PolyWorks Inspector
InnovMetric Software
Industriestandard-Software für 3D-Messtechnik: importiert Punktwolken von allen gängigen Laserscannern und tragbaren Koordinatenmessgeräten, vergleicht sie gegen CAD-Referenzmodelle und erstellt toleranzbasierte Freigabeberichte nach GD&T-Norm. In der Schiffbau- und Aerospace-Messkette global verbreitet.
Kosten: Kein öffentlicher Listenpreis, Angebote nur über autorisierte Partner (Hexagon, Renishaw, lokale Messtechnik-Distributoren). Erfahrungswerte: Einzellizenz ca. 10.000–20.000 €/Jahr (Subskription) oder 25.000–50.000 € Einmalkauf je nach Modulumfang. Für Werften oft als Mehrplatzlizenz über einen Messtechnik-Integrator.
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Stärken
- Hardwareunabhängig: importiert Daten von FARO, Leica, Riegl, Creaform, Hexagon und allen gängigen CMMs
- Vollständige GD&T-Auswertung (Toleranzkreise, Freiformflächen, True-Position) nach ISO/ASME-Norm
- Makro-Programmierung für wiederkehrende Sektionstypen: Sektion einmal konfigurieren, dann Knopfdruck-Prüfung
- Strukturierte Prüfberichte mit Freigabe-Ampel direkt für Klassifikationsgesellschaften (DNV, Bureau Veritas)
- Integration in CAD-Umgebungen: NX, CATIA, SolidWorks, Aveva Marine
Einschränkungen
- Komplexe Lizenzstruktur, verschiedene Module (Inspect, DataLoop, Modeler) müssen separat lizenziert werden
- Lernkurve für GD&T-Auswertung und Makro-Programmierung: 3–5 Tage Schulung erforderlich
- Kosten prohibitiv für Werften mit weniger als 5–6 Sektionsprüfungen pro Monat
- Keine automatische KI-Klassifikation von Kritikalität, erfordert Messtechniker-Urteil für Nacharbeitsplanung
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Deine Werft oder dein Fertigungsbetrieb nutzt mehrere Scanner-Typen und braucht eine gemeinsame Auswerteplattform
- Prüfberichte nach GD&T für Klassifikationsgesellschaften (DNV, Bureau Veritas) sind Pflicht
- Wiederkehrende Sektionsgeometrien rechtfertigen einmal-konfigurierten Makro-Prüfroutinen
- Du hast ein eigenes Messtechnik-Team mit mindestens 2–3 ausgebildeten Messtechnikern
Wann nein
- Dein Betrieb hat weniger als 5–6 Sektionsprüfungen pro Monat, die Lizenzkosten rechnen sich nicht
- Du brauchst eine einfache Lösung für gelegentliche Punktwolken-Visualisierung (CloudCompare ist kostenlos)
- Dein Scanner-Hersteller hat eine eigene Software, die für deine Anwendung ausreichend ist
- KI-gestützte automatische Fehlerklassifikation ist eine zentrale Anforderung
Kurzfazit
PolyWorks Inspector ist der Industriestandard für 3D-Messtechnik in Schiffbau, Aerospace und schwerem Maschinenbau, überall dort, wo Punktwolken aus Laserscannern oder CMMs gegen CAD-Modelle abgeglichen und die Ergebnisse normkonform dokumentiert werden müssen. Stärken: Hardwareunabhängigkeit, volle GD&T-Norm-Abdeckung, reproduzierbare Makro-Prüfroutinen und direkte Klassifikationsgesellschafts-Berichte. Schwächen: Hohe Lizenzkosten, komplexe Modulstruktur und kein KI-gestütztes automatisches Kritikalitäts-Scoring, das Messtechniker-Urteil ist und bleibt erforderlich. Für Werften und Fertigungsbetriebe mit eigenem Messtechnik-Team und regelmäßigen Prüfvorgängen ist PolyWorks Inspector der richtige Standard. Wer seltener prüft oder kein eigenes Team hat, zahlt für mehr als er braucht.
Für wen ist PolyWorks Inspector?
Große Werften mit eigenem Messtechnik-Team: Der Kernmarkt. Werften, die jährlich Dutzende oder Hunderte von Sektionen prüfen müssen, amortisieren die Lizenzkosten schnell durch verkürzte Prüfzeiten und weniger manuelle Messfehler. Makro-Prüfroutinen für Standardsektionen machen die Prüfung reproduzierbar und weniger personenabhängig.
