Envoria
Envoria GmbH (München)
Münchner SaaS-Plattform für Reporting, Compliance und Impact. Envoria deckt CSRD/ESRS, VSME, GRI, EMAS und IFRS-Notes in einem modularen Stack ab — mit 10+ Modulen von Emissionsmanagement über doppelte Wesentlichkeitsanalyse bis zur Disclosure-Erstellung. KI-Funktionen (Chatbot EVA, Emissions-Mapping, Materiality-Analyse, Response AI) sind echte Produktbestandteile, nicht Marketing-Beiwerk. Referenzen reichen von Mittelstand bis zu Konzernen wie Otto Group, Delivery Hero und Carlsberg.
Kosten: Modulare SaaS-Plattform mit projektbasierter Lizenz. Richtwert für mittlere Unternehmen: 8.000–15.000 €/Jahr für Standard-CSRD-Module; Enterprise-Konfigurationen mit mehreren Mandanten und vollem Modulumfang typischerweise im fünf- bis sechsstelligen Jahresbereich. Preise nur auf Anfrage nach Scoping-Call.
Stärken
- Vollständig auf ESRS ausgerichtet — alle 12 Standards mit geführtem Datenpunkt-Workflow
- Echte KI-Funktionen integriert: Chatbot EVA, KI-gestützte Wesentlichkeitsanalyse, automatisches Emissionsfaktor-Mapping, Response AI für Fragebogen-Beantwortung
- Modulare Architektur — 10+ Module von Emissionsmanagement bis Lease & Revenue Accounting kombinierbar
- EU-Datenhosting in Deutschland, DSGVO-konform, deutschsprachiger Support aus München
- Multi-Mandanten-Fähigkeit für Beratungshäuser und Wirtschaftsprüfer
- Beeindruckende Referenzliste (Otto Group, Delivery Hero, Carlsberg, TÜV Rheinland, ElringKlinger, LAPP, WIKA)
Einschränkungen
- Keine öffentliche Preisliste — jedes Angebot erfordert Scoping-Call
- Integrationen zu ERP-Systemen noch begrenzt — viele Daten müssen per CSV oder Konnektor importiert werden
- Kein kostenloses Einstiegsmodell oder Testaccount — Demo ist verpflichtende Vorstufe
- Für sehr komplexe internationale Konzerne mit dutzenden Tochtergesellschaften ist Workiva noch reifer
- Modulares Pricing kann Lizenzkosten schnell hochtreiben — wer alle 10+ Module aktiviert, landet schnell im sechsstelligen Bereich
- Drittquellen und Vergleichsstudien sind im DACH-Raum noch dünn — viele KMU-Bewertungen fehlen
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du bist CSRD-pflichtig (oder bald) und brauchst eine ESRS-konforme Datenpunkt-Pipeline
- Du willst eine deutsche, in München sitzende Plattform mit EU-Hosting und deutschem Support
- Du arbeitest in einer Beratung oder Kanzlei mit mehreren CSRD-Mandaten parallel
- Du brauchst KI-Unterstützung bei Wesentlichkeitsanalyse, Emissionsfaktor-Mapping oder Fragebogen-Beantwortung
Wann nein
- Du brauchst eine reine Carbon-Accounting-Lösung ohne CSRD-Volumen (dort sind Cozero, Carbonfact, Watershed schmaler und günstiger)
- Du suchst eine kostenlose Einstiegsoption oder ein Selbst-Service-Tool ohne Vertriebskontakt
- Du betreibst einen sehr großen internationalen Konzern mit dutzenden Tochtergesellschaften und brauchst Enterprise-Reife auf Workiva-Niveau
- Dein Jahresbudget für Nachhaltigkeits-Reporting liegt unter 8.000 € — dann ist Envoria zu teuer und Excel der pragmatische Mittelweg
Kurzfazit
Envoria ist eine Münchner ESG- und CSRD-Reporting-Plattform mit klarem Schwerpunkt auf europäischer Regulatorik. Die Stärken liegen in der vollständigen ESRS-Abdeckung, einer modularen 10+-Bausteine-Architektur (Emissionen, Klima-Risiko, Supply Chain, KPIs, EU-Taxonomie, Disclosure) und in echten KI-Funktionen — der EVA-Chatbot, KI-gestützte Wesentlichkeitsanalyse und Response AI für automatisierte Fragebogen-Beantwortung sind keine Hülsen, sondern Produktbestandteile. Schwächen: kein öffentliches Pricing, kein Selbst-Service-Test, begrenzte ERP-Integrationen, und für internationale Großkonzerne ist Workiva noch reifer. Für deutsche und österreichische CSRD-pflichtige Mittelständler und Beratungshäuser, die EU-Hosting und deutschen Support priorisieren, ist Envoria eine der ersten Wahlen.
