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Workday Adaptive Planning

Workday Inc.

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Workday Adaptive Planning (ehemals Adaptive Insights, 2018 von Workday übernommen) ist eine Cloud-Plattform für Budgetierung, rollierendes Forecasting und Reporting. Excel-ähnliche Modellierung, einfacher einzuführen als Anaplan, mit nativer Anbindung an Workday HCM und Financials. Seit 2024/25 verstärkt um den Workday Planning Agent und Illuminate-KI-Funktionen: konversationelle Planung, automatische Anomalieerkennung und KI-gestützte Forecast-Vorschläge.

Kosten: Preise auf Anfrage; laut Branchenberichten 2026 typisch 10.000–700.000 USD/Jahr je nach Umfang. Grobrichtwert: 20–40 USD pro Mitarbeiter/Jahr + Implementierungskosten in Höhe von 100–150 % der Jahreslizenz

Kategorien

Stärken

  • Excel-ähnliche Modellierung, Controller können direkt loslegen ohne neue Sprache zu lernen
  • Native Integration mit Workday HCM und Workday Financial Management, für Workday-Bestandskunden Pflicht
  • Vorgefertigte Connectors für SAP, Oracle, NetSuite, MS Dynamics, Implementierung schneller als bei Anaplan
  • Workday Planning Agent für konversationelle Planung und Was-wäre-wenn-Szenarien
  • Illuminate-KI für Anomalieerkennung, Forecast-Vorschläge und automatisches Variance-Reporting
  • Drill-Through bis auf Buchungsebene, Controller können Abweichungen direkt zur Quelle zurückverfolgen

Einschränkungen

  • Maximale Modellkomplexität niedriger als Anaplan, bei Multi-Dimensional-Planungen mit 6+ Dimensionen Grenzen
  • Implementierungskosten oft so hoch wie die erste Jahreslizenz, typisch 100–150 % der Lizenz
  • Lizenzmodell pro Nutzer wird bei breiter Ausrollung schnell teuer
  • Connected Planning über Finance hinaus weniger ausgereift als Anaplan oder Pigment
  • KI-Funktionen (Planning Agent, Illuminate) primär für Bestandskunden im Workday-Ökosystem optimiert
  • Lizenz- und Implementierungskosten nicht transparent, Verhandlung erforderlich

Passt gut zu

FP&A-Teams in Mittelstand und Konzernen Workday-Bestandskunden (HCM, Financials) Budget- und Forecast-Beschleunigung Rollende Planung statt Jahresbudget

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du nutzt bereits Workday HCM oder Workday Financial Management
  • Du willst Excel-Planungsdateien durch eine echte Plattform ablösen
  • Du brauchst rollierende Forecasts statt nur jährliche Budgets
  • Du planst FP&A-Transformation mit Implementierungspartner (Deloitte, KPMG, Accenture)

Wann nein

  • Du brauchst eine schlanke Lösung für ein Startup oder kleines KMU (50.000+ EUR Setup ist Overkill)
  • Du baust hochkomplexe Multi-Dimensional-Modelle mit 6+ Dimensionen, Anaplan ist mächtiger
  • Du willst ein modernes, kollaboratives Tool für Tech-affine FP&A-Teams (Pigment passt besser)
  • Du suchst eine reine Konsolidierungs-Lösung, LucaNet ist im DACH-Markt etablierter

Kurzfazit

Workday Adaptive Planning ist die pragmatische Wahl in der FP&A-Plattform-Klasse: weniger mächtig als Anaplan, aber schneller einsetzbar und für Excel-trainierte Controller intuitiver. Wer bereits Workday HCM oder Financial Management nutzt, kommt an Adaptive Planning praktisch nicht vorbei, die native Integration ist ein Mehrwert, den keine Drittlösung erreicht. Mit dem Planning Agent (konversationelle Planung) und Illuminate-KI-Funktionen für Anomalieerkennung und Forecast-Vorschläge hat Workday seit 2024/25 ernsthaft KI ins Tool gebracht. Schwächen: Lizenz- und Implementierungskosten sind intransparent und in Summe substanziell (Implementierung typisch 100–150 % der Jahreslizenz), die KI-Funktionen entfalten ihren Mehrwert vor allem im Workday-Ökosystem. Für mittelständische und große Unternehmen mit FP&A-Transformation und Workday-Basis: erste Wahl. Für alle anderen: gegen Anaplan, Pigment oder Jedox testen.

