Diese Seite wird derzeit neu geprüft. Alle Angaben werden schrittweise mit Quellen belegt.
EcoVadis
EcoVadis SAS
Marktführende ESG-Bewertungsplattform für Lieferketten mit 150.000+ aktiv bewerteten Unternehmen in 185+ Ländern. Lieferanten beantworten standardisierte Fragebögen zu Umwelt, Soziales, Ethik und nachhaltiger Beschaffung; EcoVadis-Analyst:innen validieren die Antworten zu einem 0–100-Score. IQ Plus ergänzt seit Ende 2022 KI-gestützte Echtzeit-Risikoüberwachung aus 400.000+ Nachrichtenquellen für die gesamte Lieferantenbasis. Kern des Produkts ist die menschliche Analyst:innen-Bewertung, nicht KI.
Kosten: Lieferanten-Subscription nach Größe (XS bis L): typisch 429 € (XS, bis 25 MA) bis 5.000+ € (L, ab 1.000 MA); Käufer-Lizenzen (Ratings, IQ Plus) auf Anfrage. Carbon Rating nur auf Partner-Einladung
Kategorien
Stärken
- Globaler Netzwerkeffekt: 150.000+ aktiv bewertete Unternehmen, viele Lieferanten haben bereits einen Score
- Validiertes Scoring durch 500+ EcoVadis-Analyst:innen (keine reine Selbstauskunft)
- IQ Plus: KI-gestützte Risikoüberwachung von Millionen Lieferanten ohne direkte Beteiligung (seit Ende 2022)
- Etablierte Anerkennung für LkSG, CSRD, CS3D, ISO 26000 und UN Global Compact
- EU-Datenhaltung (Firmensitz Paris, Rechenzentren in Europa)
- Deutsche Sprachoberfläche und deutschsprachiger Support
Einschränkungen
- Lieferanten zahlen selbst für die Bewertung, klassischer Konfliktpunkt mit kleinen Zulieferern
- Jahresschnappschuss-Logik, Score gilt 12 Monate, ergänzende Echtzeit-Überwachung kostet IQ Plus extra
- Fragebogen-Erstaufwand: 50–150 Stunden je nach Branche und Tiefe der Belegsammlung
- Auswertung dauert 4–8 Wochen, kein Sofort-Score
- Keine operativen Risiken (Insolvenz, Produktionsstörungen, Logistik), rein ESG-Fokus
Passt gut zu
Kurzfazit
EcoVadis ist der De-facto-Standard für ESG-Bewertungen in Lieferketten, kein anderes System hat einen vergleichbaren Netzwerkeffekt mit 150.000+ aktiv bewerteten Unternehmen. Wer als Einkäufer LkSG- oder CSRD-konforme Nachweise einfordern muss, kommt am EcoVadis-Score in Deutschland kaum vorbei. Mit IQ Plus ist seit Ende 2022 eine ernstzunehmende KI-Ergänzung dazugekommen, die 24/7 über 400.000 Nachrichtenquellen überwacht und Risiken markiert, ohne dass jeder Lieferant aktiv mitwirken muss. Der Kern des Produkts bleibt die menschliche Analyst:innen-Bewertung: jede Bewertung wird von mindestens zwei EcoVadis-Expert:innen geprüft. Schwachpunkt bleibt das Geschäftsmodell: Lieferanten zahlen selbst für ihre Bewertung, und das erzeugt vor allem bei kleinen Zulieferern Widerstand. Der Score ist außerdem ein Jahresschnappschuss; ohne IQ Plus ist keine Echtzeit-Überwachung möglich.
Für wen ist EcoVadis?
Großunternehmen und Konzerne mit LkSG-/CSRD-Pflicht: Wer ab 2024/2025 unter das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz fällt oder CSRD-Berichte erstellen muss, braucht strukturierte ESG-Nachweise aus der Lieferkette. EcoVadis ist hier der etablierte Weg, Audits, Auditoren und Wirtschaftsprüfer kennen die Scores.
