Alwan PrintStandardizer
Alwan Color Expertise
Alwan PrintStandardizer ist eine Automatisierungssoftware für Prozesskontrolle und ISO 12647-Compliance im Offsetdruck. Sie liest Messstreifen-Daten vom Druckbogen aus, berechnet Tonwertzunahme-Korrekturen und erstellt normkonforme Qualitätsberichte nach ISO 12647-2, ISO 15339 und G7, ohne manuellen Eingriff an der Maschine.
Kosten: Paketpreis je nach Konfiguration; das Vollpaket (Software + X-Rite Intellitrax Pressbogen-Spektralphotometer) ab ca. 36.000 £ / 39.000 €; ROI nach Herstellerangaben ca. 6 Monate; Modularer Einstieg ohne Hardware günstiger möglich
Kategorien
Stärken
- Automatische Kurvenkorrektur ohne manuellen Eingriff, Maschine hält sich selbst in der Toleranz
- Berichte nach ISO 12647-2, ISO 15339, G7 und ISO 20654 (Sonderfarben) direkt aus dem System exportierbar
- Integration mit X-Rite Intellitrax Pressbogen-Scanner für vollständigen Messbogen-Scan ohne manuelles Ablesen
- Dokumentierte Reduktion von Makulatur: von ca. 1.000 auf unter 100 Anlaufbogen pro Auftrag (−90 %)
- Echtzeitüberwachung der Prozessparameter während des Drucks, Abweichungen werden sofort gemeldet
- Breite RIP-Integration: Heidelberg Prinect, EFI Fiery XF, Kodak Harmony, Harlequin u. a.
Einschränkungen
- Voller Funktionsumfang erfordert Investition in Hardware (X-Rite Intellitrax oder vergleichbares Pressbogen-Spektralphotometer)
- Primär für Offset- und Bogendruck konzipiert, für Digitaldruck eingeschränkter Nutzen
- Englischsprachige Oberfläche, kein Deutsch verfügbar
- Hohe Einmalkosten für das Vollpaket; ROI-Rechnung setzt ausreichendes Druckvolumen voraus
- Konfiguration und Inbetriebnahme erfordern Fachwissen in Farbmanagement und ISO-Normen
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du betreibst Offsetdruck und musst PSO- oder G7-Zertifizierung sauber dokumentieren.
- Deine Makulatur-Kosten in der Anlaufphase sind so hoch, dass eine 70–90 %-Reduktion die Investition trägt.
- Du hast bereits X-Rite-Messtechnik im Haus und willst die Daten strukturiert auswerten statt händisch in Excel.
- Deine Markenkunden (Automotive, FMCG, Verlage) fordern regelmäßige Norm-Nachweise mit Audit-Tiefe.
Wann nein
- Du druckst überwiegend digital, der Funktionsumfang ist für Offset und Bogendruck optimiert.
- Dein Jahresvolumen reicht nicht aus, um die Investition im Hardware-Vollpaket über 2–3 Jahre zu amortisieren.
- Du erwartest deutschsprachige Software-Oberfläche oder Vor-Ort-Support in Deutsch.
- Du suchst ein reines Reporting-Tool ohne aktive Prozessregelung, günstigere QS-Software reicht dann aus.
Kurzfazit
Alwan PrintStandardizer ist im professionellen Offsetdruck ein etablierter Standard für automatisierte Prozesskontrolle und ISO-12647-Compliance, mit über zehn Jahren ISO- und G7-System-Zertifizierung im Rücken. Wer PSO-zertifiziert druckt und nennenswerte Auflagen fährt, bekommt mit Alwan ein Werkzeug, das Makulatur messbar senkt und Qualitätsnachweise auf Knopfdruck liefert. Schwächen: hohe Einstiegskosten im Vollpaket, englischsprachige Bedienung und ein Funktionsumfang, der erkennbar auf Offset zugeschnitten ist, Digitaldruck profitiert deutlich weniger. Vier Sterne als ehrliches Urteil für ein hochspezialisiertes B2B-Werkzeug, das in seiner Nische klar führt, aber für kleinere Druckereien wirtschaftlich schwer abbildbar ist.
Für wen ist Alwan PrintStandardizer?