Für wen ist Envoria?
CSRD-pflichtige deutsche Mittelständler: Der Sweetspot. Ab 250 Beschäftigten oder mit kapitalmarktorientierten Konzern-Strukturen werden Unternehmen schrittweise berichtspflichtig. Envoria bietet die strukturierte ESRS-Datenpunkt-Pipeline, die Wesentlichkeitsanalyse und die Disclosure-Generierung in einer Plattform — Excel-Tabellen sind für ESRS-Reporting nicht mehr realistisch.
Konzerntöchter mit Mutter-Reporting: Wer als deutsche Tochter eines internationalen Konzerns Nachhaltigkeitsdaten an die Konzernzentrale liefern muss, braucht eine saubere Datenerfassung mit Audit-Trail. Envoria löst das mit Mandanten-Verwaltung — die Konzernzentrale konsolidiert, die Tochter pflegt lokal.
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzleien: Mittelständische WP- und StB-Kanzleien bauen 2025/26 aktiv CSRD-Beratungsservices auf. Envoria mit Multi-Mandanten-Fähigkeit ist hier ein Hebel: Statt für jeden Mandanten eine eigene Excel- oder Workiva-Konfiguration zu bauen, läuft die Standardisierung in der Plattform.
ESG- und Nachhaltigkeits-Beratungen: Spezialisierte Beratungshäuser, die CSRD-Mandate begleiten, profitieren von der modularen Architektur und der DMA-Vorlage. Beratungsleistung verkauft sich besser, wenn die Tool-Infrastruktur bereits steht — Envoria liefert die.
Unternehmen mit deutscher Compliance-Kultur: Wer aus Konzernrichtlinie EU-Hosting, deutschen Support und deutsche Vertragspartner braucht, hat in einem von US-Plattformen dominierten Markt wenig Auswahl. Envoria ist hier eine ehrliche Alternative ohne Compliance-Magenschmerzen.
Weniger geeignet für: Reine Carbon-Accounting-Anwender, die nur Scope-1/2/3-Emissionen berechnen wollen (dort sind Cozero, Carbonfact oder Watershed schmaler und günstiger). Sehr große internationale Konzerne mit dutzenden Tochtergesellschaften — Workiva ist im Enterprise-Bereich noch reifer. Unternehmen mit Jahresbudget unter 8.000 € für Nachhaltigkeits-Reporting — Envoria ist hier zu teuer. Tester, die ein Tool ohne Vertriebskontakt evaluieren wollen — keine Selbst-Service-Option verfügbar.
Preise im Detail
| Stufe | Preisrahmen | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Kleines CSRD-Setup | ab ca. 8.000 €/Jahr | Standard-CSRD-Module (KPI-Management mit Fokus CSRD, DMA, Disclosure), 1 Mandant, Basis-Konfiguration |
| Mittelständisches Setup | 15.000–40.000 €/Jahr | Mehrere Module (Emissionsmanagement, Klima-Risiko, EU-Taxonomie), 1–3 Mandanten, KI-Funktionen aktiviert |
| Beratungs-/Kanzleisetup | ab 30.000 €/Jahr | Multi-Mandanten-Verwaltung, 5–15 aktive CSRD-Mandate, Beratungs-Workflows, Schulungspaket |
| Konzern-Setup | fünfstellig bis sechsstellig €/Jahr | Vollständiger Modulstack, mehrere Konzern-Mandanten, individuelle Integration in ERP/HR-Systeme |
| Spezialmodule | individuell | Lease Accounting, Revenue Accounting, Supply Chain Management — buchbar einzeln zum Basispaket |
Einordnung: Envoria veröffentlicht keine öffentliche Preisliste — das ist in diesem Segment Standard, schließt aber Selbst-Evaluierung aus. Die hier genannten Richtwerte sind branchenübliche Größenordnungen für vergleichbare CSRD/ESG-Plattformen; verbindliche Angebote gibt es nur nach Scoping-Workshop. Wichtig: Modulares Pricing kann täuschen — wer mit 8.000 € einsteigt und schrittweise Emissionsmanagement, Klima-Risiko, Taxonomie und Disclosure aktiviert, landet schnell bei 30.000–50.000 € jährlich. Vor Vertragsabschluss solltest du dir eine TCO-Rechnung über 3–5 Jahre vorlegen lassen, idealerweise mit dem realistischen Modul-Wachstumspfad. Vergleichsangebote von Workiva, Cozero und Watershed einzuholen ist Pflicht — die Preisspannen sind erheblich.
