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PictureThis

Glority Global Group Ltd.

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Mobile KI-App, die Pflanzen anhand eines Fotos identifiziert und Pflege- sowie Krankheitshinweise liefert. Stark im Hobby- und Beratungssegment, weniger geeignet für rein professionelle Bestimmungsarbeit.

Kosten: Sieben-Tage-Testphase, danach Premium ca. 29,99 USD/Jahr (≈ 30 €). Wochen- und Monatsabos werden im App Store teils deutlich teurer angeboten.

Stärken

  • Sehr breite Artenabdeckung — Hersteller spricht von über einer Million Arten inkl. Zier-, Wild-, Zimmer- und Nutzpflanzen
  • Bedienung ohne Einarbeitung — Foto schießen, Ergebnis in Sekunden
  • Integrierte Krankheits- und Schädlingsdiagnose mit Pflegeempfehlungen
  • Funktioniert auch offline mit zwischengespeicherten Erkennungen

Einschränkungen

  • Datenhaltung in den USA, kein EU-Hosting und kein klassischer AVV
  • Premium-Funktionen (unbegrenzte Diagnosen, Pflegeplaner) hinter aggressiver Paywall
  • Genauigkeit bei seltenen Arten, Sorten und frühen Krankheitsstadien deutlich geringer als beworben
  • Keine offene API, kein B2B-Tarif, keine Mehrnutzer-Lizenz
  • Reine Mobile-App — keine vollwertige Web- oder Desktop-Version

Passt gut zu

Garten- und Landschaftsbau zur schnellen Bestimmung im Kundengespräch Garten-Center und Pflanzenhandel für Beratungsgespräche und Reklamationen Hausverwaltung und Facility Management bei Außenanlagen Schulen, Kitas und Umweltbildung für Bestimmungsübungen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du brauchst eine schnelle Erstbestimmung im Kundengespräch oder vor Ort
  • Du willst Pflegehinweise und Krankheitsbilder als Beratungsgrundlage
  • Du erkennst regelmäßig häufige Zier- und Zimmerpflanzen
  • Du suchst eine App, die auch nicht-technische Mitarbeiter sofort bedienen können

Wann nein

  • Du brauchst belastbare Bestimmung für Gutachten oder amtliche Zwecke
  • Dein Anwendungsfall sind Acker- und Sonderkulturen mit Krankheitsdruck
  • Du benötigst eine API zur Integration in dein eigenes System
  • Strenge DSGVO-Anforderungen verbieten US-Cloud-Verarbeitung von Bildern

Kurzfazit

PictureThis ist die populärste Pflanzen-Erkennungs-App weltweit und im Alltag erstaunlich treffsicher — gerade bei Zier- und Zimmerpflanzen. Für Galabau-Betriebe, Garten-Center und Hausverwaltungen ist sie ein günstiges Beratungswerkzeug, das auch ungeübte Mitarbeiter sofort nutzen können. Zwei Einschränkungen muss man kennen: Die App ist strikt für Endkunden gebaut — keine API, kein Mehrplatz-Tarif, kein AVV — und sie wird bei seltenen Arten oder frühen Krankheitsstadien spürbar unsicher. Wer wissenschaftlich oder gutachterlich bestimmen muss, greift besser zu Pl@ntNet; wer Krankheiten in Sonderkulturen diagnostiziert, zu Plantix.

Für wen ist PictureThis?

Garten- und Landschaftsbau (Galabau): Im Kundengespräch lässt sich auf dem Grundstück schnell klären, welche Bestandspflanzung übernommen werden kann und welche raus muss. Die Pflegehinweise sind brauchbar genug, um Reklamationen vorzubeugen — sollten aber nicht ungeprüft an Kunden weitergegeben werden.

Garten-Center, Baumschulen und Pflanzenhandel: Mitarbeiter im Verkauf können Reklamationen (“Was ist mit meiner Pflanze?”) in Sekunden einordnen, ohne den Meister rufen zu müssen. Für Pflanzen-Hotlines per WhatsApp/Foto ist das praktisch.

Hausverwaltung und Facility Management: Bei Begehungen von Außenanlagen, Innenhöfen und Bürogrünpflanzungen lässt sich schnell dokumentieren, welche Arten vorhanden sind und welche Pflege ansteht — ohne externen Gärtner.

