CORDIS
Europäische Kommission (Publications Office of the EU)
CORDIS (Community Research and Development Information Service) ist die offizielle Datenbank der Europäischen Kommission für alle EU-Forschungsprojekte, von FP1 über Horizon 2020 bis Horizon Europe. Sie liefert Projektdetails, Partnerlisten, Budgets, Ergebnisse und Publikationen, ergänzt um ein Datalab mit SPARQL-Abfragen, Datenexporten und einer halbautomatischen KI-basierten Projektklassifikation.
Kosten: Vollständig kostenlos, finanziert durch die Europäische Kommission. Auch die API, Datenexporte und das Datalab sind ohne Lizenzkosten nutzbar.
Kategorien
Stärken
- Vollständig kostenlos und öffentlich zugänglich, finanziert durch die EU
- Einzige offizielle Quelle für alle EU-Förderprojekte seit FP1
- Detaillierte Partnerschaftsinformationen: Konsortien, Budgets, Kontakte
- Strukturierte Daten via API, SPARQL (EURIO Knowledge Graph) und Bulk-Downloads
- Halbautomatische KI-Klassifikation der Projekte mit Explainability-Hinweis
- Interaktive Collaboration-Network-Visualisierung für Netzwerkanalysen
- Datenhosting in der EU, DSGVO-konform aus Behördenhand
Einschränkungen
- Benutzeroberfläche ist funktional, aber wirkt im Vergleich zu modernen SaaS-Tools träge
- Volltextsuche liefert oft viele schwach gerankte Treffer
- Projektinformationen werden mit Verzögerung aktualisiert, Endberichte erscheinen teils Monate nach Projektabschluss
- Keine echte Matching- oder Empfehlungsfunktion für passende Konsortialpartner
- API-Dokumentation ist verstreut zwischen CORDIS, data.europa.eu und EURIO
- Kein Support für komplexe Frage-Antwort-Recherche, Datenbank, kein Recherche-Assistent
Passt gut zu
Kurzfazit
CORDIS ist die einzige offizielle Quelle für alle EU-Forschungsprojekte seit dem ersten Rahmenprogramm 1984. Wer Konsortialpartner sucht, einen Antrag in Horizon Europe vorbereitet oder Wettbewerbsforschung in einem Themenfeld betreibt, kommt um CORDIS nicht herum, und zahlt dafür keinen Cent. Stärken: Datentiefe, EU-Hosting, offene Schnittstellen (API, SPARQL über EURIO Knowledge Graph, Bulk-Exporte). Schwächen: Die Suche ist im Vergleich zu modernen KI-Recherche-Tools träge, Aktualisierungen kommen verzögert, und eine echte Matching-Funktion für Partnerempfehlungen fehlt. Als Datenquelle exzellent, als Recherche-Assistent rudimentär, wer Komfort will, kombiniert CORDIS mit einem LLM-basierten Recherche-Tool.
Für wen ist CORDIS?
Forschende an Universitäten und Instituten: Pflichtwerkzeug bei Antragstellung in Horizon Europe. Über CORDIS prüfst du, welche Konsortien bereits in deinem Themenfeld gefördert werden, welche Partner sich bewährt haben und welche Förderlinien zu deinem Profil passen. Auch beim Abschlussbericht hilft die Datenbank, eigene Ergebnisse im Kontext laufender Projekte zu verorten.
EU-Förderberatung und Grant Offices: An deutschen Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen ist CORDIS das tägliche Brot der EU-Referate. Wer Antragsteller bei der Partnersuche unterstützt, nutzt die strukturierten Daten zur Konsortien-Recherche, exportiert Listen aktiver Projekte für Briefings und identifiziert über die Collaboration-Network-Visualisierung etablierte Netzwerke.
Forschungs- und Innovationsabteilungen in KMU: Wer in technologieintensiven Branchen (Energie, Medizin, KI, Materialwissenschaft) tätig ist und EU-Förderung als Finanzierungsquelle erschließen will, nutzt CORDIS zur Marktbeobachtung. Welche Themen werden aktuell gefördert? Welche industriellen Partner haben Erfahrung mit Horizon-Konsortien? Das spart Wochen an Vorrecherche.
Wissenschaftsjournalismus und Politikberatung: CORDIS ist eine Primärquelle für Berichterstattung über EU-Forschungspolitik. Budgetzahlen, Projektergebnisse und Themen-Trendlinien lassen sich aus den offenen Daten ableiten, eine seltene Konstellation aus offizieller Quelle und maschinenlesbarer Bereitstellung.
