KI-gestütztes Aufmaß und Grundrisserfassung
Apps mit KI-Bildanalyse erfassen Raummaße per Smartphone-Scan und generieren automatisch Grundrisse und Aufmaßdokumente, ohne Zollstock-Protokoll und manuelle Übertragung.
- Problem
- Aufmaß auf der Baustelle dauert je nach Objektgröße 1–4 Stunden. Die Übertragung in digitale Dokumente kostet nochmals Zeit, und Übertragungsfehler kosten Marge.
- KI-Lösung
- Smartphone- oder Tablet-Apps nutzen LiDAR-Sensoren kombiniert mit KI-Bildanalyse, um Räume in Minuten zu erfassen und direkt als Grundriss, Aufmaßliste oder Angebotsbasis zu exportieren.
- Typischer Nutzen
- Messen und Übertragen fallen in einen Schritt zusammen, die Zahl wandert ohne Abschreiben ins Angebot, und das Angebot kann beim Kundentermin entstehen.
- Setup-Zeit
- App-Auswahl und erster Test in 1–2 Wochen
- Kosteneinschätzung
- Preis pro Projekt bzw. pro Konvertierung, keine Jahrespauschale
Es ist Dienstag, 14:30 Uhr.
Lukas Hofmann, Fliesenlegermeister aus Augsburg, steht in einem Badezimmer im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses. Das Angebot soll bis Freitag raus. Er hat den Zollstock in der Hand, das Notizbuch auf der Fensterbank. Wand Nord: 2,47 Meter lang, 2,58 Meter hoch. Minus Fenster: 0,65 Meter breit, 0,85 Meter hoch. Er notiert. Wand Ost: 1,92 Meter, aber da ist die Nische, 0,45 Meter tief, 0,60 Meter breit…
20 Minuten später hat er 6 Seiten Notizen. Zurück im Büro überträgt er die Werte in Excel. 45 Minuten. Dann ins Angebotsprogramm. Weitere 30 Minuten. Drei Tage später ruft der Auftraggeber an: Sind 25 Quadratmeter Wandfliesen genug? Lukas schaut in seine Kalkulation. Er hat die Nische vergessen.
Nicht dramatisch. Eine Nachbestellung. 200 Euro drauf für den Expressversand, zwei Stunden Baustillstand.
Lukas legt auf. Er schaut in sein Notizbuch, das er von der Baustelle mitgenommen hat. Die Nische ist eingezeichnet, mit einem Pfeil, einem Maßeintrag, einem Fragezeichen. Er hatte sie gesehen. Er hatte sie notiert. Irgendwo auf Seite vier ist die Zahl verschwunden.
Für Unternehmen
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Das echte Ausmaß des Problems
Das klassische Aufmaß ist ein Prozess aus drei Schritten: Messen auf der Baustelle (Zollstock oder Lasermessgerät), Notizen auf Papier oder im Handy, Übertragung ins Büro in Angebotssoftware oder Excel. Jeder Schritt kostet Zeit, jeder Schritt birgt Fehlerquellen.
Für einen Malermeister mit 8 Gesellen kostet das Aufmaß für eine Wohnungssanierung (80 m², 5 Räume) etwa 1,5 bis 2 Stunden. Addiert man Fahrtzeit und Büroübertragung: 3 bis 4 Stunden pro Angebot. Bei 60 Angeboten pro Jahr sind das 180 bis 240 Stunden, also 4 bis 6 Wochen eines Mitarbeiters nur für Aufmaß und Angebotsvorbereitung.
Übertragungsfehler sind dabei nicht ungewöhnlich. 5 m² falsch aufgenommen oder übertragen, und entweder fehlt Material auf der Baustelle, oder es wurde zu viel kalkuliert und die Marge ist weg. Eine belastbare Fehlerquote für deutsche Handwerksbetriebe gibt es dazu nicht, jedenfalls haben wir keine gefunden. Was du stattdessen tun kannst: Zähl ein Jahr rückwärts, wie oft du nachbestellen musstest und wie oft Material übrig blieb. Diese zwei Zahlen sagen dir mehr über deinen Betrieb als jede Branchenstatistik.
