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powercloud

Hansen Technologies Germany GmbH (vormals powercloud GmbH)

3/5

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.

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powercloud ist ein cloud-natives ERP- und Abrechnungssystem für Energieversorger, positioniert als moderner Nachfolger für SAP IS-U-Installationen. Abrechnung, CRM, Marktkommunikation und Kundenportal sind als Single-Platform-Lösung integriert, speziell für deutsche Stadtwerke und Energiehändler entwickelt. Seit der Übernahme durch Hansen Technologies (CX) Teil eines internationalen CIS-Portfolios. Die KI-Zahlungszuordnung erreicht laut Anbieter über 98 % Trefferquote.

Kosten: SaaS-Lizenz ausschließlich auf Anfrage, keine öffentlichen Listenpreise. Preis nach Zählpunkten und Modulen, Einführungsprojekt separat. Alle im Umlauf befindlichen Beträge sind Marktschätzungen, keine bestätigten Anbieterpreise.

Kategorien

Stärken

  • Vollständig cloud-native, keine On-Premise-Infrastruktur, keine SAP-Abhängigkeit
  • API-first-Architektur ermöglicht Integration externer KI-Dienste für Abrechnungserklärungen und Kundenkommunikation
  • KI-gestützte Zahlungszuordnung mit laut Anbieter über 98 % Trefferquote
  • Eine Plattform für unbegrenzte Zählpunkte, Sparten wie Strom und Gas integriert
  • Marktkommunikation mit AS4-Verschlüsselung und 24-Stunden-Lieferantenwechsel im Standard
  • Über 30 Standardberichte, Analytics per Power BI und QuickSight
  • Reale Produktivkunden im DACH-Raum (Berliner Stadtwerke, EWE, Sachsenenergie, Ostrom u.a.)

Einschränkungen

  • Komplexe Migration von SAP IS-U dauert typisch 12–24 Monate, kein schneller Wechsel
  • Weniger Customizing-Tiefe als SAP IS-U für sehr spezifische Netzentgeltkalkulation
  • Integration in den internationalen Hansen-Konzern lässt die künftige Produkt-Roadmap offen
  • Kosten für mittlere Stadtwerke vergleichbar mit oder höher als SAP IS-U Maintenance
  • Preise nicht öffentlich, Kalkulationssicherheit nur über Einführungsprojekt-Angebot

Passt gut zu

Stadtwerke mit 20.000–200.000 Kunden, die SAP IS-U ablösen oder eine neue Abrechnungsplattform aufbauen Energiehändler und neue Marktteilnehmer ohne Legacy-SAP-Installation Versorger, die CRM, Abrechnung und Kundenportal auf einer Plattform vereinen wollen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du betreibst ein Stadtwerk mit 20.000+ Kunden und planst eine SAP-IS-U-Ablösung
  • Du bist neuer Energiehändler ohne Legacy-System und brauchst schnellen Markteintritt
  • Du willst eine API-first-Plattform für KI-Integrationen (Abrechnungsbriefe, Chatbots)
  • Du brauchst Marktkommunikation (MaKo, AS4, Lieferantenwechsel) ohne separate Lösung

Wann nein

  • Du betreibst ein Kleinstwerk mit unter 5.000 Kunden, der Investitionsaufwand lohnt nicht
  • Du brauchst sehr spezifische Netzentgeltkalkulation mit hoher Customizing-Tiefe (SAP-IS-U-Domäne)
  • Dein Stadtwerk ist im laufenden SAP-Roll-out mit S/4HANA Utilities
  • Du suchst eine günstige Standardlösung für ein 2-Mann-Energievertriebsbüro

Kurzfazit

powercloud ist die bekannteste cloud-native Alternative zu SAP IS-U im deutschen Energiemarkt, und sie ist real im Einsatz: Berliner Stadtwerke, EWE, Sachsenenergie, Ostrom und andere fahren produktiv darauf. Die Plattform deckt Abrechnung, CRM, Marktkommunikation und Kundenportal in einem System ab, mit KI-Zahlungszuordnung und offenen APIs. Seit Februar 2024 gehört powercloud zum börsennotierten Konzern Hansen Technologies (ASX: HSN), der die Anteile von den bisherigen Investoren übernahm, kein Insolvenzfall, sondern ein Anteilskauf. Seit Juli 2025 firmiert die deutsche Gesellschaft als Hansen Technologies Germany GmbH, der Produktname powercloud bleibt. Für Bestandskunden bedeutet das Stabilität, wirft aber eine strategische Frage auf: Wie verschmilzt Hansen die Produkt-Roadmap mit dem eigenen internationalen CIS-Portfolio? Für Stadtwerke, die eine SAP-Ablösung evaluieren, bleibt powercloud eine ernstzunehmende Option, aber kein No-Brainer mehr wie 2022.

