Clara
Intoconvo GmbH
Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.
Clara im Team einführen? KI-Training anfragen
Clara ist ein KI-Agent für deutsche Steuerkanzleien: Er bearbeitet das Kanzleipostfach und legt Dokumente über die DATEV-Schnittstelle im DMS ab. Antwortentwürfe, To-dos, Bescheidprüfung und Rechtsdatenbank laufen im Tarif Agent auch ohne DATEV, die Ablage nur mit DATEV und nur nach Freigabe per Klick. Ab 150 Euro netto pro aktivem Nutzer und Monat, mit DMS-Zugriff 250 Euro. Verarbeitung in Frankfurt, Zero Data Retention, AVV mit TOMs. Anbieter ist die junge, im Mai 2026 ins Handelsregister eingetragene Intoconvo GmbH aus Potsdam.
Kosten: Agent 150 €/Nutzer/Monat netto, Agent + DMS 250 €/Nutzer/Monat netto, bei Jahreszahlung 120 € bzw. 200 €, abgerechnet werden nur aktive Nutzer, keine Einrichtungsgebühr, Kanzleilösung ab 10 Nutzern auf Anfrage, 14 Tage kostenlos testen je Nutzer ohne Zahlungsdaten
Kategorien
Stärken
- Legt Dokumente direkt im DATEV DMS ab, mit vorbelegtem Mandant, Ordner, Register, Veranlagungsjahr und Handakte-Kennzeichen, hängt laut Anbieter an bestehende Vorgangsmappen an
- Freigabeprinzip: ohne Bestätigung landet nichts in der Akte, Sammelablage laut Anbieter bis zu 100 E-Mails je Durchgang
- Ungewöhnlich detailliertes Trust Center: Verarbeitung in Frankfurt, Zero Data Retention, §203-Zusatzvereinbarungen für AWS und Google Cloud
- Preise stehen öffentlich auf der Website, abgerechnet werden nur aktive Nutzer, 14 Tage Testphase je Nutzer ohne Zahlungsdaten
- Automatisierungsregeln und eigene Skills lassen sich in normaler Sprache formulieren, ohne Workflow-Editor
- Bei unklarer Mandantenzuordnung wird nicht abgelegt, sondern mit Begründung übersprungen
Einschränkungen
- Sehr junger Anbieter mit zwei Geschäftsführern, im Handelsregister erst seit Mai 2026, Anbieterstabilität ist bei berufsgeheimnisrelevanten Prozessen ein echtes Risiko
- Die Angabe von über 50 Kanzleien ist eine reine Anbieterangabe, einzelne Kundenkanzleien sind über ein Bewertungsportal belegt, die Gesamtzahl nicht
- Die DATEV-Zertifizierung liegt laut Trust Center beim Connector-Dienstleister, nicht bei Clara selbst, unabhängig prüfen konnten wir sie nicht
- Ablage und Aktenzugriff funktionieren nur mit DATEV, andere Kanzleisoftware wird dafür nicht unterstützt
- Preis pro aktivem Nutzer trifft Kanzleien mit vielen Teilzeitkräften, die jeden Monat arbeiten, voll, unter 10 Nutzern ist keine Staffelung erkennbar
- Wer statt DATEV DMS nur die DATEV Dokumentenablage hat, bekommt eine Datei pro Dokument und keine Vorgangsmappen, das ist eine Grenze des DATEV-Produkts
- Keine eigene ISO-27001- oder SOC-2-Zertifizierung, laut Anbieter ist ISO 27001 bis 2027 geplant
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Steuerkanzlei mit DATEV DMS und hohem E-Mail-Aufkommen im Kanzleipostfach
- Kanzlei, die die Dokumentenablage endlich aus dem Sekretariat herausbekommen will
- Kanzleileitung, die KI nur mit verpflichtender Freigabe durch Menschen einsetzen will
- Kanzlei, die EU-Verarbeitung und §203-Zusatzvereinbarungen schriftlich braucht
Wann nein
- Kanzlei ohne DATEV, die vor allem die automatische Aktenablage sucht, denn die gibt es nur mit DATEV
- Einzelkanzlei oder Kleinstkanzlei, für die 150 bis 250 Euro pro Nutzer und Monat zu viel sind
- Kanzlei, die primär fachliche Steuerrecherche sucht und keine Postfach-Automatisierung
- Kanzlei mit strikter On-Premises-Politik, die keine Cloud-Verarbeitung von Mandantendaten zulässt
Kurzfazit
Clara ist ein KI-Agent nur für deutsche Steuerkanzleien: Er liest das Kanzleipostfach, schreibt Antwortentwürfe und legt Dokumente über DATEVconnect im DATEV DMS ab, die Ablage immer erst nach Freigabe. Der Agent kostet 150 Euro netto pro aktivem Nutzer und Monat, mit DATEV-Anbindung 250 Euro. Verarbeitung in Frankfurt, Zero Data Retention. Der Anbieter ist jung, einzelne Kundenkanzleien sind belegt, die genannten über 50 nicht. Wer nur Fachrecherche sucht, fährt mit Haufe CoPilot Tax günstiger.
Für wen ist Clara?
DATEV-Kanzleien mit vollem Postfach: Der Kernfall aus unserer Sicht ist eine Kanzlei mit etwa fünf bis dreißig Berufsträgern und Fachangestellten, in der täglich Bescheide, Mandantenrückfragen, Bankunterlagen und Behördenpost im gleichen Postfach landen. Der Anbieter selbst zielt breiter, auf Kanzleien von einem bis 200 Mitarbeitenden, und unter den Bewertungen auf OMR Reviews finden sich auch Einzel-Steuerberaterinnen. Clara ordnet eingehende Mails den Mandanten zu, schlägt Antworten im Kanzleistil vor und bereitet die DMS-Ablage mit vorbelegten Feldern vor. Der Zeitgewinn entsteht nicht beim Formulieren, sondern beim Zuordnen und Ablegen.
