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SAP Engagement Cloud

SAP (ehemals Emarsys)

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SAP Engagement Cloud (ehemals Emarsys, umbenannt Ende 2025) ist eine Omnichannel-Marketing-Automation-Plattform für Händler und Marken. Über 60 vorgefertigte Kampagnenstrategien, KI-gestützte Segmentierung und tiefe SAP-CX-Integration machen sie zur bevorzugten Wahl für Enterprise-Retailer.

Kosten: Emarsys Edition ab ca. 1.500–5.000 USD/Monat je nach Kontaktdatenbank und Kanalnutzung. Enterprise Edition ab 5.000–15.000 USD/Monat. Implementierungskosten 30.000–300.000+ USD.

Stärken

  • Über 60 vorgefertigte Kampagnenstrategien nach Branche und Kanal
  • Echtzeit-Personalisierung über E-Mail, Push, SMS, Web und App
  • Tiefe SAP-Integration für nahtlose ERP- und Commerce-Datensignale
  • Loyalitätslösungen nativ in die Plattform integriert
  • EU-Datenhosting verfügbar — relevant für DSGVO-sensitive Märkte

Einschränkungen

  • Preisgestaltung komplex und nicht transparent — kein Listenpreis
  • Voller Nutzen nur bei vorhandenem SAP-CX-Footprint
  • Implementierungsaufwand hoch — externe Systemintegratoren oft notwendig
  • Für KMUs ohne Enterprise-Budget ungeeignet

Passt gut zu

Mittelgroße bis große Retailer und E-Commerce-Unternehmen Marketing-Teams, die bereits in der SAP-Welt arbeiten Unternehmen mit hohem E-Mail-Volumen und Personalisierungsbedarf

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du betreibst einen mittelgroßen bis großen Online- oder Omnichannel-Handel
  • Du nutzt bereits SAP Commerce, SAP ERP oder andere SAP-CX-Produkte
  • Du willst Personalisierung über E-Mail, Push, SMS und Web aus einem System heraus
  • Kundenloyalität und Retention sind strategische Prioritäten

Wann nein

  • Du bist ein KMU oder Startup ohne Enterprise-Budget (unter 1.500 USD/Monat)
  • Du hast keine SAP-Infrastruktur und willst keine aufbauen
  • Du brauchst schnelle Einführung ohne externe Implementierungspartner
  • E-Mail-Marketing ist dein einziger Kanal — dafür gibt es günstigere Alternativen

Kurzfazit

SAP Engagement Cloud (vormals Emarsys) ist eine der leistungsfähigsten Marketing-Automation-Plattformen für Enterprise-Retailer — mit 60+ vorgefertigten Kampagnenstrategien, nativem Loyalty-Modul und tiefer Integration in das SAP-Ökosystem. Für Unternehmen, die bereits auf SAP setzen und Omnichannel-Marketing auf Enterprise-Niveau betreiben wollen, ist es eine überzeugende Wahl. Für alle anderen ist die Kombination aus Implementierungsaufwand, Kosten und der engen SAP-Bindung eine echte Hürde.

Für wen ist SAP Engagement Cloud?

Enterprise-Retailer mit Omnichannel-Präsenz: Unternehmen mit Filialnetz, Online-Shop und App profitieren am stärksten. Die Plattform verbindet alle Kanäle — E-Mail, Push, SMS, Web-Personalisierung — und kann auf Basis von Filial-Kassenbon-Daten aus SAP Commerce Echtzeit-Kampagnen auslösen.

Marketing-Teams in SAP-Umgebungen: Wer SAP ERP, SAP Commerce oder SAP Customer Data Cloud bereits nutzt, bekommt durch die native Integration Datensignale, die in anderen Marketing-Tools manuell aufgebaut werden müssten. Lagerbestände, Kaufhistorie und Kundenstatus fließen automatisch in Kampagnenlogiken ein.

