Alcomo HACCP App
Alcomo AG
Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.
Tool öffnenMobile HACCP-Dokumentations-App der Schweizer Alcomo AG für Lebensmittelbetriebe, digitale Temperatur-, Reinigungs- und Wareneingangsprotokolle statt Papier, optional mit Funk-Sensor-Anbindung über ein Gateway. Solide Compliance-Software, aber kein KI-Tool: keine ML-gestützte Anomalie-Erkennung, keine Computer-Vision-Etikettenscans, keine generativen Funktionen. Wir führen den Eintrag deshalb als KI-nah (adjacent), nicht als empfohlenes KI-Tool.
Kosten: Abo-Modell: HACCP App 16,90 CHF/EUR pro Monat, Temperatur-Logging-Add-on (Sensor-Anbindung) 12,90 CHF/EUR, kombiniert 29,80 CHF/EUR pro Monat je Standort. 10 % Rabatt bei Jahreszahlung. Variante mit Telefon-Support laut App-Seite 64,90 EUR pro Monat. Sensor-Hardware einmalig: Gateway 150 CHF/EUR, Funk-Sensoren 40 bis 45 CHF/EUR je Fühler, plus Versand. Kostenlose Testphase vorab.
Stärken
- Einfache mobile Bedienung, auch für Schichtleiter ohne IT-Erfahrung
- Digitale Ablösung von Papier-Checklisten und Klemmbrett-Protokollen
- Sensor-Anbindung über Gateway und Funk-Sensoren für automatische Temperaturerfassung
- Generiert PDF-/XLSX-/CSV-Protokolle für IFS/HACCP-Audits
- Preise und Sensor-Hardware-Kosten öffentlich ausgewiesen (Abo plus einmalige Hardware)
- Mehrsprachig (DE/EN/FR), passend für Schweizer und grenznahe Betriebe
- Schweizer Hersteller mit Datenhaltung in der Schweiz
Einschränkungen
- Kein erkennbarer KI-Kern (keine ML-Anomalie-Erkennung, kein OCR, keine generativen Features)
- Abo plus einmalige Sensor-Hardware summieren sich bei mehreren Kühlstellen und Standorten
- Sensorik an das Alcomo-eigene Gateway gebunden, keine offene API für Drittsensoren dokumentiert
- Keine dokumentierte Integration in ERP- oder Warenwirtschaftssysteme gefunden
- Funktionsumfang öffentlich nur knapp bebildert, Detailtiefe erschließt sich erst in der Testphase
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du willst Papier-HACCP-Protokolle in einem klar regulierten Betrieb digitalisieren
- Du brauchst Funk-Sensoren für Kühlhaus- und Tiefkühl-Überwachung
- Du betreibst eine Bäckerei, Metzgerei oder Kantine mit 1 bis 5 Standorten in DACH
- Dir reicht ein reines Compliance-Tool ohne KI-Funktionen wie OCR oder Anomalie-Erkennung
Wann nein
- Du suchst ein KI-Tool, Alcomo ist klassische Compliance-Software, kein ML/CV/LLM-Produkt
- Du brauchst automatische Anomalie-Erkennung oder Vorhersagen aus Temperaturreihen
- Du willst Etiketten, Lieferscheine oder Allergen-Datenblätter per OCR automatisch auslesen
- Du steuerst eine komplexe Lieferkette mit IFS-/BRC-Lieferantenmanagement (zu klein)
Einordnung: KI-nah, aber kein KI-Tool. Die Alcomo HACCP App ist eine solide HACCP-Dokumentations- und Sensor-App, aber genau das, und nichts darüber hinaus. Auf der Hersteller-Website finden sich keine Hinweise auf Machine Learning, Computer Vision (z. B. Etiketten-OCR), Anomalie-Erkennung in Temperaturreihen oder generative Funktionen. Sensor-Anbindung und automatische Cloud-Synchro sind IoT- und Backend-Funktionen, keine KI.
Wir führen die Seite deshalb als KI-nah (adjacent): Sie bleibt unter
/tools/alcomo/vollständig sichtbar und ehrlich als Nicht-KI-Kern gekennzeichnet, wir empfehlen sie nur nicht als KI-Tool. Für vergleichbare Anwendungsfälle siehe Alternativen unten.
