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Steuerberatung & Kanzleien belegverarbeitungbuchhaltungdatev

KI-gestützte Belegverarbeitung in der Steuerberatung

KI liest Belege automatisch aus, kategorisiert Buchungen und bereitet Daten für DATEV vor, was früher Stunden dauerte, geht jetzt in Minuten.

⚡ Auf einen Blick
Problem
Steuerberater und ihre Teams verbringen einen großen Teil der Arbeitszeit mit dem manuellen Erfassen und Kategorisieren von Belegen, eine fehleranfällige, monotone Aufgabe, die keinen echten Mehrwert schafft.
KI-Lösung
KI-Systeme erkennen Belege per OCR, ordnen sie automatisch Buchungskategorien zu, erkennen Duplikate und liefern strukturierte Daten direkt in DATEV oder andere Buchhaltungssysteme.
Typischer Nutzen
Belege, die sauber digital eingehen, laufen weitgehend automatisch durch, das Team prüft nur noch Ausreißer. Wie viel Erfassungszeit das bei dir spart, zeigt eine Vorher-Messung an drei Mandaten, eine belastbare Branchenzahl gibt es nicht.
Setup-Zeit
4–8 Wochen bis Pilotbetrieb
Kosteneinschätzung
DATEV je nach Paket; eigene Strecke bis 6.000 € Setup
DATEV-Belegfunktionen direkt (kein Systemwechsel)Mandantenlösung via lexoffice / sevdeskEigene Eingangsstrecke mit Make und OCR-Dienst
Worum geht's?

Es ist Montag, 8:41 Uhr.

Franziska, Steuerfachangestellte seit sechs Jahren, öffnet die erste Mandantenmail des Tages. Anhang: 87 Belege als ZIP-Datei. Quittungen, Handyfotos von Restaurantrechnungen, eine handschriftliche Tankquittung, drei Lieferantenrechnungen als PDF. Sie seufzt. Das ist Mandat Nummer vier für heute. Bevor sie den ersten Beleg angefasst hat, weiß sie bereits: das Nachmittagsgespräch mit dem neuen Mandanten muss verlegt werden. Wieder.

Das Belegvolumen steigt jedes Jahr. Das Team nicht. Und in der Stoßzeit von Januar bis Mai, wenn Jahresabschlüsse und Steuererklärungen gleichzeitig auflaufen, arbeiten alle mit Adrenalin statt Luft.

Der eigentliche Schaden ist nicht die Überstunde. Es ist, was in dieser Zeit nicht passiert: keine proaktive Beratung, kein Gespräch mit dem Mandanten, der über eine Investition nachdenkt. Keine Zeit für die Arbeit, für die Franziska ausgebildet wurde.

Das Nachmittagsgespräch mit dem neuen Mandanten wird wieder verlegt. Zum dritten Mal.

Für Unternehmen

Nicht nur lesen, umsetzen.

Wir setzen Anwendungsfälle wie diesen mit euch um oder trainieren euer Team darauf. Das Erstgespräch kostet nichts.

Erstgespräch anfragen

Das echte Ausmaß des Problems

In einer mittelgroßen Steuerkanzlei mit 60 bis 100 Mandaten kommen monatlich zwischen 1.500 und 4.000 Belege herein. Rechnungen, Kassenzettel, Tankquittungen, Bewirtungsbelege, Reisekostenabrechnungen, manche ordentlich sortiert und eingescannt, viele als Handyfotos in schlechter Qualität, manche noch auf Papier per Post. Steuerfachangestellte öffnen das alles, tippen Positionen ein, ordnen Buchungskonten zu, prüfen auf Plausibilität und bereiten DATEV -Importe vor. Bei belegintensiven Mandaten kann das 3 bis 8 Stunden pro Mandat und Monat kosten, nur für Belegarbeit. Das ist ein Richtwert, keine Statistik, deine eigene Zahl bekommst du mit der Messung weiter unten.

Die Stoßzeit von Januar bis Mai macht das noch brutaler: Das Belegvolumen steigt, Jahresabschlüsse müssen vorbereitet werden, Fristen häufen sich. Gleichzeitig steigt der Beratungsbedarf. Das Ergebnis ist eine strukturelle Überlastung: Die Kapazität wird von manueller Belegarbeit absorbiert, genau dann wenn Beratungsleistung gefragt wäre.

