Speckle
Speckle Systems Ltd.
Open-Source-Datenplattform für AEC-Teams. Speckle verbindet Revit, ArchiCAD, Rhino, Tekla, IFC und weitere BIM-Werkzeuge in einem gemeinsamen Datenstrom, und macht aus den gesammelten Modelldaten automatisch aktualisierte Mengen-, Flächen- und Fortschrittsdashboards, ohne dass jemand manuell Excel-Listen exportieren muss. Mit Speckle Intelligence lassen sich Modelldaten seit 2025 auch in natürlicher Sprache abfragen.
Kosten: Explore kostenlos (1 Projekt, bis 10 Nutzer, 1 Dashboard), Team 99 USD/Monat (5 Projekte, bis 10 Nutzer, unbegrenzte Dashboards), Enterprise auf Anfrage (Speckle Automate, eigene Datenregionen, SSO)
Kategorien
Stärken
- Verbindet Revit, ArchiCAD, Rhino, Grasshopper, Tekla, Navisworks, Civil 3D, SketchUp und IFC in einem Datenstrom
- Speckle Intelligence: automatische Dashboards für Mengen, Flächen und Projektfortschritt direkt aus Modelldaten, plus Abfragen in natürlicher Sprache
- Vollständig Open Source (Apache-2.0), auch selbst hostbar für volle Datenkontrolle
- 3D-Web-Viewer mit Versionshistorie, Modell-Vergleich und automatisch extrahierten Mengen- und Materialdaten
- Power-BI-Connector für individuell angepasste Reporting-Dashboards
- SOC-2-Type-II-zertifiziert, DSGVO-konform, DPA verfügbar, Datenregion pro Projekt wählbar
Einschränkungen
- Benutzeroberfläche und Support ausschließlich auf Englisch
- Speckle Automate (regelbasierte Automationen) und eigene Datenregionen nur im Enterprise-Plan
- Datenqualität der Dashboards hängt vollständig von der Attributierungsqualität im Quellmodell ab
- Kein vollwertiges BCF-Issue-Tracking und keine normbasierte Regelprüfung wie Solibri
- Großer Preissprung vom kostenlosen Plan (1 Dashboard) zu Team (99 USD/Monat)
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du exportierst BIM-Daten manuell in Excel und willst diesen Schritt automatisieren
- Dein Team arbeitet mit unterschiedlichen BIM-Tools und braucht einen gemeinsamen Datenstrom
- Du willst Mengen, Kosten und Fortschritt ohne Solibri oder Navisworks in einfachen Dashboards sehen
- Du suchst eine DSGVO-freundliche Lösung mit Self-Hosting-Option
Wann nein
- Du brauchst regelbasierte Qualitätsprüfung nach Normen (Barrierefreiheit, Brandschutz), dafür ist Solibri besser
- Du benötigst detailliertes BCF-basiertes Issue-Tracking und Clash-Resolution-Workflows
- Dein Team nutzt ausschließlich Autodesk Construction Cloud, dort sind die ACC-eigenen Reports oft ausreichend
Kurzfazit
Speckle ist die beste Wahl, wenn dein Büro BIM-Daten loswerden will, ohne sie jede Woche von Hand nach Excel zu exportieren. Statt Mengen, Flächen und Fortschritt manuell aus Revit oder ArchiCAD zu ziehen, schickst du dein Modell in einen Speckle-Datenstrom, und die Dashboards aktualisieren sich von selbst, sobald sich das Modell ändert. Der entscheidende Vorteil gegenüber proprietären Plattformen: Speckle ist vollständig Open Source (Apache-2.0) und lässt sich selbst hosten, was für öffentliche Auftraggeber und datensouveränitäts-sensible Projekte ein echtes Argument ist. Seit 2025 erweitert Speckle Intelligence das Ganze um KI-gestützte Abfragen, du kannst Modelldaten in natürlicher Sprache befragen, statt Dashboards manuell zu bauen. Schwächen: Die Oberfläche ist ausschließlich auf Englisch, die Dashboard-Qualität steht und fällt mit der Attributierung im Quellmodell, und für regelbasierte Normprüfung bleibt Solibri das stärkere Werkzeug.
