monday.com
monday.com Ltd.
Visuelles Projektmanagement-Tool mit flexiblen Boards, No-Code-Automatisierungen und einer wachsenden AI-Schicht (AI Columns, AI Blocks in Automatisierungen, monday Sidekick, AI Agents). Stark für nicht-technische Teams in Marketing, Operations, CRM und Service — weniger geeignet für Softwareentwickler oder Teams, die nur klassische Aufgabenverwaltung brauchen.
Kosten: Free 0 € (bis 2 Nutzer), Basic 9 €/Nutzer/Monat, Standard 12 €, Pro 19 €, Enterprise auf Anfrage. monday CRM separat: ab 12 € (Basic) bis 28 € (Pro). Alle Preise jährlich abgerechnet
Stärken
- Sehr flexible, anpassbare Boards mit 30+ Spaltentypen und mehreren Ansichten (Gantt, Kanban, Kalender, Workload)
- monday AI direkt in Boards integriert: AI Column klassifiziert, extrahiert und fasst zusammen, AI Blocks in Automatisierungen, AI-generierte Formelspalten
- Vier abgestimmte Produkte (Work Management, CRM, Dev, Service) mit gemeinsamer Datenbasis
- EU-Datenresidenz über das deutsche Rechenzentrum verfügbar — DSGVO-freundlich
- Über 200 Integrationen (Slack, Salesforce, Microsoft Teams, GitHub, Google Workspace)
- Deutschsprachige Oberfläche und Support
Einschränkungen
- Pro-Tier-AI-Features (Sidekick Plus, größere Credit-Kontingente) sind teuer und nur bei jährlicher Vorauszahlung wirtschaftlich
- Kosten skalieren rein über Nutzer-Lizenzen — wer viele Beobachter braucht, zahlt am Ende deutlich mehr als bei flacheren Modellen
- AI-Verarbeitung läuft über externe Modelle (Anthropic, OpenAI) und damit nicht ausschließlich in der EU
- Standard-Plan ist mit 250 Automatisierungs-Aktionen pro Monat schnell erschöpft
- Kann bei vielen Boards und Projekten unübersichtlich werden — Governance ist Pflicht
- Tiefes Ressourcenmanagement und Portfolio-Funktionen erst im Enterprise-Plan
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Dein Team ist nicht-technisch und braucht ein flexibles, visuelles Board-System
- Du willst Workflows ohne Programmierung automatisieren — inklusive AI-Blocks für Klassifikation und Textgenerierung
- Ihr verwaltet viele parallele Projekte und braucht übergreifende Portfolio-Dashboards
- Du willst EU-Datenresidenz und ein DSGVO-konformes SaaS-Tool
Wann nein
- Dein Team ist ein Entwicklungsteam mit Sprint-Planung und Story-Points (nimm Jira)
- Du brauchst tiefe AI-Integration in vorhandene Office-Workflows (Microsoft 365 Copilot ist näher dran)
- Du suchst primär ein Dokumentations- oder Wissensmanagementsystem (Notion, Confluence)
- Einfache persönliche Aufgabenverwaltung — die Kosten und Komplexität lohnen sich nicht
Kurzfazit
monday.com ist das stärkste visuelle Projektmanagement-Tool für nicht-technische Teams — und seit den AI-Erweiterungen ab 2024 kein reines Boards-Werkzeug mehr, sondern eine Plattform mit ernstzunehmender KI-Schicht. AI Columns klassifizieren und extrahieren, AI Blocks laufen in Automatisierungen, monday Sidekick fasst Boards und Meetings zusammen. Wer flexible Boards, No-Code-Automatisierungen und ein ansprechendes Interface will, bekommt hier das Beste auf dem Markt. Schwächen: Die Kosten skalieren nur über Nutzerlizenzen, AI-Verarbeitung läuft über externe US-Modelle, und für Entwicklungsteams mit Sprint-Workflows ist Jira weiterhin die bessere Wahl.
Für wen ist monday.com?
Marketing- und Content-Teams: monday.com wurde für genau diesen Use Case gebaut. Kampagnen-Boards mit Status, Verantwortlichen und Freigabe-Workflow, Content-Kalender mit Kalenderansicht, automatische Benachrichtigungen an Stakeholder — alles ohne eine Zeile Code. Mit AI Columns lassen sich eingehende Briefings automatisch nach Kanal, Zielgruppe oder Priorität klassifizieren. Agenturen, die gleichzeitig Projekte für mehrere Kunden verwalten, profitieren besonders vom Portfolio-Dashboard.
