Planon
Planon Group
Planon ist eines der führenden IWMS/CAFM-Systeme weltweit, speziell für Corporate Real Estate und großes Facility Management. Strategisches Raummanagement, Instandhaltung, Dienstleistungsmanagement und ESG-Reporting in einer Enterprise-Plattform. KI-Komponenten (AI Assistant, Predictive Maintenance, Energie-Analytics) ergänzen die klassischen IWMS-Funktionen, sind aber nicht der Kern des Systems, Planon ist primär eine ausgereifte Geschäftslogik-Plattform mit aufgesetzten ML-Modulen.
Kosten: Enterprise-Lizenzmodell, Preise ausschließlich auf Anfrage; Implementierungskosten je nach Umfang (grobe Erfahrungswerte, keine offiziellen Angaben); SaaS und On-Premise verfügbar
Kategorien
Stärken
- Etablierter, international führender IWMS-Anbieter (Integrated Workplace Management System), im Einsatz bei Konzernen und großen Facility-Service-Dienstleistern
- Vollständige Abdeckung: von Flächenmanagement über Instandhaltung bis zu ESG-Reporting
- Offene API-Architektur und vorkonfigurierte Integrationen mit SAP, Oracle, Microsoft 365
- EU-Datenhaltung und DSGVO-konforme Verarbeitung, Hauptsitz in Nimwegen (NL)
- Mieterverwaltung, SLA-Tracking und Dienstleistersteuerung in einem System
- KI-Komponenten für Predictive Maintenance, Energieprognose und Anomalieerkennung
- Microsoft-Integration über Microsoft Places: Schreibtisch- und Raumbuchungen direkt in Outlook und Teams
Einschränkungen
- Sehr hohe Implementierungskomplexität, Standard-Einführungen dauern 6–18 Monate
- Nur wirtschaftlich für Unternehmen ab ca. 50.000 m² verwalteter Fläche oder mehreren Tausend Assets
- Konfigurationsaufwand und laufende Pflege erfordern eigenes CAFM-Kompetenzteam
- Kein schneller Einstieg, Self-Service ist nicht vorgesehen
- Preise vollständig auf Anfrage, Budgetplanung ohne Erstgespräch kaum möglich
- KI-Module sind Add-ons, kein integrierter Kern, Wert hängt stark von Datenqualität ab
Passt gut zu
Kurzfazit
Planon ist die ernstzunehmende Enterprise-Wahl, wenn ein Unternehmen sein Real Estate, Facility Management und ESG-Reporting in einer integrierten Plattform abbilden will. Einer der führenden Anbieter im IWMS-Segment, am Markt seit 1982, EU-Anbieter mit Sitz in Nimwegen, mit dediziertem SAP-Integrationspaket und Microsoft-365-Anbindung. KI-Komponenten (AI Assistant, Predictive Maintenance, Anomalieerkennung) sind in den letzten Jahren ergänzt worden, sie sind nützlich, aber nicht der primäre Kaufgrund. Wer Planon kauft, kauft eine erwachsene IWMS-Geschäftslogik mit aufgesetzten ML-Modulen, kein KI-First-Produkt. Für KMU komplett ungeeignet. Für DAX-Konzerne, große Klinikverbünde und Hochschulnetzwerke eine der seriösen Optionen, gleichauf mit IBM TRIRIGA, Archibus und MRI ManhattanONE.
Für wen ist Planon?
Konzern-Real-Estate-Abteilungen: DAX-Unternehmen mit verteilten Standorten, eigenem Portfolio und international gemischter Nutzung. Planon zentralisiert Flächendaten, Mietverhältnisse, Instandhaltung und Energie-/ESG-Daten in einer Plattform, und liefert das Reporting, das Konzern-Controlling und Wirtschaftsprüfer erwarten.
Facility-Service-Dienstleister: Große Dienstleister, die Gebäude für externe Auftraggeber managen. Planon ist hier oft das gewählte System, weil es Multi-Mandanten-fähig ist, SLA-Tracking gegenüber Auftraggebern liefert und Subunternehmer in der Dienstleistersteuerung integriert.
Universitäten und große Hochschulnetzwerke: Mit der dedizierten “Campus Management Solution” adressiert Planon Hochschulen mit Raumplanung, Vorlesungsplanung, Instandhaltung und Energie-Reporting. Hilfreich für Häuser mit 30+ Gebäuden, eigenem Bauamt und EU-/Bundeslandberichtspflichten.