Schulen, Kitas, Umweltbildung und Hochschulen: Für Bestimmungsübungen im Schulgarten oder auf Exkursion ist PictureThis didaktisch attraktiv. Für prüfungsrelevante Bestimmung (Studium Forstwirtschaft, Biologie) bleibt aber ein klassischer Bestimmungsschlüssel oder Pl@ntNet die seriösere Wahl.

Friedhofsgärtnerei und Grabpflege: Bei Übernahme bestehender Gräber lässt sich der Pflanzenbestand schnell aufnehmen.

Weniger geeignet für: Forst- und Saatgut-Profis, Ackerbau-Betriebe (dort Plantix), wissenschaftliche Kartierung (dort Pl@ntNet/iNaturalist), Sachverständige für Gartenbau und alle, die eine API für Integration in eigene Systeme brauchen.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Free Trial0 €Sieben Tage kostenlos, voller Funktionsumfang. Kreditkarte/App-Store-Hinterlegung erforderlich, automatische Verlängerung
Premium Jahresaboca. 29,99 USD/Jahr (≈ 30 €)Unbegrenzte Identifikationen, Krankheits- und Schädlingsdiagnose, Pflegeplaner, Toxizitäts-Hinweise, kein Werbe-Splash
Premium Wochen-/Monatsaboteils 5–8 USD/WocheIm App Store als Standardvariante prominent platziert — auf Jahresbasis hochgerechnet deutlich teurer als das Jahresabo
Lifetimeunregelmäßig angebotenEinmalzahlung um 70–100 USD, vor allem bei Saisonkampagnen

Einordnung: Der reguläre Preispunkt liegt bei rund 30 USD pro Jahr — für ein einzelnes Smartphone ist das fair. Vorsicht jedoch beim Aktivieren der kostenlosen Testphase: Wer nicht vor Ablauf der sieben Tage kündigt, wird automatisch in das Jahresabo überführt. Das Wochen- und Monatsabo ist eine Preisfalle für Eilnutzer und sollte gemieden werden. Für Betriebe gibt es weder Mehrplatz-Lizenz noch Mengenrabatt — jeder Mitarbeiter braucht ein eigenes Abo.

Stärken im Detail

Niedrige Eintrittsschwelle. Bedienung ist auf Endkunden zugeschnitten: App öffnen, Kamera, Foto, Ergebnis. Es gibt kein Onboarding, keine Konten-Pflicht für die ersten Tests, keine Schulung. Genau das macht die App für Mitarbeiter attraktiv, die mit klassischer Software fremdeln.

Starkes Modell für häufige Arten. Bei Zimmerpflanzen, gängigen Stauden, Gehölzen und Wildkräutern liegt die Trefferquote im Praxisalltag erstaunlich hoch. Die App schlägt mehrere Kandidaten mit Wahrscheinlichkeit vor — wer geübt ist, erkennt schnell, ob das Top-Ergebnis plausibel ist.

Krankheits- und Schädlingsdiagnose als Bonus. Das gleiche Modell beurteilt auf Wunsch auch Symptome (Gelbfärbung, Befall, Schnittfehler) und macht Pflegevorschläge. Für die Erstberatung im Garten-Center sehr nützlich — auch wenn die Empfehlungen oft generisch ausfallen.

Pflegekalender und Erinnerungen. Premium-Nutzer können erkannte Pflanzen sammeln und bekommen Gieß- und Düng-Erinnerungen. Für das Beratungsgespräch (oder als Pflegeplan-Übergabe an Kunden) ist das ein netter Türöffner.

Skalierte Datenbasis. Glority betreibt mit ähnlichen Apps (Insectai, Birdai, Rocky) eine ganze Familie von Erkennungs-Apps und sammelt darüber sehr viele Trainingsdaten. Das schlägt sich in spürbar besseren Modellen nieder als bei rein wissenschaftlichen Projekten — zumindest bei Zier- und Zimmerpflanzen.

Schwächen ehrlich betrachtet

Aggressive Monetarisierung. Die App drängt Nutzer von der ersten Sekunde in die kostenpflichtige Testphase, blendet ohne Premium große Werbeflächen ein und bewirbt prominent das teurere Wochenabo. Wer nicht bewusst nach dem Jahresabo sucht, zahlt bei Ablauf des Trials schnell drei- bis viermal so viel wie nötig.