Unternehmen mit hohem E-Mail-Volumen und Personalisierungsanspruch: Für Händler, die monatlich Millionen von E-Mails versenden und dabei jeden Empfänger individuell ansprechen wollen, ist die KI-gestützte Segmentierung (Smart Insight) ein echter Vorteil gegenüber regelbasierten Systemen.

Loyalty-fokussierte Marken: Das native Loyalty-Modul ist ein Differenzierungsmerkmal gegenüber vielen Wettbewerbern, die Loyalty als separate Integration anbieten. Punkte, Prämien und Mitgliedsstatus können direkt in Kampagnenlogiken eingebunden werden.

Weniger geeignet für: KMUs ohne Enterprise-Budget, B2B-Unternehmen ohne Transaktions-CRM, Startups die schnelle Implementierung ohne Systemintegratoren brauchen sowie Unternehmen die keinen SAP-Stack haben und auch keinen aufbauen wollen.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Emarsys EditionCa. 1.500–5.000 USD/MonatKernplattform: E-Mail, Push, SMS, grundlegende Segmentierung, Standard-Taktiken
Enterprise EditionCa. 5.000–15.000 USD/MonatVollständige Omnichannel-Kanäle, erweitertes Loyalty-Modul, KI-Segmentierung (Smart Insight), dediziertes Account-Management
Implementierung30.000–300.000+ USD einmaligDatenmigration, SAP-Integration, Custom-Workflows, Schulungen durch zertifizierte Partner

Einordnung: SAP Engagement Cloud hat keinen öffentlichen Listenpreis — die tatsächlichen Kosten hängen stark von Kontaktdatenbank-Größe, genutzten Kanälen und SAP-Integrationstiefe ab. Für mittelständische Unternehmen ist die Eintrittshürde erheblich: Allein die Implementierung kostet mehr als ein Jahresbudget bei Klaviyo oder HubSpot. Der ROI rechnet sich erst bei hohem E-Mail-Volumen (ab ca. 1 Million E-Mails/Monat) und komplexen Omnichannel-Anforderungen.

Stärken im Detail

60+ vorgefertigte Kampagnenstrategien beschleunigen den Start erheblich. Statt Customer Journeys von Grund auf neu zu bauen, wählen Marketing-Teams aus einem Katalog erprobter “Taktiken” — z.B. “Welcome Series for New Customers”, “Win-Back for Lapsed Buyers” oder “Post-Purchase Cross-Sell”. Diese Taktiken sind nach Branche und Kanal vorkonfiguriert und können ohne Programmieraufwand in wenigen Stunden aktiviert werden. Das ist ein echter Vorteil gegenüber Plattformen, die einen leeren Canvas bieten.

KI-gestützte Segmentierung ohne SQL-Queries. Smart Insight aktualisiert Kundensegmente kontinuierlich nach Kaufwahrscheinlichkeit, Churn-Risiko, Produktaffinität und Kundenlebenszyklus — vollautomatisch. Marketingteams ohne Data-Engineering-Kapazität können so trotzdem datenbasierte Segmentierung betreiben. Konkurrenten wie Klaviyo bieten ähnliches, aber die Integration von SAP-ERP-Signalen (Lagerbestand, Bestellstatus) ist schwerer zu replizieren.

Tiefe SAP-Integration als echter Wettbewerbsvorteil. Für Unternehmen im SAP-Ökosystem ist der Datenzugriff entscheidend: SAP-Lagerbestände fließen in Verfügbarkeits-Alerts ein, SAP-Commerce-Kaufdaten triggern personalisierte Kampagnen, und SAP-Loyalty-Punkte können in E-Mail-Templates direkt angezeigt werden. Diese Tiefe ist über API-Integrationen bei Drittanbieter-Tools mühsam und fehleranfällig aufzubauen.