Krankenhäuser und Klinikverbünde: Hohe regulatorische Anforderungen (MPG, Hygiene, Brandschutz), kritische Wartungsketten (OP-Anlagen, Medizingerätetechnik), 24/7-Betrieb. Planon bietet die Tiefe, um diese Anforderungen abzubilden, vom Wartungsplan einzelner Medizingeräte bis zum jährlichen Audit-Bericht.
Öffentliche Einrichtungen mit ESG-Verpflichtungen: Stadtverwaltungen, Kreise, Bundesbehörden mit eigenem Gebäudebestand. Wer EU-Taxonomie und CSRD-Berichtspflichten ernst nimmt, braucht systematische Datenhaltung, und Planon liefert die Energie-/CO₂-Module, die das stützen.
Weniger geeignet für: KMU unter ca. 50.000 m² Fläche (zu schwer, zu teuer, eher Limble CMMS oder ähnliche Mittelstands-Lösungen), Einzel-Gebäude-Betreiber (zu viel Overhead), Unternehmen ohne dediziertes CAFM-Team (das System wird ohne Pflege schnell zur teuren Datenleiche), und alle, die ein KI-First-Tool für reine Predictive Maintenance suchen, dafür gibt es spezialisiertere Lösungen wie AWS Lookout for Equipment.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Bedarfsanalyse / Demo | kostenlos | Beratungsgespräch, Bedarfserhebung, Demo der Plattform |
| Standard-Lizenz | Auf Anfrage | Modular zusammengestelltes IWMS, gestaffelt nach Modulen und Nutzern |
| Implementierung | ca. 50.000–300.000 € | Konfiguration, Datenmigration, Schulung, Roll-out (häufig durch Partner) |
| Wartung & Support | typisch 18–22 % der Lizenz/Jahr | Updates, Patches, Support, Customer Success |
| KI-Add-ons | Auf Anfrage | AI Assistant, Predictive Maintenance, Energy Analytics, meist als Zusatzmodul |
Einordnung: Alle Euro-Beträge in dieser Tabelle und im folgenden Absatz sind grobe Markt- und Erfahrungswerte, keine offiziellen Planon-Preise, Planon nennt ausschließlich Preise auf Anfrage. Planon spielt im Enterprise-Segment, und die Preise spiegeln das. Realistische Gesamtkosten für eine mittlere Einführung (5–10 Standorte, 100 Nutzer, 3 Module) liegen über drei Jahre kumuliert oft bei 500.000 € bis 1,5 Mio. €, Lizenz, Implementierung, Customizing, Schulung und Wartung zusammengerechnet. Wer kleiner einsteigt, sollte die Frage ehrlich stellen, ob Planon das richtige Werkzeug ist. Für die richtige Zielgruppe (Konzern, Klinikverbund, Hochschulnetzwerk) ist der Preis branchenüblich und gegenüber TRIRIGA oder Archibus konkurrenzfähig. Ein klarer Unterschied zu KMU-Lösungen: Planon ist nicht “SaaS, das man schnell ausprobiert”, sondern ein strategisches Investment mit 5–10-Jahres-Horizont.
Stärken im Detail
Erwachsene IWMS-Geschäftslogik. Planon existiert seit 1982, das Produkt ist über vier Jahrzehnte mit echten Kunden gewachsen. Die Geschäftslogik für Wartungsverträge, SLA-Eskalationen, Mietabrechnungen und Energieabrechnung ist tief, und decken Sonderfälle ab, die andere Tools nicht kennen. Das ist Software, die in DAX-Konzernen seit zwanzig Jahren produktiv läuft.
Vollständige IWMS-Abdeckung in einem System. Real Estate Management, Space Management, Asset & Maintenance Management, Energy & Sustainability, Lease Accounting, Workplace Services, Field Services, alles in einer Plattform, mit gemeinsamem Datenmodell. Für Konzerne ist das der Hauptkaufgrund: Statt fünf Spezialtools zu verbinden, gibt es ein System mit konsistenten Stammdaten.
EU-Hosting und tiefe DSGVO-Compliance. Planon-Hauptsitz in Nimwegen (Niederlande), europäisches Unternehmen mit europäischer Datenhaltung. Für Behörden, Hochschulen und Krankenhäuser ist das ein klarer Vorteil gegenüber US-Anbietern wie TRIRIGA (IBM) oder Archibus (Eptura), bei denen die Datenflüsse global verschwommener sind.
