, wenn ein Bauteil zwischen „lufttüchtig” und „auszutauschen” einsortiert werden muss.
Automatisierungs- und Robotik-Teams: Der X3 ist als Messmodul für robotergestützte UT-Systeme (RAUT) konzipiert. Ein 6-Achs-Roboter führt den Prüfkopf, der X3 erfasst den C-Scan, und ein nachgelagertes System wertet aus. Für großflächige Strukturen ist das der Hebel, mit dem aus stundenlanger manueller Rasterung eine reproduzierbare Maschinenprüfung wird.
KI-/ML-Entwickler im NDT-Umfeld: Wer Modelle zur automatischen Defektsegmentierung trainiert, braucht annotierte TFM-/FMC-Rohdaten. Der X3 liefert genau diese Datenbasis im exportierbaren .opd-Format, und ist wegen seiner Verbreitung eine realistische Plattform, um ML-Auswertung an reale Prüfdaten anzubinden.
Weniger geeignet für: Betriebe, die jetzt erstmals investieren (dann eher der X4), Anwender ohne NDT-Level-2-Zertifizierung, Teams, die eine schlüsselfertige KI-Defekterkennung erwarten (die liefert das Gerät nicht), und Anwendungen, in denen trockene Kontaktverfahren oder Resonanzprüfung sinnvoller sind als koppelmittelbasierter Ultraschall.
Preise im Detail
| Modell / Position | Richtpreis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| OmniScan X3 | ca. 15.000–22.000 USD | 16 Pulser / 64 Empfänger, 32 TFM-Elemente, 0,5–18 MHz, 64 GB SSD, MXU-Onboard-Software |
| OmniScan X3 64 | ca. 22.000–30.000 USD | 64 Pulser / 128 Empfänger, 128 TFM-Elemente, 0,2–26,5 MHz, 1 TB SSD, für anspruchsvolle TFM-/FMC-Anwendungen |
| Sonden, Keile, Scanner | je 1.000–10.000+ USD | Anwendungsspezifisch; oft der unterschätzte Kostenblock, pro Bauteil eigene Sonde/Keil |
| OmniPC | kostenlos | PC-Nachauswertung von Prüfdaten ohne Gerät, für Reporting und Zweitsichtung |
| WeldSight | Lizenz auf Anfrage | Erweiterte PC-Analyse mit Remote-Kollaboration für komplexe Schweißnaht-Auswertung |
Einordnung: Die genannten Preise sind Richtwerte aus dem Händler- und Gebrauchtmarkt, Evident veröffentlicht keine Listenpreise, der Vertrieb läuft über autorisierte Distributoren und Application Labs. Der eigentliche Kostentreiber sind oft nicht das Gerät, sondern Sonden, Keile und Scanner, die pro Bauteilgeometrie neu beschafft werden müssen. Seit der Markteinführung des X4 ist der X3 als Gebrauchtgerät deutlich günstiger geworden, für Betriebe, die ihre vorhandene Flotte erweitern oder die nicht zwingend Plane Wave Imaging brauchen, ein realistischer Weg. Die kostenlose OmniPC-Software senkt die Hürde, Auswertung und Reporting auf separate Arbeitsplätze auszulagern, ohne weitere Geräte zu binden.
Stärken im Detail
Live-TFM mit mehreren Gruppen. Der X3 berechnet die Total Focusing Method in Echtzeit und kann bis zu vier TFM-Gruppen gleichzeitig darstellen. Das ergibt ein punktweise fokussiertes Bild über die gesamte Prüfzone, deutlich auflösungsstärker als der klassische Sektorscan, bei dem der Fokus auf eine Tiefe festgelegt ist. In der Praxis heißt das: Risse und Delaminationen, die im konventionellen Phased Array nur als diffuses Signal erscheinen, werden als klar lokalisierbare Anzeige sichtbar.
Phase Coherence Imaging (PCI). PCI ist der vielleicht unterschätzteste Vorteil: Es bewertet nicht die Amplitude des Echos, sondern die Phasenkohärenz der empfangenen Signale. Dadurch werden kleine, schräg orientierte oder amplitudenarme Reflektoren sichtbar, die ein amplitudenbasiertes Verfahren verfehlt. Gerade bei schwer prüfbaren Werkstoffen (austenitische Schweißnähte, Composites) ist das ein echter Mehrwert.