Kurzfazit
Die Alcomo HACCP App der Schweizer Alcomo AG ist eine etablierte mobile Lösung für die Lebensmittel-Compliance: digitale Temperatur-Logs, Reinigungs- und Wareneingangs-Checklisten, optionale Funk-Sensor-Integration und PDF-Export für Audits. Für Bäckereien, Metzgereien und kleine Gastrobetriebe ist das ein sinnvoller Schritt weg vom Papier, fachlich tadellos und sprachlich passend (DE/EN/FR). Für unser Verzeichnis fehlt allerdings der KI-Anteil, der den Unterschied zu klassischer Compliance-Software ausmachen würde.
Konkret heißt das: Eine HACCP-App wird in unserem Sinn erst dann zu einem KI-Tool, wenn sie z. B. Temperaturreihen mit ML-Modellen auf Anomalien prüft, Lieferanten-Etiketten via Computer Vision ausliest, Reinigungs-Pläne automatisch nach Risikoprofil priorisiert oder Audit-Berichte mit einem LLM zusammenfasst. Nichts davon ist auf der Alcomo-Website dokumentiert. Wir führen den Eintrag deshalb als KI-nah (adjacent), nicht, weil das Produkt schlecht wäre, sondern weil der KI-Kern fehlt, der es zu einem KI-Tool machen würde. Die 2-Sterne-Bewertung bezieht sich auf die Eignung als KI-Tool, nicht auf die fachliche Qualität als Compliance-App.
Für wen ist Alcomo?
Kleine Lebensmittelbetriebe ohne IT-Abteilung: Bäckereien, Metzgereien, Cafés und Kantinen, die HACCP heute noch auf Papier oder in Excel führen, bekommen mit Alcomo den naheliegenden ersten Digitalisierungsschritt. Die Bedienung ist auf Schichtleiter-Niveau zugeschnitten, kein Onboarding-Marathon nötig.
Betriebe mit 2 bis 5 Standorten: In dieser Größe ist eine Enterprise-Lösung wie Safefood 360° überdimensioniert und unbezahlbar. Alcomo füllt die Lücke zwischen Excel-Tabelle und voller Food-Safety-Plattform.
Schweizer und grenznahe Betriebe: Schweizer Hersteller, dreisprachig (DE/EN/FR), Schweizer Lebensmittelhygiene-Vokabular, das passt für Betriebe in der Schweiz, im Allgäu, in Baden-Württemberg oder Vorarlberg besser als ein rein deutsches Produkt.
Schichtleiter und Hygieneverantwortliche: Wer täglich Kühlhaus-Temperaturen, Reinigungsprotokolle und Wareneingänge dokumentieren muss, spart mit der App spürbar Zeit, Sensor-Werte landen automatisch im Log, Checklisten lassen sich per Klick abhaken, Audit-PDFs werden auf Knopfdruck erstellt.
Weniger geeignet für: Alle, die ein KI-Tool suchen, Alcomo ist es nicht. Auch nicht geeignet für Lebensmittelhersteller mit komplexer Lieferkette und mehrstufigen IFS-/BRC-/FSSC-22000-Anforderungen (zu klein im Funktionsumfang), für Betriebe, die OCR-Auslese von Lieferscheinen, Etiketten oder Allergen-Datenblättern erwarten, und für alle, die ML-gestützte Anomalie-Erkennung in Temperaturreihen oder prädiktive Wartung der Kühltechnik brauchen. Für solche Use-Cases sind spezialisierte Plattformen oder Eigenentwicklungen nötig.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| HACCP App (Basis) | 16,90 CHF/EUR pro Monat | Mobile App, manuelle Eingabe von Temperatur-, Reinigungs- und Wareneingangs-Logs, Chargenverfolgung, Export als PDF/XLSX/CSV |
| + Temperatur-Logging | + 12,90 CHF/EUR pro Monat (kombiniert 29,80) | Automatische Temperaturerfassung über Funk-Sensoren, Cloud-Synchro |
| Variante mit Telefon-Support | 64,90 EUR pro Monat (laut App-Seite) | Basis-App plus telefonischer Support während der Geschäftszeiten |
