RoomSketcher
RoomSketcher AS
Webbasiertes Raumplanungs- und Visualisierungstool aus Norwegen. Kombiniert klassische 2D-/3D-Editoren mit AI-Konvertierung von Skizzen und LiDAR-Scans in editierbare Grundrisse. Stark für Makler-Präsentationen und Inneneinrichtung — kein Werkzeug für präzises Handwerker-Aufmaß.
Kosten: Kostenlos (Pay-as-you-Go); Pro 144 USD/Jahr (12 USD/Monat); Team 420 USD/Jahr (35 USD/Monat); Pro-Floor-Plan-Service ab 38 USD/Etage
Stärken
- AI Convert wandelt hochgeladene Skizzen oder PDF-Grundrisse in editierbare Layouts um
- FloorCapture: iPhone/iPad-LiDAR-Scan wird automatisch in einen Grundriss übersetzt
- Webbasiert mit großer Möbel- und Materialbibliothek — keine Installation nötig
- Norwegischer Anbieter mit deutschsprachiger Website (roomsketcher.de) und EWR-Sitz
Einschränkungen
- Kein generativer KI-Designer — keine ChatGPT-artige Raum-Neugestaltung per Prompt
- Genauigkeit der LiDAR-Erfassung schlechter als bei spezialisierten Scannern wie Canvas
- Credits-Modell verschleiert echte Kosten — viele Funktionen verbrauchen monatliches Kontingent
- Keine echte Mehrbenutzer-Kollaboration in Echtzeit (Team-Plan teilt nur Projekte)
- Pro-Plan ohne separate AVV — DSGVO-Dokumentation für Geschäftskunden dünn
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du brauchst hübsche 3D-Visualisierungen für Makler-Exposés oder Kundenpitches
- Du willst bestehende Papier- oder PDF-Grundrisse digitalisieren
- Du nutzt iPhone/iPad mit LiDAR und willst schnell Aufmaße scannen
- Du suchst eine günstige Web-Lösung ohne CAD-Lernkurve
Wann nein
- Du brauchst Aufmaße mit Handwerker-Genauigkeit (±1 cm) für Bauausführung
- Du willst KI-generierte Raumvorschläge per Textprompt
- Du arbeitest in einem großen Team mit Echtzeit-Kollaboration (eher Autodesk/SketchUp)
- Du brauchst BIM-Funktionen oder Schnittstellen zu Bau-Software
Kurzfazit
RoomSketcher ist ein solides, aber kein KI-getriebenes Raumplanungstool. Der Kern ist ein klassischer Web-Editor für 2D- und 3D-Grundrisse mit großer Möbelbibliothek — die KI-Funktionen (FloorCapture per LiDAR, AI Convert von Skizzen) sind nützliche Ergänzungen, aber nicht das Herz des Produkts. Wer hübsche Visualisierungen für Makler-Exposés oder Kundenpräsentationen braucht, bekommt für 144 USD/Jahr ein faires Angebot. Für millimetergenaues Handwerker-Aufmaß oder generative Raumkonzepte gibt es bessere Werkzeuge.
Für wen ist RoomSketcher?
Immobilienmakler: Aus einem Skizzen-Foto wird in Minuten ein präsentabler Grundriss mit 3D-Ansicht für das Online-Exposé. Die Bibliothek liefert Möbel und Materialien — Wohnungen lassen sich virtuell „möbliert” zeigen, was die Klickrate auf Immobilienportalen erhöht.
Inneneinrichter und Raumausstatter: Vor dem Kundengespräch lassen sich Möblierungsvarianten durchspielen und als 3D-Renderings oder 360-Grad-Touren präsentieren. Das verkürzt Beratungsschleifen und reduziert Reklamationen wegen Missverständnissen.
Kleine Architekturbüros: Für schnelle Konzeptvisualisierungen vor dem CAD-Detailausbau. Wer Allplan, Archicad oder Revit nicht hochfahren möchte, kommt mit RoomSketcher in Minuten zum Bild.
