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Bezahlt Low-Code 🇪🇺 EU-Server Zuletzt geprüft: 18. Juli 2026

FacilityApps

FacilityApps B.V.

3/5

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.

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Niederländische Plattform für datengetriebenes Reinigungs- und Workforce-Management (2014 gegründet, Sitz Purmerend). Verbindet App-gestützte Checklisten, Kalkulation und Dienstplanung mit eigener IoT-Sensorik (Personenzähler, belegungsbasierte Reinigung, Indoor-Positioning, Smart Entrance) und steuert Einsätze bedarfsorientiert statt nach starrem Plan. Business-Intelligence-Dashboards werten Auslastung und Verbrauch aus. Die Oberfläche gibt es in 14 Sprachen inklusive Deutsch, ein deutsches Support-Team oder eine deutsche Niederlassung sind aber nicht dokumentiert, und die öffentliche Datenschutz-Dokumentation ist dünn.

Kosten: Preise auf Anfrage. Online-Kalkulator auf der Website ('Berechnen Sie Ihren Preis'), konkretes Angebot erst nach Vertriebskontakt. Keine öffentlichen Listenpreise.

Kategorien

Stärken

  • Bedarfsorientierte Reinigung: Belegungsdaten (Cleaning on request) lösen Einsätze aus, statt nach festem Zeitplan zu putzen, das spart Personalstunden bei Niedrigauslastung
  • Breites IoT-Hardware-Portfolio: Personenzähler, Indoor-Positioning, Smart Laundry Room und Smart Entrance, dazu Partner-Integrationen wie Tork
  • Umfangreiche Software-Suite in einer Plattform: Kalkulation (FA Calculation), Dienstplanung, Qualitätsmanagement, Formulare, Dokumentenmanagement, Zeiterfassung und BI-Dashboards
  • Leistungsnachweis über Indoor-Positioning und Zeit-/Anwesenheitserfassung, dokumentiert die erbrachte Leistung gegenüber dem Auftraggeber
  • Oberfläche in 14 Sprachen inklusive Deutsch, dazu eine vollständige deutschsprachige Website
  • EU-ansässiger Anbieter (Purmerend, NL), 2014 gegründet, Interclean Amsterdam Innovation Award 2026

Einschränkungen

  • Deutsche Oberfläche vorhanden, aber kein dokumentiertes deutsches Support-Team und keine deutsche Niederlassung (Büros in NL, Belgien, Großbritannien und Südafrika)
  • Preistransparenz fehlt: keine öffentlichen Listenpreise, nur ein Online-Kalkulator und ein Angebot nach Vertriebskontakt
  • Die 'Intelligenz' ist regelbasierte Sensorauswertung und BI, kein lernendes Vorhersagemodell, wer echte prädiktive KI erwartet, sollte das prüfen
  • Auf Contract-Cleaning für große Objekte (Flughäfen, Kliniken, Hotels) zugeschnitten, für kleine Reinigungsbetriebe überdimensioniert
  • Implementierung erfordert technisches Verständnis und ggf. Beschaffung und Installation von Sensorik
  • Öffentliche Datenschutz-Dokumentation ist dünn: die Datenschutzerklärung nennt weder Serverstandort noch AVV und enthält veraltete Textbausteine, vor DSGVO-kritischem Einsatz nachfragen

Passt gut zu

Große Reinigungsdienstleister mit internationaler Ausrichtung und mehrsprachigen Teams Flughäfen, Krankenhäuser, Hotels und Einkaufszentren mit hohem Dokumentationsbedarf FM-Unternehmen, die Sensorik, Dienstplanung und Qualitätsmanagement in einer Plattform bündeln wollen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du betreibst große Objekte und willst von festem Putzplan auf bedarfsorientierte Reinigung umstellen
  • Du brauchst belastbare Leistungsnachweise gegenüber dem Auftraggeber (Indoor-Positioning, Zeit- und Anwesenheitserfassung)
  • Du willst Sensorik, Dienstplanung, Kalkulation und Qualitätsmanagement in einer Plattform bündeln
  • Du willst eine Plattform mit deutscher Oberfläche, die zugleich international und mehrsprachig skaliert

Wann nein

  • Du führst einen kleinen Reinigungsbetrieb, für den die IoT- und Enterprise-Ausrichtung überdimensioniert ist
  • Du brauchst ein dokumentiertes deutschsprachiges Support-Team und einen nachweislich deutschen Serverstandort
  • Du willst vor Vertragsabschluss klare Listenpreise sehen
  • Du erwartest eine selbstlernende, prädiktive KI statt regelbasierter Sensorauswertung