Für wen ist Speckle?
Architektur- und Ingenieurbüros mit Reporting-Routine: Wer regelmäßig Mengen-, Flächen- oder Fortschrittsberichte erstellt und dafür bisher Modelle nach Excel exportiert hat, gewinnt am meisten. Die Dashboards aktualisieren sich automatisch, der wöchentliche Export-Schritt fällt weg.
BIM-Koordinatoren mit gemischtem Software-Stack: Wenn ein Projektteam parallel mit Revit, ArchiCAD, Rhino und IFC arbeitet, fehlt oft eine gemeinsame Datenbasis. Speckle führt die Modelle in einem Datenstrom zusammen und macht Attributvollständigkeit und Modellfortschritt über mehrere Quellen hinweg sichtbar.
Computational-Designer und Grasshopper-Nutzer: Speckle hat seine Wurzeln in der parametrischen Welt. Der Grasshopper- und Rhino-Connector ist tief integriert, und über die offene API lassen sich eigene Datenpipelines und Apps bauen. Für Büros mit Computational-Design-Team ist das ein natürlicher Andockpunkt.
Öffentliche Auftraggeber und datensouveränitäts-sensible Projekte: Weil Speckle vollständig Open Source ist und selbst gehostet werden kann, behältst du die volle Kontrolle über die Daten, kein US-Cloud-Zwang, keine Anbieterabhängigkeit. Das ist für Behörden, kritische Infrastruktur und große Generalplaner relevant.
Weniger geeignet für: Einzelplaner und sehr kleine Büros ohne Reporting-Bedarf (der Aufwand lohnt sich erst ab mehreren Projekten), Teams, die vor allem normbasierte Qualitätsprüfung (Brandschutz, Barrierefreiheit) brauchen, und alle, die ein vollwertiges BCF-Issue-Tracking mit Clash-Resolution erwarten.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Explore | 0 USD | 1 Projekt, bis 10 Nutzer, 30 Tage Versionshistorie, 1 Dashboard (Model & Project Intelligence), alle Connectoren und Datei-Importer, Model Validation (Beta) |
| Team | 99 USD/Monat | Bis 5 Projekte (weitere zubuchbar), bis 10 Nutzer, volle Versionshistorie, unbegrenzte Dashboards, CDE-Integrationen (ACC), speicherbare Model-Validation-Checks, Standard-Support |
| Enterprise | Auf Anfrage | 5+ Projekte, unbegrenzte Nutzer, Portfolio-Intelligence, Speckle Automate, eigene Datenregionen, SSO, domänenbasierte Sicherheit, White-Label-Embeds, Prioritäts-Support |
Studierende und Lehrende bekommen kostenlosen Zugang.
Einordnung: Der kostenlose Explore-Plan ist mehr als ein Showroom, mit einem Dashboard und voller Connector-Auswahl kann ein einzelnes Projekt produktiv laufen. Der Haken: Genau das eine Dashboard. Sobald du mehrere Berichte oder mehrere Projekte parallel brauchst, ist der Sprung auf Team (99 USD/Monat) groß und abrupt, eine Zwischenstufe fehlt. Für ein Büro, das damit echte Reporting-Stunden einspart, amortisiert sich das schnell; für ein Zwei-Personen-Büro ist die Schwelle spürbar. Enterprise lohnt sich erst, wenn Speckle Automate (regelbasierte Automationen), eigene Datenregionen oder SSO konkret gebraucht werden, oder wenn die Projektzahl ohnehin zweistellig ist. Wer maximale Kostenkontrolle und Datensouveränität will, umgeht die Preisstaffel komplett und hostet die Open-Source-Version selbst.