Privatnutzer mit Renovierungsplänen: Der kostenlose Pay-as-you-Go-Plan reicht für ein einzelnes Hausprojekt. Möbel umstellen, Wandfarben testen, Materialien vergleichen — ohne Abo.
Weniger geeignet für: Handwerker mit Aufmaß-Pflicht (Canvas oder MagicPlan sind genauer), Bauplaner mit BIM-Anforderungen (Autodesk/Allplan), Designer, die generative Raum-Konzepte per Prompt erwarten (das kann RoomSketcher nicht).
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Free / Pay-as-you-Go | 0 USD | 1 Nutzer, eingeschränkte Möbelbibliothek, 3 Snapshots, professionelle Grundriss-Bestellung ab 38 USD/Etage |
| Pro | 144 USD/Jahr (12 USD/Monat) oder 24 USD im Monatsabo | 1 Nutzer, 5 Credits/Monat, 100 Projekte im Archiv, volle Bibliothek, AI Convert |
| Team | 420 USD/Jahr (35 USD/Monat) oder 70 USD im Monatsabo | 5 Nutzer, 20 Credits/Monat, 500 Projekte, Branding-Optionen |
Einordnung: RoomSketcher rechnet in „Credits” — eine Währung, die für 3D-Renderings, 360-Grad-Touren und KI-Konvertierungen verbraucht wird. Das verschleiert die echten Nutzungskosten. Wer nur klickweise plant, kommt mit dem Pro-Plan aus. Wer regelmäßig 3D-Visualisierungen produziert, sollte vor dem Abschluss einmal überschlagen, wie viele Credits eine typische Wohnung kostet — sonst landet man schnell bei Aufstockungen.
Verglichen mit klassischen CAD-Lizenzen (Allplan, Archicad ab ~1.500 EUR/Jahr) ist RoomSketcher günstig. Verglichen mit smartphone-nativen Wettbewerbern (snap Home, MagicPlan) ist es preislich im Mittelfeld.
Stärken im Detail
FloorCapture spart echtes Aufmaß-Zeit. Wer ein iPhone Pro oder iPad mit LiDAR-Sensor besitzt, scannt einen Raum und bekommt einen brauchbaren 2D-Grundriss zurück — die KI erkennt Wände, Türen und Fenster aus den Punktwolken. Das ist nicht millimetergenau, reicht aber für Makler-Exposés und Visualisierungen vollkommen aus.
AI Convert digitalisiert Bestandspläne. Du fotografierst einen Papier-Grundriss oder lädst ein altes PDF hoch — die KI wandelt das in ein editierbares Layout. Für Makler, die Bestandsobjekte digitalisieren müssen, ist das ein echter Zeitgewinn. Auch alte Bauakten werden so wieder bearbeitbar.
Web-only ohne Installationsstress. Kein Download, keine GPU-Anforderungen, läuft im Browser. Das macht das Tool tauglich für gemischte IT-Umgebungen (Mac, Windows, Chromebook) und für Schulungen, in denen Teilnehmer nichts installieren dürfen.
Große Material- und Möbelbibliothek. Hersteller-Texturen, Tausende Möbel, Pflanzen, Sanitärobjekte. Für realistische Renderings ohne Eigenmodellierung ist die Bibliothek der wichtigste praktische Wert.
Norwegischer Anbieter im EWR. RoomSketcher AS sitzt in Norwegen — Norwegen ist EWR-Mitglied, GDPR gilt vollständig. Anders als bei US-Tools entfällt das Datentransfer-Drama.
Schwächen ehrlich betrachtet
Keine generative KI im Sinne von 2026. Wer „KI” im Marketing liest, denkt an ChatGPT-artige Prompts: „Mach mir aus diesem Wohnzimmer einen skandinavischen Loft.” Das kann RoomSketcher nicht. Die KI-Funktionen sind klassische Computer Vision (Skizze erkennen, Punktwolke segmentieren) — nützlich, aber konzeptuell aus dem letzten Jahrzehnt.