Die Technologie dafür ist inzwischen ausgereift: iPad Pro und die Pro-Modelle des iPhone ab iPhone 12 Pro haben LiDAR-Sensoren, die ursprünglich für AR-Anwendungen entwickelt wurden. Apps wie MagicPlan oder Twindo nutzen diese Sensoren und KI-Bildanalyse für automatische Grundrisserkennung.
Zur Genauigkeit, und das ist die Zahl, auf die du wirklich achten solltest: Occipital gibt für Twindo an, die Modelle seien „bis zu 99 Prozent genau, wenn saubere Scan-Technik angewendet wird”. MagicPlan nennt auf seinen Produktseiten überhaupt keine Toleranz. Beides heißt: Wer eine konkrete Millimeter- oder Zentimeterzusage sucht, bekommt sie vom Hersteller nicht. 99 Prozent klingen gut, sind auf einer 4-Meter-Wand aber immer noch 4 Zentimeter. Prüfe das deshalb selbst, bevor du auf Basis eines Scans bestellst, der Test dauert fünf Minuten und steht weiter unten.
Mit vs. ohne KI, ein ehrlicher Vergleich
| Kennzahl | Ohne KI | Mit LiDAR-Scan-App |
|---|---|---|
| Aufmaßzeit für 80-m²-Wohnung (5 Räume) | 90–120 Minuten | 10–20 Minuten |
| Büroübertragungszeit | 30–45 Minuten | 5–10 Minuten (Export, Prüfung) |
| Übertragungsfehler | Jede Zahl wird mindestens zweimal abgeschrieben | Die Zahl wandert ohne Abschreiben weiter |
| Angebot beim Kundentermin möglich | Nicht möglich | Mit mobiler Software: ja |
| Maßgenauigkeit | Abhängig vom Ausführenden | Reproduzierbar, aber vom Hersteller nicht als Toleranz zugesagt |
Die Zeitangaben in dieser Tabelle sind Annahmen für die Beispielrechnung weiter unten, keine erhobenen Werte. Stopp die Zeit bei deinem nächsten Aufmaß, dann rechnest du mit deinen eigenen Zahlen.
Einschätzung auf einen Blick
Zeitersparnis, hoch (5/5) Der stärkste Zeitwert in dieser Handwerk-Gruppe, und zwar aus einem strukturellen Grund, nicht wegen einer Prozentzahl: Das ist der einzige Anwendungsfall, der einen ganzen Arbeitsschritt zusammenfallen lässt. Messen und Übertragen sind bisher zwei getrennte Tätigkeiten an zwei Orten, danach sind es eine. Keine andere KI-Anwendung im Handwerk hat einen vergleichbar direkten Effekt auf die Vor-Ort-Zeit. Wie groß der Effekt bei dir ausfällt, hängt an deiner Ausgangszeit, die nur du kennst.
Kosteneinsparung, mittel (3/5) Die direkten Kosteneinsparungen kommen aus reduzierten Kalkulationsfehlern (weniger Materialnachbestellungen, weniger Margeneinbußen), realer Effekt, aber kein großer Ausgabenblock, der wegfällt. Und die Werkzeugkosten sind nicht automatisch klein: Beide Anbieter rechnen nach Menge ab, bei hohem Aufmaßvolumen wachsen sie mit. Kein großer Kostenhebel wie die Baudokumentation oder die Qualitätsdokumentation.
Schnelle Umsetzung, mittel (3/5) Die App ist in einem Nachmittag heruntergeladen und in einem realen Objekt getestet. Aber bis der Prozess stabil läuft, der Export in die Angebotssoftware funktioniert und alle Mitarbeiter die App verlässlich bedienen, das dauert 2–4 Wochen. Kein komplizierter Einstieg, aber kein One-Day-Start.
