Forecast.app
Forecast (jetzt Teil der Accelo-Gruppe)
KI-gestützte Professional-Services-Automation-Plattform (PSA) aus Kopenhagen: prognostiziert Projekt-Endtermine, Margen und Ressourcenkonflikte aus laufenden Delivery-Daten. Wurde 2024/25 mit der australischen Accelo-Gruppe verschmolzen, als eigenständiges Produkt weiterhin verfügbar, Roadmap unter neuer Eigentümerschaft.
Kosten: Keine öffentliche Preisliste mehr. Historisch ab ca. 29 USD/Nutzer/Monat (Lite). Aktuell nur noch über persönliches Angebot, typische Konditionen für mittelständische Agenturen liegen bei 40–80 USD/Nutzer/Monat. Mindestabnahmen üblich.
Kategorien
Stärken
- Vorhersage von Projektabschluss, Budgetausschöpfung und Margenentwicklung in Echtzeit
- Skill-basierte Ressourcenzuweisung mit historischen Performance-Daten
- Anbindung an Jira, GitHub, Slack, Salesforce, Xero, QuickBooks und gängige Buchhaltungssysteme
- Speziell für Agenturen, Beratungen und Professional Services entwickelt, keine generische PM-Lösung
- Gantt-Diagramme, Zeiterfassung und Finanzmanagement in einer Plattform
- Ursprünglich europäisches Unternehmen (Kopenhagen), kennt europäische Vertrags- und Steuerlogiken
Einschränkungen
- Keine deutsche Oberfläche, kein deutschsprachiger Support
- Hosting in den USA, EU-Datenresidenz ist auf Anfrage zu klären, kein Standardangebot
- Nach Accelo-Integration (2024/25) ist die Produktroadmap mittelfristig unklar
- Mindestens 10–20 vergleichbare Projekte nötig, damit die Prognose-Modelle belastbar werden
- Keine öffentlich einsehbare Preisliste mehr, Vergleich schwierig
- Lernkurve in den ersten Wochen relativ steil, kein Self-Service-Charakter
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du führst eine Agentur oder Beratung mit 15+ parallelen Kundenprojekten
- Margen-Erosion bei Time-and-Material-Verträgen ist ein wiederkehrendes Problem
- Du hast mindestens 12 Monate historischer Projektdaten zum Training der Modelle
- Du brauchst eine konsolidierte PSA-Lösung (Projektplanung + Ressourcen + Finanzen)
Wann nein
- Dein Unternehmen ist zu klein (<15 Mitarbeitende), zu wenig Datenbasis für Prognosen
- Du brauchst eine deutschsprachige Lösung mit lokalem Support
- Du arbeitest hauptsächlich mit Festpreisprojekten ohne T&M-Komponente
- Du suchst ein leichtgewichtiges Kanban-Tool ohne PSA-Features
Kurzfazit
Forecast.app ist eine der wenigen PSA-Plattformen, die KI als Kernfeature ernst nehmen, und nicht als Marketing-Aufkleber. Die Stärke liegt in der Prognose: Projekt-Endtermine, Budgetausschöpfung und Margenrisiken werden aus laufender Zeiterfassung und Aufgabenfortschritt vorhergesagt, oft zwei bis vier Wochen früher als bei manueller Auswertung. Für Agenturen und Beratungen mit vielen parallelen T&M-Projekten ein echter Hebel. Schwächen: kein deutscher Support, US-Hosting (Standard), unklare Roadmap nach der Verschmelzung mit Accelo und eine intransparente Preispolitik. Die Modelle brauchen 12–18 Monate historische Projektdaten, um wirklich zu funktionieren, kein Tool für den schnellen Einstieg.
Für wen ist Forecast.app?
Digital- und Kreativagenturen (20–150 Mitarbeitende): Wer 30+ parallele Kundenprojekte fährt, mit Time-and-Material- oder hybriden Verträgen arbeitet und regelmäßig Margenerosion erlebt, findet in Forecast eine echte Antwort. Die Burn-Rate-Prognose meldet kritische Projekte deutlich früher als jede manuelle wöchentliche Auswertung, das ist der Sweet Spot des Tools.
Beratungen mit Skill-Matching-Bedarf: Wer Berater nach Fachkompetenz, Vorerfahrung in ähnlichen Branchen und Verfügbarkeit auf Projekte verteilt, profitiert von der skill-basierten Ressourcenzuweisung. Forecast verbindet historische Performance-Daten („wie gut hat dieser Berater in vergleichbaren Projekten geliefert?”) mit Auslastungsplanung, ein Feature, das viele klassische PM-Tools so nicht haben.
