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Beamex CMX

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Beamex CMX ist eine spezialisierte Kalibrierverwaltungs-Software für regulierte Umgebungen. Sie dokumentiert Kalibrierhistorien, berechnet Messunsicherheiten, erkennt statistische Drifttrends über Kalibrierzyklen hinweg und erzeugt auditfeste Berichte nach ISO 17025, GMP und FDA 21 CFR Part 11. Integriert mit Beamex-Kalibriergeräten und offener API für ERP/CMMS-Anbindung. Wichtig: Die Software arbeitet mit klassischen statistischen Verfahren, eine echte KI- oder Machine-Learning-Schicht ist nicht eingebaut.

Kosten: CMX Professional ab ca. 2.000 EUR Einmallizenz pro Arbeitsplatz; CMX Enterprise mit Floating-Lizenz auf Anfrage. Cloud-Variante (Azure-Hosting) als Jahresabonnement verfügbar. Beamex Business Bridge für SAP/Maximo/Infor EAM separat lizenziert.

Kategorien

Stärken

  • Spezialisiert auf Kalibrierungsmanagement, nicht ein allgemeines QMS mit Kalibriermodul
  • Statistische Drifterkennung über mehrere Kalibrierzyklen hinweg
  • Auditfeste Berichte nach ISO 17025, FDA 21 CFR Part 11, GMP
  • Direkte Integration mit Beamex-Kalibriergeräten (MC6, MC6-Ex, MC6-T) für papierlosen Workflow
  • ERP/CMMS-Integration via Beamex Business Bridge (SAP, IBM Maximo, Infor EAM)
  • SSO über Microsoft Entra ID seit CMX 2.16 (Oktober 2024)
  • On-Premise oder Cloud (Azure), flexible Betriebsmodelle

Einschränkungen

  • Keine echte KI/ML-Schicht, alle 'intelligenten' Funktionen sind klassische Statistik
  • Primär für periodische Kalibrierungen ausgelegt, kein Echtzeit-IQC-Monitoring eingebaut
  • Volle Leistung nur in Kombination mit Beamex-Hardware (Kalibratoren)
  • Für kontinuierliche Drift-Überwachung zwischen Kalibrierungen ist zusätzliche Datenschicht nötig
  • Einmallizenz mit hohem Initial-Investment, Wartungsgebühr kommt jährlich oben drauf
  • Floating-Server-Variante benötigt eigene IT-Infrastruktur

Passt gut zu

Labore mit mehr als 50 Messinstrumenten, die ein auditfestes Kalibrierregister benötigen Regulierte Umgebungen (GxP, ISO 17025, FDA) mit Pflicht zur Kalibrierhistorie Einrichtungen, die Beamex-Kalibriergeräte bereits nutzen und den Workflow digitalisieren wollen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du musst regulatorische Compliance (GMP, FDA 21 CFR Part 11, ISO 17025) sauber dokumentieren
  • Du nutzt Beamex-Kalibratoren bereits und willst den Workflow papierlos machen
  • Du brauchst eine zentrale Datenbank für viele Messinstrumente mit Audit-Trail
  • Du willst SAP, Maximo oder Infor EAM mit deinem Kalibriermanagement verbinden

Wann nein

  • Du erwartest echte KI- oder ML-Funktionen zur prädiktiven Drift-Erkennung
  • Dein Labor hat nur wenige Instrumente (unter 20), die Investition rechnet sich kaum
  • Du arbeitest ausschließlich mit Nicht-Beamex-Kalibratoren, viele Vorteile entfallen
  • Du brauchst Echtzeit-Prozessmonitoring zwischen den Kalibrierzyklen

Kurzfazit

Beamex CMX ist die naheliegende Wahl, wenn ein Labor oder ein regulierter Produktionsbetrieb sein Kalibriermanagement auditfest digitalisieren will, vor allem dann, wenn bereits Beamex-Kalibratoren im Einsatz sind. ISO 17025, GMP und FDA 21 CFR Part 11 werden sauber bedient, die Integration mit der eigenen Hardware ist nahtlos, ERP-Anbindungen über die Business Bridge sind etabliert. Was CMX nicht ist: ein KI-Tool im modernen Sinn. Die Drifterkennung basiert auf klassischen statistischen Verfahren, nicht auf Machine Learning. Wer das versteht und ein verlässliches Kalibrierregister sucht, ist hier richtig. Wer prädiktive Wartung auf KI-Basis erwartet, schaut woanders. Drei Sterne, solide Spezialsoftware, aber kein KI-Spitzenprodukt.

Für wen ist Beamex CMX?

Regulierte Pharma- und Biotech-Labore (GxP): Hauptzielgruppe. Wer FDA 21 CFR Part 11 sauber dokumentieren muss, bekommt mit CMX einen geprüften Audit-Trail, elektronische Signaturen und die typischen Workflow-Stufen (Erfassung, Prüfung, Freigabe). Das spart in Audits regelmäßig Stunden gegenüber selbstgebauten Excel-Lösungen.