ROI-Sicherheit, hoch (5/5) Zeitersparnis ist sofort messbar, der erste Scan zeigt dir, wie viel schneller es geht. Die klassische Fehlerquelle verschwindet dabei strukturell, weil keine Zahl mehr von Hand abgeschrieben wird. Neue Fehlerquellen kommen dafür hinzu, ein unsauber geführter Scan oder eine nicht erfasste Nische, deshalb bleibt die Sichtkontrolle des Grundrisses Pflicht. Einer der wenigen Anwendungsfälle im Handwerk, bei dem der Nutzen nach dem ersten Einsatz klar ist.
Skalierbarkeit, niedrig (2/5) Jedes Aufmaß braucht eine Person mit dem Gerät vor Ort. Der Prozess skaliert linear mit dem Auftragsvolumen, kein Hebel, keine Automatisierung ohne physische Anwesenheit. Der niedrigste Wachstumswert in dieser Gruppe, weil kein System selbständig läuft.
Richtwerte, stark abhängig von Angebotshäufigkeit, Objektgröße und verwendetem Gerät.
Was LiDAR-Scan-Apps konkret machen
LiDAR-Scanner (Light Detection and Ranging) senden Infrarot-Impulse aus und messen anhand der Reflexionszeit die Abstände zu Oberflächen. Das iPad Pro und die Pro-iPhones bauen daraus eine dreidimensionale Punktwolke des Raumes, Tausende Messpunkte pro Sekunde. Apple veröffentlicht für diesen Sensor keine Messtoleranz, und keine der Apps tut es an seiner Stelle.
Die KI-Komponente übernimmt die Interpretation: Sie erkennt Wände, Ecken, Türen, Fenster und Nischen in der Punktwolke und rekonstruiert daraus einen zweidimensionalen Grundriss. Das passiert in Echtzeit, während du durchs Zimmer gehst, entsteht der Grundriss auf dem Display.
Was du danach bekommst:
- Grundriss mit allen Maßen
- Flächenberechnungen für Böden, Wände, Decken
- Fenster- und Türmaße
- Export als PDF, DXF (CAD), oder Datenformat für gängige Handwerkersoftware
Der Scan eines Raumes dauert 30 bis 90 Sekunden. Eine 80-m²-Wohnung mit 5 Räumen ist in 15–20 Minuten vollständig erfasst.
Wichtige Einschränkung, und der Test, der sie ersetzt: Für millimetergenaue Arbeiten (historische Restaurierungen, maßgenaue Einbauten) taugt ein LiDAR-Scan nicht. Für Angebotskalkulation, Materialbestellung und die meisten Ausbaugewerke reicht er in der Regel. Weil kein Hersteller eine Toleranz zusagt, prüfst du das einmal selbst: Miss eine gerade Wand von vier bis fünf Metern mit dem Laser-Entfernungsmesser, scanne denselben Raum und vergleiche. Die Abweichung, die du dabei siehst, ist der Wert, mit dem du kalkulierst, nicht irgendeine Zahl aus einem Werbetext. Wiederhole den Test in einem dunklen und in einem stark verwinkelten Raum, dort wird es schlechter.
Konkrete Werkzeuge, was wann passt
Bei den Preisen lohnt sich das genaue Hinsehen, weil hier drei völlig verschiedene Abrechnungsmodelle nebeneinander stehen. Wer sie verwechselt, verkalkuliert sich um einen Faktor, nicht um ein paar Euro.
MagicPlan , die verbreitetste App für Grundrisserfassung per Smartphone. Verfügbar für iOS und Android, nutzt LiDAR auf kompatiblen Geräten und Kameramessung auf anderen. Abgerechnet wird pro Projekt, nicht pro Nutzer und nicht als Jahrespauschale. Ein Projekt ist laut Anbieter eine Immobilie oder Baustelle mit allen Grundrissen und Dokumenten dazu. Zwei Testprojekte sind kostenlos, danach starten die Tarife (Pro Flex, Pro 12, Pro 24) bei 10 neuen Projekten pro Monat, nicht verbrauchte Projekte werden in den Folgemonat übertragen, und jedes Projekt über dem Kontingent kostet 40 US-Dollar. Nutzer sind in allen Tarifen unbegrenzt enthalten. Die konkreten Tarifpreise lädt die Preisseite dynamisch nach, sie stehen nicht statisch online, also hol sie dir dort für deine Projektzahl. Beachte außerdem: MagicPlan positioniert sich inzwischen stark auf Sanierungs- und Versicherungsschadenabwicklung mit Xactimate-Export, für ein klassisches deutsches Ausbaugewerk ist die Ausrichtung enger geworden.