Aerospace-Fertigungsbetriebe: Flugzeugteile und -strukturen brauchen enge Toleranzüberwachung und normkonforme GD&T-Dokumentation. PolyWorks Inspector liefert True-Position-Analysen, Freiformflächen-Vergleiche und Zeichnungsableitungen in einer Plattform.
Offshore- und Marinezulieferer: Hersteller von Offshore-Strukturen, Druckkesseln und Marinekomponenten, die Klassifikationsgesellschafts-Abnahmen durchlaufen, profitieren von strukturierten Prüfberichten, die direkt an DNV, Bureau Veritas oder Lloyd’s übermittelt werden können.
Messtechnik-Integratoren und Dienstleister: Unternehmen, die Messtechnik-Dienstleistungen anbieten und dabei verschiedene Kundensysteme und Scanner-Typen einsetzen, brauchen eine hardwareunabhängige Auswerteplattform. PolyWorks Inspector ist in diesem Segment die dominante Wahl.
Weniger geeignet für: Kleinere Handwerksbetriebe oder Betriebe mit seltenen Prüfvorgängen (die Lizenzkosten rechnen sich nicht), Anwender, die nur gelegentliche Punktwolken-Visualisierung brauchen (CloudCompare ist kostenlos und ausreichend), und Betriebe, die ausschließlich mit einem einzelnen Scanner-Hersteller und dessen eigener Software arbeiten.
Preise im Detail
| Lizenzmodell | Preis (ca.) | Hinweis |
|---|---|---|
| Subskription (Einzelplatz) | 10.000–20.000 €/Jahr | Je nach Modulumfang, Vertrieb über Partner |
| Einmalkauf (Einzelplatz) | 25.000–50.000 € | Einmalig, Wartungsgebühren zusätzlich |
| Mehrplatzlizenz | Auf Anfrage über Integrator | Für Werften mit mehreren Messtechnikern |
| Education/Research | Reduziert, auf Anfrage | Für Universitäten und Forschungseinrichtungen |
Einordnung: PolyWorks Inspector ist kein Tool, das man mal eben ausprobiert, Preise laufen ausschließlich über autorisierte Vertriebspartner, keine direkte Online-Buchung. Für Werften, die 5+ Sektionen pro Monat prüfen, rechnet sich die Investition schnell: Eine vermiedene Dockkorrektur wegen falscher Messtechnik kostet typischerweise mehr als eine Jahreslizenz. Für Betriebe mit selteneren Prüfvorgängen ist der Kostenrahmen schwer zu rechtfertigen, in solchen Fällen ist eine Messtechnik-Dienstleistung oft wirtschaftlicher als eine eigene Lizenz.
Stärken im Detail
Hardwareunabhängigkeit als strategischer Vorteil. PolyWorks Inspector importiert Daten von FARO, Leica, Riegl, Creaform, Hexagon, Trimble und allen gängigen CMM-Systemen. Das bedeutet: Eine Werft kann ihren Scanner upgraden, ohne die Software zu wechseln. Und ein Messtechnik-Dienstleister kann mit Kundensystemen verschiedener Hersteller arbeiten, ohne separate Auswertesoftware zu lizenzieren.
Vollständige GD&T-Norm-Abdeckung. Geometric Dimensioning and Tolerancing nach ISO 1101 und ASME Y14.5, die PolyWorks Inspector implementiert die volle Normkette. True-Position, Rundheit, Geradheit, Parallelität, Rechtwinkligkeit, Freiformflächen-Vergleich, Toleranzkreise, alles in einer Plattform, die den Prüfbericht direkt mit Normbezug ausgeben kann. Das ist für Klassifikationsgesellschafts-Abnahmen unverzichtbar.
Makro-Programmierung als Produktivitätshebel. Einmal eine Prüfroutine für einen Sektionstyp konfiguriert, danach läuft sie automatisch. Punktwolke einlesen, Referenzebenen automatisch ausrichten, Toleranzvergleich fahren, Report ausgeben. Was vorher 2 Tage manueller Prüfaufwand war, läuft in 90 Minuten. Diese Reproduzierbarkeit reduziert auch die Personenabhängigkeit: Nicht mehr nur der erfahrenste Messtechniker kann die Prüfung durchführen.
Strukturierte Berichte für Klassifikationsgesellschaften. DNV GL, Bureau Veritas, Lloyd’s Register, alle haben spezifische Anforderungen an Prüfberichte. PolyWorks Inspector erstellt konfigurierbaren Bericht-Templates, die direkt für diese Anforderungen ausgelegt werden können. Das eliminiert separate Protokollierungsschritte und verringert das Fehlerrisiko bei der Dokumentation.