Kanzleisekretariate und Backoffice: Wer den Tag mit Sortieren, Ablegen und Nachhalten verbringt, spürt den Unterschied am deutlichsten. Die Sammelablage (laut Anbieter bis zu 100 E-Mails je Durchgang) und die vorbelegten Metadaten (Mandant, Ordner, Register, Veranlagungsjahr, Belegdatum, Bezeichnung) sind genau die Klickarbeit, die im DATEV DMS sonst Minuten pro Dokument kostet.
Kanzleileitungen, die KI nur mit Freigabe zulassen: Clara ist als Vorschlagssystem gebaut. Laut Anbieter geht kein Dokument ohne Bestätigung in die Akte, Mails landen standardmäßig als Entwurf. Für eine Berufsgruppe, die für jede Auskunft haftet, ist dieses Prinzip wichtiger als jede Feature-Liste. Wer im Berufsstand Widerstand gegen KI erwartet, kann damit argumentieren.
Kanzleien mit striktem Datenschutzprozess: Das Trust Center nennt konkrete Regionen (Google Cloud europe-west3 und Amazon Bedrock eu-central-1, beide Frankfurt), konkrete Modelle (Claude Sonnet und Haiku, dazu Google-Cloud-Modelle) und sichert Zero Data Retention vertraglich zu. Diese Detailtiefe ist bei jungen Anbietern selten und macht die Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten deutlich einfacher.
Weniger geeignet für: Kanzleien ohne DATEV, die vor allem die Aktenablage automatisieren wollen. Der Tarif Agent läuft laut Anbieter auch ohne DATEV, mit Microsoft 365, Exchange oder IMAP (Gmail nicht), aber Ablage und Aktenzugriff setzen DATEV voraus, Agenda, Addison, Simba oder Lexware werden dafür nicht bedient. Ebenfalls weniger geeignet: Einzelkanzleien, für die 150 bis 250 Euro pro Kopf und Monat außer Verhältnis stehen, Kanzleien, die primär eine Fachdatenbank suchen, und alle, die Mandantendaten grundsätzlich nicht in eine Cloud geben dürfen oder wollen.
Preise im Detail
| Plan | Preis (netto, pro aktivem Nutzer und Monat) | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Testphase | 0 € für 14 Tage je Nutzer, ohne Zahlungsdaten | Voller Funktionsumfang, laut Anbieter ohne automatische Umwandlung in ein Abo |
| Agent | 150 € (120 € bei Jahreszahlung) | Chat, Antwortentwürfe, Regeln in natürlicher Sprache, To-do-Liste, Routinemails, Rechtsdatenbank, Bescheidprüfung im Stapel, Dateien aus dem Chat, Terminbuchung, eigene Skills, ohne DATEV-Zugriff |
| Agent + DMS | 250 € (200 € bei Jahreszahlung) | Alles aus Agent plus DATEV-Aktenzugriff, Ablage per Klick, Suche über Postfach und Akte, Bescheidprüfung mit Aktenbezug, Anhänge aus der Akte |
| Kanzleilösung | Preis nach Kanzleigröße, ab 10 Nutzern | Alles aus Agent + DMS plus Onboarding, fester Ansprechpartner, kanzleiweite Einstellungen, Digitalisierungsworkshop |
Einordnung: Der DMS-Zugriff kostet 100 Euro Aufpreis pro Nutzer und Monat und ist genau das Feature, wegen dem man Clara überhaupt kauft. Rechne deshalb realistisch mit 250 Euro netto pro Kopf. Eine Kanzlei mit drei Lizenzen zahlt 750 Euro im Monat, also 9.000 Euro im Jahr, bei zehn Lizenzen sind es 30.000 Euro. Bei einer Vollkostenstunde von 50 Euro liegt der Break-even bei etwa fünf gesparten Arbeitsstunden pro Nutzer und Monat, gut eine Stunde pro Woche. Das ist erreichbar, wenn ein Sekretariat viel ablegt, aber nicht selbstverständlich, wenn ein Berufsträger die Lizenz nur gelegentlich nutzt. Abgerechnet werden laut Preisseite nur aktive Nutzer, also Postfächer, in denen Clara im Monat mindestens eine Mail verarbeitet hat. Wer im Urlaub, in Elternzeit oder in einem Monat gar nicht mit Clara arbeitet, kostet nichts. Eine Teilzeitkraft, die jeden Monat arbeitet, kostet aber den vollen Nutzerpreis, und eine Staffelung unter zehn Nutzern ist nicht erkennbar. Positiv: Die Preise stehen offen auf der Website, es gibt keine Einrichtungsgebühr, die Testphase verlangt keine Zahlungsdaten und gilt laut AGB je freigeschaltetem Nutzer, und der Monatsvertrag endet laut Anbieter zum Ende des laufenden Monats. Im DATEV-Umfeld, wo Preise sonst gerne hinter “auf Anfrage” verschwinden, ist diese Offenheit ein echter Pluspunkt.
Stärken im Detail
Die Ablage ist der eigentliche Kern, nicht der Chat. Die meisten KI-Werkzeuge für Kanzleien enden beim Textvorschlag. Clara geht den Schritt weiter, der in der Praxis die Zeit frisst: Das Dokument landet mit vorbelegtem Mandanten, Ordner, Register, Veranlagungsjahr, Belegdatum und Bezeichnung im bestehenden DATEV DMS, inklusive Kennzeichnung als Handakte. Laut Produktseite liest Clara Belege per OCR aus, trennt Sammel-PDFs seitenweise und hängt neue Dokumente an eine bestehende Vorgangsmappe an, statt sie daneben abzulegen. Eine Migration der Struktur ist laut Anbieter nicht nötig, Clara arbeitet in der Ablage, die die Kanzlei ohnehin hat.
