CAMPUS Plastics
Altair Engineering (CWFG / M-Base)
CAMPUS (Computer Aided Material Preselection by Uniform Standards) ist die weltweit führende, kostenlose Werkstoffdatenbank für Kunststoffe. Das Besondere: Alle Materialdaten wurden nach einheitlichen Normen (ISO 10350, ISO 11403) gemessen, PA6 von BASF ist dadurch direkt mit PA6 von Lanxess vergleichbar. Träger ist die CWFG mbH; Altair übernahm 2023 den Software-Betrieb. Die Datenbank selbst ist klassisch (Filter, Vergleich, Export), KI-Funktionen kommen über das angeschlossene Altair Material Data Center mit ML-basierter Eigenschaftsvorhersage.
Kosten: Online-Datenbank unter campusplastics.com kostenlos, Desktop-Version CAMPUS 5.2 kostenlos. Finanziert durch teilnehmende Kunststoffhersteller. AI-basierte Erweiterungen über Altair Material Data Center (kostenpflichtig, Lizenz auf Anfrage).
Kategorien
Stärken
- Einzige Datenbank mit wirklich vergleichbaren Daten nach einheitlichen Prüfnormen (ISO 527, ISO 178, ISO 75)
- Mehr als 200 Eigenschaften je Materialgrad, mechanisch, thermisch, elektrisch, rheologisch
- Kostenlos und ohne Registrierungspflicht für Recherche und Vergleich
- Multipoint-Daten (Spannungs-Dehnungs-Kurven, pvT-Daten) für FEM-Simulation
- Datenblätter in 10 Sprachen inkl. Deutsch, identisches Datenmodell weltweit
- Altair hat 2023 M-Base übernommen und sichert die Weiterentwicklung als Brücke zu Material Data Center
Einschränkungen
- Enthält nur Materialien teilnehmender Hersteller, keine Vollabdeckung des Marktes
- Keine KI-Vorhersage von Materialeigenschaften in der Free-Version (nur Lookup, kein Predictive Modelling)
- Keine REACH/RoHS-Compliance-Aussagen oder Lebenszyklus-Daten integriert
- Kein automatischer Eigenschafts-Abgleich gegen konkrete Bauteil-Lastfälle
- Verarbeitungsempfehlungen (Spritzgussparameter) nur sehr begrenzt hinterlegt
- Keine Lieferanten-Verfügbarkeits- oder Preisinformationen
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du brauchst vergleichbare Materialdaten nach einheitlichen Prüfnormen
- Du suchst Multipoint-Daten (Zugkurven, pvT) für FEM-Simulationen
- Du willst Materialien mehrerer Hersteller objektiv gegenüberstellen
- Du brauchst Datenblätter für Konstruktionsfreigaben und QM-Dokumentation
Wann nein
- Du erwartest KI-gestützte Materialempfehlungen aus deinen Lastfällen
- Du brauchst Compliance-Daten zu REACH, RoHS oder PFAS-Vorgaben
- Du suchst Preise oder Lieferzeiten für die Materialdisposition
- Du willst recycelte Polymere oder Spezialgrades kleiner Anbieter abdecken
Kurzfazit
CAMPUS Plastics ist der De-facto-Standard für vergleichbare Kunststoff-Materialdaten, und ein Werkzeug, das es so im freien Markt schlicht kein zweites Mal gibt. Wer in der Konstruktion regelmäßig zwischen PA66, POM oder PBT abwägt, kommt an CAMPUS nicht vorbei: Alle Werte wurden nach denselben Prüfnormen gemessen, der Vergleich ist ohne Umrechnung gültig. Klassischer Datenbank-Workflow, kein KI-gestütztes Eigenschafts-Predictive-Modelling, kein automatischer Lastfall-Abgleich. Wer das will, braucht Altair Material Data Center oder spezialisierte ML-Tools. Für die Kernaufgabe „normgerechter Materialvergleich” bleibt CAMPUS aber unübertroffen, und kostenlos.
