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DATEV

DATEV eG

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Die führende Softwarelösung für Steuerberater und Kanzleien in Deutschland. DATEV verbindet Steuerberater mit Mandanten in einem geschlossenen, DSGVO-nativen System — mit zunehmenden KI-Funktionen für Belegverarbeitung, Jahresabschlussvorbereitung und Kommunikation.

Kosten: Lizenzmodell ab ca. 50 EUR/Monat (Unternehmen online), Kanzleisoftware ab ca. 150 EUR/Monat je nach Modul und Mandatsgröße

Stärken

  • Marktstandard in deutschen Steuerkanzleien — über 40.000 Steuerberatungskanzleien nutzen DATEV
  • Tiefe Integration mit Finanzbehörden: ELSTER-Übermittlung direkt aus der Software
  • Deutsches Rechenzentrum in Nürnberg — DSGVO-nativ, kein US-Cloud-Risiko
  • KI-Beleglese erkennt Belege automatisch und schlägt Kontierung vor
  • Geschlossenes Ökosystem schützt Mandantendaten durch Ende-zu-Ende-Sicherheit

Einschränkungen

  • Hohe Einstiegshürde: DATEV erfordert Schulung und wird in der Regel nur über Steuerberater zugänglich
  • Lizenzkosten sind erheblich — für kleine Kanzleien oder Einzelkämpfer oft zu teuer
  • KI-Funktionen sind noch im Aufbau, nicht auf dem Niveau spezialisierter KI-Tools
  • Vendor-Lock-in: Wechsel zu anderen Systemen ist komplex und datenmigrationslastig
  • Keine internationale Ausrichtung — rein für den deutschen Markt konzipiert

Passt gut zu

Steuerberater Kanzleien Lohnbuchhaltung Jahresabschluss Mandantenkommunikation

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du bist Steuerberater oder Kanzleimitarbeiter und arbeitest täglich mit Mandantendaten
  • Du als Unternehmen arbeitest mit einem DATEV-Steuerberater und willst Belege digital übertragen
  • Datenschutz ist für dich nicht verhandelbar — du brauchst deutsche Server
  • Du brauchst direkte ELSTER-Integration für Steuerübermittlungen

Wann nein

  • Du suchst eine günstige Buchhaltungssoftware für kleine Unternehmen ohne Steuerberater
  • Du willst ein Cloud-First-Tool mit moderner UX und Self-Service-Onboarding
  • Du arbeitest international und brauchst mehrsprachige Unterstützung
  • Du brauchst ein vollwertiges ERP-System mit Warenwirtschaft

Kurzfazit

DATEV ist das Rückgrat der deutschen Steuerlandschaft — über 40.000 Kanzleien setzen darauf, weil es schlicht kein alternatives Ökosystem gibt, das so tief in die deutschen Finanzbehörden integriert ist. Die Software ist kein Werkzeug für Abenteurer: Sie erfordert Schulung, Kanzleizugang und erhebliche Lizenzkosten. Wer aber in einem deutschen Steuerbüro arbeitet oder einen DATEV-Steuerberater hat, bekommt Datensicherheit und Behördenintegration auf einem Level, das keine Cloud-Alternative aus dem Silicon Valley bieten kann. Die KI-Funktionen sind vielversprechend aber noch nicht ausgereift.

Für wen ist DATEV?

Steuerberatungskanzleien: Das ist DATEVs Kernklientel. Die Software deckt den gesamten Kanzleialltag ab — von der Mandatsverwaltung über Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer bis zur Lohnbuchhaltung. Kein anderes System ist so tief in die deutschen Steuergesetze und ELSTER-Schnittstellen eingebettet.

Mittelständische Unternehmen mit DATEV-Steuerberater: Über “DATEV Unternehmen online” hast du als Mandant direkten Zugang zum Austausch von Belegen, Bankdaten und Dokumenten mit deiner Kanzlei — ohne E-Mail, ohne Postfach-Chaos, vollständig verschlüsselt.