Freigabe bei der Ablage ist erzwungen. Der Anbieter beschreibt das Prinzip klar: Eine DMS-Ablage braucht immer eine Bestätigung, davor sieht man Vorschau, Ziel und Metadaten auf einer Karte. In der Sammelablage lassen sich laut Anbieter bis zu 100 E-Mails in einem Durchgang freigeben, mit Ergebnisbericht. Mails legt Clara standardmäßig als Entwurf ab, die FAQ nennt allerdings einen optional aktivierbaren automatischen Versand für unkritische Standardvorgänge wie Eingangsbestätigungen. Das ist der berufsrechtlich sinnvolle Weg, solange die Kanzlei diese Option bewusst eng hält, weil die Verantwortung beim Berufsträger bleibt und trotzdem der Löwenanteil der Klickarbeit entfällt.
Ehrlicher Umgang mit Zweifelsfällen. Wenn die Mandantenzuordnung nicht eindeutig ist, legt Clara nicht ab, sondern überspringt den Fall mit dokumentierter Begründung. Laut Anbieter werden Ablagehistorie und Prüfprotokoll mitgeschrieben. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber der Unterschied zwischen einem Werkzeug, dem man vertraut, und einem, das falsch einsortierte Dokumente produziert, die niemand mehr findet. Die vom Anbieter genannte Trefferquote von über 95 Prozent nach der Kalibrierung stammt aus seinen Pilotkanzleien und ist nicht unabhängig gemessen.
Datenschutzdokumentation über dem Marktniveau. Das Trust Center nennt Regionen und Modelle beim Namen: Google Cloud europe-west3 und Amazon Bedrock eu-central-1, beide Frankfurt, dazu Claude Sonnet und Claude Haiku. Es sichert Zero Data Retention nach §7 des AVV zu, schließt Modelltraining mit Mandantendaten aus, nennt AES-256 im Ruhezustand und TLS 1.2 aufwärts im Transport, eine Meldefrist von 48 Stunden bei Datenschutzverletzungen und verweist auf Zusatzvereinbarungen zum Berufsgeheimnis mit AWS und Google Cloud. Viele deutlich größere Anbieter liefern diese Informationen erst nach einem Vertriebsgespräch.
Offizielle Schnittstelle statt Screenscraping. Der Anbieter nutzt nach eigener Angabe DATEVconnect, die dokumentierte Schnittstelle von DATEV, und grenzt sich explizit von Werkzeugen ab, die DATEV-Oberflächen automatisiert bedienen. Laut Trust Center läuft die Anbindung über einen technischen Connector der Riecken Webservice Application GmbH, der als DATEV-zertifizierte Schnittstelle beschrieben wird und Daten nur durchreicht. Screenscraping-Lösungen brechen bei Änderungen an den DATEV-Masken, eine dokumentierte Schnittstelle ist dafür deutlich weniger anfällig.
Regeln und Skills ohne Workflow-Editor. Automatisierungen werden in normaler Sprache beschrieben, etwa nach dem Muster “Bankbelege von Mandant X immer in Ordner Y ablegen”. Wiederkehrende Abläufe lassen sich laut Anbieter zusätzlich als eigene Skills im Chat anlegen, bedienen lässt sich der Chat auch per Sprachdiktat. Für Kanzleien ohne IT-Abteilung ist das der Unterschied zwischen einer Automatisierung, die tatsächlich eingerichtet wird, und einer, die im Projektplan stehen bleibt.
Schwächen ehrlich betrachtet
Der Anbieter ist sehr jung und sehr klein. Hinter Clara steht die Intoconvo GmbH aus Potsdam mit zwei vertretungsberechtigten Geschäftsführern und laut Anbieter vier Gründern. Im Handelsregister ist die GmbH seit Mai 2026 eingetragen, mit 25.000 Euro Stammkapital. Die Mitgliedschaft im Institut für Digitalisierung im Steuerrecht ist öffentlich belegt, die Pre-Seed-Finanzierung über 500.000 Euro kennen wir nur aus dem Blog des Anbieters. Für ein Marketingwerkzeug wäre das Alter egal, für einen Prozess, der unter das Berufsgeheimnis fällt und in der DMS-Ablage die Akte verändert, ist es das nicht. Kläre vor dem Rollout, was passiert, wenn der Anbieter das Produkt einstellt: Die Dokumente liegen dann zwar im DATEV DMS, die Regeln, Zuordnungen und der Verlauf aber nicht mehr.
Die Kanzleizahl ist eine Anbieterangabe, einzelne Kunden sind belegt. Auf der Startseite steht heute “50+ Steuerkanzleien vertrauen uns”, dazu ein Logoband mit elf Kanzleien. Auf den Websites dieser Kanzleien fanden wir keinen Hinweis auf Clara. Auf dem Bewertungsportal OMR Reviews stehen aber zwölf Bewertungen verifizierter Nutzer aus Steuerkanzleien, vier davon aus Kanzleien des Logobands. Die Bewertungen entstanden fast alle zwischen Ende August und Anfang September 2026 und liegen durchweg bei 4,5 oder 5 Sternen, das spricht für eine vom Anbieter angestoßene Aktion. Einzelne Kritik gibt es trotzdem, etwa an den Kosten bei mehreren Nutzern und an der Geschwindigkeit. Dass es echte Kundenkanzleien gibt, ist damit belegt, die Gesamtzahl nicht. Bitte den Anbieter im Verkaufsgespräch um zwei Referenzkanzleien, mit denen du sprechen darfst.
Die DATEV-Zertifizierung liegt nicht bei Clara. Das Trust Center beschreibt die zertifizierte Schnittstelle als Leistung eines Drittanbieters, der Riecken Webservice Application GmbH. “Offizielle DATEV-Schnittstelle” heißt hier also: Clara nutzt einen zertifizierten Connector, nicht: Clara selbst ist ein DATEV-Marktplatz-Partner. Das ist kein Mangel an sich, denn DATEV schreibt selbst, dass Schnittstellen auch ohne Partnerschaft umgesetzt werden können, und der Partnerstatus setzt einen Datenservice mit mindestens 25 nutzenden Kunden voraus. Das Zertifikat des Connector-Dienstleisters konnten wir aber nicht unabhängig einsehen. Lass es dir schriftlich bestätigen, bevor du unterschreibst.