Tech-Dienstleister und Softwarehäuser: Wer Custom-Entwicklung verkauft und Jira als technisches Backbone nutzt, kann Forecast als Business-Layer darüber legen. Tickets fließen rüber, Stundenerfassung wird synchronisiert, die Margen-Sicht auf Projektebene entsteht automatisch. Für CTOs und Delivery-Leads ist das der primäre Mehrwert gegenüber reinem Jira.
Professional-Services-Firmen mit Reporting-Druck: Wenn die Geschäftsführung wöchentlich Margen-Reports, Auslastung pro Berater und Pipeline-Forecast sehen will, ist Forecast eine konsolidierte Lösung. Eine Plattform für Projektplanung, Ressourcen, Zeiterfassung und Finanzen, keine drei parallelen Systeme mit Synchronisationsproblemen.
Weniger geeignet für: Sehr kleine Teams (<15 Mitarbeitende, Datenbasis zu schmal), reine Festpreis-Geschäftsmodelle (kein T&M-Use-Case), Anwender mit zwingender deutscher Oberfläche, Unternehmen mit strenger DSGVO-Compliance (US-Hosting Standard) und alle, die ein leichtgewichtiges Tool im Stile von
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Lite (historisch) | ca. 29 USD/Nutzer/Monat | Grundfunktionen Projektmanagement, Zeiterfassung, einfache Berichte |
| Pro (typisch) | ca. 49–60 USD/Nutzer/Monat | KI-Prognosen, Ressourcenplanung, Finanzmodul, gängige Integrationen |
| Plus / Enterprise | ab ca. 80 USD/Nutzer/Monat | Skill-basierte Allokation, erweiterte Analytics, SSO, AVV, Premium-Support |
Einordnung: Forecast hat seine Preisliste 2024/25 von der öffentlichen Webseite entfernt, jede Verhandlung läuft jetzt über persönliches Angebot. Die genannten Werte sind Erfahrungswerte aus dem Mittelstand und werden je nach Nutzerzahl, Vertragslaufzeit und Verhandlungsgeschick variieren. Faustregel: Für eine 50-Personen-Agentur landest du bei Gesamtkosten von typisch 3.000–4.500 USD/Monat, günstiger als
Stärken im Detail
KI-Prognosen, die echten Mehrwert liefern. Forecast verknüpft laufende Zeiterfassung, Aufgabenstatus und ursprüngliche Projektplanung zu einer kontinuierlichen Prognose: Wann wird das Projekt fertig? Wie wahrscheinlich überschreitet es das Budget? Wo droht eine Margenkrise? Diese Vorhersagen sind keine Spielerei, Bestandskunden berichten, dass kritische Projekte 2–4 Wochen früher erkannt werden als bei wöchentlicher manueller Auswertung. Das ist der primäre Grund, warum Forecast trotz höherer Preise gegenüber generischen PM-Tools gewinnt.
Skill-basierte Ressourcenzuweisung mit Historie. Klassische PM-Tools wissen, wer „verfügbar” ist. Forecast weiß zusätzlich, wer ähnliche Projekte erfolgreich geliefert hat, basierend auf historischer Performance, Skill-Profilen und Branchenerfahrung. Das macht die Allokation qualitativer als reines Verfügbarkeits-Tetris. Für Beratungen mit heterogenem Senior-Pool ein deutliches Plus.
Konsolidierte PSA-Plattform statt Tool-Zoo. Projektplanung, Ressourcenplanung, Zeiterfassung, Finanzmodul, Rechnungsstellung, alles in einer Plattform. Wer das vorher mit fünf einzelnen Tools (Jira, Toggl, Excel, QuickBooks, …) gemacht hat, eliminiert Schnittstellen und Synchronisationsfehler. Für die Geschäftsführung entsteht eine konsistente Sicht auf alle Projekte, Auslastung und Profitabilität.
Gängige Integrationen mit Daily-Drivern. Jira, GitHub, Slack, Salesforce, Xero, QuickBooks, Microsoft Teams, die wichtigsten Tools, die Beratungen und Agenturen ohnehin nutzen, sind nativ angebunden. Custom-Integrationen über API möglich. Das senkt die Hürde für die Einführung deutlich, weil bestehende Workflows nicht ersetzt, sondern angereichert werden.