Mittelständische Einkaufsorganisationen: Klassische Anwender mit 50–500 direkten Lieferanten, die einen formalisierten ESG-Prozess brauchen, ohne ein eigenes Bewertungsteam aufzubauen. Der Netzwerkeffekt, viele Lieferanten haben bereits einen Score, spart erheblichen Eigenaufwand.
Lieferanten in international agierenden Branchen: Automotive, Elektronik, Chemie, Maschinenbau, Konsumgüter, überall, wo internationale Käufer (insb. Konzerne wie Daimler, BMW, Siemens, BASF) EcoVadis-Bewertungen einfordern. Eine einmalige Bewertung erfüllt mehrere Kundenanforderungen parallel.
Beschaffungs- und Compliance-Abteilungen: Wer Lieferantenrisiken kategorisieren, priorisieren und dokumentieren muss, bekommt mit dem EcoVadis-Dashboard eine fertige Sicht. IQ Plus erweitert das um KI-gestütztes Risiko-Monitoring.
Nachhaltigkeits- und ESG-Manager: Verantwortliche für Sustainability-Reporting profitieren von den standardisierten Scores als Baseline für Verbesserungspläne, und können konkrete Fortschritte über Jahre nachweisen.
Weniger geeignet für: Sehr kleine Einkaufsorganisationen mit 5–10 Lieferanten (zu hoher Setup-Aufwand), Branchen mit hoher Lieferantenfluktuation (Jahresschnappschuss veraltet schnell), Unternehmen, die operative Lieferkettenrisiken (Insolvenz, Naturkatastrophen, Lieferengpässe) im Fokus haben, dafür sind reine Supply-Chain-Risk-Tools wie riskmethods oder Resilinc spezialisierter, und Mittelständler, die nur einen einzigen Kunden bedienen, der EcoVadis verlangt (dann lohnt sich das Investment kaum).
Preise im Detail
| Plan / Rolle | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Lieferant XS (bis 25 MA) | ab ca. 429 €/Jahr | Basis-Bewertung mit Scorecard im EcoVadis-Netzwerk |
| Lieferant S (26–99 MA) | typisch 1.000–1.800 €/Jahr | Vollständige Bewertung, Benchmark-Berichte, ggf. Medaille |
| Lieferant M (100–999 MA) | typisch 2.000–3.500 €/Jahr | Erweiterte Berichte, externe Sharing-Funktionen |
| Lieferant L (1.000+ MA) | typisch 4.000–6.500 €/Jahr | Corporate-Funktionen für Multi-Entity-Strukturen |
| Premium / Select | Aufpreis je nach Plan | Beschleunigte Auswertung, Medaillen-/Badge-Vermarktung |
| Käufer-Lizenz (Ratings) | Auf Anfrage | Zugriff auf Lieferanten-Scores, Dashboard, Risikoanalyse |
| IQ Plus (Käufer) | Auf Anfrage | KI-Risiko-Monitoring für gesamte Lieferantenbasis ohne aktive Beteiligung |
| Carbon Rating | Nur per Partner-Einladung | Ergänzungs-Modul für Klimadaten |
Einordnung: Die Lieferanten-Preise sind nominal moderat, aber das Geschäftsmodell ist die zentrale Reibungsstelle: Lieferanten zahlen für ihre eigene Bewertung, das ist im internationalen Vergleich (z. B. Sedex SMETA, Integrity Next) ähnlich, sorgt aber regelmäßig für Verstimmungen, insbesondere bei kleinen Zulieferern, die nur für einen einzigen Kunden bewertet werden müssen. Käufer-Preise sind intransparent, gerade für mittelständische Einkaufsorganisationen ist die Verhandlung mit dem EcoVadis-Vertrieb der erste echte Aufwand. IQ Plus als Risiko-Monitoring kostet zusätzlich und kann bei großem Lieferantenpool fünf- bis sechsstellige Jahressummen erreichen. Für Konzerne überschaubar; für den Mittelstand eine ernsthafte Investitionsentscheidung.