Stärken im Detail
Ein Datenstrom für den ganzen Software-Zoo. Speckles Kernidee ist bestechend einfach: Statt dass jedes Tool sein eigenes Datensilo pflegt, schicken Revit, ArchiCAD, Rhino, Grasshopper, Tekla, Navisworks, Civil 3D, SketchUp und IFC ihre Modelle in einen gemeinsamen, versionierten Datenstrom. Jede Modellversion ist nachvollziehbar, vergleichbar und abrufbar, auch über Toolgrenzen hinweg. Das löst das größte Problem heterogener BIM-Teams: die fehlende gemeinsame Datenbasis.
Dashboards aktualisieren sich von selbst. Das ist der eigentliche Produktivitätshebel. Speckle extrahiert Mengen, Flächen, Materialdaten und Attribute direkt aus den Modellelementen. Ändert sich das Modell und wird eine neue Version gesendet, aktualisiert sich das Dashboard automatisch. Der klassische Export-nach-Excel-Schritt, der bei jedem Planungsstand neu anfällt, entfällt komplett.
Speckle Intelligence bringt den KI-Kern. Seit 2025 lassen sich Modell- und Projektdaten in natürlicher Sprache abfragen und auswerten. Statt ein Dashboard manuell zu konfigurieren, fragst du nach Mengen, Abweichungen oder Fortschritt und bekommst belastbare Antworten und Deliverables. Speckle positioniert die Plattform ausdrücklich als „AI-ready”, die normalisierte Datenbasis (der „AEC Data Lake”) ist die Grundlage dafür, dass KI überhaupt verlässlich auf Modelldaten zugreifen kann.
Vollständig Open Source und selbst hostbar. Der Speckle Server steht unter Apache-2.0 und wird aktiv weiterentwickelt (Release 2.31.11 vom 5. Juni 2026, rund 9.600 Commits). Du kannst die komplette Plattform per Docker auf eigenem Server betreiben, ohne Abhängigkeit von Speckles Cloud. Das ist für öffentliche Aufträge und datensensible Projekte ein Alleinstellungsmerkmal, das proprietäre Plattformen wie Autodesk Construction Cloud nicht bieten.
Power-BI-Connector für individuelles Reporting. Wer über die mitgelieferten Dashboards hinaus eigene Auswertungen braucht, zieht die Speckle-Daten direkt in Power BI. Damit lassen sich projektübergreifende Reports, Kostenmodelle oder Nachhaltigkeitskennzahlen aufbauen, die nahtlos mit dem aktuellen Planungsstand synchron bleiben.
Sicherheits- und Compliance-Reife. Speckle ist SOC-2-Type-II-zertifiziert (mit jährlichen externen Audits), DSGVO-konform, bietet eine DPA, verschlüsselt Daten per TLS unterwegs und AES-256 im Ruhezustand, und erlaubt es, den Speicherort pro Projekt zu wählen. Für ein Open-Source-Werkzeug aus dem AEC-Nischenmarkt ist das ein überraschend solides Compliance-Fundament.
Schwächen ehrlich betrachtet
Alles nur auf Englisch. Oberfläche, Dokumentation und Support sind ausschließlich englischsprachig. Für ein deutsches Büro mit BIM-affinen Mitarbeitenden ist das verkraftbar, aber wer ein Werkzeug fürs ganze Team einführen will, inklusive weniger technikaffiner Kolleginnen und Kollegen, muss die Sprachbarriere einkalkulieren. Eine deutsche Lokalisierung ist nicht in Sicht.
Die Dashboards sind nur so gut wie das Modell. Speckle erfindet keine Daten, es liest aus, was im Quellmodell steckt. Sind Räume nicht sauber attributiert, Bauteile falsch klassifiziert oder Mengen unvollständig gepflegt, sind auch die Dashboards lückenhaft. Speckle macht Modellqualität sichtbar, ersetzt aber keine saubere BIM-Arbeit. Wer „Garbage in” liefert, bekommt „Garbage out”, nur schneller und hübscher visualisiert.