Operations und Prozessmanagement: Wer interne Prozesse strukturieren will — Onboarding-Workflows, Lieferketten-Tracking, IT-Ticket-Management — findet einen der flexibelsten No-Code-Builder. Felder, Ansichten und Automatisierungen lassen sich frei kombinieren. Über AI Blocks kann eine Automatisierung jetzt auch unstrukturierten Input (lange E-Mails, freie Beschreibungen) zusammenfassen oder kategorisieren — das spart manuelle Triage-Schritte.
Vertriebsteams (über monday CRM): monday CRM ist als eigenes Produkt verfügbar und bringt eine spezialisierte Sicht auf Leads, Deals und Pipelines. Die AI-Funktionen helfen beim Lead-Scoring, generieren E-Mail-Entwürfe und erstellen Deal-Insights. Für Teams, die kein vollwertiges Salesforce brauchen, aber mehr als ein einfaches Spreadsheet wollen, ist das ein sinnvoller Mittelweg.
Nicht-technische Projektmanager: Die Lernkurve ist flacher als bei den meisten ernstzunehmenden PM-Tools. Visuelle Boards sind intuitiv, Vorlagen machen den Einstieg schnell, und der monday Sidekick erklärt Zusammenhänge im Klartext und schlägt nächste Schritte vor.
Mittelständische Unternehmen (50–500 Mitarbeitende): monday.com skaliert gut in dieser Größe. Abteilungsübergreifende Dashboards, Gastzugänge für Kunden und SSO-Integration sind ab Pro oder Enterprise verfügbar. Das EU-Rechenzentrum macht die Nutzung für deutsche Kunden DSGVO-konform.
Weniger geeignet für: Entwicklungsteams mit Scrum/Kanban-Fokus (Jira ist hier besser), Solo-Nutzer und Zweier-Teams (der Free-Plan reicht nur zum Testen, alles darüber lohnt sich erst ab kleinen Teams), und Unternehmen, die hauptsächlich Dokumentation und Wissensmanagement brauchen (Confluence oder Notion AI sind dort stärker).
Preise im Detail
Work Management (das klassische monday-Produkt):
| Plan | Preis (jährlich) | AI-Credits/Monat | Was du bekommst |
|---|---|---|---|
| Free | 0 € | — | bis zu 2 Nutzer, 3 Boards, 3 Docs, 200+ Vorlagen, iOS/Android-App |
| Basic | 9 €/Nutzer/Monat | 1.000 | Unbegrenzte Items, 5 GB Speicher, unbegrenzte kostenlose Betrachter |
| Standard | 12 €/Nutzer/Monat | 2.000 | Timeline & Gantt, Kalenderansicht, Gastzugänge, 250 Automatisierungs-Aktionen/Monat, AI Sidekick (lite) |
| Pro | 19 €/Nutzer/Monat | 3.000 | Private Boards, Zeiterfassung, Formelspalten, 25.000 Aktionen/Monat, Dashboard für 20 Boards |
| Enterprise | Auf Anfrage | 20.000 | Portfolio-Management, Ressourcenmanagement, 250.000 Aktionen/Monat, Enterprise AI, SSO, 24/7-Support |
monday CRM (separates Produkt für Vertriebsteams):
| Plan | Preis (jährlich) | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Basic CRM | 12 €/Nutzer/Monat | Unbegrenzte Pipelines, Kontakte, anpassbare Lead-Erfassung |
| Standard CRM | 17 €/Nutzer/Monat | Erweiterte Konto-, Kontakt- und Deal-Verwaltung, 2-Wege-E-Mail-Integration |
| Pro CRM | 28 €/Nutzer/Monat | E-Mail-Templates, Massensendungen, Sales-Forecasting, Google Calendar Sync |
| Ultimate CRM | Auf Anfrage | HIPAA-Compliance, AI Sidekick (plus), erweiterte Sicherheit |
Alle Preise gelten bei jährlicher Abrechnung; monatliche Abrechnung kostet ca. 18 % mehr.