Kurzfazit

FacilityApps ist eine solide, international ausgelegte Plattform für datengetriebenes Reinigungsmanagement. Die eigentliche Stärke liegt nicht in einem cleveren Sprachmodell, sondern darin, IoT-Sensordaten (Auslastung, Anwesenheit) mit App-gestützten Reinigungs-Workflows, Kalkulation und Dienstplanung zu verknüpfen und Einsätze bedarfsorientiert statt nach starrem Plan zu steuern. Für große Contract-Cleaning-Anbieter an Flughäfen, in Kliniken oder Hotels ist das ein echter Effizienzhebel, die belastbare Leistungsdokumentation gegenüber dem Auftraggeber ist ein zweites starkes Argument. Anders als frühere Einschätzungen vermuten ließen, gibt es die Oberfläche inzwischen in 14 Sprachen inklusive Deutsch sowie eine vollständige deutschsprachige Website. Drei Dinge ziehen die Bewertung dennoch herunter: Es fehlt ein dokumentiertes deutschsprachiges Support-Team, die Preise sind komplett intransparent, und die viel beschworene “Intelligenz” ist regelbasierte Sensorauswertung plus Business Intelligence, kein lernendes Vorhersagemodell. Hinzu kommt eine auffällig dünne, teils veraltete öffentliche Datenschutz-Dokumentation.

Für wen ist FacilityApps?

Große, international tätige Reinigungsdienstleister: Wer mit mehrsprachigen Teams an mehreren Standorten arbeitet, profitiert von der einheitlichen Plattform und der Sensorik. Die Oberfläche gibt es in 14 Sprachen inklusive Deutsch, mehrsprachige Belegschaften finden sich hier also gut zurecht.

Betreiber großer Publikumsobjekte: Flughäfen, Bahnhöfe, Krankenhäuser, Schulen und Einkaufszentren haben hohe Schwankungen in der Nutzung und hohen Dokumentationsdruck. Genau dort spielt die bedarfsorientierte Steuerung ihre Stärke aus, putzen, wenn nötig, nicht wenn der Plan es vorschreibt.

FM-Unternehmen mit vielen Datenquellen: Wenn in einem Objekt bereits Personenzähler, Belegungssensoren und Zutrittssysteme im Einsatz sind, bündelt FacilityApps diese Datenströme mit der Reinigungssteuerung in einer Oberfläche, statt für jede Anwendung ein eigenes Dashboard zu öffnen.

Auftragnehmer mit hohem Nachweisbedarf: Wer gegenüber öffentlichen oder anspruchsvollen privaten Auftraggebern belegen muss, dass eine Fläche tatsächlich gereinigt wurde, bekommt mit Indoor-Positioning und Zeit-/Anwesenheitserfassung ein belastbares Nachweissystem.

Weniger geeignet für: Kleine Reinigungsbetriebe, für die die IoT- und Enterprise-Ausrichtung überdimensioniert ist (Blink oder Profacilo sind hier oft passender), Unternehmen, die vor allem schnell kalkulieren und Angebote schreiben wollen (CleanCalc), und alle, die ein dokumentiertes deutschsprachiges Support-Team und nachweislich deutsches Hosting brauchen.

Preise im Detail

ModellPreisWas du bekommst
Plattform-LizenzAuf AnfrageReinigungs-App, Kalkulation, Dienstplanung, Qualitätsmanagement, Dokumentenmanagement, Zeiterfassung, BI-Dashboards
IoT-ModulAuf AnfrageSensor-Integration, Echtzeit-Monitoring, bedarfsorientierte Einsatzsteuerung. Sensorhardware separat
Hardware/SensorikSeparatEigene Produkte (Personenzähler, Smart Entrance, Smart Laundry Room, Indoor-Positioning) sowie Partner-Integrationen wie Tork
Onboarding/SetupProjektbasiertImplementierung, Konfiguration der Auslöseschwellen, Schulung

Einordnung: FacilityApps veröffentlicht keine Listenpreise. Auf der Website gibt es einen Online-Kalkulator (“Berechnen Sie Ihren Preis”), ein verbindliches Angebot bekommst du aber erst nach Vertriebskontakt. Das ist im Enterprise-FM-Segment üblich, macht den Vergleich aber mühsam, du kannst die Kosten nicht ohne Gespräch abschätzen. Hinzu kommt: Die Sensorhardware ist eine separate Investition, die je nach Objektgröße schnell vier- bis fünfstellig wird. Für eine ehrliche Wirtschaftlichkeitsrechnung musst du Lizenz, Hardware, Installation und laufende Wartung zusammen betrachten, und dem die eingesparten Personalstunden gegenüberstellen. Der Anbieter wirbt mit bis zu 35 % Kostenersparnis, das ist eine Eigenangabe ohne unabhängige Prüfung. Das rechnet sich bei großen Objekten mit stark schwankender Auslastung, bei kleinen Flächen selten.