Twindo , bis Anfang 2025 unter dem Namen Canvas unterwegs, vom US-Anbieter Occipital. Nicht zu verwechseln mit CubiCasa, das ist ein anderes Unternehmen. Braucht ein LiDAR-fähiges iPhone Pro oder iPad Pro ab Baujahr 2020. Stärke ist die Konvertierung des Scans in editierbare CAD- und BIM-Dateien. Zwei Kostenblöcke, die zusammenkommen: ein Abo (Starter kostenlos mit bis zu 2 Projekten pro Monat, Essentials 29 US-Dollar pro Monat, Scale auf Anfrage) und zusätzlich eine Gebühr pro Konvertierung, je nach Ausgabeformat und Tarif 0,14 bis 0,29 US-Dollar pro Quadratfuß, also rund 2,00 bis 3,10 US-Dollar pro Quadratmeter, mit einem Mindestbetrag von 10 US-Dollar für 2D-Grundrisse und 20 US-Dollar für 3D-Modelle. Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung ist das je Konvertierung ein dreistelliger Betrag, nicht die früher hier genannten „360 Dollar im Jahr für unbegrenzte Scans”.
RoomSketcher , webbasiertes Tool mit Scan-Funktion, stärker auf Kunden-Präsentationen ausgerichtet. Weniger Präzisions-Aufmaß, mehr visualisierte Raumplanung. Gut für Raumausstatter und Inneneinrichter. Pro kostet 144 US-Dollar im Jahr (12 US-Dollar pro Monat) oder 24 US-Dollar im Monatsabo.
PlanRadar , österreichisches Unternehmen, spezialisiert auf Baudokumentation und Mängelmanagement für Teams. Gut für größere Objekte mit mehreren Beteiligten. Hier wird pro Nutzer abgerechnet: Basic 26 Euro pro Nutzer und Monat, allerdings auf genau einen Nutzer begrenzt, Starter 89 Euro und Pro 129 Euro pro Nutzer und Monat. Drei Pro-Nutzer sind also 387 Euro im Monat, nicht 129.
Tipp für die App-Auswahl: Teste 2–3 Apps in einem realen Objekt und prüfe die Exportkompatibilität mit deiner Angebotssoftware, bevor du dich entscheidest. Die Scan-Qualität ist ähnlich, die Unterschiede liegen im Export, in der Bedienoberfläche und vor allem im Abrechnungsmodell.
Datenschutz und Datenhaltung
LiDAR-Scans erzeugen detaillierte 3D-Modelle von Räumen, und damit potenziell von Privathaushalten. Für Scans in Kundengebäuden gilt: Du brauchst die informierte Einwilligung des Auftraggebers. Das ist in der Praxis kein großes Hindernis, erkläre, was die App macht und wofür die Daten genutzt werden. Die meisten Kunden sind einverstanden.
Cloud-Synchronisation ausschalten, wenn Scans nicht auf externen Servern gespeichert werden sollen. Die beiden Anbieter unterscheiden sich hier deutlich, und zwar anders, als oft behauptet wird:
- MagicPlan gehört zur kanadischen Technologies magicplan Inc. in Montréal. Die Datenschutzerklärung nennt Google Firebase als Dienst und schreibt, dass dafür „nach Möglichkeit Server in der EU” genutzt werden, eine Übermittlung in die USA aber nicht ausgeschlossen werden kann. Das Unternehmen benennt einen Datenschutzbeauftragten, führt eine Unterauftragnehmerliste und gibt an, dem EU-US Data Privacy Framework zu folgen.
- Twindo ist in dieser Frage eindeutig: In der Datenschutzerklärung steht wörtlich, die Daten würden in den Vereinigten Staaten verarbeitet.