Genauigkeit wird überzeichnet. Marketing-Materialien sprechen von “98 % Genauigkeit”. In der Praxis bedeutet das: bei häufigen Arten richtig stark, bei Sorten (“Welche Apfelsorte?”), Wildgräsern, Moosen und kranken Blättern fällt die Trefferquote spürbar ab. Für jede Bestimmung, die rechtliche oder gutachterliche Folgen hat, ist die App ungeeignet.

Kein Profi-Workflow. Es gibt keine Mehrplatz-Lizenz, keine zentrale Verwaltung von Erkennungen, keinen Export in Pflegepläne (CSV, GAEB, GIS), keine API. Wer PictureThis im Betrieb skalieren will, kann das nur, indem jeder Mitarbeiter das App-Abo separat bezahlt — und die Ergebnisse manuell ins eigene System überträgt.

US-Datenfluss bei Bildern. Jedes Foto wird in die Cloud des Anbieters geladen (Server primär in den USA, mit einem chinesischen Mutter­konzern im Hintergrund). Für Außenaufnahmen unbedenklicher Pflanzen ist das vertretbar — bei Innenaufnahmen in Kundenwohnungen, Büros oder geschützten Anlagen entstehen schnell DSGVO-Fragen, die die App nicht beantwortet.

Werbeflut und Cross-Sells. Die Free-Version ist mit Werbung und Verweisen auf Schwester-Apps (Insektenerkennung, Vogelerkennung, Sternenerkennung) zugepflastert — das wirkt im Beratungsgespräch unprofessionell.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Wissenschaftlich saubere Bestimmung mit offener Datenbasis willstPl@ntNet
Krankheits- und Schädlingsdiagnose im Acker- und Sonderkulturanbau brauchstPlantix
Eine API zur Bilderkennung in dein eigenes System integrieren willstAWS Rekognition (Custom Labels für Pflanzen-Klassen trainieren)
Ad-hoc per Foto fragen willst, ohne separate AppGemini oder ChatGPT (multimodal)

In der Praxis ist eine Kombination oft sinnvoll: PictureThis für die schnelle Vor-Ort-Erkennung im Kundengespräch, Pl@ntNet als Zweitmeinung bei Wildflora, und ein klassischer Bestimmungsschlüssel oder ein menschlicher Sachverständiger, sobald es um Geld oder Recht geht. Erwähnenswert (aber ohne eigene Review): iNaturalist/Seek als Citizen-Science-Alternative und LeafSnap als kleines US-Wettbewerbsprodukt — beide spielen für den deutschen Profi-Alltag eine geringere Rolle.

So steigst du ein

Schritt 1 — Trial bewusst aktivieren: Lade PictureThis aus dem Apple App Store oder Google Play. Wähle gezielt das Jahresabo als Testphase — die App präsentiert standardmäßig das deutlich teurere Wochenabo. Trage dir sofort eine Erinnerung an Tag 6 ein, falls du nicht weiternutzen willst.

Schritt 2 — Kalibrieren mit bekannten Pflanzen: Probiere die App zunächst an Pflanzen aus, deren Namen du sicher kennst (Lavendel, Hortensie, Monstera, Buchsbaum). So lernst du, welcher der drei vorgeschlagenen Treffer typischerweise stimmt und wie zuverlässig das Modell in deinem Anwendungsfall ist. Diese Kalibrierung dauert 15 Minuten und spart später Pannen im Kundengespräch.

Schritt 3 — Workflow im Team festlegen: Definiere intern, wofür die App gilt und wofür nicht. Faustregel: Erstberatung und Pflegehinweise ja, schriftliche Pflanzempfehlungen oder Gutachten nein. Wer die App im Außendienst einsetzt, sollte zudem eine kurze DSGVO-Hausregel haben: keine Fotos in geschützten Innenräumen ohne Einwilligung, keine Personen oder erkennbares Eigentum im Bildhintergrund.

