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UL Prospector

UL Solutions

3/5

Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.

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UL Prospector (Betreiber: UL LLC) ist eine der größten frei zugänglichen Werkstoffdatenbanken für Kunststoffe, Elastomere und Additive. Der kostenlose Account gibt Zugriff auf technische Datenblätter zu über 100.000 Kunststoff- und Harzwerkstoffen von Hunderten globalen Lieferanten. Besonderheit: über 45.000 integrierte UL Yellow Cards mit UL-Brandschutzeinstufungen, wertvoll für E/E-Anwendungen, die UL-Compliance (UL 94) nachweisen müssen. Finanziert wird die Plattform über die Lieferanten, die ihre Materialien listen. Erweiterte Such- und Vergleichswerkzeuge stecken in den kostenpflichtigen Plus- und Premium-Plänen.

Kosten: Kostenloser Account (Registrierung erforderlich): Zugriff auf Datenblätter zu über 100.000 Kunststoffen und über 45.000 UL Yellow Cards, direkter Lieferantenkontakt. Plus: ab 49 USD/Nutzer/Monat (jährlich) bzw. 79 USD monatlich (erweiterte Eigenschaftssuche mit 600+ Filtern, Curve Data). Premium: ab 119 USD/Nutzer/Monat (jährlich) bzw. 159 USD monatlich (Alternative Resin Search, Automotive-Suche über 70+ OEMs). Team- und Unternehmenslizenzen auf Anfrage. Finanziert über die gelisteten Lieferanten, für Konstrukteure ist die Recherche kostenlos.

Kategorien

Stärken

  • Kostenloser Account mit Zugriff auf über 100.000 Kunststoff-Datenblätter von Hunderten Lieferanten
  • Über 45.000 integrierte UL Yellow Cards mit UL-Brandschutzklassifikationen (UL 94 V0/V1/V2, HB)
  • Side-by-Side-Vergleich von bis zu fünf Materialien in einer Ansicht
  • Erweiterte Eigenschaftssuche mit über 600 Filterkriterien (Plus-Plan)
  • Alternative Resin Search für Ersatz- und Second-Source-Materialien (Premium-Plan)
  • Automotive-Suche nach Materialien mit Freigabe von über 70 OEMs (Premium-Plan)

Einschränkungen

  • Kein KI-Tool im engeren Sinn: Suche und Vergleich beruhen auf Filtern und Attributen, nicht auf generativer oder ML-gestützter Empfehlung
  • Datenblätter sind Herstellerangaben, überwiegend englisch, kein dedizierter deutschsprachiger Support
  • Betreiber und mutmaßliches Hosting in den USA, DSGVO-Prüfung für sensible Recherchen nötig
  • Datenqualität variiert je Hersteller, Werte nicht nach einheitlichen Prüfnormen harmonisiert
  • Erweiterte Filter und Vergleichswerkzeuge nur im kostenpflichtigen Plus-/Premium-Plan
  • Kein integrierter REACH-/SVHC-Check

Passt gut zu

UL-Brandschutzeinstufungen und UL 94 Anforderungen prüfen Breite Lieferantenauswahl für Standard-Thermoplaste und Compounds Kunststoffauswahl für E/E-Anwendungen mit UL-Compliance-Anforderungen Schnelle Erstrecherche bei unbekannten Materialklassen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du brauchst UL Yellow Cards und UL 94 Brandschutzeinstufungen
  • Du entwickelst Bauteile für den nordamerikanischen Markt
  • Du willst eine breite Erstauswahl an Lieferanten für ein Material
  • Du suchst gezielt nach Compounds und Additiven mit speziellen Eigenschaften

Wann nein

  • Du brauchst genormte, vergleichbare Daten (CAMPUS ist dann der Standard)
  • Du arbeitest ausschließlich im DACH-Markt mit deutschen Lieferanten
  • Du musst REACH/SVHC-konform dokumentieren, dafür braucht es eigene Compliance-Tools
  • Du brauchst tiefe simulationsfähige Kennwerte (Granta MI ist hier besser)