Dazu kommt der Fachkräftemangel: Steuerfachangestellte sind knapp, und eine frei werdende Stelle ist oft monatelang nicht zu besetzen. Wer seine Kapazität nicht durch Automatisierung ausweitet, kann nicht wachsen, selbst wenn die Mandantennachfrage vorhanden ist. Welcher Anteil der Arbeitszeit bei euch auf reine Belegerfassung entfällt, dazu kennen wir keine belastbare Branchenzahl. Miss ihn, bevor du investierst. Sicher ist nur: Das ist keine Beratungsleistung, das ist Dateneingabe.

Mit vs. ohne KI, ein ehrlicher Vergleich

KennzahlOhne KIMit KI-Belegverarbeitung
Zeit pro Mandat (Belegerfassung)3–8 Stunden/Monat0,5–1,5 Stunden/Monat
Fehlerquote bei der Kategorisierung5–8 %1–2 %
Bearbeitungszeit pro Beleg2–4 Minuten5–20 Sekunden
Kapazität für Beratungsleistungenbegrenzt durch Belegstaudeutlich ausgeweitet
Skalierbarkeit bei Mandatswachstumlinear mit Personalaufwandweitgehend entkoppelt

Richtwerte, keine Messung. Für die Fehlerquoten vor und nach der Umstellung haben wir keine belastbare Erhebung gefunden. Deine Kanzlei kann abweichen, entscheidend ist das Muster, nicht die genaue Zahl.

Einschätzung auf einen Blick

Zeitersparnis, sehr hoch (5/5) Kaum ein Anwendungsfall in der Kanzlei spart so direkt und täglich Arbeitszeit. Die Einsparung ist ab dem ersten Monat spürbar und tritt im gesamten Team ein, nicht nur bei einer Person.

Kosteneinsparung, hoch (4/5) Die gesparten Stunden sind real, aber erst dann Geld, wenn du etwas mit ihnen machst: Überstunden abbauen, eine frei werdende Stelle nicht nachbesetzen oder zusätzliche Buchführungsmandate annehmen. Weil die Buchführung nach § 33 StBVV als Wertgebühr oder als Pauschale abgerechnet wird, bleibt dein Honorar je Mandat gleich, wenn die Arbeit schneller geht. Die gesparte Zeit ist dann Marge, aber nur, wenn die Kapazität tatsächlich genutzt oder abgebaut wird. Daher nicht die volle Punktzahl.

Schnelle Umsetzung, mittel (3/5) Der Einstieg über DATEV-eigene Werkzeuge ist vergleichsweise unkompliziert. Wer eine individuelle Automatisierungspipeline für verschiedene Mandantenformate aufbaut, braucht 4–8 Wochen Pilotbetrieb mit Kalibrierung. Kein Extremfall, aber kein Ein-Klick-Setup.

ROI-Sicherheit, hoch (4/5) Die Einsparung lässt sich je Beleg messen. Du weißt vorher, wie viele Belege du monatlich verarbeitest, und danach, wie viele davon ohne Nacharbeit liefen. Die Zeit ist damit sicher bezifferbar, der Euro-Betrag hängt an der Kapazitätsentscheidung oben.

Skalierbarkeit, hoch (4/5) Mehr Mandate bedeuten mehr Belege, aber nicht proportional mehr Arbeitszeit, wenn das System einmal eingerichtet ist. Nicht ganz maximal bewertet, weil neue Mandantenformate gelegentlich manuelles Nachkonfigurieren erfordern und die Stichprobenprüfung proportional zum Volumen mitläuft.

Richtwerte, stark abhängig von Kanzleigröße, Belegvolumen und Eingangsqualität der Mandanten.

Was KI-Belegverarbeitung konkret macht

Der Prozess beginnt, wenn der Mandant Belege einreicht, per App-Foto, E-Mail, Buchhalterportal oder hochgeladenem PDF. Was danach passiert, läuft weitgehend automatisch:

Schritt 1, OCR-Erkennung: Das System extrahiert alle relevanten Daten aus dem Dokument: Datum, Betrag, Mehrwertsteuerbetrag, Lieferantenname, Rechnungsnummer, IBAN. Moderne Systeme kommen dabei auch mit schlechter Bildqualität, Handschrift und unstrukturierten Layouts zurecht.

