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Fluke Acoustic Imaging

Fluke Corporation (Fortive)

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Handheld-Akustikkameras von Fluke (ii500, ii905, ii915), die Schall sichtbar machen: Ein Mikrofonarray lokalisiert per Beamforming Druckluft- und Gaslecks, koronaartige Teilentladungen (PD) in Schaltanlagen und mechanische Anomalien an Lagern und Antrieben. Das Gerät überlagert die Schallquelle live auf dem Kamerabild, Sekunden statt Stunden gegenüber Seifenwasser oder klassischen Ultraschallpistolen. Die On-Device-Klassifikation und Estimation-Algorithmen (LeakQ, PDQ Mode) sind Signalverarbeitung mit ML-Komponenten, kein generatives KI-Tool.

Kosten: ii500 ca. 9.000–12.000 €; ii905 ca. 13.000–17.000 €; ii915 ca. 22.000–27.000 € (≈ 25.750 USD Listenpreis); SB140 SoundBeacon ca. 1.500 €; Kalibrierung und Schulung separat

Kategorien

Stärken

  • Mikrofonarray (ii915: 124 Sensoren) macht die Schallquelle in Echtzeit sichtbar, Lecks und PD-Stellen werden direkt auf dem Live-Bild markiert
  • Findet Lecks und Teilentladungen aus mehreren Metern Entfernung, auch in lauten Produktionsumgebungen und ohne Anlage abzuschalten
  • LeakQ schätzt Leckgröße und jährliche Druckluft-Verlustkosten automatisch, direktes ROI-Argument für jeden Energieaudit
  • PDQ Mode (ii910/ii915) klassifiziert Teilentladungstyp (Corona, Surface, Floating, Tracking) per Algorithmus, wichtige Vorsortierung für Elektrofachkräfte
  • Tragbar, akkubetrieben, robustes Industriegehäuse, feldtauglich auf Produktionsboden, Umspannwerk oder Flugzeug-Vorfeld
  • Etablierter Standard: in vielen Predictive-Maintenance-Programmen und MRO-Handbüchern gesetzt

Einschränkungen

  • Hohe Anschaffung: ii915 ab ca. 22.000 €, für gelegentliche Einsätze schwer zu rechtfertigen
  • Geräte und Software sind getrennt vom Datennutzungs- und KI-Workflow, keine offene Cloud-Plattform für ML-Auswertung mehrerer Geräte im Bestand
  • Bedarf geschultes Personal: Beamforming-Bilder richtig zu interpretieren ist Übungssache, besonders bei PD-Diagnose
  • Funktioniert nur bei Schallemission, ruhende Defekte, Flüssigkeitslecks ohne Druckdifferenz oder eingehauste Komponenten sind außerhalb des Wirkbereichs
  • On-Device-KI ist Klassifikation und Estimation, keine modellbasierte Trenddatenanalyse, Predictive-Maintenance-Programme brauchen ergänzende Software (Fluke Connect, CMMS)
  • Kein EU-Datenhosting für Cloud-Features (Fluke ist Fortive-Tochter mit US-Sitz), relevant, wenn Aufnahmen in Fluke Connect synchronisiert werden

Passt gut zu

Druckluftaudits in der Fertigung Elektrische Inspektion von Mittelspannungs-Schaltanlagen Predictive Maintenance MRO-Betriebe (Luftfahrt) Energiemanagement nach ISO 50001

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du hast ein größeres Druckluftnetz (>100 m Leitung, >50 Verbraucher) und kennst deine Leckkosten nicht
  • Du betreust Mittelspannungsanlagen und willst Teilentladungen vor dem Ausfall finden
  • Du suchst regelmäßig (mehrfach im Quartal) Lecks oder PD-Quellen, Zeitersparnis amortisiert das Gerät
  • Du brauchst objektive Mess- und Bildbelege für Audits, Energieberichte oder Kundendokumentation

Wann nein

  • Du brauchst die Akustikkamera weniger als 4–6 Mal im Jahr, dann besser mieten oder mit Dienstleister arbeiten
  • Deine Hauptaufgabe ist Schwingungs- oder Wärmebildanalyse, andere Werkzeuge sind passender
  • Du suchst eine Cloud-basierte KI-Plattform mit eigenem Trenddaten-Modell, Fluke bleibt geräte- und episodenzentriert
  • Du arbeitest in Branchen mit strenger Anforderung an EU-Datenhosting für Diagnoseaufnahmen