Kurzfazit

UL Prospector ist eine der größten frei zugänglichen Werkstoffdatenbanken für Kunststoffe, und einer der wenigen Orte, an dem UL Yellow Cards mit UL-Brandschutzeinstufungen direkt in die Materialsuche integriert sind. Für jede Konstruktion, die UL 94 V0 nachweisen muss (Netzteile, Steckdosen, Gehäuse von E/E-Komponenten), ist Prospector eine der schnellsten Quellen. Die Recherche ist kostenlos, finanziert wird die Plattform über die Lieferanten, die ihre Materialien listen. Die Schwäche: Die Werte stammen ungeprüft von den Herstellern, sind nicht durchgängig nach gleichen Normen gemessen, und der Vergleich zweier Materialien aus unterschiedlichen Quellen kann irreführend sein. Ein KI-Tool ist Prospector trotz mancher Marktbeschreibung nicht, Suche und Vergleich beruhen auf Attributen und Filtern. Für normgerechte Vergleiche bleibt CAMPUS Plastics die zuverlässigere Ergänzung, für die UL-Compliance bleibt Prospector unverzichtbar.

Für wen ist UL Prospector?

Konstrukteure für E/E-Produkte: Wer Gehäuse, Steckverbinder oder Bauteile für die elektrische Industrie auslegt, braucht UL 94 V0 oder V1, und Prospector ist eine der schnellsten Quellen, um geeignete Materialien samt UL-Zertifikatsnummer zu finden. Die Yellow-Card-Integration spart den manuellen Abgleich auf der UL-Website.

Automotive-Materialentwickler: Über die Automotive-Suche (Premium) lassen sich gezielt Materialien finden, die von über 70 Automobilherstellern (OEMs) bereits freigegeben sind. Das verkürzt die Vorauswahl bei Tier-1-Lieferanten erheblich.

Compound- und Additiv-Spezialisten: Neben den Standard-Thermoplasten enthält Prospector eine ungewöhnlich tiefe Sammlung an Spezial-Compounds, Masterbatches und Additiven, ein Bereich, in dem viele rein technische Datenbanken dünn werden.

Procurement & Einkauf: Die Lieferantenbreite (Hunderte Hersteller) ist der größte Hebel für Einkaufende, die alternative Bezugsquellen für ein bekanntes Material identifizieren wollen, gerade bei Engpässen oder Single-Source-Risiken. Die Alternative Resin Search unterstützt gezielt die Suche nach Ersatzmaterialien.

Berater und Sachverständige: Wer für Schadensfälle, Reklamationen oder Materialgutachten herstellerübergreifend recherchiert, findet bei Prospector den breitesten Querschnitt, auch wenn die Werte mit Vorsicht zu interpretieren sind.

Weniger geeignet für: Konstrukteure, die simulationsfähige, normierte Kennwerte für CAE-Tools brauchen (CAMPUS Plastics oder Ansys Granta MI sind dann erste Wahl), reine DACH-Märkte ohne UL-Anforderung, sowie alle, die REACH/SVHC dokumentieren müssen.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Free (Account)0 USD (Registrierung erforderlich)Zugriff auf Datenblätter zu >100.000 Materialien, Yellow-Card-Recherche, Basissuche, direkter Lieferantenkontakt
Plusab 49 USD/Nutzer/Monat (jährlich) bzw. 79 USD monatlichErweiterte Eigenschaftssuche (600+ Filter), Curve Data (Multipoint-Kurven)
Premiumab 119 USD/Nutzer/Monat (jährlich) bzw. 159 USD monatlichAlles aus Plus, plus Alternative Resin Search und Automotive-Suche (über 70 OEMs)
Team/UnternehmenAuf AnfrageHöhere Lizenzstufen für Teams, auf der öffentlichen Seite nicht mit Preisen ausgewiesen