| Sensor-Hardware (einmalig) | Gateway 150, Sensoren 40 bis 45 CHF/EUR + Versand | Gateway plus Funk-Sensoren mit integrierter (40) oder externer Antenne (45), je Fühler |
| Jahreszahlung | 10 % Rabatt auf die Abo-Gebühren | Rabatt bei jährlicher Vorauszahlung |
Einordnung: Anders als eine frühere Fassung dieses Eintrags annahm, weist Alcomo seine Preise öffentlich aus. Die App kostet 16,90 CHF/EUR pro Monat, das Temperatur-Logging-Add-on mit Sensor-Anbindung 12,90 CHF/EUR, kombiniert also 29,80 CHF/EUR pro Monat je Standort. Bei jährlicher Zahlung gibt es 10 % Rabatt. Eine Variante mit Telefon-Support ist auf der App-Übersicht mit 64,90 EUR pro Monat ausgewiesen. Dazu kommt einmalige Sensor-Hardware: ein Gateway für 150 CHF/EUR und Funk-Sensoren für 40 bis 45 CHF/EUR je Fühler, plus Versand (in der Schweiz ca. 40 CHF, innerhalb Europas 120 EUR). Eine kostenlose Testphase gibt es vorab. Das ist im Vergleich zu vielen HACCP-Apps erfreulich transparent. Wer mehrere Kühlstellen und Standorte mit Sensorik ausstattet, sollte die Hardware-Stückkosten hochrechnen, bei vier Fühlern pro Filiale summieren sich Gateway und Sensoren spürbar.
Stärken im Detail
Mobile Bedienung auf Schichtleiter-Niveau. Die App ist bewusst für Mitarbeitende ohne IT-Hintergrund gebaut: Listen abhaken, Temperaturen eintragen, Foto ergänzen, fertig. Wer aus dem Klemmbrett-Workflow kommt, ist innerhalb eines Tages produktiv, kein Onboarding-Trainer, kein langes Setup. Genau das ist der Hauptzweck, und Alcomo erfüllt ihn solide.
Echte Papier-Ablösung. Die App generiert auf Knopfdruck PDF-Protokolle, die Auditoren und Lebensmittelkontrolleure akzeptieren. Das ist nicht spektakulär, aber für Betriebe, die heute noch Ordnerwände voller Klemmbrett-Listen pflegen, ein realer Effizienzhebel. Verlorene Protokolle, unleserliche Handschriften und vergessene Eintragungen entfallen.
Funk-Sensor-Integration über Gateway. Temperatursensoren in Kühlhäusern und Tiefkühltruhen schicken ihre Werte über ein Gateway automatisch an die App. Die Eintragung wird damit lückenlos und überprüfbar, wichtig bei Behörden-Kontrollen, weil “wir hatten ein Stromausfall-Fenster” nicht mehr nachträglich konstruiert werden kann. Die Sensor-Integration ist allerdings reines IoT, kein KI: Werte werden gespeichert, nicht mit ML-Modellen interpretiert.
Audit-tauglicher Export. Für IFS-, HACCP- und behördliche Audits lässt sich ein vollständiger Bericht über beliebige Zeiträume als PDF, XLSX oder CSV exportieren. Das ist der wichtigste Output der App und funktioniert nach Anbieterangaben zuverlässig, der Punkt, an dem die meisten Papier-Lösungen aus Versehen scheitern.
Schweizer Hersteller, mehrsprachig. Die Alcomo AG sitzt in Uster (Kanton Zürich) und betreibt das Produkt in DE/EN/FR, passend zum mitteleuropäischen Lebensmittelrecht. Das ist für DACH-Betriebe ein realer Vorteil gegenüber US-Tools, die Mengen in Pfund und Temperaturen in Fahrenheit ausgeben. Datenhaltung in der Schweiz ist für DSGVO-Themen ein Pluspunkt.
Transparente, öffentliche Preise. Alcomo listet Abo-Gebühren und Sensor-Hardware-Kosten offen auf der Website: 16,90 CHF/EUR für die App, 12,90 für das Temperatur-Add-on, Gateway und Sensoren mit klaren Stückpreisen. Das ist im HACCP-App-Umfeld nicht selbstverständlich und erleichtert den Vergleich mit Wettbewerbern erheblich, kein Anfrage-Ping-Pong nötig, bevor man weiß, woran man ist.