Rohdaten-Export als Schnittstelle zur KI. Hier liegt die eigentliche Relevanz für KI-Projekte. Der X3 speichert vollständige A-Scan- und FMC-Rohdaten, die sich exportieren (.opd) und in externe Pipelines einspeisen lassen, sei es zur ML-gestützten Defektsegmentierung, zum Training neuronaler Netze oder zur Gegenrechnung mit Simulationssoftware wie CIVA. Das Gerät ist damit kein KI-Tool, aber die Datenquelle, auf der KI-Auswertung im NDT überhaupt aufsetzen kann.
Automatisierbarkeit. Der X3 ist als Modul in robotergestützten Prüfsystemen etabliert. In Kombination mit Encoder-gesteuerten Scannern und Robotik liefert er reproduzierbare C-Scans großer Flächen, die Voraussetzung dafür, dass eine nachgelagerte KI überhaupt mit konsistenten, positionsgenauen Daten arbeiten kann.
Breite Wissens- und Servicebasis. Über Jahre als Industriestandard verkauft, ist der X3 in unzähligen Prüflaboren im Einsatz. Das bedeutet: erprobte Scanpläne, geschulte Techniker, verfügbares Zubehör und ein dichtes Service- und Distributorennetz, auch in Deutschland. Wer ein Tool sucht, das morgen produktiv läuft, profitiert von dieser Reife.
Schwächen ehrlich betrachtet
Der Nachfolger ist da. Seit Oktober 2024 ist der OmniScan X4 das offizielle Flaggschiff. Er bringt zusätzlich Plane Wave Imaging (PWI), eine modernere Bedienoberfläche und in der Topvariante mehr Kanäle. Für einen Neukauf ist der X3 damit nicht mehr die erste Wahl, er bleibt sinnvoll für Flottenerweiterung, Budgetbeschaffung oder als Gebrauchtgerät. Den vollen fünften Stern kostet diese Ablösung.
Keine native KI. Trotz aller Erwartungen: Der X3 erkennt Defekte nicht selbst. Die TFM-Bilder muss ein zertifizierter Prüfer auswerten, oder eine externe Software. Wer eine eingebaute KI-Defektklassifikation sucht, sucht beim falschen Produkt. Der Workaround: Rohdaten exportieren und in eine eigene ML-Pipeline oder in CIVA einspeisen. Das funktioniert, verlangt aber zusätzliches Know-how und Entwicklungsaufwand.
Rechenlast bei TFM/FMC. TFM und vor allem Full Matrix Capture sind rechenintensiv. Nicht jede Auflösung, Gruppenzahl und Zonentiefe ist in Echtzeit darstellbar, bei anspruchsvollen Setups muss man Kompromisse zwischen Bildqualität und Scangeschwindigkeit eingehen. Die leistungsstärkere X3-64-Variante mildert das, kostet aber spürbar mehr.
Zertifizierungs- und Einarbeitungshürde. Qualifizierte Prüfungen verlangen NDT-Level-2-Zertifizierung (EN ISO 9712 bzw. NAS-410). Der Aufbau valider TFM-Scanpläne, die richtige Sonden-/Keilwahl und die Kalibrierung an Referenzprüfkörpern sind anspruchsvoll. Das Gerät ist ein Profiwerkzeug, ohne geschultes Personal entfaltet es seinen Wert nicht.
Koppelmittel-Logistik. Ultraschall braucht Kopplung. Im Hangar oder am Bauteil nach Impakt ist der Einsatz von Koppelmittel und Scanner-Mechanik aufwändiger als bei trockenen Kontaktverfahren, ein praktischer Faktor, den man bei der Prüfplanung nicht unterschätzen sollte.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Neu kaufst und das aktuelle Flaggschiff willst | OmniScan X4 |
| KI-Auswertung, synthetische Trainingsdaten und Prüfsimulation brauchst | CIVA |
| Ganze Serienteile statt punktweise prüfen willst (Resonanzprüfung) | Vibrant PCRT |
| Geometrie/Maßhaltigkeit statt innerer Defekte prüfst | PolyWorks Inspector |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Phased-Array-Geräte von Sonatest (Veo+), Zetec (TOPAZ) und Eddyfi sind direkte Hardware-Wettbewerber mit jeweils eigenen TFM-Implementierungen. Für reine Simulation und Prüfbarkeitsnachweis ist CIVA der Maßstab, für die Auswertung großer Datenmengen lohnt sich oft eine eigene ML-Pipeline auf den exportierten Rohdaten. Der OmniScan X3 punktet nicht durch Alleinstellung in einem Feature, sondern durch Verbreitung, Reife und Ökosystem, genau das macht ihn als Datenbasis für KI-Projekte so praktikabel.
