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Quentic

Quentic GmbH (an AMCS company)

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Eine der führenden deutschsprachigen EHS- und Nachhaltigkeits-Plattformen, 2007 als EcoIntense in Berlin gegründet, seit 2024 Teil der irischen AMCS-Gruppe. Quentic bündelt Arbeitsschutz, Umweltmanagement, Gefahrstoffe, Audits und ESG-Reporting in einem modularen System. Seit 2025/26 mit einer eigenen, modular zubuchbaren KI-Schicht, vom Assistenten 'Quentin' über automatische Sicherheitsdatenblatt-Extraktion bis zu Vorfall- und Mustererkennung. Verdantix-Leader 2025 in EHS und ESG, über 1.000 Kunden, Hosting in Deutschland.

Kosten: Modulares SaaS-Abonnement, Preise ausschließlich auf Anfrage. Keine öffentliche Preisliste. Angebote richten sich nach Modul-Kombination, Nutzerzahl und Standorten, typische Mittelstandskonfigurationen bewegen sich erfahrungsgemäß im Bereich mehrerer hundert bis einiger tausend Euro pro Monat. Kein hoher Anfangsinvestitionsaufwand, dafür laufende Lizenzkosten plus einmalige Einführungsservices.

Kategorien

Stärken

  • Vollständig modulares System, nur die benötigten Module (Arbeitsschutz, Umwelt, Gefahrstoffe, Audits, ESG) abonnieren
  • Hosting in Deutschland, deutschsprachige Oberfläche und deutschsprachiger Support, starkes DSGVO-Profil
  • KI-Schicht modular integriert: Assistent 'Quentin', Report-Assistent, Vorfall- und Mustererkennung, 5-Why-Analyse, SDB-Extraktion
  • Umweltindikatoren mit automatischer Grenzwertüberwachung inkl. Abwasser- und Emissionsmonitoring
  • ESG-Berichterstattung nach CSRD/ESRS, GRI, ISSB und CDP direkt im System, inkl. Emissionsfaktoren und Scope-3-Schätzungen
  • ISO-konforme Dokumentation und Auditvorbereitung (14001, 45001, 50001, 9001), Verdantix-Leader 2025 in EHS und ESG

Einschränkungen

  • Keine öffentlichen Preise, jedes Angebot ist individuell und intransparent
  • KI-Funktionen sind noch jung (2025/26 eingeführt), Reifegrad pro Feature unterschiedlich
  • Einführung typischerweise mehrere Wochen mit nennenswertem internem Aufwand
  • Seit der AMCS-Übernahme 2024 offene Fragen zu Produkt-Roadmap und Integration in den Konzern
  • SCADA-/Prozessleitsystem-Anbindung erfordert separate Konfiguration über Quentic Connect
  • Für kleine Betriebe ohne Mehrfach-Modulbedarf schnell überdimensioniert und zu teuer

Passt gut zu

Chemie- und Fertigungsunternehmen mit regelmäßiger Umweltberichtspflicht Betriebe, die Arbeitsschutz und Umweltmanagement gleichzeitig digitalisieren wollen Unternehmen mit ISO-14001-/45001-Zertifizierung oder entsprechenden Anforderungen ESG- und Nachhaltigkeitsteams unter CSRD-Pflicht, die Reporting im selben System wie EHS abbilden wollen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du musst Arbeitsschutz, Umwelt und ESG zentral in einem System verwalten
  • Dir ist EU-/Deutschland-Hosting und deutschsprachiger Support wichtig
  • Du bereitest ISO-Zertifizierungen (14001, 45001, 50001) vor oder hältst sie aufrecht
  • Du willst wiederkehrende Dokumentations- und Reporting-Aufgaben per KI automatisieren

Wann nein

  • Du bist ein kleiner Betrieb und brauchst nur Inspektions-Checklisten unterwegs
  • Du willst transparente, sofort buchbare Preise ohne Vertriebsgespräch
  • Du benötigst ausschließlich CO2-Bilanzierung ohne EHS-Kontext
  • Du brauchst eine sofort produktive Lösung ohne mehrwöchige Einführung