EU-Datenhosting für DSGVO-sensitive Märkte. Im Gegensatz zu vielen US-zentrischen Marketing-Tools bietet SAP Engagement Cloud EU-Hosting-Optionen — ein relevanter Punkt für europäische Händler in DSGVO-regulierten Branchen. SAP als deutsches Unternehmen hat eine starke Position im europäischen Enterprise-Markt.

Schwächen ehrlich betrachtet

Kein öffentlicher Preis — Verhandlungsprozess kostet Zeit. Wer evaluiert, muss durch einen Demo-Prozess, eine Bedarfsanalyse und Vertragsverhandlungen. Das dauert typischerweise 4–12 Wochen. Für Unternehmen, die schnell starten wollen, ist das frustrierend. Es gibt keine Möglichkeit, einfach einen Plan zu kaufen und loszulegen.

Voller Wert nur im SAP-Ökosystem realisierbar. Ohne SAP Commerce, SAP ERP oder SAP Customer Data Cloud nutzt man eine teure Marketing-Automation-Plattform, die ihre wichtigsten Integrationsvorteile nicht ausspielen kann. Der Mehrwert gegenüber Klaviyo oder HubSpot sinkt dann erheblich.

Implementierungsaufwand und externe Partner sind die Norm, nicht die Ausnahme. Eine typische Implementierung dauert 3–6 Monate und erfordert einen zertifizierten SAP-Implementierungspartner. Intern kann man die initiale Einrichtung kaum stemmen. Das treibt die Gesamtkosten erheblich.

Überkomplex für einfache Anforderungen. Wer primär E-Mails versenden und einfache Automatisierungen aufbauen will, ist mit Klaviyo oder HubSpot deutlich besser bedient — zu einem Bruchteil des Preises und ohne monatelange Implementierung.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Einen günstigeren E-Commerce-Fokus ohne SAP willstKlaviyo
Einen All-in-One-CRM mit Marketing brauchstHubSpot
Salesforce-Daten in dein Marketing integrieren willstSalesforce
E-Mail-Marketing mit großem Versandvolumen günstig betreiben willstBrevo

SAP Engagement Cloud positioniert sich klar im Enterprise-Segment. Für mittelständische E-Commerce-Unternehmen ohne SAP-Stack ist Klaviyo die wirtschaftlichere Wahl mit ähnlichen KI-Segmentierungs-Features. Der SAP-Stack ist der entscheidende Auswahlparameter.

So steigst du ein

Schritt 1: Kontaktiere SAP/Emarsys über emarsys.com für eine Demo und Bedarfsanalyse. Bereite vorher eine klare Übersicht über deine Kontaktdatenbank-Größe, genutzten Kanäle und bestehenden SAP-Systeme vor — das beschleunigt die Angebotsphase und verhindert Überraschungen bei den Kosten.

Schritt 2: Wähle gemeinsam mit dem SAP-Implementierungspartner einen realistischen Rollout-Plan — typischerweise beginnt man mit dem wichtigsten Kanal (meist E-Mail) und aktiviert weitere Kanäle schrittweise. Nach der Datenmigration eine der 60+ vordefinierten Taktiken als erste Kampagne aktivieren, z.B. “Post-Purchase Series” oder “Win-Back for Lapsed Customers”.

Schritt 3: Nutze Smart Insight (KI-Segmentierung), um nach den ersten 3–4 Wochen Kampagnendaten die Segmente automatisch optimieren zu lassen. Danach schrittweise weitere Kanäle integrieren und Loyalty-Daten aus SAP einbinden — erst dann entfaltet die Plattform ihr volles Potenzial.