Europäische Wurzeln, internationale Erfahrung. Forecast wurde 2016 in Kopenhagen gegründet, kennt also europäische Vertragslogiken (Mehrwertsteuer, Festpreis-vs-T&M-Kombinationen, EU-Buchhaltungsstandards) besser als rein US-stämmige Wettbewerber. Auch wenn das Hosting heute in den USA läuft, bleibt diese DNA an manchen Stellen erkennbar.
Klare Spezialisierung auf Professional Services. Forecast versucht nicht, „alles für alle” zu sein. Das Tool ist auf Agenturen, Beratungen und Dienstleister zugeschnitten, keine Bauprojekte, keine Produktentwicklung, keine reine Software-Entwicklung. Diese Fokussierung macht die Workflows kohärenter und die KI-Modelle treffsicherer als bei generischen PM-Tools.
Schwächen ehrlich betrachtet
Datenbasis als Voraussetzung, kein Quick Win. Die KI-Prognosen funktionieren erst, wenn 12–18 Monate historischer Projektdaten vorhanden sind. Wer Forecast einführt und sofort genaue Vorhersagen erwartet, wird enttäuscht. In den ersten 6 Monaten ist das Tool eher ein klassisches PSA-System mit besseren Dashboards. Der eigentliche KI-Mehrwert entfaltet sich später, was die Investitionsentscheidung erschwert, weil der ROI nicht sofort sichtbar wird.
Keine deutsche Oberfläche, kein lokaler Support. Die UI ist englisch, der Support läuft auf Englisch über Chat und Mail, deutsche Kundenbetreuer gibt es nicht. Für internationale Teams kein Problem, für rein deutschsprachige Agenturen oder Beratungen mit weniger affinen Mitarbeitenden eine echte Hürde, und ein Grund, warum viele DACH-Kunden bei der Auswahl letztlich zu
Accelo-Integration sorgt für Unsicherheit. Die australische Accelo-Gruppe hat Forecast 2024/25 integriert. Bisher läuft Forecast als eigenständiges Produkt weiter, aber bei Übernahmen dieser Art ist die Mittelfrist-Roadmap selten klar. Einige Funktionen wandern erfahrungsgemäß zur Mutterplattform, andere werden deprecated. Bestandskunden sollten in Vertragsverhandlungen explizit Produktverfügbarkeit für die Vertragslaufzeit zusichern lassen.
Intransparente Preispolitik. Die öffentliche Preisliste ist verschwunden, Pricing läuft nur noch über Sales. Das macht Benchmarking und schnelle Entscheidungen schwierig, und schreckt KMU ab, die nicht erst durch einen Sales-Funnel laufen wollen, um zu erfahren, ob das Tool überhaupt erschwinglich ist. Branchenüblich, aber trotzdem ein Reibungspunkt.
US-Hosting als DSGVO-Hürde. Standard-Tenants laufen in den USA. EU-Datenresidenz ist auf Anfrage verhandelbar, aber kein Standard. Für streng regulierte Branchen (z. B. Beratungen für Behörden oder Pharma-Kunden) ein echter Stolperstein, der Auftragsverarbeitungsvertrag mit Standardvertragsklauseln reicht oft formal aus, ändert aber nichts am tatsächlichen Datenstandort.
Lernkurve fordert Engagement. Forecast ist kein Tool, das man „mal nebenbei einführt”. Stammdaten (Mitarbeitende, Skills, Stundensätze, Kundenobjekte), Projektvorlagen, Approval-Workflows, all das will sauber konfiguriert sein. Realistischer Implementierungsaufwand: 6–10 Wochen für eine mittelgroße Agentur, davon mindestens 50 % interner Aufwand. Wer das unterschätzt, scheitert an der eigenen Adoption.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Eine etablierte PSA-Suite für große Beratungen brauchst | |
| Eine deutschsprachige Lösung mit lokalem Support willst | |
| Reine Ressourcenplanung mit Capacity-Fokus suchst | |
| Eine flexible Allzweck-PM-Plattform suchst (kein PSA-Schwerpunkt) | |
| Du bereits Jira nutzt und das Ökosystem nicht verlassen willst |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite im KI-Syndikat: Productive (kanadische PSA-Plattform, vergleichbarer Fokus auf Agenturen), Teamwork (irische PSA-Lösung, oft günstiger), Float (Spezialist für Resource Scheduling) und Projektron BCS (deutsche Lösung aus Berlin, ideal für DACH-Beratungen mit DSGVO-Fokus). Für eine fundierte Auswahl lohnt sich eine Shortlist mit Forecast + einem deutschen Anbieter + einer Allzweck-Lösung, meist klärt sich nach drei Demos, ob die KI-Prognose den Preisaufschlag wert ist.
