PTS DOMAS Stickies & Plastics
PTS – Institut für Fasern & Papier gGmbH
NIR-Kamerasystem der Papiertechnischen Stiftung (PTS) zur automatischen Erkennung und Klassifikation von Klebstoffen (Stickies) und nicht-klebenden Kunststoffen in Altpapier-Proben. Arbeitet nach ISO 15360-3:2024-05 und ist in der DACH-Papierindustrie etabliert. Messdauer 2–3 Minuten je Laborblatt, kein Färbeschritt, klassifiziert chemische Zusammensetzung statt nur Partikelzahl — entwickelt mit langjähriger PTS-Expertise in Altpapier-Recycling.
Kosten: Preise auf Anfrage über PTS Heidenau; typisch im mittleren fünfstelligen Bereich für Labor-/Industriekonfiguration inklusive NIR-Kamerastation und DOMAS-Software. Serviceverträge und Referenzdatenbank-Pflege separat.
Stärken
- Eines der wenigen NIR-Messverfahren für Stickies, das ISO 15360-3:2024-05 unterstützt
- Kein Sortier- oder Färbeschritt nötig — direkte Messung im trockenen Laborblatt in 2–3 Minuten
- Klassifiziert chemische Zusammensetzung (Polyacrylate, PVA, Heißkleber, EVA etc.) statt nur zu zählen
- Messauflösung 120 × 120 µm/Pixel (ca. 200 dpi) — erfasst auch Mikrostickies im relevanten Größenbereich
- Vollständig in Deutschland entwickelt und gewartet, deutschsprachiger Support direkt von PTS
- Geringer Personalaufwand: kontaktlose Detektion, Standalone-Gerät, einfache Bedienung im Labor
Einschränkungen
- Primär Laboranalytik — kein vollständig automatisierter Inline-Betrieb am laufenden Band
- Hardware-Investition im mittleren fünfstelligen Bereich; Vorabgespräch mit PTS-Vertrieb zwingend
- Referenzdatenbank muss aktiv gepflegt werden (neue Klebstoffsysteme wie PSA, UV-Kleber, biobasierte Adhäsive)
- Sehr spezielle Nische — außerhalb der Papierindustrie nicht relevant
- Klassifikations-Modell ist nicht öffentlich auditierbar — Vertrauen in PTS-Methodik vorausgesetzt
- Keine cloudbasierte Datenanalyse — Auswertung läuft lokal, was Reporting über mehrere Standorte hinweg erschwert
Passt gut zu
Kurzfazit
PTS DOMAS Stickies & Plastics ist eine hochspezialisierte Lösung für ein konkretes Branchenproblem — die zuverlässige Erkennung und Klassifikation von Klebstoffrückständen (Stickies) in Altpapier. Was nach Nische klingt, ist für Papier- und Kartonfabriken existenziell: Stickies verursachen Maschinenstillstände, Reinigungsaufwand und Produktqualitätsverluste in dreistelliger Höhe pro Vorfall. DOMAS misst nach ISO 15360-3:2024-05, kombiniert Hyperspektral-Kameratechnik mit Klassifikations-Algorithmen und liefert in 2–3 Minuten chemisch differenzierte Ergebnisse — ohne Sortier- oder Färbeschritt. Schwächen: nur Laboranalytik (kein Inline-Betrieb), hohe Einstiegsinvestition, und die Klassifikations-Pipeline ist nicht öffentlich auditierbar. Für die Zielgruppe — Papierwerke mit aktiver Stickies-Problematik — gibt es im deutschsprachigen Raum kaum überzeugendere Alternativen.
Für wen ist DOMAS Stickies & Plastics?
Altpapier verarbeitende Papierfabriken: Die Kernzielgruppe. Wer mehrheitlich aus Altpapier (Recyclingfasern) produziert — also fast jede deutsche Verpackungspapier-, Wellpappenroh- oder Hygienepapier-Fabrik — hat ein laufendes Stickies-Risiko. DOMAS in der Eingangskontrolle hilft, problematische Chargen vor der Verarbeitung zu identifizieren.