Kurzfazit

Quentic ist eine der etabliertesten EHS- und Nachhaltigkeits-Plattformen im deutschsprachigen Raum, und seit 2024 Teil der irischen AMCS-Gruppe. Wer Arbeitsschutz, Umweltmanagement, Gefahrstoffe, Audits und ESG-Reporting in einem System statt in fünf Excel-Tabellen bündeln will, bekommt hier ein breites, modulares Werkzeug mit Hosting in Deutschland und deutschsprachigem Support, ein seltenes DSGVO-Profil in diesem Marktsegment. Neu ist eine eigene KI-Schicht: Der Assistent “Quentin” beantwortet Fragen zur eigenen Quentic-Datenbank, ein Report-Assistent erzeugt Zusammenfassungen, und Funktionen wie automatische Sicherheitsdatenblatt-Extraktion oder Vorfall-Mustererkennung nehmen Routinearbeit ab. Die Schwächen: keine öffentlichen Preise, mehrwöchige Einführung, und die KI-Funktionen sind noch jung. Für regulierungsintensive Industriebetriebe bleibt Quentic trotzdem eine der ersten Adressen.

Für wen ist Quentic?

Chemie- und Fertigungsindustrie: Das Stammpublikum. Betriebe mit Einleitgenehmigungen, Gefahrstofflagern und regelmäßigen Eigenkontrollen profitieren am stärksten, Umweltindikatoren, Grenzwertüberwachung, Abwasser- und Emissionsmonitoring sind genau auf diesen Alltag zugeschnitten. Referenzkunden wie INEOS Phenol, Vaillant oder Vorwerk kommen nicht zufällig aus diesem Umfeld.

EHS-Verantwortliche im Mittelstand: Wer als HSE-Manager Arbeitsschutz, Gefährdungsbeurteilungen, Unterweisungen und Vorfallmeldungen jongliert, bekommt mit Quentic eine zentrale Plattform statt verteilter Insellösungen. Die Quentic-App bringt Begehungen und Meldungen aufs Smartphone, auch für externe Mitarbeitende.

ESG- und Nachhaltigkeitsteams: Mit der CSRD-Berichtspflicht ist ESG-Reporting in vielen Unternehmen zur Pflichtaufgabe geworden. Quentic bildet ESRS, GRI, ISSB und CDP direkt im System ab, inklusive integrierter Emissionsfaktoren und Scope-3-Schätzungen. Der Vorteil gegenüber separaten ESG-Tools: EHS-Daten und Nachhaltigkeitskennzahlen liegen in derselben Datenbasis.

Unternehmen mit ISO-Zertifizierungen: Quentic ist auf die Vorbereitung und Aufrechterhaltung von ISO 14001, 45001, 50001 und 9001 ausgelegt. Auditvorbereitung, Maßnahmenverfolgung und Dokumentenlenkung laufen strukturiert, das spart bei Re-Zertifizierungen spürbar Zeit.

Konzerne mit mehreren Standorten: Über Quentic Connect lassen sich Standorte, Datenquellen und Drittsysteme anbinden. Für Organisationen, die EHS-Kennzahlen standortübergreifend konsolidieren müssen, ist das ein Kernargument.

Weniger geeignet für: Kleine Betriebe, die nur mobile Inspektions-Checklisten brauchen (dafür ist leichter und günstiger), Unternehmen, die ausschließlich eine CO2-Bilanz ohne EHS-Kontext erstellen wollen, und alle, die transparente Preise ohne Vertriebsgespräch und eine sofort produktive Lösung ohne Einführungsprojekt erwarten.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Modulares AbonnementAuf AnfrageFrei kombinierbare Module (Health & Safety, Hazardous Chemicals, Environmental Management, Sustainability, Risks & Audits, Legal Compliance, Control of Work, Processes), zentrale Quentic-Core-Funktionen
ZusatzprodukteAuf AnfrageQuentic App (mobil), Quentic Analytics (Dashboards/KPIs), Quentic Connect (Integrationen)
KI-FunktionenModular zubuchbar”Quentin”-Assistent, Report-Assistent, Vorfall-/Mustererkennung, 5-Why-Analyse, SDB-Extraktion, Übersetzung, Zusammenfassungen, Gesichtsunkenntlichmachung
EinführungsservicesEinmalig, auf AnfrageOnboarding, Konfiguration, Datenmigration, Schulung