Für wen ist powercloud?

Stadtwerke mittlerer Größe: Klassische Zielgruppe. Wer 20.000 bis 200.000 Kunden hat und die jährlichen SAP-IS-U-Wartungskosten plus Modernisierungsdruck spürt, sollte powercloud als Alternative evaluieren. Die SaaS-Logik (kein Server-Update-Marathon mehr, keine Custom-Code-Wartungsschulden) ist im operativen Vergleich ein echter Vorteil, vorausgesetzt, du verkraftest die 12 bis 24 Monate Migrationsprojekt.

Neue Marktteilnehmer und Energiehändler: Wer ohne Legacy startet, hat es deutlich einfacher. Kein Daten-Migrationsschmerz, kein Parallelbetrieb, keine Custom-Field-Schulden aus 15 Jahren SAP. Junge Energieanbieter, kommunale Vertriebsgesellschaften und reine Online-Versorger profitieren besonders von der schnellen Time-to-Market.

API-orientierte Versorger: Wer KI-gestützte Kundenkommunikation (Erklärung der Abrechnung in Klartext), Chatbots für die Kundenhotline oder Smart-Meter-Analytics integrieren will, braucht eine API-first-Plattform. SAP IS-U liefert das nur über Batch-Schnittstellen und Custom-RFC-Aufrufe, powercloud bietet REST-APIs als Kernarchitektur.

Mehrsparten-Versorger: Strom und Gas in einer Plattform mit unbegrenzten Zählpunkten, das ist ein echter Architekturvorteil. Wer heute mehrere Abrechnungssysteme parallel betreibt und konsolidieren will, findet bei powercloud eine integrierte Lösung. Welche weiteren Sparten (etwa Wasser oder Wärme) in deinem Fall abgedeckt sind, solltest du konkret abfragen, statt es vorauszusetzen.

Weniger geeignet für: Kleinstversorger mit unter 5.000 Kunden (Investitionsaufwand und laufende Kosten lohnen nicht), Versorger mit sehr spezifischen Netzentgelt-Modellen, die in SAP IS-U über Jahre customisiert wurden (Migrations-Risiko zu hoch), und Stadtwerke, die gerade S/4HANA Utilities einführen, ein paralleler Strategiewechsel wäre ökonomisch kaum vertretbar.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
SaaS-LizenzAusschließlich auf AnfrageAbrechnung, CRM, MaKo, Kundenportal, Analytics
EinführungsprojektSeparat, individuell kalkuliertDatenmigration, Konfiguration, Schulung, Parallelbetrieb
ErweiterungsmoduleAuf AnfrageSmart-Meter-Integration, externe KI-Services, individuelle Reports

Einordnung: Powercloud veröffentlicht keine Listenpreise, das ist im Energiewirtschaftsmarkt Standard und ärgerlich zugleich. Bestätigte Preise gibt es nur nach individueller Anfrage. Die Beträge, die in Marktgesprächen kursieren (grob mittlerer einstelliger Euro-Bereich je Zählpunkt und Monat für die laufende Lizenz, dazu ein Einführungsprojekt im sechs- bis siebenstelligen Bereich), sind unsere eigene Markteinschätzung, keine bestätigten Anbieterpreise und ersetzen kein Angebot. Der entscheidende Punkt für die Einordnung: Der Hebel von powercloud ist nicht primär der Preis, sondern die Architektur (cloud-native SaaS, offene APIs, ohne On-Premise-Infrastruktur). Wer Wartungskosten radikal senken will, ist mit powercloud nicht automatisch günstiger, wer Innovationsgeschwindigkeit und KI-Integrationsfähigkeit will, schon.