Schritt 2, Kategorisierung: Auf Basis der extrahierten Daten und des historischen Buchungsverhaltens des Mandanten ordnet die KI jeden Beleg einer Buchungskategorie zu. Ein Tankbeleg eines Handwerkers landet unter Fahrzeugkosten, ein Amazon-Kauf wird danach differenziert, ob es sich um Büromaterial oder IT-Equipment handelt. Das Modell lernt mit der Zeit aus den Korrekturen des Teams.

Schritt 3, Plausibilitätsprüfung: Das System markiert Auffälligkeiten automatisch: verdächtig hohe Einzelbeträge, mögliche Duplikate, fehlendes Datum, unklare Kategoriezuordnung, ungewöhnliche Lieferanten. Nur diese Ausreißer landen zur manuellen Prüfung auf dem Schreibtisch.

Schritt 4, Übergabe an DATEV: Die aufbereiteten Buchungssätze werden als strukturierter Import übergeben. Das Team gibt frei, prüft Ausreißer und behält die fachliche Kontrolle, ohne den repetitiven Erfassungsaufwand davor.

Für Mandanten, die selbst buchen, ändert sich ebenfalls etwas: Sie laden Belege in ein Portal hoch, das System übernimmt die Vorerfassung. Die Kanzlei sieht nur noch, was noch nicht stimmt.

Konkrete Werkzeuge, was wann passt

DATEV Unternehmen online mit Beleglese, Wenn du bereits mit DATEV arbeitest, bietet DATEV selbst eine KI-gestützte Beleglese: Mandanten laden Belege per App oder Upload hoch, das System erkennt Betrag, Datum und Lieferant und schlägt eine Kontierung vor. Niedrigschwelligster Einstieg, keine Systembrüche, direkte DATEV-Integration. Was davon in deinem Paket schon enthalten ist und was zusätzlich kostet, veröffentlicht DATEV nicht als Preisliste, frag deinen DATEV-Ansprechpartner.

lexoffice , Für Mandanten, die selbst buchen wollen: Lexware Office hat KI-gestützte Belegerkennung integriert, die Rechnungen und Quittungen per Upload oder Foto verarbeitet und automatisch Buchungsvorschläge erstellt. Besonders geeignet für Kleinunternehmer und Selbstständige unter deinen Mandanten. Lexware Office kostet für die Belegerfassung samt Steuerberater-Zugang und elektronischer Pendelakte ab Paket S 7,90 Euro im Monat, Rechnungen schreibt der Mandant ab Paket M für 12,90 Euro, jeweils netto und vom Mandanten bezahlt.

sevdesk , Ähnlich positioniert wie Lexware Office, mit starker App-Integration und einfacher Bedienbarkeit. Die KI-Belegerkennung funktioniert auch für strukturell schwierige Dokumente wie Handyrechnungen oder mehrseitige PDFs. Gut für technikaffine Mandate. KI-Belegerfassung ab dem Tarif Buchhaltung, 25,90 Euro im Monat.

Candis , Spezialisiertes Rechnungsmanagement mit automatischer Kategorisierung und Freigabe-Workflows, das der Mandant vor der Übergabe an DATEV einsetzt. Candis ist ein Werkzeug für das Unternehmen, nicht für die Kanzlei: Es wird je Firma gebucht, ab 389 Euro im Monat. Sinnvoll für Mandanten mit mindestens rund 20 Eingangsrechnungen im Monat, für kleine Mandanten zu teuer.

make-com als Automatisierungsschicht, Für Kanzleien, die eine flexiblere Verarbeitungsstrecke bauen wollen: Make verbindet Belegeingänge (E-Mail, Dropbox, Google Drive) mit OCR-Diensten und DATEV-Schnittstellen. Kein Code nötig, visueller Workflow-Builder. Sinnvoll, wenn verschiedene Mandanten unterschiedliche Eingangswege nutzen. Ab 9 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung, Make rechnet in Dollar.