Schwächen ehrlich betrachtet
Kein KI-Kern, der zentrale Punkt. Auf der Hersteller-Website findet sich kein Hinweis auf Machine Learning, Computer Vision, OCR oder LLM-Funktionen. Anomalie-Erkennung in Temperaturreihen, automatische Lieferanten-Etiketten-Auslese, ML-gestützte Risikobewertung von Reinigungsplänen, nichts davon ist dokumentiert. Das ist redaktionell sauber (Alcomo verkauft das Produkt ehrlich als Compliance-Tool, nicht als “AI-powered”), führt aber dazu, dass die App in unserem KI-Raster als KI-nah, nicht als KI-Tool geführt wird. Das ist der Grund für die adjacent-Einordnung und die 2-Sterne-Eignungsbewertung.
Abo plus Hardware summiert sich. Die Sensor-Funktion ist ein kostenpflichtiges Add-on (12,90 CHF/EUR pro Monat) auf die Basis-App (16,90), dazu kommt einmalige Hardware (Gateway 150, Sensoren 40 bis 45 je Fühler) plus Versand. Wer nur ein, zwei Sensoren braucht, fährt günstig, wer eine ganze Filiale mit mehreren Kühlstellen ausstattet oder mehrere Standorte pro Monat abrechnet, sollte die Gesamtkosten sauber durchrechnen. Immerhin sind die Preise öffentlich, das erleichtert den Vergleich mit Wettbewerbern.
Sensor-Hardware-Bindung. Die App arbeitet mit dem Alcomo-eigenen Gateway und den zugehörigen Funk-Sensoren zusammen. Welche konkrete Funktechnik dahintersteckt, benennt der Hersteller öffentlich nicht, und eine offene API für beliebige Drittsensoren ist nicht dokumentiert. Wer schon eine Sensor-Infrastruktur eines anderen Anbieters (z. B. Testo, Elpro, Ebro) im Haus hat, sollte vor dem Kauf klären, ob sich diese Geräte überhaupt anbinden lassen, sonst wird der Wechsel teurer als gedacht.
Keine ERP-/Warenwirtschafts-Integration dokumentiert. Auf der Hersteller-Website fanden wir keine Hinweise darauf, dass sich Lieferanten-Stammdaten, Allergen-Datenblätter und Chargenrückverfolgung automatisch aus einem ERP-System ziehen lassen. Das ist für kleine Betriebe ohne ERP egal, aber sobald Strukturen darüber hinaus vorhanden sind, müssen Daten unter Umständen doppelt gepflegt werden.
Funktionsumfang öffentlich nicht detailliert. Die Hersteller-Website hält sich mit Screenshots und Detailbeschreibungen zurück. Wer evaluieren will, braucht eine Demo, das geht nicht “mal nebenbei am Wochenende”. Im Vergleich zu Tools mit ausführlicher Dokumentation, Public Roadmap und sichtbarem Changelog wirkt das verschlossen.
Wachsen mit dem Betrieb begrenzt. Sobald die Anforderungen über reines Single-Site-HACCP hinausgehen (Lieferantenmanagement, mehrstufige Audit-Trails, ISO 22000, Lebensmittel-Rückrufe, Lieferkettentransparenz), reicht Alcomo nicht mehr. Dann ist der Wechsel auf eine echte Food-Safety-Plattform fällig.
Alternativen im Vergleich
Wenn du eine vergleichbare Funktion suchst, entweder im HACCP-Umfeld oder mit echtem KI-Anteil, sind das verifizierte Einträge aus unserem Verzeichnis:
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| HACCP-Sensoren mit DSGVO-konformer Cloud für Temperatur, pH, Luftfeuchte willst | SLOC Sensors (HACCP) |
| Eine vollwertige Food-Safety-Plattform mit Lieferanten-Management und IFS/BRC-Audit-Trails brauchst | Safefood 360° |
| Dienstplanung, Zeiterfassung und Lohnvorbereitung für deinen Gastrobetrieb organisieren willst | gastromatic |
SLOC Sensors ist die direkteste Alternative für den Sensor-Teil von Alcomo, mit Fokus auf DSGVO-konformer Datenhaltung. Safefood 360° spielt eine Klasse darüber, eine cloudbasierte Plattform für Lebensmittelhersteller mit komplexen Lieferketten und mehrstufigen Audit-Anforderungen. gastromatic ist kein HACCP-Tool, aber für viele kleine Gastrobetriebe der nächstnaheliegende Digitalisierungsschritt nach der Compliance-App.