Kein vollwertiges Issue-Tracking und keine Normprüfung. Speckle hat mit Model Validation (seit 2026 in Beta) zwar Modell-Checks eingeführt, aber das ist kein Ersatz für die regelbasierte Qualitätsprüfung nach Normen, die Solibri für Brandschutz, Barrierefreiheit oder Clash Detection bietet. Auch ein ausgereiftes BCF-basiertes Aufgabenmanagement mit Clash-Resolution-Workflow fehlt. Speckle ist Datenplattform, nicht Prüf- und Koordinationswerkzeug.
Der Preissprung ist hart. Vom kostenlosen Plan (genau 1 Dashboard) auf Team (99 USD/Monat, unbegrenzte Dashboards) geht es ohne Zwischenstufe. Für ein kleines Büro, das nur zwei oder drei Dashboards bräuchte, gibt es keinen passenden Tarif, entweder du lebst mit einem oder zahlst die volle Team-Rate.
Proprietäres Objektformat statt IFC-Original. Speckle speichert Modelldaten in seinem eigenen Objektmodell, nicht in der IFC-Originaldatei. Das ist technisch sinnvoll (granular abfragbar), bedeutet aber: Speckle ist eine zusätzliche Datenebene, kein IFC-Archiv. Für die langfristige, normkonforme Datenablage brauchst du weiterhin die Originaldateien.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Regelbasierte Qualitätsprüfung nach Normen (Brandschutz, Barrierefreiheit, Clash) brauchst | Solibri |
| Bereits vollständig in der Autodesk Construction Cloud arbeitest | Autodesk Construction Cloud |
| BCF-basiertes Issue-Tracking und Mängelmanagement brauchst | BIMcollab |
| Koordination und Clash Detection im Autodesk-Kosmos brauchst | Autodesk Navisworks |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Dalux und Bimplus (CDE-Plattformen mit deutschsprachigem Support), Bentley ProjectWise sowie die hauseigenen Reporting-Funktionen von Revit selbst. Speckle ist kein Allrounder für den gesamten BIM-Workflow, es ist die offene Datenschicht darunter. Genau das ist seine Stärke: Es ersetzt keine Prüf- oder Koordinationssoftware, sondern macht deren Daten zugänglich, vergleichbar und automatisierbar. Kombiniere es gezielt mit den Werkzeugen, die es ergänzt.
So steigst du ein
Schritt 1: Registriere dich kostenlos auf speckle.systems und installiere den Speckle Connector für dein BIM-Tool, verfügbar unter anderem für Revit, ArchiCAD, Rhino, Grasshopper, Tekla, Navisworks und Civil 3D. Sende dein erstes Modell in ein Speckle-Projekt und öffne es im 3D-Web-Viewer. Schon hier siehst du Versionshistorie und kannst Modellstände vergleichen.
Schritt 2: Öffne Speckle Intelligence direkt in der Web-App. Speckle extrahiert automatisch Mengen, Flächen und Materialdaten aus den Modellelementen, ohne manuellen Export. Baue dein erstes Dashboard für Wandflächen oder Raumvolumina in wenigen Klicks, oder frage die Modelldaten in natürlicher Sprache ab. Achte dabei von Anfang an auf saubere Attributierung im Quellmodell, daran hängt die Aussagekraft der Auswertung.
Schritt 3: Verbinde Speckle über den Power-BI-Connector mit Power BI für erweiterte, projektübergreifende Berichte. Sobald wöchentlich aktualisierte Modelle eingehen, bleibt der Report automatisch synchron mit dem Planungsstand. Wer volle Datenkontrolle braucht, prüft parallel die Self-Hosting-Variante: Der Open-Source-Server läuft per Docker auf eigener Infrastruktur.