PSO-zertifizierte Akzidenz- und Bogenoffset-Druckereien: Wer den Process-Standard-Offset nach ISO 12647-2 nicht nur einmal erreicht, sondern dauerhaft halten muss, gewinnt mit Alwan vor allem Reproduzierbarkeit und Audit-Sicherheit. Die jährliche PSO-Rezertifizierung wird vom Drei-Tage-Manuell-Projekt zum Knopfdruck.
Druckereien mit Markenkunden: Wer für Automotive-Marken, FMCG-Hersteller oder Großverlage produziert, kennt die Anforderung an normierte Farbnachweise mit dokumentierten Toleranzgrenzen. Alwan liefert das Reporting in einer Form, die Auditoren akzeptieren, ohne dass Qualitätsleiter Excel-Listen pflegen müssen.
Hochvolumen-Betriebe mit Vier- und Mehrfarben-Bogenoffset: Bei vier oder mehr Bogenoffset-Maschinen und intensivem Schichtbetrieb skaliert der Einsatz wirtschaftlich. Die Makulaturreduktion von rund 90 % in der Anlaufphase (laut Hersteller von 1.000 auf unter 100 Anlaufbogen) trägt die Software dann auch finanziell.
Verpackungs- und Etikettendruckereien: Mehrprozess- und Multicolor-Umgebungen (HiFi/ECG-Separation, Sonderfarben) profitieren besonders, weil hier konsistente Farbe über mehrere Maschinen hinweg ein zentraler Verkaufsargument ist. Alwan unterstützt Spot-Colors und 7-Farb-Separation nativ.
Weniger geeignet für: Reine Digital-Druckereien (Funktionsumfang nicht ausgeschöpft), Kleinbetriebe mit unter 1 Mio. EUR Druckvolumen pro Jahr (Amortisierung schwierig), und Druckereien, die nur unregelmäßig normierte Nachweise brauchen, dafür gibt es schlankere QS-Tools.
Preise im Detail
| Paket | Preis (€/£) | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Software-only Einstieg | individuelles Angebot, deutlich unter Vollpaket | Alwan PrintStandardizer Software + Integration in vorhandene Messtechnik |
| Standard-Bundle | je nach Konfiguration | Software + ausgewählte Modul-Kombination (Hydra Profiling, Multicolor) |
| Vollpaket mit Intellitrax | ab ca. 39.000 € / 36.000 £ | Software + X-Rite Intellitrax Pressbogen-Spektralphotometer + Inbetriebnahme |
| Wartung & Updates | jährliche Wartungsgebühr | Updates, Support, neue Norm-Profile (ISO-Revisionen) |
| Schulung & Zertifizierung | optional, projektabhängig | G7 Master Qualification, PSO-Vorbereitung, Anwender-Schulung |
Einordnung: Die offen kommunizierten 39.000 € sind das Spitzen-Investment für das Hardware-Vollpaket, das ist eine Kategorie, die Schreibtisch-Software hinter sich lässt und in Richtung Produktionsanlagen-Invest geht. Die Software-only-Variante ist deutlich günstiger, setzt aber kompatible Messtechnik im Haus voraus. Realistische Gesamtkosten im ersten Jahr (Vollpaket + Inbetriebnahme + Schulung): 45.000–55.000 €. Der Hersteller wirbt mit einem ROI in ca. sechs Monaten, das gilt aber nur für Betriebe mit hohem Druckvolumen, bei denen die Makulaturreduktion in absoluten Zahlen ins Gewicht fällt. Bei einer Druckerei mit 500 Aufträgen im Jahr und durchschnittlich 900 Anlaufbogen Einsparung pro Auftrag à 1 € Materialwert sind das 450.000 € Einsparung pro Jahr, bei kleineren Betrieben sieht die Rechnung schnell anders aus.
Stärken im Detail
Automatische Kurvenkorrektur ohne Maschinenführer-Eingriff. Das ist der zentrale Mehrwert: Alwan misst nach jedem Anlaufbogen, berechnet die Tonwertzunahme-Abweichung zur ISO-Kurve und schickt die Korrekturkurve direkt an den RIP zurück. Die Maschine zieht sich selbst zurück in die Toleranz, ohne dass der Drucker manuell Kurven editiert oder Belichtungswerte schiebt. Das spart sowohl Zeit als auch Makulatur.