Datenschutz und Datenhaltung

Belegverarbeitung bedeutet, dass Mandantendaten, Rechnungsbeträge, Lieferantenbeziehungen, Geschäftstransaktionen, an externe Systeme übergeben werden. Das berührt das Steuerberatergeheimnis nach § 203 StGB, § 57 StBerG (Verschwiegenheitspflicht) sowie die DSGVO. Das alles ist kein Grund, die Finger von KI zu lassen, aber ein Grund, die Systemauswahl bewusst zu treffen.

Wichtigste Grundregel: Die Datenverarbeitung muss innerhalb der EU stattfinden oder auf Basis von Standardvertragsklauseln nach Art. 46 DSGVO abgesichert sein. DATEV betreibt seine Rechenzentren ausschließlich in Deutschland, das ist ein wesentlicher Vorteil, wenn Mandantendaten direkt im DATEV-Ökosystem verbleiben. Auch lexoffice , sevdesk und Candis sind DSGVO-konform und stellen Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) nach Art. 28 DSGVO bereit.

Mit jedem Anbieter, der Belege im Auftrag verarbeitet, ist vor dem Produktivbetrieb ein AVV abzuschließen. Das gilt auch für Cloud-OCR-Dienste, wenn du einen eigenen Workflow aufbaust. Berufsrechtlich reicht der AVV allein nicht: Wer einen Dienstleister an Mandantengeheimnisse lässt, muss ihn nach § 62a StBerG in Textform zur Verschwiegenheit verpflichten und über die strafrechtlichen Folgen belehren. Sonst machst du dich selbst nach § 203 Abs. 4 StGB strafbar, wenn dort etwas nach außen dringt. Sitzt der Dienstleister im Ausland, ist das nur zulässig, wenn der Geheimnisschutz dort dem deutschen vergleichbar ist. GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) verlangt zudem, dass digitalisierte Belege unveränderbar archiviert und im Rahmen einer Betriebsprüfung nach §§ 146–147 AO zugänglich gemacht werden können. Stelle sicher, dass dein gewähltes System diese Anforderungen erfüllt oder das originale Belegarchiv separat erhalten bleibt.

Prüfe außerdem, ob deine Berufshaftpflichtversicherung und deine Steuerberaterkammer für die eingesetzte Technologie Anforderungen stellen oder Hinweise veröffentlicht haben.

Was es kostet, realistisch gerechnet

Einstieg über bestehende Systeme DATEV-Belegfunktionen: Kosten je nach DATEV-Paket, eine öffentliche Preisliste gibt es nicht. Mandantenzugang zu lexoffice oder sevdesk : 7,90 Euro (Lexware Office Paket S) bis 25,90 Euro (sevdesk Buchhaltung) im Monat, gebucht und bezahlt vom Mandanten, nicht von der Kanzlei. Einführungsaufwand: 5 bis 10 Stunden intern. Zeitersparnis: ab dem ersten Monat spürbar.

Individuelle Automatisierungslösung Wenn du eine eigene Eingangsstrecke mit make-com und einem OCR-Dienst aufbaust, zahlst du laufend die Make-Lizenz ab 9 US-Dollar im Monat plus die Verarbeitungskosten des OCR-Dienstes, die mit dem Belegvolumen steigen. Candis gehört nicht in diese Rechnung, das bucht der Mandant für sein eigenes Unternehmen.

Für den Aufbau selbst, intern oder mit einem Dienstleister, rechne einmalig mit 2.000 bis 6.000 Euro (Richtwert).

Ein Rechenbeispiel: Bei 60 Mandanten und 4 Stunden Ersparnis pro Mandat und Monat sind das 240 Stunden, rund anderthalb Vollzeitstellen. Bei 40 Euro internem Stundenkostensatz stecken darin Lohnkosten von 9.600 Euro im Monat (240 mal 40 Euro). Auf dem Konto kommt davon nur etwas an, wenn die Stunden tatsächlich wegfallen (weniger Überstunden, eine Stelle wird nicht nachbesetzt) oder neue Arbeit tragen, etwa zusätzliche Buchführungsmandate. Bleibt die Zeit im Tagesgeschäft hängen, bleibt es bei entspannteren Wochen.