Aktenablage nur mit DATEV. Die Ablage und der Aktenzugriff setzen DATEV voraus. Wer Agenda, Addison, Simba oder Lexware einsetzt, kann Clara im Tarif Agent als Postfach-Agenten mit Entwürfen, To-dos, Rechtsdatenbank und Bescheidprüfung nutzen, aber ohne Aktenanbindung, und damit fällt der Teil weg, der den Aufpreis rechtfertigt. Innerhalb der DATEV-Welt hängt der Umfang vom DATEV-Produkt ab: Die schlankere DATEV Dokumentenablage kennt laut DATEV keine Dokumente aus mehreren Dateien und keine Vorgangsmappen, dort legt Clara jede Datei als eigenes Dokument ab. Das ist eine Grenze der Dokumentenablage, die jedes angebundene Werkzeug gleich trifft.
Der Preis ist ambitioniert. 250 Euro netto pro aktivem Nutzer und Monat sind für ein Werkzeug, das eine Teilaufgabe automatisiert, viel Geld. Zum Vergleich: Eine Microsoft-365-Copilot-Lizenz liegt bei rund 16 bis 22 Euro pro Nutzer und Monat, eine Fachdatenbank kostet je nach Umfang ähnlich viel wie Clara. Wer alle Mitarbeitenden ausstatten will, landet schnell bei fünfstelligen Jahresbeträgen. Rechne vorher aus, wie viele Stunden tatsächlich anfallen, statt der Zeitersparnis aus der Präsentation zu glauben.
Keine eigenen Sicherheitszertifikate. ISO 27001 und SOC 2 werden im Trust Center für die Infrastrukturanbieter genannt, nicht für Intoconvo selbst. Laut FAQ betreibt der Anbieter ein ISMS nach ISO-27001-Prinzipien und plant die Zertifizierung bis 2027. Ergebnisse von Penetrationstests sind nicht dokumentiert. Für kleine Anbieter ist das üblich, es bleibt aber eine Lücke, die ein Datenschutzbeauftragter ansprechen wird.
Fachliche Qualität konnten wir nicht prüfen. Rechtsdatenbank, Bescheidprüfung und Antwortentwürfe haben wir nicht in der Praxis geprüft, unsere Bewertung stützt sich auf öffentlich zugängliche Quellen. Die Demo-Videos des Anbieters zeigen die Bedienung, ersetzen aber keine unabhängige Prüfung. Gerade die Rechtsdatenbank konkurriert mit über Jahrzehnte gewachsenen Angeboten von Haufe, NWB und Stollfuß. Und die Bescheidprüfung ist berufsrechtlich der heikelste Punkt im ganzen Produkt: Ein übersehener Abweichungspunkt ist ein Haftungsfall, unabhängig davon, welche Software ihn übersehen hat.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Fachliche Steuerrecherche mit Kommentarliteratur und Fundstellen brauchst | Haufe CoPilot Tax |
| Beim DATEV-Standard bleiben und auf die eigenen KI-Funktionen des Anbieters setzen willst | DATEV |
| E-Mail-Entwürfe und Zusammenfassungen für die ganze Kanzlei willst, ohne DATEV-Bezug | Microsoft 365 Copilot |
| Eine DSGVO-konforme KI-Plattform für alle Aufgaben suchst, nicht nur für das Postfach | Langdock |
| Ein Dokumentenmanagement mit KI-Verschlagwortung ohne DATEV-Bindung brauchst | d.velop documents |
Der Markt für Kanzlei-KI ist gerade in Bewegung, ein Standard hat sich nicht herausgebildet. Neben Clara positionieren sich mehrere junge deutsche Anbieter im gleichen Feld, und DATEV selbst baut KI-Funktionen in die eigenen Programme ein. Wer heute entscheidet, sollte deshalb kurze Vertragslaufzeiten bevorzugen. Clara ist in diesem Umfeld der spezialisierteste Zuschnitt: Kein anderes der oben genannten Werkzeuge verbindet Postfach, Mandantenzuordnung und DMS-Ablage in einem Ablauf.
So steigst du ein
Schritt 1: Testphase mit einem echten Postfach, aber wenigen Mandaten. Der Anbieter bietet 14 Tage kostenlos ohne Zahlungsdaten an. Nutze sie nicht mit Testdaten, sondern mit einem realen, aber überschaubaren Ausschnitt, sonst erfährst du nichts über die Trefferquote bei der Mandantenzuordnung. Kläre vorher die DATEV-Seite: Welche Nutzer bekommen welche Rechte, wie ist die Nutzerzuordnung gesetzt, wer darf ablegen, und ob bei dir DATEV DMS oder nur die Dokumentenablage läuft.
Schritt 2: Datenschutz und Berufsrecht vor dem Rollout klären, nicht danach. Fordere den AVV nach Art. 28 DSGVO inklusive TOMs an, dazu die Zusatzvereinbarungen zum Berufsgeheimnis für AWS und Google Cloud, die der Anbieter nur auf Anfrage herausgibt. Prüfe die Verarbeitungsregionen und die Zero-Data-Retention-Zusage mit deinem Datenschutzbeauftragten, und ordne die Einbindung berufsrechtlich ein, insbesondere die Vorgaben zur Inanspruchnahme von Dienstleistern nach § 62a StBerG (Vertrag in Textform, Verschwiegenheitsverpflichtung) und § 203 StGB. Diese Prüfung ist der Grund, warum viele Kanzleien nach vier Wochen Testphase doch nicht starten, mach sie parallel zum Test.
Schritt 3: In der Reihenfolge Ablage, Entwürfe, Regeln ausrollen. Beginne mit der DMS-Ablage, das ist der messbare Nutzen und der ungefährlichste Einstieg. Danach die Antwortentwürfe, bei denen jede Mail vor dem Versand gelesen wird. Erst wenn beides sitzt, lohnen sich Automatisierungsregeln. Behalte die Freigabepflicht bei, lass den optionalen automatischen Versand aus, und ziehe in den ersten Wochen wöchentlich Stichproben aus der Ablage, um die Trefferquote bei Mandant, Ordner und Veranlagungsjahr zu prüfen.