Integration in industrielle CAD-Landschaft. NX, CATIA, SolidWorks, Aveva Marine, PolyWorks Inspector liest und übergibt Daten in die gängigsten CAD-Umgebungen. Das ermöglicht nahtlose Workflows von der Konstruktion über die Fertigung bis zur Prüfung, ohne manuelle Export-Import-Schritte.
Schwächen ehrlich betrachtet
Komplexe Modulstruktur erhöht echte Kosten. Was nach einer einfachen Software aussieht, ist in der Praxis ein Bausatz aus Modulen: PolyWorks Inspect (Grundfunktionen), DataLoop (Datenmanagement und Datenbankanbindung), Modeler (Geometrieerstellung), Viewer (Berichtsanzeige ohne Lizenz). Wer alles braucht, zahlt deutlich mehr als die Grundlizenz. Die tatsächlichen Gesamtkosten sind erst nach einem detaillierten Gespräch mit dem Vertriebspartner klar.
3–5 Tage Schulung als Einstiegshürde. GD&T-Auswertung, Makro-Programmierung und Ausrichtungsstrategien sind nicht trivial. Ein neuer Messtechniker benötigt typischerweise 3–5 Tage strukturierter Schulung, bevor er eigenständig valide Ergebnisse produziert. Das macht Personalwechsel zu einer Kostenstelle.
Kein KI-gestütztes automatisches Kritikalitäts-Scoring. PolyWorks Inspector prüft Toleranzen und zeigt Abweichungen, aber ob eine Abweichung von 2,3 mm an Position X kritisch für den nächsten Fertigungsschritt ist oder tolerierbar liegt im Urteil des Messtechnikers. Eine KI, die Abweichungen automatisch nach Fertigungsrelevanz priorisiert, fehlt. Das ist für viele Anwendungen ausreichend, für hochautomatisierte Produktionslinien aber ein Engpass.
Keine Online-Buchung oder Trial-Version. Der gesamte Kaufprozess läuft über autorisierte Vertriebspartner. Wer das Tool evaluieren will, muss durch einen Demo-Prozess mit einem Händler, was Zeit kostet und Vertriebsgespräche erfordert. Für schnelle Evaluationsentscheidungen ist das ein Reibungspunkt.
Preisgestaltung undurchsichtig. Keine öffentliche Preisliste, kein Online-Konfigurator. Wettbewerbsangebote sind schwer zu bekommen, und die Verhandlungsposition des Käufers ist schwächer, wenn er die Marktpreise nicht kennt.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Kostenlose Punktwolken-Visualisierung und einfachen Soll-Ist-Vergleich brauchst | CloudCompare |
| Fotogrammetrie-basierte 3D-Modellierung für Außeneinsatz brauchst | Agisoft Metashape |
| 3D-Scanning im Dental- oder Reverse-Engineering-Bereich einsetzt | Artec 3D |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Geomagic Control X (direkte Konkurrenz, besonders stark bei CMM-Integration), VX Inspect (günstigere Alternative mit breiter Scanner-Unterstützung), FARO CAM2 (FARO-eigene Software, günstiger, aber auf FARO-Hardware optimiert), Metrologic Group PolyWorks Modeler (Komplementärprodukt für Rückwärts-Engineering). PolyWorks Inspector ist der Marktstandard im Schiffbau, für andere Branchen ist die Wahl zwischen PolyWorks und Geomagic Control X oft eine Frage persönlicher Präferenz und bestehender Partnerstrukturen.
So steigst du ein
Schritt 1: PolyWorks Inspector wird ausschließlich über autorisierte Messtechnik-Partner vertrieben, kein direkter Download. Kontaktiere einen autorisierten Händler (in Deutschland etwa Hexagon oder lokale Messtechnik-Integratoren) für eine Demo-Lizenz. Für die erste Evaluierung benötigst du: eine Punktwolke deiner häufigsten Sektionsgeometrie (FARO SCENE oder Leica Cyclone-Export im E57-Format) und das zugehörige CAD-Referenzmodell im STEP-Format.
Schritt 2: Soll-Ist-Vergleich konfigurieren: CAD-Referenz importieren, Punktwolke einlesen, Referenzflächen für die Ausrichtung definieren (z. B. Kielplattenebene + zwei Spantflächen). Toleranzwerte nach Schiffbaunorm eintragen. Report-Vorlage für den Klassifikator einrichten.
Schritt 3: Für wiederkehrende Sektionstypen Makro programmieren (PolyWorks-eigene Scriptsprache): Dann läuft die Prüfroutine vollautomatisch, Punktwolke einlesen, Ausrichten, Vergleichen, Report ausgeben. Einmalige Programmierzeit: 2–4 Stunden je Sektionstyp.