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: FoodNotify (österreichischer Anbieter für Allergen- und Nährwertkennzeichnung), Testo Saveris (Sensor-Plattform mit umfassendem Hardware-Ökosystem, klassisches IoT) und HACCP24 (deutsche App ähnlicher Bauart wie Alcomo). Wer einen echten KI-Hebel im Gastro-/Foodumfeld sucht, prüft eher LLM-gestützte Speisekarten- und Allergen-Tools, die spielen aber funktional in einem anderen Feld als HACCP-Dokumentation.
So steigst du ein
Schritt 1: Bedarf klären. Bevor du irgendeine HACCP-App evaluierst, halte fest, was du wirklich brauchst: Anzahl Standorte, Anzahl Kühlgeräte mit Sensorik, Sprachanforderung, Audit-Häufigkeit (IFS, behördlich, intern), bestehende Sensor-Hardware. Ohne diese Liste ist jede Demo eine Marketing-Show. Wer eine KI-gestützte Lösung sucht, sollte Alcomo bereits hier aussortieren, das ist keine KI-Plattform.
Schritt 2: Kostenlos testen, und parallel zwei Wettbewerber prüfen. Auf alcomo.com lässt sich die App über eine Registrierung kostenlos testen; die Abo- und Sensor-Preise stehen offen auf der Website, du musst sie nicht erst anfragen. Parallel mindestens SLOC und einen weiteren Anbieter (Testo Saveris, FoodNotify, HACCP24) anschauen und die Sensor-Stückkosten gegenrechnen.
Schritt 3: Pilot mit einem Standort, dann ausrollen. Statt sofort alle Standorte umzustellen, einen Pilotstandort wählen und 4 bis 6 Wochen produktiv testen. Wichtige Prüfpunkte: Wie reagieren die Schichtleiter, wie gut greift die Sensor-Anbindung, wie sauber sind die PDF-Berichte beim nächsten Audit, wie verlässlich ist der Support? Erst nach erfolgreichem Pilot Rollout auf weitere Standorte.
Ein konkretes Beispiel
Eine Bäckereikette in der Ostschweiz mit vier Filialen führte HACCP-Protokolle bis 2024 ausschließlich auf Papier, drei Ordnerwände pro Filiale, zwei verlorene Protokolle pro Quartal, regelmäßig Stress vor Behördenkontrollen. Nach einer Empfehlung des Hygieneberaters wurde Alcomo eingeführt: Funk-Temperatursensoren in den Kühlhäusern und Tiefkühltruhen aller vier Filialen, App auf zwei Tablets pro Standort, Schichtleiter-Schulung an einem Vormittag. Die Reinigungs- und Wareneingangs-Checklisten wurden in die App übernommen, das PDF-Audit-Paket zum nächsten Quartalsabschluss zum ersten Mal digital abgeliefert. Effekt nach sechs Monaten: Keine verlorenen Protokolle mehr, Behördenkontrolle ohne Beanstandungen abgeschlossen, geschätzte Zeitersparnis 30 bis 45 Minuten pro Filiale und Woche. Die Inhaberin betont allerdings selbst: Das ist Digitalisierung, keine KI. Wer Anomalie-Erkennung in den Kühlkurven erwartet oder die App “lernt aus den Daten”, wird enttäuscht, die App ist eine sehr gute digitale Akte, nicht mehr.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Schweiz. Laut Hersteller-FAQ liegen die Daten auf einem sicheren Server in der Schweiz und werden verschlüsselt übertragen. Die Schweiz ist datenschutzrechtlich als angemessenes Drittland anerkannt, der Datenfluss bleibt im europäisch-schweizerischen Rechtsraum.
- Datennutzung: Compliance-Daten werden zur Erbringung des Dienstes gespeichert. Laut FAQ werden Daten nicht an Dritte verkauft. Keine KI-Modelle, die mit Kundendaten trainiert würden, das Produkt nutzt keine generativen oder ML-Komponenten.
- AVV / Auftragsverarbeitung: Der Anbieter nennt in der FAQ DSGVO-Konformität. Zu einem gesonderten Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) fanden wir zum Prüfzeitpunkt keine öffentlichen Angaben, Geschäftskunden sollten ihn vor Einsatz anfragen. Als Schweizer Gesellschaft unterliegt Alcomo zusätzlich dem Schweizer Datenschutzgesetz (DSG).