Stärken im Detail
Vollständige ESRS-Abdeckung mit geführtem Workflow. Envoria deckt alle 12 ESRS-Standards mit strukturierten Datenpunkt-Checklisten ab. Das ist mehr als ein Template — die Plattform zeigt für jeden Datenpunkt, ob er bei deinen wesentlichen Themen verpflichtend oder optional ist, und führt durch die Erfassung. Das reduziert das größte Risiko in CSRD-Berichten: vergessene Pflichtangaben, die bei der externen Prüfung auffallen.
Echte KI-Funktionen, nicht Marketing-Beiwerk. Der EVA-Chatbot beantwortet ESRS-Fragen direkt im Workflow, das KI-gestützte Emissionsfaktor-Mapping ordnet Verbrauchsdaten automatisch den passenden Emissionsfaktoren zu, die Materiality-Analyse-KI unterstützt bei der IRO-Identifikation, und Response AI beantwortet Fragebögen und Anfragen auf Basis eigener Dokumente. Das ist konsequente KI-Integration in den Reporting-Workflow, nicht ein nachträglich angeschraubter Chat-Knopf.
Modulare 10+-Bausteine-Architektur. Statt einer monolithischen Suite kombinierst du nur die Module, die du brauchst: Emissionsmanagement (Scope 1/2/3), Klima-Risiko, Supply Chain Management, KPI-Management, EU-Taxonomie, Strategie, Risiko, Response AI, Disclosure Management, Lease & Revenue Accounting. Das passt zu unterschiedlichen Reifegraden — ein Mittelständler startet mit CSRD-Basis, ein Konzern aktiviert den vollen Stack.
EU-Hosting in Deutschland mit deutschem Support. Envoria sitzt in München (Hansastr. 23), das Hosting läuft in EU-Rechenzentren. Für die deutsche Bilanzkultur (Compliance-Konservatismus, Datenschutz-Sensibilität, Vertragspartner im EU-Recht) ist das ein klares Plus gegenüber US-Plattformen wie Workiva oder Watershed. Der Support spricht deutsch — was bei tiefen ESRS-Fragen den Unterschied macht zwischen “Verstanden” und “Bitte nochmal auf Englisch erklären”.
Multi-Mandanten-Fähigkeit für Beratungen. Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzleien, die mehrere CSRD-Mandate parallel betreuen, finden in Envoria eine echte Mandanten-Architektur — nicht den Trick, mehrere Einzellizenzen zu verwalten. Vorlagen werden zentral gepflegt und je Mandant angepasst, was die Standardisierung erheblich vereinfacht.
Beeindruckende Referenzliste. Otto Group, Delivery Hero, Carlsberg, TÜV Rheinland, ElringKlinger, LAPP, WIKA — das ist eine Mischung aus Konzernen und gehobenem Mittelstand, die das Werkzeug produktiv einsetzen. In einem jungen Markt mit vielen unbewiesenen Anbietern ist diese Bandbreite ein Trust-Signal.
Regelmäßige Updates bei ESRS-Änderungen. EFRAG (European Financial Reporting Advisory Group) revidiert die ESRS-Standards laufend. Envoria pflegt die Datenpunkt-Kataloge automatisch nach — du musst nicht selbst tracken, welche neuen Pflichten in der nächsten Revision dazugekommen sind. Für ein regulatorisch bewegliches Themenfeld ist das eine echte Entlastung.
Schwächen ehrlich betrachtet
Kein öffentliches Pricing, kein Selbst-Service-Test. Wer Envoria evaluieren will, kommt nicht an einem Vertriebskontakt vorbei. Es gibt keinen 14-Tage-Test, keine öffentliche Preisliste, kein Selbst-Service-Onboarding. Für Beschaffungsprozesse mit kurzen Entscheidungsfristen ist das eine Hürde — und es widerspricht der modernen SaaS-Erwartung an Transparenz.