Einordnung: Der kostenlose Account reicht für Gelegenheits-Recherche und für die meisten Konstrukteure, die nur sporadisch ein neues Material suchen, das ist eine echte Stärke des Tools und der Kern des Geschäftsmodells: Die Suche ist gratis, weil die Lieferanten für die Präsenz ihrer Materialien zahlen. Plus lohnt sich, sobald du regelmäßig nach präzisen Eigenschaftskriterien filterst oder Multipoint-Kurvendaten brauchst. Premium ist das Werkzeug für Materialentwickler, die zusätzlich Ersatzmaterialien recherchieren oder OEM-Freigaben im Automotive-Umfeld filtern. Die Preise sind reine USD-Listen und verstehen sich pro Nutzer; höhere Team- und Unternehmensstufen weist UL auf der öffentlichen Seite nur auf Anfrage aus. Aktuell wirbt Prospector mit einem kostenlosen ersten Monat auf die kostenpflichtigen Pläne.

Stärken im Detail

UL Yellow Cards als Alleinstellungsmerkmal. Prospector integriert über 45.000 UL-Yellow-Card-Registrierungen direkt in die Materialsuche. Statt zwei Datenquellen (Hersteller-Datenblatt + UL-Online-Datenbank) parallel zu führen, siehst du die UL-relevanten Brandschutzklassifizierungen (V0/V1/V2/HB) im Zusammenhang mit den Materialdaten. Für jeden, der UL-Compliance dokumentieren muss, ist das ein spürbarer Zeitgewinn.

Lieferantenbreite und Materialvielfalt. Über 100.000 Datenblätter von Hunderten Herstellern, das ist eine der größten herstellerübergreifenden Kunststoff-Datenbanken im Web. Wer ein Material kennt, aber nicht weiß, wer es noch herstellt, findet hier Second-Source-Optionen, die in nationalen Datenbanken fehlen. Der Kontakt zu den Lieferanten für Preise und Bezug läuft direkt über die Plattform.

Side-by-Side-Vergleich. Bis zu fünf Materialien lassen sich parallel öffnen und ihre Eigenschaften nebeneinander gegenüberstellen, etwa für Haltbarkeit, Flexibilität oder thermisches Verhalten. So werden Schwächen und Kompromisse zwischen Kandidaten schnell sichtbar, ohne dass du mehrere PDF-Datenblätter parallel offen halten musst.

Erweiterte Eigenschaftssuche. Im Plus-Plan stehen über 600 Eigenschaften als Filter zur Verfügung, sodass du die Suche exakt auf dein Anforderungsprofil zuschneiden kannst. Das ist der eigentliche Produktivitätssprung gegenüber dem kostenlosen Account, in dem nur die Basissuche verfügbar ist.

Alternative Resin Search. Die Premium-Funktion hilft, Ersatzmaterialien für abgekündigte Produkte, günstigere Alternativen oder leistungsfähigere Kunststoffe zu finden. Das ist kein KI-System, sondern eine attributbasierte Suche über die vorhandenen Datenblätter, für Second-Sourcing und Kostenoptimierung aber ein praktischer Hebel.

Niedrige Einstiegshürde. Free-Account in zwei Minuten angelegt, keine Software-Installation, läuft im Browser. Auch der weniger technikaffine Konstrukteur findet sich nach wenigen Klicks zurecht, das ist im B2B-Engineering-Umfeld selten. Die Oberfläche lässt sich zudem auf mehrere Sprachen umstellen, darunter Deutsch.

Schwächen ehrlich betrachtet

Kein KI-Tool, auch wenn es manchmal so vermarktet wird. Prospector ist eine Datenbank mit Filter- und Vergleichsfunktionen. Weder auf der Produktseite noch in der Funktionsbeschreibung ist eine generative KI oder ML-gestützte Materialempfehlung belegt. Die Alternative Resin Search und die Eigenschaftssuche arbeiten regel- und attributbasiert. Wer eine echte KI-gestützte Materialauswahl erwartet, wird enttäuscht, für die reine Recherche ist das aber kein Nachteil.

