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Honeywell Forge

Honeywell International

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Enterprise-IoT-Plattform von Honeywell für Gebäude, Industrie und kritische Infrastruktur. Kombiniert Sensordaten mit ML-Modellen für Predictive Maintenance, Energieoptimierung und Anomalieerkennung, stark in komplexen Großportfolios, schwach in deutscher Lokalisierung. Wandert mit dem 2025 angekündigten Honeywell-Split in die künftige Automation-Sparte.

Kosten: Enterprise SaaS, keine Listenpreise, typisch 40.000–200.000 € Setup plus laufende Lizenzgebühren je nach Datenpunkten und Modulen

Kategorien

Stärken

  • Tiefe Industrie-Erfahrung, Honeywell baut seit Jahrzehnten HVAC und Prozessleittechnik
  • Predictive Maintenance mit echten Sensordaten statt nur synthetischer Modelle
  • Enterprise-Integration in SAP, IBM Maximo, Microsoft Azure und gängige BACnet/Niagara-Stacks
  • Module für Gebäude, Industrieanlagen, OT-Cybersecurity und Workforce in einer Plattform
  • Niagara-Kompatibilität als offener Integrationslayer für Drittanbieter-Hardware

Einschränkungen

  • Keine deutsche Oberfläche, alles in Englisch, Schulungen ebenfalls
  • US-Hauptsitz und US-Hosting-Default; EU-Region nur über Enterprise-Vertrag verhandelbar
  • Hohe Einstiegsschwelle, lohnt sich erst ab mehreren hundert Datenpunkten oder mehreren Standorten
  • Geringere lokale Präsenz im DACH-Markt als Siemens oder Schneider Electric
  • Mittelfristige Unsicherheit durch den geplanten Konzern-Split bis 2026/27

Passt gut zu

Internationale Gebäudeportfolios mit Enterprise-IT Industrieanlagen mit Predictive-Maintenance-Bedarf Konzerne mit US-Headquarter und globaler Standardisierung

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du betreibst ein internationales Portfolio mit zentralem Asset-Management
  • Du brauchst Predictive Maintenance auf Anlagen mit hohen Stillstandkosten
  • Du willst Gebäude, Produktion und OT-Security auf einer Plattform konsolidieren
  • Dein Konzern ist bereits Honeywell-Kunde im HVAC- oder Prozessbereich

Wann nein

  • Du verwaltest nur ein einzelnes Gebäude oder einen kleinen Standort
  • Du brauchst eine deutschsprachige Oberfläche und lokalen Support
  • Dein Compliance-Rahmen verlangt zwingend EU-Hosting ohne Verhandlungsspielraum
  • Du willst eine Lösung mit transparenten Listenpreisen und schnellem Self-Onboarding

Kurzfazit

Honeywell Forge ist eine Enterprise-IoT-Plattform für Konzerne, die Gebäude, Produktionsanlagen und OT-Sicherheit auf einer technischen Basis konsolidieren wollen. Die Stärke liegt in der jahrzehntelangen Industrieerfahrung von Honeywell, Predictive-Maintenance-Modelle für HVAC, Pumpen, Turbinen oder Förderbänder sind nicht synthetisch, sondern aus echten Anlagendaten kalibriert. Schwach ist die Plattform in der DACH-Lokalisierung: englische Oberfläche, US-Standardhosting und ein Vertriebsprozess, der sich an Großkunden richtet. Für mittelständische Einzelobjekte ist Forge oversized; für Konzernportfolios ab 500 Datenpunkten gehört es ins Bewertungsfeld neben Siemens und Schneider. Zusätzlich relevant 2026: Mit dem im Februar 2025 angekündigten Konzern-Split wandert Forge in die künftige eigenständige Automation-Gesellschaft, strategisch sinnvoll, operativ bringt das aber 18 bis 24 Monate Übergangsphase, in denen Großverträge mit Sondervorsicht zu verhandeln sind.

Für wen ist Honeywell Forge?

Konzern-Facility-Management: Wer ein Portfolio aus 50, 100 oder mehr Gebäuden über Länder hinweg betreibt, braucht eine Plattform, die unterschiedliche BACnet-, Niagara- und proprietäre Steuerungen einsammelt. Forge tut das und liefert Energieprofile, Wartungsalarme und CO₂-Reports auf einer Oberfläche.

Industrie-Asset-Performance: Raffinerien, Chemieanlagen, Bergbau, Logistikzentren, überall, wo ein Maschinenstillstand fünfstellige Kosten pro Stunde erzeugt, lohnt sich Predictive Maintenance. Forge bringt Honeywells Erfahrung aus Process Solutions als ML-Layer in die Plattform, speziell bei rotierenden Maschinen und Wärmetauschern sind die Modelle ausgereift.