Für Scans in bewohnten Privaträumen ist das der Unterschied, den du deinem Auftraggeber erklären können musst. Prüfe in beiden Fällen die Einstellungen und deaktiviere das Cloud-Backup, wenn Scans das Gerät nicht verlassen sollen.
Was es kostet, realistisch gerechnet
Einstieg ( MagicPlan , iPad nutzen falls vorhanden)
- MagicPlan: 2 Projekte kostenlos zum Testen, danach ein Tarif ab 10 neuen Projekten pro Monat, jedes weitere Projekt 40 US-Dollar, Nutzerzahl egal. Den Tarifpreis für deine Projektzahl holst du dir auf der Preisseite, er wird dort dynamisch geladen.
- iPad Pro (falls nicht vorhanden): 1.200–2.000 Euro einmalig
- Einarbeitung: 1–2 Arbeitstage
Professionell ( Twindo + CAD-Integration)
- Twindo: Starter kostenlos bis 2 Projekte pro Monat, Essentials 29 US-Dollar pro Monat, dazu pro Konvertierung 0,14 bis 0,29 US-Dollar pro Quadratfuß (Mindestbetrag 10 bis 20 US-Dollar)
- Schnittstellenanpassung zur Angebotssoftware: 500–2.000 Euro einmalig (je nach Software)
Beispielrechnung, mit deinen Zahlen nachzurechnen: Malerbetrieb, 60 Angebote im Jahr, Aufmaß bisher 2 Stunden pro Angebot inklusive Büroübertragung, Stundenverrechnungssatz 65 Euro. Das sind 7.800 Euro Aufmaßkosten im Jahr. Sinkt der Aufwand auf 30 Minuten pro Angebot, bleiben 1.950 Euro, also 5.850 Euro weniger gebundene Zeit.
Die Werkzeugkosten kannst du hier nicht pauschal gegenrechnen, weil beide Anbieter nach Menge abrechnen: 60 Aufmaße im Jahr sind bei MagicPlan im Schnitt 5 Projekte im Monat, also unterhalb des Einstiegskontingents von 10, und bei Twindo 60 Konvertierungen mit jeweils eigenem Preis. Setz deine eigene Projektzahl in die Preisseite des Anbieters ein, bevor du die Ersparnis als Gewinn verbuchst. Ein pauschales Verhältnis wie „50 zu 1”, das hier früher stand, entsteht nur, wenn man einen erfundenen Jahrespreis einsetzt.
Klingt das nach eurem Alltag? Ob sich dieser Use Case bei euch rechnet, klären wir im Erstgespräch: 30 Minuten, kostenlos.
Erstgespräch anfragenTypische Einstiegsfehler
1. Falsches Gerät. iPhones ohne LiDAR-Sensor, also alle Nicht-Pro-Modelle und alle Geräte vor dem iPhone 12 Pro, liefern deutlich schlechtere Ergebnisse als LiDAR-fähige Geräte. Die App verwendet dann Kamera-basierte Schätzung, funktioniert, aber deutlich ungenauer. Gerät vor dem ersten professionellen Einsatz prüfen.
2. Schwierige Lichtverhältnisse werden unterschätzt. Sehr dunkle Räume oder starkes Gegenlicht beeinträchtigen die Scan-Qualität. Fenster abdunkeln oder zusätzliche Beleuchtung mitbringen, wenn der Scan in einem dunklen Keller oder Dachboden gemacht wird.
3. Export-Kompatibilität wird zu spät geprüft. Die schönste App nützt nichts, wenn der Export nicht in die eigene Angebotssoftware passt. Vor dem Produktiveinsatz: Schnittstellen testen, Maßstab prüfen, manuellen Nachbearbeitungsaufwand abschätzen.
4. Das System wird nach der Einführung nicht gepflegt. App-Updates verändern gelegentlich das Export-Format oder das Scan-Verhalten. Angebotssoftware bekommt neue Versionen. Wer nach der Einführung nie mehr prüft, ob Schnittstellen noch stimmen oder Scan-Qualität noch ausreicht, erlebt irgendwann einen stillen Fehler, und merkt es erst bei einer falschen Kalkulation. Zweimal jährlich fünf Minuten: Export-Test, Maßstab-Kontrolle, App-Changelog lesen.