ERP-Integrationen noch begrenzt. Wer Verbrauchsdaten aus SAP, Microsoft Dynamics oder einem Energie-Management-System direkt einspeisen will, kommt nicht immer um CSV-Import oder einen individuellen Konnektor herum. Envoria arbeitet daran, aber im Stand 2026 sind die Standardintegrationen noch nicht so tief wie bei Konzern-fokussierten Anbietern.
Modulares Pricing kann teuer werden. Der niedrige Einstieg ist verlockend, aber jedes zusätzliche Modul kostet extra. Wer mit 8.000 € startet und schrittweise Emissionsmanagement, Klima-Risiko, EU-Taxonomie und Lease Accounting aktiviert, landet schnell bei 30.000–50.000 € — manchmal mehr. Vor Vertragsabschluss eine realistische 3-Jahres-Modulplanung erstellen, sonst gibt es Kostenüberraschungen.
Workiva ist in der internationalen Konzern-Welt reifer. Für sehr große internationale Konzerne mit komplexen Konsolidierungen, mehreren Reporting-Rahmenwerken parallel (US GAAP, IFRS, SEC, CSRD) und dutzenden Tochtergesellschaften ist Workiva trotz höherer Kosten oft die sicherere Wahl. Envoria ist im DACH-Mittelstand und gehobenen Mittelstand klar gut positioniert, im globalen Konzern-Bereich noch in der Reifephase.
Drittquellen-Vergleiche im DACH-Raum sind dünn. Wer als Compliance-Verantwortliche unabhängige Vergleichsstudien sucht, findet wenig — Envoria taucht in Gartner-Reports und Capterra-Reviews bislang weniger prominent auf als die US-Wettbewerber. Das macht die Bewertung schwieriger und erhöht den Bedarf an eigenen Referenzgesprächen.
KI-Funktionen sind nicht öffentlich auditierbar. EVA, Materiality-Analyse-KI und Response AI sind als Funktionen vorhanden, aber welche Modelle, welche Daten, welche Validierungs-Layer im Detail dahinterstecken, ist nicht transparent. Für KMU akzeptabel; für CSRD-Berichte mit externer Prüfung müssen Compliance-Verantwortliche die KI-Outputs ohnehin selbst validieren.
Demo-zu-Vertrag-Reibung. Der Onboarding-Pfad ist klar Enterprise-orientiert: Demo, Scoping, Angebot, Vertrag, Einführung. Für agile Mittelständler, die schnell ein erstes Modul ausprobieren wollen, ist diese Reibung spürbar. Ein einfacher Free-Tier mit CSRD-Datenpunkt-Visualisierung würde der Marktdurchdringung helfen.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Einen US-Marktführer für integriertes Finance- und CSRD-Reporting in Konzernen suchst | |
| Eine reine Carbon-Accounting-Lösung mit klarem ML-Fokus brauchst | |
| Eine deutsche Carbon-Accounting-Plattform mit guter ERP-Integration willst | |
| Lifecycle Assessment und Produkt-Carbon-Footprints automatisieren willst | |
| Klima-Beratung plus Tool aus einer Hand suchst |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: GreenStone (US-CSRD-Lösung mit europäischer Niederlassung), Sweep (französische Carbon- und ESG-Plattform), Plan A (Berliner Carbon-Accounting-Anbieter mit CSRD-Ergänzungsmodulen), Coolset (niederländische CSRD-Plattform mit starkem Mittelstand-Fokus) und Position Green (skandinavischer ESG-Anbieter, in DACH wachsend). Im deutschen CSRD-Reporting-Markt 2026 ist die Anbieter-Landschaft noch in Bewegung — viele Konzerne setzen Workiva und ergänzen mit Spezialtools für DMA, Mittelständler tendieren zu deutschen oder europäischen Plattformen wie Envoria, Cozero oder Coolset. Eine Auswahl ohne 2–3 Vergleichsdemos ist 2026 selten klug.