Für wen ist CAMPUS Plastics?
Konstrukteure und Entwicklungsingenieure: Wer im Spritzguss-Umfeld Bauteile auslegt, findet hier den schnellsten Weg zur Vorselektion. Eine Anforderung „PA66 GF30, HDT/A ≥ 130 °C, Zugfestigkeit ≥ 80 MPa” filtert in Sekunden auf eine Handvoll Kandidaten, alle mit identisch gemessenen Werten. Das ist der Punkt, an dem klassische Hersteller-PDFs versagen: Da ist „Zugfestigkeit” mal nach ISO, mal nach ASTM gemessen, bei unterschiedlichen Temperaturen, mit unterschiedlichen Probekörpern. CAMPUS löst das.
Simulationsingenieure: Multipoint-Daten, Spannungs-Dehnungs-Kurven über mehrere Temperaturen, pvT-Daten für die Spritzguss-Simulation, Kriechmodul über Zeit, sind das Herzstück seriöser FEM-Auslegung. CAMPUS liefert sie nach ISO 11403 für die meisten gelisteten Grades. Wer mit Cadmould, Moldflow, LS-DYNA oder Abaqus arbeitet, importiert von hier direkt.
Einkauf und Lieferantenmanagement: Zwar enthält CAMPUS keine Preise, aber für Zweitlieferanten-Strategien ist es Gold wert. Wer einen freigegebenen PA66-GF30-Grade von Hersteller A absichern will, findet hier in Minuten technisch äquivalente Alternativen von Hersteller B und C, mit Datenblättern, die in der QM-Akte stehen können.
Werkstofflabore und Qualitätssicherung: Für Eingangs- und Schadensanalysen liefert CAMPUS die Referenzwerte, gegen die gemessene Werte abgeglichen werden. Auch für Reklamationen und Lieferanten-Disputes ist ein normbasiertes Datenblatt belastbarer als ein hersteller-eigenes Marketing-PDF.
Bildung und Lehre: An technischen Hochschulen ist CAMPUS seit den 1990ern Pflichtwerkzeug in Werkstoff- und Kunststoff-Vorlesungen. Studierende lernen normgerechte Datenarbeit, eine Fertigkeit, die im Berufsalltag direkt nutzbar bleibt.
Weniger geeignet für: Anwender, die KI-gestützte Materialvorhersagen aus eigenen Lastfällen erwarten (ChemCopilot oder Altair Material Data Center sind dort näher dran), für REACH/RoHS-/PFAS-Compliance-Recherchen (separate Datenquellen notwendig), und für Bauteilauslegungen, in denen Recycling-Anteile oder Bio-Kunststoffe von Nischenanbietern eine Rolle spielen.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Online-Zugriff | 0 € | Vollständige Datenbank, Filter, Vergleich, Datenblatt-Download, Multipoint-Diagramme |
| CAMPUS 5.2 Desktop | 0 € | Offline-Version, alle Daten lokal, Excel-Export, ideal für CAD-Umfeld ohne Internet |
| Hersteller-Erweiterung | individuell | Einzelne Hersteller bieten ergänzende Tools (z. B. BASF Ultrasim, Lanxess HiAnt) |
| Altair Material Data Center | auf Anfrage | KI-Erweiterung: über 90.000 Datensätze von 400+ Herstellern, ML-Eigenschaftsvorhersage, Enterprise-Integration |
Einordnung: Der zentrale Wert von CAMPUS ist seine Kostenlosigkeit kombiniert mit Datenqualität, finanziert durch die teilnehmenden Hersteller, die ein Interesse daran haben, dass ihre Materialien in einer vergleichbaren Form gelistet werden. Eine kommerzielle Alternative dieser Tiefe gibt es nicht. Wer KI-gestützte Vorhersage von Eigenschaften (z. B. für Materialgrades, die noch nicht offiziell vermessen wurden) braucht, kommt mittelfristig zu Altair Material Data Center, das ist aber eine Enterprise-Lizenz mit fünf- bis sechsstelligen Jahreskosten. Für 95 % der Konstruktions-Aufgaben reicht die kostenlose CAMPUS-Version vollständig aus.