Lohnbuchhaltungsabteilungen: DATEV LODAS und Lohn und Gehalt sind die meistgenutzten Lohnprogramme in Deutschland. Gehaltsabrechnung, Sozialversicherungsmeldungen, Jahresabschluss der Lohnbuchhaltung — das System kennt jede Sondersituation im deutschen Arbeitsrecht.

Wirtschaftsprüfer: Mit der DATEV-Abschlussprüfersoftware abdeckt DATEV auch den WP-Markt — inklusive risikobasierter Prüfungsplanung und Arbeitsdokumentation.

Weniger geeignet für: Gründer ohne Steuerberater, Freiberufler, die nur eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung brauchen, internationale Unternehmen mit Bedarf an mehrsprachiger Software, oder Unternehmen, die einen modernen UX-Standard erwarten.

Preise im Detail

ProduktPreisZielgruppe
DATEV Unternehmen onlineca. 50–100 EUR/MonatMandanten/Unternehmen
Kanzleisoftware (Basis)ab ca. 150 EUR/MonatSteuerberatungskanzleien
Lohn und Gehalt classicAb ca. 70 EUR/MonatKanzleien, Lohnbuchhaltung
Einkommensteuer comfortAb ca. 90 EUR/MonatKanzleien
DATEV Eigenorganisation comfortca. 80–150 EUR/MonatKanzleimanagement
Modulpakete (Vollausstattung)500–2.000 EUR/MonatMittelgroße Kanzleien

Einordnung: DATEV ist kein Self-Service-SaaS mit transparenter Online-Preisliste. Preise variieren je nach Mandantengröße, Modulkombination und Nutzungsprofil stark. Einzellizenzen für Kanzleien werden über DATEV direkt oder zertifizierte Berater gebucht. Für Mandanten (Unternehmen ohne eigene Kanzlei) sind die Kosten überschaubar — Unternehmen online kostet als Modul im Vergleich zu klassischen ERP-Systemen wenig. Die echte Kostenbelastung tragen Kanzleien, für die DATEV aber gleichzeitig die Grundlage des gesamten Geschäfts ist.

Stärken im Detail

Marktstandard ohne echte Alternative. Über 40.000 Steuerberatungskanzleien und rund 2,5 Millionen Mandanten nutzen DATEV in Deutschland. Das bedeutet: Wer eine Steuerkanzlei betreibt, kommt an DATEV kaum vorbei — und das ist keine Schwäche, sondern Realität. Die Interoperabilität zwischen Kanzleien, Finanzbehörden und DATEV-Rechenzentrum ist einzigartig.

ELSTER-Integration ist tief und verlässlich. Die direkte Übermittlung von Steuererklärungen über DATEV ans Finanzamt ist seit Jahrzehnten erprobt. Es gibt keine Brüche, keine Medienbrüche, keine PDFs, die manuell hochgeladen werden müssen. Die Integration läuft im Hintergrund und DATEV kümmert sich um Formatänderungen bei Gesetzesanpassungen — automatisch.

Deutsches Rechenzentrum in Nürnberg. DATEV betreibt eigene Rechenzentren in Deutschland. Alle Mandantendaten, alle Buchungsdaten, alle Steuerdaten liegen auf deutschen Servern — nicht auf AWS, nicht auf Azure, nicht irgendwo in Irland. Für Steuerberater, die dem Berufsgeheimnis unterliegen, ist das nicht optional, sondern rechtliche Pflicht.

KI-Beleglese nimmt echte Arbeit ab. Die KI-gestützte Beleglese liest Eingangsrechnungen aus — egal ob per Smartphone-Foto oder digitalem Upload — erkennt Betrag, Datum, Lieferant und schlägt eine Kontierung vor. In der Praxis werden 70–80% der Standardbelege vollautomatisch vorgebucht. Das spart Sachbearbeitungszeit und reduziert Fehler.

Sicherheitskonzept ist durchdacht. Zugang zu DATEV-Anwendungen erfordert Hardware-Authentifizierung (SmartCard oder mIDentity-Stick) oder SmartLogin. Das macht einfaches Phishing nahezu unmöglich — ein echter Unterschied zu passwortbasiertem SaaS.