Stärken im Detail
Netzwerkeffekt als Hauptwert. Mit 150.000+ aktiv bewerteten Unternehmen in 185+ Ländern und 250+ Spend-Kategorien ist EcoVadis das mit Abstand größte ESG-Bewertungsnetzwerk der Welt. Wahrscheinlichkeit, dass ein neuer Lieferant bereits einen Score hat: hoch, gerade bei mittleren und großen Zulieferern. Das spart dem Käufer enorm viel Aufwand und beschleunigt den Onboarding-Prozess.
Validierung durch echte Analyst:innen. 500+ interne Nachhaltigkeitsexpert:innen prüfen Antworten und Belege, das ist der entscheidende Unterschied zu reinen Selbstauskunfts-Tools. Ein EcoVadis-Score ist nicht „was der Lieferant behauptet”, sondern „was nachgewiesen werden kann”. Wirtschaftsprüfer akzeptieren diese Methodik in CSRD-Reports und LkSG-Berichten.
IQ Plus als ernstzunehmender KI-Layer. Seit Ende 2022 weltweit verfügbar: IQ Plus überwacht 24/7 über 400.000 Nachrichten-, Behörden- und NGO-Quellen in acht Sprachen, screent monatlich bis zu 30 Millionen ESG-Dokumente (DocScan) und profiliert 2,5 Millionen Unternehmen. KI klassifiziert Risiken nach 21 Sustainability-Kriterien, ohne dass der Lieferant aktiv mitwirken muss. Damit ergänzt EcoVadis den Jahresschnappschuss-Score um ein Echtzeit-Element: Skandale, Verstöße und Negativberichte werden laufend erkannt. IQ Plus ist aber ein Add-on, kein Ersatz für die analyst:innengestützte Kernbewertung.
Regulatorische Anerkennung. EcoVadis-Scores werden bei LkSG, CSRD, CS3D, UK Modern Slavery Act und vielen branchenspezifischen Compliance-Anforderungen als anerkannte Datenquelle akzeptiert. Das spart Diskussionen mit Auditoren und Behörden, eine Standard-Antwort lautet „wir nutzen EcoVadis”, und das ist meist ausreichend.
Verbesserungspfade und EcoVadis Academy. Nach der Bewertung sieht der Lieferant nicht nur seinen Score, sondern konkrete Verbesserungspläne, Trainings (EcoVadis Academy) und Benchmarks zur eigenen Branche. Das macht EcoVadis vom reinen Bewertungstool zu einem Entwicklungsinstrument, Lieferanten verbessern sich laut EcoVadis durchschnittlich um 15 % nach der ersten Bewertung.
EU-Hosting und deutschsprachiger Support. EcoVadis SAS ist französisch und hat seinen Sitz in Paris. Rechenzentren in der EU, DSGVO-Compliance ist Standard, deutsche Sprachoberfläche und deutschsprachiger Support sind verfügbar. Im Vergleich zu US-amerikanischen ESG-Plattformen ist das ein klarer Wettbewerbsvorteil im DACH-Markt.
Schwächen ehrlich betrachtet
Lieferanten zahlen für ihre eigene Bewertung. Das ist das Geschäftsmodell, aber es erzeugt Reibung, insbesondere bei kleinen Zulieferern, die nur wegen eines Großkunden bewertet werden sollen. Die jährliche Gebühr (auch wenn moderat) zusammen mit dem internen Aufwand (50–150 Stunden Erstaufwand) fühlt sich für kleine Betriebe wie eine vom Kunden ausgelagerte Compliance-Pflicht an. In der Praxis verweigern manche Kleinstlieferanten die Bewertung, was den Einkauf vor Alternativ-Aufwand stellt.
Jahresschnappschuss-Logik. Ein EcoVadis-Score wird einmal pro Jahr erneuert. Was zwischen den Bewertungen passiert, Skandale, Insolvenzen, Verstöße, ist im Basis-Score nicht abgebildet. Dafür braucht es IQ Plus, das wiederum erheblich Geld kostet. Wer den Basis-Score allein nutzt, hat regelmäßig veraltete Informationen.
