Candis
Candis GmbH
Candis ist eine Berliner Software für digitales Rechnungsmanagement und Kreditoren-Buchhaltung. KMU können damit Eingangsrechnungen per E-Mail oder Upload erfassen, KI-gestützt verarbeiten, prüfen lassen und direkt an DATEV oder Sage 100 übergeben. Über 10.000 mittelständische Unternehmen nutzen Candis seit 2015.
Kosten: Basis ab 389 EUR/Monat, Plus ab 599 EUR/Monat, Max ab 789 EUR/Monat — je nach Belegvolumen. Unbegrenzte Nutzer inklusive, kostenlose Testphase ohne Kreditkarte.
Stärken
- Vollständig auf Deutschland ausgelegt — DATEV-Integration, GoBD-konform, Server in Deutschland
- KI lernt Buchungsmuster und schlägt Kostenstellen und Konten automatisch vor
- Unbegrenzte Nutzer in allen Tarifen — kein Pro-Kopf-Pricing wie bei Wettbewerbern
- Mehrstufige digitale Freigabeworkflows mit Vertretungsregelung und Abwesenheitsnotizen
- 10-jährige GoBD-konforme Archivierung inklusive — kein extra Dokumentenarchiv nötig
- Integrationen in SAP Business One, Microsoft Business Central, Sage 100 und weitere ERPs
Einschränkungen
- Einstiegspreis ab 389 EUR/Monat — für sehr kleine Unternehmen und Gründer oft nicht tragbar
- Schwerpunkt Eingangsrechnungen — kein vollständiges Buchhaltungssystem, kein Debitorenmanagement
- DATEV-Übergabe erfordert weiterhin eine DATEV-Kanzlei oder eigene DATEV-Lizenz
- Preise steigen mit Belegvolumen — bei sehr hohem Rechnungsaufkommen kann es teuer werden
- Keine mobile App im Vollumfang — unterwegs nur eingeschränkte Funktionen
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du hast 20–500 Eingangsrechnungen pro Monat und willst manuelle Erfassung automatisieren
- Dein Unternehmen arbeitet mit einer DATEV-Steuerberaterkanzlei zusammen
- Du brauchst digitale Freigabeprozesse mit klarem Audit-Trail für Revisionen und DSGVO
- GoBD-konforme Archivierung ist für dein Unternehmen Pflicht
Wann nein
- Du bist Solo-Selbstständiger oder sehr kleines Unternehmen — Lexoffice oder sevdesk sind günstiger und ausreichend
- Du willst ein vollständiges Buchhaltungssystem mit Debitorenmanagement — Candis ist kein ERP-Ersatz
- Dein Rechnungsvolumen ist unter 20 Belege pro Monat — der ROI rechnet sich kaum
- Dein Budget liegt unter 400 EUR/Monat für Buchhaltungssoftware
Kurzfazit
Candis ist die stärkste Lösung für deutsche KMU, die ihre Eingangsrechnungen digitalisieren und DATEV-konform automatisieren wollen. Die Kombination aus KI-gestützter Belegerfassung, mehrstufigen Freigabeworkflows und nativer DATEV-Integration ist für Unternehmen mit 20–500 Rechnungen pro Monat kaum zu schlagen. Die Einschränkung ist der Preis: ab 389 EUR/Monat rechnet sich Candis erst ab einem gewissen Rechnungsvolumen — für Solo-Selbstständige und sehr kleine Teams gibt es günstigere Alternativen. Wer die Hürde übersteigt, bekommt aber eine ausgereifte, DSGVO-konforme Lösung mit deutschen Servern.
Für wen ist Candis?
Mittelstand mit DATEV-Kanzlei ist die Kernzielgruppe. Unternehmen mit 20 bis 500 Eingangsrechnungen pro Monat, die von einer Steuerberaterkanzlei mit DATEV betreut werden, profitieren am meisten. Candis übernimmt die Vorkontierung, Freigabe und Übergabe — die Kanzlei bekommt sauber aufbereitete Buchungsdaten statt Papierordner.