Genauigkeit reicht nicht für Handwerker-Aufmaß. Die LiDAR-Erfassung produziert Toleranzen im Zentimeter-Bereich. Für eine Raumplanung okay, für eine Schreiner-Bestellung oder eine Sanitär-Vorfertigung zu ungenau. Hier ist Canvas (LiDAR) deutlich präziser, weil es spezialisierte Punktwolken-Pipelines nutzt.
Credits-System ist intransparent. Wie viele Credits ein 3D-Photo kostet, steht nicht prominent in der Pricing-Tabelle. Die Folge: Pro-Nutzer mit 5 Credits/Monat sind nach zwei größeren Projekten leer und müssen nachkaufen. Das ist nicht betrügerisch, aber es täuscht die effektive monatliche Kostenbasis.
Keine Echtzeit-Kollaboration. Der Team-Plan teilt Projekte zwischen 5 Nutzern, aber nicht im Sinne von Figma oder Miro (mehrere Cursor gleichzeitig). Wer im Team an einem Layout arbeitet, muss sich abwechseln.
DSGVO-Dokumentation ist dünn. Die Privacy-Policy-URL war zum Recherchezeitpunkt nicht erreichbar (404). Auch ein expliziter AVV-Vertragsstandard für KMU ist nicht öffentlich dokumentiert. Für Geschäftskunden mit Datenschutz-Pflichten ein Risiko, das man vor dem Einsatz klären muss.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Millimetergenaues Aufmaß per LiDAR brauchst | snap Home oder spezialisierte LiDAR-Tools |
| Immobilien-Fotos KI-gestützt aufpeppen willst (Staging) | Photoroom oder Claid.ai |
| Generative Bildkonzepte und Moodboards für Räume erstellen willst | Adobe Firefly |
| Baudokumentation und Mängelmanagement vor Ort führen willst | PlanRadar |
In der Prosa erwähnen wir auch Canvas, MagicPlan, Autodesk Revit und SketchUp — das sind reale Wettbewerber, aber unsere Reviews dazu sind noch nicht vollständig verifiziert. Nicht jede Erwähnung wird zum Klick-Link, weil wir nur auf geprüfte Tool-Seiten verlinken.
So steigst du ein
Schritt 1: Lege auf roomsketcher.com einen Free-Account an — kein Zahlungsmittel nötig. Beginne mit einem Beispielprojekt (Wohnung, ca. 80 m²) und teste den 2D-Editor: Wände ziehen, Türen setzen, Möbel platzieren. Plane 30–45 Minuten Einarbeitung.
Schritt 2: Wenn du iPhone/iPad mit LiDAR hast: Lade die RoomSketcher-App, scanne einen echten Raum mit FloorCapture. Vergleiche das Ergebnis mit deinen tatsächlichen Maßen — du erkennst sofort die Toleranz. Wenn die für deinen Anwendungsfall reicht, lohnt sich Pro.
Schritt 3: Plane vor dem Pro-Upgrade durch, wie viele Credits ein typisches Projekt kostet. Erstelle ein 3D-Photo, prüfe die Credit-Belastung. Wer pro Monat mehr als 3–4 Renderings braucht, sollte gleich zum Team-Plan greifen oder Credit-Pakete nachkaufen.
Ein konkretes Beispiel
Ein Hamburger Maklerbüro mit acht Mitarbeitern hat den Team-Plan im Einsatz. Bei einer Bestandsaufnahme fotografieren die Makler vor Ort den Papier-Grundriss aus den Bauakten und laden ihn in RoomSketcher hoch — AI Convert erzeugt in 90 Sekunden ein editierbares Layout. Anschließend werden Standardmöbel platziert und ein 3D-Photo gerendert, das direkt ins Exposé wandert. Was früher 2 Stunden mit einem externen Architektenbüro dauerte (90–120 EUR pro Objekt), kostet jetzt 15 Minuten interne Arbeitszeit. Bei 30 Objekten im Monat amortisiert sich das Abo binnen einer Woche.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: RoomSketcher AS sitzt in Norwegen (EWR). Konkrete Server-Standorte und AWS-Regionen sind in den öffentlich zugänglichen Dokumenten zum Recherchezeitpunkt nicht eindeutig dokumentiert.