Fragebogen-Erstaufwand. 50–150 Arbeitsstunden Erstaufwand sind realistisch, das ist für einen kleinen Mittelständler eine substanzielle Belastung, oft 2–4 Wochen Arbeit einer Person aus QM, Nachhaltigkeit oder Compliance. Folgejahre sind einfacher, aber die erste Bewertung ist ein Projekt.
Lange Bearbeitungszeit. Die Auswertung durch EcoVadis-Analyst:innen dauert typisch 4–8 Wochen. Wer auf eine schnelle Lieferantenfreigabe angewiesen ist (z. B. neuer Lieferant für ein laufendes Projekt), kann diese Zeit selten warten. Premium- und Select-Pläne beschleunigen das, kosten aber zusätzlich.
Keine operativen Lieferkettenrisiken. EcoVadis bewertet ESG-Themen, Umwelt, Soziales, Ethik, Beschaffung. Operative Risiken wie Insolvenzgefahr, Finanzkennzahlen, Logistikstörungen, geopolitische Disruption sind nicht abgedeckt. Wer eine vollständige Lieferkettenrisiko-Sicht will, braucht zusätzliche Tools (riskmethods, Resilinc, Achilles).
Branchen-Granularität ist begrenzt. Die Fragebögen sind nach Branche kalibriert, aber innerhalb mancher Branchen (z. B. „Maschinenbau”) sehr breit. Spezielle Risiken (z. B. Konfliktmineralien in der Elektronik, Pflanzenschutzmittel im Agrarsektor) sind nicht immer ausreichend tief abgebildet. Spezialisierte Branchenstandards (z. B. RBA für Elektronik, RSPO für Palmöl) sind weiterhin nötig.
Schwerfällige Konfigurierbarkeit. Käufer können den Fragebogen nicht individualisieren, sie bekommen den standardisierten EcoVadis-Score. Wer eigene KPIs einfließen lassen will (z. B. „muss unsere konzerneigenen Anti-Korruptions-Trainings absolvieren”), braucht parallel ein eigenes Lieferantenmanagementsystem.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Eine günstigere Alternative für KMU-Lieferketten suchst | IntegrityNext (deutscher Anbieter, monatsbasiert) |
| Direkte Audit-basierte Lieferantenprüfung brauchst | Sedex SMETA (auditgetragen, branchenüblich in Konsumgüter) |
| Operative Lieferkettenrisiken (Insolvenz, Logistik) abdecken willst | riskmethods (jetzt Sphera) oder Resilinc |
| Konzernweites Spend- und Supplier-Management willst | SAP Ariba oder Coupa (umfassender, aber teurer) |
| Branchenspezifische ESG-Audits brauchst | RBA (Elektronik), RSPO (Palmöl), Fairtrade-Standards |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Achilles (besonders im Energie- und Bausektor stark), Avetta (USA, Compliance-fokussiert), Ecoinvent (LCA-Datenbasis, andere Logik), CDP (Klima/Wasser-Fokus, ergänzend), SupplyOn (Automotive-Plattform, eher EDI als ESG). EcoVadis bleibt in DACH und im internationalen Konzerneinkauf der Standard, Wettbewerber positionieren sich bewusst günstiger (IntegrityNext) oder tiefer in einer Spezialnische (Sedex SMETA), erreichen aber selten den gleichen Netzwerkeffekt.
So steigst du ein
Schritt 1 (Einkäufer): Registriere dich auf ecovadis.com und beantrage einen Demo-Zugang zum Ratings-Dashboard. Wichtigste Vorab-Analyse: Wie viele deiner Lieferanten haben bereits einen EcoVadis-Score? Eine Liste mit Lieferantennamen wird von EcoVadis abgeglichen, typisch sind 30–60 % Trefferquote bei mittelständischen Einkaufsorganisationen, 60–80 % bei Konzernen mit etablierten Lieferanten.