Stärken im Detail

Bedarfsorientierte Reinigung statt starrer Pläne. Das ist der eigentliche Kern. Statt jede WC-Anlage dreimal täglich zu reinigen, egal ob 5 oder 500 Personen sie genutzt haben, löst das Modul “Cleaning on request” Einsätze belegungsbasiert aus, wenn ein Schwellenwert erreicht ist. Bei Objekten mit stark schwankendem Besucheraufkommen (Flughäfen, Stadien, Messen) lassen sich so Personalstunden einsparen, ohne dass die Sauberkeit leidet.

Breites IoT-Hardware-Portfolio. FacilityApps bietet eine eigene Produktreihe: Personenzähler, Indoor-Positioning, Smart Laundry Room und Smart Entrance Solution, dazu Tracking- und Flottenlösungen für Reinigungswagen. Ergänzend gibt es Partner-Integrationen, etwa die Zusammenarbeit mit Tork bei Pilotprojekten. Die konkreten Funkprotokolle der einzelnen Sensoren macht der Anbieter öffentlich nicht transparent, im Vertriebsgespräch solltest du klären, welche Hardware zu deinem Objekt passt und ob vorhandene Sensorik weitergenutzt werden kann.

Belastbarer Leistungsnachweis. Über Indoor-Positioning, den ID-Checker und die Zeit-/Anwesenheitserfassung dokumentiert das System, welche Reinigungskraft wann welchen Bereich bearbeitet hat. Gegenüber Auftraggebern, gerade im öffentlichen Sektor, ist das ein belastbarer Nachweis der erbrachten Dienstleistung und ein Argument bei Ausschreibungen und Qualitätsaudits.

Umfangreiche Software-Suite. FacilityApps ist mehr als eine Sensor-App. In einer Plattform stecken Kalkulation (FA Calculation), Dienstplanung, Qualitätsmanagement, Formularbaukasten, Dokumentenmanagement, Zeiterfassung und BI-Dashboards. Die Kennzahlen aus den Dashboards, etwa Auslastung pro Bereich, Reaktionszeiten und Reinigungshäufigkeit, verschieben die Steuerung vom Bauchgefühl zur Kennzahl und liefern Material für die Optimierung von Verträgen und Personaleinsatz.

Etablierter Anbieter mit Marktreputation. FacilityApps gibt über 500 Reinigungsunternehmen und mehr als 30.000 tägliche aktive Nutzer an (Eigenangabe, Live-Zähler auf der Website) und zählt Namen wie ISS, Vebego und ATALIAN zu seinen Kunden. 2026 gewann das Unternehmen den Interclean Amsterdam Innovation Award. Das spricht für ein eingespieltes, marktrelevantes Produkt statt einer Bastellösung.

Schwächen ehrlich betrachtet

Deutsche Oberfläche ja, deutsches Support-Team unklar. Die Menüs und eine vollständige Website gibt es auf Deutsch, das entkräftet den früher genannten Sprach-Nachteil. Was jedoch fehlt, ist ein dokumentiertes deutschsprachiges Support-Team oder eine deutsche Niederlassung: Die Büros sitzen in den Niederlanden, Belgien, Großbritannien und Südafrika. Wer im laufenden Betrieb schnellen Support in der Landessprache und einen Ansprechpartner vor Ort erwartet, sollte das vorab klären. Im DACH-Mittelstand sind Anbieter wie Blink hier organisatorisch näher dran.

Null Preistransparenz. Es gibt keine veröffentlichten Preise, nur einen Kalkulator und das Versprechen eines Angebots nach Kontaktaufnahme. Für KMU, die schnell eine Größenordnung brauchen, ist das ein Geduldsspiel, und es erschwert den Vergleich mit Alternativen erheblich.