Schritt 4 (empfohlen): Ausstiegsszenario definieren. Halte schriftlich fest, wie du im Fall einer Anbieterinsolvenz weiterarbeitest und welche Daten du zurückbekommst. Der Anbieter stellt laut Trust Center nach Vertragsende Löschung oder Rückgabe zur Wahl, lass dir das konkret beschreiben.
Ein konkretes Beispiel
Ein Rechenbeispiel, kein Erfahrungsbericht einer Kanzlei: Eine Steuerkanzlei in Münster mit zwei Berufsträgern, fünf Fachangestellten und einem Sekretariat bekommt täglich rund 120 E-Mails im Kanzleipostfach, darunter etwa 40 Dokumente, die ins DATEV DMS gehören. Die Ablage macht bisher das Sekretariat: öffnen, Mandant identifizieren, richtigen Ordner und Register suchen, Veranlagungsjahr und Bezeichnung setzen, speichern. Realistisch sind das 60 bis 90 Sekunden pro Dokument, also gut eine Stunde am Tag. Mit vorbelegten Feldern und Sammelfreigabe schrumpft der Vorgang auf Sichtprüfung und Klick, sagen wir 20 Sekunden pro Dokument. Das sind rund 40 gesparte Minuten täglich, etwa 13 Stunden im Monat. Bei drei Lizenzen für Agent + DMS kostet Clara 750 Euro netto im Monat, die eingesparte Zeit ist bei 50 Euro Vollkosten je Stunde etwa 650 Euro wert. Rechnet sich also erst, wenn zusätzlich Antwortentwürfe, Suche und Fristen-To-dos genutzt werden, und nicht, wenn die Kanzlei nur ablegt. Der Anbieter setzt deutlich höher an: 2 bis 5 Minuten je abgelegtem Dokument ohne Clara und 8 bis 12 Stunden Zeitgewinn pro Fachkraft und Woche, abgeleitet aus eigenen Pilotkanzleien und Selbstauskünften aus 48 Gesprächen. Das sind Herstellerzahlen, keine unabhängige Messung. Genau diese Rechnung solltest du mit deinen eigenen Zahlen aufmachen, bevor du unterschreibst.
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DSGVO & Datenschutz
- Anbieter: Intoconvo GmbH, Christophorusweg 13, 14476 Potsdam, HRB 42153 P beim Amtsgericht Potsdam, im Handelsregister eingetragen seit Mai 2026, Geschäftsführer Marc Handschug und Elias Bienek. Deutscher Anbieter, deutschsprachiger Support, deutschsprachige Oberfläche.
- Verarbeitung: Laut Trust Center Google Cloud in der Region europe-west3 (Frankfurt) und Amazon Bedrock in eu-central-1 (Frankfurt). Vertragspartner sind die europäischen Konzerngesellschaften Google Cloud EMEA Ltd. und Amazon Web Services EMEA SARL, die Muttergesellschaften sitzen in den USA. Für streng ausgelegte Prüfungen bleibt das ein Punkt, den du bewerten musst.
- Sprachmodelle: Claude Sonnet und Claude Haiku über Amazon Bedrock sowie Google-Cloud-Modelle. Der Anbieter sichert Zero Data Retention nach §7 des AVV zu, es findet also laut Vertrag keine dauerhafte Speicherung beim Modellanbieter statt.
- Training: Mandanten- und E-Mail-Inhalte fließen laut Anbieter nicht in das Modelltraining.
- AVV: Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO inklusive technischer und organisatorischer Maßnahmen, laut Anbieter beim Onboarding je Kanzlei geschlossen. Datenschutzverletzungen meldet der Anbieter laut AVV binnen 48 Stunden.
- Berufsgeheimnis: Der Anbieter beschreibt einen eigenen §203-StGB-Paragraphen im AVV, nimmt die Verschwiegenheitsverpflichtung nach § 62a StBerG in den Vertrag auf, verpflichtet Mitarbeitende und Unterauftragnehmer und verweist auf Zusatzvereinbarungen zum Berufsgeheimnis mit AWS und Google Cloud, die er nur auf Anfrage herausgibt. Lass dir diese Dokumente vor Vertragsschluss aushändigen, sie sind der entscheidende Baustein für die berufsrechtliche Zulässigkeit.
- Verschlüsselung: AES-256 im Ruhezustand, TLS 1.2 und höher im Transport.
- Zertifizierungen: ISO 27001 und SOC 2 werden für die Infrastrukturanbieter angeführt, eine eigene Zertifizierung von Intoconvo gibt es nicht, laut Anbieter ist ISO 27001 bis 2027 geplant.
- Nach Vertragsende: Löschung oder Rückgabe der Daten nach Wahl der Kanzlei.
- Empfehlung für Kanzleien: Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, das Verarbeitungsverzeichnis ergänzen und den Berufshaftpflichtversicherer informieren. Die Verantwortung für jede freigegebene Antwort und jede abgelegte Akte bleibt beim Berufsträger.
Gut kombiniert mit
- DATEV: Ohne DATEV bleibt Clara ein Postfach-Agent, mit DATEV DMS ist es die Ergänzung, die dem Kanzleiprogramm fehlt. DATEV liefert Akte, Stammdaten und Rechteverwaltung, Clara übernimmt die Vorarbeit im Postfach und schreibt in die bestehende Struktur zurück.
- Haufe CoPilot Tax: Für die fachliche Tiefe. Clara beantwortet Fragen laut Anbieter mit einer eigenen Rechtsdatenbank aus Gesetzen, Entscheidungen und BMF-Schreiben, für komplexe Fälle mit Kommentarliteratur bleibt eine etablierte Fachdatenbank die verlässlichere Quelle. Beide Werkzeuge greifen an verschiedenen Stellen des gleichen Falls an.
- Langdock: Für alles außerhalb des Kanzleipostfachs, etwa Mandantenrundschreiben, interne Dokumentation oder Auswertungen. Clara ist bewusst eng zugeschnitten, eine allgemeine KI-Plattform mit EU-Hosting deckt den Rest ab, ohne dass jemand Mandantendaten in einen privaten ChatGPT-Zugang kopiert.