Für wen ist Workday Adaptive Planning?

FP&A-Teams in Mittelstand und Konzern: Sweetspot ab ca. 500 Mitarbeitenden und einem strukturierten FP&A-Prozess. Adaptive Planning ersetzt Excel-Landschaften durch eine zentrale Plattform mit echten Versionen, Audit-Trail und Rollen-/Rechtekonzept, das ist für interne und externe Revision der eigentliche Hebel, nicht nur die Geschwindigkeit.

Workday-Bestandskunden: Wer Workday HCM (Personal- und Stellenplanung), Workday Financial Management (Hauptbuch, Konsolidierung) oder beides bereits nutzt, hat eine native Anbindung ohne ETL-Aufwand. Stammdaten, Ist-Werte und Workforce-Daten fließen ohne Reibung in die Planung. Dieser Vorteil ist real und in Konkurrenzlösungen nicht reproduzierbar.

Controller mit Excel-DNA: Adaptive Planning bildet das Excel-Mentalmodell (Zellen, Formeln, Sheets) direkt in der Web-Oberfläche ab. Die Lernkurve für klassische Controller ist deutlich flacher als bei Anaplan (eigene Sprache: Anaplan PlanIQ + PolarAI) oder Board (komplexes Multi-Dimensional-Modell).

Unternehmen auf dem Weg zu rollierender Planung: Wer vom Jahresbudget zum monatlich oder quartalsweise rollierenden Forecast wechseln will, profitiert von der Excel-ähnlichen Modellierung kombiniert mit automatischen Variance-Reports und KI-gestützten Forecast-Vorschlägen.

Mittelstand mit Implementierungsbudget: Adaptive Planning braucht typisch einen externen Partner (Deloitte, KPMG, Accenture, Kainos) für die Implementierung, das ist Investition. Wer das Budget nicht hat oder das Projekt selbst stemmen will, sollte sich Jedox (deutscher Anbieter, schlankere Einführung) oder Datarails (Excel-Add-in-Ansatz) ansehen.

Weniger geeignet für: Startups und kleine KMU (Setup-Kosten sprengen den Rahmen), hochkomplexe Connected-Planning-Szenarien mit vielen Dimensionen (Anaplan oder Pigment sind mächtiger), reine Konsolidierungs-Use-Cases (LucaNet ist im DACH-Markt führend) und Teams ohne klares FP&A-Prozessbild, ohne Prozessfundament beschleunigt Adaptive Planning das Chaos.

Preise im Detail

TierPreisWas du bekommst
Basisab ca. 10.000 USD/JahrKernfunktionen Budgeting, einfache Forecasts, Standard-Reports
Mittlere Konfiguration50.000–200.000 USD/JahrErweiterte Planung, mehrere Module (Finance, Workforce, Sales), Integrationen
Konzern-Konfiguration200.000–700.000+ USD/JahrMulti-Entity, mehrsprachig, vollständiges Illuminate, Planning Agent, Premium-Support
Implementierung100–150 % der JahreslizenzEinmalig durch zertifizierten Partner; Dauer typisch 3–9 Monate

Einordnung: Workday veröffentlicht keine Preisliste, die genannten Bandbreiten stammen aus Branchenanalysen und Erfahrungswerten europäischer Implementierungspartner. Der wichtigste Posten ist die Implementierung: Bei 100–150 % der Lizenz ist sie häufig größer als die laufenden Kosten im ersten Jahr. Ohne erfahrenen Partner geht es praktisch nicht, die Eigenimplementierung scheitert regelmäßig an Architektur-Entscheidungen, die später teuer revidiert werden müssen. Sweet Spot: Mittelständler mit 500–5.000 Mitarbeitenden und Workday-Basis landen typisch bei 80.000–250.000 EUR/Jahr Gesamtkosten (Lizenz + Wartung + Partnerleistungen). Für Konzerne ab 10.000 Mitarbeitenden ist die Hauspreis-Verhandlung Pflicht, die Listenpreise sind Ausgangspunkt, nicht Endpunkt.