Normierte Reports auf Knopfdruck. Berichte nach ISO 12647-2, ISO 15339 und G7 lassen sich direkt aus der Software exportieren, als PDF mit allen relevanten Messpunkten, Toleranzgrenzen und Bewertungen. Vor einer PSO-Audit wird aus Tagen manueller Vorbereitung ein Vorgang von Stunden. Für Markenkunden, die regelmäßige Qualitäts-Reports erwarten, ist das ein direkter Service-Vorteil.
Intellitrax-Integration für vollautomatisches Messen. In Kombination mit dem X-Rite Intellitrax-Pressbogen-Scanner liest das System komplette Messstreifen automatisch ein, kein manuelles Ablesen mit Hand-Spektralphotometer mehr. Bei einem 70er-Bogen mit 50 Messfeldern dauert das wenige Sekunden, die Daten landen direkt im Alwan-Server.
Dokumentierte Makulaturreduktion von 90 %. Alwan nennt einen Referenzfall, bei dem die Anlaufbogen pro Auftrag von rund 1.000 auf unter 100 fielen. Das ist ein dramatischer Wert, der nicht für jeden Betrieb realistisch ist, aber selbst eine konservativere 50–70 %-Einsparung rechtfertigt bei hohem Auftragsvolumen den Software-Einsatz. Wichtig: Diese Werte gelten für die Anlaufphase, nicht für die Auflage selbst.
Echtzeit-Prozessüberwachung. Während des Drucks meldet das System Abweichungen sofort, Maschinenführer sehen am Bildschirm, ob die letzten Messungen noch innerhalb der Toleranz liegen oder ob ein Eingriff nötig ist. Das verhindert, dass eine 50.000er-Auflage zur Hälfte fehlerhaft produziert wird, bevor die Stichprobe einen Drift erkennt.
Breite RIP-Integration. Heidelberg Prinect, EFI Fiery XF, Kodak Harmony, Harlequin, die wichtigsten Druckvorstufen-RIPs sind unterstützt. Wer eine etablierte Toolchain hat, muss sie für Alwan nicht aufbrechen. Auch Alwans eigene Software (ColorHub, LinkProfiler) ist nativ integriert.
Branchen-Etabliertheit und Zertifizierungstiefe. Alwan hat als erstes Prozesskontroll-System ISO- und G7-System-Zertifizierung erhalten, vor mehr als zehn Jahren. Diese Tiefe in der Norm-Welt ist im Druck-Markt selten und schafft Vertrauen sowohl bei Auditoren als auch bei Markenkunden.
Schwächen ehrlich betrachtet
Hardware-Vollpaket ist eine Kapitalentscheidung. 39.000 € plus Inbetriebnahme, plus Schulung, plus jährliche Wartung, das ist für mittelständische Druckereien keine Software-Anschaffung mehr, sondern eine Investitions-Entscheidung mit Vorstandsbeteiligung. Wer die Hardware nicht braucht (weil bereits Pressbogen-Scanner vorhanden), kann den Einstieg deutlich günstiger machen, aber der Vollnutzen kommt erst mit der Messautomatisierung.
Englischsprachige Software-Oberfläche. Bedienoberfläche, Hilfetexte und Schulungsmaterial sind Englisch. Für deutsche Druckereien mit gemischter Belegschaft (Maschinenführer aus dem nicht-akademischen Bereich) kann das eine echte Hürde sein, Schulungsaufwand und Bedienfehler steigen messbar.
Kein deutscher Vor-Ort-Support. Alwan ist französisch und betreibt Support primär aus Frankreich und Großbritannien. Vertriebspartner in Deutschland existieren, aber die Kette von Eskalations-Support führt am Ende ins Mutterhaus. Für zeitkritische Produktion (Sonn- und Feiertage, Nachtschicht) ist das spürbar.