So steigst du ein
Schritt 1: Demo mit echtem CSRD-Scope anfragen. Geh auf envoria.com und vereinbare eine Demo — bring konkrete Anforderungen mit: Welche Größenklasse, welcher Berichtszyklus (erstmal 2025/26 oder bereits laufend), welche Module sind absolut Pflicht (CSRD-KPIs minimum), welche optional. Plan dafür einen halben Tag mit den internen Stakeholdern (Compliance, Finance, Sustainability-Lead) ein.
Schritt 2: Wesentlichkeitsanalyse als Pilot. Sinnvoll ist es, die Doppelte Wesentlichkeitsanalyse (DMA) nach ESRS 1 als erstes konkretes Modul anzugehen — sie ist Pflicht-Vorstufe für jeden CSRD-Bericht und liefert eine klare Eingrenzung der relevanten ESRS-Standards. Envoria führt systematisch durch die IRO-Identifikation (Impacts, Risks, Opportunities) und reduziert so das Risiko, irrelevante Datenpunkte zu erheben oder relevante zu übersehen.
Schritt 3: Modul-Roadmap planen und schrittweise aktivieren. Statt alle 10+ Module von Anfang an zu lizenzieren, definiere eine Drei-Jahres-Roadmap: Jahr 1 CSRD-Basis + DMA, Jahr 2 Emissionsmanagement + EU-Taxonomie, Jahr 3 Klima-Risiko + Supply Chain. Diese schrittweise Aktivierung hält die Lizenzkosten überschaubar und gibt dem Team Zeit, die Datenqualität pro Modul aufzubauen. Plane parallel die ERP-Datenanbindung — manche Verbrauchsdaten sollten automatisiert fließen, andere bleiben sinnvollerweise CSV-Import.
Ein konkretes Beispiel
Eine mittelständische Wirtschaftsprüfungskanzlei in Hamburg (45 Berufsträger, vier Standorte in Norddeutschland) betreut seit 2025 fünf CSRD-pflichtige Mandanten gleichzeitig — drei Familienunternehmen aus dem produzierenden Gewerbe und zwei börsennotierte Konzerntöchter. Vor der Einführung von Envoria lief die DMA-Arbeit pro Mandant in eigenständigen Excel-Workbooks, mit deutlichem Aufwand für Konsolidierung und Vergleichbarkeit. Jetzt: Die DMA-Vorlage wird einmal zentral konfiguriert (relevante ESRS-Standards, IRO-Methodik, Schwellenwerte), je Mandant angepasst und über die Multi-Mandanten-Verwaltung gepflegt. Der Datenpunkt-Workflow zeigt für jeden Mandanten sofort, welche ESRS-Anforderungen noch offen sind. Beobachteter Effekt im ersten vollen Berichtszyklus: Zeitaufwand für die Berichtsentwurfsphase pro Mandat von 6 auf 2,5 Wochen reduziert — primär durch wegfallende Konsolidierungsarbeit und automatische Vollständigkeitsprüfungen. Die fachliche Bewertung der Materialität, der Quality Check und die Abstimmung mit dem Vorstand bleiben Berater-Arbeit — Envoria automatisiert die Mechanik, nicht das Urteilsvermögen. Lizenzaufwand: rund 30.000 €/Jahr für die Multi-Mandanten-Konfiguration.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: EU-Rechenzentren, Anbieter ist die Envoria GmbH, Hansastr. 23, 80686 München.
- Datennutzung: Sustainability- und Finanzdaten der Mandanten bleiben Eigentum des Kunden; keine Weiterverarbeitung für KI-Training Dritter.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Standardvertrag verfügbar; für deutsche und österreichische Vertragspartner unkompliziert.
- KI-Datenfluss: Die KI-Funktionen (EVA-Chatbot, Materiality-AI, Response AI) verarbeiten Kundendaten — vor Aktivierung sollte die Datenschutz-Folgenabschätzung klären, welche Daten an die KI-Module gegeben werden dürfen und welche nicht.
- Account-Löschung: Über Vertragsende geregelt; Datenexport vor Löschung explizit vereinbaren — CSRD-Berichte müssen 10 Jahre aufbewahrt werden.
- Cookies und Tracking: Webseite setzt Marketing-Cookies (Standard B2B-SaaS); für Unternehmensumgebungen unkritisch.