Stärken im Detail
Normierung ist der entscheidende Hebel. Das ist der eigentliche Wert von CAMPUS, und der Grund, warum Hersteller-PDFs ihn nicht ersetzen können. Jeder Hersteller-Datenblatt verwendet leicht andere Prüfbedingungen, leicht andere Probekörper, andere Temperaturpunkte. In CAMPUS ist jedes Datenblatt nach ISO 10350 (Single-Point) und ISO 11403 (Multipoint) strukturiert. Wer zwei Materialien vergleicht, vergleicht vergleichbare Zahlen, nicht Marketing-Zahlen.
Multipoint-Daten für ernsthafte Simulation. ISO-11403-Daten umfassen Spannungs-Dehnungs-Kurven bei -40 °C, 23 °C, 80 °C und 120 °C, Schermoduln über Temperatur, Wärmeleitfähigkeit als Funktion der Temperatur, Kriechmoduln über Zeit und pvT-Diagramme. Das sind die Eingangsdaten, ohne die FEM-Berechnungen oder Spritzguss-Simulationen schlicht nicht aussagekräftig sind. In CAMPUS sind sie pro Materialgrad in einer Datei verfügbar, exportierbar als CAMPUS-XML oder CSV.
Hersteller-Diversität ohne Marktverzerrung. Aktuell sind alle großen Compounders gelistet: BASF, Lanxess, Covestro, Evonik, Solvay, DuPont, Celanese, Albis, LyondellBasell, SABIC, Toray, Mitsubishi Chemical, DOW. Das ist 90 % des relevanten europäischen und globalen Spritzguss-Marktes. Dass die Hersteller die Daten selbst pflegen, ist gleichzeitig Schwäche und Stärke, Daten kommen direkt aus den Werkslaboren, ohne Filter Dritter.
Mehrsprachigkeit auf dem gleichen Datenmodell. Die Datenblätter werden in zehn Sprachen ausgegeben, Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Japanisch, Chinesisch, Koreanisch und mehr. Der Inhalt bleibt identisch. Das ist für deutsche Maschinenbauer mit globalen Produktionsstandorten praktisch, die Konstrukteure in Mexiko und Korea sehen dasselbe Datenblatt wie der Lead Engineer in Stuttgart.
Offline-Verfügbarkeit als Versicherung. Die Desktop-Version CAMPUS 5.2 läuft komplett ohne Internetverbindung, wichtig in CAD-Umgebungen, die aus Sicherheitsgründen abgeschottet sind (Verteidigung, Luftfahrt, Automotive-Tier-1). Die Datenbasis wird offline aktualisiert via Update-Pakete, ohne Cloud-Zwang.
Altair als belastbarer Träger. Die Übernahme von M-Base 2023 hat CAMPUS in ein vermögendes, börsennotiertes Unternehmen integriert (Altair, ab 2024 Teil von Siemens). Das beendet die Diskussion um Kontinuität, CAMPUS wird gepflegt und weiterentwickelt, weil es Altairs eigene Werkzeugkette (HyperWorks, Material Data Center) stärkt.
Schwächen ehrlich betrachtet
Klassische Datenbank, kein KI-Tool. Sei dir bewusst: CAMPUS selbst ist kein KI-gestütztes Werkzeug. Die Software macht Lookup, Filter, Vergleich und Export, alles, was man erwarten würde, aber nichts darüber hinaus. Wer „gib mir das beste Material für mein Bauteil unter folgenden Lastannahmen” eintippt, bekommt keine generative Empfehlung. Diese Lücke füllt Altair Material Data Center mit ML-Eigenschaftsvorhersage, ist aber kostenpflichtig und Enterprise-Vertrieb. In dieser Tool-Datenbank ist CAMPUS Plastics deshalb eher Infrastruktur als KI-Werkzeug, wir listen es, weil es der unbestrittene Standard im Workflow ist, mit dem KI-Materialwerkzeuge kombiniert werden.