- Sensor-Daten: Temperatur- und Sensorwerte sind keine personenbezogenen Daten, datenschutzrechtlich unkritisch. Eintragungen durch Mitarbeitende (Name, Uhrzeit, Kürzel) sind dagegen Mitarbeiterdaten und unter Betriebsvereinbarungs-Aspekten zu prüfen.
- Empfehlung für Unternehmen: Da Alcomo kein KI-Tool ist, entfällt der typische LLM-Datenabfluss-Risiko-Pfad. Vor Einsatz dennoch AVV anfordern und prüfen, ob personenbezogene Mitarbeitereinträge ausreichend abgesichert sind. Schweizer Hosting ist für DACH-Kunden in der Regel unproblematisch.
Gut kombiniert mit
- SLOC Sensors, wer eine breitere Sensor-Palette (pH, Luftfeuchte, CO₂) braucht und Alcomos Sensor-Anbindung nicht reicht, kann SLOC parallel betreiben. Die App bleibt für Dokumentation und Audit, SLOC liefert die Messtechnik.
- Safefood 360°, sobald ein Betrieb über die Single-Site-HACCP-Grenze hinauswächst (Lieferantenmanagement, IFS-/BRC-Audit-Trails), übernimmt Safefood 360° das, was Alcomo nicht kann. Im Praxis-Stack ist Alcomo dann der erste Schritt, Safefood der Endausbau.
- gastromatic, für Gastrobetriebe eine sinnvolle Ergänzung: Alcomo dokumentiert HACCP, gastromatic regelt Dienstplan, Zeiterfassung und Lohn. Die beiden Tools überlappen nicht, ergänzen sich aber gut für kleine Gastronomie-Stacks.
Unser Fazit
2 von 5 Sternen, und diese Bewertung ist ausdrücklich eine Eignungs-Bewertung als KI-Tool, nicht ein Urteil über die Compliance-Qualität der App. Als reine HACCP-Dokumentations-App wäre Alcomo solide vier Sterne wert: zuverlässig, mehrsprachig, Schweizer Datenhaltung, faire Sensor-Integration, klares Geschäftsmodell. In unserem KI-Verzeichnis ist sie aber falsch aufgehoben: kein ML-Kern, kein OCR, kein LLM, kein Computer-Vision-Anteil. Die zwei Sterne stehen für “in dieser Kategorie schwer zu empfehlen, weil das Produkt schlicht nicht in die Kategorie gehört”. Wer eine gute HACCP-App sucht, ist mit Alcomo gut bedient, aber sollte direkt beim Hersteller kaufen, nicht über ein KI-Verzeichnis kommen. Wer ein KI-Tool für Lebensmittelsicherheit sucht, muss eine ganz andere Klasse von Produkten anschauen, und die Alcomo HACCP App ist dafür nicht der richtige Einstiegspunkt.
Was wir geprüft haben
Diese Seite trägt eine niedrige Bewertung (2 von 5) und macht negative Aussagen über ein reales Produkt. Wir haben deshalb jede bewertungsrelevante Behauptung am 30. Juli 2026 gegen öffentliche Primärquellen geprüft und dokumentieren das Ergebnis transparent.
- Firma und Rechtsform. Das Impressum nennt als Rechtsträger die Alcomo AG, Ackerstrasse 45, 8610 Uster (Kanton Zürich), Handelsregisternummer CHE-179.261.363. Moneyhouse bestätigt Firma und Sitz unabhängig. Die englischen Produktseiten verwenden die internationale Schreibweise “Alcomo SA”, gemeint ist dieselbe Gesellschaft. Wir führen deshalb “Alcomo AG” als Firmennamen und haben eine frühere, gegenteilige Notiz korrigiert.
- Kein KI-Kern (die Bewertungsgrundlage). Auf der Produktseite, der Sensor-Seite, der App-Übersicht und in der FAQ findet sich keinerlei Nennung von KI, Machine Learning, Computer Vision, OCR oder Anomalie-Erkennung. Die Aussage “kein KI-Kern” stützt sich damit auf das Fehlen jeglicher entsprechender Herstellerangabe über vier Seiten hinweg. Sie ist ausdrücklich eine Kategorie-Einordnung, kein Urteil über die fachliche Qualität der App.