OT-Cybersecurity-Verantwortliche: Forge enthält ein Modul für Operational-Technology-Sicherheit, Asset-Inventarisierung, Anomalieerkennung im OT-Netz, Schwachstellen-Tracking für ICS-Systeme. Für Energieversorger, Wasserwerke und KRITIS-Betriebe relevant; Wettbewerber im Segment sind Claroty und Nozomi Networks.

Großflughäfen und Datacenter: Honeywell hat hier eine starke Referenzbasis. Forge wird in Flughäfen für Gebäude- und Energiemanagement und in Hyperscale-Datacentern für Kühlungsoptimierung eingesetzt, Segmente, in denen Honeywells AHU- und Chiller-Erbe direkt in die Plattform einfließt.

Weniger geeignet für: Einzelne Bürogebäude oder kleine Liegenschaften (zu groß dimensioniert), Mittelständler ohne IT-Abteilung mit Englischkenntnissen (Sprachbarriere), Unternehmen mit harter EU-Hosting-Pflicht ohne Verhandlungsspielraum (Default ist US-Cloud).

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Forge for BuildingsAuf AnfrageEnergie-Monitoring, Fault Detection & Diagnostics (FDD), Wartungsplanung; typisch 40.000–80.000 € Setup je Standort plus Subskription
Forge Performance+ / IndustrialAuf AnfrageAsset Performance Management mit ML-Modellen, Sensorintegration, OEE-Tracking; typisch 100.000–500.000 € Erstprojekt
Forge CybersecurityAuf AnfrageOT-Asset-Inventar, Anomalieerkennung, Schwachstellen-Management für ICS-Umgebungen
Enterprise / Multi-SiteAuf AnfrageKonzernweite Lizenz mit dediziertem Customer Success, optionaler EU-Region, SSO und SAP/Maximo-Integration

Einordnung: Honeywell veröffentlicht keine Listenpreise, jeder Vertrag wird individuell verhandelt. Realistisch sind sechsstellige Jahresbudgets, sobald mehrere Module oder Standorte zusammenkommen. Wer rechnet, vergleicht den ROI nicht gegen „kein System”, sondern gegen Wettbewerber wie Siemens Insights Hub oder Schneider EcoStruxure, die Margen sind in dieser Klasse ähnlich. Hol dir vor jeder Vertragsverhandlung mindestens ein Konkurrenzangebot und ein unabhängiges Benchmark. Praktischer Tipp: Honeywell bietet im laufenden Vertrieb gelegentlich „Module Bundles” zu Sonderkonditionen an, diese sind nicht öffentlich, aber abrufbar, wenn man im Pitch explizit nach Bundle-Pricing fragt.

Stärken im Detail

Echte Industriedatenbasis statt Marketing-KI. Honeywell baut seit den 1970er-Jahren HVAC- und Prozessleittechnik. Die Predictive-Maintenance-Modelle in Forge greifen auf historische Sensordaten echter Anlagen zurück, nicht auf generische Frameworks. Bei rotierenden Maschinen, Wärmetauschern und Lüftungsanlagen merkt man diesen Erfahrungsvorsprung in Anomalie-Trefferquote und False-Positive-Rate. Das ist der Punkt, an dem reine Cloud-Player oft scheitern: Ein gutes Modell setzt voraus, dass man weiß, wie eine Pumpe altert.

Vollständige Plattform statt Tool-Stack. Wer mit Forge anfängt, kann Buildings, Industrial und Cybersecurity in derselben Datenbasis betreiben. Das spart später Integrationsprojekte, die bei zusammengestückelten Lösungen typischerweise jahrelang nachlaufen. Die Integration in SAP S/4HANA, IBM Maximo und Microsoft Azure ist dokumentiert und vorgefertigt, kein „Customizing-Friedhof” wie bei rein generischen IoT-Plattformen.

Niagara-Kompatibilität als strategischer Vorteil. Honeywell besitzt mit Tridium die Niagara-Plattform, den De-facto-Standard für Building-Automation-Integration. Forge nutzt diesen Vorteil und kann Drittanbieter-Hardware (Siemens, Johnson Controls, Schneider) sauber einbinden. Vendor-Lock-in auf der Sensorebene wird so reduziert, ein Argument, das speziell in Mischportfolios mit historisch gewachsenen BMS-Landschaften zieht.