Buchhaltungsteams in wachsenden KMU: Sobald die Rechnungserfassung zur Vollzeitbeschäftigung wird, lohnt sich Candis. Die KI lernt mit jeder Rechnung: Kostenstellen, Buchungskonten und Lieferantenzuordnungen werden zunehmend automatisch vorausgefüllt. Das spart bei 150 Rechnungen pro Monat schnell 2–3 Arbeitstage.
Unternehmen mit komplexen Freigabeprozessen: Wer mehrstufige Rechnungsfreigaben braucht — z.B. Bereichsleiter für sachliche Prüfung, CFO ab 5.000 EUR — schätzt den digitalen Workflow mit vollständigem Audit-Trail. Kein Papierstapel, kein “Wer hat die Rechnung zuletzt gesehen?”, keine Vertretungsprobleme bei Urlaub.
DSGVO- und Revisionssicherheit als Muss: Für regulierte Branchen (Gesundheit, Finanzdienstleistungen, öffentlicher Sektor) ist die GoBD-Zertifizierung und die 10-jährige digitale Archivierung auf deutschen Servern ein echter Pluspunkt gegenüber US-basierten Lösungen.
Weniger geeignet für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen unter 20 Rechnungen/Monat (Lexoffice oder sevdesk sind günstiger und ausreichend), Unternehmen die ein vollständiges ERP-System suchen, und Teams ohne eigene Buchhaltungsressource.
Preise im Detail
| Plan | Preis (Startpreis) | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Basis | ab 389 EUR/Monat | KI-Belegerfassung, DATEV-Export, Basis-Freigabeworkflow, GoBD-Archiv 10 Jahre |
| Plus | ab 599 EUR/Monat | Alle Basis-Features + erweiterte Workflows, Vertragsmanagement, Reisekosten, Auslagen |
| Max | ab 789 EUR/Monat | Alle Plus-Features + Firmenkreditkarten, erweiterte Integrationen, API-Zugang |
Alle Pläne: Unbegrenzte Nutzer und Gesellschaften, kostenloses Onboarding und Support, unlimitierter Speicher, keine versteckten Kosten. Laufzeiten: 12, 24 oder 36 Monate. Preise skalieren je nach Belegvolumen.
Einordnung: Der Basis-Plan ist für die meisten KMU ausreichend. Plus lohnt sich wenn du Vertragsverwaltung und Spesenabrechnung zentralisieren willst. Max rechnet sich für Unternehmen mit vielen Zahlkarten, komplexen API-Anforderungen oder mehreren eigenständigen Gesellschaften. Für sehr kleine Unternehmen ist der Einstiegspreis eine Hürde — hier sollte man ehrlich rechnen: Ab ca. 60–80 Rechnungen pro Monat amortisiert sich Candis gegenüber manueller Erfassung.
Stärken im Detail
DATEV-Integration ohne Reibungsverluste. Candis übergibt vorgebuchte Belege direkt an DATEV — nicht als Rohdaten, sondern mit Kostenstellen, Buchungskonten und Belegtypen. Die Steuerberaterkanzlei empfängt strukturierte, prüfungsfertige Buchungen statt eines Rechnungsscans. Das spart Zeit auf beiden Seiten und reduziert Rückfragen drastisch.
KI-gestütztes Lernen der eigenen Buchungslogik. Mit jeder verarbeiteten Rechnung lernt Candis das Muster deines Unternehmens: Lieferant X kommt immer auf Kostenstelle 4710, Lieferant Y auf Konto 3400. Nach einigen Wochen werden bis zu 90 % der Buchungsvorschläge automatisch korrekt ausgefüllt — die Buchhaltung muss nur noch prüfen und freigeben.
Unbegrenzte Nutzer in allen Tarifen. Viele Wettbewerber berechnen Pro-Kopf-Preise — bei Candis zahlt man pauschal nach Belegvolumen, nicht nach Nutzerzahl. Das macht die Kalkulation einfacher und zahlt sich aus, wenn viele Personen im Freigabeprozess beteiligt sind.