Kurzfazit

Fluke Acoustic Imaging ist der etablierte Standard für handheld akustische Bildgebung in der industriellen Instandhaltung. Das Mikrofonarray macht Schall sichtbar, ein Druckluftleck am Hallendach oder eine korona-erzeugende Verbindung im Mittelspannungs-Schaltschrank sind auf dem Display als heller Fleck zu sehen, ohne dass die Anlage abgeschaltet werden muss. Die eingebauten Auswertealgorithmen (LeakQ für Druckluft, PDQ Mode für Teilentladungen) liefern direkt Schätzwerte und eine Vorklassifikation. Das ist kein KI-Tool im Sinne eines LLM, es ist Beamforming, klassische Signalverarbeitung und einige ML-Klassifikatoren, kombiniert mit sehr ausgereifter Hardware. Wer regelmäßig Druckluft, PD oder mechanische Anomalien sucht, bekommt für 13.000–27.000 € ein produktivitätsstarkes Werkzeug. Wer es nur sporadisch braucht, mietet besser oder kauft Stunden bei einem Dienstleister ein.

Für wen ist Fluke Acoustic Imaging?

Energiemanager und ISO-50001-Beauftragte: Druckluft ist in vielen Werken der teuerste Sekundärenergieträger, und 20–30 % Leckverlust ist Normalzustand. Mit dem ii905 oder ii915 läuft eine komplette Halle in 1–2 Stunden ab, jedes gefundene Leck wird mit geschätztem €/Jahr-Wert dokumentiert. Damit ist das Gerät auch das beste ROI-Argument für sich selbst.

Instandhalter in Mittelspannungs- und Schaltanlagenumgebungen: Der ii915 (mit PDQ Mode) findet Corona-Entladungen, Oberflächenentladungen und Tracking an Isolatoren aus mehreren Metern Entfernung, bei laufendem Betrieb, ohne die Anlage außer Spannung zu setzen. Für Stadtwerke, Industrieparks und Rechenzentrumsbetreiber ist das ein direktes Sicherheits- und Verfügbarkeitsargument.

MRO-Betriebe in der Luftfahrt: Druckkabinen-Lecksuchen mit Seifenwasser kosten Tage und Standzeit. Mit der Akustikkamera am Vorfeld liegt jede Stelle in Minuten fest. EASA-Part-145-Betriebe und Airlines mit eigener Technik amortisieren das Gerät über reduzierte AOG-Zeit oft schon im ersten Jahr.

Maschinenbauer und Prüflabore: Eingangsprüfung von Druckluftkomponenten, Dichtigkeitsprüfungen, Mechanik-Diagnose an Lagern und Antrieben, die ii500-Variante reicht hier oft, weil die Distanzen klein sind und PD-Klassifikation nicht gebraucht wird.

Externe Dienstleister und Sachverständige: Wer Druckluftaudits oder Schaltanlagen-Inspektionen als Service verkauft, gewinnt mit den Bilddaten ein nachvollziehbares, fotografisch dokumentierbares Argument gegenüber dem Kunden, und kann mehrere Kunden pro Woche bedienen.

Weniger geeignet für: Betriebe mit nur sporadischem Bedarf (1–3 Einsätze/Jahr, mieten oder beauftragen ist günstiger), Teams ohne Schulungsbudget (besonders die PD-Interpretation braucht Übung) und alle, die eine offene Cloud-Plattform mit Modell-Training auf eigenen Daten suchen, Fluke bleibt Werkzeug, keine Datenplattform.

Preise im Detail

ModellPreis (ca.)Hauptanwendung
Fluke ii5009.000–12.000 €Einstieg: Druckluft- und Gaslecks, kleinere Distanzen, vereinfachte Bedienung
Fluke ii90513.000–17.000 €Druckluft- und Gasleckortung mit LeakQ-Quantifizierung (Größe, jährliche Kosten)
Fluke ii91522.000–27.000 € (ca. 25.750 USD Liste)Premium-Modell: Lecks + Teilentladungen (PDQ Mode) + mechanische Diagnose
Fluke SB140 SoundBeaconca. 1.500 €Aktive Schallquelle für Lecksuche in drucklosen Tanks/Behältern (Kfz, HVAC)
Schulung1.500–2.500 € pro PersonZertifizierte Anwenderschulung, 2–3 Tage, in DACH über Fluke-Partner
Kalibrierungca. 500–900 € pro JahrEmpfohlene jährliche Werkskalibrierung