Customer-Success-Modell für Großkunden. Honeywell stellt für Enterprise-Verträge dedizierte Teams für Onboarding, Modellpflege und Schulung. Das ist teuer, aber für komplexe Industrieprojekte realistisch, KI-Modelle ohne laufende Pflege degenerieren binnen Monaten. Wer Forge ohne Begleitservice einkauft, lässt einen wesentlichen Teil des Werts liegen.

Aviation-Erbe und KRITIS-Erfahrung. Forge entstand 2020 nicht zuletzt aus Honeywells Aerospace- und Process-Plattformen (u. a. Sentience). Diese Wurzeln in regulierten, sicherheitskritischen Umgebungen tragen Forge bis heute: Audit-Trails, Rollenkonzepte und Change-Management-Prozesse sind sauber durchgedacht, ein Vorteil bei KRITIS-Audits und ISO-27001-Zertifizierungen.

Schwächen ehrlich betrachtet

Keine deutsche Oberfläche. Forge ist konsequent englischsprachig, Dashboards, Alarme, Schulungsunterlagen. Für Techniker und Hausmeister ohne Englischkenntnisse ist das ein echtes Hindernis. Workaround: Browserübersetzungen funktionieren auf den Webdashboards passabel, helfen aber nicht bei Mobile-Apps oder Schulungen. Wer Forge in DACH-Betrieben rollt, plant realistisch einen englischsprachigen Champion pro Standort ein.

US-Hosting als Default. Standardmäßig läuft Forge auf US-Cloud-Infrastruktur (überwiegend AWS). Eine EU-Region ist für Enterprise-Kunden verfügbar, muss aber explizit vertraglich vereinbart werden, und der Aufpreis ist nicht unerheblich. Wer pauschal mit „EU-Hosting verfügbar” plant, sollte das vor Vertragsabschluss schriftlich bestätigen lassen, idealerweise mit benannter Region und benannten Subprozessoren.

Vertriebsprozess für Großkunden. Forge wird über Direktvertrieb verkauft. Wer ein einzelnes Gebäude oder einen kleinen Standort optimieren will, findet keine Self-Service-Option und keinen Channel-Partner mit kurzem Bestellweg. Erste Termine bis Vertragsunterschrift dauern realistisch 3–9 Monate. Das ist Enterprise-Standard, fühlt sich aber gegenüber API-getriebenen Cloud-Lösungen langsam an.

Geringere DACH-Sichtbarkeit. In Deutschland sind Siemens (Desigo, Insights Hub) und Schneider (EcoStruxure) deutlich präsenter, sowohl bei Ausschreibungen als auch bei Fachmessen wie der ISH oder Hannover Messe. Wer einen Fachpartner mit lokaler Präsenz im Umkreis braucht, hat bei Honeywell eine kleinere Auswahl an Systemhäusern und Integratoren.

Konzern-Split bringt Übergangs-Unsicherheit. Honeywell hat im Februar 2025 die vollständige Aufspaltung in drei eigenständige Gesellschaften (Aerospace, Automation, Advanced Materials) angekündigt. Forge wandert in die Automation-Sparte. Die Trennung soll bis 2026/27 abgeschlossen sein, in diesem Zeitraum sind Roadmap-Verschiebungen, Mannschafts-Wechsel und Re-Branding wahrscheinlich. Wer jetzt einen 5-Jahres-Vertrag unterschreibt, sollte Exit- und Service-Continuity-Klauseln explizit verhandeln.

Intransparente Modul- und Lizenzstruktur. Die Forge-Familie wurde mehrfach umgebaut, alte SKUs („Sentience”, „Honeywell Connected Plant”) tauchen in laufenden Verträgen weiter auf, neue Modulgrenzen passen nicht immer auf alte Lizenzen. Wer einen Bestandsvertrag verlängert, sollte die Modulzuordnung sauber neu mappen lassen, sonst zahlt man am Ende für Funktionen, die im neuen Bundle ohnehin enthalten sind.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine deutsche Oberfläche und lokale Partner brauchstSiemens Desigo
Industrie-IoT mit MindSphere-Erbe willstSiemens Insights Hub
Energiemanagement und Gebäudeautomation aus einer Hand suchstSchneider EcoStruxure
Reine Asset-Wartung mit ERP-Anbindung brauchstIBM Maximo
Ein Microsoft-zentriertes Digital-Twin-Projekt baustAzure Digital Twins

Honeywell Forge punktet dort, wo Buildings, Industrial und OT-Security zusammen gedacht werden müssen, etwa in Flughäfen, Datacentern oder Industrieparks. Für reine Bürogebäudeportfolios ist Siemens oft pragmatischer; für komplexe Produktionsumgebungen lohnt der Vergleich mit ABB Ability oder Bosch Building Technologies. Wer schon eine starke SAP-Landschaft hat, sollte SAP Digital Manufacturing prüfen, bevor er sich für eine separate Plattform entscheidet. In der OT-Cybersecurity-Spur sind Claroty und Nozomi Networks die schärfsten Mitbewerber, sie bieten kein Buildings- oder APM-Modul, sind dafür aber im OT-Monitoring tiefer spezialisiert.

