KI-gestütztes Literaturrecherche-Tool für wissenschaftliche Paper. Durchsucht über 138 Millionen Dokumente aus Semantic Scholar und PubMed, extrahiert automatisch Methoden, Stichprobengrößen und Ergebnisse aus Abstracts und bewertet Relevanz.
Kosten: Basic kostenlos (2 Automated Reports/Monat, 2 Tabellenspalten); Pro 49 USD/Monat im Jahresabo (Systematic-Review-Workflow für 5.000 Paper, 144 Reports/Jahr, API-Zugang); Scale 169 USD/Monat (Team-Kollaboration, 240 Reports/Jahr, Figurenextraktion); Enterprise auf Anfrage (SSO, kein Training auf eigenen Daten, bis 40.000 Paper)
Kategorien
Stärken
- Semantische Suche nach Forschungsfragen statt Stichwörtern
- Automatische Datenextraktion aus Paper-Abstracts (Methoden, Sample-Größen, Ergebnisse)
- Dedizierter Systematic-Review-Workflow (Pro-Plan: 5.000 Paper, Enterprise: 40.000)
- Zugriff auf 138+ Millionen Paper bereits in der kostenlosen Basic-Version
- Antworten mit Zitaten aus echten Papern, keine halluzinierten Quellen wie bei ChatGPT
Einschränkungen
- Interface ausschließlich auf Englisch, kein deutschsprachiger Support
- Datenhaltung in den USA, kein EU-Hosting verfügbar
- Pro-Plan deutlich teurer als früher (49 USD statt 12 USD/Monat)
- Schwerpunkt auf empirischer Forschung, Geisteswissenschaften und deutschsprachige Quellen unterrepräsentiert
- Basic-Plan auf 2 Reports/Monat und 2 Tabellenspalten begrenzt, für ernsthafte Reviews zu wenig
Passt gut zu
Kurzfazit
Elicit ist der spezialisierteste KI-Assistent für englischsprachige wissenschaftliche Literaturrecherche und derzeit das stärkste Tool für systematische Reviews mit PRISMA-Anspruch. Die Stärke liegt im Zugang zu 138 Millionen echten Papern via Semantic Scholar und PubMed mit verifizierbaren Zitaten, keine erfundenen Quellen wie bei generischen Chatbots. Schwächen: das Interface ist Englisch-only, die Daten liegen in den USA, und der Pro-Plan kostet inzwischen 49 USD/Monat statt der früheren 12 USD. Wer empirische Studien auf Englisch screenen muss, bekommt das beste verfügbare Werkzeug. Wer deutschsprachige Geisteswissenschaften erforscht, ist mit Perplexity oder klassischen Datenbanken besser bedient.
Für wen ist Elicit?
Doktoranden und Postdocs in empirischen Disziplinen, Wer einen systematischen Review nach PRISMA durchführt und 1.000+ Abstracts screenen muss, spart mit Elicit Pro Wochen an manueller Arbeit. Der dedizierte Workflow filtert Paper nach Ein- und Ausschlusskriterien und extrahiert Methoden direkt aus Abstracts.
Medizin- und Pharma-Forschende, PubMed-Anbindung und automatische Extraktion von Stichprobengrößen, Studiendesigns und Endpunkten machen Elicit zur Standardwahl für klinische Reviews. Die Pro-Version verarbeitet bis zu 5.000 Paper in einem Workflow.
Forschungsabteilungen in Unternehmen, Pharma, MedTech und Konsumgüter-Hersteller nutzen Elicit Enterprise für Marktbeobachtung und Wettbewerbsforschung. SSO, kein Training auf eigenen Daten und 40.000 Paper pro Workflow rechtfertigen den Custom-Preis.
Studierende für Hausarbeiten und Bachelorthesen, Der Basic-Plan reicht aus, um sich einen schnellen Überblick zu Forschungsfragen zu verschaffen und passende Paper zu finden. Für die eigentliche Arbeit muss man die Paper trotzdem selbst lesen.
Weniger geeignet für: Geisteswissenschaftler mit Schwerpunkt auf deutschsprachiger Literatur (kaum erfasst), Juristen (Rechtswissenschaft fehlt fast vollständig in Semantic Scholar), Praxisanwender ohne Forschungsbezug, Institute mit strikter EU-DSGVO-Vorgabe (US-Hosting), Geringverdiener und Privatleute (Pro-Plan zu teuer für gelegentliche Nutzung).