Akkreditierte Prüflaboratorien (ISO 17025): CMX adressiert die typischen Anforderungen, Messunsicherheits-Berechnung, Rückführbarkeit auf Normale, Kalibrierhistorien über Jahre. Für die DAkkS-Akkreditierung in Deutschland ist das ein nahezu lückenloses Werkzeug, wenn die Verfahren konfiguriert sind.

Produktionsbetriebe mit hohem Messmittel-Aufkommen: Automotive, Luftfahrt, Chemie, überall, wo Hunderte oder Tausende Messmittel periodisch kalibriert werden müssen. Die Skalierbarkeit der Enterprise-Variante mit Floating-Lizenzen passt zu Mehrstandort-Konzernen.

Betriebe, die bereits Beamex-Hardware nutzen: Wer MC6, MC6-Ex oder MC6-T-Kalibratoren im Einsatz hat, bekommt mit CMX einen geschlossenen Workflow vom Auftrag im ERP über die Messung am Gerät bis zur Berichtsausgabe. Das ist der Premium-Use-Case.

Weniger geeignet für: Kleine Labore mit unter 20 Instrumenten (die Investition rechnet sich nicht), Betriebe ohne Beamex-Hardware (man bekommt nur einen Teil der Wertschöpfung), Unternehmen, die echte prädiktive KI-Wartung suchen (CMX rechnet statistisch, lernt aber nicht), und alle, die nur eine einfache Excel-Ablösung suchen (überdimensioniert).

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
CMX Professional (Arbeitsplatz)Ab ca. 2.000 EUR EinmallizenzKonfigurierbare Standardvariante, Einzelplatz oder Floating-Server-Setup
CMX Enterprise (Floating)Auf Anfrage (mittlerer fünfstelliger EUR-Bereich für mittlere Standorte)Vollumfang, Mehrstandort-fähig, alle Module inklusive
CMX Cloud (Azure)Jahresabonnement, Preise auf AnfrageWie Enterprise, aber als gehostete Cloud-Lösung
Beamex Business BridgeAuf Anfrage, separat lizenziertAnbindung an SAP, IBM Maximo, Infor EAM
Wartung/UpdatesCa. 18–22 % der Lizenzkosten/JahrVersions-Updates, Support, Hotfixes

Einordnung: Die Einmallizenz für CMX Professional klingt zunächst moderat, summiert sich aber mit Wartungsgebühr, IT-Infrastruktur (bei Floating/Enterprise) und Integrationskosten schnell zu einem fünfstelligen Projekt. Realistische Total Cost of Ownership für eine mittelgroße Pharma-Anlage mit 200–500 Instrumenten, ERP-Integration und Schulung: 40.000–80.000 EUR im ersten Jahr, 8.000–15.000 EUR pro Folgejahr. Die Cloud-Variante senkt die Initialinvestition, kostet langfristig aber mehr. Für die meisten regulierten Mittelständler mit eigener IT ist die On-Premise-Variante (Enterprise) wirtschaftlich, weil Datenhoheit klar und Wartungsfenster steuerbar sind.

Stärken im Detail

Tiefe Spezialisierung statt QMS-Anhängsel. Anders als generelle QMS-Suiten, die ein Kalibriermodul mitliefern, ist CMX von Anfang an für genau diesen Use-Case gebaut: Kalibrierauftrag erstellen, Verfahren wählen, Messpunkte erfassen, Messunsicherheit berechnen, Bericht generieren, Signatur einholen, Audit-Trail dokumentieren. Jeder Workflow-Schritt ist auf reale Laborpraxis abgestimmt, nicht auf generische Compliance-Anforderungen.

Drifterkennung über mehrere Zyklen. CMX wertet die Kalibrierhistorie eines Instruments aus und markiert systematische Trends, etwa, dass eine Waage über die letzten fünf Kalibrierzyklen einen wachsenden Abweichungstrend Richtung obere Toleranz zeigt. Wichtig zu wissen: Das ist klassische Statistik (lineare Regression, Konfidenzintervalle, Toleranzgrenzen-Vergleich), kein Machine Learning. Für die meisten Compliance-Zwecke reicht das vollkommen, und ist transparenter als eine Black-Box-KI.

Auditfeste Reports nach Industriestandards. Berichte folgen den Vorgaben von ISO 17025, GMP und FDA 21 CFR Part 11. Elektronische Signaturen mit personalisierten Konten, Audit-Trail bei jeder Datenänderung, Versionierung von Verfahren, die “Big Three” der regulatorischen Anforderungen sind sauber abgedeckt. In FDA-Audits ist CMX seit Jahren etabliert und entsprechend dokumentiert.

Geschlossener Workflow mit Beamex-Hardware. MC6, MC6-Ex und MC6-T sind Field-Calibrators von Beamex, wer sie nutzt, kann den Kalibrierauftrag in CMX erstellen, ans Gerät übertragen, im Feld messen, Daten zurück synchronisieren und automatisch den Bericht generieren. Kein Abtippen von Hand, kein Papier dazwischen. Seit CMX 2.15 (März 2024) läuft das auch asynchron über Internet via Beamex Sync.