Konfiguration ist Fachprojekt, nicht Plug-and-Play. Der Aufbau saubere Kurven-Profile, die Definition der Toleranz-Welten pro Substrat und die Integration mit der vorhandenen Druckvorstufe sind ein Beratungs-Projekt von mehreren Wochen. Wer das ohne externe Begleitung versucht, riskiert eine fehlerhafte Erstkalibrierung, und damit Reports, die zwar normiert aussehen, aber inhaltlich nicht stimmen.
Digitaldruck nur als Nebenanwendung. Alwan ist klar ein Offset-Werkzeug. Für Digitaldruck-Maschinen (Indigo, iGen, Inkjet-Web) gibt es Funktionalität, aber sie ist nicht der Fokus, und Wettbewerber (z. B. ColorGATE, Esko-Tools) sind dort oft schlanker. Wer ein gemischtes Maschinenpark hat, sollte ehrlich gewichten, ob Alwan die richtige Hauptlösung ist.
ROI-Versprechen ist Best-Case-Szenario. Die „6 Monate ROI”-Aussage des Herstellers basiert auf optimistischen Annahmen: hohes Druckvolumen, viele Aufträge pro Tag, hoher Materialwert pro Anlaufbogen. Realistisch ist für mittlere Druckereien eher 18–36 Monate Amortisierung, das sollte vor der Anschaffung sauber gegen das eigene Volumen gerechnet werden.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Eine günstigere Reporting-Lösung ohne automatische Prozessregelung brauchst | Heidelberg Prinect Color Toolbox (im Heidelberg-Ökosystem), ohne Tool-Seite |
| Schwerpunkt Digitaldruck und Wide-Format hast | ColorGATE Production Server, ohne Tool-Seite |
| Eine reine Mess- und Software-Lösung ohne Pressbogen-Scanner suchst | X-Rite ColorCert Suite, ohne Tool-Seite |
| Open-Source-Farbmanagement evaluieren willst | Argyll CMS (Kommandozeile, hoher Eigenaufwand), ohne Tool-Seite |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: GMG ColorServer (deutscher Anbieter aus Tübingen, Schwerpunkt Farbkonvertierung und Profile, im EU-Markt etabliert), Esko Equinox (für Verpackungs-Workflows mit Multicolor) und Heidelberg Prinect Image Control (für Heidelberg-Druckmaschinen integriert). Im PSO-zertifizierungsstarken deutschsprachigen Druckmarkt ist GMG der direkteste Wettbewerber, wer deutschsprachigen Support und EU-nahe Beziehungen priorisiert, sollte den Vergleich Alwan vs. GMG explizit machen.
So steigst du ein
Schritt 1: Bestandsaufnahme der Messtechnik und Toolchain. Welche Spektralphotometer sind im Einsatz? X-Rite-Geräte (eXact, SpectroDens, Intellitrax) lassen sich direkt integrieren. Für andere Hersteller gibt es Import-Schnittstellen, prüfe die Kompatibilität vor der Anschaffung. Gleichzeitig: Welcher RIP fährt die Druckvorstufe (Heidelberg Prinect, EFI Fiery, Kodak)? Daraus ergibt sich, wie tief die Integration gehen kann.
Schritt 2: Zielstandards und Substrate definieren. ISO 12647-2 für europäischen Offsetdruck, G7 für US-Kunden oder ISO 15339 für Mehrprozess-Umgebungen. Die Software unterstützt alle drei, die richtige Konfiguration bestimmt, welche Toleranzgrenzen gelten. Gleichzeitig: Welche Bedruckstoffe (gestrichen, ungestrichen, Verpackung) brauchen eigene Kurven-Profile? Plane realistisch zwei bis vier Erst-Profile pro Standard.
Schritt 3: Pilotbetrieb mit definierter Maschinengruppe. Erste drei bis fünf Wochen mit einer ausgewählten Druckmaschine Messdaten sammeln, Kurven validieren, Reporting-Vorlage für PSO-Nachweise konfigurieren. Erst dann auf weitere Maschinen ausrollen. Plane für die Inbetriebnahme externe Beratung ein (Alwan-Partner oder unabhängige Druck-Berater), der Selbst-Setup-Pfad führt häufig zu Erstkalibrierungen, die später nachjustiert werden müssen.