Häufige Fragen zu Clara
Was kostet Clara für eine Steuerkanzlei? 150 Euro netto pro aktivem Nutzer und Monat für den Agenten ohne DATEV-Zugriff, 250 Euro netto mit DMS-Anbindung. Bei Jahreszahlung nennt der Anbieter 20 Prozent Rabatt, also 120 beziehungsweise 200 Euro. Abgerechnet wird nur, wer im Monat mit Clara gearbeitet hat, eine Einrichtungsgebühr gibt es nicht. Ab zehn Nutzern gibt es eine Kanzleilösung nach Kanzleigröße. Eine 14-tägige Testphase je Nutzer ist ohne Zahlungsdaten möglich.
Ist Clara DATEV-zertifiziert? Clara selbst ist kein DATEV-Marktplatz-Partner. Der Anbieter nutzt nach eigener Angabe DATEVconnect und grenzt sich von Screenscraping ab. Laut Trust Center läuft die Anbindung über einen technischen Connector der Riecken Webservice Application GmbH, der als DATEV-zertifizierte Schnittstelle beschrieben wird. Eine Partnerschaft ist für die Nutzung von DATEV-Schnittstellen laut DATEV keine Voraussetzung. Das Zertifikat des Connectors konnten wir nicht unabhängig einsehen, frage es im Vertriebsgespräch schriftlich ab.
Verschickt Clara E-Mails eigenständig? Standardmäßig nicht. Laut Anbieter legt Clara Antworten als Entwurf ab, versendet wird durch die Mitarbeitenden. Die FAQ nennt einen automatischen Versand, den die Kanzlei für unkritische Standardvorgänge wie Eingangsbestätigungen selbst aktivieren kann. In die Akte geht ohne Bestätigung nichts, bei mehreren Vorgängen auch als Sammelablage von laut Anbieter bis zu 100 E-Mails je Durchgang.
Wo werden die Daten verarbeitet? In Frankfurt: Google Cloud europe-west3 und Amazon Bedrock eu-central-1. Vertragspartner sind die europäischen Gesellschaften der beiden Anbieter. Der Anbieter sichert Zero Data Retention und den Ausschluss von Modelltraining mit Mandantendaten vertraglich zu.
Funktioniert Clara ohne DATEV? Ja, als Postfach-Agent. Der Tarif Agent bringt laut Anbieter Chat, Antwortentwürfe, Regeln, To-dos, Routinemails, Rechtsdatenbank, Bescheidprüfung, Terminbuchung und eigene Skills ohne DATEV, mit Microsoft 365, Exchange oder IMAP. Ablage, Aktenzugriff und die Suche in der Akte setzen DATEV voraus. Für Kanzleien mit Agenda, Addison, Simba oder Lexware fällt damit der Teil weg, der den Aufpreis für Agent + DMS rechtfertigt.
Unser Fazit
Clara bekommt 4 von 5 Sternen. Das Produkt ist klug zugeschnitten: Es löst nicht “KI für Kanzleien” im Allgemeinen, sondern die Ablage- und Zuordnungsarbeit im Postfach, also genau die Aufgabe, die im Kanzleialltag Stunden kostet und niemandem Spaß macht. Das erzwungene Freigabeprinzip bei der Ablage passt zum Berufsrecht, die Vorbelegung der DMS-Felder ist die eigentliche Leistung, und die Dokumentation im Trust Center ist detaillierter als bei manchem Konzernanbieter. Öffentliche Preise und eine Testphase ohne Zahlungsdaten rechnen wir zusätzlich positiv an.
Zum fünften Stern fehlen drei Punkte, von denen zwei nach unserer Korrektur weniger schwer wiegen als in der ersten Fassung dieser Seite: Erstens die Anbieterrisiken, die unverändert bleiben. Eine erst im Mai 2026 eingetragene GmbH mit zwei Geschäftsführern trägt hier einen Prozess, der unter das Berufsgeheimnis fällt, und die Angabe von über 50 Kanzleien ließ sich nicht unabhängig prüfen, auch wenn einzelne Kundenkanzleien über ein Bewertungsportal belegt sind. Zweitens die Zertifizierungslage: Die DATEV-Anbindung ist über einen Drittanbieter zertifiziert, nicht durch Clara selbst, eine Partnerschaft verlangt DATEV dafür allerdings nicht, und eigene Sicherheitszertifikate fehlen. Drittens der Preis: Abgerechnet wird laut Anbieter nur für aktive Postfächer und ohne Einrichtungsgebühr, bei 250 Euro pro Kopf und Monat geht die Rechnung aber nur mit einer sehr konkreten Zeitersparnis auf. Für eine DATEV-Kanzlei mit viel Posteingang ist der 14-Tage-Test trotzdem eine der lohnenderen Stunden, die man in KI investieren kann, mit kurzer Laufzeit, schriftlicher Zusicherung zur Zertifizierung und einem definierten Ausstiegsszenario.
Was wir bemerkt haben
- September 2026, Clara wurde uns vom Anbieter selbst zur Aufnahme vorgeschlagen. Wir haben alle Angaben gegen die Website des Anbieters geprüft. Alles, was in diesem Text mit “laut Anbieter” markiert ist, stammt aus Anbietermaterial und ist nicht unabhängig belegt.
- September 2026, Die Preise stehen offen auf der Website (150 und 250 Euro netto pro Nutzer und Monat). Das ist im DATEV-Umfeld ungewöhnlich, dort verschwinden Preise meist hinter “auf Anfrage”. Der DMS-Zugriff, also die Kernfunktion, kostet dabei 100 Euro Aufpreis pro Nutzer.
- September 2026, Der DATEV-Connector läuft laut Trust Center über die Riecken Webservice Application GmbH, die Zertifizierung liegt damit beim Dienstleister und nicht bei Clara. DATEV bestätigt in seiner FAQ für Software-Hersteller, dass Schnittstellen auch ohne Partnerschaft umgesetzt werden können. Ein Zertifikat des Connectors haben wir nicht gesehen.