Einordnung: Quentic veröffentlicht keine Preise, jedes Angebot ist individuell. Das ist branchenüblich für Enterprise-EHS-Software, macht den Vergleich aber mühsam und verschiebt die Verhandlungsmacht zum Anbieter. Realistisch bewegen sich Mittelstandskonfigurationen im Bereich mehrerer hundert bis einiger tausend Euro pro Monat, je nach Modul-Kombination, Nutzerzahl und Standorten, verlässliche Zahlen bekommst du erst nach einer Bedarfsanalyse. Wichtig: Die laufenden Lizenzkosten sind nur ein Teil. Die einmaligen Einführungsservices (Konfiguration, Migration, Schulung) und der interne Projektaufwand über mehrere Wochen gehören in jede ehrliche Gesamtkostenrechnung. Für Betriebe mit nur einem Modulbedarf ist Quentic oft überdimensioniert; sein Preis-Leistungs-Verhältnis spielt erst aus, wenn mehrere Disziplinen zentral gebündelt werden.

Stärken im Detail

Modularität als Kernprinzip. Du abonnierst nur die Module, die du brauchst, und kannst später erweitern. Ein Betrieb startet etwa mit Arbeitsschutz und Gefahrstoffen und nimmt erst mit der CSRD-Pflicht das Nachhaltigkeitsmodul dazu. Diese Staffelbarkeit verhindert, dass du für ein Monolith-Paket zahlst, das du zur Hälfte nie nutzt.

Hosting in Deutschland und deutschsprachiger Support. Das ist im internationalen EHS-Markt ein echtes Unterscheidungsmerkmal. Während US-Wettbewerber ihre Daten überwiegend in den USA halten, trägt Quentic explizit das Label “Software Hosted in Germany”. Zusammen mit ISO-27001-Zertifizierung und verfügbarem AVV ergibt das ein DSGVO-Profil, das für regulierte deutsche Industriebetriebe ein gewichtiges Argument ist.

Eine modulare KI-Schicht, die Routinearbeit abnimmt. Quentic hat 2025/26 eine eigene KI-Funktionspalette eingeführt, die sich modular zuschalten lässt. Der Assistent “Quentin” beantwortet Fragen zur Bedienung und durchsucht die eigene Quentic-Datenbank (“Gib mir den Vorjahresbericht für diese Anlage”). Ein Report-Assistent erzeugt Zusammenfassungen und Handlungsempfehlungen, die Vorfall- und Mustererkennung wertet große Datenmengen auf wiederkehrende Risiken aus, und die automatische Extraktion von Sicherheitsdatenblättern nimmt eine der lästigsten manuellen Aufgaben im Gefahrstoffmanagement ab. Bildverarbeitung (Gesichtsunkenntlichmachung, Bildbeschreibungen) und On-Demand-Übersetzung runden das Paket ab. Wichtig: Quentic positioniert die KI ausdrücklich als Assistenz mit menschlicher Kontrolle, nicht als Entscheider, und einzelne Funktionen lassen sich abschalten.

Umwelt- und Emissionsmonitoring mit Grenzwertlogik. Das Umweltmodul ist mehr als ein Datenspeicher. Messwerte für Abwasser (CSB, AOX, Schwermetalle), Emissionen und Ressourcenverbrauch werden gegen hinterlegte Grenzwerte geprüft; bei Überschreitungen eskaliert das System automatisch. Das ersetzt fehleranfällige Excel-Pflege durch eine kontrollierte, nachvollziehbare Datenkette.

ESG-Reporting im selben System. Statt EHS-Daten und Nachhaltigkeitskennzahlen in getrennten Tools zu führen, deckt Quentic CSRD/ESRS, GRI, ISSB und CDP direkt ab, mit integrierten Emissionsfaktoren und Scope-3-Schätzungen. Wer ohnehin Quentic für EHS nutzt, spart sich für die CSRD ein zweites Tool und doppelte Datenhaltung.

Marktposition und unabhängige Einordnung. Quentic wurde im Verdantix Green Quadrant 2025 sowohl für EHS-Software als auch für ESG-/Sustainability-Reporting-Software als “Leader” eingestuft. Mit über 1.000 Kunden und fast zwei Jahrzehnten am Markt ist es kein Experiment, sondern ein etablierter Anbieter, was bei Compliance-kritischer Software ein Wert an sich ist.