Microsoft-Integration als operativer Hebel. Planon bindet über Microsoft Places seine Flächendaten an Microsoft 365 an: Schreibtisch- und Raumbuchungen lassen sich direkt in Outlook und Teams verwalten, statt in einer separaten Weboberfläche. Das senkt die Hürde für die operative Nutzung, weil Mitarbeitende dort buchen, wo sie ohnehin arbeiten.
Offene Integrationsarchitektur. Planon bietet ein dediziertes SAP-Integrationspaket, IoT-Services und offene Schnittstellen für die Anbindung weiterer Systeme (u. a. ERP-, BIM- und Energie-Meter-Anbindungen). Wer einen Konzern-IT-Stack hat, kann Planon meist integrieren, die Frage ist nicht “geht das?”, sondern “wie aufwändig ist das?”.
KI-Funktionen quer durch die Plattform. Planon nennt mehrere KI-Funktionen: den Planon Assistant für natürlichsprachige Ticketerstellung, Contract Intelligence für die KI-Zusammenfassung von Verträgen und Fristen, adaptive Predictive Maintenance und Smart Triage zur Priorisierung von Aufträgen nach Dringlichkeit und Historie. Planon positioniert diese KI ausdrücklich als in die Plattform eingebettet. In der Praxis hängen die Ergebnisse stark von der Datenqualität ab: Wer historische Wartungsdaten mit Lücken hat, bekommt KI-Modelle mit Lücken.
ESG- und Nachhaltigkeitsberichterstattung. Mit der wachsenden CSRD-Pflicht (Corporate Sustainability Reporting Directive) für große Unternehmen wird das Energy & Sustainability-Modul wichtiger. Planon führt es als eigenständiges Modul der Plattform, das die systematische Erfassung von Energie- und Nachhaltigkeitsdaten für die ESG-Berichterstattung stützt. Welche konkreten Berichtsrahmenwerke out-of-the-box abgedeckt sind, sollte im Vertriebsgespräch geklärt werden.
Schwächen ehrlich betrachtet
Implementierungskomplexität ist enorm. Eine Standard-Einführung dauert 6–18 Monate, große Multi-Standort-Rollouts auch zwei bis drei Jahre. In dieser Zeit ist ein eigener Projektmanager, ein interner CAFM-Verantwortlicher und externes Implementierungs-Know-how (oft über Planon-Partner) nötig. Wer das Budget für die reine Lizenz hat, aber nicht für die Implementierung, sollte gar nicht erst beginnen.
Lernkurve für Endanwender ist steil. Planon ist mächtig, und sieht entsprechend aus. Hausmeister, Servicetechniker und Facility-Manager brauchen Wochen, um produktiv damit zu arbeiten. Das mobile Frontend ist deutlich besser geworden, aber im Vergleich zu modernen Mittelstands-Tools wie Limble CMMS oder Hero Software wirkt die Bedienung weiterhin enterprise-lastig.
KI ist Beiwerk zur IWMS-Logik, nicht der Kaufgrund. Planon selbst vermarktet seine KI als fest in die Plattform eingebettet. Aus unserer Review-Perspektive bleibt der primäre Wert dennoch die klassische, tiefe IWMS-Geschäftslogik, die KI-Funktionen sind ein nützlicher Aufsatz. Für reine, ausfallkritische Vorhersage sind spezialisierte Modelle (z. B. AWS Lookout for Equipment, C3 AI, Augury) tiefer. Und der Wert entsteht erst, wenn die Plattform sauber datenbefüllt ist, was nach der Einführung Monate weiterer Datenarbeit bedeutet.
Konfiguration verlangt eigenes Kompetenzteam. Planon ist konfigurierbar, nicht “out-of-the-box”. Workflows, Berichte, Berechtigungen, Felder, Sprachen, alles wird angepasst. Ohne interne CAFM-Verantwortliche (mindestens eine Vollzeitstelle bei mittleren Implementierungen) wird das System nach dem Einführungsprojekt zur Investitionsruine.
Preise auf Anfrage erschweren Planung. Wer ein erstes Budget kalkulieren will, kommt um ein Vertriebsgespräch nicht herum. Das ist im Enterprise-Software-Markt branchenüblich, aber dennoch unangenehm, gerade beim Vergleich mit modernen SaaS-Anbietern, die transparente Listenpreise haben.
Mittelstand bekommt es schlecht hin. Planon zielt klar auf das obere Marktsegment. Ein 200-Mitarbeiter-Mittelständler mit zwei Gebäuden bekommt Planon nicht wirtschaftlich abgebildet, und der Vertrieb wird das vermutlich auch sagen. Für diese Zielgruppe sind Tools wie Limble CMMS oder Hero Software passender.