- September 2026, Als Sprachmodelle nennt der Anbieter Claude Sonnet und Claude Haiku über Amazon Bedrock (eu-central-1) sowie Google-Cloud-Modelle in europe-west3. Beide Regionen liegen in Frankfurt, Vertragspartner sind die europäischen Gesellschaften von AWS und Google. Zero Data Retention ist laut Trust Center in §7 des AVV vertraglich zugesichert.
- September 2026, Die Produktseiten ändern sich in kurzen Abständen. Zwischen unserer ersten Prüfung am 10. September und dem 26. September stieg die genannte Sammelablage von zwanzig auf 100 E-Mails je Durchgang, die Kündigungsfrist im Monatsvertrag wich dem Monatsende, und Terminbuchung, Dateien aus dem Chat und die Abrechnung nur aktiver Nutzer kamen auf die Preisseite. Prüfe Preise und Funktionsumfang vor einer Entscheidung erneut.
- September 2026, Der Anbieter hat unsere Bewertung per Einspruch angefochten und Quellen nachgereicht. Wir haben jeden Punkt nachgeprüft, auch über das Internet-Archiv und unabhängige Quellen. Korrigiert haben wir: Der Tarif Agent läuft ohne DATEV, das hatten wir zu pauschal als “DATEV oder nichts” beschrieben. Die Grenze der DATEV Dokumentenablage (eine Datei pro Dokument, keine Vorgangsmappen) ist laut DATEV-Hilfe eine Eigenschaft des DATEV-Produkts, nicht von Clara. Unabhängige Nutzerstimmen gab es entgegen unserer ersten Aussage schon, auf OMR Reviews, vier davon aus Kanzleien, die der Anbieter als Kunden nennt. Ergänzt haben wir fehlende Funktionen und die Abrechnung nur aktiver Nutzer. Die frühere Angabe von 20 Dokumenten war zum Prüfzeitpunkt richtig, das zeigt das Archiv. Die Sternebewertung haben wir nach dieser Korrektur von 3 auf 4 von 5 angehoben, weil die Zertifizierungs- und die Preiskritik weniger schwer wiegen als zuvor angenommen. Die Anbieterrisiken bleiben der Grund, warum der fünfte Stern fehlt. Nur vom Anbieter belegt bleiben die Zahl von über 50 Kanzleien, die Trefferquote von über 95 Prozent, die Zeitersparnis, die Finanzierungsrunde und das DATEV-Zertifikat des Connectors.
Quellen
- Clara: Startseite. https://clara-agent.de/ (abgerufen am 2026-09-26). Positionierung als KI-Agent für Steuerkanzleien, Funktionen (Antwortentwürfe im Kanzleistil, To-do-Liste, DMS-Ablage per Klick, Regeln in natürlicher Sprache, Suche in Outlook und DMS, Bescheidprüfung, Rechtsdatenbank mit Fundstellen, Routinemails), Anbieterangabe 50+ Steuerkanzleien, Logoband mit elf Kanzleien, drei namentliche Kundenzitate.
- Clara: Preise. https://clara-agent.de/preise (abgerufen am 2026-09-26). Agent 150 €/Nutzer/Monat netto mit Chat, Antwortentwürfen, Regeln, To-do-Liste, Routinemails, Gesetzesdatenbank, Bescheidprüfung, Dateien aus dem Chat, Terminbuchung und eigenen Skills, Zeile 'Alle Funktionen außerhalb von DATEV', Agent + DMS 250 €/Nutzer/Monat netto (DMS-Zugriff 100 € Aufpreis), Kanzleilösung ab 10 Nutzern nach Kanzleigröße, 20 Prozent Rabatt bei Jahreszahlung (120 € bzw. 200 €), Abrechnung pro aktivem Nutzer, keine Setup-Gebühr, 14 Tage kostenlos testen ohne Zahlungsdaten, Monatsvertrag endet zum Ende des laufenden Monats.
- Clara: Preise (Archivstand 14.09.2026, Wayback Machine). https://web.archive.org/web/20260914121818/https://clara-agent.de/preise (abgerufen am 2026-09-26). Stand kurz nach unserer ersten Prüfung: Agent-Tarif mit Chat, Antwortentwürfen, Regeln, To-do-Liste, Routinemails, Gesetzesdatenbank und Bescheidprüfung, noch ohne Terminbuchung und Dateien, keine Angabe zur Abrechnung aktiver Nutzer auf der Preisseite, Monatsvertrag mit 7 Tagen Kündigungsfrist.
- Clara: FAQ (Stand 22. September 2026). https://clara-agent.de/faq (abgerufen am 2026-09-26). Zielgruppe Steuerkanzleien von 1 bis 200 Mitarbeitenden inklusive Einzelkanzlei, DATEV keine Voraussetzung für den Tarif Agent, E-Mail über Microsoft 365, Exchange oder IMAP/SMTP, kein Gmail, Anbindung über DATEVconnect, aktives Postfach als Abrechnungsgrundlage, Sprachbedienung im Chat, Auto-Send für unkritische Standardvorgänge optional aktivierbar, Trefferquote über 95 Prozent nach Kalibrierung als Anbieterangabe, keine ISO-27001-Zertifizierung mit Ziel 2027.
- Clara: Trust Center. https://clara-agent.de/trust-center (abgerufen am 2026-09-26). Verarbeitung auf Google Cloud europe-west3 (Frankfurt) und Amazon Bedrock eu-central-1 (Frankfurt), Modelle Claude Sonnet und Claude Haiku sowie Google-Cloud-KI-Modelle, Zero Data Retention nach §7 AVV, kein Modelltraining mit Mandantendaten, AVV nach Art. 28 DSGVO inklusive TOMs, §203-StGB-Paragraph im AVV, § 62a StBerG als Vertragsbestandteil, 48-Stunden-Meldefrist, Zusatzvereinbarungen für AWS und Google Cloud auf Anfrage, AES-256 at rest und TLS 1.2+ in transit, ISO 27001 und SOC 2 der Infrastrukturanbieter, DATEV-Connector über Riecken Webservice Application GmbH (DATEV-zertifizierte Schnittstelle).