Nur teilnehmende Hersteller. Wer einen kleinen Spezial-Compounder kennt, etwa einen norditalienischen Anbieter biobasierter Polyamide oder einen koreanischen Recyclat-Spezialisten, wird ihn in CAMPUS oft nicht finden. Die Datenbank ist exzellent für den Mainstream, dünn für Nische. Für Recyclate, Biokunststoffe und Drop-In-Substitute braucht es zusätzliche Quellen (z. B. M-Base Material Data Center oder direkt Hersteller-Datenblätter).
Keine Compliance-Layer. REACH, RoHS, ELV, EU-Verpackungs-VO, PFAS-Vorgaben, all das findet sich in CAMPUS nicht als filterbare Information. Wer ein Material für ein Medizinprodukt oder Lebensmittelkontakt wählt, muss die Compliance separat über die Hersteller-Datenblätter prüfen. In Zeiten, in denen Material-Compliance ein dominanter Auswahlfaktor geworden ist (PFAS-Diskussion 2024–2026), ist das eine spürbare Lücke.
Keine Anwendungs- oder Verarbeitungsempfehlung. CAMPUS liefert Werkstoffdaten, nicht Verarbeitungsdaten. Spritzguss-Parameter (Schmelzetemperatur-Fenster, Trocknungsbedingungen, Werkzeugtemperaturen, Nachdruckprofile) sind nur rudimentär hinterlegt. Wer mit einem neuen Material in Produktion geht, braucht weiterhin den Hersteller-Anwendungstechniker oder spezialisierte Spritzguss-Tools wie Cadmould + Varimos oder Autodesk Moldflow.
UI wirkt aus einer anderen Zeit. Die Online-Oberfläche und die Desktop-Version sind funktional, aber optisch und ergonomisch nicht state-of-the-art. Filter sind tief verschachtelt, der Vergleich erfordert mehrere Klicks, ein Export von Mehrfach-Diagrammen ist umständlich. Für Power-User akzeptabel, für Einsteiger eine Lernhürde, die sich allerdings in 1–2 Stunden überwinden lässt.
Wartungsstand der einzelnen Datensätze schwankt. Manche Materialgrades wurden zuletzt vor mehreren Jahren aktualisiert, andere monatlich. Wer einen kürzlich eingeführten Grade sucht, findet ihn manchmal noch nicht in CAMPUS, der Lag zwischen Marktstart und CAMPUS-Listung kann mehrere Monate betragen, in Einzelfällen länger.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| KI-gestützte Materialempfehlung aus Lastfällen brauchst | ChemCopilot |
| Volle Spritzguss-Simulation mit Werkstoffmodell willst | Cadmould + Varimos oder Autodesk Moldflow |
| Bauteilauslegung mit Crash-Simulation kombinieren willst | Ansys LS-DYNA |
| In eine integrierte CAE-Suite mit Material-DB einsteigen willst | Altair HyperWorks |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Material Data Center von M-Base (kommerzielles Schwesterprodukt mit erweiterter Datenbasis), Granta MI von Ansys (Enterprise-Material-Information-System für Großunternehmen, sechsstellig pro Jahr), MatWeb (kostenlose, aber nicht normierte US-Materialdatenbank) und IDES Prospector (UL-Datenbank, ähnliche Mechanik wie CAMPUS, breiter, aber kostenpflichtig). CAMPUS bleibt der einzige weltweit etablierte, kostenlose Standard mit normierten Daten, alles andere ist entweder teurer oder weniger vergleichbar.
So steigst du ein
Schritt 1: Geh auf campusplastics.com, keine Registrierung notwendig. Wähle „Material Search” und steige direkt mit deinen Anforderungen ein. Wenn du häufig offline arbeitest oder mit abgeschotteten CAD-Stationen, lade die Desktop-Version CAMPUS 5.2 herunter, die Datenbasis ist identisch.