Was du gegenrechnen kannst Wer mit derselben Teamgröße mehr Mandate betreuen kann, skaliert Umsatz ohne proportionalen Personalkostenzuwachs. Wer Fehler in der Buchung reduziert, spart Rückfragen, Korrekturen und Haftungsrisiken. Wie schnell sich die Einrichtung amortisiert, hängt allein an dieser Kapazitätsentscheidung, nicht am Werkzeug. Rechne die monatlichen Lizenzkosten dabei immer mit ein.

Wie du die Ersparnis tatsächlich misst: Erfasse vor der Einführung stichprobenartig die Belegbearbeitungszeit pro Mandat (3 Mandate, je eine Woche). Vergleiche nach drei Monaten Pilotbetrieb. Die Differenz ist dein ROI.

Klingt das nach eurem Alltag? Ob sich dieser Use Case bei euch rechnet, klären wir im Erstgespräch: 30 Minuten, kostenlos.

Erstgespräch anfragen

Typische Einstiegsfehler

1. Alles auf einmal umstellen. Wer 80 Mandate gleichzeitig auf das neue System überführt, riskiert, dass Fehler im Kategorisierungsmodell sich auf alle Mandate auswirken, mitten in einem laufenden Monat. Der richtige Weg: Mit 5 bis 10 Testmandaten starten, die Kategorisierungsqualität zwei bis vier Wochen täglich prüfen, Abweichungen korrigieren, Modell trainieren, und erst dann skalieren.

2. Mandanten nicht in die Eingangsstrecke einbinden. Die beste Belegverarbeitungs-KI hilft wenig, wenn Mandanten weiterhin zerknitterte Zettel per Post schicken. Die Qualität des Eingangsformats entscheidet über die Qualität der Ausgabe. Eine kurze Einführungsmail mit Screenshots, wie Belege per App fotografiert oder über ein Portal eingereicht werden, verbessert die Eingangsqualität erheblich.

3. Die Qualitätskontrolle abschaffen. KI macht Fehler, selten, aber nicht nie. Wer den Prüfschritt komplett abschafft, zahlt mittelfristig in Form von Fehlern, die erst beim Jahresabschluss auffallen. Fünf bis zehn zufällige Belege pro Woche händisch gegenzuprüfen reicht, um systematische Probleme früh zu erkennen.

4. Das Korrektursystem nicht in den Prozess einbauen. Wenn ein Beleg falsch kategorisiert und korrigiert wird, muss diese Korrektur ins Modell zurückfließen, sonst macht das System denselben Fehler nächsten Monat wieder. Viele Kanzleien korrigieren fleißig, aber niemand stellt sicher, dass die Korrekturen als Trainingssignal genutzt werden. Prüfe beim Tool-Setup, ob es einen echten Feedback-Mechanismus gibt.

Was mit der Einführung wirklich passiert

Die Technik ist der einfachere Teil. Die Reibung entsteht oft woanders:

Mandantenseite: Mandanten, die seit Jahren Belege per Post schicken, werden das nicht von heute auf morgen ändern. Wer versucht, alle Mandate gleichzeitig auf digitale Einreichung umzustellen, scheitert. Die pragmatische Lösung: Nur Mandate einbeziehen, bei denen Belege bereits digital eingehen. Zähl vorher, wie viele das bei dir sind. Schon ein Fünftel des Volumens reicht, um echte Ergebnisse zu sehen und die Überzeugungsarbeit gegenüber den anderen fortzusetzen.

Teaminterne Akzeptanz: Steuerfachangestellte, die jahrelang Belege manuell erfasst haben, reagieren manchmal mit Skepsis: “Das ersetzt mich doch.” Die Wahrheit ist das Gegenteil, es nimmt die monotonste Aufgabe weg und gibt Zeit für Arbeit zurück, die Urteil erfordert. Wer das einmal erlebt, will nicht zurück. Konkret hilft eine Pilotphase, in der das Team die Ergebnisse selbst sieht: Fehlerquote rausnehmen, Kategorisierungsqualität vergleichen, das eigene Urteil schärfen.

Belegqualität als Daueraufgabe: Nach dem Start kommen neue Mandanten hinzu, manche ändern ihr Kassensystem oder ihren Buchhaltungsanbieter. Neue Formate brechen bestehende Pipelines. Plane eine monatliche 30-Minuten-Prüfung ein, die neue Formate identifiziert und ins System einpflegt.