KI-Roadmap noch im Aufbau. Andere IWMS-Anbieter (besonders TRIRIGA mit IBM watsonx) drücken stärker aufs Gas bei generativer KI. Planon hat AI Assistant und ML-Module, aber noch keinen tief integrierten generativen Co-Piloten, der Facility-Manager wirklich auf jedem Bildschirm begleitet. Wer KI als Differenzierer sucht, muss genau hinschauen.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Mittelstands-CMMS für KMU suchst | Limble CMMS |
| Handwerkersoftware mit KI im Service willst | Hero Software |
| Reine Predictive Maintenance ohne IWMS-Overhead willst | AWS Lookout for Equipment |
| Microsoft-365-natives Workplace-Tool willst | Microsoft 365 Copilot |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: IBM TRIRIGA (mit watsonx-Integration, stärker KI-getrieben, aber US-zentral), Archibus / Eptura (US-Marktführer, weniger EU-Fokus), MRI ManhattanONE (Real-Estate-Schwergewicht), SAP Enterprise Asset Management (sinnvoll, wenn SAP ohnehin der Kern ist), FAMOS, Pit-FM und IMSWARE (deutsche Mittelstands-CAFM mit weniger Tiefe als Planon). Planon bleibt im EU-Markt die strategisch interessanteste Wahl, wer DSGVO, ESG und Microsoft-Integration ernst nimmt, kommt um Planon kaum herum.
So steigst du ein
Schritt 1: Kontaktiere den Planon-Vertrieb über planonsoftware.com/de und fordere eine Bedarfsanalyse an. Bereite eine Liste der Kernanforderungen vor: Anzahl der Liegenschaften, verwaltete Fläche in m², vorhandene Systeme (ERP, HR, BIM), regulatorische Anforderungen (CSRD, EU-Taxonomie, Branchenspezifika).
Schritt 2: Plane ein Pilotprojekt für eine Liegenschaft oder einen Prozessbereich, zum Beispiel nur Instandhaltungsmanagement an einem Standort. Planon und seine Partner empfehlen einen modularen Rollout, um Komplexität zu reduzieren und frühe Erfolge sichtbar zu machen. Vermeide den Big-Bang-Ansatz, der bei IWMS-Projekten regelmäßig scheitert.
Schritt 3: Stelle ein internes CAFM-Kompetenzteam zusammen (mindestens eine Vollzeitstelle, idealerweise zwei), Planon ist mächtig, aber nur mit dedizierter Konfiguration und Datenpflege entfaltet es sein Potenzial. Plane parallel die Datenmigration: Asset-Stammdaten, Vertragsdaten, Wartungshistorie, die Qualität dieser Daten bestimmt, ob die KI-Module später sinnvoll arbeiten.
Schritt 4: Wähle einen Implementierungspartner. Planon arbeitet überwiegend über zertifizierte Partner, die Wahl des Partners ist mindestens so wichtig wie die Wahl der Software. Frag nach Referenzen aus der eigenen Branche und bestehe auf einer Roadmap mit klaren Meilensteinen, Akzeptanzkriterien und Exit-Punkten.
Ein konkretes Beispiel
Illustratives Szenario (nachgestellt, keine benannte Kundenreferenz, alle Zahlen sind Beispielwerte): Eine Universitätsklinik in Süddeutschland mit 18 Gebäuden und 85.000 m² Nutzfläche verwaltet Instandhaltung, Reinigungsmanagement und Raumplanung über Planon. Über 4.000 Assets sind im System hinterlegt, darunter sicherheitskritische Medizingeräte mit individuellen Wartungsplänen. Die Instandhaltungsabteilung sieht alle offenen Wartungsaufträge, SLA-Fristen gegenüber externen Dienstleistern und den aktuellen Belegungsplan der Operationssäle in einem Dashboard. Predictive Maintenance ist für sechs ausgewählte Asset-Klassen aktiviert, Druckluftanlagen, Kältekompressoren, Reinraumventilation, und meldet Anomalien typischerweise 4–14 Tage vor dem klassischen Ausfall. Die jährliche Berichterstattung für das Bundesland und die EU-Taxonomie erfolgt aus Planon-Daten in wenigen Stunden statt mehrerer Wochen. Implementierungskosten lagen bei rund 1,1 Mio. € über drei Jahre, jährliche Wartung bei 180.000 €. Die interne Bilanz nach drei Jahren: deutlich höhere Datenqualität, messbare Reduktion ungeplanter Ausfälle (etwa 25 %), und eine ESG-Berichterstattung, die der Wirtschaftsprüfer ohne Nachforderungen abnimmt.