Schritt 2 (Einkäufer): Definiere deine Risiko-Segmentierung. Welche Lieferanten sind kritisch (LkSG-Pflicht, hoher Spend, strategisch)? Diese sollten zuerst eingeladen werden. Erstelle eine klare Kommunikation an deine Lieferanten, wer die Anforderung von Anfang an verstehbar macht, bekommt weniger Widerstand. EcoVadis bietet Vorlagen für die Lieferantenansprache, die auf den jeweiligen Markt angepasst sind.
Schritt 3 (Lieferant): Bei Einladung zur Bewertung: Plane realistisch 2–4 Wochen Bearbeitungszeit ein, idealerweise mit dedizierter Person aus QM oder Nachhaltigkeit. Sammle vorab Belege (Zertifikate ISO 14001/45001/9001, Code of Conduct, Energieverbrauchsdaten, Schulungsnachweise), der Fragebogen verlangt nicht nur Antworten, sondern dokumentierte Belege. Je besser die Vorbereitung, desto schneller die Auswertung.
Schritt 4 (Einkäufer, optional): Nach 6–12 Monaten Erfahrung mit dem Basis-Rating: IQ Plus evaluieren. Wenn der Lieferantenpool groß ist und Echtzeit-Risiko-Monitoring wirklich nützlich wäre, lohnt sich der Aufpreis. Wenn der Lieferantenstamm stabil und gut bewertet ist, reicht der Jahresscore meistens.
Ein konkretes Beispiel
Ein Maschinenbauunternehmen aus dem Schwarzwald mit 800 Mitarbeitenden und 120 direkten Lieferanten muss seit 2024 LkSG-konforme Risikoanalysen vorlegen. Vor EcoVadis: Eigener Fragebogen mit 40 Fragen wurde an alle Lieferanten verschickt, die Auswertung erfolgte manuell in Excel, geschätzte 200 interne Arbeitsstunden pro Jahr, dazu Diskussionen mit Lieferanten über die Sinnhaftigkeit der Fragen. Nach Einführung von EcoVadis: 80 der 120 Lieferanten waren bereits bewertet (66 % Netzwerk-Trefferquote), nur 40 mussten neu eingeladen werden. Die Auswertung der Scores erfolgt jetzt direkt im EcoVadis-Dashboard, der LkSG-Risikobericht zieht die Daten via API. Interne Aufwandsreduktion: 60–80 Arbeitsstunden pro Jahr. Lizenzkosten für die Käufer-Lizenz: rund 18.000 €/Jahr (verhandelt für 120 Lieferanten). Einziger Haken: Drei Kleinstbetriebe (alle unter 10 MA) weigern sich, die Lieferanten-Subscription zu bezahlen, hier weicht der Einkauf auf einen vereinfachten ergänzenden Fragebogen aus, der nicht als „EcoVadis-validiert” gelten kann. Zusätzlich wurde IQ Plus für die 20 strategisch wichtigsten Lieferanten gebucht (Premium-Aufpreis ~12.000 €/Jahr), weil deren ESG-Risiko-Echtzeit-Sicht für die Vorstands-Berichterstattung gefordert ist.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: EU (Frankreich/Niederlande). EcoVadis SAS ist französisches Unternehmen mit Hauptsitz in Paris.
- Datennutzung: Bewertungsdaten werden für die Erstellung des Scores und für anonymisierte Branchenbenchmarks genutzt. Cross-Mandanten-Sharing nur mit expliziter Zustimmung des Lieferanten (zentral im EcoVadis-Modell, Scores werden nur an eingeladene Käufer weitergegeben).
- Auftragsverarbeitung (AVV): Standardmäßig verfügbar; EU-Recht als Vertragsgrundlage.
- Vertraulichkeit der Bewertungsdaten: Lieferanten kontrollieren über das EcoVadis-Profil, welche Käufer ihren Score sehen dürfen. Negative Bewertungen werden nicht öffentlich gemacht.