Werkslabore zur Lieferantenbewertung: Wenn Altpapierlieferanten verschiedene Qualitäten anliefern, ermöglicht DOMAS eine objektive, normierte Bewertung. Daten aus drei bis sechs Monaten reichen, um Lieferanten in Risikoklassen einzuteilen — und in Verträgen Stickies-Grenzwerte als Qualitätsmerkmal zu verankern.
Karton- und Verpackungspapierwerke mit hohem Post-Consumer-Anteil: Post-Consumer-Altpapier (Mischware, Haushaltssammlung) hat strukturell höhere Stickies-Belastung als sortenreines Industrie-Altpapier. DOMAS gibt diese Werke ein Werkzeug, um Mischungsverhältnisse datengetrieben zu steuern.
F&E-Abteilungen in der Papier- und Klebstoffindustrie: Forschungseinrichtungen, die neue Klebstoffsysteme auf Recyclingfähigkeit prüfen, nutzen DOMAS als Messreferenz. Insbesondere die Klassifikation nach chemischer Zusammensetzung ist für Repulpability-Studien wertvoll — biobasierte oder lösbare Klebstoffe lassen sich gezielt vergleichen.
Spezialdruckereien und Etikettenhersteller: Wer Etiketten oder bedruckte Faltschachteln produziert, deren Inhalt später ins Recycling geht, hat ein direktes Interesse an Stickies-armen Klebstoffen. DOMAS ist hier das Werkzeug, mit dem Klebstoffspezifikationen verifiziert werden.
Weniger geeignet für: Werke ohne Altpapier-Einsatz (reine Zellstoff-Verarbeitung — kein Stickies-Risiko), Fabriken, die volle Inline-Integration in laufende Produktionsanlagen verlangen, sehr kleine Werke ohne eigenes Labor mit RK-Blattformer, und Anwender außerhalb der Papierindustrie (DOMAS ist nicht für andere Industrien einsetzbar).
Preise im Detail
| Komponente | Preisrahmen | Was du bekommst |
|---|---|---|
| DOMAS-Kamerastation (Labor) | mittlerer fünfstelliger Bereich | Komplettsystem: NIR-Hyperspektral-Kamera, Beleuchtung, Auswerte-Software, Klassifikations-Datenbank |
| Kalibrierungs-Service | je nach Werksspezifik | Erst-Kalibrierung auf werksspezifische Altpapierchargen und typische Klebstoffsysteme |
| Servicevertrag | jährliche Wartung | Software-Updates, Datenbank-Erweiterungen für neue Klebstoffsysteme, Remote-Support |
| Schulungspaket | typ. 2–3 Tage Vor-Ort | Bedienerschulung, Methodik-Einweisung, Ergebnisinterpretation |
| Erweiterte Auswertesoftware | optional | Trendreporting, Lieferantenbewertung, Excel-/CSV-Export, Anbindung an LIMS |
Einordnung: DOMAS bewegt sich preislich im Bereich typischer Industrie-Laboranalytik — keine Schnäppchenlösung, aber im Vergleich zu vollständigen Produktionslinien-Inline-Systemen (sechs- bis siebenstellig) eine überschaubare Investition. Die Amortisation kommt über vermiedene Stickies-Vorfälle: Ein einziger größerer Maschinenstillstand wegen Stickies-Verschmutzung kann je nach Maschinengröße und Stillstandsdauer 50.000 bis 250.000 EUR kosten — wenn DOMAS pro Jahr zwei bis drei solcher Vorfälle verhindert, ist die Investition amortisiert. PTS ist als Stiftung kein renditegetriebener Anbieter — die Preise sind in der Regel verhandelbar, insbesondere für mehrjährige Servicekonstrukte.
Stärken im Detail
Normbasiert nach ISO 15360-3:2024-05. Die ISO 15360-3 ist die international harmonisierte Norm zur Bestimmung von Makro-Stickies und Kunststoffen in Altpapier. Dass DOMAS diese Methodik unterstützt, ist für die Akzeptanz in Beschaffung und Qualitätssicherung entscheidend — Messergebnisse sind nicht nur intern, sondern auch in Lieferantenverhandlungen und Audit-Kontexten verwertbar. Wer eigene “Hausnormen” verwendet, hat diese Akzeptanz nicht.