Einordnung: Die Preise sind Listen- bzw. Distributorpreise, bei Volumen oder Bündelangeboten sind 10–20 % Rabatt üblich. Der ii500 ist die richtige Wahl, wenn klar nur Lecks gesucht werden und die Distanzen unter 5 m liegen. Der ii905 ist der Sweetspot für Energiemanager und Predictive-Maintenance-Teams, die Druckluft im Fokus haben. Der ii915 lohnt sich, sobald auch Schaltanlagen, Trafos oder rotierende Maschinen ins Inspektionsprogramm gehören, die Mehrkosten gegenüber dem ii905 sind durch den PDQ Mode allein gerechtfertigt, wenn Mittelspannung im Spiel ist. Für Gelegenheitsanwender ist die Tagesmiete (300–600 €/Tag inkl. Versand) bei Fluke-Distributoren der vernünftigere Weg.

Stärken im Detail

Schall wird zum Bild. Das Kernprinzip, ein Array aus Dutzenden (ii500: 64; ii905/ii915: 124) MEMS-Mikrofonen, kombiniert mit Beamforming-Algorithmen, verwandelt akustische Energie in eine farbige Heatmap auf dem Live-Kamerabild. Statt mit Pistolen- oder Schlauch-Sonden Quadratmeter für Quadratmeter abzulaufen, scannst du eine ganze Halle in Sichtweite ab und siehst auf dem Touchscreen direkt, wo der Schall herkommt. Das ist der größte Produktivitätshebel der gesamten Klasse.

LeakQ rechnet das Leck in Euro um. Der ii905 und ii915 schätzen Leckgröße, Volumenstrom (cfm/l/min) und jährliche Energiekosten in einer eigenen App-Funktion. Damit ist jedes Auditprotokoll automatisch ein Business Case, bei einer typischen Mittelstandsproduktion mit 20–50 gefundenen Lecks summiert sich das schnell auf 5-stellige Beträge pro Jahr, die einen Gerätekauf in unter 12 Monaten amortisieren.

PDQ Mode für Schaltanlagen. Der ii915 (und vorher der ii910) klassifiziert Teilentladungssignale algorithmisch nach Typ, Corona, Oberflächenentladung, Floating Discharge, Tracking. Das ist keine vollwertige PD-Diagnose, sondern eine Vorsortierung: Sie sagt der Elektrofachkraft, ob die gemessene Stelle harmlose Corona an einer scharfen Kante oder einen kritischen Tracking-Defekt zeigt. In Kombination mit anschließender UHF-/TEV-Messung ist das ein effizienter zweistufiger Workflow.

Funktioniert ohne Abschaltung. Sowohl Druckluft- als auch PD-Diagnose erfolgt aus mehreren Metern Entfernung am laufenden Betrieb. Keine Produktionsunterbrechung, kein Lockout/Tagout für die Diagnose selbst, das ist in 24/7-Betrieben und Rechenzentren oft der eigentliche Showstopper für klassische Methoden.

Ausgereifte Hardware. Fluke baut seit Jahrzehnten feldtaugliche Messtechnik. Das Gehäuse ist sturzgetestet (IP54), der Touchscreen funktioniert mit Handschuhen, der Akku hält einen Arbeitstag durch, die Bedienung ist auf wenige Schritte reduziert. Wer Fluke-Multimeter oder -Wärmebildkameras kennt, ist sofort produktiv.

Etablierter Standard. In vielen Predictive-Maintenance-Programmen, Energieaudits und MRO-Handbüchern ist die Fluke-Akustikkamera der namentlich genannte oder de-facto-erwartete Standard. Das vereinfacht die Beschaffung (kein RFP-Stress), den Wiederverkauf (es gibt einen Sekundärmarkt) und die Schulungssituation (zertifizierte Trainings in jedem größeren Markt).

Schwächen ehrlich betrachtet

Die “KI” ist begrenzt. Wer mit der Erwartung eines modernen KI-Tools kommt, wird enttäuscht: LeakQ und PDQ Mode sind algorithmische Klassifikatoren mit ML-Komponenten, das ist solide Signalverarbeitung, aber kein lernendes Modell auf deinem eigenen Anlagenpark. Es gibt keine breite Cloud-Plattform, in der mehrere ii915 ihre Aufnahmen in ein gemeinsames Modell einspeisen und über Zeit lernen. Für reine Predictive-Maintenance-Strategien mit Trenddatenanalyse brauchst du ergänzend Augury oder eine CMMS-Integration über Fluke Connect.