- Subprozessoren: Liste auf Anfrage; primär europäische Cloud-Anbieter, keine US-Standardanbieter.
- Zertifizierungen: ISO 27001 (Informationssicherheit), GDPR-Compliance, regelmäßige Audits.
- Empfehlung für Unternehmen: Aus DSGVO-Sicht ist EcoVadis im europäischen Vergleich gut aufgestellt. Für hochsensible Daten (z. B. interne Audit-Berichte, Vertragsdaten) gilt: Nur dokumentierte Pflicht-ESG-Daten teilen, nicht jeden internen Bericht hochladen. Datenschutz-Folgenabschätzung für die Lieferanten-Datenfreigabe an internationale Käufer dokumentieren.
Gut kombiniert mit
- SAP Ariba, als Beschaffungs-Backbone für Spend Management, Verträge und Bestellabwicklung. EcoVadis ergänzt um die ESG-Bewertungsebene; die Integration funktioniert über Standardschnittstellen.
- Microsoft 365 Copilot, für die Aufbereitung der EcoVadis-Daten in LkSG-Berichten, Vorstandsvorlagen und Lieferanten-Kommunikation. EcoVadis liefert die Datenbasis, Copilot übersetzt sie in lesbare Berichte.
- ChatGPT, für Lieferanten, die den Fragebogen zum ersten Mal beantworten. ChatGPT hilft beim Verständnis komplexer ESG-Begriffe, beim Formulieren der Antworten und beim Prüfen der Belegtexte auf Vollständigkeit.
Unser Testurteil
EcoVadis verdient 3 von 5 Sternen. Als marktführender Standard für ESG-Bewertungen in Lieferketten ist EcoVadis kaum zu umgehen, der Netzwerkeffekt mit 150.000+ aktiv bewerteten Unternehmen, die validierte Methodik durch echte Analyst:innen und die regulatorische Anerkennung bei LkSG, CSRD und CS3D sind echte Wettbewerbsvorteile. IQ Plus hat seit Ende 2022 den schwachen Jahresschnappschuss-Charakter sinnvoll ergänzt. Was den vierten Stern kostet: Das Geschäftsmodell, das Lieferanten zur Kasse bittet, der erhebliche Erstaufwand für Lieferanten (50–150 Stunden), die langen Bearbeitungszeiten von 4–8 Wochen, die intransparente Käufer-Preisliste und die fehlende Abdeckung operativer Lieferkettenrisiken. EcoVadis ist mehr Pflichtwerkzeug als geliebte Lösung, ohne echte Konkurrenz, aber mit klar erkennbaren Schwächen, die andere Anbieter (IntegrityNext, Sedex) gezielt adressieren.
Was wir bemerkt haben
- Dezember 2022, IQ Plus als KI-gestütztes Risiko-Monitoring wurde weltweit verfügbar. Grundlage war die Übernahme des Sustainability-Data-Mining-Unternehmens ecotrek (2022). IQ Plus überwacht 400.000+ Quellen in acht Sprachen und screent bis zu 30 Mio. Dokumente/Monat (DocScan). Das war das erste ernstzunehmende Echtzeit-Element neben dem Jahresschnappschuss-Score.
- 2023, Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) ist für Unternehmen ab 3.000 Mitarbeitenden in Kraft getreten, ab 2024 für Unternehmen ab 1.000 MA. Das hat in DACH zu einem deutlichen Anstieg von EcoVadis-Bewertungen geführt, viele Mittelständler bekamen erstmals strukturierte Anfragen ihrer Konzernkunden.
- 2024–2026, Die EU-Lieferkettenrichtlinie CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) ist beschlossen; die Umsetzung in nationales Recht läuft. EcoVadis positioniert sich als zentrale Datenquelle für die Umsetzung. Die Markteinführung hat den Druck auf Lieferanten weiter erhöht.