- Datennutzung: Hochgeladene Grundrisse werden für die KI-Konvertierung verarbeitet. Eine Opt-out-Option für Trainingsdaten-Nutzung ist nicht prominent dokumentiert.
- AVV-Vertrag: Kein standardisierter Auftragsverarbeitungsvertrag öffentlich verfügbar — für Geschäftskunden vor Vertragsabschluss aktiv anfragen.
- Account-Löschung: Über die Kontoeinstellungen möglich.
- Empfehlung für Unternehmen: Keine personenbezogenen Daten (z. B. Eigentümeradressen, Mieterinfos) in Projektnamen oder Notizen ablegen. Für Makler mit Berufsgeheimnis-Berührung (z. B. Verwalter, Anwälte) vor dem Einsatz die Datenschutzerklärung einfordern und eine Kurz-DSFA durchführen.
- Rechtsstand: Norwegen wendet die DSGVO über das EWR-Abkommen an — formal ein Vorteil gegenüber US-Anbietern.
Gut kombiniert mit
- Photoroom — RoomSketcher liefert den Grundriss und das 3D-Rendering, Photoroom poliert die echten Wohnungs-Fotos für das Exposé (Hintergrund entfernen, Beleuchtung optimieren).
- Claid.ai — Für AI-Staging echter Räume: leerer Raum wird mit virtuellen Möbeln gefüllt — die ideale Ergänzung zum strukturierten Grundriss aus RoomSketcher.
- PlanRadar — Wenn aus dem Visualisierungs-Projekt ein echtes Bauvorhaben wird, übernimmt PlanRadar die Mängelerfassung und Baudokumentation.
Unser Testurteil
RoomSketcher verdient 3 von 5 Sternen. Es ist ein ehrliches, kompetentes Werkzeug für Visualisierung und schnelle Grundriss-Digitalisierung — aber es ist kein KI-First-Produkt im modernen Sinn. Die KI-Funktionen sind sinnvolle Add-ons (LiDAR-Scan, AI Convert), nicht der Kern des Wertversprechens. Wer das akzeptiert und Visualisierungen für Makler-Exposés oder Inneneinrichtungs-Pitches braucht, bekommt ein faires Angebot zu fairem Preis. Wer „KI-Raumplaner per Prompt” erwartet, wird enttäuscht — diese Kategorie wird derzeit von generativen Bildmodellen wie Adobe Firefly besetzt, nicht von klassischen Floor-Plan-Editoren mit aufgesetzter KI.
Was wir bemerkt haben
- Mai 2026 — Die Privacy-Policy-Seite war zum Recherchezeitpunkt nicht erreichbar (HTTP 404 unter
/privacy-policy/). Für ein DSGVO-relevantes Tool ist das ein Warnsignal — wer Geschäftskunde werden will, sollte vor Vertragsabschluss eine aktuelle Datenschutzerklärung schriftlich anfordern. - 2024 — RoomSketcher hat „AI Convert” und „FloorCapture” prominent ins Marketing aufgenommen. Beide Funktionen sind technisch reale Computer-Vision-Pipelines, kein bloßes Marketing — der Sprung von „klassischem CAD-Tool” zu „AI-First” wird damit aber nicht vollzogen.
- Allgemein — Das Credits-Modell hat in den letzten Jahren mehrfach Diskussionen ausgelöst: Was vorher als „inklusive” galt, kostet heute Credits. Wer langfristig kalkuliert, sollte aktuelle Credit-Kosten pro Render-Aktion prüfen — die sind nicht stabil.
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