Stärken im Detail

Cloud-native Architektur ohne SAP-Erbe. Powercloud ist als cloud-native End-to-End-SaaS-Plattform gebaut, ohne SAP-Code-Basis im Hintergrund. Updates und Releases laufen über die SaaS-Plattform, keine On-Premise-Patches mehr, kein Test-/Produktionssystem-Marathon bei jedem Release. Für IT-Abteilungen, die seit Jahren SAP-Upgrade-Projekte stemmen müssen, ist das eine andere Welt.

API-first als strategischer Hebel. Jede Funktion ist über REST-APIs ansprechbar. Das macht die Integration externer KI-Dienste fundamental einfacher: Eine ChatGPT- oder Claude-basierte Klartext-Erklärung der Jahresrechnung ist eine API-Anfrage, kein Batch-Job mit RFC-Aufruf. Wer 2026 KI-Use-Cases in der Energiewirtschaft umsetzen will, profitiert architektonisch deutlich.

KI-Zahlungszuordnung mit 98+ % Erfolgsquote. Eine der wenigen explizit ausgewiesenen KI-Funktionen im Produkt: Eingehende Kundenüberweisungen werden automatisch dem richtigen Vertragskonto zugeordnet, auch bei unklaren Verwendungszwecken, falschen Kundennummern oder Sammelüberweisungen. Mit über 98 % Trefferquote spart das messbar Backoffice-Zeit und reduziert Klärfälle drastisch.

Marktkommunikation im Standard. AS4-Verschlüsselung, automatische Umsetzung regulatorischer Vorgaben und der 24-Stunden-Lieferantenwechsel gehören laut Anbieter zum Standardumfang. Bei regulatorischen Änderungen liefert Hansen das Update über die Plattform, kein eigenes Customizing-Projekt pro Anpassung. Für deutsche Stadtwerke ist das einer der größten operativen Vorteile.

Mehrsparten-Abrechnung für unbegrenzte Zählpunkte. Strom und Gas werden in einem System abgerechnet, die Plattform ist explizit auf eine unbegrenzte Anzahl von Zählpunkten ausgelegt. Wer heute mehrere Insellösungen pflegt, kann konsolidieren, mit einem einheitlichen Kundenobjekt, einheitlichen Rechnungslogiken und einer Kundenportal-Erfahrung statt mehrerer Logins.

Analytics mit Power BI / QuickSight. Über 30 Standardberichte plus individuell anpassbare Dashboards, laut Anbieter mit Echtzeit-Auswertungen. Das ist nicht spektakulär, aber im Vergleich zu klassischen SAP-IS-U-Reports, die oft über separate BW-Systeme laufen, ein deutlich modernerer Ansatz.

Reale Produktivkunden. Berliner Stadtwerke, EWE, Sachsenenergie, Ostrom, ELLI (Volkswagen), Prokon und weitere sind auf der Produktseite als Kunden ausgewiesen. Das ist im konservativen Energiemarkt ein gewichtiger Vertrauensanker, kein Pilot, sondern echter Produktivbetrieb bei etablierten Versorgern.

Schwächen ehrlich betrachtet

Offene Roadmap nach der Hansen-Übernahme. Zum 1. Februar 2024 übernahm Hansen Technologies 100 Prozent der Anteile an der powercloud GmbH von den bisherigen Investoren KAREMHA Holding und General Atlantic. Es war kein Insolvenzverfahren, sondern ein regulärer Anteilskauf, seit Juli 2025 firmiert die Gesellschaft als Hansen Technologies Germany GmbH. Für Bestandskunden ist die Anbindung an einen börsennotierten Konzern grundsätzlich Stabilität, das Produkt bleibt erhalten, Mitarbeiter- und Kundenverträge laufen weiter. Aber: Wie Hansen die Roadmap mit dem eigenen internationalen CIS-Portfolio verschmilzt, ist offen. Wer heute eine SAP-Ablösung evaluiert, sollte diese Frage stellen, und sich die Antwort schriftlich geben lassen.

Migration aus SAP IS-U bleibt ein Großprojekt. Es gibt keinen magischen Schalter. Datenmigration aus 10 bis 15 Jahren SAP-Custom-Code, Parallelbetriebsphase, Mitarbeiterschulung, das sind 12 bis 24 Monate Vollzeitprojekt. Powercloud bietet einen strukturierten Migrationspfad, aber die Komplexität reduziert sich nur graduell, nicht prinzipiell. Wer „schnell migrieren” hört, wird enttäuscht.