Datenqualität ist nicht durchgängig vergleichbar. Die Werte stammen direkt von den Herstellern und werden nicht normgerecht harmonisiert. Ein E-Modul, das ein Hersteller nach ISO 527, ein anderer nach ASTM D638 angibt, lässt sich nicht 1:1 vergleichen, die Prüfnorm steht zwar im Datenblatt, aber die Auswertung bleibt beim Anwender. Für simulationsfähige, vergleichbare Daten ist CAMPUS Plastics die strengere Quelle.

Kein REACH/SVHC-Modul. Wer EU-Compliance für Inhaltsstoffe nachweisen muss, findet in Prospector keine systematische REACH- oder SVHC-Auswertung. Das ist eine echte Lücke für europäische Hersteller, die auf eigene Compliance-Tools ausweichen müssen.

Datenblätter und Support überwiegend englisch. Die Oberfläche lässt sich zwar auf Deutsch umstellen, die Materialdatenblätter sind aber Herstellerangaben und überwiegend englisch, ein dedizierter deutschsprachiger Support ist nicht dokumentiert. Für erfahrene Werkstofftechniker meist kein Hindernis (Branchensprache ist Englisch), aber für Quereinsteiger und in regulierten Dokumentationsprozessen ein Reibungspunkt.

Premium-Funktionen schnell nötig. Der Free-Account reicht zum Browsen, aber erweiterte Filter, Curve Data und die Alternative Resin Search stecken in den kostenpflichtigen Plänen. Wer das Tool ernsthaft im Konstruktionsalltag einsetzt, zahlt schnell ab 49 USD/Monat pro Nutzer, bei einem fünfköpfigen Team sind das rund 3.000 USD/Jahr im Jahresvertrag.

Hosting USA, kein dokumentierter EU-Pfad. Betreiber ist UL LLC mit Sitz in Northbrook, Illinois. Für reine Materialrecherche selten kritisch, aber wer Suchanfragen mit Bauteilbezeichnungen oder Projektnamen verknüpft, sollte die DSGVO-Implikationen kennen. Ein Standard-AVV oder dediziertes EU-Hosting für Prospector ist öffentlich nicht dokumentiert.

Multipoint-Daten lückenhaft. Spannungs-Dehnungs-Kurven und andere Kurvendaten (Curve Data, Plus-Plan) sind nur für einen Teil der Materialien hinterlegt. Wer für FEM-Simulation belastbare Kurvendaten braucht, muss oft direkt beim Hersteller oder über CAMPUS bzw. Granta MI ergänzen.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Normierte, vergleichbare Kennwerte für FEM-Simulation brauchstCAMPUS Plastics
Eine unternehmensweite Material-Datenbank für CAE/PLM willstAnsys Granta MI
Strukturanalyse und Werkstoffmodelle in einem Tool brauchstAnsys LS-DYNA

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: MatWeb (ähnlich breite Datenbank, aber ohne die UL-Yellow-Card-Integration), Omnexus (SpecialChem, fokussiert auf Compound-Auswahl mit kuratierten Inhalten) und Polymer Selector (Branchen-Datenbank mit europäischem Fokus). Für reine UL-Yellow-Card-Recherche ist auch das UL Product iQ eine kostenlose Alternative, allerdings ohne den Suchkomfort und Vergleich von Prospector. Prospector ist im Bereich UL-Compliance besonders stark, im Bereich vergleichbare Kennwerte aber die zweite Wahl gegenüber CAMPUS und Granta.

So steigst du ein

Schritt 1: Registriere dich kostenlos unter ulprospector.com, das dauert zwei Minuten. Der Account gibt dir Zugriff auf die Datenblätter der meisten Materialien und die Yellow-Card-Recherche. Stelle die Oberfläche bei Bedarf auf Deutsch um und starte mit deiner Branche (E/E, Automotive, Verpackung) im Kopf, damit du die richtigen Filter setzt.

Schritt 2: Starte mit einer konkreten Anforderung, nicht mit einem Markennamen. Beispiel: “PC/ABS, UL 94 V0, HDT ≥ 85 °C, Schlagzähigkeit ISO 180 ≥ 30 kJ/m²”. Nutze die Eigenschaftssuche (im Plus-Plan mit 600+ Filtern) statt der Volltextsuche, sonst landest du bei zu vielen irrelevanten Treffern. Achte beim Vergleich auf die jeweils angegebene Prüfnorm, Werte unterschiedlicher Normen nicht direkt gegenüberstellen.