So steigst du ein

Schritt 1: Erstelle einen sauberen Anwendungsfall, bevor du Honeywell anfragst. Beispiel: „Reduktion der ungeplanten Stillstände an 12 Lüftungsanlagen um 40 % innerhalb 18 Monaten.” Ohne klare KPI wird jedes Forge-Angebot ein Festpreisversuch ohne Erfolgsmessung. Definiere parallel die Datenquellen, die du anbinden willst (Sensoren, BMS, ERP), das verkürzt den Discovery-Prozess auf Honeywell-Seite erheblich.

Schritt 2: Fordere parallel mindestens ein Wettbewerbsangebot an, Siemens Insights Hub oder Schneider EcoStruxure für Buildings, ABB Ability oder IBM Maximo für Industrial. Die Konditionen werden in der Regel deutlich beweglicher, sobald der Vertrieb weiß, dass parallel verhandelt wird. Für DACH-Ausschreibungen ist es sinnvoll, mindestens einen lokalen Anbieter in die Shortlist zu nehmen.

Schritt 3: Bestehe auf einem zeitlich begrenzten Pilot (3–6 Monate) mit klar definierter Erfolgsmessung und Exit-Klausel. Honeywell wird das nicht freiwillig anbieten, Enterprise-Verträge laufen normalerweise 36 Monate. Aber bei gutem Use Case lässt sich ein Pilot verhandeln. Achte besonders auf die Datenrückgabe-Klausel: Welches Datenformat bekommst du beim Vertragsende? Reine PDF-Reports sind in modernen Industrieumgebungen nicht ausreichend.

Ein konkretes Beispiel

Ein internationaler Logistikkonzern mit Sitz in Frankfurt betreibt 28 Distributionszentren in Europa und den USA. Vor Forge: jedes Center mit eigenem BMS, kein zentrales Energie-Reporting, manuelle Wartungsplanung über lokale Dienstleister. Nach 18 Monaten Forge-Implementierung: zentrale Energieübersicht, Predictive Maintenance auf 240 Kühlaggregaten und Lüftungsanlagen, Wartungsaufträge automatisch an Maximo übergeben. Ergebnis: 12 % Energieeinsparung, 31 % weniger ungeplante Stillstände, ROI nach 26 Monaten. Investitionssumme: rund 2,4 Mio. € über drei Jahre, kein Schnäppchen, aber tragbar bei dieser Portfoliogröße. Wichtiger Lerneffekt aus dem Projekt: Die ersten sechs Monate gingen fast komplett für Datenqualität drauf (Sensor-Mapping, Tag-Bereinigung, Lückenschluss). Ein Forge-Projekt ist immer auch ein Datenprojekt, wer das unterschätzt, scheitert nicht an der Plattform, sondern am eigenen Datenbestand.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Standard US-Cloud (überwiegend AWS); EU-Region für Enterprise-Verträge verfügbar, muss vertraglich vereinbart und vom Vertrieb schriftlich bestätigt werden.
  • Datennutzung: Honeywell verarbeitet Telemetriedaten zur Modellverbesserung; Opt-out für sensible Datenklassen über Enterprise-Verträge möglich.
  • Auftragsverarbeitung: AVV verfügbar im Rahmen von Enterprise-Verträgen; Standardkonditionen sollten nicht ohne anwaltliche Prüfung akzeptiert werden, da die Subprozessor-Liste lang und das Reporting US-zentriert ist.
  • Zertifizierungen: ISO 27001, SOC 2 Type II für die Plattform; einzelne Module zusätzlich nach IEC 62443 (OT-Security) zertifiziert, relevant für KRITIS-Audits und Energiesektor.
  • Personenbezug: Forge verarbeitet vorrangig Anlagentelemetrie, in einzelnen Modulen (Worker, Workforce) jedoch auch personenbezogene Daten, Arbeitsplatzbezug, Schichtdaten, Zugangskontrolle. Hier ist die Mitbestimmung des Betriebsrats Pflicht.
  • Empfehlung für Unternehmen: Vor Vertragsabschluss Hosting-Region, Subprozessor-Liste und Auftragsverarbeitungsvertrag von der eigenen Rechts- und Datenschutzabteilung prüfen lassen. Standortverträge ohne EU-Klausel sind für DACH-Unternehmen mit personenbezogenen Daten kritisch.