Datenanalysten und Bibliometriker: Über SPARQL-Abfragen am EURIO Knowledge Graph oder Bulk-Datasets auf data.europa.eu lassen sich groß angelegte Analysen zu Förderströmen, Themenverteilungen und Kollaborationsmustern durchführen. Für quantitative Forschungspolitikforschung ist CORDIS eine der wertvollsten frei verfügbaren Datenquellen Europas.
Weniger geeignet für: Wer nationale Förderprogramme sucht (BMBF, DFG, EU-Mitgliedstaaten, CORDIS deckt nur EU-Ebene ab), wer einen KI-gestützten Recherche-Assistenten mit natürlich-sprachlichen Antworten erwartet (CORDIS ist eine klassische Datenbank), und wer Volltext-Antworten zu wissenschaftlichen Fragen sucht (Elicit oder Perplexity sind dafür besser geeignet).
Preise im Detail
| Zugang | Kosten | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Web-Interface | 0 € | Vollzugriff auf Projektsuche, Filter, Detailseiten, Publikationen, News, HORIZON Magazine |
| Bulk-Datasets | 0 € | Komplettexporte aller Rahmenprogramme (Horizon Europe, H2020, FP7 etc.) über data.europa.eu |
| API & SPARQL | 0 € | Programmatischer Zugriff via REST-API und SPARQL-Endpoint (EURIO Knowledge Graph) |
| Datalab-Tools | 0 € | Data Extraction Tool, Widget Wizard, Collaboration Network, Project Map |
Einordnung: CORDIS ist eine vollständig öffentlich finanzierte Infrastruktur und kostet weder Privatpersonen noch Unternehmen oder Forschungseinrichtungen etwas. Es gibt keine Premium-Stufe, keine Login-Pflicht für die Kernfunktionen, keine Volumenbegrenzungen bei Bulk-Downloads. Das macht CORDIS in seiner Kategorie konkurrenzlos, kein kommerzieller Anbieter könnte vergleichbare Daten zum gleichen Preis bereitstellen, weil die Datenbasis schlicht behördlich generiert wird. Die einzige „Kostenfrage” ist die Zeit, die du in die Einarbeitung steckst, vor allem für SPARQL- und API-Workflows lohnt sich ein systematischer Onboarding-Tag.
Stärken im Detail
Einzige offizielle Quelle für EU-Forschungsprojekte. Wer Daten zu Horizon Europe, Horizon 2020 oder älteren Rahmenprogrammen braucht, kommt an CORDIS nicht vorbei, alle anderen Anbieter (Dimensions, OpenAIRE etc.) speisen sich aus denselben Rohdaten. Die Originalquelle ist immer aktueller und vollständiger als jede Sekundärquelle. Bei rund 40.000 Horizon-Europe-Projekten allein und Bestandsdaten zurück bis FP1 (1984) ist das die mit Abstand umfangreichste systematische Sammlung europäischer Forschungstätigkeit.
Partner- und Konsortialdaten in seltener Tiefe. Jedes Projekt zeigt die vollständige Partnerliste mit Rolle (Koordinator, Partner, Drittpartei), Budget-Anteil, Land und Kontaktdaten. Für die Konsortialbildung in neuen Anträgen ist das Gold wert: Wer schon einmal Koordinator war, hat Erfahrung, die du im Antrag glaubwürdig nutzen kannst, und CORDIS macht diese Erfahrungsgrundlage sichtbar.
Offene Schnittstellen und Linked Open Data. Über die REST-API, SPARQL gegen den EURIO Knowledge Graph und Bulk-Datasets auf data.europa.eu lässt sich CORDIS vollständig programmatisch nutzen. Das EURIO-Modell verknüpft Projekte, Organisationen, Themen, Publikationen und Ergebnisse semantisch, ein Schatz für jeden, der quantitative Auswertungen oder eigene Anwendungen darauf bauen will. Für Universitäten mit Data-Science-Kapazität ist das ein echter Hebel.
Halbautomatische KI-Klassifikation mit Transparenz. CORDIS klassifiziert Projekte semi-automatisch in elf Anwendungsdomänen (Klima, Gesundheit, Digitale Wirtschaft, Industrie, Verkehr etc.) und stellt dazu einen expliziten Explainability-Hinweis bereit. Das ist eine eher seltene und vorbildliche Praxis: KI-Klassifikation wird offen als solche gekennzeichnet, nicht als manuelle Indexierung verkauft. Für DSGVO- und AI-Act-konforme Workflows ist diese Transparenz hilfreich.