Schwächen ehrlich betrachtet

Keine öffentlichen Preise. Du erfährst nicht, was Quentic kostet, ohne ins Vertriebsgespräch zu gehen. Das ist im Enterprise-EHS-Markt üblich, aber unbefriedigend: Ein schneller Marktvergleich ist unmöglich, und die Intransparenz verschiebt die Verhandlungsmacht klar zum Anbieter. Plane Zeit für Demo, Bedarfsanalyse und Angebotsverhandlung ein.

Die KI-Funktionen sind noch jung. Quentic hat seine KI-Schicht erst 2025/26 eingeführt und erweitert sie laufend. Das heißt: Der Reifegrad ist je nach Funktion unterschiedlich, und Langzeiterfahrungen aus dem Praxiseinsatz fehlen noch weitgehend. Wer wegen der KI kauft, sollte sich konkrete Funktionen in der Demo zeigen lassen, statt auf das Marketing-Versprechen “AI-enabled” zu vertrauen, und im Hinterkopf behalten, dass generative KI auch hier falsche Ausgaben produzieren kann, weshalb die menschliche Endkontrolle Pflicht bleibt.

Einführung kostet Zeit. Eine ernsthafte Quentic-Einführung ist ein Projekt, kein Self-Service. Module konfigurieren, Grenzwerte und Berichtsvorlagen aufbauen, Altdaten migrieren, Mitarbeitende schulen, das zieht sich erfahrungsgemäß über mehrere Wochen und bindet interne Ressourcen. Wer eine Lösung sucht, die am nächsten Tag produktiv ist, liegt hier falsch.

Offene Fragen seit der AMCS-Übernahme. Quentic wurde 2024 von der irischen AMCS-Gruppe übernommen und firmiert seitdem als “an AMCS company”. Solche Übernahmen bringen typische Unsicherheiten: Wie entwickelt sich die Produkt-Roadmap, wie stark wird Quentic in den Konzern integriert, bleibt die deutsche Identität (Hosting, Support, Sprache) langfristig erhalten? Aktuell läuft alles unverändert weiter, aber dieser Punkt gehört auf die Beobachtungsliste.

Überdimensioniert für kleine Betriebe. Die Stärke von Quentic, die Bündelung vieler Disziplinen, wird zur Schwäche, wenn du nur eine davon brauchst. Für einen Handwerksbetrieb, der nur mobile Begehungs-Checklisten will, ist Quentic zu schwer und zu teuer. Hier sind schlankere Tools die ehrlichere Wahl.

Integration von Prozessleitsystemen erfordert Aufwand. Die Anbindung von SCADA- oder Prozessleitsystemen läuft über Quentic Connect und ist keine Plug-and-Play-Angelegenheit. Wer Messwerte automatisiert aus der Anlagensteuerung ziehen will, muss API-Konfiguration und ggf. ein Integrationsprojekt einplanen.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine europäische EHS-Alternative mit starkem Chemikalien-/SDB-Fokus willst
Eine internationale EHS-Plattform mit großer Umwelt- und Abwasser-Tiefe brauchst
Enterprise-EHS plus tiefes Supply-Chain- und ESG-Risiko abdecken willst
Vor allem mobile Inspektionen und Audits leichtgewichtig willst
Den Schwerpunkt auf ESG-/Lieferketten-Compliance legst

Erwähnenswert ohne separate Empfehlung: Die Muttergesellschaft selbst (Schwerpunkt Entsorgung, Tourenoptimierung und Nachhaltigkeit), für reine CO2-Bilanzierung im KMU sowie im breiteren GRC-Umfeld. Quentics Profil ist die Bündelung, EHS, Umwelt, Gefahrstoffe und ESG in einem deutschsprachigen, in Deutschland gehosteten System. Wer nur eine dieser Disziplinen braucht, fährt mit einem Spezialwerkzeug oft günstiger und schneller.