Stärken im Detail

Native Workday-Integration ist der Burggraben. Workday gibt an, dass weltweit über 7.000 Teams die Plattform für Finanz-, Workforce- und Operations-Planung nutzen. Wer Workday HCM oder Financial Management nutzt, bekommt Stammdaten (Kostenstellen, Konten, Mitarbeitende), Ist-Werte und Workforce-Planung ohne ETL direkt in Adaptive Planning. Personalplanung greift auf echte HR-Strukturen zu, Finanzplanung auf den echten Kontenrahmen. Diese Tiefe ist von Drittlösungen nicht erreichbar, und der Hauptgrund, warum Workday-Kunden faktisch keine echte Alternative haben.

Excel-Mental-Modell senkt die Hürde. Adaptive Planning bildet Sheets, Zellen und Formeln direkt in der Web-Oberfläche ab. Controller, die seit zwanzig Jahren Excel nutzen, sind in zwei bis vier Wochen produktiv, bei Anaplan sind es eher zwei bis vier Monate. Das schlägt sich in den Projektkosten und der Akzeptanz nieder.

Workday Planning Agent bringt konversationelle KI in die Planung. Seit 2024/25 ausgerollt, mittlerweile bei 100+ Kunden im produktiven Einsatz: Controller können in natürlicher Sprache Was-wäre-wenn-Szenarien anfragen (“Was passiert, wenn wir den Vertrieb um 15 % aufstocken?”) und bekommen modellierte Szenarien mit Vorhersagen zurück. Das ersetzt nicht den FP&A-Analysten, beschleunigt aber Routine-Anfragen aus dem Management spürbar.

Illuminate-KI für Anomalieerkennung und Forecast-Vorschläge. Illuminate ist Workdays übergreifende KI-Plattform und kommt in Adaptive Planning als Forecast-Vorschlag (statistische und ML-basierte Prognosen), Anomalieerkennung (auffällige Plan/Ist-Abweichungen werden proaktiv markiert) und Pattern-Detection (saisonale Muster, Trendbrüche) zum Einsatz. Die Funktionen sind im Premium-Tier inklusive und entfalten ihren Mehrwert in datenreichen Umgebungen (mehrere Jahre Historie, sauber gepflegte Stammdaten).

Vorgefertigte Connectors für die wichtigsten ERPs. Native Anbindungen für SAP (S/4HANA, ECC), Oracle, NetSuite, MS Dynamics und einige spezifischere Systeme (z. B. Coupa für Beschaffung). Damit verkürzt sich die Implementierung gegenüber Anaplan oder Board, wo Integrationen häufig individuell gebaut werden.

Drill-Through bis auf Buchungsebene. Controller können von einer Plan-Ist-Abweichung in der Berichtsoberfläche direkt zum auslösenden Buchungssatz durchklicken, vorausgesetzt, das ERP unterstützt das. Das ist für Forensik-orientierte Controller (Audit-Vorbereitung, Sonderprüfungen) ein deutlicher Effizienzhebel.

Schwächen ehrlich betrachtet

Implementierungskosten sind versteckter Hauptposten. Workday nennt eine durchschnittliche Einführungsdauer von 4,5 Monaten, in der Praxis spannt sich die Bandbreite je nach Scope auf 3–9 Monate und kostet Beratungsleistungen in Höhe der Jahreslizenz oder mehr. Wer das im ROI-Modell unterschlägt, erlebt böse Überraschungen. Implementierungspartner-Tagessätze liegen in Deutschland bei 1.500–2.500 EUR (Senior Consultant).