Schritt 3: Wähle zwei bis fünf Kandidaten und öffne die Side-by-Side-Vergleichsansicht. Mit Curve Data (Plus) kannst du Multipoint-Kurven gegenüberstellen, sonst zumindest die tabellarische Übersicht. Nutze die integrierten Yellow-Card-Informationen für deine UL-Dokumentation und kontaktiere die Lieferanten direkt für Preise und Bezug. Wenn die Daten zu lückenhaft sind, prüfe parallel CAMPUS für normierte Werte oder fordere beim Hersteller die fehlenden Kurven an.

Ein konkretes Beispiel

Ein Konstrukteur eines mittelständischen Geräteherstellers in Schwaben sucht für ein neues Netzteilgehäuse einen UL-94-V0-klassifizierten Thermoplasten mit Wärmeformbeständigkeit ≥ 85 °C und guter Schlagzähigkeit. In UL Prospector filtert er auf UL 94 V0, Polymerklasse PC/ABS und HDT ≥ 80 °C, rund 47 Treffer erscheinen (illustrativ). Über den Side-by-Side-Vergleich engt er die Auswahl auf fünf Materialien dreier Hersteller ein. Die integrierten Yellow-Card-Informationen liefern die UL-Brandschutzeinstufungen, die er in die Bauteilspezifikation übernimmt. Recherchezeit: rund 90 Minuten statt zwei Tage, die er sonst für die manuelle Suche über UL Online und drei Hersteller-Websites gebraucht hätte. Für die finale Auswahl prüft er die normierten Vergleichsdaten in CAMPUS Plastics, Prospector liefert die Breite, CAMPUS die Vergleichbarkeit.

DSGVO & Datenschutz

  • Betreiber: UL LLC, Northbrook, Illinois, USA (Teil der UL-Solutions-Struktur). Von US-Datenverarbeitung ist auszugehen.
  • Datenhosting: Kein dediziertes EU-Hosting für Prospector dokumentiert.
  • Account-Daten: Bei der kostenlosen Registrierung werden E-Mail und Unternehmensangaben erfasst; Prospector betreibt zusätzlich Newsletter und Vertriebsansprache.
  • Betroffenenrechte: UL stellt im Seitenfuß eine Privacy Policy, eine Data Policy und ein “Data Subject Access Request Portal” bereit, über das sich Auskunfts- und Löschanfragen stellen lassen.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Ein Standard-AVV für Prospector ist öffentlich nicht dokumentiert. Für teamweiten, produktiven Einsatz sollte er beim Anbieter angefragt werden.
  • Sensible Daten: Bauteilbezeichnungen, Projektcodes oder Lieferanten-Namen besser nicht in Suchanfragen verwenden, diese werden serverseitig verarbeitet.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für reine Materialrecherche unkritisch. Wer Prospector teamweit produktiv nutzt, sollte die Datenschutzbedingungen prüfen und für Mehrnutzer-Szenarien einen AVV einfordern oder Suchen über generische Begriffe formulieren.

Gut kombiniert mit

  • CAMPUS Plastics, wenn du nach der Breitenrecherche in Prospector die normierten, simulationsfähigen Vergleichsdaten brauchst. CAMPUS verlangt einheitliche Prüfnormen, Prospector liefert die Quantität, zusammen ergibt sich ein belastbares Auswahlverfahren.
  • Ansys Granta MI, für Unternehmen, die ihre eigene Material-Datenbank aufbauen und die Prospector-Recherche systematisch ins eigene PLM/CAE überführen wollen. Granta MI bietet die Governance und Versionierung, die Prospector nicht hat.
  • Ansys LS-DYNA, für die nachgelagerte Crash- und Strukturanalyse mit den ausgewählten Materialien. Hier fließen Kurvendaten aus Prospector als Eingangsdaten in die Werkstoffmodelle ein.