Customizing-Tiefe geringer als SAP IS-U. SAP IS-U ist über Jahrzehnte gewachsen und deckt die Sondersituationen der deutschen Energiewirtschaft (komplexe Konzessionsabgaben, regionale Netzentgelt-Modelle, Eigenverbrauch bei kombinierten KWK-Anlagen) sehr tief ab. Powercloud deckt die 90-Prozent-Fälle elegant, kommt bei den 10 Prozent Sonderfällen aber gelegentlich an Grenzen, was dann Custom-Entwicklung oder Workarounds erfordert.

Ökosystem kleiner als SAP. Es gibt deutlich weniger zertifizierte Implementierungspartner, weniger erfahrene Berater am Markt und weniger spezialisierte Schulungsanbieter. Wer Personal mit powercloud-Erfahrung sucht, hat einen schmaleren Markt als bei SAP IS-U, mit entsprechenden Lohnaufschlägen.

Preisintransparenz und schwer kalkulierbare Migrationskosten. Powercloud veröffentlicht keine Preise, und die Migrationsprojekte sind so individuell, dass realistische Budgetierung erst nach einer aufwendigen Pre-Sales-Phase möglich ist. Für die Investitionsentscheidung bedeutet das: Mehrere Monate Vorlaufzeit und mehrere konkurrierende Angebote, bevor du valide vergleichen kannst.

Internationale Hansen-Strategie könnte deutsche Spezifika überlagern. Hansen ist global aufgestellt, mit Schwerpunkten in Asien, Amerika und Europa. Die powercloud-Stärke war immer die enge Ausrichtung auf den deutschen Markt (BNetzA-Regulierung, MaKo, regionale Versorgungsmodelle). Wie Hansen dieses deutsche Spezialprodukt langfristig pflegt, wenn parallel ein internationales CIS-Portfolio konsolidiert wird, ist die zentrale offene Frage.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine etablierte SAP-Lösung mit S/4HANA-Migration suchstSAP S/4HANA
Marktkommunikation als separates Spezialmodul brauchstKISTERS Marktprozesse
Eine generische ERP-Cloud für Versorger evaluierstSAP S/4HANA oder eigene Cloud-Lösung auf Microsoft Azure KI-Dienste

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: SAP IS-U (Marktführer im Bestand, aber Auslaufmodell, Standard-Support bis 2027, Extended bis 2030), Wilken Software (deutscher Wettbewerber mit langer Energie-Erfahrung), CGI Trans4Mation und Schleupen.CS, beide klassische deutsche Lösungen mit etabliertem Stadtwerke-Footprint, aber älterer Architektur. Powercloud bleibt im Markt die profilierteste Cloud-native-Alternative, wer eine SAP-IS-U-Ablösung evaluiert, kommt an powercloud nicht vorbei, sollte aber im RfP-Prozess die Hansen-Roadmap explizit hinterfragen.

So steigst du ein

Schritt 1: Beantrage über hansencx.com/de/powercloud-de eine Demo, bei der das Team den System-Umfang für dein konkretes Versorgungsgebiet und deine Kundenzahl zeigt. Kläre in diesem Gespräch, welche Systeme (Messwerterfassung, Netzleittechnik, Bilanzkreismanagement) integriert werden müssen, und lass dir die Hansen-Roadmap für powercloud schriftlich geben.

Schritt 2: Definiere den Umfang der Migration. Für Stadtwerke, die von SAP IS-U migrieren, bietet powercloud einen strukturierten Migrationspfad, plane 12 bis 18 Monate für eine vollständige Datenmigration, Parallelbetriebs-Phase und Mitarbeiterschulung. Etabliere früh ein Projektsteuerungsboard mit Vertretern aus IT, Abrechnung, Vertrieb und Geschäftsführung, das ist kein IT-Projekt, sondern ein Unternehmenstransformations-Projekt.

Schritt 3: Nutze die REST-API von powercloud frühzeitig für erste Integrationstests mit angrenzenden Systemen (z. B. KI-Kommunikationsmodul für Klartext-Abrechnungen, Kundenportal, Smart-Meter-Gateway). Die API-first-Architektur ist der wesentliche Vorteil gegenüber klassischen SAP-IS-U-Installationen, die oft nur über Batch-Schnittstellen erreichbar sind. Ein Pilot-Use-Case (z. B. KI-erklärte Jahresabrechnungen für ausgewählte Kundengruppen) zeigt früh den technischen Reifegrad.