Schritt 2: Lerne den Eigenschafts-Filter sauber zu nutzen. Häufige Anforderungen kombiniert: Polymerklasse (PA66, PBT, POM), Füllstoff (GF30, MF20), Zugfestigkeit, HDT/A oder HDT/B, Schmelzindex (MFR), Schlagzähigkeit Charpy bei -30 °C. Trage Untergrenzen statt Punktwerte ein, sonst filterst du zu eng. Ein typischer Filter „PA66 GF30, Zugfestigkeit ≥ 80 MPa, HDT/A ≥ 130 °C” liefert eine handhabbare Kandidatenliste von 10–20 Grades.
Schritt 3: Vergleichsansicht nutzen, selektiere 3–5 Kandidaten und öffne die Side-by-Side-Tabelle. Achte besonders auf Datenpunkte, die im Datenblatt oft fehlen: Charpy bei -30 °C, Kriechmodul bei Dauerlast, Wärmeformbeständigkeit HDT/A bei 1,8 MPa. Exportiere die Vergleichstabelle als PDF, das gehört in jede Bauteilfreigabe-Akte.
Schritt 4 (optional): Multipoint-Daten direkt in dein Simulationswerkzeug importieren. CAMPUS liefert XML-Dateien, die Cadmould, Moldflow, LS-DYNA und Abaqus lesen können. Damit reichen die Kurven über Temperatur und Zeit direkt in die FEM-Berechnung, du sparst dir das Abtippen aus PDF-Datenblättern.
Ein konkretes Beispiel
Ein Entwicklungsingenieur bei einem mittelständischen Automobilzulieferer in Mittelfranken (185 Mitarbeitende, Schwerpunkt Spritzguss-Funktionsteile für den Motorraum) entwickelt einen neuen Halter für einen E-Fahrzeug-Ladeport. Anforderungen: Dauergebrauchstemperatur 130 °C, Zugfestigkeit ≥ 80 MPa, Schlagzähigkeit Charpy gekerbt ≥ 8 kJ/m² bei -30 °C, Spritzguss-fähig in einer 600-Tonnen-Maschine. In CAMPUS filtert er auf „PA66, Glasfaser 30 %, HDT/A ≥ 130 °C, Charpy gekerbt -30 °C ≥ 8”, Treffer: 14 Materialien von vier Herstellern (BASF, Lanxess, Domo, DuPont). Vergleichsansicht zeigt, dass zwei Grades nominell identische Werte aufweisen, sich aber im Kriechmodul bei 120 °C über 1.000 h unterscheiden. Mit dem CAMPUS-XML der drei Finalisten füttert er die FEM-Simulation in Ansys LS-DYNA und prüft die Verformung unter Lebenszyklus-Last. Zeitersparnis gegenüber Hersteller-Datenblatt-Vergleich: ca. 1 Arbeitstag. Statt fünf PDF-Datenblätter manuell durchzukämmen, hat er in zwei Stunden eine begründete, dokumentierte Vorauswahl mit Multipoint-Daten, bereit für die Bauteilfreigabe.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Server in der EU (Altair-Infrastruktur). CWFG mbH und Altair-Tochter M-Base sind in Deutschland ansässig.
- Datennutzung: Keine Account-Pflicht für die Standard-Datenbankrecherche. Optional kann ein Konto angelegt werden, um Favoriten und Vergleichslisten zu speichern. Suchanfragen werden zu statistischen Zwecken aggregiert, nicht personenbezogen vermarktet.
- Account-Löschung: Möglich über die Kontoeinstellungen oder per E-Mail an Altair-Support.
- Cookies: Standard-Tracking für Funktionalität, anonymisierte Statistik. Marketing-Cookies können in den Einstellungen deaktiviert werden.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für Free-Nutzung nicht relevant (keine personenbezogenen Daten in Bauteilkonstruktion). Bei Anbindung an Altair Material Data Center oder Enterprise-Integration bietet Altair einen AVV.