Die “KI” ist Sensorlogik plus BI, kein lernendes Modell. FacilityApps wird gern unter dem Schlagwort “smart” und “intelligent” vermarktet. In der Substanz ist es regelbasierte Sensorauswertung (“Wenn Auslastung > X, dann Einsatz auslösen”) kombiniert mit Dashboards. Das ist nützlich und ausgereift, aber es ist kein selbstlernendes Vorhersagemodell, das aus historischen Mustern eigenständig optimiert. Wer echte prädiktive KI erwartet, sollte im Vertriebsgespräch konkret nachfragen, was darunter verstanden wird.

Zugeschnitten auf Großobjekte. Funktionsumfang, Sensorabhängigkeit und Implementierungsaufwand zielen klar auf Contract-Cleaning großer Flächen. Für einen Betrieb, der Büros und Praxen mit zehn Reinigungskräften betreut, ist das überdimensioniert, und schwer zu rechtfertigen, solange keine Sensorik vorhanden ist.

Implementierung ist ein Projekt, kein Klick. Sensoren müssen beschafft, montiert und kalibriert, Auslöseschwellen konfiguriert und Teams geschult werden. Das ist nichts, was man an einem Nachmittag erledigt, und es bindet interne Ressourcen oder externes Budget.

Dünne, teils veraltete Datenschutz-Dokumentation. Öffentlich auffindbare, belastbare Aussagen zu Serverstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag und Datenflüssen sind spärlich. Die frei einsehbare Datenschutzerklärung nennt keinen konkreten Serverstandort, keinen AVV und keinen DSGVO-Bezug, sie enthält sogar Textbausteine wie “kein SSL-Zertifikat” und “kein Vulnerability-Scanning”. Das wirkt wie eine kopierte Vorlage, die den tatsächlichen SaaS-Betrieb nicht beschreibt, für einen Anbieter, der mit Compliance wirbt und in Kliniken und an Flughäfen Anwesenheits- und Belegungsdaten erfasst, ist das ein schwaches Signal. Diesen Punkt musst du vor Vertragsschluss aktiv klären, nicht erst im Betrieb.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine deutschsprachige Mitarbeiter-App für die Gebäudereinigung brauchstBlink
Vor allem kalkulieren, Angebote schreiben und Stunden vergleichen willst (DE)Profacilo
Schnell Reinigungspreise pro m² kalkulieren und Angebote erstellen willstCleanCalc
Ein cloud-natives FM-System mit Predictive-Analytics fürs Portfolio willstFacilio
Wartung und Instandhaltung mobil managen willst (CMMS)MaintainX

Erwähnenswert ohne eigenen Tabellen-Link: Siemens Building X und Bosch NEXOSPACE zielen auf die Smart-Building-Ebene oberhalb der reinen Reinigung, relevant, wenn Energiemanagement und Gebäudeautomation zur Reinigung dazukommen. FacilityApps ist kein Allrounder für die DACH-Reinigungsbranche, seine Nische ist das sensorgestützte, international skalierte Reinigungsmanagement an Großobjekten. Genau dort hat es Berechtigung; für den klassischen deutschen Mittelstandsbetrieb sind spezialisierte DACH-Tools meist die bessere Wahl.

So steigst du ein

Schritt 1: Sammle die Kennzahlen deiner Objekte, bevor du Kontakt aufnimmst, Fläche, Anzahl Reinigungskräfte, Besucherfrequenz und vorhandene oder geplante Sensorik. Nutze den Preiskalkulator auf der Website für eine erste Grobeinschätzung und fordere dann ein konkretes Angebot vom Vertrieb an. Frage dabei explizit nach Serverstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag und Sprach-Roadmap.

Schritt 2: Wähle das passende Sensor- und Modul-Paket für deinen Einsatzbereich. Kläre, welche der Hardwareprodukte (Personenzähler, Cleaning on request, Indoor-Positioning, Smart Entrance) tatsächlich einen Mehrwert bringen und welche du zunächst weglässt. Lass dir zeigen, welche Funkprotokolle die Sensoren nutzen und ob bereits installierte Hardware oder Partner-Systeme wie Tork angebunden werden können, das steht öffentlich nicht klar in der Dokumentation.

Schritt 3: Starte mit einem Pilotobjekt statt dem ganzen Portfolio. Konfiguriere die Auslöseschwellen im Dashboard, schule eine überschaubare Gruppe Reinigungskräfte auf die App und miss vier bis acht Wochen lang, ob sich die bedarfsorientierte Steuerung tatsächlich in eingesparten Stunden und stabiler Qualität niederschlägt. Erst danach lohnt der Rollout auf weitere Objekte.