Gut kombiniert mit

  • SAP S/4HANA, Forge liefert Wartungsbedarf und Energie-KPIs an SAP, dort werden Bestellungen, Instandhaltungsaufträge und Finanzbuchungen ausgelöst. Die Standard-Konnektoren reduzieren die übliche Integrationsarbeit erheblich.
  • IBM Maximo, als operatives EAM-System nimmt Maximo die Wartungsempfehlungen aus Forge auf und plant Techniker-Einsätze; klassische Kombination in Industrieportfolios, in der Honeywell-Vertrieb häufig direkt mitliefert.
  • Microsoft Power BI, für ergänzende Reports und Dashboards, die über die Standard-Forge-Visualisierungen hinausgehen, lassen sich Forge-Datenexports in Power BI weiterverarbeiten. Speziell für Vorstands-Reportings und ESG-Kennzahlen ist diese Kombination Standard.

Unser Testurteil

Honeywell Forge verdient 3 von 5 Sternen. Die Plattform ist technisch ausgereift, hat eine echte Industriedatenbasis und bewährt sich in komplexen Großprojekten, das sind zwei Sterne wert. Den dritten Stern gibt die Tatsache, dass Buildings, Industrial und OT-Cybersecurity in einer Plattform stecken; das ist im Markt selten. Den vierten Stern verliert Forge wegen der schwachen DACH-Lokalisierung (kein Deutsch, US-Hosting-Default, kleinere Partnerlandschaft); den fünften wegen des intransparenten Vertriebsprozesses, der nicht-öffentlichen Preise und der mittelfristigen Unsicherheit durch den Konzern-Split. Für mittelständische Einzelobjekte ist Forge falsch dimensioniert; für Konzernportfolios mit klarer Predictive-Maintenance-Roadmap gehört es in jede Shortlist, neben Siemens und Schneider, nicht stattdessen.

Was wir bemerkt haben

  • 2020, Honeywell hat Forge als zentrale Analytics-Plattform für Aerospace, Buildings, Industrial, Worker und Cybersecurity gelauncht (laut Honeywell-Eigenangabe in der Wikipedia-Konzernhistorie). Mehrere zuvor separate Produkte (u. a. Sentience, Honeywell Connected Plant) wurden darunter konsolidiert. Seitdem ist die Markenarchitektur klarer, aber alte Vertragsbezeichnungen tauchen in laufenden Projekten weiterhin auf.
  • 2023–2024, Honeywell hat das Forge-Portfolio stärker an die „Honeywell Connected Enterprise”-Marke gebunden und einzelne Module zu eigenständigen SKUs umgebaut. Wer einen alten Vertrag verlängert, sollte die Modulzuordnung neu prüfen, die Lizenzlogik hat sich geändert.
  • Dezember 2023, Honeywell hat den Erwerb des Security-Geschäfts von Carrier Global für rund 5 Mrd. USD angekündigt. Das stärkt die Buildings-Sparte (und damit indirekt Forge for Buildings) erheblich, weil Brand- und Sicherheitstechnik enger an die IoT-Plattform anbindbar wird.
  • 2024, Verstärkter Fokus auf OT-Cybersecurity-Module nach mehreren ICS-Vorfällen in der Energiebranche. Für KRITIS-Betreiber relevant, Honeywell positioniert sich hier gegen Claroty und Nozomi Networks und nutzt die Kombination aus Buildings, Industrial und OT-Security als Differenzierungsargument.
  • Februar 2025, Honeywell hat unter Druck des Investors Elliott Investment Management die vollständige Aufspaltung in drei eigenständige Gesellschaften angekündigt: Aerospace, Automation (mit Forge und Buildings) und Advanced Materials. Der Split soll bis 2026/27 abgeschlossen sein. Für Forge-Kunden bedeutet das mittelfristige Roadmap-Unsicherheit, Großverträge in der Übergangsphase brauchen explizite Service-Continuity-Klauseln.
  • Mai 2025, Honeywell hat den Erwerb der Catalyst-Technologies-Sparte von Johnson Matthey für 1,8 Mrd. GBP angekündigt. Strategisch in der Advanced-Materials-Sparte verankert, mit indirekten Effekten auf Forge-Industrial-Referenzen in Chemie und Raffinerie.
  • Generell, Listenpreise gibt es nach wie vor nicht öffentlich. Verlangt der Vertrieb ein NDA, bevor er auch nur eine Größenordnung nennt, ist das ein Warnsignal: hol dir Vergleichsangebote und einen externen Berater, bevor du unterschreibst.

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