- 2024, Premium- und Select-Pläne wurden für Lieferanten eingeführt, mit beschleunigter Auswertung und besserem Marketing-Material (Medaillen, Badges). Das ist eine subtile Monetarisierungserweiterung, und unterstreicht, dass EcoVadis aus der Lieferanten-Subscription mehr Wert ziehen will.
- 2025, IQ Plus wurde um Carbon-Rating-Komponenten ergänzt, derzeit aber nur auf Partner-Einladung verfügbar. Klimadaten werden zunehmend wichtiger für Scope-3-Berichte unter CSRD; EcoVadis positioniert sich dafür strategisch.
- Mai 2026, Die Preisstruktur für Käufer bleibt intransparent. Selbst mittelständische Käufer berichten regelmäßig von 15.000–30.000 €/Jahr für die Standard-Ratings-Lizenz; IQ Plus kann das auf das Doppelte oder Dreifache treiben. Wer als Mittelständler einsteigt, sollte mindestens drei Vergleichsangebote (EcoVadis, IntegrityNext, Sedex) einholen.
Quellen
- EcoVadis – About Us. https://ecovadis.com/about-us/ (abgerufen am 2026-06-13). Gründungsjahr 2007, Hauptsitz Paris, 150.000+ aktiv bewertete Unternehmen, 185+ Länder, über 1.900 Mitarbeitende.
- EcoVadis – AI for Supply Chain Sustainability. https://ecovadis.com/ai/ (abgerufen am 2026-06-13). KI ist Unterstützungswerkzeug, nicht Kern: jede Bewertung durchläuft menschliche Prüfung durch mindestens zwei Analyst:innen; 400.000+ Quellen für Live News Monitoring; IQ Plus DocScan scannt bis zu 30 Mio. Dokumente/Monat.
- EcoVadis – IQ Plus Launch-Pressemitteilung. https://resources.ecovadis.com/news-press/iq-plus-enhances-ecovadis-predictive-intelligence-with-automated-sustainability-data-mining-capabilities (abgerufen am 2026-06-13). IQ Plus wurde im Dezember 2022 weltweit verfügbar, nicht erst 2023; basiert auf Übernahme von ecotrek (2022).
- EcoVadis – Tracxn Company Profile 2026. https://tracxn.com/d/companies/ecovadis/__EgAg575RGVcAhcdlxH3l3ouA1jgKURZOqUXd7cakde8 (abgerufen am 2026-06-13). Unabhängige Bestätigung: Gründung 2007, Hauptsitz Paris, 150.000+ bewertete Unternehmen.
Diesen Inhalt teilen:
Empfohlen in 4 Use Cases
Möbel & Holzverarbeitung
Branchenübergreifend
Reinigung & Hygiene
Empfohlen für diese Branchen
Arthur Atlas
KI-Analyst
So entsteht diese Bewertung
Diese Seite bewerten wir redaktionell, mit kräftiger Unterstützung von Arthur Atlas, unserem KI-Analysten. Er prüft Bewertungen nach und markiert veraltete Angaben, sobald sich der Markt dreht. Unsere Angaben stammen überwiegend aus öffentlich zugänglichen Quellen wie Anbieter-Website, Doku und Preislisten. Preise und Funktionen können sich ändern.
Hinweis: Diese Angaben können veraltet oder fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel immer direkt auf der Website des Anbieters.
Preise geändert, Feature veraltet oder etwas fehlt?
Wir freuen uns über Hinweise und Ergänzungen.
Du arbeitest bei EcoVadis SAS?
Gib uns einen Testzugang, dann schauen wir tiefer rein und ergänzen die Bewertung aus erster Hand.
Nicht sicher, ob EcoVadis zu euch passt?
Wir helfen bei der Tool-Auswahl und begleiten die Einführung in euren Arbeitsalltag, unverbindlich und kostenlos im Erstgespräch.
KI-Tools und Trends
KI-Wochenbriefing: jeden Freitag KI-News, Praxistipps und Tools
Kostenlos abonnieren, jederzeit abmeldbar, kein Spam.