Was mit der Einführung wirklich passiert, und was nicht
Was passiert: Der erste Scan in einem realen Objekt ist beeindruckend. Danach gibt es eine Lernkurve von 2–4 Wochen, bis der Prozess flüssig läuft, App-Bewegungen, Scan-Technik, Export-Routine.
Was nicht passiert: Der Aufmaß-Aufwand verschwindet vollständig. Der Scan selbst ist schnell, aber Nachkontrolle, Export und gelegentliche manuelle Korrekturen bleiben. 30 Minuten statt 2 Stunden ist das realistische Ziel, nicht 5 Minuten.
Unerwarteter Nebeneffekt: Kunden sind beeindruckt, wenn der Meister beim Besichtigungstermin in 15 Minuten einen vollständigen Grundriss auf dem Tablet zeigt. Professionelle Außenwirkung als Wettbewerbsvorteil.
Realistischer Zeitplan mit Risikohinweisen
| Phase | Dauer | Was passiert | Typisches Risiko |
|---|---|---|---|
| App-Auswahl und Test | Woche 1–2 | 2–3 Apps in echten Objekten testen, Genauigkeit prüfen, Export testen | App passt nicht zur Angebotssoftware, Schnittstelle frühzeitig prüfen |
| Einarbeitung eines Pioniers | Woche 2–4 | Eine Person lernt die App gründlich, gibt an Kollegen weiter | Ältere Mitarbeiter zögern, mit technikaffinen Mitarbeitern starten |
| Integration in Angebotsprozess | Monat 2–3 | Aufmaß-App wird Standard für alle neuen Angebote | Parallel-Betrieb zu lange, klares Umstellungsdatum setzen |
| Vollintegration | Monat 3–6 | Export in Angebotssoftware vollautomatisieren, Zeitgewinn messen | Zu viele manuelle Schritte bleiben, Schnittstellenqualität iterativ verbessern |
Häufige Einwände, und was dahintersteckt
„Die Genauigkeit reicht für Präzisionsarbeiten nicht aus.” Für millimetergenaue Verlegepläne oder historische Restaurierungen: stimmt. Für Malerarbeiten, Bodenbeläge, Trockenausbau und Angebotskalkulationen reicht die Genauigkeit in aller Regel, und der Scan erfasst die tatsächliche Geometrie statt einer idealisierten. Eine Toleranzzusage bekommst du vom Hersteller allerdings nicht, deshalb der Vergleichstest gegen den Laser-Entfernungsmesser, bevor du dich darauf verlässt.
„Unsere Kunden haben oft alte Gebäude mit unregelmäßigen Wänden.” LiDAR-Scan ist gerade bei unregelmäßigen Räumen besser als manuelle Messung: Er erfasst die tatsächliche Geometrie, nicht eine idealisierte Rechteckfläche. Bei ausgeprägten Schieflagen und Wölbungen kann manuelles Ergänzen nötig sein, aber das ist die Ausnahme.
„Wir arbeiten auch auf Android-Geräten.” MagicPlan funktioniert auf Android, ohne LiDAR, aber mit Kamera-basierter Messung. Die Qualität ist geringer als mit LiDAR, aber für viele Anwendungen ausreichend. Wer die volle Qualität will, braucht ein Apple-Gerät mit LiDAR-Sensor, also ein iPad Pro oder ein iPhone der Pro-Reihe ab dem iPhone 12 Pro. Die Nicht-Pro-Modelle haben den Sensor nicht, auch neuere nicht.
