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Dimensions

Digital Science

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Forschungsdatenbank von Digital Science (Holtzbrinck), die Publikationen, Förderprojekte, Patente und klinische Studien in einer Plattform verbindet. Mit Dimensions Research GPT und integriertem AI Assistant lassen sich die Datenbestände in natürlicher Sprache abfragen, der direkte Konkurrent zu Scopus und Web of Science mit klarer KI-Strategie.

Kosten: Dimensions Free kostenlos (Publikationssuche). Vollzugriff (Grants, Patents, Clinical Trials, Analytics) nur über Institutional-Lizenz auf Anfrage, typisch ab ca. 3.000 €/Jahr. Dimensions Research GPT kostenlos im ChatGPT-Store.

Kategorien

Stärken

  • Einzige Plattform, die Publikationen, Grants, Patente und klinische Studien in einem Datenmodell verknüpft
  • Dimensions Research GPT (kostenlos im ChatGPT-Store) liefert KI-Antworten mit echten Quellenlinks aus der Datenbank
  • Größte indexierte Publikationsbasis im Vergleich zu Scopus und Web of Science (164 Mio. Publikationen, Stand Juli 2025)
  • Open API für Python/R, Rohdaten über Google BigQuery für eigene Analytics-Pipelines
  • Dimensions Free ist ohne Login nutzbar, niedrige Einstiegshürde für erste Tests

Einschränkungen

  • Vollversion nur als Institutional-Lizenz, keine transparente Preisliste, keine Pro-Lizenz für Einzelnutzer
  • Datenhaltung global (Google Cloud / BigQuery), kein dezidiertes EU-Hosting-Versprechen wie bei OpenAlex
  • Research GPT läuft über OpenAI / ChatGPT, Anfragen verlassen den Dimensions-Stack
  • Kleinere Nutzer-Community und weniger Drittanbieter-Integrationen als Scopus oder Web of Science
  • Keine deutschsprachige Oberfläche, kein deutschsprachiger Support

Passt gut zu

Forschungseinrichtungen mit Bedarf an Publikations- und Förder-Mapping Tech-Transfer-Büros, die Patente und Publikationen verknüpfen müssen Pharma-R&D mit Fokus auf klinische Studien und Förderlandschaft Strategieabteilungen für Forschungslandschafts-Analysen und Förder-Scouting

Kurzfazit

Dimensions ist die breiteste Forschungsdatenbank am Markt: Publikationen, Förderprojekte, Patente, klinische Studien und Policy-Dokumente werden in einem Datenmodell verknüpft, eine Kombination, die weder Scopus noch Web of Science in dieser Tiefe bieten. Die KI-Schicht (Dimensions Research GPT, AI Assistant) übersetzt natürliche Sprache in Datenbankabfragen und liefert Antworten mit Quellenlinks. Das Problem: Vollzugriff gibt es ausschließlich über Institutional-Lizenzen ohne Listenpreis, und das Hosting liegt global auf Google Cloud, für strenge DSGVO-Anforderungen kein optimales Profil. Drei von fünf Sternen, weil die Datenbreite unbestritten ist, der Marktpreis aber intransparent bleibt.

Für wen ist Dimensions?

Forschungseinrichtungen & Universitäten: Wer Publikationsleistung gegen Förderbudgets benchmarken will (Bibliometrie, Drittmittel-Performance, Kooperationsanalysen), bekommt mit Dimensions die einzige Plattform, die diese Daten nativ verknüpft. Insbesondere für Forschungsstrategie-Abteilungen, die ihre Institution gegen Peer-Universitäten positionieren müssen.

Tech-Transfer-Büros: Die Verknüpfung von Patenten, Publikationen und Erfindern in einer Suche ist das Killer-Feature. Wer zu einer Erfindung den passenden Stand der Technik plus Förderhistorie plus klinische Anwendung in einem Workflow erfassen muss, spart hier echte Stunden gegenüber Scopus + Espacenet + ClinicalTrials.gov nebeneinander.

Pharma-R&D & Life Sciences: Die 938.000 indexierten klinischen Studien plus die Verknüpfung zu Publikationen und Förderern macht Dimensions zur naheliegenden Wahl für Competitive Intelligence in der Wirkstoffforschung.

Forschungsförderer & Policy-Analyst:innen: Die Grant-Daten umfassen Förderprogramme weltweit (ERC, DFG, NIH, NSF und viele mehr). Wer Förderlandschaften analysiert oder Programmwirkung evaluiert, findet hier Datentiefe, die Scopus nicht liefert.