So steigst du ein
Schritt 1: Eine Demo bei forecast.app anfordern, eine kostenlose Selbstregistrierung gibt es nicht mehr, das System ist auf B2B-Vertrieb umgestellt. Im Discovery-Call werden eure Projektgrößen, Vertragstypen und Quellsysteme (Jira, Harvest, Xero etc.) abgefragt. Lass dir explizit zwei Referenzkunden in deiner Branche nennen und sprich mit beiden, Sales-Pitch und Realität klaffen bei PSA-Tools oft weit auseinander.
Schritt 2: Daten-Anbindung einrichten und historische Projekte importieren. Forecast lebt von historischen Daten: mindestens 12–18 Monate vergangener Projekte mit Zeiterfassung, Budgets und Status werden importiert, um die Prognose-Modelle zu trainieren. Ohne diese Datenbasis liefern die KI-Prognosen wenig Nutzen. Plane diesen Schritt nicht zu klein, saubere Stammdaten sind entscheidend für jede spätere Prognosequalität.
Schritt 3: Die ersten zwei bis drei aktiven Projekte parallel laufen lassen, einmal in Forecast, einmal im Bestandssystem. Erst wenn die Prognosen konsistent mit der Realität übereinstimmen, das Reporting offiziell auf Forecast umstellen. Plane für diese Validierungsphase 8–12 Wochen ein. Erst danach lässt sich seriös bewerten, ob das Tool den Investitionsaufwand wert ist, vorher ist jede Beurteilung Bauchgefühl.
Ein konkretes Beispiel
Eine Hamburger Digitalagentur (45 Mitarbeitende, 30–40 parallele Kundenprojekte, Schwerpunkt UX-Design und Frontend-Entwicklung) nutzt Forecast, um Margen-Risiken in Time-and-Material-Verträgen früh zu erkennen. Implementierung dauerte 9 Wochen, jährliche Lizenzkosten liegen bei rund 35.000 USD (45 aktive Nutzer). Die KI verknüpft die laufende Zeiterfassung mit dem ursprünglichen Projektbudget und meldet, sobald eine Burn-Rate aus dem Ruder läuft, typischerweise 2–4 Wochen früher als die wöchentliche manuelle Auswertung. Die Geschäftsführung berichtet, dass sie pro Quartal etwa drei Projekte rechtzeitig nachverhandeln konnte, bevor sie ins Minus gerutscht sind, Margenrettung pro Jahr: geschätzt 80.000–150.000 Euro. Der EU-Datenschutz wurde über einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit Standardvertragsklauseln geregelt, die Verarbeitung selbst läuft in den USA, was bei mehreren Kunden im öffentlichen Sektor zu Diskussionen geführt hat. Für diese Mandate wird parallel ein zweites System eingesetzt.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Primär USA. EU-Datenresidenz nur auf explizite Anfrage und Verhandlung verfügbar, kein Standard, kein dokumentierter Self-Service.
- Datennutzung: Eingegebene Projekt- und Zeitdaten werden für die Prognose-Modelle genutzt, laut Vendor nicht aggregiert oder für externe Modell-Verbesserung verwendet. Kunden sollten diese Klausel im AVV explizit prüfen.
- Account-Löschung: Möglich über Administrator-Funktion. Datenexport vor Löschung über CSV oder API.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Standardvertrag mit Standardvertragsklauseln verfügbar. Genügt formal für DSGVO, ändert aber nichts am US-Datenstandort.
- Sub-Processors: AWS als Cloud-Hoster (US-Regionen), weitere Sub-Processors für Logging, Monitoring und Support. Vollständige Liste auf Anfrage.
- Empfehlung für DACH-Unternehmen: Vor Vertragsabschluss aktuelle Sub-Processor-Liste anfordern, US-Cloud-Act-Bezug juristisch prüfen lassen. Für Kunden im öffentlichen Sektor oder strikt DSGVO-sensitiven Branchen ist Forecast oft nicht die richtige Wahl, hier sind
mit EU-Hosting oder deutsche Lösungen wie Projektron BCS sauberer.