Ein konkretes Beispiel

Das folgende Rechenbeispiel ist illustrativ und beruht auf unseren Markteinschätzungen, nicht auf bestätigten Anbieterzahlen. Ein Gasversorger in Baden-Württemberg mit 38.000 Zählpunkten migriert sein 15 Jahre altes SAP IS-U auf powercloud. Das Migrationsprojekt dauert rund anderthalb Jahre und bindet ein spürbares sechsstelliges Einführungsbudget (inklusive Datenmigrationsdienstleistung und Schulung). Im Gegenzug entfällt die jährliche SAP-Wartungslizenz. Die offenen APIs werden anschließend genutzt, um Abrechnungsdaten automatisch in ein KI-gestütztes Erläuterungsschreiben-System einzuspeisen, Jahresrechnungen werden für Kunden in Klartext erklärt („Ihr Verbrauch ist gegenüber Vorjahr um 12 % gesunken, das spart Ihnen 134 €.”), ohne die manuellen Datenbankexporte, die unter SAP IS-U nötig waren. Der erwartbare Effekt: sinkende Wartungskosten und weniger Klärfälle in der Hotline. Wie schnell sich die Investition amortisiert, hängt stark vom Ausgangssystem und vom Migrationsaufwand ab, und ist ohne konkretes Angebot nicht seriös zu beziffern.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Cloud-native SaaS unter einer deutschen Gesellschaft (Hansen Technologies Germany GmbH) mit klarem Fokus auf den DACH-Energiemarkt. Die genaue Rechenzentrums-Region ist auf der Produktseite nicht öffentlich ausgewiesen, hier gilt: konkret abfragen statt voraussetzen. Für Versorger mit BNetzA-Auflagen und kommunaler Daseinsvorsorge ist der Hosting-Standort ein Vertragsdetail, das schriftlich fixiert gehört.
  • Datennutzung: Kunden- und Abrechnungsdaten verbleiben beim Versorger, der Anbieter agiert als Auftragsverarbeiter. Wie genau die KI-Zahlungszuordnung mit den Daten arbeitet, solltest du dir im Detail erläutern lassen, das ist kein Standarddetail, das man annehmen kann.
  • Marktkommunikations-Sicherheit: AS4-Verschlüsselung gehört laut Anbieter zum Standard, entscheidend für die regulatorisch vorgeschriebene MaKo zwischen Marktteilnehmern.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für eine Lösung mit Schwerpunkt auf der regulierten deutschen Energiewirtschaft Pflicht, den konkreten AVV samt Sub-Auftragsverarbeiter-Liste vor Vertragsschluss anfordern.
  • Empfehlung für Versorger: Lass dir vor Vertragsabschluss die exakten Hosting-Standorte, die Sub-Auftragsverarbeiter-Liste und das Konzept zur BSI-Grundschutz-Konformität bestätigen. Für KRITIS-relevante Versorger sind zusätzliche Audits Pflicht, das gilt für jede Cloud-Lösung, auch für powercloud.

Gut kombiniert mit

  • KISTERS Marktprozesse, falls die powercloud-eigene MaKo-Implementierung in Spezialfällen nicht ausreicht. Kisters ist im deutschen Markt der Spezialist für Marktkommunikation und kann ergänzend eingesetzt werden.
  • ChatGPT oder Claude, über die REST-API anbindbar für Klartext-Erklärungen der Jahresabrechnung, KI-Chatbots in der Kundenhotline oder personalisierte Tarifempfehlungen. Genau hier zahlt sich die API-first-Architektur aus.
  • Microsoft Azure KI-Dienste oder AWS-eigene Dienste, für ergänzende Analytics, Smart-Meter-Verarbeitung oder eigene KI-Modelle. Powercloud liefert die strukturierten Abrechnungs- und Verbrauchsdaten als API-Stream.