So steigst du ein

Schritt 1: Demo und Bedarfsanalyse anfragen. Auf quentic.com eine Demo anfragen und vorab klar definieren: Welche Module brauchst du wirklich (Arbeitsschutz, Umwelt, Gefahrstoffe, ESG)? Wie viele Standorte und Nutzer? Welche Umweltparameter und Meldepflichten? Nutzt du schon SAP oder andere EHS-Tools? Je präziser der Input, desto belastbarer das Angebot, und desto besser deine Verhandlungsposition beim intransparenten Preis.

Schritt 2: Kernmodul zuerst konfigurieren. Starte nicht mit allem gleichzeitig. Richte das wichtigste Modul ein, bei Industriebetrieben meist Umweltmanagement oder Arbeitsschutz. Im Umweltmodul legst du Messparameter, Grenzwerte und Berichtsintervalle an (z. B. Abwasser-CSB, AOX, Schwermetalle); das System überwacht dann kontinuierlich und eskaliert Überschreitungen automatisch.

Schritt 3: Berichtsvorlagen und KI gezielt einsetzen. Baue Behörden- und interne Berichtsvorlagen einmalig auf, damit sie sich danach weitgehend automatisch befüllen. Lass dir in der Einführung die KI-Funktionen konkret demonstrieren, den Quentin-Assistenten, den Report-Assistenten, die SDB-Extraktion, und entscheide pro Funktion, ob sie dir echten Aufwand spart. Nicht jede KI-Funktion ist für jeden Betrieb relevant.

Ein konkretes Beispiel

Ein Spezialchemie-Unternehmen in NRW (ca. 180 Mitarbeitende, mehrere Einleitgenehmigungen) hat Quentic eingeführt, um monatliche Eigenkontrollen und jährliche Umwelterklärungen zu automatisieren. Statt Excel-Tabellen mit manuell übertragenen Messwerten läuft die Datenpflege jetzt direkt im System, Grenzwerte werden automatisch geprüft, Abweichungen sofort eskaliert. Für das Gefahrstoffmanagement nutzt das Unternehmen die KI-gestützte Extraktion von Sicherheitsdatenblättern: Neue Lieferanten-SDB werden eingelesen und die relevanten Angaben automatisch übernommen, statt sie händisch abzutippen. Der jährliche Umweltbericht, früher rund 3 Arbeitstage Aufwand, wird jetzt in einem halben Tag aus dem System heraus generiert. Zeitersparnis pro Jahr: mehrere Personentage, und vor allem eine prüfsichere, lückenlose Datenkette für Behörde und Audit. Die KI-Ausgaben prüft der Umweltbeauftragte stichprobenartig gegen die Originalquellen, weil die Endverantwortung beim Menschen bleibt.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Software in Deutschland gehostet (“Software Hosted in Germany”). Anbieter ist die Quentic GmbH, Berlin, seit 2024 Teil der AMCS-Gruppe (Irland). Bei KI-Funktionen sollte die konkrete Datenresidenz und der eingesetzte Modell-Anbieter im Vertrag geklärt werden.
  • Datensicherheit: ISO/IEC 27001 zertifiziert, regelmäßige unabhängige Audits.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Mit der Quentic GmbH verfügbar, Standard für den Einsatz in deutschen Unternehmen.
  • KI und Datennutzung: Quentic stellt in seiner KI-FAQ in Aussicht, dass Kundendaten nicht ungefragt zum Training von Modellen genutzt werden und einzelne KI-Funktionen abschaltbar sind. Den Umgang mit dem EU AI Act und die genaue Modell-Herkunft solltest du vor Einsatz schriftlich bestätigen lassen.
  • Zugriffssteuerung: Rollenbasiertes Rechtemanagement für sensible Produktions- und Personendaten.
  • Behördendaten: Abwasser- und Emissionsmessdaten liegen auf in Deutschland gehosteten Servern, für behördliche Prüfungen dokumentiert und abrufbar.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für regulierte Industriebetriebe ist das Hosting-Profil ein klarer Vorteil. Wer KI-Funktionen aktiviert, sollte ergänzend eine Datenschutz-Folgenabschätzung für die jeweiligen Funktionen durchführen und die Datenresidenz der KI-Verarbeitung explizit vertraglich fixieren.