Ein konkretes Beispiel

Ein europäischer Modehändler mit 120 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie einem Online-Shop nutzt SAP Engagement Cloud für sein Omnichannel-Marketing. Wenn ein Kunde im stationären Handel kauft und die Treuekarte scannt, löst das innerhalb einer Stunde eine personalisierte E-Mail mit Produktempfehlungen aus dem Online-Shop aus — basierend auf Kaufhistorie und aktuellen Lagerbeständen aus SAP Commerce. Die Win-Back-Taktik identifiziert automatisch Kunden, die 90 Tage nicht gekauft haben, und verschickt eine personalisierte Reaktivierungskampagne mit individuellen Rabattstufen. Die E-Mail-Open-Rate stieg um 18 % nach der Personalisierung, der Customer Lifetime Value erhöhte sich messbar.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: EU-Hosting verfügbar (SAP hat Rechenzentren in Europa, u.a. Deutschland) — explizit bei Vertragsabschluss für EU-Region anfragen
  • DSGVO-Compliance: SAP als deutsches Unternehmen ist stark auf europäische Datenschutzanforderungen ausgerichtet; Standard Contractual Clauses und AVV sind Teil der Enterprise-Verträge
  • AVV: Auftragsverarbeitungsvertrag standardmäßig im Enterprise-Vertrag enthalten
  • Datennutzung: Keine Weitergabe von Kundendaten an Dritte für Marketingzwecke
  • Datenlöschung: Opt-out und Datenlöschung als DSGVO-konformes Feature eingebaut
  • Empfehlung: Bei Vertragsabschluss EU-Region explizit festlegen und im AVV dokumentieren. Für Unternehmen im Gesundheits- oder Finanzbereich auf zusätzliche Zertifizierungen (ISO 27001) achten — SAP bietet diese an.

Gut kombiniert mit

  • SAP — der volle Nutzen entfaltet sich erst durch nahtlose Integration mit SAP Commerce, SAP ERP und SAP Customer Data Cloud; ohne diesen Stack fehlt der wichtigste Differenzierungsfaktor
  • Klaviyo — für Unternehmen, die prüfen, ob SAP Engagement Cloud wirklich nötig ist: Klaviyo abonnieren, parallel pilotieren und den ROI vergleichen, bevor die Enterprise-Investition getätigt wird
  • Salesforce — wenn CRM-Daten aus Salesforce in Emarsys-Kampagnen einfließen sollen, ist eine Salesforce-SAP-Integration der typische Enterprise-Ansatz

Unser Testurteil

SAP Engagement Cloud verdient 4 von 5 Sternen für sein klar definiertes Zielsegment: Enterprise-Retailer im SAP-Ökosystem. Die 60+ vorgefertigten Taktiken, die native Loyalty-Integration und die tiefe SAP-Datenbindung sind genuine Wettbewerbsvorteile. Den fünften Stern verhindert die hohe Einstiegshürde — Preisintransparenz, monatelange Implementierung und die fehlende Nutzbarkeit außerhalb des SAP-Stacks machen es zu einer Spezialwaffe, nicht zu einem universellen Tool. Wer die Voraussetzungen erfüllt, bekommt eine sehr leistungsfähige Plattform.

Was wir bemerkt haben

  • Ende 2025 — Emarsys wurde offiziell in “SAP Engagement Cloud” umbenannt. Die Domain emarsys.com bleibt aktiv und leitet weiterhin auf die Produktseite weiter, aber das offizielle Branding ist nun vollständig unter dem SAP-Dach. Wer nach “Emarsys” sucht, findet dieselbe Plattform — nur unter neuem Namen.
  • 2020 — SAP übernahm Emarsys für einen nicht öffentlich kommunizierten Betrag (Branchenberichte schätzten ca. 1 Milliarde USD). Die Integration in das SAP-CX-Portfolio war die strategische Grundlage für die aktuelle Positionierung.
  • Laufend — Die enge SAP-Bindung durch die vollständige Umbenennung verstärkt sich weiter. Kunden ohne SAP-Stack, die Emarsys bisher als eigenständige Marketing-Automation-Plattform genutzt haben, sollten die langfristige Produktstrategie im Blick behalten — Emarsys/SAP investiert erkennbar in SAP-native Features statt in Standalone-Funktionen.

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