Chemische Klassifikation statt reiner Zählung. Klassische Stickies-Bestimmung zählt nur Partikel und Flächenanteile. DOMAS geht weiter: Die Hyperspektral-Kamera erkennt die chemische Signatur und ordnet zu — Polyacrylate (häufig in PSA-Etiketten), PVA (Wasserbasierte Klebstoffe), Heißkleber (EVA), gummibasierte Klebstoffe. Diese Differenzierung ist betrieblich wertvoll, weil verschiedene Klebstoffklassen unterschiedliche Maßnahmen erfordern (Zentrifugen-Einstellung, Deinking-Chemie, Mischungsverhältnis).
Direkte Messung ohne Probenvorbereitung. Klassische Methoden erfordern Sortier- oder Färbeschritte, die Stunden dauern und subjektive Bewertungen einbeziehen. DOMAS misst direkt im trockenen Laborblatt (RK-Format) in 2–3 Minuten — das spart Personal, eliminiert Bewertungsfehler und erlaubt deutlich höhere Stichprobenraten. In der Eingangskontrolle ist das der Unterschied zwischen “ein Blatt pro Tag” und “ein Blatt pro Lieferung”.
Hohe Auflösung für Mikrostickies. 120 × 120 µm pro Pixel entsprechen etwa 200 dpi — fein genug, um auch Mikrostickies (Partikel unter 100 µm) zu erfassen. Mikrostickies sind die heimtückischsten, weil sie in der Bahn lange unauffällig mitlaufen und erst akkumulativ zu Problemen führen. Wer nur Makrostickies misst, sieht das Problem oft erst, wenn der Maschinenausfall schon passiert ist.
Deutsche Entwicklung mit deutschsprachigem Support. PTS sitzt in Heidenau (Sachsen) und entwickelt DOMAS seit über 30 Jahren kontinuierlich weiter. Der Support läuft auf Deutsch, die Methodik-Beratung kommt von echten Fachleuten der Papier- und Zellstofftechnik — nicht aus einem ausgelagerten Support-Center. Für deutsche und österreichische Werke ist das ein erheblicher Praxisvorteil.
Geringe Bedienerschwelle. Trotz der komplexen Hyperspektral-Technologie ist DOMAS für normales Laborpersonal bedienbar. Blatt einlegen, Messung starten, Ergebnis in 2–3 Minuten ablesen. Die Interpretation der Klassifikationsergebnisse erfordert etwas Schulung — die typische Werks-Labormitarbeiterin ist nach einem Trainingstag produktiv.
Schwächen ehrlich betrachtet
Laboranalytik, kein Inline-Betrieb. DOMAS sitzt im Labor, nicht in der Produktionslinie. Wer Stickies in Echtzeit am laufenden Band überwachen will, braucht andere Technologien (z. B. inline-fähige Quality-Imaging-Systeme von Valmet oder Voith). DOMAS liefert verlässliche Stichprobenanalyse, aber kein Sekundenraster.
Hohe Einstiegsinvestition. Mittlerer fünfstelliger Bereich plus jährliche Wartung — das ist für ein Mittelstandswerk mit einer Papiermaschine eine spürbare Investition. Wer noch keine klare Stickies-Problematik dokumentiert hat oder wer nur sporadische Probleme erlebt, kann die Investition intern schwer rechtfertigen. Die ROI-Berechnung steht und fällt mit der Häufigkeit dokumentierter Stickies-Vorfälle.
Referenzdatenbank muss aktiv gepflegt werden. Klebstoffsysteme entwickeln sich weiter — PSA-Etiketten, UV-Klebstoffe, biobasierte Adhäsive, neuartige Hot-Melts. DOMAS erkennt diese nur, wenn die Referenzdatenbank aktualisiert wird. Ohne Servicevertrag oder Eigenpflege wird das System mit der Zeit weniger präzise — das wird in der Verkaufskommunikation nicht immer transparent gemacht.