Realistischer Zeitplan mit Risikohinweisen

PhaseDauerWas passiertTypisches Risiko
Systemauswahl und EinrichtungWoche 1–2Tool wählen, DATEV-Anbindung klären, Mandantenauswahl für PilotEntscheidung wird verschoben wegen Tagesgeschäft
PilotbetriebWoche 3–65–10 Mandate live, tägliche Prüfung der KategorisierungenTeam prüft nicht konsequent, Fehler fallen erst spät auf
KalibrierungWoche 5–8Abweichungen korrigieren, Modell trainieren, Prozess dokumentierenKorrekturen werden nicht systematisch erfasst
Einführung für alle MandateAb Woche 8Schrittweise Ausweitung, Mandanten einbinden, Prozess stabilisierenSaisonale Spitze überlappt mit der Einführung

Aufwand während des Projekts: Etwa zwei bis drei Stunden pro Woche in den ersten vier bis sechs Wochen für Prüfung und Korrekturen. Danach sinkt der Aufwand auf Routine-Monitoring.

Häufige Einwände, und was dahintersteckt

„Unsere Mandanten schicken alles per Post, das funktioniert bei uns nicht.” Das ist ein häufiges Ausgangsbild, kein Ausschlusskriterium. Beginne damit, nur die Mandate zu automatisieren, deren Belege bereits digital eingehen, auch wenn das anfangs nur ein Fünftel des Volumens ist. Das reicht, um erste Ergebnisse zu sehen und Mandanten schrittweise auf digitale Einreichung umzustellen.

„DATEV macht das doch schon, wozu brauche ich noch etwas anderes?” DATEV bietet zunehmend integrierte Funktionen, und der DATEV-eigene Belegdienst ist für viele Kanzleien der richtige erste Schritt. Wo DATEV an Grenzen stößt, ist bei komplexen Mandantenformaten oder individuellen Kategorisierungsregeln. Beide Wege sind legitim, entscheidend ist, dass überhaupt angefangen wird.

„Was ist, wenn die KI einen Fehler macht und das bei der Betriebsprüfung auffällt?” Die fachliche Verantwortung bleibt beim Steuerberater, das ändert sich nicht. Genau deshalb ist der Prüfschritt nicht optional. KI übernimmt die Vorarbeit, der Fachmensch gibt frei. Das ist kein neues Prinzip: Auch heute prüft der Steuerberater, was Steuerfachangestellte erfasst haben.

Woran du merkst, dass das zu dir passt

  • Deine Mitarbeitenden verbringen mehr als 30 Prozent ihrer Zeit mit Belegerfassung statt mit Beratung oder Facharbeit.
  • Du nimmst keine neuen Mandate an, obwohl Anfragen eingehen, weil die Kapazität fehlt.
  • In der Stoßzeit von Januar bis Mai geht das Team regelmäßig in Überstunden, nicht wegen komplexer Steuerfälle, sondern wegen Belegstaus.
  • Mandanten reichen Belege bereits digital ein (per E-Mail oder App), das Potenzial für Automatisierung ist strukturell vorhanden.
  • Fehler in der Buchung fallen euch regelmäßig erst bei der Plausibilitätsprüfung auf.

Wer damit noch warten sollte:

  • Kanzleien, bei denen ausnahmslos alle Mandanten Belege auf Papier per Post schicken und keinen Wechsel in Betracht ziehen.
  • Teams mit weniger als 20 Mandanten und niedrigem Belegvolumen, der Einrichtungsaufwand übersteigt die Einsparung.
  • Wenn der DATEV-Workflow grundlegend veraltet ist und zuerst eine allgemeine DATEV-Modernisierung ansteht.

Das kannst du heute noch tun

Starte mit einem einfachen Audit: Messe für die nächsten zwei Wochen bei drei deiner belegintensivsten Mandate, wie viel Zeit wöchentlich für Belegarbeit aufgewendet wird. Hochgerechnet auf 12 Monate erhältst du deinen realen Einsparungshebel, und damit die Grundlage für jede Investitionsentscheidung.

Dann: Klär mit deinem DATEV-Ansprechpartner, welche Belegfunktionen (Upload, Beleglese) in deinem Paket schon enthalten sind, und teste sie mit einem einzelnen Mandanten, der bereits digital einreicht. Erste Erkenntnisse hast du in einer Woche.