Einordnung: Der Free-Plan ist als ernsthafter Arbeitsplan kaum brauchbar — 2 Nutzer und 3 Boards reichen nur zum Testen. Standard (12 €) ist der erste echte Einstieg: Mit Gantt-Ansicht, Gastzugängen und AI Sidekick (lite) taugt er für echte Projekte. Pro ist der Sweetspot für Teams, die Automatisierungen und AI Blocks intensiv nutzen wollen — die 25.000 Aktionen/Monat sind großzügig dimensioniert. Wichtig zu wissen: Das AI-Credit-System wurde 2025 eingeführt — frühere Pläne bekamen “AI-Funktionen” pauschal, heute zählen Klassifikationen, Generierungen und Sidekick-Aktionen gegen ein Monatskontingent. Für Teams mit hoher AI-Nutzung lohnt sich Pro deutlich mehr als Basic. Das CRM-Produkt ist separat zu lizenzieren — wer beides braucht, kombiniert die Pläne und zahlt entsprechend.
Stärken im Detail
Boards sind das mächtigste visuelle Werkzeug im Markt. Mit über 30 Spaltentypen (Status, Datum, Person, Formel, Verknüpfung zu anderen Boards, Bewertung u. v. m.) und Ansichten wie Kanban, Gantt, Kalender, Karte und Workload lässt sich fast jeder Workflow abbilden. Was andere Tools in starren Strukturen vorgeben, baut man bei monday.com frei — das ist gleichzeitig Stärke und Herausforderung.
monday AI ist mehr als ein Chatbot, sondern direkt in Workflows verdrahtet. Die AI Column klassifiziert eingehende Items (z. B. Support-Tickets nach Dringlichkeit), extrahiert Daten aus Texten (Kundennamen, Beträge, Stichworte), fasst lange Beschreibungen zusammen oder generiert neue Texte basierend auf anderen Spalten. Der AI Block in Automatisierungen macht das gleiche reaktiv: Sobald ein neues Item entsteht, kann eine Automatisierung den Beschreibungstext durch ein KI-Modell schicken und das Ergebnis in eine Spalte schreiben. Dazu kommen AI-generierte Formelspalten (Formel auf Knopfdruck aus natürlicher Sprache), der monday Sidekick (KI-Assistent für Zusammenfassungen und Workflow-Vorschläge), der AI Meeting Notetaker sowie das neuere AI Agents/Autopilot-Konzept, mit dem Agenten kleinere Recherche- und Datenpflegeaufgaben eigenständig übernehmen.
Vier abgestimmte Produkte aus einer Plattform. monday hat sich vom Boards-Tool zur Suite entwickelt: monday Work Management (das klassische PM-Produkt), monday CRM (Vertrieb), monday Dev (Sprint- und Roadmap-Management für Entwicklungsteams) und monday Service (Service-Desk und Ticketing). Die Produkte teilen sich Daten und Boards, lassen sich aber separat lizenzieren. Für Unternehmen, die mehrere Bereiche abdecken wollen, ist das durchgängige Modell ein echter Vorteil gegenüber dem Mix aus mehreren spezialisierten Tools.
No-Code-Automatisierungen sparen echte Arbeitszeit. Die Automatisierungsregeln folgen dem Prinzip „Wenn X, dann Y”: „Wenn Status auf ‘Abgeschlossen’ gesetzt wird, benachrichtige den Projektleiter und archiviere das Item.” Fertige Vorlagen für häufige Szenarien gibt es hunderte — wer will, baut eigene Kombinationen. Mit AI Blocks lassen sich auch unstrukturierte Eingaben verarbeiten, was den Anwendungsbereich deutlich erweitert.
EU-Rechenzentrum in Deutschland. Anders als viele US-SaaS-Tools bietet monday.com tatsächlich ein deutsches Rechenzentrum als Hosting-Option. Für Unternehmen, die DSGVO-konforme Datenresidenz brauchen, ist das ein konkreter Vorteil gegenüber Tools mit ausschließlich US-Hosting. Wichtig: Die AI-Funktionen rufen externe Modelle (vorrangig OpenAI und Anthropic) auf — das Boards-Daten liegen in der EU, die AI-Verarbeitung selbst kann je nach Modell auch außerhalb stattfinden.