Preise im Detail
| Plan | Preis | Reports/Jahr | Hauptfunktion |
|---|---|---|---|
| Basic | Kostenlos | 2/Monat | 138M Paper durchsuchen, 2 Tabellenspalten, Zotero-Import |
| Pro | 49 USD/Monat (jährlich) | 144 | Systematic-Review-Workflow (5.000 Paper), 20 Spalten, 135 Datenquellen, API |
| Scale | 169 USD/Monat (jährlich) | 240 | Team-Kollaboration, Figurenextraktion, 30 Spalten, 200 Datenquellen |
| Enterprise | Auf Anfrage | Unbegrenzt | 40.000 Paper, SSO/SAML, kein Training auf Daten, eigenes Deployment |
Einordnung: Der Sprung von Basic auf Pro ist dramatisch, sowohl in Funktionsumfang als auch im Preis. 49 USD/Monat (588 USD/Jahr) sind für ernsthafte Forschung gerechtfertigt, für gelegentliche Nutzung aber überteuert. Die monatliche Abrechnung kostet noch mehr (ca. 35 % Aufschlag). Der Scale-Plan lohnt sich erst, wenn echtes Live-Editing in einem Forschungsteam nötig ist; ansonsten reicht Pro mit gelegentlichem CSV-Export. Für Universitäten lohnt sich der Vergleich mit Enterprise-Kontingenten, viele bekommen Lizenzen über die Bibliothek.
Stärken im Detail
Echte Zitate statt Halluzinationen. Elicit liefert ausschließlich Antworten mit Verweisen auf reale Paper aus Semantic Scholar und PubMed. Das ist der entscheidende Unterschied zu ChatGPT, das in der Vergangenheit regelmäßig erfundene DOIs und nicht existierende Studien produziert hat. Jede Aussage in Elicit ist im Original nachprüfbar.
Tabellen-basierte Datenextraktion. Die Killer-Funktion: Du definierst Spalten (z.B. „Stichprobengröße”, „Studiendesign”, „Effektstärke”) und Elicit füllt sie für alle gefundenen Paper gleichzeitig. Was bei manueller Arbeit Tage dauert, geht in Minuten, und das Ergebnis lässt sich als CSV in Excel oder R weiterverarbeiten.
Dedizierter Systematic-Review-Workflow. Der Pro-Plan enthält einen eigenen PRISMA-orientierten Modus für bis zu 5.000 Paper pro Review. Ein- und Ausschlusskriterien werden definiert, Elicit screent automatisch und liefert eine begründete Auswahl. Das ist näher an Tools wie Covidence oder Rayyan als an einem reinen Suchwerkzeug.
Semantische statt boolescher Suche. Eingaben wie „Does mindfulness-based therapy reduce anxiety in adults with ADHD?” funktionieren besser als Stichwortketten mit AND/OR. Elicit versteht den Forschungskontext und liefert thematisch passende Paper, auch wenn die genauen Begriffe in Titel oder Abstract fehlen.
Schwächen ehrlich betrachtet
Englisch-Bias. Semantic Scholar und PubMed indexieren primär englischsprachige Publikationen. Wer in deutscher Wissenschaftssprache publizierte Arbeiten sucht (typisch in Geschichte, Germanistik, Theologie, Pädagogik), findet hier wenig. Die Suche selbst muss ebenfalls auf Englisch formuliert werden, deutsche Anfragen liefern schlechtere Ergebnisse.
US-Hosting ohne EU-Alternative. Elicit PBC sitzt in den USA, alle Daten laufen über US-Server. Für deutsche Universitäten mit strenger DSGVO-Auslegung (insbesondere Verwaltungs-IT) ist das ein Hindernis. Eigene Forschungsdaten sollten nicht hochgeladen werden, der Basic-Plan trainiert standardmäßig auf Eingaben mit, nur der Enterprise-Plan schließt das vertraglich aus.