Weniger geeignet für: Einzelforschende ohne institutionellen Zugang (keine Pro-Lizenz auf Personenbasis), Studierende für Standard-Literaturrecherche (dafür reichen Semantic Scholar oder OpenAlex kostenlos), Teams mit hartem EU-Hosting-Mandat (DSGVO-Maximalisten greifen besser zu OpenAlex), und alle, die einen modernen KI-Recherche-Assistenten suchen, dafür ist Elicit die deutlich rundere Lösung.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Dimensions Free0 €Suche und Lesezugriff auf den Publikationsindex (ohne Grants, Patente, Clinical Trials), kein Login nötig
Dimensions Research GPT0 €ChatGPT-Plugin im OpenAI Store, durchsucht Open-Access-Publikationen mit Quellenlinks
Dimensions Plus / AnalyticsAuf AnfrageVollzugriff auf alle Datenkategorien, Export, API, Analytics-Dashboards, nur als Institutional-Lizenz
Dimensions on Google BigQueryAuf AnfrageRohdaten als BigQuery-Dataset für eigene Analytics-Pipelines
API & CustomAuf AnfrageAPI-Zugriff für Verlage, Förderer, Großunternehmen, individuelle Volumenpreise

Einordnung: Die kostenlose Variante ist deutlich brauchbarer als bei vielen Konkurrenten, Publikationssuche ohne Login funktioniert sofort. Sobald du aber Grants, Patente oder Analytics brauchst, kommst du nicht um den Vertrieb herum. Realistische Hausnummern für Universitätslizenzen liegen je nach Größe und Modulen bei mittleren vier- bis fünfstelligen Eurobeträgen pro Jahr, vergleichbar mit Scopus, eher günstiger als Web of Science. Wer eine konkrete Zahl braucht, muss ein Demo-Quote anfordern; Listenpreise gibt es nicht.

Stärken im Detail

Verknüpfte Datenmodelle sind das eigentliche Produkt. Andere Datenbanken bieten Publikationen oder Patente oder Grants. Dimensions verknüpft alles in einem Graph: Eine Publikation hängt am Förderprojekt, das hängt am Förderer, der finanziert auch Patent X derselben Arbeitsgruppe. Diese Verknüpfungen lassen sich in Sekunden aufrufen, das ist mit Scopus + Espacenet + GEPRIS nebeneinander nicht reproduzierbar.

Dimensions Research GPT ist eine ehrliche KI-Implementierung. Statt eine eigene wackelige Chatbot-Schicht zu bauen, hat Digital Science einen offiziellen Custom-GPT im ChatGPT-Store veröffentlicht. Die Antworten sind in echten Open-Access-Publikationen geerdet, jede Aussage verlinkt auf die Detailseite in Dimensions. Kostenlos für jeden ChatGPT-Plus-Nutzer, pragmatischer geht es kaum. Der integrierte AI Assistant in der Web-App geht einen Schritt weiter: Er übersetzt natürliche Sprache in strukturierte Dimensions-Suchanfragen direkt im Tool.

164 Millionen Publikationen sind die größte Indexbasis am Markt. Scopus liegt bei etwa 95 Mio., Web of Science bei rund 90 Mio. Dimensions deckt mehr graue Literatur, mehr Konferenzpaper und mehr internationale Quellen ab. Für Themen außerhalb des Mainstreams (Tropenmedizin, Geisteswissenschaften, regionale Forschung) macht das einen messbaren Unterschied.

Open API und BigQuery-Zugang für Analytics-Teams. Wer Bibliometrie ernst betreibt, eigene Indikatoren rechnet, mit institutionellen CRIS-Systemen abgleicht, Dashboards baut, bekommt mit dem BigQuery-Dataset Rohdaten, mit denen man arbeiten kann. Das ist auf Scopus-Niveau und besser als bei den meisten regionalen Anbietern.

Schwächen ehrlich betrachtet

Intransparente Preise sind ein Vertrauensproblem. Es gibt keine Listenpreise, keine Self-Service-Lizenzen, kein “Klick und buch’s”-Modell. Jede Beschaffung läuft über Sales-Calls und individuelle Verhandlungen. Für kleinere Institutionen oder Tech-Transfer-Büros mit begrenztem Budget ist das eine echte Hürde, und fördert das Gefühl, dass der ausgehandelte Preis stark vom Verhandlungsgeschick abhängt.

Hosting ist global, nicht EU-zentriert. Dimensions läuft im Wesentlichen auf Google Cloud (BigQuery wird offen so kommuniziert). Es gibt kein explizites EU-only-Hosting-Versprechen wie bei OpenAlex (gemeinnützig, transparente Infrastruktur). Für Forschungseinrichtungen mit strikter DSGVO- oder Data-Sovereignty-Policy ist das prüfungsbedürftig, gerade wenn sensible Forschungsdaten oder personenbezogene Auswertungen ins Spiel kommen.