Modellkomplexität niedriger als Anaplan. Wer hochdimensionale Connected-Planning-Modelle (Vertrieb x Region x Produkt x Kundentyp x Zeit x Szenario) bauen will, stößt bei Adaptive Planning eher an Grenzen als bei Anaplan oder Pigment. Für 80 % der FP&A-Anwendungsfälle reicht Adaptive Planning vollständig; für die anspruchsvollen 20 % ist Anaplan ehrlicher.

Lizenzkosten skalieren ungünstig. Adaptive Planning rechnet pro Nutzer ab. Wer Lese-Lizenzen breit ausrollen will (z. B. an alle Kostenstellen-Verantwortlichen), zahlt schnell mehr als gedacht. Es gibt Read-only-Lizenzen zu reduziertem Preis, aber die Skalierung bleibt linear, anders als bei Cube oder Datarails, die kostengünstigere Mass-User-Modelle haben.

Connected Planning außerhalb von Finance schwächer. Adaptive Planning ist FP&A-stark; Workforce Planning ist solide (via Workday HCM), aber Sales Planning, Supply Chain Planning und Operations Planning sind weniger ausgereift als bei Anaplan oder Pigment. Wer übergreifend planen will, sollte Module einzeln evaluieren.

KI-Funktionen brauchen Workday-Tiefe. Planning Agent und Illuminate liefern ihren Mehrwert vor allem, wenn das gesamte Workday-Ökosystem (HCM, Financials, Reporting) genutzt wird. Wer Adaptive Planning standalone betreibt, bekommt die KI-Funktionen zwar, aber mit weniger Datenkontext und entsprechend weniger Tiefe.

Verhandlung ist Pflicht, und ungleicher Wettbewerb. Workdays Vertrieb ist hochprofessionell, Käufer ohne Verhandlungserfahrung zahlen typisch 20–40 % zu viel. Mehrere Wettbewerbsangebote (Anaplan, Pigment, Jedox, Board) sind Pflicht, auch wenn man am Ende bei Workday landet, drückt das den Preis.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Hochkomplexe Multi-Dimensional-Planung brauchstAnaplan
Eine deutsche Lösung mit DACH-Support willstJedox
Reine Konsolidierung statt Planung brauchstLucaNet
In Excel bleiben willst mit FP&A-PowerDatarails

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Pigment ist der moderne Newcomer mit starkem Connected-Planning-Ansatz und modernem UI, wer Tech-affin ist und neu aufsetzt, sollte Pigment ernsthaft prüfen. Board ist ein etablierter Anbieter mit besonders starker Visualisierung und tiefer ERP-Integration, in Italien und DACH stark vertreten. Cube und Vena sind Excel-zentrierte Lösungen für KMU. Oracle EPM Cloud lohnt sich vor allem für Oracle-Bestandskunden. SAP Analytics Cloud (SAC) for Planning ist die Pflichtprüfung für SAP-Häuser. Adaptive Planning ist nicht das “beste” FP&A-Tool, aber für Workday-Kunden das richtige, und ein vernünftiger Sweetspot für Mittelständler ohne extreme Anforderungen.

So steigst du ein

Schritt 1: Fordere eine Demo direkt bei Workday oder über einen DACH-Partner an (Deloitte, KPMG, Accenture, Kainos). Bring zur Demo eine konkrete eigene Excel-Planungsdatei mit, Adaptive Planning kann sie meistens innerhalb der Demo nachbauen, was die Einschätzung der Plattform realistisch macht. Hol parallel ein Anaplan- und ein Jedox-Angebot ein, das verbessert die Verhandlungsposition.

Schritt 2: Lege im Erstprojekt einen klaren Scope fest: Häufig macht es Sinn, mit der Budgetplanung und einem rollierenden Forecast zu starten, und Workforce-Planung, Vertriebsplanung oder Operations-Planung erst in Phase 2 zu ergänzen. Plane 3–6 Monate für den ersten Use Case ein, mit dediziertem Implementierungsteam und einem Champion aus der Fachabteilung.