Schwächen ehrlich betrachtet

Die Einstiegshürde ist hoch. DATEV ist keine Software, die man einfach installiert und los nutzt. Die Einarbeitung dauert Monate, Schulungen über das DATEV-Akademie-Angebot sind nötig, und die Benutzeroberfläche wirkt für jemanden, der moderne SaaS-Tools gewohnt ist, alt und überfrachtet. Neuanwender sind oft überfordert.

Preistransparenz fehlt völlig. Es gibt keine öffentliche Preisliste im klassischen SaaS-Sinn. Preise werden nicht online gelistet, Angebote kommen über Vertrieb oder sind an Mitgliedschaften in Berufsverbänden geknüpft. Das macht Kostenplanung für Kanzleigründungen unnötig schwer.

KI-Funktionen hinken spezialisierten Tools hinterher. Die Beleglese ist gut, aber für komplexe Dokumentenanalyse, Mandantenkommunikation oder prädiktive Steuerberatung sind dedizierte KI-Werkzeuge besser. DATEV investiert in KI, aber das Tempo ist langsamer als bei spezialisierten Startups.

Vendor-Lock-in ist real. Wer einmal im DATEV-Ökosystem ist, hat es schwer, zu wechseln. Daten lassen sich exportieren, aber die Datenmigration zu alternativen Systemen (Addison, SAGE, Lexoffice) ist aufwendig und fehleranfällig. Viele Kanzleien bleiben bei DATEV nicht weil es alternativlos gut ist, sondern weil der Wechsel zu teuer wäre.

Mobile Nutzung ist eingeschränkt. Die Hauptprogramme laufen auf Windows-Desktops — mobile Nutzung ist über “Unternehmen online” möglich, aber nicht alle Funktionen sind vollständig mobil verfügbar. Wer hauptsächlich mobil arbeitet, wird frustriert sein.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine einfache Buchhaltungslösung ohne Steuerberater suchstLexware Office
Als Freelancer schnelle Rechnungen und EÜR brauchstLexware Office
Ein modernes Tool mit guter UX und API willstPersonio (für HR)
KI für Dokumentenanalyse brauchst (ohne DATEV-Kopplung)ChatGPT

DATEV ist für Steuerberatung und Steuerberater. Als Mandant ohne eigene Kanzlei brauchst du DATEV nur indirekt — dein Steuerberater nutzt es, du greifst über “Unternehmen online” zu. Als Kanzlei hast du kaum eine Alternative für den deutschen Markt.

So steigst du ein

Schritt 1: Als Unternehmen (Mandant) brauchst du keinen Direktzugang zu DATEV — frage deinen Steuerberater nach den DATEV-Unternehmen-online-Modulen. Du bekommst ein Login für das Portal, über das du Belege hochladen, Bankdaten freigeben und Dokumente austauschen kannst. Aktivierung dauert 1–2 Arbeitstage.

Schritt 2: Aktiviere die DATEV-App auf dem Smartphone für den Belegabruf. Du fotografierst Eingangsrechnungen, die App überträgt sie direkt in das DATEV-Rechenzentrum — von dort übernimmt dein Steuerberater. Die KI-Beleglese erkennt Betrag, Datum und Lieferant automatisch und schlägt die Kontierung vor.

Schritt 3: Nutze das Mandantenportal konsequent statt E-Mail. Dokumente (Verträge, Bescheide, Jahresabschlüsse) laufen über die DATEV-Infrastruktur — Ende-zu-Ende-verschlüsselt, revisionssicher gespeichert und jederzeit abrufbar. Das reduziert E-Mail-Chaos und stellt gleichzeitig sicher, dass keine Mandantendaten über ungesicherte Mailserver laufen.