Research GPT geht den Umweg über OpenAI. Das KI-Flaggschiff lebt im ChatGPT-Store. Damit verlassen Nutzeranfragen den Dimensions-Stack und werden über OpenAI verarbeitet, was bei vertraulichen Forschungsfragen ein Thema ist. Dimensions kommuniziert das transparent, aber wer ein End-to-End-EU-Setup will, bekommt es hier nicht.

Kleinere Drittanbieter-Community als Scopus. Reference-Manager, CRIS-Systeme, Forschungsinformations-Plattformen integrieren standardmäßig Scopus oder Web of Science. Dimensions wird zwar zunehmend unterstützt (z. B. in Pure, Symplectic), aber die Auswahl ist enger. Wenn dein bestehendes Toolset auf Scopus optimiert ist, bedeutet ein Wechsel echte Migrationsarbeit.

Keine deutsche Oberfläche, kein deutscher Support. Bedienung, Dokumentation und Sales-Kommunikation laufen englisch. Für deutsche Universitäten und Bibliotheken kein Showstopper, aber spürbar im Vergleich zu Anbietern mit lokalen Vertretungen.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine etablierte, breit integrierte Bibliometrie-Datenbank willstScopus
Eine kostenlose, vollständig offene Forschungsdatenbank suchstOpenAlex
Wissenschaftliche Literatur mit KI-Recherche-Assistent durchsuchen willstSemantic Scholar
Forschungsfragen systematisch mit KI beantworten willst (Systematic Reviews)Elicit
Zitierkontext und kritische Bewertung von Studien brauchstScite

Dimensions ist der Allrounder unter den Forschungsdatenbanken, und der einzige Anbieter, der Publikationen, Grants, Patente und klinische Studien wirklich in einem Tool verheiratet. Wer nur Publikationen sucht, kommt mit OpenAlex oder Semantic Scholar günstiger und transparenter weg. Wer Standard-Bibliometrie für Förderanträge braucht, ist mit Scopus oft schneller integriert. Dimensions verdient seinen Platz, sobald die Verknüpfungen wirklich gebraucht werden.

So steigst du ein

Schritt 1: Öffne app.dimensions.ai ohne Login. Du landest direkt in der Publikationssuche und kannst die kostenlose Variante uneingeschränkt testen. Suche nach einem Forschungsthema, das du gut kennst, so erkennst du Lücken oder Stärken im Index am schnellsten.

Schritt 2: Probiere Dimensions Research GPT im ChatGPT-Store (Suche: „Dimensions Research GPT”). Stelle eine Forschungsfrage in natürlicher Sprache, etwa „Welche europäischen Förderprojekte zu KI in der Radiologie liefen 2024?”, und prüfe die zurückgegebenen Quellenlinks. Das ist der schnellste Weg, die Tiefe des Index zu verstehen, ohne eine Lizenz zu beschaffen.

Schritt 3: Wenn die Datentiefe trägt: Demo-Quote bei Digital Science anfordern. Komm mit konkreten Use Cases (z. B. „Förderportfolio-Analyse für 1.500 PIs”, „Patent-Publikations-Mapping für Tech-Transfer”) und fordere ein Pilotprojekt mit deinen eigenen Daten. Erst dann lohnt sich eine seriöse Preisverhandlung.