GoBD-konforme Archivierung als Standard. 10 Jahre digitale Aufbewahrung ist in allen Tarifen inklusive — kein separates Dokumentenarchiv nötig. Das ist nicht nur ein Komfort-Feature, sondern Pflicht: Das Finanzamt kann jederzeit Originaldokumente anfordern, und eine GoBD-zertifizierte Software reduziert das Risiko bei Betriebsprüfungen erheblich.
Schwächen ehrlich betrachtet
Kein vollständiges Buchhaltungssystem. Candis ersetzt nicht DATEV oder ein ERP — es ist ein vorgelagertes Tool für die Eingangsrechnungsverarbeitung. Ausgangsrechnungen schreibst du woanders, das Kassenbuch führst du woanders, Jahresabschlüsse macht die Kanzlei. Wer eine All-in-One-Buchhaltungslösung sucht, ist bei Lexoffice oder sevdesk besser aufgehoben.
Einstiegspreis ist eine echte Hürde. 389 EUR/Monat entsprechen ca. 4.700 EUR/Jahr. Für ein Unternehmen mit 30 Eingangsrechnungen pro Monat rechnet sich das kaum. Die Faustregel: Erst ab ca. 60–80 Rechnungen pro Monat ist die Zeitersparnis groß genug, um den Preis zu rechtfertigen. Candis selbst spricht von Einsparungen zwischen 13.500 und 34.000 EUR/Jahr — aber das gilt für Unternehmen mit deutlich höherem Volumen.
Skalierende Kosten mit Belegvolumen. Der Startpreis gilt für ein bestimmtes Volumen. Wächst das Unternehmen stark, können die Kosten deutlich steigen. Vor Vertragsabschluss sollte man die Volumengrenzen und Eskalationspreise gründlich prüfen.
Eingeschränkte Mobilfunktionalität. Unterwegs Rechnungen einreichen und freigeben geht grundsätzlich, aber der volle Funktionsumfang ist auf Desktop ausgelegt. Für Teams, die viel mobil arbeiten, kann das ein Einschränkung sein.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | Dann besser |
|---|---|
| Sehr kleines Unternehmen oder Gründer bist | Lexoffice — günstiger, vollständigere Buchhaltungslösung für KMU ohne DATEV-Fokus |
| Günstigen Einstieg ohne DATEV brauchst | Sevdesk — kostengünstiger Allrounder für kleine Unternehmen |
| Hauptsächlich Ausgangsrechnungen schreibst | Lexoffice — besser für Rechnungsstellung; Candis ist auf Eingangsrechnungen spezialisiert |
| Nur Steuerberatung ohne eigenem Personal betreibst | Datev — direkter Datev-Zugang für Kanzleien ohne vorgelagerte Software |
Candis ist kein Direktkonkurrent zu Lexoffice oder sevdesk — es ist ein spezialisiertes Tool für die Kreditoren-Seite. In vielen Unternehmen ergänzen sich Candis (für Eingangsrechnungen) und eine einfachere Lösung (für Ausgangsrechnungen) sinnvoll.
So steigst du ein
Schritt 1: Starte die kostenlose Testphase auf candis.io — keine Kreditkarte erforderlich. Candis gibt dir einen Eingangs-E-Mail-Alias (z.B. rechnungen@deinunternehmen.candis.io), an den du Rechnungen weiterleiten kannst. Schicke in der ersten Woche 20–30 typische Eingangsrechnungen hinein, damit die KI beginnt, deine Buchungslogik zu lernen.
Schritt 2: Richte einen mehrstufigen Freigabeprozess ein: z.B. sachliche Prüfung durch den zuständigen Bereichsleiter, Freigabe durch CFO ab 1.000 EUR. Dieser digitale Workflow ersetzt Papier-Paraphierungen und zeigt jederzeit, wo eine Rechnung im Prozess steckt. Konfiguriere auch Vertretungsregelungen für Urlaubszeiten.
Schritt 3: Verbinde Candis mit deiner DATEV-Kanzlei oder deinem ERP. Kläre vorab mit deiner Steuerberatung den Kontenrahmen und die Kostenstellen-Logik — je sauberer das Setup, desto präziser werden die KI-Vorschläge von Anfang an. Der Candis-Onboarding-Support hilft bei der technischen Anbindung.