Unser Fazit

UL Prospector verdient 3 von 5 Sternen. Im Bereich UL-Compliance und Lieferantenbreite ist das Tool besonders stark und für jeden Konstrukteur, der mit UL 94 oder OEM-Freigaben arbeitet, ein echter Produktivitätshebel, noch dazu mit kostenlosem Basiszugang. Den vierten und fünften Stern verliert es durch die inkonsistente Vergleichbarkeit der Daten, die fehlende REACH/SVHC-Unterstützung, überwiegend englische Datenblätter und den fehlenden dokumentierten DSGVO-Pfad. Wer im DACH-Engineering arbeitet, wird Prospector selten als alleinige Quelle einsetzen, sondern als Ergänzung zu CAMPUS Plastics für normierte Werte und zu Ansys Granta MI für die unternehmensweite Material-Governance. Für den einen Job, den es macht (UL Yellow Cards in einer Suche), bleibt es trotzdem ein sehr gutes Werkzeug, ein KI-Tool ist es dabei ausdrücklich nicht.

Was wir bemerkt haben

  • Juli 2026, Bei unserer Überprüfung haben wir keine belastbaren Belege für eine “KI-gestützte” Suche oder Materialempfehlung gefunden. Die Vergleichs- und Suchfunktionen (Eigenschaftsfilter, Alternative Resin Search) arbeiten attribut- und regelbasiert. Wir haben frühere Formulierungen zu KI-Empfehlungen entfernt und die AI-Relevanz auf “adjacent” gesetzt.
  • April 2024, UL Solutions (die Betreiber-Muttergesellschaft) ging an der NYSE an die Börse (Ticker ULS), nahm dabei rund 950 Mio. USD ein und wurde mit etwa 7 Mrd. USD bewertet. Das gibt dem Konzern Kapital, macht aber auch straffere Monetarisierung der Plattformen wahrscheinlicher.
  • 2022 folgend, Die Marke Prospector wurde enger in das UL-Solutions-Portfolio eingebunden; im Seitenfuß firmiert die Plattform heute unter UL LLC, Cross-Selling mit UL-Zertifizierungsdaten (Yellow Cards) ist deutlicher sichtbar.
  • Juli 2026, Prospector wirbt aktuell mit einem kostenlosen ersten Monat auf die Plus- und Premium-Abos. Die Grundrecherche bleibt für Konstrukteure kostenlos, finanziert wird die Datenbank über die gelisteten Lieferanten.
  • Juli 2026, Weiterhin kein dediziertes EU-Hosting und kein öffentlich dokumentierter Standard-AVV für Prospector. Für rein materialtechnische Recherche unkritisch, aber für Teams in regulierten Branchen bleibt das ein offener Punkt.

Quellen

  1. UL Prospector – Plastics & Elastomers. https://www.ulprospector.com/plastics/en (abgerufen am 2026-07-18). Kostenloser Account für Ingenieure/Produktentwickler, über 100.000 Harz- und Kunststoffmaterialien, Hunderte globale Lieferanten, über 45.000 integrierte UL Yellow Cards; Plus ab 49 USD/Nutzer/Monat jährlich bzw. 79 USD monatlich (Property Search mit 600+ Eigenschaften, Curve Data), Premium ab 119 USD/Nutzer/Monat jährlich bzw. 159 USD monatlich (Alternative Resin Search, Automotive-Suche über 70+ OEMs), Side-by-Side-Vergleich von bis zu 5 Materialien, keinerlei Erwähnung von KI/AI/Machine Learning. Live-Seite bot-geschützt (HTTP 403), abgerufen über Web-Archiv-Snapshot vom 2026-04-19..
  2. Wikipedia – UL (safety organization) / UL Solutions. https://en.wikipedia.org/wiki/UL_(safety_organization) (abgerufen am 2026-07-18). UL Solutions IPO im April 2024 an der NYSE (Ticker ULS), rund 950 Mio. USD Erlös, Bewertung etwa 7 Mrd. USD; Hauptsitz Northbrook, Illinois; UL LLC als for-profit-Gesellschaft der UL-Struktur..

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