Ein konkretes Beispiel
Ein Hamburger Architekturbüro mit 12 Personen nutzt Speckle, um monatliche Mengenberichte für drei laufende Wohnungsbauprojekte zu automatisieren. Die Projektleiterin sendet wöchentlich aktualisierte Revit-Modelle in Speckle, das Intelligence-Dashboard zeigt automatisch die aktuelle Wohnfläche (WFL), die Brutto-Grundfläche (BGF) und die Grundflächenzahl (GRZ) für alle drei Projekte in nahezu Echtzeit an. Was früher drei separate manuelle Exporte und rund eine Stunde Excel-Arbeit pro Projektüberprüfung kostete, ist jetzt eine permanente, sich selbst aktualisierende Übersicht. Einmal pro Woche prüft die Projektleiterin stichprobenartig, ob die extrahierten Werte zur Modellrealität passen, weil Dashboards nur so gut sind wie die Attributierung. Zeitersparnis: etwa 4 Stunden pro Woche für die Reporting-Routine. Die Team-Lizenz (99 USD/Monat) ist damit nach dem ersten Bericht eingespielt.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting (Cloud): Speckle ist SOC-2-Type-II-zertifiziert und nach eigener Angabe vollständig DSGVO-konform. Daten werden mit TLS (Übertragung) und AES-256 (Ruhezustand) verschlüsselt. Der Speicherort lässt sich pro Projekt wählen; eigene Datenregionen sind eine Enterprise-Funktion.
- Auftragsverarbeitung (AVV/DPA): Eine Data Processing Agreement ist verfügbar und über die Speckle-Policy-Seiten abrufbar.
- Self-Hosting: Speckle ist vollständig Open Source (Apache-2.0) und kann per Docker auf eigenem Server oder eigenem EU-Cloud-Provider betrieben werden, volle Datenkontrolle ohne Abhängigkeit von Speckles Cloud.
- Modellintegrität: Speckle speichert Modelldaten in seinem eigenen Objektformat, nicht in den IFC-Originaldateien. Für die normkonforme Langzeitablage brauchst du weiterhin die Originaldateien.
- Empfehlung: Für öffentliche Auftraggeber und Projekte mit behördlichen Datenhaltungsanforderungen ist Self-Hosting in der EU der sauberste Weg. Für privatwirtschaftliche Büros bietet die Cloud-Version mit DPA, SOC-2-Zertifizierung und projektweiser Datenregion-Wahl eine solide DSGVO-Absicherung, die konkrete Hosting-Region sollte vor dem Einsatz schriftlich bestätigt werden.
Gut kombiniert mit
- Solibri, Speckle macht Modelldaten zugänglich und auswertbar, Solibri übernimmt die regelbasierte Qualitäts- und Normprüfung (Brandschutz, Barrierefreiheit, Clash Detection). Datenplattform und Prüfwerkzeug ergänzen sich, statt zu konkurrieren.
- Power BI, über den offiziellen Connector wandern Speckle-Daten in individuelle, projektübergreifende Dashboards. Sinnvoll, sobald du Auswertungen brauchst, die über die mitgelieferten Speckle-Dashboards hinausgehen (Kostenmodelle, Portfolio-Reports).
- Autodesk Construction Cloud, wer ohnehin in ACC arbeitet, synchronisiert über die Speckle-ACC-Integration automatisch bei jeder Projektänderung. Speckle ergänzt ACC um die offene, abfragbare Datenebene.
Unser Testurteil
Speckle verdient 4 von 5 Sternen. Für ein spezialisiertes Open-Source-Werkzeug aus dem AEC-Nischenmarkt ist die Reife beachtlich: ein gemeinsamer Datenstrom über fast alle relevanten BIM-Tools hinweg, sich selbst aktualisierende Dashboards, mit Speckle Intelligence ein echter KI-Kern statt eines aufgesetzten Features, und ein Compliance-Fundament (SOC 2, DSGVO, DPA, Self-Hosting), das viele kommerzielle Konkurrenten nicht bieten. Den fünften Stern kostet vor allem die ausschließlich englische Oberfläche, der harte Preissprung von einem auf unbegrenzte Dashboards, die fehlende Normprüfung und die Tatsache, dass die Dashboard-Qualität vollständig an der Modellattributierung hängt. Für Büros, die ihre BIM-Daten endlich automatisiert auswerten wollen, und Wert auf eine offene, selbst hostbare Plattform legen, ist Speckle die derzeit überzeugendste Option.