Unser Fazit

Powercloud verdient 3 von 5 Sternen. Es ist die profilierteste cloud-native Alternative zu SAP IS-U im deutschen Energiemarkt, mit echten Produktivkunden, moderner Architektur, KI-Zahlungszuordnung und API-first-Design. Was Sterne kostet: die strategische Unsicherheit nach der Hansen-Übernahme (offen, wie die Produkt-Roadmap mit Hansens internationalem Portfolio verschmilzt), die hohen Migrationskosten und -dauern, die geringere Customizing-Tiefe gegenüber SAP IS-U und das kleinere Berater-Ökosystem. Für Stadtwerke, die SAP IS-U ablösen müssen (Standard-Support endet 2027), bleibt powercloud eine ernstzunehmende Option, aber kein automatischer Default mehr. Im RfP-Prozess gehören neben powercloud heute auch Wilken und CGI auf die Shortlist. Wer ohne Legacy startet (neuer Energiehändler, kommunaler Vertrieb), hat es einfacher und profitiert besonders von der modernen Architektur.

Was wir bemerkt haben

  • Juli 2026, Faktenkorrektur zur Übernahme: Anders als oft dargestellt (und anders als eine frühere Version dieser Seite es schrieb) war die Hansen-Übernahme kein Insolvenzfall. Hansen Technologies erwarb zum 1. Februar 2024 (angekündigt am 14. Februar 2024) 100 Prozent der Anteile der powercloud GmbH von den bisherigen Investoren KAREMHA Holding und General Atlantic, ein regulärer Anteilskauf ohne öffentlich bestätigtes Insolvenzverfahren.
  • Juli 2025, Die powercloud GmbH firmiert seit Juli 2025 als Hansen Technologies Germany GmbH. Der Produktname powercloud bleibt bestehen, die Marke wird also weitergeführt, nur die Gesellschaft heißt anders. Wer alte Vertragsverweise oder Impressumsangaben nutzt, sollte den Firmennamen aktualisieren.
  • Juli 2026, Die KI-Zahlungszuordnung mit über 98 % Trefferquote wird als zentrales KI-Feature beworben. Andere KI-Funktionen (etwa Tarifempfehlung, Chatbot oder Anomalieerkennung im Verbrauch) sind auf der Produktseite nicht prominent dokumentiert, Versorger, die KI als Kaufgrund sehen, sollten die konkrete Roadmap erfragen.
  • 2024–2026, Der Markt für SAP-IS-U-Ablöser ist deutlich enger geworden. Der ursprüngliche Hype um cloud-native Energie-CIS hat sich abgekühlt, neue Wettbewerber sind kaum entstanden. Powercloud bleibt damit eine der wenigen ernsthaft etablierten Alternativen, auf einem Markt, der gleichzeitig kleiner und konsolidierter ist als 2022 erwartet.

Quellen

  1. Hansen Technologies – powercloud Produktseite. https://www.hansencx.com/de/powercloud-de/ (abgerufen am 2026-07-18). KI-gestützte Zahlungszuordnung mit über 98 % Trefferquote, cloud-native End-to-End-SaaS-Abrechnungsplattform für unbegrenzte Zählpunkte, AS4-Verschlüsselung und 24-Stunden-Lieferantenwechsel, über 30 Standardberichte mit Power BI und QuickSight sowie Referenzkunden Berliner Stadtwerke, EWE, Sachsenenergie, Ostrom, ELLI, Prokon u.a. sind direkt auf der Produktseite belegt..
  2. pv magazine – Hansen Technologies erwirbt powercloud GmbH. https://www.pv-magazine.de/unternehmensmeldungen/hansen-technologies-limited-erwirbt-powercloud-gmbh/ (abgerufen am 2026-07-18). Hansen Technologies übernahm zum 1. Februar 2024 (Ankündigung 14. Februar 2024) 100 Prozent der Anteile der powercloud GmbH von KAREMHA Holding und General Atlantic. Es handelte sich um einen Anteilskauf, kein Insolvenzverfahren. Mitarbeiter, Kunden- und Partnerverträge werden fortgeführt..
  3. Hansen Technologies – Aus powercloud wird Hansen. https://www.hansencx.com/de/a-new-chapter-begins-powercloud-becomes-hansen/ (abgerufen am 2026-07-18). Die powercloud GmbH firmiert seit Juli 2025 als Hansen Technologies Germany GmbH, der Produktname powercloud bleibt bestehen. Hansen bekräftigt ein langfristiges Bekenntnis zum deutschsprachigen Energiemarkt..

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