Preisprung in den letzten Monaten. Wer Elicit vor 2024 kannte: Der „Plus”-Plan kostete einmal rund 10–12 USD/Monat. Inzwischen heißt der vergleichbare Plan „Pro” und kostet 49 USD/Monat im Jahresabo. Für Studierende und Promovierende ohne Lehrstuhlbudget ist das eine spürbare Hürde.
Geisteswissenschaften unterrepräsentiert. Der Fokus liegt klar auf STEM, Medizin und empirischen Sozialwissenschaften. Philosophie, Literatur- und Kulturwissenschaften finden zwar einige Treffer, aber die Datenextraktion (Stichprobe, Endpunkt, Methode) ergibt für interpretative Forschung wenig Sinn.
Aktualität schwankt bei Preprints. Brandneue Conference Papers und Preprints aus arXiv oder bioRxiv tauchen mit Verzögerung von Tagen bis Wochen auf. Wer auf der Höhe der aktuellen Forschungsdebatte arbeitet, muss zusätzlich direkt in den Preprint-Servern suchen.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | dann nimm… |
|---|---|
| Eigene Paper im Detail befragen willst | NotebookLM |
| Einzelne Paper schnell zusammenfassen lassen willst | Scholarcy |
| Allgemeine Webrecherche mit Quellen brauchst | Perplexity |
| Zitationskontext und Pro/Contra-Belege analysieren willst | Scite |
Genei wurde früher als günstige Alternative genutzt, ist aber heute durch Elicit überholt, der Funktionsumfang im Bereich Tabellen und systematische Reviews ist nicht mehr vergleichbar. ResearchRabbit eignet sich gut zur visuellen Exploration von Zitationsnetzwerken (kostenlos), ergänzt Elicit eher als Konkurrenz. Für reine PDF-Sammlungen bleibt Zotero unverzichtbar.
So steigst du ein
Schritt 1: Auf elicit.com kostenlos anmelden (Basic-Plan reicht für den ersten Test). Eine Forschungsfrage als vollständigen Satz auf Englisch eingeben, z.B. „Does mindfulness-based therapy reduce anxiety in adults with ADHD?”, statt einzelner Stichwörter. Elicit liefert die relevantesten Paper mit Zusammenfassung direkt in der Ergebnisliste.
Schritt 2: Paper-Spalten konfigurieren: Welche Informationen sollen automatisch aus jedem Abstract extrahiert werden? Typisch für systematische Reviews: Stichprobengröße, Studiendesign, primäre Endpunkte, Jahr. Im Basic-Plan sind nur 2 Spalten gleichzeitig möglich, im Pro-Plan bis zu 20.
Schritt 3: Gefilterte Paper-Liste als CSV exportieren und in Zotero oder Rayyan importieren. So führt Elicit die Erstsuche durch, während Rayyan oder Covidence das formale PRISMA-Screening übernimmt. Für vollständige systematische Reviews lohnt sich der Pro-Plan mit eingebautem Workflow.
Ein konkretes Beispiel
Eine Doktorandin in der Psychologie an der Universität Hamburg führt einen systematischen Review zur Wirksamkeit von Expositionstherapien bei Sozialphobie durch. Ohne Elicit wären drei Wochen manuelle PubMed-Suche und das Lesen von 400 Abstracts nötig. Mit dem Pro-Plan formuliert sie eine präzise Forschungsfrage, definiert Ein- und Ausschlusskriterien, lässt 2.500 Paper im Systematic-Review-Workflow vorscreenen und reduziert die Liste auf 50 relevante Studien, inklusive automatisch extrahierter Stichprobengrößen, Studiendesigns und Effektstärken. Die Zeit für das erste Screening sinkt von drei Wochen auf zwei Tage. Den finalen Volltext-Review macht sie weiterhin in Rayyan, mit dem CSV-Export aus Elicit als Ausgangsbasis.
DSGVO & Datenschutz
- Hosting: Elicit PBC betreibt die Plattform vollständig in den USA. Kein EU-Datenzentrum, kein deutsches Hosting verfügbar.
- Datennutzung: Im Basic- und Pro-Plan dürfen Eingaben standardmäßig zur Modellverbesserung genutzt werden. Forschungsdaten oder unveröffentlichte Manuskripte solltest du nicht hochladen.