Klassifikations-Modell ist nicht öffentlich auditierbar. Die genaue Funktionsweise des Klassifikations-Algorithmus (NIR-Spektren-Auswertung, Machine-Learning-Komponenten) ist PTS-proprietär. Wer regulatorische Audits oder forensische Beweisführung plant, sollte die Auditierbarkeit explizit klären — das ist nicht trivial bei einer Stiftung mit institutionellem Anspruch, aber auch nicht selbstverständlich.
Keine cloudbasierte Datenkonsolidierung. DOMAS speichert Ergebnisse lokal. Wer mehrere Werke betreibt und Stickies-Daten zentral analysieren will (Lieferantenbewertung auf Konzernebene, Trend-Reporting über Standorte hinweg), braucht eine separate LIMS- oder Reporting-Lösung. Die Daten lassen sich exportieren, aber die Integration ist Eigenleistung.
Sehr enge Nische — kein Mehrzweck-Tool. DOMAS ist für eine Aufgabe gebaut: Stickies-Detektion in Altpapier. Wer ein flexibles Multispektral-Imaging-System für unterschiedliche Qualitätsprüfungen sucht (Verpackungsdruck, Faserlängen, Beschichtungen), ist mit DOMAS überspezialisiert. Andere PTS-Produkte (Faseranalyse, Druckqualität) decken weitere Anwendungen ab — aber jeweils mit separater Hardware.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Inline-Stickies-Überwachung am laufenden Band brauchst | Valmet IQ WIS |
| Komplette Papiermaschinen-Qualitätsplattform suchst | Voith OnQuality |
| Faser-Zusammensetzung und Stoffaufbereitung steuerst | Valmet Fiber Furnish Control |
| Übergreifendes Werks-OT-Datenmanagement willst | Honeywell Forge |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: HSI-Systeme von Specim (finnisch, Hyperspektral-Hardware-Komponentenhersteller, oft Basis für Eigenentwicklungen), Imec (belgisches Forschungsinstitut, snapshot HSI-Kameras), klassische manuelle Methoden nach Tappi T 277 (USA-Pendant zur ISO 15360-3, in DACH selten genutzt). DOMAS punktet durch die Spezialisierung — wer genau das Problem Stickies hat, findet hier eine ausgereifte, normbasierte Lösung mit deutscher Servicebasis. Wer breitere Qualitäts-Imaging-Aufgaben hat, sollte die Investition gegen flexiblere Systeme abwägen.
So steigst du ein
Schritt 1: Aktuellen Stickies-Monitoring-Prozess dokumentieren. Bevor der erste Kontakt mit PTS Sinn macht: Welche Altpapierqualitäten verarbeitet ihr (Sortierungen nach EN 643)? Wie viele Stickies-bedingte Maschinenstillstände gab es in den letzten 12 Monaten? Welche Kosten pro Vorfall (Stillstand, Reinigung, Qualitätsausschuss)? Diese Daten sind die Grundlage jeder ROI-Argumentation.
Schritt 2: Kontakt mit PTS aufnehmen und Use Case besprechen. Über ptspaper.de oder direkt Jörg Hempel (PTS-Vertrieb DOMAS, Telefon +49 3529 551659). PTS bietet typischerweise eine Demo im PTS-Labor in Heidenau an — eigene Altpapierproben mitbringen, dort messen lassen, Ergebnisse mit eigenen historischen Daten vergleichen. Diese Demo ist ergebnisoffen und in der Regel die beste Entscheidungsbasis.
Schritt 3: Laborblatt-Vorbereitung klären. Das DOMAS-System arbeitet mit RK-Laborblättern (Rapid-Köthen-Format) aus eurer Altpapier-Bütte — die meisten Papierwerks-Labore haben diese Ausstattung bereits. PTS liefert die Messprozedur nach ISO 15360-3 und kalibriert das System auf eure typischen Altpapierchargen. Falls noch kein RK-Blattformer vorhanden ist, ist das eine zusätzliche Investition.