Schritt 3: Nach Go-Live: Implementiere automatisierte Variance-Reports und Schwellwert-Alerts für die Kostenstellen-Verantwortlichen. Der eigentliche Mehrwert entsteht nicht durch das schnellere Budget, sondern durch die laufende Steuerungstransparenz, die monatliches Reporting durch tägliches Monitoring ersetzt. Aktiviere den Planning Agent für Was-wäre-wenn-Anfragen aus dem Management.

Schritt 4 (nach 6–12 Monaten): Aktiviere Illuminate-KI-Funktionen für Forecast-Vorschläge und Anomalieerkennung. Diese entfalten ihren Mehrwert erst, wenn ausreichend historische Plan- und Ist-Daten in der Plattform liegen. Vorher generiert die KI mehr Lärm als Signal.

Ein konkretes Beispiel

Ein deutscher Logistikdienstleister mit 4.200 Mitarbeitenden ersetzt 23 Excel-Dateien für den Jahresforecast durch Workday Adaptive Planning. Implementierungsprojekt: sechs Monate, ca. 240.000 EUR mit einem zertifizierten Partner; jährliche Lizenz: ca. 95.000 EUR für 35 Power-User und 180 Read-only-Lizenzen. Die FP&A-Abteilung verkürzt den Forecast-Zyklus von 14 auf 4 Tage; gleichzeitig laufen tägliche Variance-Alerts an die Kostenstellen-Verantwortlichen, Abweichungen über 10 % zum Plan werden automatisch eskaliert. Der Planning Agent beantwortet typische Management-Fragen (“Wie wirken sich 5 % höhere Spritpreise auf das Q4-Ergebnis aus?”) in Minuten statt Stunden. Nach 18 Monaten berichtet der CFO über sechs vermiedene Budgetüberschreitungen, die in der Excel-Welt erst im Quartalsabschluss aufgefallen wären. ROI: Break-even nach ca. 14 Monaten, danach Einsparung von zwei FTE im FP&A-Team bei gleichzeitig höherer Planungsqualität.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Wahlweise EU-Region (Frankfurt/Amsterdam) verfügbar, für DACH-Kunden Standard. Hosting auf AWS, Workday betreibt die Plattform als Managed Service.
  • Anbieter: Workday Inc., Pleasanton (USA). Europäische Niederlassung in Irland (Workday Limited), zuständig für EU-Kunden.
  • Datennutzung: Kundendaten werden ausschließlich zur Vertragserfüllung verarbeitet. KI-Funktionen (Illuminate, Planning Agent) nutzen Kundendaten kontextspezifisch, kein Training übergreifender Modelle mit Kundendaten ist Workday-Position.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Standardmäßig verfügbar, inkl. Standardvertragsklauseln für Sub-Prozessoren. Workday ist ISO 27001, SOC 1, SOC 2 Type II zertifiziert.
  • SSO und SCIM: Standardmäßig verfügbar. SAML 2.0, OAuth 2.0, Anbindungen an Azure AD, Okta, Ping Identity.
  • EU AI Act: Workday positioniert seine KI-Funktionen ausdrücklich mit “Human-in-the-Loop-Governance”, das heißt, menschliche Entscheidungsträger prüfen die Empfehlungen. Forecast-Vorschläge und Anomalieerkennung sind dadurch in der Regel nicht hochriskant nach EU AI Act. Wer die KI für automatisierte Personalentscheidungen über Workforce Planning einsetzt, sollte den Anwendungsfall separat im Sinne des EU AI Acts bewerten.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für DACH-Käufer eine der DSGVO-unkompliziertesten FP&A-Plattformen, EU-Hosting, AVV, Zertifizierungen sind Standard. Bei Konzernen mit US-Töchtern auf Datentransfer-Mechanismen (Standardvertragsklauseln, EU-US Data Privacy Framework) achten.