Ein konkretes Beispiel

Ein Galabau-Betrieb mit 14 Mitarbeitern aus dem Hamburger Umland setzt PictureThis bei jedem Erstgespräch ein. Wenn der Inhaber zu einer Bestandsaufnahme ans Grundstück fährt, erkennt er typische Gehölze und Stauden im Bestand in Minuten — früher hat er Fotos zurück ins Büro mitgenommen und mit dem Bestimmungsbuch abgeglichen. Pro Termin spart er rund 30 Minuten Nachbearbeitung; aufs Jahr gerechnet zahlt sich das Premium-Abo (rund 30 €) bereits am ersten Vor-Ort-Termin aus. Wichtige Sorten und alles, was in das Pflanzangebot wandert, prüft er weiterhin manuell — die App liefert die Vorlage, nicht das verbindliche Ergebnis.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Server primär in den USA. Glority Global Group ist in Tokio gegründet, der operative Konzern hat enge China-Bezüge — Bild-Uploads verlassen also den EU-Raum.
  • Verarbeitete Daten: Hochgeladene Fotos, Standortdaten (optional, zur besseren Bestimmung), Geräte-IDs, Nutzungsverhalten in der App. Premium-Käufe laufen über Apple/Google.
  • Datennutzung: Hochgeladene Bilder werden laut Datenschutzerklärung auch zur Verbesserung der KI-Modelle verwendet. Ein granulares Opt-out für Trainingsdaten ist nicht prominent vorgesehen.
  • AVV: Es gibt keinen klassischen Auftragsverarbeitungsvertrag für gewerbliche Nutzer. Die App ist ein Verbraucherprodukt — der dienstliche Einsatz erfolgt rechtlich auf eigene Verantwortung.
  • Empfehlung für Unternehmen: Nur für Außenaufnahmen unverfänglicher Pflanzen einsetzen. In Kundenwohnungen, Büros oder geschützten Anlagen vorher Einwilligung einholen oder auf Pl@ntNet (CIRAD/INRAE, Daten in Frankreich) ausweichen. Keine personenbezogenen Daten oder erkennbare Räume mitfotografieren.
  • Account-Löschung: Möglich über die App-Einstellungen, allerdings ohne Garantie, dass bereits zu Trainingszwecken übernommene Bilder rückwirkend entfernt werden.

Gut kombiniert mit

  • Pl@ntNet — als Zweitmeinung für Wildflora und für Bestimmungen, die wissenschaftlich nachvollziehbar sein müssen. Pl@ntNet wird von französischen Forschungsinstituten betrieben und hostet in der EU.
  • Plantix — sobald es um Krankheits- und Schädlingsdiagnose im Nutzpflanzenbau (Gemüse, Obst, Getreide) geht. PictureThis erkennt Symptome, Plantix interpretiert sie deutlich fachlich.
  • Gemini oder ChatGPT — wenn aus dem Bestimmungsergebnis eine Kunden-E-Mail oder ein Pflegeplan werden soll. Pflanzenname und Standortdaten in den Chat geben, fertigen Beratungstext zurückbekommen.

Unser Testurteil

PictureThis bekommt von uns 3 von 5 Sternen. Die App ist im Alltag besser, als viele Profis erwarten — und für 30 € im Jahr ein faires Werkzeug, um Beratungsgespräche, Bestandsaufnahmen und Reklamationen zu beschleunigen. Was Sterne kostet, ist die strikte Consumer-Orientierung (keine API, kein Mehrplatz-Tarif, kein AVV), die aggressive Monetarisierung (Wochenabo-Falle, Werbeflut in der Free-Version) und die spürbare Schwäche bei seltenen Arten und Sorten. Wer eine seriöse, wissenschaftlich gestützte Bestimmung braucht, ist mit Pl@ntNet besser bedient. Wer Krankheiten in Sonderkulturen diagnostiziert, mit Plantix. Für alles dazwischen — die schnelle Erstbestimmung im Beratungsalltag — ist PictureThis das pragmatischste Werkzeug am Markt.

Was wir bemerkt haben

  • 2024–2025 — Glority hat das Subskriptions-Modell verschärft: Das prominenteste Angebot in der App ist mittlerweile das Wochenabo zu 5–8 USD, während das deutlich günstigere Jahresabo nur über einen kleineren Link erreichbar ist. Wer den Standardweg geht, zahlt pro Jahr ein Vielfaches.
  • 2025 — Glority hat seine Erkennungs-Modelle hörbar erweitert (Insektenerkennung, Vogelerkennung, Krankheitsdiagnostik in der Schwester-App “Plant Doctor”). PictureThis selbst integriert mehr dieser Funktionen direkt — aber auch mehr Cross-Promotion zu anderen Apps.
  • Mai 2026 — Es gibt weiterhin keinen offiziellen B2B-Tarif, keine API und keinen AVV. Anfragen an den Support zu gewerblicher Nutzung werden meist mit dem Hinweis auf das normale Endkunden-Abo beantwortet. Wer professionell skalieren will, sollte das im Hinterkopf behalten.

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