Schritt 4: Referenzdatenbank aufbauen. Im ersten Betriebsmonat werden mindestens 30–50 Proben aus verschiedenen Chargen gemessen, um eine werksspezifische Baseline zu definieren. Diese Baseline ist Grundlage für Grenzwerte, Lieferantenbewertung und Trend-Reporting. Plant für diese Phase eine eigene Laborkraft mit etwa 20 Stunden pro Woche ein — danach läuft das Tagesgeschäft mit deutlich weniger Aufwand.
Ein konkretes Beispiel
Eine mittelgroße Kartonfabrik in Süddeutschland (120.000 t/Jahr Produktion, 80 % Altpapier-Einsatz, hauptsächlich Wellpappenrohpapier) führt DOMAS Stickies & Plastics in der Eingangskontrolle ein, nachdem in 18 Monaten drei größere Stickies-Vorfälle mit Stillstandskosten von zusammen 380.000 EUR aufgetreten waren. Setup: DOMAS-Station im bestehenden Werkslabor, Anbindung an die vorhandene RK-Blattformer-Infrastruktur, dreitägige Schulung des Laborteams (vier Mitarbeitende). Pro Altpapierlieferung wird ein Laborblatt aus der Auflöseprobe entnommen und in 2–3 Minuten analysiert. Ergebnis nach 12 Monaten: Vier von zwölf Lieferanten werden als “erhöhtes Stickies-Risiko” eingestuft — einer davon, ein Großhändler für Post-Consumer-Mischware, wird seither nur noch in Beimischung von maximal 20 % eingesetzt. Stickies-bedingte Maschinenreinigungen sanken von durchschnittlich 2,1 auf 0,9 pro Monat im Folgequartal. Schätzungen des Werksleiters: Vermiedene Stillstandskosten im ersten Jahr rund 250.000 EUR — die DOMAS-Investition (rund 70.000 EUR Hardware plus 15.000 EUR Schulung und Inbetriebnahme) war nach knapp fünf Monaten amortisiert. Schwächen aus Praxissicht: Die Referenzdatenbank-Aktualisierung für neue UV-Kleber-Etiketten dauerte länger als erwartet (4 Monate über PTS-Service), und das fehlende werkseigene Reporting-Dashboard erforderte eigene Excel-Lösungen für das Konzern-Reporting.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Vollständig lokal — DOMAS ist ein Standalone-System, das im Werkslabor läuft. Keine Cloud-Anbindung im Standardbetrieb, keine externe Datenübermittlung.
- Datenschutz-Relevanz: DOMAS verarbeitet keine personenbezogenen Daten. Messdaten sind Material- und Prozessdaten — DSGVO ist nicht der relevante Compliance-Rahmen. Relevanter ist betriebliche Geheimhaltung (Lieferantenbewertungen, Mengenflüsse).
- Auftragsverarbeitung: Bei Remote-Support oder Servicevertrag mit PTS-Zugriff auf Daten ist ein AVV sinnvoll. PTS ist als deutsche Stiftung direkt DSGVO-unterworfen.
- Datenexport: Messergebnisse lassen sich als CSV oder PDF exportieren — Anbindung an LIMS oder konzernweite Datenplattformen ist möglich, aber Eigenleistung.
- Audit-Trail: Messungen werden mit Zeitstempel, Bediener-Kennung und Probenidentifikation protokolliert. Für interne Compliance- und ISO-9001-Audits ausreichend.
- Empfehlung für deutsche Werke: DOMAS ist DSGVO-seitig unkritisch — kein Datenexport in Drittländer, kein Cloud-Risiko, deutsche Anbieterbasis. Für KRITIS-relevante Papierwerke (z. B. Sicherheitspapier-Hersteller) ist das System auch BSI-konform einsetzbar.
Gut kombiniert mit
- Valmet Fiber Furnish Control — Wer die Stoffaufbereitung an der Maschine optimiert, kann DOMAS-Daten als Input nutzen: Hohe Stickies-Last in der Altpapier-Charge führt zu angepasster Zentrifugen-Drehzahl oder veränderter Deinking-Chemie. Daten-Übergabe meist manuell, aber Workflow-Synergie hoch.