Ein konkretes Beispiel
Ein Münchner Immobilienunternehmen mit 12 Mitarbeitern erhält monatlich rund 150 Eingangsrechnungen von Handwerkern, Hausverwaltungen und Dienstleistern. Vor Candis wurde jede Rechnung ausgedruckt, paraphiert und manuell in DATEV eingegeben — eine Vollzeitbeschäftigung der Buchhalterin für 3 Tage pro Monat. Mit Candis werden Rechnungen digital erfasst, von der KI vorkontiert, nach digitaler Freigabe durch die zuständigen Bereichsleiter direkt an die DATEV-Kanzlei übergeben. Die Buchhalterin braucht jetzt einen halben Tag für dasselbe Volumen. Bei einem Monatspreis von 389 EUR rechnet sich das Investment schon im zweiten Monat.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Deutschland — Candis betreibt Server in deutschen Rechenzentren, kein Transfer in die USA.
- DSGVO-Konformität: Candis hält sich nach eigener Aussage strikt an die deutschen Datenschutzgesetze und die DSGVO. Das Unternehmen ist in Berlin ansässig.
- GoBD-Zertifizierung: Digitale Archivierung ist GoBD-konform — wichtig für steuerliche Prüfungen durch das Finanzamt.
- AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag): Verfügbar und standardmäßiger Bestandteil der Vertragsunterlagen. Candis schließt AVVs auch mit seinen eigenen Subdienstleistern ab.
- Datenschutzbeauftragter: Candis hat einen benannten DSB — Kontakt über datenschutz@candis.io möglich.
- Empfehlung: Deutsche Server und GoBD-Zertifizierung machen Candis zu einer der DSGVO-freundlichsten Lösungen in diesem Segment. Für regulierte Branchen dennoch Rücksprache mit eigenem Datenschutzbeauftragten empfehlenswert.
Gut kombiniert mit
- Lexoffice — Lexoffice für die Ausgangsrechnungen und das Debitorenmanagement, Candis für die Kreditoren-Seite: So deckt man beide Seiten der Buchhaltung digital ab
- Sevdesk — sevdesk als Buchhaltungs-Komplettlösung für kleinere Gesellschaften im Unternehmensverbund, Candis für die Hauptgesellschaft mit höherem Rechnungsvolumen
- Make.com — Candis-Buchungsexporte automatisch in weitere Systeme weiterleiten oder Rechnungseingang-Benachrichtigungen in Slack und Teams pushen für vollständig papierlose Prozesse
Unser Testurteil
Candis verdient 4 von 5 Sternen für den deutschen Mittelstand, der eine DATEV-integrierte, DSGVO-konforme Lösung für Eingangsrechnungen sucht. Die Kombination aus KI-Vorkontierung, digitalen Freigabeprozessen und deutschem Datenhosting ist in dieser Klasse kaum zu überbieten. Den fünften Stern verhindert der hohe Einstiegspreis — ab 389 EUR/Monat ist Candis für sehr kleine Unternehmen schlicht zu teuer. Für wachsende KMU ab 60–80 Rechnungen pro Monat mit DATEV-Kanzlei ist es die empfehlenswerteste Speziallösung im deutschen Markt.
Was wir bemerkt haben
- 2022/2023 — Candis hat sein Preismodell überarbeitet: Die früheren volumenbasierten Einstiegspreise wurden angehoben. Unternehmen, die Candis schon länger nutzen, können von älteren Konditionen profitieren. Neukunden sollten die aktuellen Volumengrenzen pro Preisstufe sorgfältig mit dem eigenen Rechnungsaufkommen abgleichen.
- 2024 — Candis erweiterte seine ERP-Integrationen und unterstützt nun neben DATEV und Sage 100 auch SAP Business One und Microsoft Business Central nativer. Das macht Candis für Mittelständler mit komplexeren ERP-Umgebungen zugänglicher.
- April 2026 — Keine Übernahme oder Unternehmensveräußerung bekannt. Candis GmbH operiert weiterhin als unabhängiges Berliner Unternehmen mit deutschem Serverstandort.
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