Über 200 Integrationen ohne Zusatzkosten. Slack, Microsoft Teams, Salesforce, HubSpot, GitHub, Google Workspace, Zoom — die meisten gängigen Business-Tools sind direkt integriert. Für tiefere Automatisierungen zwischen verschiedenen Systemen lässt sich monday.com über make.com oder Zapier noch weiter verbinden.
Schwächen ehrlich betrachtet
Die Kosten skalieren rein über Nutzerlizenzen. Jeder, der aktiv mitarbeitet, braucht eine bezahlte Lizenz. Bei einem 30-Personen-Team auf Pro sind das 570 €/Monat — und wer auf Enterprise muss (für Ressourcenmanagement, SSO, höhere AI-Kontingente), zahlt schnell vierstellig. Tools wie Notion AI bieten flachere Lizenzmodelle, ClickUp einen großzügigeren Free-Tier. Wer rein die AI-Sidekick-Funktion will, bezahlt indirekt für die ganze Plattform mit.
AI-Credits sind eine künstliche Verknappung. Das 2025 eingeführte Credit-System macht AI-Nutzung kalkulierbar, aber auch begrenzt. Auf Standard reichen 2.000 Credits/Monat für ein 10er-Team mit moderater Nutzung — wer AI Blocks intensiv in Automatisierungen einsetzt, ist schnell aufgebraucht und muss auf Pro upgraden. Es ist eine bekannte SaaS-Praxis, fühlt sich aber wie ein zusätzlicher Hebel zum Upsell an.
AI-Verarbeitung läuft nicht in der EU. Die Boards-Daten können in Deutschland liegen, die AI-Funktionen rufen jedoch externe Foundation-Models auf (OpenAI, Anthropic, möglicherweise weitere). Die Eingaben verlassen damit die EU-Region — für Branchen mit besonders strengem Datenschutz (Recht, Medizin, Finanzen, Behörden) ein wichtiges Detail, das in der DSFA berücksichtigt werden muss. monday gibt an, dass AI-Eingaben nicht für Modelltraining verwendet werden, aber die rechtliche Bewertung der Drittland-Übermittlung bleibt bestehen.
Automatisierungen auf Standard sind zu schnell erschöpft. 250 Aktionen pro Monat klingt nach viel, ist aber bei einem Team mit 10 Personen und mehreren aktiven Projekten schnell aufgebraucht. Wer Automatisierungen ernsthaft nutzen will, muss auf Pro upgraden — dort gibt es 25.000 Aktionen. Das fühlt sich nach einer künstlichen Grenze an, die zum Upsell zwingt.
Unstrukturierte Boards werden schnell zur Dauerbaustelle. monday.com gibt einem sehr viel Freiheit — vielleicht zu viel. Teams ohne klare Governance-Regeln enden schnell mit 50 Boards, die alle leicht unterschiedlich strukturiert sind. Ohne jemanden, der die Struktur pflegt, verliert monday.com seinen Wert schnell. Das Tool erfordert mehr Disziplin als Jira oder Asana.
Echtes Ressourcenmanagement ist Enterprise-only. Workload-Ansicht und Portfolio-Management für mehrere Projekte gleichzeitig sind nur im Enterprise-Plan verfügbar. Wer Kapazitätsplanung über Teams hinweg braucht, wird auf Pro enttäuscht sein oder muss für Enterprise bezahlen.
Kein nativer Sprint-Workflow für Entwicklungsteams. Auch monday Dev als spezialisiertes Produkt erreicht nicht die Tiefe, die Jira für agile Teams bietet. Story-Points und Velocity lassen sich abbilden, aber das gewachsene Ökosystem rund um Jira (Plugins, Marketplace, Atlassian-Integration) fehlt. Entwicklungsteams, die voll auf Scrum setzen, sind bei Jira deutlich besser aufgehoben.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Ein Entwicklungsteam mit Sprints und Story-Points führst | Jira |
| Dokumentation, Wikis und Aufgaben in einem Tool willst | Notion AI |
| Klassische Gantt-Charts und tiefe Projektplanung brauchst | MS Project |
| Tiefe Office-Integration und KI in Outlook/Teams willst | Microsoft 365 Copilot |
| Klassische Wissensbasis und Jira-Ergänzung brauchst | Confluence |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Asana (flachere Lizenzkosten, weniger AI-Tiefe), ClickUp (Funktionsumfang vergleichbar, günstiger, aber bekannter für Performance-Probleme bei großen Workspaces) und Smartsheet (Excel-nahes Modell für klassische PMOs). monday.com ist die beste Wahl, wenn visuelles Arbeiten, flexible Anpassung, AI-getriebene Automatisierungen und die Suite aus Work, CRM, Dev und Service zusammen einen Mehrwert ergeben — und dein Team groß genug ist, dass die Lizenzkosten sich rechnen.