- Opt-out: Erst der Enterprise-Plan garantiert vertraglich „No training on your data by default”.
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV): Nicht standardmäßig verfügbar, nur über Enterprise-Verhandlung.
- Empfehlung für deutsche Institutionen: Für reine Recherche in öffentlich publizierten Papern unbedenklich. Sobald eigene Inhalte (Manuskripte, Studiendaten) hochgeladen werden, ist Enterprise nötig, oder ein DSGVO-konformer Workflow ohne Upload.
Gut kombiniert mit
Zotero, Open-Source-Literaturverwaltung. Elicit findet die Paper, Zotero verwaltet die PDFs und generiert Zitationen für Word und LaTeX. Die direkte Zotero-Integration ist bereits im Basic-Plan enthalten.
Rayyan oder Covidence, Spezialisierte Tools für PRISMA-konformes Volltext-Screening und Datenextraktion mit Doppelblind-Reviewer-Workflow. Elicit liefert die Vorauswahl, Rayyan macht das formale Review.
NotebookLM, Sobald die finale Paper-Auswahl steht, lassen sich die PDFs in NotebookLM hochladen und gezielt befragen. NotebookLM ist im Detail-Verständnis einzelner Texte stärker als Elicit, das primär auf Suche und Übersicht ausgelegt ist.
Unser Testurteil
Vier von fünf Sternen. Elicit ist in seinem Kernsegment, englischsprachige systematische Literaturreviews mit PRISMA-Anspruch, derzeit die stärkste Lösung am Markt und das einzige Tool, das sowohl semantische Suche als auch automatisierte Datenextraktion in einem Workflow vereint. Den fünften Stern kostet die Kombination aus US-only-Hosting, Englisch-only-Interface, der starken Preiserhöhung 2024 (Pro-Plan vervierfacht) und dem deutlich eingeschränkten Basic-Plan, der für ernsthafte Arbeit nicht mehr ausreicht. Für deutschsprachige Geisteswissenschaften ist das Tool die falsche Wahl, dafür gibt es bessere Alternativen.
Was wir bemerkt haben
- Mai 2026, Aktueller Stand: 138 Millionen indexierte Paper (vorher 125 Mio), Pro-Plan kostet 49 USD/Monat im Jahresabo (Sprung von früher rund 12 USD).
- 2024, Tarifumbau: Der frühere „Plus”-Plan wurde abgeschafft und durch „Pro” (49 USD) und „Scale” (169 USD) ersetzt. Der kostenlose Basic-Plan wurde gleichzeitig auf 2 Reports/Monat und 2 Tabellenspalten reduziert.
- 2024, Genei, früher als günstige Elicit-Alternative empfohlen, hat den Funktionsanschluss verloren, wir verweisen nicht mehr darauf.
- 2023, Elicit wurde als Public Benefit Corporation (PBC) ausgegliedert von Ought, Inc., die Mission „Helping researchers think better” ist seither rechtlich verankert.
Diesen Inhalt teilen:
Empfohlen in 8 Use Cases
Forschung & Entwicklung
Medizintechnik
Sachverständige & Gutachter
Verlag & Medienproduktion
Empfohlen für diese Branchen
Arthur Atlas
KI-Analyst
So entsteht diese Bewertung
Diese Seite bewerten wir redaktionell, mit kräftiger Unterstützung von Arthur Atlas, unserem KI-Analysten. Er prüft Bewertungen nach und markiert veraltete Angaben, sobald sich der Markt dreht. Unsere Angaben stammen überwiegend aus öffentlich zugänglichen Quellen wie Anbieter-Website, Doku und Preislisten. Preise und Funktionen können sich ändern.
Hinweis: Diese Angaben können veraltet oder fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel immer direkt auf der Website des Anbieters.
Preise geändert, Feature veraltet oder etwas fehlt?
Wir freuen uns über Hinweise und Ergänzungen.
Du arbeitest bei Elicit PBC?
Gib uns einen Testzugang, dann schauen wir tiefer rein und ergänzen die Bewertung aus erster Hand.
Nicht sicher, ob Elicit zu euch passt?
Wir helfen bei der Tool-Auswahl und begleiten die Einführung in euren Arbeitsalltag, unverbindlich und kostenlos im Erstgespräch.