Ein konkretes Beispiel

Das folgende Szenario ist illustrativ und kein dokumentierter Kundenfall, es zeigt, wie ein typischer Einsatz aussehen könnte.

Ein internationaler Flughafenbetreiber mit vier Terminals und mehreren hundert WC-Kabinen setzt FacilityApps mit Personenzählern an den Sanitäreingängen und belegungsbasierter Steuerung (Cleaning on request) ein. Das System priorisiert die Reinigungsteams dynamisch: In den Boarding-Stoßzeiten lösen die Sensoren automatisch zusätzliche Einsätze aus, in den frühen Morgenstunden mit kaum Verkehr wird die Frequenz reduziert. Statt eines starren Plans putzt das Team dort, wo tatsächlich Bedarf besteht. Indoor-Positioning und Zeiterfassung belegen gegenüber dem Flughafenbetreiber, welche Kabine wann bearbeitet wurde, relevant für die vertraglich vereinbarten Servicelevel. Zu erwarten wäre: spürbar weniger Reinigungsstunden bei den Sanitärflächen bei gleichbleibender Beschwerdequote sowie ein belastbares Nachweissystem fürs nächste Vertragsaudit. Ob und wann sich die Sensorhardware amortisiert, hängt stark von Objektgröße und Auslastungsschwankung ab.

DSGVO & Datenschutz

  • Anbieter: FacilityApps B.V. mit Sitz in Purmerend, Niederlande (EU-ansässig, 2014 gegründet). Als EU-Unternehmen unterliegt der Anbieter selbst der DSGVO.
  • Datenhosting: Als EU-Anbieter naheliegend, aber die öffentlich einsehbare Datenschutzerklärung nennt keinen konkreten Serverstandort. Vor Vertragsschluss schriftlich bestätigen lassen.
  • Dünne Datenschutzerklärung: Die frei einsehbare Policy enthält keinen DSGVO- oder AVV-Bezug und veraltete Textbausteine (u. a. “kein SSL-Zertifikat”, “kein Vulnerability-Scanning”). Das wirkt wie eine kopierte Vorlage, kläre den tatsächlichen Stand aktiv beim Anbieter.
  • Erfasste Daten: Personenzähl- und Belegungsdaten sowie Anwesenheits- und Standortdaten der Reinigungskräfte über Indoor-Positioning und Zeiterfassung. Letztere sind personenbezogene Daten von Beschäftigten, Mitbestimmung des Betriebsrats und eine saubere Zweckbindung sind Pflicht.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Ein AVV ist für den Einsatz mit personenbezogenen Daten zwingend erforderlich. Er ist nicht öffentlich einsehbar, aktiv beim Vertrieb anfordern.
  • Mitarbeiterüberwachung: Die Anwesenheits- und Standortdokumentation berührt Beschäftigtendatenschutz. In Deutschland erfordert das in der Regel eine Betriebsvereinbarung und transparente Information der Beschäftigten.
  • Empfehlung für Unternehmen: Vor dem Einsatz in DSGVO-sensiblen Umgebungen (Kliniken, Behörden) eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, Serverstandort und AVV schriftlich klären und die Erfassung von Beschäftigtendaten mit dem Betriebsrat abstimmen.

Gut kombiniert mit

  • Facilio, wer über die Reinigung hinaus das gesamte Gebäudeportfolio mit Anomalieerkennung und Spend-Analytics steuern will, ergänzt das operative Reinigungsmanagement von FacilityApps mit der FM-Plattformebene von Facilio.
  • MaintainX, für die Instandhaltung von Anlagen und Gebäudetechnik neben der Reinigung: FacilityApps steuert die Sauberkeit, MaintainX die Wartungsaufträge und Asset-Daten.
  • Blink, im DACH-Mittelstand mit Fokus auf Mitarbeiterkommunikation und deutschsprachige Betreuung. Beide Tools überschneiden sich bei Zeiterfassung und Teamsteuerung stark, in der Praxis konkurrieren sie eher, als dass sie sich ergänzen. Der Vergleich lohnt sich, bevor du dich für eine Plattform entscheidest.