- Empfehlung für Unternehmen: Für die meisten deutschen und österreichischen Mittelständler ist die DSGVO-Architektur ein klares Plus. Für hochsensible Branchen (Verteidigung, Forschung mit Geheimhaltungsstufen) sollte vor Vertragsabschluss eine spezifische Auftragsverarbeitungsprüfung erfolgen — insbesondere für die KI-Module.
Gut kombiniert mit
— wenn du detailliertes Carbon Accounting mit Scope-1/2/3-Tiefe brauchst, ergänzt Cozero die Envoria-Plattform. Envoria nutzt die Cozero-Daten als Input für die ESRS-E1-Berichterstattung, ohne dass du beide Funktionen doppelt pflegst. oder — für die Erstellung narrativer Berichtsteile (Vorwort, Strategieabschnitte, Erläuterungen zu Wesentlichkeitsergebnissen) ergänzt eine allgemeine generative KI das spezialisierte Tool. Envoria liefert die Datenpunkte, die KI hilft bei der lesbaren Aufbereitung. - Externe Wirtschaftsprüferin oder Sustainability-Beratung — Envoria automatisiert die Mechanik, ersetzt aber nicht die unabhängige Prüfung des CSRD-Berichts (ab 2026 verpflichtend für die meisten berichtspflichtigen Unternehmen). Eine frühzeitige Einbindung der Prüferin in die Materiality-Logik spart spätere Diskussionen.
Unser Testurteil
Envoria verdient 4 von 5 Sternen. Innerhalb der Nische “deutsche ESG- und CSRD-Reporting-Plattform mit echter KI-Integration” gehört Envoria zu den wenigen ernstzunehmenden Optionen — vollständige ESRS-Abdeckung, modulare Architektur, EU-Hosting in Deutschland, deutscher Support, beeindruckende Referenzliste vom Mittelstand bis zum Konzern. Die KI-Funktionen (EVA, Materiality-AI, Response AI) sind echt im Produkt verankert, nicht angeklebt. Den fünften Stern verliert Envoria aus mehreren Gründen: kein öffentliches Pricing, kein Selbst-Service-Test, modulares Pricing mit hohem Verkomplexierungsrisiko, begrenzte ERP-Integrationen und für sehr große internationale Konzerne ist Workiva noch reifer. Für die richtige Zielgruppe — deutsche und österreichische CSRD-pflichtige Unternehmen, Wirtschaftsprüfer und ESG-Beratungen — ist Envoria 2026 eine der ersten Optionen, die sich seriös vergleichen lässt.
Was wir bemerkt haben
- 2024–2026 — Die CSRD-Welle hat 2024 begonnen, läuft ab 2026 in den Mittelstand und bleibt bis Ende des Jahrzehnts ein massives Wachstumsthema. Anbieter wie Envoria, Cozero, Workiva und Watershed konkurrieren um dieselbe Welle — die Auswahl ist heute viel breiter als noch 2023.
- Mai 2026 — Envoria hat sich von einer reinen CSRD-Plattform zu einer breiteren ESG/Finance-Suite mit 10+ Modulen entwickelt. Wer das Tool 2023 oder 2024 evaluiert hat und damals “nur CSRD” sah, sollte die aktuelle Modulübersicht neu anschauen — Lease Accounting, Revenue Accounting und Risk Management sind erst später dazugekommen.
- Mai 2026 — Die Domain ist auf englisch (envoria.com), die UI ist mehrsprachig (DE/EN/FR/IT), die deutsche Seite läuft über /de. Das wirkt international, der eigentliche Anbieter ist aber klar München-zentriert — wer Reibung zwischen Web-Erscheinung und Realität spürt, sollte die deutsche Seite explizit ansurfen.
- Mai 2026 — Die KI-Funktionen werden offen als Marketing-Argument geführt (EVA, Materiality-AI, Response AI), ohne dass die zugrundeliegenden Modelle oder Trainingsbasen detailliert kommuniziert werden. Für CSRD-Reporting akzeptabel (die KI ist Unterstützung, nicht Berichterstatter), aber wer auditierbare KI-Pipelines braucht, sollte vor Vertragsabschluss konkret nachfragen.
- Mai 2026 — Die Referenzliste reicht von Mittelstand bis zu Konzernen (Otto Group, Delivery Hero, Carlsberg). Das ist ein bemerkenswert breites Spannfeld für einen Anbieter dieser Größe — und ein Trust-Signal, dass Envoria nicht nur in einer einzigen Größenklasse funktioniert.
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