Datenhosting in der EU, DSGVO-konform aus Behördenhand. Anbieter ist die Europäische Kommission über das Publications Office, der vermutlich strengste denkbare DSGVO-Rahmen. Wer Daten aus CORDIS in eigene Analysen einbindet, hat hier keine US-Hosting-Diskussion, keine AVV-Fragen, keine Standardvertragsklauseln. Das ist im KI-Tool-Markt 2026 nahezu konkurrenzlos.
Stabile Langzeit-Infrastruktur. CORDIS gibt es seit 1990. In einer Branche, in der KI-Startups in 18-Monats-Zyklen verschwinden, ist eine Datenbank mit 35-jähriger Kontinuität ein echter Wert, alle Historie bleibt, alle URLs sind stabil, alle Datenexporte sind reproduzierbar zitierbar. Für wissenschaftliche Arbeit ist diese Verlässlichkeit unbezahlbar.
Schwächen ehrlich betrachtet
Suche und UI wirken behäbig. Die Volltextsuche ranked nicht besonders präzise, eine Suche nach „diagnostic imaging machine learning” liefert hunderte Treffer mit unklarer Sortierung. Filter helfen, aber im Vergleich zu modernen KI-Recherche-Tools wie Perplexity oder Elicit fehlt jeglicher Komfort. Wer Antworten auf konkrete Fragen sucht, muss in CORDIS klassisch graben.
Keine echte Matching-Funktion für Partner. Trotz hervorragender strukturierter Daten gibt es kein „Empfehlungssystem”, das dir bei einem Antragsprofil sagen würde, welche Partner thematisch und konsortienseitig am besten passen. Das ist eine offensichtliche Produktlücke, und ein Grund, warum kommerzielle Aufsätze (Research.fi, EU-Förderberatungen) ihre Geschäftsmodelle genau auf diese Lücke aufbauen.
Daten werden verzögert eingespielt. Projektergebnisse, Endberichte und Publikationslisten erscheinen oft erst Monate nach Projektabschluss. Wer in einem schnellen Themenfeld arbeitet, bekommt aktuelle Trends bei OpenAIRE Explore oder direkt über Preprint-Server schneller mit. CORDIS ist gründlich, nicht schnell.
API-Dokumentation ist verstreut. Wer programmatisch arbeiten will, findet relevante Informationen verteilt zwischen cordis.europa.eu, data.europa.eu, EURIO-Spezifikation und dem Datalab. Eine konsolidierte Developer-Doku im Stil moderner SaaS-APIs fehlt. Das macht den Einstieg unnötig schwerer, als es sein müsste, wer einmal drin ist, kommt zurecht.
Keine natürlichsprachliche Abfrage. 2026 ist CORDIS eine klassische Datenbank ohne eingebauten LLM-Layer. Eine Frage wie „Welche deutschen KMU haben in den letzten drei Jahren in EIC-Accelerator-Projekten zu nachhaltiger Energie als Koordinator gearbeitet?” lässt sich nicht direkt eingeben, du musst die Suche manuell aus Filtern, SPARQL oder mehreren Einzelabfragen zusammenbauen. Hier zeigt sich der Rückstand gegenüber kommerziellen Förderdaten-Tools, die LLM-Frontends bereits anbieten.
Englisch-Dominanz trotz Mehrsprachigkeit. CORDIS ist mehrsprachig, aber Projekttitel, Abstracts und die meisten Ergebnisbeschreibungen sind ausschließlich auf Englisch verfügbar. Wer auf deutsche Suchbegriffe angewiesen ist, findet kaum etwas, das ist im Forschungskontext zwar Standard, sollte aber für KMU mit weniger internationalen Teams klar benannt werden.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Wissenschaftliche Literatur mit Paper-Fokus suchst | Elicit |
| Recherche mit transparenten Quellen brauchst (auch jenseits EU-Förderung) | Perplexity |
| Lange Förderdokumente analysieren willst (Aufrufe, Programmleitfäden) | NotebookLM |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: OpenAIRE Explore (kostenlose Aggregation europäischer Forschungsdaten mit stärkerem Publikations-Fokus), Dimensions (kommerziell, breiter wissenschaftlicher Output über Förderung hinaus), die EU Funding & Tenders Portal (für aktive Calls statt abgeschlossener Projekte) und nationale Pendants wie Förderkatalog des BMBF. CORDIS bleibt im Bereich EU-Forschungsprojekte konkurrenzlos, weil es die Primärquelle ist, Alternativen ergänzen, ersetzen aber nicht.