Ein konkretes Beispiel

Eine mittelgroße Steuerberatungskanzlei in Nürnberg (15 Mitarbeiter, 300 Mandate) nutzt DATEV Beleglese für die gesamte Eingangsrechnungsverarbeitung: Mandanten fotografieren Rechnungen mit der DATEV-App, die KI erkennt alle relevanten Felder und bucht 78% der Standardbelege vollautomatisch vor. Die beiden Sachbearbeiterinnen prüfen nur noch Ausnahmen — unklare Belege, Fremdwährungen, unbekannte Lieferanten. Das Ergebnis: Das Belegvolumen stieg um 40%, ohne zusätzliches Personal. ELSTER-Abgaben laufen direkt aus DATEV heraus, ohne manuelle Zwischenschritte. Und wenn das Finanzamt nachfragt: Alle Belege sind revisionssicher im DATEV-Rechenzentrum archiviert und mit einem Klick abrufbar.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Ausschließlich in Deutschland — DATEV betreibt eigene Rechenzentren in Nürnberg, keine US-Cloud-Anbieter
  • Berufsgeheimnisschutz: DATEV ist explizit auf die Anforderungen des steuerlichen Berufsgeheimnisses ausgelegt — ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber internationalen Cloud-Tools
  • Datenverschlüsselung: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle Mandantendaten und Dokumentenübertragungen
  • Zugangssicherheit: Hardware-basierte Authentifizierung (SmartCard, mIDentity-Stick oder SmartLogin) statt reiner Passwortlösung
  • Auftragsverarbeitungsvertrag: AVV ist standardmäßig verfügbar und für Kanzleien als berufsrechtliche Anforderung vorgesehen
  • Löschfristen: Datenlöschung erfolgt nach gesetzlichen Aufbewahrungsfristen (in der Regel 10 Jahre für steuerliche Unterlagen)
  • Empfehlung: Für Steuerberater und Mandanten ist DATEV die datenschutzrechtlich sicherste Option auf dem deutschen Markt — kein anderes Buchhalttungstool bietet deutschen Serverstandort kombiniert mit berufsrechtlicher Compliance.

Gut kombiniert mit

  • Personio — Personio übernimmt HR-Daten und Zeiterfassung, DATEV verarbeitet die Lohnbuchhaltung; die direkte DATEV-Schnittstelle eliminiert doppelte Dateneingabe bei Gehaltsabrechnungen
  • Lexware Office — für Mandanten, die intern einfachere Buchhaltungsprozesse brauchen; Lexware exportiert DATEV-kompatible Dateien (DATEV-Format) für die Übergabe an den Steuerberater
  • ChatGPT — für die Interpretation von DATEV-Auswertungen und betriebswirtschaftlichen Kennzahlen; ChatGPT kann Bilanzen, BWA-Auswertungen und Kassenberichte erklären und in verständliche Sprache übersetzen (keine echten Mandantendaten eingeben)

Unser Testurteil

DATEV verdient 4 von 5 Sternen. Im deutschen Steuermarkt ist es schlicht konkurrenzlos — die Kombination aus ELSTER-Integration, deutschem Rechenzentrum und jahrzehntelanger Erfahrung mit deutschen Steuergesetzen hat kein Wettbewerber je repliziert. Den fünften Stern kostet die Software die hohe Einstiegshürde, die fehlende Preistransparenz und die noch ausbaufähigen KI-Funktionen. Für Steuerberatungskanzleien ist DATEV keine Frage des Ob, sondern des Wie — für Unternehmen als Mandanten ist “Unternehmen online” eine sinnvolle Ergänzung zu einem DATEV-Steuerberater. Für alle anderen: Es gibt bessere, günstigere Alternativen.

Was wir bemerkt haben

  • 2024 — DATEV investiert deutlich in KI-Funktionen: Die KI-gestützte Beleglese wurde ausgebaut und auf weitere Dokumenttypen ausgeweitet. Der Rückstand gegenüber spezialisierten KI-Start-ups bleibt, wird aber kleiner.
  • 2023 — DATEV hat die Pflicht zur Hardware-Authentifizierung für viele Anwendungen auf SmartLogin umgestellt — die physische SmartCard ist nicht mehr zwingend für alle Zugänge. Das vereinfacht den Einstieg, ohne das Sicherheitsniveau zu senken.
  • Laufend — DATEV-Lizenzpreise werden nicht öffentlich kommuniziert und ändern sich regelmäßig. Kanzleien, die Preisänderungen bemerken, empfehlen wir, aktiv mit DATEV zu verhandeln — die Listenpreise sind selten unveränderlich.

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