DSGVO & Datenschutz
- Anbieter: Planon Group, Hauptsitz Nimwegen (Niederlande). Niederländische Rechtspersönlichkeit, EU-Unternehmen.
- Datenhosting: Cloud-Hosting in EU-Rechenzentren; die genauen Standorte hängen vom Vertrag ab und sind im Planon Trust Center (inklusive Verfügbarkeitsstatus unter trust.planoncloud.com) dokumentiert. On-Premise-Installation weiterhin möglich für Kunden mit strengen Anforderungen.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Standard-AVV nach Art. 28 DSGVO verfügbar; Konzern- und Behördenkunden verhandeln zusätzliche Vereinbarungen.
- Datennutzung: Laut Anbieter sind die KI-Funktionen in die Plattform eingebettet und arbeiten DSGVO-konform auf den Daten des jeweiligen Kunden. Eine unabhängige Bestätigung, dass keinerlei Kundendaten in generische Modelle einfließen, liegt uns nicht vor, bei hoher DSGVO-Sensibilität sollte dies vertraglich geklärt werden.
- Zertifizierungen: Laut Planon Trust Center ist Planon Universe (SaaS) nach ISO 27001, ISAE 3402 Type II und SOC 2 zertifiziert, ergänzt um Cyber Essentials (UK-Office). Ein öffentliches Trust Center mit Compliance-Informationen, GDPR-/DSGVO-Angaben und Sub-Processor-Liste ist verfügbar.
- Empfehlung: Für DSGVO-sensible Branchen (Behörden, Gesundheitswesen, Bildung) ist Planon eine der unproblematischsten IWMS-Optionen, die EU-Verankerung ist echt, nicht nur Marketing. Personenbezogene Daten (Mitarbeiter, Mieter, Patienten) sollten trotzdem mit minimalem Umfang geführt werden, IWMS-Systeme verleiten zur Datensammlung, die DSGVO-rechtlich nicht immer gerechtfertigt ist.
Gut kombiniert mit
- AWS Lookout for Equipment, wenn die hauseigenen Planon-Predictive-Maintenance-Module für hochkritische Assets nicht reichen. AWS Lookout liefert tiefere ML-Modelle für Sensor-Daten; Planon nimmt die Ausfallprognose entgegen und steuert den Wartungsworkflow.
- Microsoft 365 Copilot, die Integration mit Microsoft Places macht Planon-Flächendaten sowie Schreibtisch- und Raumbuchungen direkt in Outlook und Teams verfügbar. Mitarbeitende buchen und finden Räume dort, wo sie ohnehin arbeiten, statt zur Planon-Weboberfläche zu wechseln.
- Perplexity, für regulatorische Recherche rund um CSRD, EU-Taxonomie und Gebäudegesetzgebung. Planon strukturiert die internen Daten; Perplexity hält die externe Regelwelt aktuell und liefert Quellen für interne Berichte.
Unser Testurteil
Planon verdient 3 von 5 Sternen, und das ist explizit eine Bewertung aus der Perspektive einer KI-Plattform-Review. Als IWMS-System ist Planon weltklasse, ohne Zweifel eine der besten Optionen im Enterprise-Segment. Aber im Maßstab “KI-First-Werkzeug, das ein Unternehmen direkt produktiver macht” ist es nicht die erste Wahl: Die KI-Komponenten sind Add-ons auf einem klassischen ERP-ähnlichen System, nicht der Kern. Wer wegen KI zu Planon kommt, sollte realistisch sein, der wahre Wert liegt in der integrierten Geschäftslogik, in der Tiefe der IWMS-Abdeckung, in der EU-Compliance und in der Microsoft-Integration. Für die Zielgruppe (DAX-Konzerne, Klinikverbünde, Hochschulnetzwerke, Großimmobilien-Portfolios) ist die Investition gerechtfertigt. Für KMU, Einzelgebäude-Betreiber und KI-getriebene Pilotprojekte ist Planon das falsche Werkzeug, und der Vertrieb wird das idealerweise auch sagen.
Was wir bemerkt haben
- Juni 2026, Planon hat die offizielle Integration mit Microsoft Places angekündigt: Schreibtischbuchungen, Raumreservierungen und Flächendaten lassen sich direkt in Microsoft Outlook und Teams verwalten. Das senkt die Akzeptanzhürde bei den Endanwendern spürbar, weil sie in ihren gewohnten Werkzeugen bleiben.