So steigst du ein
Schritt 1: Starte mit der kostenlosen 14-tägigen Testversion auf monday.com/de. Wähle beim Onboarding den passenden Use Case — „Marketing”, „Projekte & Aufgaben” oder „CRM” — monday.com erstellt daraus ein vorkonfiguriertes Board mit passenden Spalten und Vorlagen. Lade dein Team direkt im Setup ein, damit sofort alle mitmachen können.
Schritt 2: Baue dein erstes Board aus und lege die Grundstruktur fest: Welche Spaltentypen brauchst du wirklich? Status, Verantwortlicher und Fälligkeitsdatum reichen oft für den Anfang. Teste dann verschiedene Ansichten — Kanban für den laufenden Sprint-Überblick, Gantt für Zeitplanung, Kalender für Redaktionspläne. Wichtig: Einigt euch als Team auf eine einheitliche Board-Struktur, bevor ihr anfangt, überall eigene Varianten zu bauen.
Schritt 3: Aktiviere drei Basis-Automatisierungen plus einen AI-Use-Case. Klassiker: „Benachrichtige den Verantwortlichen, wenn eine Aufgabe zur Überprüfung ansteht”, „Sende eine E-Mail, wenn ein Projekt überfällig ist” und „Erstelle wöchentlich einen Status-Report per E-Mail an den Projektleiter.” Als AI-Einstieg eignet sich eine AI Column auf einem Eingangs-Board: Lass eingehende Anfragen automatisch nach Kategorie und Dringlichkeit klassifizieren — das spart Triage-Zeit und ist ein realistischer erster Lerngegenstand für die KI-Schicht. Beobachte, wie schnell die AI-Credits aufgebraucht werden, bevor du aufrüstest.
Ein konkretes Beispiel
Eine Marketingagentur aus München mit 18 Mitarbeitenden verwaltet gleichzeitig Kampagnen für 12 Kunden. Früher liefen Aufgaben, Deadlines und Freigaben über E-Mail-Ketten und Excel-Tabellen — mit regelmäßigen Missverständnissen, welcher Brief-Status gerade gilt. In monday.com hat jeder Kunde ein eigenes Board: Spalten für Content-Status (Briefing, Entwurf, Korrekturen, Freigabe, Live), Verantwortliche, Abgabetermin und Kundenfeedback. Eine AI Column klassifiziert eingehende Briefings automatisch nach Kanal (Social, Print, Web) und Dringlichkeit, ein AI Block fasst lange Kunden-E-Mails zur Briefing-Aufnahme zusammen und schreibt das Ergebnis in eine Notizspalte. Über ein übergreifendes Portfolio-Dashboard sieht das Führungsteam auf einen Blick, welche Projekte auf Kurs sind und welche Kapazitäten fehlen. Automatische Status-Updates per E-Mail an Kunden ersetzen die wöchentlichen manuellen Update-Mails — das Team spart damit rund 6 Stunden pro Woche, plus weitere 3 Stunden durch die AI-gestützte Briefing-Triage. Nach drei Monaten ist die Fehlerquote bei Abgabeterminen um zwei Drittel gesunken.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Rechenzentren in USA, Deutschland (EU) und Australien. Der Standort wird beim Account-Setup auf Basis des ersten Nutzers gewählt — für deutsche Unternehmen i. d. R. das deutsche Rechenzentrum
- EU-Datenresidenz: Ja, über das deutsche Rechenzentrum (Architecture EU/AUS) verfügbar — ein konkreter Vorteil gegenüber vielen US-Tools
- AI-Verarbeitung: Die AI-Features rufen externe Foundation-Models (OpenAI, Anthropic u. a.) auf. Eingaben werden für die Verarbeitung an diese Anbieter übermittelt, laut monday nicht zum Modelltraining verwendet — die Verarbeitung selbst kann jedoch außerhalb der EU stattfinden
- DPA (Auftragsverarbeitungsvertrag): Für alle Kunden verfügbar, nicht nur Enterprise
- Zertifizierungen: ISO 27001, SOC 2 Type II, DSGVO-konform
- HIPAA: Business Associate Agreement (BAA) auf Ultimate-Plänen verfügbar