So steigst du ein
Schritt 1: Mit einer konkreten Suchanfrage in der Project Search starten. Geh auf cordis.europa.eu/projects und gib einen präzisen Themenbegriff ein (z. B. „perovskite photovoltaic” oder „edge AI manufacturing”). Filtere danach nach Rahmenprogramm (Horizon Europe für aktuell, H2020 für 2014–2020), Status (signed/ongoing/closed) und Land. Öffne zwei bis drei Projekte und studiere die Partnerlisten, du bekommst schnell ein Gefühl, welche Konsortien das Feld dominieren.
Schritt 2: Datenexporte und Datalab nutzen. Wer mehr als zehn Projekte vergleichen will, nutzt das Data Extraction Tool oder lädt direkt die Bulk-Datasets von data.europa.eu (CSV, XML, RDF). Für Datenanalysten lohnt sich der SPARQL-Endpoint gegen den EURIO Knowledge Graph, damit lassen sich komplexe Fragen wie „Welche Top-20-Organisationen koordinieren KI-Projekte mit deutscher Industriebeteiligung?” in einer Abfrage beantworten.
Schritt 3: Collaboration Network und Project Map für Netzwerkanalyse. Im CORDIS Datalab findest du eine interaktive Visualisierung der Konsortien-Netzwerke. Für Antragsteller ist das wertvoll: Du erkennst auf einen Blick, welche Organisationen häufig zusammenarbeiten, welche Universitäten als „Hubs” auftreten und wo dein eigenes Netzwerk Anschlusspunkte bietet. Kombiniere die Erkenntnisse mit der Partnersuche im EU Funding & Tenders Portal.
Schritt 4 (optional): CORDIS-Daten mit einem LLM kombinieren. Lade exportierte Projektlisten in NotebookLM oder Claude und stelle natürlichsprachliche Fragen („Fasse die Ergebnisse der fünf größten EIC-Accelerator-Projekte zum Thema Wasserstoff zusammen”). So gleichst du die fehlende KI-Schicht in CORDIS selbst aus, die Datenherkunft bleibt aber primärquellenfest.
Ein konkretes Beispiel
Ein Fraunhofer-Institut in Karlsruhe bereitet einen Horizon-Europe-Antrag im Cluster 4 (Digitale Wirtschaft) zum Thema „Edge AI für die Fertigung” vor. Der Forschungskoordinator startet mit CORDIS: Filter auf Horizon Europe, Status „signed”, Themenbereich „Digital, Industry & Space”, Volltextsuche „edge AI manufacturing”. Ergebnis: 27 laufende Projekte mit insgesamt 312 Partnern. Über das Data Extraction Tool exportiert er die vollständige Liste als CSV. In einer zweiten Runde nutzt er die Collaboration Network-Visualisierung und identifiziert vier Organisationen, die in mehreren KI-Industrie-Konsortien als Koordinator aufgetreten sind, exakt das Profil, das das Fraunhofer-Institut für seinen Antrag sucht. Zeitersparnis gegenüber manueller Recherche: rund zwei Arbeitstage. In Schritt drei lädt er die CSV in Claude und lässt sich die wichtigsten Projektergebnisse zusammenfassen, um Anschlusspunkte für die eigene Argumentation zu finden. Drei der vier identifizierten Partner werden im finalen Konsortium tatsächlich eingebunden. Materielle Lizenzkosten: 0 €, bezahlt wurde nur Arbeitszeit, die ohnehin in den Antrag geflossen wäre.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: EU, betrieben durch das Publications Office of the European Union im Auftrag der Europäischen Kommission. Datenverarbeitung folgt dem Datenschutzrecht der EU-Institutionen (Verordnung (EU) 2018/1725, vergleichbar mit DSGVO).
- Datennutzung: Bei Nutzung der öffentlichen Webseite werden Standard-Logdaten erfasst. Suchanfragen werden nicht zu Tracking-Zwecken an Dritte weitergegeben.
- Account-Pflicht: Keine. Volle Suchfunktionalität, Datenexporte und API-Zugriff sind ohne Login möglich. Newsletter-Anmeldung optional.