Anschaffung ist signifikant. Mit 22.000–27.000 € für den ii915 ist die Kamera kein Impulskauf. Wer nicht mindestens 4–6 produktive Einsätze pro Jahr nachweisen kann, sollte ehrlich rechnen, ob Miete (300–600 €/Tag) oder Dienstleisterauftrag (1.500–3.500 €/Audit) nicht günstiger ist. Fluke-Distributoren bieten beides routinemäßig an.

Schulung ist nicht optional. Druckluft-Lecks zeigen sich in der Heatmap relativ eindeutig, PD-Diagnose dagegen erfordert Verständnis für die akustischen Signaturen unterschiedlicher Entladungstypen und die Limitationen des Beamformings (Mehrfachreflexionen, Echos, Eigenrauschen der Anlage). Mindestens eine Person pro Standort sollte den Fluke-Anwenderkurs (2–3 Tage, 1.500–2.500 € pro Person) absolvieren. Ohne Schulung wird das Gerät unter Wert genutzt.

Wirkbereich hat klare Grenzen. Akustische Bildgebung sieht nur, was Schall emittiert. Flüssigkeitslecks ohne Druckdifferenz (Tropfwasser unter einer Leitung), eingehauste Komponenten ohne Schallabstrahlung nach außen, sehr leise Lecks im akustisch tot gedämpften Raum oder geheime Stellen hinter Isolierung fallen durchs Raster. Ergänzend bleibt Thermografie (Teledyne FLIR) und Schwingungsmessung relevant.

Cloud-Anbindung ist US-zentriert. Wenn du Aufnahmen über Fluke Connect synchronisierst, geht die Datenhaltung über Fortive-Cloudinfrastruktur in den USA. Für reine On-Device-Auswertung ist das irrelevant, sobald Cloud-Sharing, Reports oder Team-Workflows ins Spiel kommen, ist das datenschutzrechtlich zu prüfen. Eine EU-Region für Fluke Connect ist nicht verfügbar.

Kein offenes Ökosystem. Die Aufnahmen sind in Fluke-Formaten gespeichert, die Reports werden mit Fluke-Software generiert. Eigene Modelle auf der Aufnahmedatei zu trainieren oder ein offenes Datenformat in dein BI-/CMMS-Setup zu spielen, ist nicht vorgesehen. Wer Akustikdaten als Trainingsdaten für eigene ML-Pipelines nutzen will, ist mit anderen Plattformen besser bedient.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Vor allem Wärmebild- und akustische Inspektion kombinieren willstTeledyne FLIR (Si124 + Thermografie)
Permanent installierte Sensoren mit Trenddaten und ML-Anomalieerkennung brauchstAugury
Trinkwasser- oder Erdverlegte-Leitungs-Lecks suchstFIDO Leak Locate
Die Inspektionsergebnisse in einen Wartungs-Workflow überführen willstMaintainX
Aufnahmen direkt in eine Flugzeug-MRO-Dokumentation einspeisen willstAMOS

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: SDT Ultrasound Solutions (belgischer Wettbewerber, stark in der klassischen Ultraschallpistolen-Welt und mit eigener Cloud-Software), UE Systems (US-Anbieter, langjährig im Markt, gilt als Fluke-Hauptwettbewerber bei klassischer Ultraschalldiagnose), CTRL Systems (kleiner US-Spezialist) und Synergys Technologies / Sonotec (deutsche Anbieter mit europäischem Service). Fluke ist nicht alternativlos, aber bei der Kombination aus Bedienkomfort, etabliertem Standard, Hardwarequalität und LeakQ/PDQ-Funktionalität bleibt das ii915 in vielen Lastenheften erste Wahl. Für reine Druckluftaudits sind FLIR Si124 und SDT-Lösungen technisch ebenbürtig und manchmal preislich attraktiver.

So steigst du ein

Schritt 1: Demo am eigenen Standort. Fluke-Distributoren in DACH (z. B. Fluke Deutschland, Schweiz, Österreich) stellen die Kameras leihweise oder im Rahmen einer Vor-Ort-Demo zur Verfügung. Lass dir nicht das Schauraum-Setup zeigen, sondern führe eine echte Druckluft- oder Schaltanlagen-Inspektion durch, nur so siehst du, wie gut das Gerät in deinem Lärmpegel und mit deiner Anlagentopologie funktioniert. Plane 2–3 Stunden ein.