Was wir bemerkt haben
- 2024/2025, Speckle hat eine Series-A-Finanzierungsrunde abgeschlossen, ausdrücklich, um „den ersten AEC-Datenhub” zu bauen, und die Workspaces aus der Beta in die allgemeine Verfügbarkeit überführt. Ein klarer Schritt von der Bastler-Plattform zum kommerziellen Produkt.
- 2025, Speckle weist die SOC-2-Type-II-Zertifizierung aus und unterzieht sich jährlichen externen Audits. Für ein Open-Source-Projekt aus dem AEC-Bereich ist das ein ungewöhnlich ernstzunehmendes Compliance-Signal.
- 2025, Speckle Intelligence wurde eingeführt: Projekt- und Portfolio-Auswertungen direkt aus den Modelldaten, inklusive Abfragen in natürlicher Sprache (Beispiele wie „Make me a space report for the ground floor” oder „Run a carbon estimate”). Damit verschiebt sich Speckle vom reinen Datenstrom-Connector zur KI-gestützten Auswertungsplattform, der eigentliche Sprung in Richtung „AI-ready AEC data”.
- 2025, Mit der Autodesk-Construction-Cloud-Integration (CDE) synchronisiert Speckle automatisch bei jeder Projektänderung. Das schließt eine wichtige Lücke für Büros, die ohnehin im Autodesk-Ökosystem arbeiten.
- 2026, Model Validation startete in der Beta, zusammen mit einer „signals-first” überarbeiteten Web-Oberfläche. Der quelloffene Server wird weiterhin aktiv gepflegt (Release 2.31.11 vom 5. Juni 2026), die Open-Source-Linie ist also kein Auslaufmodell, sondern wird parallel zur kommerziellen Cloud konsequent weitergeführt.
- Hinweis zur Lizenz, Häufig wird Speckle als MIT-lizenziert beschrieben; der Server steht tatsächlich unter Apache-2.0 (einzelne Module können abweichen). Das ändert für die Praxis wenig, ist aber für die rechtliche Bewertung beim Self-Hosting relevant.
Quellen
- Speckle – Preisübersicht. https://speckle.systems/pricing (abgerufen am 2026-06-14). Explore kostenlos (1 Projekt, bis 10 Nutzer, 30 Tage Historie, 1 Dashboard, 100 Versionen pro Workspace), Team 99 USD/Monat (bis 5 Projekte, bis 10 Nutzer, unbegrenzte Dashboards), Enterprise auf Anfrage (Speckle Automate, eigene Datenregionen inkl. EU, SSO); kostenlos für Studierende und Lehrende.
- Speckle Server – GitHub-Repository. https://github.com/specklesystems/speckle-server (abgerufen am 2026-06-14). Apache-2.0-Lizenz (einzelne Module abweichend), aktiv gepflegt, Release 2.31.11 vom 5. Juni 2026, rund 9.600 Commits.
- Speckle – Security & Compliance. https://speckle.systems/security (abgerufen am 2026-06-14). SOC-2-Type-II-zertifiziert mit jaehrlichen externen Audits, DSGVO-konform, DPA verfuegbar, TLS in transit und AES-256 at rest, Datenregion pro Projekt waehlbar.
- Speckle Intelligence. https://speckle.systems/intelligence (abgerufen am 2026-06-14). KI-gestuetzte Abfragen von Modelldaten in natuerlicher Sprache, automatische Reports (Flaechen, Carbon, Mengen) ueber den gesamten Tool-Stack.
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