Ein konkretes Beispiel
Eine mittelständische Akzidenzdruckerei in Augsburg mit vier Bogenoffset-Maschinen, 35 Mitarbeitenden und PSO-Zertifizierung führt Alwan PrintStandardizer ein. Vorher: Maschinenführer messen stichprobenartig mit Hand-Spektralphotometer, dokumentieren händisch in Excel, Qualitätsleiter erstellt vor jedem Audit manuell den Nachweis (ca. 2–3 Tage Aufwand). Nachher: System misst automatisch nach definierten Intervallen, korrigiert Kurven selbstständig, erstellt normierten PDF-Bericht auf Knopfdruck. Makulatur in der Anlaufphase sinkt um ca. 70 % gegenüber Vorjahr, bei 800 Aufträgen pro Jahr und durchschnittlich 600 Anlaufbogen Einsparung à 0,80 € Materialwert entspricht das rund 384.000 € Einsparung jährlich. PSO-Rezertifizierung läuft ohne externe Beraterunterstützung durch. Amortisierung des 48.000-€-Vollpakets: deutlich unter einem Jahr. Wichtig: Die Erstkalibrierung war mit acht Wochen Projekt-Begleitung durch einen Alwan-Partner deutlich aufwändiger als die Hersteller-Marketing-Materialien suggerieren.
DSGVO & Datenschutz
- Datenkategorie: Produktionsdaten (Messwerte, Maschinendaten, Druckparameter) sind keine personenbezogenen Daten, DSGVO-Relevanz im Kernbetrieb typischerweise gering.
- Anbieter und Sitz: Alwan Color Expertise ist ein französisches Unternehmen mit Hauptsitz in Frankreich (EU-Mitgliedstaat).
- Hosting-Modell: Die Software läuft typischerweise lokal auf einem Druckerei-Server im internen Netzwerk, keine Cloud-Pflicht. Damit verbleiben Produktionsdaten im Haus.
- Optionale Cloud-Anbindung: Für Reporting-Portale oder Multi-Standort-Konsolidierung gibt es Cloud-Optionen. Hosting in der EU (Frankreich), vertraglich vor der Einrichtung bestätigen lassen.
- AVV: Für Cloud-Nutzung oder Service-Verträge sollte ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO eingefordert werden, bei reinem On-Premise-Betrieb meist nicht erforderlich.
- Begleitdokumente und Kundendaten: Die eigentlichen DSGVO-Fragen entstehen erst, wenn Begleitdokumente (Auftragsdaten, Kundenkontakte) ins System einfließen. Sauberer Umgang: nur anonyme Auftragsnummern in Alwan-Reports verwenden, Kundendaten in ERP/MIS halten.
Gut kombiniert mit
- Heidelberg Prinect oder EFI Fiery XF (RIP), der Druckvorstufen-Workflow liefert die Daten, die Alwan auswertet und korrigiert. Eine saubere RIP-Integration ist Voraussetzung für die automatische Kurvenrückführung.
- X-Rite Intellitrax oder eXact (Messtechnik), Alwan ist nur so gut wie die Messdaten, die es bekommt. Pressbogen-Scanner liefern den vollständigen Messbogen ohne manuellen Aufwand; Hand-Spektralphotometer sind die günstige Variante mit höherem Bediener-Aufwand.
oder , für die Erstellung deutschsprachiger Bedienanleitungen, Schulungs-Material und interner Dokumentation auf Basis der englischen Alwan-Manuals. Spart spürbar Zeit beim Onboarding deutschsprachiger Maschinenführer.
Unser Testurteil
Vier von fünf Sternen. Alwan PrintStandardizer ist in seiner Nische, automatisierte Prozesskontrolle und ISO-12647-Compliance im Offsetdruck, eines der ausgereiftesten Werkzeuge am Markt. Die Tiefe der Norm-Integration, die breite RIP-Unterstützung und die dokumentierten Makulatur-Einsparungen sind real und in der Branche anerkannt. Was den fünften Stern kostet, sind die Friktionspunkte für den deutschen Markt: keine deutsche Bedienoberfläche, kein deutscher Vor-Ort-Support, und eine Preisstruktur, die kleinere Druckereien faktisch ausschließt. Im hochvolumigen B2B-Druck ist Alwan eine ernsthafte Empfehlung, für mittelständische Betriebe lohnt sich der explizite Vergleich mit dem deutschen Wettbewerber GMG, der sprachlich näher und im EU-Markt vergleichbar etabliert ist. Wer einmal die richtige Größenordnung gefunden hat, bekommt mit Alwan ein Werkzeug, das ROI nicht nur verspricht, sondern in messbaren Materialeinsparungen liefert.