Prompt: Buchungsvorschlag aus Beleginhalt
Du bist ein erfahrener Buchhalter in einer deutschen Steuerkanzlei. Analysiere den folgenden Beleg und extrahiere alle relevanten Buchungsinformationen: [BELEGINHALT HIER EINFÜGEN, z.B. Rechnungstext, OCR-Ergebnis oder Beschreibung] Mandantenkontext: - Branche: [BRANCHE, z.B. Handwerksbetrieb / Gastronomiebetrieb / Freiberufler] - DATEV-Kontenrahmen: [SKR 03 / SKR 04] - Besonderheiten: [z.B. Kleinunternehmer, keine Vorsteuer / USt-Zahler] Gib aus: 1. Belegdatum 2. Bruttobetrag und Mehrwertsteuerbetrag (7 % oder 19 %) 3. Lieferant / Zahlungsempfänger 4. Buchungsvorschlag (Konto Soll / Konto Haben mit DATEV-Kontonummer) 5. Buchungstext 6. Hinweise auf fehlende Pflichtangaben nach § 14 UStG 7. Auffälligkeiten (Duplikat-Risiko, ungewöhnlicher Betrag, fehlende Belegnummer)
Funktioniert mit ChatGPT, Claude
Beispiel-Ausgabe

Mitarbeiter:in

Rechnung: Max Mustermann GmbH, Musterstraße 1, 80331 München, USt-IdNr. DE123456789. An: Kunze Handels GmbH. Datum: 15.03.2025. Leistungszeitraum: März 2025. Pos. 1: IT-Dienstleistung Serverbetreuung März, 1.200,00 €. 19 % MwSt: 228,00 €. Gesamt: 1.428,00 €. Rechnungsnummer: 2025-0042.

KI-Assistent

Buchungsvorschlag (SKR 03): 1. Belegdatum: 15.03.2025 2. Bruttobetrag: 1.428,00 € | Netto: 1.200,00 € | MwSt 19 %: 228,00 € 3. Lieferant: Max Mustermann GmbH, USt-IdNr. DE123456789 4. Buchung: Soll 4980 (Sonstige betriebliche Aufwendungen) 1.200,00 € | Soll 1576 (Vorsteuer 19 %) 228,00 € | Haben 1600 (Verbindlichkeiten aus L+L) 1.428,00 € 5. Buchungstext: IT-Dienstleistung Serverbetreuung 03/2025, Mustermann GmbH 6. Pflichtangaben § 14 UStG: Anschrift des Leistungsempfängers fehlt (§ 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 UStG verlangt Name und Anschrift beider Seiten). Vorsteuerabzug erst nach Rechnungsberichtigung sicher, Lieferant um korrigierte Rechnung bitten. 7. Sonst keine Auffälligkeiten, reguläre Dienstleistungsrechnung

Quellen & Methodik

  • DATEV eG, Produktinformationen Unternehmen online und Beleglese, Beschreibung der DATEV-eigenen Belegverarbeitungsfunktionen
  • Preise Lexware Office, sevdesk, Candis, Make: laut den Toolseiten auf dieser Website, dort mit Quellen belegt
  • § 62a StBerG, § 203 StGB, Einbindung von Dienstleistern durch Berufsgeheimnisträger
  • § 33 StBVV, Gebühr für die Buchführung (Wertgebühr als Monatsgebühr)
  • § 14 Abs. 4 UStG, Pflichtangaben einer Rechnung
  • GoBD (BMF-Schreiben vom 28.11.2019), Anforderungen an die digitale Archivierung und Unveränderbarkeit von Belegen
  • Zeit- und Fehlerwerte: Richtwerte ohne belastbare Branchenerhebung. Miss Belegzeit und Korrekturquote vor dem Start in drei deiner Mandate.

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Deine Daten werden ausschließlich zur Bearbeitung deiner Anfrage verwendet (Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO). Mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Frieda Funke

Konzeptentwicklerin

Ich frage nicht, was KI kann. Ich frage, was du in deinem Alltag damit anfängst. Erst wenn ich eine ehrliche Antwort habe, entsteht daraus ein konkreter Use Case. Fehlt ein Anwendungsfall, der zu dir passt? Schreib mir kurz.

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