Gut kombiniert mit

  • Power BI oder Tableau, für Reporting und Dashboards jenseits der nativen Adaptive-Planning-Berichte. Adaptive Planning liefert die Planungsdaten, BI-Tools übernehmen Visualisierung für breite Stakeholder-Kreise.
  • Snowflake oder Databricks, als Data Warehouse für die Konsolidierung historischer Ist-Daten aus mehreren ERP-Systemen, die dann strukturiert in Adaptive Planning fließen.
  • DATEV, für deutsche Mittelständler, deren Hauptbuch auf DATEV läuft: Connector- oder Schnittstellen-basierte Integration ermöglicht den Ist-Wert-Import in die Adaptive-Planung.

Unser Testurteil

Workday Adaptive Planning verdient 4 von 5 Sternen. Für FP&A-Teams in mittelständischen und großen Unternehmen, insbesondere mit Workday-Basis, ist es eine ausgereifte, schnell einsetzbare und mittlerweile ernsthaft KI-gestützte Lösung. Den fünften Stern verliert es aus drei Gründen: Die Implementierungskosten sind versteckter Hauptposten und werden in Marketingmaterialien systematisch unterschlagen. Die Modellkomplexität reicht nicht an Anaplan heran, für die anspruchsvollsten Connected-Planning-Szenarien ist Adaptive Planning nicht erste Wahl. Und die KI-Funktionen (Planning Agent, Illuminate) entfalten ihren vollen Mehrwert nur im Workday-Ökosystem, für Standalone-Kunden ist der KI-Vorsprung gegenüber Wettbewerbern wie Pigment oder Jedox nicht groß. Für die Zielgruppe, Mittelständler bis Konzerne mit FP&A-Transformation und Workday-Basis, bleibt Adaptive Planning eine vernünftige, oft die richtige Wahl. Pflicht ist die Verhandlung mit Wettbewerbsangeboten im Rücken.

Was wir bemerkt haben

  • 2018, Workday übernahm Adaptive Insights für 1,55 Mrd. USD und integrierte das Produkt ab 2019 schrittweise unter dem Namen Workday Adaptive Planning. Die ursprüngliche Marke ist verschwunden, das Produkt hat seitdem deutlich an Integrationstiefe mit Workday HCM/Financials gewonnen.
  • 2024, Workday hat Illuminate als übergreifende KI-Plattform vorgestellt und Adaptive Planning um Forecast-Vorschläge und Anomalieerkennung erweitert. Das ist der erste ernsthafte KI-Schub in der Plattform seit der Übernahme.
  • 2025, Der Workday Planning Agent wurde produktiv ausgerollt und ist nach Anbieterangaben bei 100+ Kunden im Einsatz. Konversationelle Was-wäre-wenn-Szenarien sind die spannendste neue Funktion, sie verändern, wer Planung in Anspruch nimmt (jetzt auch Linien-Management, nicht nur FP&A).
  • Mai 2026, Implementierungskosten in Höhe der Jahreslizenz bleiben Branchenstandard. Trotz Marketing-Aussagen über “schnellere Einführung” zeigen Projekt-Daten von Implementierungspartnern keine signifikante Reduktion gegenüber 2022/23. Wer das in der ROI-Rechnung übersieht, plant zu optimistisch.
  • 2025–2026, Pigment ist der ernstzunehmendste neue Wettbewerber im Connected-Planning-Segment. Workday reagiert mit weiterer KI-Integration und stärkerem Partner-Push, aber bei Tech-affinen Käufern verliert Adaptive Planning sichtbar Marktanteil an Pigment. Anaplan bleibt im High-End-Segment dominant.

Quellen

  1. Workday – Adaptive Planning Produktübersicht. https://www.workday.com/en-us/products/adaptive-planning/overview.html (abgerufen am 2026-06-14). Enterprise-Performance-Management-Plattform für Finanz-, Workforce- und Operations-Planung mit Budgetierung, Szenarioplanung, Forecasting, Konsolidierung und Reporting. KI-gestuetzte Intelligenz mit Human-in-the-Loop-Governance, basierend auf unternehmensweiten Daten. 7.000+ Teams weltweit, durchschnittliche Einfuehrungsdauer 4,5 Monate. Keine oeffentliche Preisliste..

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