Was wir bemerkt haben
- Mai 2026, Alwan kommuniziert Preise nicht öffentlich auf der Website, sondern ausschließlich über Vertriebsanfragen. Die in der Branche zirkulierende Größenordnung von ca. 39.000 € für das Vollpaket basiert auf Reseller-Quellen und kann je nach Konfiguration variieren, Käufer sollten mehrere Angebote einholen.
- 2024, Die G7-System-Zertifizierung wurde von der Idealliance erneut bestätigt. Alwan war 2009 das erste System mit dieser Zertifizierung und hat sie seither durchgehend gehalten, ein in der Druckbranche unüblicher Kontinuitätsnachweis.
- Laufend, Im deutschsprachigen Markt verliert Alwan tendenziell Boden an GMG (deutscher Wettbewerber aus Tübingen). Grund ist weniger die Technik als Sprache, Support-Nähe und etablierte Schulungs-Strukturen über deutsche Druck-Verbände. Wer Norm-Tiefe und internationale Markenkunden-Anforderungen priorisiert, bleibt aber bei Alwan oft die fachlich erste Wahl.
- Hinweis zur ROI-Kommunikation, Die Hersteller-Aussage „ROI in 6 Monaten” gilt für Best-Case-Szenarien mit hohem Druckvolumen. Realistisch ist für mittlere Druckereien eher 18–36 Monate. Diese Diskrepanz ist branchentypisch und sollte vor jeder Anschaffungsentscheidung mit eigenen Zahlen gegengerechnet werden.
Quellen
- Alwan – PrintStandardizer Produktseite. https://alwancolor.com/software/alwan-print-standardizer/ (abgerufen am 2026-06-13). Automatische Kurven- und Graubalance-Korrektur, Standards ISO 12647 / G7 / ISO 15339 / ISO 20654, 20+ RIP-Integrationen (Heidelberg Prinect, EFI Fiery XF, Harlequin, Kodak Harmony, ONYX, Screen Trueflow), Makulaturreduktion von ca. 1.000 auf unter 100 Anlaufbogen (−90 %).
- Alwan Color Expertise – Startseite. https://alwancolor.com/ (abgerufen am 2026-06-13). On-Premise-Software mit Dongle-Lizenzierung, optionale Cloud-Plattform ColorCloud, Preise nur auf Anfrage (Quote/Trial), keine öffentlichen Listenpreise.
Diesen Inhalt teilen:
Empfohlen in 1 Use Cases
Druckerei & Medienservice
Empfohlen für diese Branchen
Arthur Atlas
KI-Analyst
So entsteht diese Bewertung
Diese Seite bewerten wir redaktionell, mit kräftiger Unterstützung von Arthur Atlas, unserem KI-Analysten. Er prüft Bewertungen nach und markiert veraltete Angaben, sobald sich der Markt dreht. Unsere Angaben stammen überwiegend aus öffentlich zugänglichen Quellen wie Anbieter-Website, Doku und Preislisten. Preise und Funktionen können sich ändern.
Hinweis: Diese Angaben können veraltet oder fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel immer direkt auf der Website des Anbieters.
Preise geändert, Feature veraltet oder etwas fehlt?
Wir freuen uns über Hinweise und Ergänzungen.
Du arbeitest bei Alwan Color Expertise?
Gib uns einen Testzugang, dann schauen wir tiefer rein und ergänzen die Bewertung aus erster Hand.
Nicht sicher, ob Alwan PrintStandardizer zu euch passt?
Wir helfen bei der Tool-Auswahl und begleiten die Einführung in euren Arbeitsalltag, unverbindlich und kostenlos im Erstgespräch.
KI-Tools und Trends
KI-Wochenbriefing: jeden Freitag KI-News, Praxistipps und Tools
Kostenlos abonnieren, jederzeit abmeldbar, kein Spam.