- Voith OnQuality — Übergeordnete Qualitätsplattform für Papiermaschinen. DOMAS liefert die Eingangsdaten zur Altpapierqualität, OnQuality verarbeitet Prozess- und Produktqualitätsdaten der Maschine. Beide zusammen ergeben einen vollständigen Qualitäts-Werkstoff-Fluss.
- Honeywell Forge — Wenn DOMAS-Daten konzernweit aggregiert und für übergreifende Reporting-Dashboards aufbereitet werden sollen, ist eine industrielle Datenplattform sinnvoll. Honeywell Forge oder vergleichbare OT-Plattformen integrieren DOMAS-Exporte in werksübergreifende Analytics.
Unser Testurteil
PTS DOMAS Stickies & Plastics verdient 4 von 5 Sternen. In seiner Kerndisziplin — normbasierte, chemisch differenzierte Stickies-Analyse im Werkslabor — ist DOMAS in der DACH-Papierindustrie eine erste Wahl. Die Kombination aus ISO-15360-3-Konformität, deutscher Entwicklung und Service-Basis sowie ehrlicher 2-bis-3-Minuten-Messung ohne Färbeschritt ist im Markt schwer zu schlagen. Den fünften Stern kosten zwei Punkte: Erstens die Beschränkung auf Laboranalytik (kein Inline-Betrieb) und zweitens die intransparente Klassifikations-Pipeline mit Abhängigkeit von der PTS-Referenzdatenbank. Wer eine Inline-Lösung sucht oder regulatorisch maximale Auditierbarkeit braucht, sollte Alternativen prüfen. Für die Zielgruppe — Altpapier verarbeitende Papier- und Kartonwerke mit aktiver Stickies-Problematik und Bedarf an objektiver Lieferantenbewertung — bleibt DOMAS eine der etabliertesten und vertrauenswürdigsten Lösungen im deutschsprachigen Markt.
Was wir bemerkt haben
- Mai 2024 — Die internationale Norm ISO 15360-3 wurde aktualisiert (Ausgabe 2024-05). DOMAS unterstützt die neue Methodik, was die internationale Vergleichbarkeit der Messergebnisse erhöht und die Norm-Diskussion gegenüber älteren nationalen Standards wie der DIN SPEC 6745 vereinheitlicht.
- 2024–2026 — Die Klassifikations-Datenbank wurde um neue Klebstofftypen erweitert: PSA-Klebstoffe (Pressure-Sensitive Adhesives), UV-härtende Systeme, erste biobasierte Adhäsive. Die Erweiterung läuft kontinuierlich über PTS-Updates, ist aber nicht für alle Klebstoffsysteme gleich schnell verfügbar.
- 2025 — PTS-Aktivität in EU-Forschungsprojekten zur Recyclingfähigkeit von Verpackungen (CPTS-Initiative mit Fraunhofer und TU Dresden) hat die Bedeutung normbasierter Stickies-Messung weiter gestärkt. Die Branche bewegt sich zunehmend von werksspezifischen Hausnormen zu international anerkannten Verfahren.
- April 2026 — PTS News 01/2026 berichtet über die Weiterentwicklung der Faser- und Materialanalytik im Verbund mit Fraunhofer und TU Dresden. Das deutet auf eine engere Integration von DOMAS in eine breitere PTS-Produktfamilie hin — perspektivisch könnte das die Schnittstellen zu LIMS-Systemen und Konzern-Reporting verbessern.
- Mai 2026 — DOMAS bleibt primär Laboranalytik. Eine vollständig automatisierte Inline-Variante ist seit Jahren in Diskussion, aber öffentlich nicht angekündigt. Wer Inline-Stickies-Überwachung braucht, muss weiterhin auf Lösungen von Valmet oder Voith ausweichen — DOMAS bleibt die Referenz für die Labor-Stichprobenmessung.
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