Schritt 2: Business Case rechnen. Dokumentiere während der Demo, was du gefunden hast: Wie viele Lecks? Geschätzte Volumenströme? Hochgerechnet in €/Jahr (LeakQ macht das automatisch). Wie lange hätte die Suche mit klassischer Methode gedauert? Aus diesen Zahlen entsteht der ROI, typische Mittelstandsproduktionen haben Druckluftverluste von 10.000–60.000 €/Jahr, von denen 60–80 % mit der Akustikkamera in einem Tag adressierbar sind.

Schritt 3: Schulung und Workflow definieren. Vor dem Gerät kommt der Prozess: Wer fährt die Inspektionen? In welcher Frequenz? Wer dokumentiert die Befunde? Wie wandern sie ins CMMS oder Wartungssystem? Die Schulung (2–3 Tage, zertifiziert) sollte mit echten Anlagen im eigenen Werk stattfinden, nicht im Trainingszentrum. Plane mindestens zwei geschulte Anwender pro Standort, sonst hängt die Nutzung am Einzelnen.

Schritt 4 (optional): Cloud- und CMMS-Integration prüfen. Wenn Reports, Team-Sharing oder Trendverfolgung relevant werden, evaluiere Fluke Connect (US-Cloud, AVV nur Enterprise) und prüfe, ob deine bestehende Wartungs-Software (MaintainX, IFS, AMOS, SAP PM) einen sinnvollen Import-Workflow erlaubt. Für DSGVO-sensible Betriebe ist die On-Premise-Variante (Aufnahmen bleiben auf dem Gerät, Reports lokal generieren) der saubere Weg.

Ein konkretes Beispiel

Ein metallverarbeitender Mittelständler in Bielefeld (180 Mitarbeitende, drei Hallen, Druckluftbedarf rund um die Uhr) hatte über Jahre Druckluftverluste, die im jährlichen Energieaudit als “Schätzwert 25 %” auftauchten, ohne dass jemand die einzelnen Lecks belastbar lokalisieren konnte. Die Geschäftsführung kaufte einen Fluke ii905 für 14.500 € netto und schulte zwei Instandhaltungstechniker. In der ersten systematischen Inspektion über drei Tage fanden sie 47 Lecks unterschiedlicher Größe, die LeakQ-Schätzung summierte sich auf rund 18.000 € jährliche Energiekosten. Innerhalb von sechs Wochen wurden 38 Lecks behoben (Kupplungen, Schlauchverbinder, defekte Magnetventile), Kosten für Material und Eigenleistung lagen bei etwa 3.200 €. Die nächste Druckluftmessung zeigte einen um 14 % geringeren Kompressor-Stromverbrauch. Amortisation der Akustikkamera: ca. 10 Monate. Seitdem läuft eine vierteljährliche Routineinspektion, die jeweils 6–10 neue Lecks findet. Für die Mittelspannungs-Schaltanlage im Werk wurde zusätzlich entschieden, einen externen Dienstleister mit ii915-Audit zu beauftragen, zweimal pro Jahr, zu deutlich geringeren Kosten als ein eigenes Premium-Gerät.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhaltung On-Device: Aufnahmen (Bilder, Videos, Akustik-Snapshots) werden lokal im Gerät gespeichert und können per USB oder SD-Karte exportiert werden. In diesem reinen Offline-Workflow gibt es keine Datenübertragung an Dritte.
  • Fluke Connect (Cloud): Optionale Synchronisation in Fluke Connect läuft über Fortive-Cloudinfrastruktur (USA). Für Standard-Konten ist kein EU-Hosting verfügbar.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für Fluke-Connect-Nutzung im Geschäftskontext ist ein AVV über den zuständigen Fluke-Vertrieb erhältlich (Enterprise-Konten). Für private Standardkonten wird keiner standardmäßig angeboten.
  • Personenbezogene Daten: Aufnahmen enthalten potenziell Personen, Kennzeichen oder identifizierende Anlagenmerkmale. Bei Cloud-Sync oder Berichtsfreigabe gilt eine Pflicht zur datenschutzkonformen Behandlung (Schwärzung, Zweckbindung), Fluke bietet dafür keine integrierten Werkzeuge.
  • Service und Kalibrierung: Bei Einsendung des Geräts zur Kalibrierung sollten lokale Aufnahmen vorher gelöscht werden. Fluke-Servicepartner unterzeichnen auf Wunsch entsprechende Vertraulichkeitsvereinbarungen.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für DSGVO-sensible Branchen (Energieversorger, kritische Infrastruktur, sicherheitsrelevante Industrie) ist die rein lokale Nutzung ohne Cloud-Sync der saubere Standardweg. Fluke Connect erst nach Datenschutz-Folgenabschätzung und mit AVV einsetzen.