So steigst du ein
Schritt 1: Geräte- und Sondenkonfiguration mit einem Evident-Anwendungsexperten oder autorisierten Distributor abstimmen, Sonde, Keil, Koppelmittel und Scanparameter müssen zum konkreten Bauteil und Werkstoff passen. Für Erstanwendungen empfiehlt sich ein Application-Lab-Review. Prüfe an dieser Stelle auch ehrlich, ob der X3 oder der neuere X4 die bessere Investition ist.
Schritt 2: Referenzprüfkörper für die Kalibrierung nutzen (z. B. Flachbodenbohrungen oder branchengemäße Vergleichskörper). Den Scanplan in der MXU-Onboard-Software aufbauen, die TFM-Zone auf die erwartete Schadenstiefe auslegen und PCI dort aktivieren, wo kleine oder schräge Reflektoren zu erwarten sind.
Schritt 3: Scan durchführen, manuell, Encoder-gestützt oder über ein Robotersystem. Die TFM-/S-Scan-Bilder zunächst am Gerät sichten, dann zur Nachauswertung und für das Reporting in OmniPC oder WeldSight übernehmen. Für KI-Auswertung die Rohdaten als .opd exportieren und in die ML-Pipeline oder in CIVA einspeisen.
Ein konkretes Beispiel
Ein Hersteller von CFK-Tragflächen in Süddeutschland qualifiziert eine vorhandene Flotte von OmniScan-X3-Geräten als Messmodul für ein neues Roboter-UT-System. Ein 6-Achs-Roboter führt den Prüfkopf über die Flügeloberschale, der X3 erfasst den vollständigen C-Scan mit Live-TFM. Die exportierten Rohdaten laufen in ein nachgelagertes neuronales Netz, das Delaminationen automatisch segmentiert, nach Schweregrad einsortiert und einen Prüfberichtsentwurf erstellt, die finale Bewertung übernimmt ein NDT-Level-2-Prüfer. Für eine 8 m² große Flügelfläche sinkt die Prüfzeit von rund 8 Stunden manueller Rasterung auf etwa 2 Stunden, bei gleichzeitig reproduzierbarer Dokumentation. Weil die X3-Geräte bereits vorhanden und alle Techniker damit vertraut sind, war der Investitionsbedarf auf Roboter, Encoder und die ML-Software beschränkt, das Messmodul selbst musste nicht neu beschafft werden.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhaltung: Vollständig lokal. Prüfdaten werden auf der geräteinternen SSD gespeichert (64 GB bzw. 1 TB) und auf Kundenrechnern mit OmniPC oder WeldSight ausgewertet. Es gibt keine standardmäßige Vendor-Cloud, die Daten verbleiben in der IT-Umgebung des Betreibers.
- Personenbezug: Klassische Prüfdaten (A-Scans, C-Scans, TFM-Bilder, Bauteilbefunde) sind technische Messdaten ohne Personenbezug. Personenbezug entsteht allenfalls indirekt über Prüferkennungen, Berichtsmetadaten oder Zugriffsprotokolle, das ist über die interne IT-Governance zu regeln, nicht über den Hersteller.
- Auftragsverarbeitung (AVV): In der Regel nicht erforderlich, da Evident als Hersteller keine Prüfdaten verarbeitet. Relevant wird ein AVV nur, wenn Cloud-Kollaboration, Remote-Support oder externe Auswertedienstleister ins Spiel kommen, dann mit dem jeweiligen Dienstleister vertraglich regeln.
- Export und ML-Pipelines: Wer Rohdaten in externe oder Cloud-basierte ML-Systeme einspeist, verlagert die Datenschutz- und IT-Sicherheitsfrage in genau dieses System. Hier gelten die üblichen Anforderungen an Hosting-Standort, Zugriffskontrolle und Verschlüsselung.
- Empfehlung für Unternehmen: Da die Daten standardmäßig lokal bleiben, ist der DSGVO-Fußabdruck des Geräts selbst klein. Der kritische Punkt ist die nachgelagerte Verarbeitung, Prüfdaten können sicherheitsrelevant und schützenswert sein (Stichwort Know-how-Schutz bei Bauteilgeometrien). Export- und Cloud-Wege deshalb bewusst gestalten.