- Datennutzung: monday.com nutzt Kundendaten nicht für KI-Training ohne explizite Zustimmung
- Empfehlung für Unternehmen: Stelle beim Onboarding sicher, dass das deutsche Rechenzentrum für euren Account gewählt wurde. Für besonders sensible Daten (Gesundheit, Recht, Finanzen) den DPA vor Produktivsetzung abschließen, AI-Funktionen restriktiv ausrollen und in der DSFA die Drittland-Übermittlung an die AI-Modellanbieter dokumentieren
Gut kombiniert mit
- make.com — für tiefe Automatisierungen zwischen monday.com und anderen Tools: Wenn ein neuer Deal im CRM gewonnen wird, legt make.com automatisch ein Projektboard in monday Work Management an und benachrichtigt das Operations-Team
- Jira — perfekte Arbeitsteilung: Jira für das Entwicklungsteam mit Sprint-Management und Story-Points, monday.com für cross-funktionale Projektübersichten, die auch nicht-technische Stakeholder verstehen
- Confluence — monday.com managt die Aufgaben und den Workflow, Confluence hält die Dokumentation, Entscheidungen und Spezifikationen. Beide lassen sich direkt verknüpfen
Unser Testurteil
monday.com verdient 4 von 5 Sternen. Das Tool liefert das beste visuelle Projektmanagement-Erlebnis auf dem Markt — flexible Boards, intuitive Bedienung und mit der AI-Schicht (AI Columns, AI Blocks, Sidekick) jetzt auch eine ernstzunehmende Automatisierung jenseits klassischer Wenn-Dann-Regeln. Den fünften Stern kostet die rein nutzerbasierte Preisstruktur, die größere Teams überproportional belastet, das Credit-System für AI-Funktionen, das in tiefer Nutzung schnell zu Upgrade-Druck führt, sowie das fehlende native Sprint-Management auf dem Niveau von Jira. Für Marketing, Operations, Vertrieb (über CRM) und Service in Unternehmen, die ein DSGVO-konformes Tool mit EU-Datenresidenz wollen, ist monday.com jedoch die klarste Empfehlung im Markt.
Was wir bemerkt haben
- Mai 2026 — monday.com bietet weiterhin das deutsche Rechenzentrum als EU-Datenresidenz-Option. Wichtig zur Einordnung: Boards-Daten liegen in der EU, AI-Verarbeitung läuft jedoch über externe Foundation-Models (OpenAI, Anthropic) und damit nicht zwingend in der EU-Region — ein Detail, das in der DSFA dokumentiert gehört.
- 2025 — monday hat das AI-Credit-System eingeführt: AI Columns, Sidekick-Aktionen und AI Blocks zählen jetzt gegen ein monatliches Kontingent (1.000 auf Basic, bis 20.000 auf Enterprise). Vorher waren AI-Funktionen pauschal verfügbar. Wer AI intensiv nutzen will, sollte das Kontingent vor dem Plan-Wechsel realistisch einschätzen.
- 2025 — Mit AI Agents/Autopilot und dem Vibe-App-Builder hat monday die Plattform Richtung agentische Workflows ausgebaut. Agenten übernehmen kleinere Recherche- und Datenpflege-Aufgaben eigenständig — das ist der gleiche Trend, den auch Asana und ClickUp fahren, monday liegt aber bei der Reife des Sidekick-Konzepts vorne.
- 2024 — monday.com hat die Suite aus Work Management, CRM, Dev und Service ausdifferenziert. Die Produkte sind separat lizenzierbar, teilen sich aber Daten — das ist relevant für Kalkulationen, weil monday CRM eigene Pro-Preise (28 €/Nutzer/Monat) hat, die deutlich über Work Management Pro (19 €) liegen.
- 2024 — Der monday Sidekick wurde als KI-Assistent integriert. AI Columns und AI Blocks in Automatisierungen kamen in den Folgemonaten dazu — das ist der Moment, in dem monday.com vom reinen Boards-Tool zur AI-erweiterten Workflow-Plattform wurde.
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