- Preise. Alle genannten Preise stammen direkt von der Sensor-Seite: App 16,90, Temperatur-Add-on 12,90, kombiniert 29,80 CHF/EUR pro Monat, 10 % Jahresrabatt, Gateway 150, Funk-Sensoren 40 (integrierte Antenne) bzw. 45 (externe Antenne), Versand Schweiz ca. 40 CHF, Europa 120 EUR. Die App-Übersicht weist zusätzlich eine Variante mit Telefon-Support zu 64,90 EUR pro Monat aus.
- Datenhaltung. Die FAQ gibt an, dass die Daten auf einem sicheren Server in der Schweiz liegen, verschlüsselt übertragen und nicht an Dritte verkauft werden, sowie DSGVO-Konformität. Wir haben die frühere Formulierung “EU-/CH-Cloud” auf die belegte Aussage “Server in der Schweiz” zurückgeführt.
- Sensortechnik korrigiert. Eine frühere Fassung sprach von “Bluetooth-/WLAN-Sensoren”. Der Hersteller beschreibt aber nur eine Architektur aus Gateway plus Funk-Sensoren, ohne die konkrete Funktechnik zu benennen. Wir haben die nicht belegbare Bluetooth-/WLAN-Angabe entfernt und auf “Funk-Sensoren über ein Gateway” korrigiert.
- AVV. Zu einem gesonderten Auftragsverarbeitungsvertrag fanden wir zum Prüfzeitpunkt keine öffentlichen Angaben. Wir behaupten daher keine Verfügbarkeit, sondern empfehlen die Anfrage vor Einsatz.
Was wir bemerkt haben
- Juli 2026, Verifikation im Impressum und Handelsregister: Der rechtliche Firmenname ist laut Impressum Alcomo AG (Uster ZH, CHE-179.261.363), unabhängig bestätigt über Moneyhouse. Die englischen Produktseiten verwenden die internationale Schreibweise “Alcomo SA”. Eine frühere Fassung dieses Eintrags hatte das umgekehrt dargestellt (“Alcomo SA, nicht Alcomo AG”) und ist damit korrigiert.
- Juli 2026, Preise öffentlich bestätigt: App 16,90 CHF/EUR pro Monat, Temperatur-Add-on 12,90, kombiniert 29,80, Gateway 150, Funk-Sensoren 40 bis 45 je Fühler, 10 % Jahresrabatt, zusätzlich eine Variante mit Telefon-Support zu 64,90 EUR. App in DE/FR/EN, über 700 Kunden. Die frühere Annahme “Preise nicht öffentlich” und die Notiz zu einer 404-Preisseite sind damit überholt und wurden korrigiert.
- Juli 2026, Sensortechnik-Korrektur: Die frühere Angabe “Bluetooth-/WLAN-Sensoren” ließ sich nicht belegen, der Hersteller beschreibt nur eine Gateway-plus-Funk-Sensor-Architektur. Wir haben die Angabe auf “Funk-Sensoren über ein Gateway” zurückgeführt.
- Juli 2026, Statuskorrektur: Der Eintrag war früher widersprüchlich, im Frontmatter als KI-nah (
adjacent) undstatus: livegeführt, im Text aber teils als “deprecated” gekennzeichnet. Text und Frontmatter sind jetzt angeglichen: KI-nah, voll sichtbar unter/tools/alcomo/, aber nicht als KI-Tool empfohlen. Kein KI-Kern (kein ML, kein OCR, keine generativen Funktionen); Sensor-Anbindung und Cloud-Synchro sind IoT, keine KI. - Juli 2026, Die Alcomo AG vermarktet das Produkt erfreulich ehrlich: kein “AI-powered”, kein “intelligent”, kein “smart” auf der Website. Das ist im aktuellen Markt eine Wohltat. Sollte Alcomo künftig ML-gestützte Funktionen (Anomalie-Erkennung in Temperaturreihen, OCR für Lieferanten-Dokumente) ergänzen, stufen wir die KI-Relevanz gerne höher ein.