Gut kombiniert mit
- CIVA, die führende NDT-Simulationssoftware ergänzt den X3 ideal: CIVA generiert synthetische Trainingsdaten für KI-Modelle, weist die Prüfbarkeit neuer Geometrien nach und kann reale X3-Rohdaten gegen simulierte Szenarien rechnen. Hardware misst, Software simuliert und qualifiziert.
- OmniScan X4, der Nachfolger im gleichen Ökosystem. Gemischte Flotten aus X3 und X4 lassen sich über die gemeinsame Software-Landschaft (OmniPC, WeldSight) konsistent auswerten, sinnvoll für Betriebe, die schrittweise migrieren.
- PolyWorks Inspector, wo der X3 innere Defekte aufspürt, prüft PolyWorks die äußere Maßhaltigkeit gegen das CAD-Modell. In der Aerospace-Messkette ergänzen sich Ultraschallprüfung und 3D-Metrologie zu einem vollständigen Qualitätsbild.
Unser Testurteil
Der OmniScan X3 verdient 4 von 5 Sternen. Als Phased-Array-Gerät ist er ausgereift, vielseitig und mit Live-TFM plus PCI technisch stark, die Bildqualität bei schwer prüfbaren Werkstoffen ist sein überzeugendstes Argument. Für KI-Projekte ist er weniger ein „KI-Tool” als eine erstklassige Datenquelle: exportierbare Rohdaten, breite Verbreitung und Automatisierbarkeit machen ihn zur realistischen Basis für robotergestützte und ML-gestützte Prüfung. Den fünften Stern verliert er aus zwei Gründen: Erstens hat ihn der OmniScan X4 seit Oktober 2024 als aktuelles Flaggschiff abgelöst, für Neukäufer ist der X3 nicht mehr die erste Wahl. Zweitens bringt das Gerät keine native KI mit; jede automatisierte Auswertung verlangt zusätzliche Software und Entwicklungsaufwand. Für Betriebe mit vorhandener X3-Flotte oder mit knappem Budget bleibt er dennoch ein exzellentes, bestens unterstütztes Arbeitsgerät.
Was wir bemerkt haben
- Oktober 2024, Evident hat den OmniScan X4 vorgestellt, den offiziellen Nachfolger des X3. Der X4 bringt zusätzlich Plane Wave Imaging (PWI) und richtet sich laut Hersteller bewusst an Prüfer aller Erfahrungsstufen. Für Neukäufe verschiebt sich die Empfehlung damit Richtung X4; der X3 rückt in die Rolle des bewährten, günstiger verfügbaren Bestandsgeräts.
- 2022, Die NDT-Sparte wurde aus der Olympus Corporation ausgegliedert und firmiert seither als Evident Scientific. Ältere Quellen, Datenblätter und das Branchenwissen laufen noch unter „Olympus IMS”, bei der Recherche zu Sonden, Software und Support beide Namen berücksichtigen.
- Juni 2026, Evident führt den OmniScan X3 auf der offiziellen Produktseite inzwischen ausdrücklich als „discontinued product” und verweist auf den X4 als Ersatz. Verfügbar bleiben Service, Zubehör und der Gebrauchtmarkt, ein Neukauf des X3 als Erstgerät ist damit aber endgültig nicht mehr der Standardweg.
- Juni 2026, Eine native KI-Defekterkennung ist im X3 weiterhin nicht integriert. Automatisierte Auswertung läuft ausschließlich über externe Software (z. B. CIVA) oder eigene ML-Pipelines auf den exportierten Rohdaten. Das ist branchenweit Stand der Dinge, wer eine „KI-Blackbox” erwartet, unterschätzt den nötigen Eigenanteil.
- Juni 2026, Die kostenlose PC-Software OmniPC bleibt ein unterschätzter Vorteil: Sie erlaubt Nachauswertung und Reporting an separaten Arbeitsplätzen, ohne ein weiteres Gerät zu binden, praktisch für Betriebe, die Messung und Auswertung organisatorisch trennen wollen.
Quellen
- Evident Scientific – OmniScan X3 Produktseite. https://ims.evidentscientific.com/en/products/flaw-detectors/omniscan-x3 (abgerufen am 2026-06-14). Modellvarianten (16:64PR bis 64:128PR, 32 bis 128 TFM-Elemente), 64 GB bzw. 1 TB SSD, Frequenzbereich 0,5–18 MHz (X3) bzw. 0,2–26,5 MHz (X3 64), TFM/FMC/PCI, MXU-Onboard-Software, kostenloses OmniPC, WeldSight; Gerät als discontinued markiert und durch OmniScan X4 ersetzt; Hersteller Evident Scientific.
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