Unser Fazit

FacilityApps verdient 3 von 5 Sternen. In seiner Nische, sensorgestütztes, bedarfsorientiertes Reinigungsmanagement an großen, international betriebenen Objekten, ist es ausgereift, funktionsreich und mit Marktreputation ausgestattet (Interclean Innovation Award 2026, Kunden wie ISS und Vebego). Die bedarfsorientierte Steuerung und der belastbare Leistungsnachweis sind echte Vorteile gegenüber starren Putzplänen, und die deutsche Oberfläche entkräftet einen früher genannten Nachteil. Sterne kostet es dennoch an drei Stellen: Ein dokumentiertes deutschsprachiges Support-Team fehlt (Büros nur in NL, BE, UK, ZA); die Preise sind komplett intransparent; und die als “intelligent” vermarktete Funktionalität ist regelbasierte Sensorlogik plus Business Intelligence, kein lernendes KI-Modell, auf einer KI-Plattform ist diese Ehrlichkeit wichtig. Hinzu kommt eine auffällig dünne, teils veraltete öffentliche Datenschutz-Dokumentation, ein schwaches Signal für ein Tool, das in Kliniken und an Flughäfen sensible Daten erfasst. Für große, internationale Contract-Cleaning-Anbieter ist FacilityApps eine ernsthafte Option; kleine DACH-Betriebe finden mit spezialisierten Tools meist die rundere Lösung.

Was wir bemerkt haben

  • Juli 2026, Korrektur zur deutschen Oberfläche: Entgegen einer früheren Einschätzung existiert eine vollständige deutschsprachige Website (facilityapps.com/de/) und die Produktoberfläche wird in 14 Sprachen inklusive Deutsch angeboten. Der zuvor genannte Sprach-Nachteil ist damit hinfällig, was fehlt, ist ein dokumentiertes deutschsprachiges Support-Team.
  • Juli 2026, Die öffentliche Datenschutzerklärung nennt weder Serverstandort noch AVV oder DSGVO-Bezug und enthält veraltete Textbausteine (u. a. “kein SSL-Zertifikat”, “kein Vulnerability-Scanning”). Das wirkt wie eine unbearbeitete Vorlage. Für einen Anbieter, der Compliance verspricht und in Kliniken und an Flughäfen sensible Daten erfasst, ist das ein schwaches Signal, DSGVO-relevante Punkte aktiv beim Vertrieb einfordern.
  • Juli 2026, Die auf der Website beworbenen Partner Vileda, Ophardt und Haltian ließen sich nicht mehr belegen. Öffentlich verifizierbar sind aktuell die Zusammenarbeit mit Tork sowie die Fusion mit Nocore (2019). Frühere Nennungen wurden entfernt.
  • Juli 2026, Die Nutzerzahlen auf der Website sind Live-Zähler und schwanken je nach Sprachversion (rund 31.000 bis 36.000 tägliche Nutzer, über 500 Reinigungsunternehmen). Wir führen sie als Eigenangabe, nicht als geprüfte Kennzahl.

Quellen

  1. FacilityApps – Deutsche Startseite. https://www.facilityapps.com/de/ (abgerufen am 2026-07-18). Vollständig deutschsprachige Website und Produktoberfläche in 14 Sprachen inklusive Deutsch; Preis nur über Online-Kalkulator ('Berechnen Sie Ihren Preis'); der Anbieter wirbt mit bis zu 35 % Kostenersparnis (Eigenangabe)..
  2. FacilityApps – Startseite. https://www.facilityapps.com/en/ (abgerufen am 2026-07-18). Über 500 Reinigungsunternehmen und mehr als 30.000 tägliche aktive Nutzer (Eigenangabe, Live-Zähler); Kunden u. a. ISS, Vebego, ATALIAN, SASSE und CSU; Interclean Amsterdam Innovation Award 2026..
  3. FacilityApps – Funktionen und Hardware. https://www.facilityapps.com/en/features (abgerufen am 2026-07-18). Software-Module (FA Calculation, Planung, Qualitätsmanagement, Dokumentenmanagement, Zeiterfassung, BI-Dashboards) und IoT-Hardware (Cleaning on request, Personenzähler, Indoor-Positioning, Smart Laundry Room, Smart Entrance); Zusammenarbeit mit Tork..
  4. FacilityApps – Über uns. https://www.facilityapps.com/en/about (abgerufen am 2026-07-18). Sitz Purmerend (Niederlande), 2014 gegründet, Büros in NL, Belgien, Großbritannien und Südafrika (kein deutsches Büro); Fusion mit Nocore 2019..
  5. FacilityApps – Datenschutzerklärung. https://www.facilityapps.com/en/privacy-policy/ (abgerufen am 2026-07-18). Öffentliche Datenschutzerklärung nennt weder konkreten Serverstandort noch AVV oder DSGVO-Bezug und enthält veraltete Textbausteine (u. a. 'kein SSL-Zertifikat', 'kein Vulnerability-Scanning')..

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