Ein konkretes Beispiel
Eine Werft in Norddeutschland mit jährlich 8–12 Neubauten richtete einen PolyWorks-Inspector-Arbeitsplatz für die Sektionsprüfung ein. Prüfroutine: 90 Minuten pro Sektion (Scan inklusive), statt vorher 2 Tagen manueller Messung. Der strukturierte Report wurde direkt an DNV GL weitergegeben, kein zusätzliches Aufmaßprotokoll nötig. Amortisation der Software-Lizenz (ca. 15.000 €/Jahr): nach 4 Sektionen mit vermiedener Dockkorrektur erreicht.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Lokal (Software läuft on-premises auf eigenen Servern der Werft oder des Fertigungsbetriebs). Keine Cloud-Abhängigkeit für den Kernbetrieb.
- Datenspeicherung: Prüfdaten, Punktwolken und CAD-Modelle verbleiben auf den lokalen Systemen des Kunden. InnovMetric hat keinen Zugriff auf Produktionsdaten.
- Lizenzvalidierung: Die Softwarelizenz wird online validiert, das erfordert gelegentliche Verbindung zu InnovMetric-Servern für Lizenz-Checks. Offline-Lizenzen sind auf Anfrage verfügbar.
- Personenbezogene Daten: Messtechnik-Software verarbeitet keine personenbezogenen Daten im DSGVO-Sinne. Prüfdaten sind technische Daten, keine Personendaten.
- Empfehlung: Für Werften mit sensiblen Konstruktionsdaten oder IP-Schutzanforderungen ist das lokale Hosting ein klarer Vorteil gegenüber Cloud-basierten Systemen. Lizenzvalidierungs-Server-Verbindungen im Firewalling-Konzept berücksichtigen.
Gut kombiniert mit
- Artec 3D, für mobile 3D-Scanner-Aufnahmen komplexer Freiformgeometrien. Artec-Scanner liefern hochauflösende Punktwolken, die PolyWorks Inspector dann für Soll-Ist-Vergleiche nutzt. Besonders sinnvoll für Reverse-Engineering von bestehenden Komponenten.
- Agisoft Metashape, für fotogrammetrische Datenerhebung im Außeneinsatz. Wenn kein Laserscanner zur Stelle ist, liefert Metashape aus Fotos eine auswertbare Punktwolke, die in PolyWorks Inspector weiterverarbeitet werden kann.
- CloudCompare, als kostenfreies Werkzeug für erste Plausibilitätschecks und Vorauswertungen. CloudCompare eignet sich für schnelle visuelle Kontrollen, PolyWorks Inspector für die normkonforme Auswertung und Dokumentation.
Unser Testurteil
PolyWorks Inspector verdient 4 von 5 Sternen. Es ist das etablierteste und funktional vollständigste 3D-Messtechnik-Auswertesystem im Schiffbau- und Aerospace-Segment. Hardwareunabhängigkeit, GD&T-Vollabdeckung und Makro-Automatisierung sind Kernstärken, die für Betriebe mit regelmäßiger Prüfaufgabe echte Produktivitätsgewinne bringen. Den fünften Stern verfehlt es durch komplexe Modulstruktur, die den tatsächlichen Investitionsbedarf verschleiert, fehlende KI-gestützte Kritikalitätsbewertung und einen undurchsichtigen Kaufprozess ohne öffentliche Preisliste. Für Werften und Fertigungsbetriebe mit eigenem Messtechnik-Team ist PolyWorks Inspector aber klare Empfehlung.
Was wir bemerkt haben
- 2022–2023, InnovMetric hat die DataLoop-Datenbank-Anbindung ausgebaut, die eine zentrale Verwaltung von Prüfdaten über mehrere Messtechnik-Arbeitsplätze hinweg ermöglicht. Das war ein wichtiger Schritt für Werften mit mehreren Messtechnikern.
- 2023–2024, Integration mit nativen CAD-Formaten von CATIA und NX wurde verbessert, was die Adoption in der Aerospace-Branche gefördert hat.
- 2024, Erste Ansätze automatischer Ausrichtungsalgorithmen auf Basis von KI wurden angekündigt. Vollständig implementiertes KI-Kritikalitäts-Scoring fehlt aber weiterhin.
- Mai 2026, Cloud-Hosting-Option weiterhin nicht verfügbar. Das ist für Werften, die keine eigene IT-Infrastruktur betreiben wollen, eine Lücke, aber auch ein Datenschutzvorteil für Betriebe mit sensiblen Konstruktionsdaten.
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