Gut kombiniert mit

  • , wenn neben der internen ESG-Berichterstattung in Quentic auch ein externes Nachhaltigkeits-Rating gegenüber Kunden und Lieferanten gefragt ist. Quentic liefert die Datenbasis, EcoVadis das anerkannte Scoring.
  • , viele Quentic-Kunden betreiben SAP als ERP-Rückgrat. Über Quentic Connect lassen sich Stamm- und Bewegungsdaten anbinden, sodass EHS- und Umweltkennzahlen nicht in einer Insel landen.
  • , wer über die Quentic-eigenen Analytics-Dashboards hinaus konzernweite Reports und Cross-System-Auswertungen braucht, exportiert Quentic-Kennzahlen nach Power BI und konsolidiert sie dort mit anderen Geschäftsdaten.

Unser Testurteil

Quentic verdient 4 von 5 Sternen. Es ist eine der ausgereiftesten, breitesten EHS- und Nachhaltigkeits-Plattformen im deutschsprachigen Raum, und punktet mit einem in diesem Markt seltenen Pluspunkt: Hosting in Deutschland, deutscher Support und ein sauberes DSGVO-Profil. Die Modularität, das integrierte ESG-Reporting unter CSRD und die unabhängige Verdantix-Leader-Einordnung 2025 (in EHS und ESG) machen es zu einer ernstzunehmenden ersten Adresse für regulierungsintensive Industriebetriebe. Die neue, modulare KI-Schicht ist ein vernünftiger, verantwortungsbewusst gerahmter Schritt, mit Mensch-im-Loop und abschaltbaren Funktionen. Den fünften Stern kostet vor allem die fehlende Preistransparenz, die noch junge KI mit unterschiedlichem Reifegrad, der nennenswerte Einführungsaufwand und die offenen Fragen rund um die AMCS-Übernahme. Für kleine Betriebe ist Quentic überdimensioniert; für mittelständische und große Industrieunternehmen, die mehrere EHS- und ESG-Disziplinen zentral bündeln wollen, ist es eine sehr solide Wahl.

Was wir bemerkt haben

  • 2024, Quentic wurde von der irischen AMCS-Gruppe übernommen und firmiert seitdem als “an AMCS company”. Die deutsche Marke, das Hosting in Deutschland und der deutschsprachige Support laufen vorerst unverändert weiter, die langfristige Roadmap-Integration in den Konzern bleibt aber zu beobachten.
  • Januar 2026, Quentic hat erweiterte KI-Funktionen angekündigt (“expanded AI capabilities to support safer, smarter EHS operations”). Damit positioniert sich der Anbieter offensiv als “AI-enabled” EHS- und ESG-Plattform, vom Assistenten “Quentin” über Report-Generierung bis zur automatischen Sicherheitsdatenblatt-Extraktion.
  • März 2026, Mit dem “Safety Management and Sustainability Trends Report 2026” rückt Quentic das Thema KI im EHS-Umfeld in den Mittelpunkt seiner Kommunikation (“Less admin. Safer work.”). Der Fokus liegt erkennbar auf Automatisierung dokumentationslastiger Routineaufgaben.
  • 2025, Quentic wurde im Verdantix Green Quadrant gleich doppelt als “Leader” eingestuft: sowohl für EHS-Software als auch für ESG- und Sustainability-Reporting-Software. Das untermauert die Doppelpositionierung als EHS- und ESG-Plattform.
  • Mai 2026, Die Wurzeln bleiben sichtbar: Gegründet 2007 als EcoIntense in Berlin, 2017 in Quentic umbenannt. Trotz internationaler Konzernanbindung wirbt das Unternehmen weiterhin prominent mit dem Label “Software Hosted in Germany”, ein bewusst gepflegtes Verkaufsargument für den DSGVO-sensiblen deutschen Markt.

Quellen

  1. Quentic – Startseite (Module, Hosting, Zertifizierungen). https://www.quentic.com/ (abgerufen am 2026-06-14). Modulpalette (Health & Safety, Sustainability, Hazardous Chemicals, Incidents & Observations, Risks & Audits, Legal Compliance, Environmental Management, Online Instructions, Control of Work, Processes, Quentic Core); Label 'Software Hosted in Germany'; Zertifizierungen ISO 9001, 14001, 27001, 45001, 50001; KI-Funktionen 'AI for EHS & sustainability'; keine öffentlichen Preise, Zugang nur per Demo-Anfrage.

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Arthur Atlas

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