Woran du merkst, dass das zu dir passt
- Du machst mehr als 3 Aufmaßtermine pro Monat und der Aufwand summiert sich auf mehrere Stunden
- Übertragungsfehler haben in den letzten 12 Monaten zu Problemen auf der Baustelle geführt
- Du hast Zugang zu einem LiDAR-fähigen iPhone oder iPad (oder bist bereit, eines anzuschaffen)
Wann du es noch nicht brauchst:
- Wenn du weniger als 2–3 Aufmaßtermine pro Monat hast, der Einrichtungsaufwand amortisiert sich kaum
- Wenn deine Aufträge ausschließlich im Außenbereich oder in Bereichen stattfinden, wo LiDAR-Scan nicht funktioniert (offene Baustellen, große Außenflächen)
- Wenn du bereits die Aufmaß-Dokumentation mit KI nutzt, das ist der natürliche Vorläufer; LiDAR-Scan geht einen Schritt weiter, setzt aber auf einer ähnlichen Logik auf
Das kannst du heute noch tun
Lade MagicPlan oder Twindo auf dein iPhone oder iPad, beide haben ein kostenloses Kontingent zum Testen. Nimm einen einzigen Raum in deinem eigenen Büro oder Zuhause. Miss vorher eine lange Wand mit dem Laser-Entfernungsmesser und schreib den Wert auf. Dann scanne, exportiere den Grundriss als PDF und vergleiche. Das dauert 20 Minuten und liefert dir genau die Zahl, die dir kein Hersteller nennt: die Abweichung unter deinen Bedingungen.
Mitarbeiter:in
KI-Assistent
Quellen & Methodik
- MagicPlan, Abrechnungsmodell: Preis pro Projekt, Tarife ab 10 neuen Projekten pro Monat, 40 US-Dollar je zusätzlichem Projekt, unbegrenzte Nutzer in allen Tarifen, nicht genutzte Projekte werden übertragen (magicplan.app/pricing, abgerufen am 18.09.2026). Die Tarifpreise selbst lädt die Seite dynamisch nach und stehen deshalb nicht in diesem Text.
- MagicPlan, Anbieter und Datenhaltung: Technologies magicplan Inc., 1275 Av. des Canadiens-de-Montréal, Montréal, Québec, Kanada (Impressum); Google Firebase „nach Möglichkeit” mit Servern in der EU, Übermittlung in die USA nicht ausgeschlossen, EU-US Data Privacy Framework (Datenschutzerklärung, abgerufen am 18.09.2026).
- Twindo (ehemals Canvas), Anbieter, Genauigkeit und Preise: Occipital Inc., „Twindo (formerly Canvas)”, Modelle „bis zu 99 Prozent genau bei sauberer Scan-Technik”, LiDAR-fähiges iPhone Pro oder iPad Pro ab 2020 (twindo.com); Starter kostenlos bis 2 Projekte pro Monat, Essentials 29 US-Dollar pro Monat, Konvertierung 0,14 bis 0,29 US-Dollar pro Quadratfuß, Mindestbetrag 10 bzw. 20 US-Dollar (twindo.com/pricing); Verarbeitung in den USA (Datenschutzerklärung, alle abgerufen am 18.09.2026).
- PlanRadar, Preise pro Nutzer: Basic 26 €, Starter 89 €, Pro 129 €, jeweils pro Nutzer und Monat (planradar.com/de/preise, abgerufen am 18.09.2026).
- Weitere Toolpreise: Stand unserer Toolseiten, siehe RoomSketcher .
- Nicht belegbar und deshalb nicht mehr auf dieser Seite: eine ZDH-Studie 2023 zu Kalkulationsfehlern bei der Aufmaß-Übertragung, eine Fehlerquote von 3 bis 8 Prozent, eine Genauigkeitsangabe von ±1 bis 2 cm, ein MagicPlan-Jahrespreis von 100 bis 120 Euro, ein Canvas-Jahrespreis von 360 Dollar und die Behauptung, Canvas sei früher CubiCasa gewesen. Der ZDH veröffentlicht Sonderumfragen, aber keine Erhebung dieses Inhalts. Apple nennt für den LiDAR-Sensor keine Messtoleranz, MagicPlan auf seinen Produktseiten ebenfalls nicht. CubiCasa ist ein eigenständiges Unternehmen, Canvas kam von Occipital und heißt heute Twindo.
- Eigene Projekterfahrung gibt es zu diesem Thema nicht, und frühere Fassungen dieser Seite haben zu Unrecht welche behauptet. Die Zeitangaben in den Tabellen sind Annahmen für die Beispielrechnung, keine Messwerte.
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