Gut kombiniert mit
, Tech-Dienstleister halten ihre Tickets und User Stories in Jira, Forecast übernimmt die Stundensummen und Statusinformationen für Prognose und Margen-Reporting. Synchronisation läuft bidirektional, allerdings mit gelegentlichen Sync-Latenzen. - Slack oder Microsoft Teams, Forecast pushed Warnmeldungen (kritische Burn-Rate, Ressourcenkonflikte) direkt in Channels. Das senkt die Schwelle, früh zu reagieren, Reports, die nur in Forecast liegen, werden oft erst Tage später gesehen.
, die strukturierten Forecast-Reports lassen sich als Datengrundlage für Notion-AI-basierte Quartalsanalysen und Board-Reports nutzen: Forecast liefert die Zahlen, Notion AI das Narrativ.
Unser Testurteil
Forecast.app verdient 3 von 5 Sternen. Es ist eine ernstzunehmende PSA-Plattform mit echter KI-Komponente, eines der wenigen Tools im Markt, das KI nicht nur als Etikett verwendet, sondern als funktionalen Kern. Für mittelständische Agenturen und Beratungen mit T&M-Schwerpunkt ist das ein klarer Mehrwert. Den vierten Stern verliert Forecast durch das fehlende EU-Hosting, die fehlende deutsche Oberfläche, die intransparente Preispolitik und die Unsicherheit nach der Accelo-Integration. Den fünften Stern lassen wir, weil die Lernkurve und die nötige Datenbasis das Tool für viele KMU zu schwer machen, und weil der eigentliche KI-Mehrwert erst nach Monaten produktiv wird. Wer die Voraussetzungen erfüllt (Agentur/Beratung, T&M-Anteil, historische Datenbasis, englischsprachiges Team), bekommt mit Forecast ein gutes Werkzeug. Alle anderen sollten kritisch prüfen, ob ein klassisches PM-Tool plus Excel-Margen-Auswertung nicht ausreicht.
Was wir bemerkt haben
- 2024, Forecast.app wurde mit der australischen Accelo-Gruppe verschmolzen. Beide Marken laufen vorerst parallel, die langfristige Produktstrategie ist offiziell nicht kommuniziert. Bestandskunden sollten Vertragsverlängerungen mit Produktverfügbarkeitsklauseln absichern.
- 2024/25, Die öffentliche Preisliste wurde von der Webseite entfernt. Pricing läuft jetzt ausschließlich über Sales, branchenüblich, aber für schnelle Entscheidungen hinderlich.
- Mai 2026, Forecast positioniert sich öffentlich als „AI-powered platform for professional services” und betont „Intelligence embedded across the entire project lifecycle”. Damit folgt das Tool dem Markttrend, KI als integralen Bestandteil statt als Add-on zu vermarkten.
- Mai 2026, Eine native EU-Region bleibt nicht standardmäßig verfügbar. Wer DSGVO-sauber arbeiten will, muss explizit verhandeln, und kann nicht von einer dokumentierten Standardlösung profitieren. Diese Lücke ist seit Jahren unverändert.
- Mai 2026, Im DACH-Vertrieb ist Forecast deutlich weniger sichtbar als noch 2022/23. Lokale Partner und Implementierungshäuser sind rar, wer eine Einführung plant, muss überwiegend mit dem internationalen Forecast-Team direkt arbeiten.
Quellen
- Accelo – Bekanntmachung der Forecast-Übernahme. https://www.accelo.com/blog/accelo-acquires-forecast-an-ai-enabled-saas-platform (abgerufen am 2026-06-20). Accelo hat Forecast am 22. Juli 2025 übernommen. Forecast wurde im Vereinigten Königreich gegründet und ist ein KI-gestütztes PSA-Produkt mit Fokus auf Projekt- und Ressourcenmanagement, Echtzeit-Margen-Einblicken und automatisierten Workflows von Vertrieb bis Abrechnung..
- Accelo – Abschluss der Markenintegration mit Forecast. https://www.accelo.com/blog/forecast-accelo-brand-website-integration (abgerufen am 2026-06-20). Die Markenintegration wurde am 28. Mai 2026 abgeschlossen. Forecast.app leitet seitdem auf Accelo.com weiter. Forecasts prädiktive KI für Finanzprognosen und Ressourcenplanung ist nun der Kern der Accelo-Plattform. Bestehende Zugangsdaten, Daten und Einstellungen bleiben unverändert..
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