Gut kombiniert mit

  • Teledyne FLIR, Wärmebild und Akustik ergänzen sich: FLIR sieht thermische Anomalien (heiße Verbindungen, mechanische Reibung), Fluke sieht Schall (Lecks, PD). Viele professionelle Inspektionsteams führen beide Geräte parallel und korrelieren die Befunde, eine PD-Stelle, die in beiden Bildern auffällt, ist nahezu sicher echt.
  • Augury, Akustische Stichproben mit Fluke ergänzen permanent installierte Sensoren mit ML-Trendanalyse. Augury liefert das kontinuierliche Monitoring von Lagern und Antrieben, Fluke kommt für punktuelle Inspektionen, Verifikation von Augury-Alarmen oder Diagnose neuer Anlagenteile zum Einsatz.
  • MaintainX, Befunde aus der Akustikkamera (Lecks, PD-Stellen) lassen sich in MaintainX direkt als Arbeitsauftrag anlegen, mit dem Aufnahmebild als Anhang. Damit verbindet sich die Diagnose-Episode mit dem Reparatur-Workflow und dem Ersatzteilbestand.

Unser Testurteil

Fluke Acoustic Imaging verdient 4 von 5 Sternen. Die Hardware ist erstklassig, die Bedienung ausgereift, der praktische Nutzen in der industriellen Instandhaltung unbestritten. Für Druckluftaudits und PD-Diagnose ist die ii900-Serie ein Werkzeug, das Stunden in Minuten umwandelt, und das LeakQ-Feature rechnet sich oft als Selbstläufer. Den fünften Stern halten wir aus drei Gründen zurück: Erstens ist die “KI-Komponente” begrenzt, solide Signalverarbeitung mit ML-Klassifikatoren, aber kein lernendes System auf eigenen Daten. Wer ein modernes KI-Tool erwartet, sollte realistisch bleiben. Zweitens ist die Anschaffung hoch genug, dass Gelegenheitsanwender besser mieten oder beauftragen. Drittens ist das Ökosystem geschlossen: keine offene Cloud-Plattform, kein EU-Hosting für Fluke Connect, keine direkten ML-Trainingsmöglichkeiten auf den Rohdaten. Wer regelmäßig sucht und in den Fluke-Workflow passt, bekommt eines der besten Werkzeuge seiner Klasse. Wer mehr will als episodische Inspektion, kombiniert es mit ergänzenden Plattformen wie Augury oder eigenen Datenpipelines.

Was wir bemerkt haben

  • 2024, Mit dem ii915 hat Fluke das ii910 effektiv abgelöst. Wesentliche Neuerung: erweiterte Reichweite, verbesserte PDQ-Klassifikation und höhere Bilddynamik. Bestandskunden des ii910 erhalten weiterhin Support und Kalibrierung, neue Bestellungen werden auf den ii915 gelenkt.
  • 2025, Die LeakQ-Funktion wurde um eine direkte CO₂-Emissionsumrechnung erweitert. Für ISO-50001- und ESG-Reportings ist das ein direkter Mehrwert, weil Druckluftverluste neben Stromkosten jetzt auch in CO₂-Äquivalent ausgewiesen werden können, ohne separate Berechnung.
  • Mai 2026, Der Listenpreis für den ii915 liegt in den USA bei rund 25.750 USD; in EUR sind je nach Distributor und Bundle 22.000–27.000 € netto realistisch. Die Preise haben sich seit Markteinführung 2024 weitgehend stabil gehalten, ungewöhnlich in einer Hardware-Kategorie, in der Komponentenkosten häufig schwanken.
  • 2026, Fluke Connect bleibt US-zentriert, eine EU-Region ist nicht angekündigt. Für Unternehmen mit strengen Datenhaltungsanforderungen bleibt die rein lokale Nutzung mit manueller Reportgenerierung der praktikable Weg.

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