Ein konkretes Beispiel

Das Tech-Transfer-Büro einer technischen Universität in Süddeutschland nutzt Dimensions, um vor jedem Patentanmeldungsgespräch ein 360-Grad-Profil zu erstellen: Welche Publikationen hat die Erfinder-Arbeitsgruppe in den letzten fünf Jahren veröffentlicht? Welche Grants haben sie eingeworben? Gibt es bereits verwandte Patente, eigene oder fremde? Welche Kooperationspartner tauchen wiederholt auf? Was früher zwei Tage manuelle Recherche in Scopus, Espacenet und GEPRIS bedeutete, dauert in Dimensions etwa 20 Minuten. Den AI Assistant nutzt das Team für die Vorab-Triage: „Zeig mir alle Patente in diesem Themenfeld der letzten drei Jahre, die mit DFG-geförderten Publikationen verbunden sind.” Die Ergebnisse werden als CSV exportiert und im internen IP-Management-System weiterverarbeitet.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhaltung: Global, primär Google Cloud Infrastruktur (BigQuery wird vom Anbieter offen kommuniziert). Kein dezidiertes EU-only-Hosting-Versprechen.
  • Anbieter: Digital Science & Research Solutions Ltd. (UK), gehört zur Holtzbrinck Publishing Group (Stuttgart). EU/UK-Konzernmutter, operative Cloud aber global.
  • Datennutzung: Nutzungsdaten der Web-App fließen in Produktverbesserung. Inhalte der durchsuchten Datenbank sind selbst öffentlich (Publikationen, Grants etc.), die DSGVO-Frage betrifft also vor allem das Nutzungsprofil.
  • Research GPT: Läuft über OpenAI / ChatGPT. Anfragen unterliegen den OpenAI-Bedingungen, keine Eingabe von vertraulichen oder personenbezogenen Daten.
  • AVV: Für Institutional-Lizenzen verfügbar. Bei der Beschaffung explizit anfordern und die Ausgestaltung (insbesondere Subverarbeiter, Drittlandtransfer) prüfen lassen.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für reine Recherche auf öffentlichen Daten unkritisch. Für Forschungsstrategie-Auswertungen mit personenbezogenen Bezügen (z. B. PI-Profile, interne Bewertungen) AVV und Drittlandtransfer-Folgenabschätzung mit dem Datenschutzbeauftragten klären.

Gut kombiniert mit

  • OpenAlex, als unabhängige, kostenlose Validierungsquelle für Bibliometrie-Zahlen. Wenn Dimensions und OpenAlex bei einer Kennzahl deutlich auseinanderliegen, lohnt der zweite Blick.
  • Elicit, für die nachgelagerte tiefe KI-Recherche an konkreten Forschungsfragen. Dimensions liefert das Korpus und die Förderdaten, Elicit extrahiert Methodik, Ergebnisse und Limitationen aus den Volltexten.
  • Connected Papers, wenn aus einer Dimensions-Trefferliste ein einzelnes Schlüsselpapier herausgefiltert wurde, visualisiert Connected Papers schnell den Zitations-Cluster drumherum.

Unser Testurteil

Dimensions verdient drei von fünf Sternen. Die Datenbreite ist unbestritten konkurrenzlos, kein anderer Anbieter verheiratet Publikationen, Grants, Patente und klinische Studien so sauber. Dimensions Research GPT zeigt, dass Digital Science die KI-Welle ernst nimmt und pragmatisch umsetzt: Lieber ein offizieller Custom-GPT mit echten Quellen als eine eigene halbgare Chat-Oberfläche. Sterne kostet das intransparente Preismodell ohne Self-Service-Option, das fehlende EU-Hosting-Versprechen, die Abhängigkeit von OpenAI für die KI-Schicht und die im Vergleich zu Scopus dünnere Drittanbieter-Integration. Für Tech-Transfer-Büros, Pharma-R&D und forschungsstrategische Abteilungen mit Budget bleibt Dimensions trotzdem die naheliegende Wahl, für alle anderen sind OpenAlex oder Semantic Scholar der bessere Startpunkt.

Was wir bemerkt haben

  • 2024, Digital Science hat Dimensions Research GPT als kostenlosen Custom-GPT im ChatGPT-Store veröffentlicht. Bemerkenswert pragmatisch: Statt einer eigenen Chat-UI haben sie OpenAIs Plattform für die Distribution genutzt und die Antworten in echten Open-Access-Publikationen geerdet, inklusive klickbarer Quellenlinks. Wer einen schnellen Eindruck der KI-Strategie will, bekommt ihn dort kostenlos.
  • 2024–2025, Der AI Assistant wurde direkt in die Web-App integriert. Statt nur die Filtermasken zu bedienen, lassen sich Anfragen jetzt in natürlicher Sprache stellen, die das Tool in strukturierte Suchen übersetzt. Damit zieht Dimensions mit modernen KI-Recherche-Plattformen wie Elicit gleich, ohne die klassische Datenbank-Ergonomie aufzugeben.
  • Juli 2025, Indexstand öffentlich kommuniziert: 164 Mio. Publikationen, 8,1 Mio. Grants, 170 Mio. Patente, 938.000 klinische Studien, 42 Mio. Datensätze, 2,5 Mio. Policy-Dokumente. Zahlen, die Scopus und Web of Science bei Publikationen klar überholen, vor allem im Bereich graue Literatur und nicht-englischsprachige Quellen.
  • Anhaltend, Keine öffentliche Preisliste. Wer Listenpreise erwartet wie bei modernen SaaS-Tools, wird enttäuscht, das Modell bleibt klassisch institutional-vertrieblich, mit allem Aufwand und allen Verhandlungsspielräumen.

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Arthur Atlas

KI-Analyst

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