- 2024–2026, KI-Funktionen wurden in der Plattform sukzessive sichtbarer: der Planon Assistant für natürlichsprachige Ticketerstellung, Contract Intelligence für die KI-Zusammenfassung von Verträgen, adaptive Predictive Maintenance und Smart Triage zur Auftragspriorisierung. Planon vermarktet die KI als in die Plattform eingebettet, andere IWMS-Anbieter (IBM TRIRIGA mit watsonx) kommunizieren ihre generative KI dennoch offensiver.
- 2020–2024, Schneider Electric stieg 2020 mit einer Minderheitsbeteiligung bei Planon ein und hält seit 2024 die Mehrheit (80 %). Strategischer Hintergrund: Energie-Management und Building Management Systems (BMS) sollen enger mit IWMS verzahnt werden. Mittelfristig ist das ein klarer Vorteil für ESG-Reporting und Energieoptimierung. Seit Juni 2024 ist Peter Ankerstjerne CEO, nach 42 Jahren von Gründer Pierre Guelen.
- 2023–2024, Mit der CSRD-Pflicht für große Unternehmen ab Berichtsjahr 2024 ist das Energy & Sustainability-Modul deutlich wichtiger geworden. Planon hat hier nachgelegt, wer aktuell CSRD-Compliance umsetzt, sollte Planon als seriöse Option prüfen.
- Laufend, Die Implementierungs-Realität bleibt: Planon ist kein SaaS, das man “schnell ausprobiert”. Wer das in Erwartungen kommuniziert (auch nach intern), spart später Frust. Eine erfolgreiche Einführung verlangt Projektmanagement-Disziplin, internes CAFM-Know-how und einen guten Implementierungspartner, eine Disziplin für sich, jenseits der Software.
Quellen
- Wikipedia – Planon (Unternehmensübersicht). https://en.wikipedia.org/wiki/Planon (abgerufen am 2026-07-18). Planon wurde 1982 von Pierre Guelen in Nimwegen (Niederlande) gegründet; Schneider Electric stieg 2020 mit Minderheitsbeteiligung ein und hält seit 2024 die Mehrheit (80 %); CEO seit Juni 2024 ist Peter Ankerstjerne..
- Planon – Produkte und Lösungen (offizielle Website). https://planonsoftware.com/de/ (abgerufen am 2026-07-18). IWMS-Module Real Estate Management, Space & Workplace Services Management, Asset & Maintenance Management sowie Energy & Sustainability Management; zusätzlich Campus Management, Field Services, Lease Accounting und ein dediziertes SAP-Integrationspaket; deutscher Standort und Support..
- Planon – Making buildings think: AI in Planon IWMS. https://planonsoftware.com/us/resources/blogs/making-buildings-think-ai-in-planon-iwms/ (abgerufen am 2026-07-18). KI-Funktionen der Plattform: Planon Assistant (natürlichsprachige Ticketerstellung), Contract Intelligence (KI-Zusammenfassung von Verträgen), adaptive Predictive Maintenance, Smart Triage zur Auftragspriorisierung und Übersetzungs-Engine; Planon positioniert die KI als in die Plattform eingebettet..
- Planon Trust Center – Industry Standards and Regulations. https://planonsoftware.com/us/trustcenter/industry-standards-and-regulations/ (abgerufen am 2026-07-18). Planon Universe (SaaS) ist nach ISO 27001, ISAE 3402 Type II und SOC 2 zertifiziert, ergänzt um Cyber Essentials (UK-Office)..
- Planon Trust Center. https://planonsoftware.com/us/trustcenter/ (abgerufen am 2026-07-18). Öffentliches Trust Center mit GDPR-/DSGVO-Compliance-Informationen als Auftragsverarbeiter, Sub-Processor-Liste und Cloud-Verfügbarkeitsstatus (trust.planoncloud.com)..
- Planon integrates with Microsoft Places (offizielle Ankündigung, Juni 2026). https://planonsoftware.com/us/news/planon-integrates-with-microsoft-places/ (abgerufen am 2026-07-18). Offizielle Integration mit Microsoft Places: Schreibtischbuchungen, Raumreservierungen und Flächendaten lassen sich direkt in Microsoft Outlook und Teams verwalten..
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Hinweis: Diese Angaben können veraltet oder fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel immer direkt auf der Website des Anbieters.
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