- Clara: DMS-Ablage. https://clara-agent.de/produkt/dms-ablage (abgerufen am 2026-09-26). Ablage in DATEV DMS in die bestehende Ordnerstruktur, vorbelegte Felder (Mandant, Ordner, Register, Veranlagungsjahr, Belegdatum, Bezeichnung, Dokumentstatus, Handakte-Kennzeichnung), OCR, seitenweises Splitten von Sammel-PDFs, Anhängen an bestehende Vorgangsmappen, Sammelablage bis zu 100 E-Mails je Durchgang, ohne Bestätigung wird nichts abgelegt, DATEV Dokumentenablage mit einer Datei je Dokument, Ablage nur mit DATEV.
- Clara: DMS-Ablage (Archivstand 14.09.2026, Wayback Machine). https://web.archive.org/web/20260914121819/https://clara-agent.de/produkt/dms-ablage (abgerufen am 2026-09-26). Sammelablage 'auch zwanzig auf einmal', Stand vier Tage nach unserer ersten Prüfung.
- Clara vs Dr. Mailo (Archivstand 21.09.2026, Wayback Machine). https://web.archive.org/web/20260921122616/https://clara-agent.de/vergleiche/dr-mailo (abgerufen am 2026-09-26). Anbieterseite nannte bis mindestens 21.09.2026 'Clara bis zu 25 E-Mails je Batch', heute 100.
- Clara: Funktionsübersicht. https://clara-agent.de/produkt (abgerufen am 2026-09-26). Excel-, CSV-, PDF- und Word-Dateien aus dem Chat, Terminbuchung über verbundene Kalender nach Bestätigung, Routinemails im Stapel ohne Serienbrief.
- Clara: Changelog. https://clara-agent.de/changelog (abgerufen am 2026-09-26). Sprachdiktat im Chat seit 1. Juni 2026, DMS-Ablage auch mit DATEV Dokumentenablage seit 29. Juli 2026 (jeder Anhang wird ein eigenes Dokument, keine Vorgangsmappen).
- Clara: AGB (Stand Mai 2026). https://clara-agent.de/agb (abgerufen am 2026-09-26). Ziffer 5.1: kostenlose 14-tägige Testphase pro freigeschaltetem Nutzer.
- Clara: Über uns. https://clara-agent.de/ueber-uns (abgerufen am 2026-09-26). Vier Co-Founder (Marc Handschug, Conrad Denzer, Elias Bienek, Jona Wilmsmann), Gründung 2025 laut Anbieter, Pre-Seed-Runde über 500.000 € laut Anbieter.
- Clara: Impressum. https://clara-agent.de/impressum (abgerufen am 2026-09-26). Anbieter Intoconvo GmbH, Christophorusweg 13, 14476 Potsdam, HRB 42153 P Amtsgericht Potsdam, vertretungsberechtigte Geschäftsführer Marc Handschug und Elias Bienek.
- North Data: Registerdaten Intoconvo GmbH. https://www.northdata.de/Intoconvo+GmbH,+Potsdam/Amtsgericht+Potsdam+HRB+42153+P (abgerufen am 2026-09-26). Handelsregister-Eintragung am 18.05.2026, Geschäftsführer Elias Bienek und Marc Handschug, Stammkapital 25.000 €, Gesellschafterliste vom 23.04.2026.
- OMR Reviews: Clara Agent. https://omr.com/de/reviews/product/clara-agent (abgerufen am 2026-09-26). 12 Bewertungen verifizierter Reviewer vom 24.08. bis 14.09.2026, Schnitt 4,83 von 5, darunter Nutzer aus den Kanzleien Klug, kaspers, Dyzak & Sistermanns und Hofmann und Wittlinger, Kritik u. a. an Kosten bei mehreren Nutzern und Geschwindigkeit.
- Institut für Digitalisierung im Steuerrecht: Mitglieder. https://idst.tax/mitglieder/ (abgerufen am 2026-09-26). 'Clara by Intoconvo' in der Mitgliederliste, Kategorie Unternehmen.
- DATEV-Hilfe 1009186: Funktionsvergleich DATEV DMS / Dokumentenablage. https://www.datev.de/hilfe/1009186 (abgerufen am 2026-09-26). Dokumentstrukturen, bei denen ein Dokument aus mehreren Dateien und Verknüpfungen besteht, gibt es nur in DATEV DMS, nicht in der Dokumentenablage.
- DATEV-Hilfe 1007194: DATEV DMS: Vorgangsmappe anlegen. https://www.datev.de/hilfe/1007194 (abgerufen am 2026-09-26). Die Vorgangsmappe ist für DATEV DMS dokumentiert (betrifft Produkte: DATEV DMS).
- DATEV: FAQ für Software-Hersteller. https://www.datev.de/web/de/berufsgruppenuebergreifend/ueber-datev/portfolio/oekosystem/partnering/datev-marktplatz/faq-fuer-softwarehersteller (abgerufen am 2026-09-26). DATEV-Schnittstellen können auch ohne Partnerschaft mit DATEV umgesetzt werden, die Kategorie Schnittstellen Partner setzt einen DATEV-Datenservice voraus, den mindestens 25 Kunden nutzen.
- DATEV: DATEVconnect Dokumentenmanagement. https://www.datev.de/web/de/shop/produkt-details/datevconnect-dokumentenmanagement-63218 (abgerufen am 2026-09-26). DATEV-Produkt zur Anbindung von Software anderer Hersteller an DATEV DMS oder Dokumentenablage, Umsetzung und Umfang liegen beim jeweiligen Softwarehersteller.
- § 62a StBerG: Inanspruchnahme von Dienstleistern. https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__62a.html (abgerufen am 2026-09-26). Vertrag mit dem Dienstleister in Textform, Verpflichtung zur Verschwiegenheit unter Belehrung über die strafrechtlichen Folgen, sorgfältige Auswahl.
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