- Empfehlung für Unternehmen: Für die reine Material-Recherche datenschutzunkritisch, Bauteilkonstruktion enthält in der Regel keine personenbezogenen Daten. Wer firmeneigene Materialgrades in Material Data Center hochlädt, sollte die geltenden Geheimhaltungsregeln und IP-Schutz vorab klären.
Gut kombiniert mit
- Cadmould + Varimos, CAMPUS liefert die normierten Multipoint-Werkstoffdaten, Cadmould/Varimos rechnet damit Spritzguss-Füllbilder, Schwindung und Verzug. Der Workflow ist nahtlos: CAMPUS-XML exportieren, in Cadmould importieren, simulieren.
- Autodesk Moldflow, die andere große Spritzguss-Simulationsumgebung. Auch Moldflow kann CAMPUS-Daten direkt einlesen. Welche Suite man wählt, hängt eher von der bestehenden CAE-Landschaft ab, die Material-DB im Hintergrund ist beide Male CAMPUS.
- Altair HyperWorks, wer ohnehin in der Altair-Welt arbeitet, bekommt CAMPUS-Daten als nahtlose Integration über das Material Data Center. Multiphysik-Simulation und Material-Lookup verschmelzen zu einem Workflow.
Unser Testurteil
CAMPUS Plastics verdient 4 von 5 Sternen, innerhalb seiner Disziplin sogar 5, gemessen an der Lücke, die es schließt. Es ist die unbestrittene Referenz für normgerechte Kunststoff-Materialdaten, kostenlos verfügbar und in der Spritzguss-Konstruktion täglich im Einsatz. Den fünften Stern verlieren zwei Aspekte: Erstens ist CAMPUS bewusst kein KI-Werkzeug, Lookup und Vergleich, kein Predictive Modelling, keine generative Empfehlung. Wer „intelligente” Materialwahl erwartet, ist hier am falschen Ort. Zweitens ist die UI sichtbar in die Jahre gekommen, die Filter sind verschachtelt, der Workflow erfordert Einarbeitung. Beide Punkte sind verschmerzbar gemessen am Wert, aber sie kosten Sterne. Wer Spritzguss-Materialien wählt: CAMPUS gehört in den Werkzeugkasten, ohne Diskussion.
Was wir bemerkt haben
- 2023, Altair Engineering hat M-Base übernommen, den langjährigen Software-Partner von CAMPUS. Damit endete eine Phase organisatorischer Unsicherheit, M-Base war als mittelständischer Aachener Anbieter über Jahre die zentrale Risikofrage rund um CAMPUS, jetzt ist die Plattform Teil einer börsennotierten Gruppe.
- 2024, Altair wurde von Siemens übernommen (Closing Anfang 2025). CAMPUS ist damit indirekt Teil von Siemens Digital Industries Software. Das stärkt die Kontinuität weiter, könnte aber mittelfristig dazu führen, dass CAMPUS näher an Siemens-Tools (NX, Teamcenter) heranrückt, bislang ist davon nichts spürbar.
- 2024–2025, Altair Material Data Center wurde ausgebaut, mit ML-basierter Vorhersage von Materialeigenschaften für Grades, die noch nicht vollständig vermessen sind. CAMPUS-Daten dienen als Trainingsbasis. Für die kostenlose CAMPUS-Datenbank ändert sich nichts, der Mehrwert bleibt im kommerziellen Material Data Center.
- Mai 2026, Der Funktionsumfang der kostenlosen CAMPUS-Datenbank ist seit Jahren stabil. Es gibt keine Anzeichen, dass Altair an dem Free-Modell rüttelt, die Datenbank ist zu zentral für die Hersteller-Mitglieder, als dass eine Bezahlpflicht durchsetzbar wäre. Wer das langfristig nutzen will, kann sich darauf einrichten.
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