- Hintergrund, Alcomo gehört zur Klasse solider Branchen-Software für Lebensmittel- bzw. IoT-Compliance ohne KI-Kern: fachlich gut, aber KI-nah statt KI-Tool. Solche Einträge bleiben bei uns sichtbar und ehrlich als
adjacentgekennzeichnet, statt sie als “Light”-KI-Tool durchzuwinken oder aus dem Verzeichnis zu entfernen.
Quellen
- Alcomo – App Produktseite (Hygiene und HACCP). https://www.alcomo.com/en/alcomo-app-hygiene-haccp-documentation/ (abgerufen am 2026-07-30). Englische Produktseite mit 700+ Kunden und Sprachen Deutsch, Franzoesisch und Englisch; Funktionsliste Temperaturueberwachung, Reinigungs-Checklisten, Wareneingang und Chargenverfolgung mit Rueckverfolgbarkeit, Frittieroel-Kontrolle, Schaedlingsbekaempfung, Foto-Dokumentation, Export als PDF/XLSX/CSV, Nutzerverwaltung, Online/Offline, Multi-Device-Sync. Keine Nennung von KI, ML, Computer Vision, OCR oder Anomalie-Erkennung..
- Alcomo – Automatische Temperaturprotokollierung mit Sensoren. https://www.alcomo.com/en/haccp-app-sensors/ (abgerufen am 2026-07-30). Preise: App 16,90, Temperatur-Logging-Add-on 12,90, kombiniert 29,80 CHF/EUR pro Monat, 10 % Rabatt bei Jahreszahlung; Hardware einmalig Gateway 150, Sensor mit integrierter Antenne 40, mit externer Antenne 45; Versand Schweiz ca. 40 CHF, Europa 120 EUR; kostenlose Testphase. Architektur ist Gateway plus Funk-Sensoren, die konkrete Funktechnik (Bluetooth/WLAN/LoRa) wird nicht benannt, keine offene API fuer Drittsensoren dokumentiert..
- Alcomo – HACCP App Uebersicht und Preise. https://www.alcomo.com/en/app/ (abgerufen am 2026-07-30). Basis-Abo 16,90 EUR pro Monat, Variante mit Telefon-Support 64,90 EUR pro Monat; Verfuegbarkeit je nach Land aus steuerlichen Gruenden eingeschraenkt; keine Nennung von KI-, ML-, OCR- oder Computer-Vision-Funktionen..
- Alcomo – FAQ zur HACCP App (Datenschutz und Support). https://www.alcomo.com/en/support/faq-alcomo-haccp-app/ (abgerufen am 2026-07-30). Daten liegen laut FAQ auf einem sicheren Server in der Schweiz, verschluesselte Uebertragung, kein Verkauf an Dritte, DSGVO-konform; E-Mail-Support fuer alle Kunden, Telefon-Support nur im kostenpflichtigen Support-Abo; Demo-Version dauerhaft testbar, Testdaten aber nur begrenzt gespeichert und nicht auditfest. Keine KI- oder ML-Funktionen genannt..
- Alcomo – Impressum. https://www.alcomo.com/impressum/ (abgerufen am 2026-07-30). Rechtstraeger laut Impressum ist die Alcomo AG, Ackerstrasse 45, 8610 Uster (Kanton Zuerich), Handelsregisternummer CHE-179.261.363. Die auf den englischen Seiten verwendete Bezeichnung Alcomo SA meint dieselbe Gesellschaft, deren eingetragene Firma Alcomo AG lautet..
- Moneyhouse – Firmeneintrag Alcomo AG. https://www.moneyhouse.ch/de/company/alcomo-ag (abgerufen am 2026-07-30). Unabhaengige Bestaetigung der Firma Alcomo AG mit Sitz Ackerstrasse 45, 8610 Uster (Kanton Zuerich)..
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Diese Seite bewerten wir redaktionell, mit kräftiger Unterstützung von Arthur Atlas, unserem KI-Analysten. Er prüft Bewertungen nach und markiert veraltete Angaben, sobald sich der Markt dreht. Unsere Angaben stammen überwiegend aus öffentlich zugänglichen Quellen wie Anbieter-Website, Doku und Preislisten. Preise und Funktionen können sich ändern.
Hinweis: Diese Angaben können veraltet oder fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel immer direkt auf der Website des Anbieters.
Preise geändert, Feature veraltet oder etwas fehlt?
Wir freuen uns über Hinweise und Ergänzungen.
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