- API-Nutzung: Frei und ohne Authentifizierung. Faire Nutzungs-Regeln gelten, bei sehr hohen Anfragevolumina sollte die Helpdesk-Adresse kontaktiert werden.
- Datenlizenz: Inhalte stehen unter Creative-Commons- bzw. EU-Open-Data-Lizenzen, Weiterverwendung explizit erlaubt, inklusive kommerzieller Nutzung mit Quellenangabe.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Nicht erforderlich, da keine personenbezogene Datenverarbeitung im klassischen Sinne stattfindet, CORDIS ist eine öffentliche Datenquelle, kein verarbeitender Dienst.
- Empfehlung für Unternehmen: CORDIS ist eine der datenschutzunkritischsten Datenquellen, die ein deutsches Unternehmen nutzen kann, vergleichbar mit der Recherche im Bundesanzeiger oder bei der Deutschen Nationalbibliothek.
Gut kombiniert mit
- Perplexity, für die ergänzende Webrecherche zu Projekten, die in CORDIS gefunden wurden: Was hat das Konsortium zwischen Projektabschluss und heute publiziert? Welche Anschluss-Calls laufen? Perplexity liefert die externe Sicht, CORDIS die Primärdaten.
- Elicit, für die wissenschaftliche Tiefenrecherche: CORDIS zeigt das Projekt, Elicit liefert die Paper-Landschaft drumherum. Besonders nützlich bei der Vorbereitung von State-of-the-Art-Abschnitten in Anträgen.
- NotebookLM, wenn du mehrere CORDIS-Exports, Programmleitfäden und eigene Konzeptpapiere in einem durchsuchbaren Korpus zusammenführen willst. NotebookLM beantwortet Fragen über deinen kompletten Förderwissensstand.
Unser Testurteil
CORDIS verdient 4 von 5 Sternen. Als Datenquelle ist es konkurrenzlos: einzige offizielle Quelle für EU-Forschungsprojekte, vollständig kostenlos, mit offenen Schnittstellen und EU-Hosting in seltener Sauberkeit. Den fünften Stern verliert es nicht durch falsche Inhalte, sondern durch fehlenden Komfort: Die Suche ist im Vergleich zu modernen KI-Tools träge, ein natürlichsprachliches Frontend fehlt, eine Matching-Funktion für Konsortialpartner ist nicht vorhanden, und die API-Dokumentation ist unnötig verstreut. Für jeden, der mit EU-Forschungsförderung professionell zu tun hat, ist CORDIS Pflicht, wer einen modernen Recherche-Workflow will, kombiniert es mit einem LLM-Tool wie Claude oder Perplexity, um den UX-Rückstand auszugleichen.
Was wir bemerkt haben
- Mai 2026, CORDIS bewirbt verstärkt das Datalab als Einstiegspunkt für programmatischen Zugriff (SPARQL, API, Data Extraction Tool). Linked Open Data über den EURIO Knowledge Graph wird zunehmend als zentrales Angebot positioniert, sinnvoll, weil das die größte Differenzierung gegenüber Sekundärquellen ist.
- 2024–2026, Die halbautomatische Projektklassifikation wurde mit einem expliziten Explainability-Hinweis versehen. Im Kontext des EU AI Acts ist das eine vorbildliche Praxis: KI-gestützte Klassifikation wird offen ausgewiesen, nicht als manuelle Indexierung verschleiert.
- 2024, Mit dem Auslaufen der ersten Horizon-Europe-Phase (2021–2024) sind erste größere Ergebnislisten und Abschlussberichte verfügbar geworden. Wer das nächste Rahmenprogramm (FP10 ab 2028) vorbereitet, findet jetzt erstmals belastbare Daten zu abgeschlossenen Horizon-Europe-Projekten, ein wertvolles Lernfeld für Antragsteller.
- Laufend, Die Aktualisierungsverzögerung bleibt: Endberichte und Publikationslisten erscheinen oft erst sechs bis zwölf Monate nach Projektabschluss. Für tagesaktuelle Trendbeobachtung ist CORDIS nicht das richtige Werkzeug, dafür gibt es OpenAIRE oder direkte Preprint-Recherche.
- Keine wesentlichen Brüche bekannt, CORDIS ist eine der wenigen Plattformen in unserem Tool-Verzeichnis, die seit Jahren in stabiler Behördenhand betrieben wird. Keine Übernahmen, keine Pivots, keine Preisänderungen. Verlässlichkeit ist hier ein eigener Wert.
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