ERP-Integration via Business Bridge. Die Business Bridge ist die offene API-Schicht von Beamex für die Anbindung an SAP, IBM Maximo, Infor EAM und ähnliche Systeme. Kalibrieraufträge entstehen im ERP/CMMS, werden an CMX übergeben, nach Erledigung zurückgespielt. Für große Industrieumgebungen, in denen Wartungsaufträge zentral gesteuert werden, ist das die saubere Integration.

Single Sign-On mit Microsoft Entra ID. Seit Oktober 2024 (Version 2.16) unterstützt CMX SSO über Entra ID. Für Unternehmen, die ohnehin auf Microsoft-Identity setzen, vereinfacht das User-Management erheblich, neue Mitarbeitende bekommen über die Standard-Provisionierung Zugriff, ausscheidende Konten werden zentral deaktiviert.

Schwächen ehrlich betrachtet

Keine echte KI/ML-Schicht. Beamex selbst spricht in der offiziellen Produktdokumentation nicht von KI, der Begriff wird allenfalls in Branchenartikeln aufgegriffen. Wer von einem modernen “KI-Tool” prädiktive Wartungs-Algorithmen erwartet, die aus Tausenden Kalibrierhistorien Muster lernen, wird enttäuscht. CMX rechnet statistisch und transparent, was für Compliance gut ist, aber kein echtes ML-Profil ergibt. Wer eine ML-basierte Predictive-Maintenance-Lösung sucht, muss zusätzlich auf Plattformen wie ABB Ability, IBM Maximo Application Suite oder spezialisierte Drift-Analytics aufsetzen.

Beamex-Hardware-Bindung ist eine de-facto-Voraussetzung. Offiziell kann CMX mit beliebigen Kalibratoren betrieben werden, praktisch entfaltet es seinen Wert vor allem mit Beamex-Geräten. Wer Fluke-, GE-Druck- oder Endress+Hauser-Kalibratoren nutzt, kann CMX zwar als Datenbank verwenden, verliert aber den geschlossenen Workflow. Das ist eine versteckte Vendor-Lock-in-Falle.

Investition rechnet sich nur bei vielen Instrumenten. Für Labore mit unter 20–30 Instrumenten ist CMX wirtschaftlich kaum zu rechtfertigen. Eine saubere Excel-Liste mit Erinnerungs-Workflow erledigt den Job für einen Bruchteil der Kosten. Die Schwelle liegt grob bei 50+ Instrumenten und/oder regulatorischer Pflicht, ab der die Investition wirtschaftlich wird.

Kein Echtzeit-Prozessmonitoring zwischen Kalibrierungen. CMX kennt die Welt nur an den Kalibrier-Zeitpunkten. Was zwischen zwei Kalibrierungen passiert (kontinuierlicher Drift, ungewöhnliche Messwerte, Prozess-Anomalien) ist außerhalb des Systems. Wer kontinuierliches Monitoring will, braucht eine zusätzliche Datenschicht (Historian, SCADA, MES-Integration).

Versions-Updates kosten extra. Die Wartungsgebühr (ca. 18–22 % der Lizenzsumme pro Jahr) ist Voraussetzung für Versions-Updates und Support. Wer die Wartung pausiert, sitzt auf einer alten Version fest und muss bei Wiedereinstieg nachbezahlen. Für stabile Compliance-Software ist das branchenüblich, aber im Budget zu berücksichtigen.

Cloud-Variante nicht der Standard. Beamex bietet CMX auch über Microsoft Azure als gehostete Cloud-Lösung, diese ist aber weniger verbreitet als die On-Premise-Variante und einige Unternehmen berichten von eingeschränkten Konfigurationsmöglichkeiten gegenüber der lokalen Installation. Für sehr individuelle Workflows ist On-Premise weiterhin die ausgereiftere Option.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine LIMS-Komplettlösung mit Kalibriermodul brauchstLabWare
Eine spezialisierte Analytik-Software-Suite suchst (Chromatographie + Kalibrierung)Agilent OpenLab
Asset Management mit Kalibriermodul als Teil einer breiten EAM-Strategie willstIBM Maximo

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Fluke MET/CAL und MET/TEAM (große US-Kalibrier-Software-Suite, vor allem im elektrischen Bereich), GE Druck PMTrack (für Druckkalibrierung), Endress+Hauser AmsTrack (für die Prozessinstrumentierung-Kalibrierung) und Cornerstone Kalibrierungs-Modul. Beamex CMX bleibt im europäischen Markt der starke Spezialist, wer ohnehin im Beamex-Ökosystem arbeitet, hat hier den ausgereiftesten Workflow. Wer breiter denkt (LIMS oder EAM als Mutterplattform), beginnt sinnvoll bei LabWare oder Maximo und ergänzt CMX später für die Kalibrierungs-Spezialfälle.

So steigst du ein

Schritt 1: Bestandsaufnahme aller Messinstrumente im Labor. Was wird wann kalibriert, von wem, mit welchem Referenzgerät, in welchen Toleranzen? Diese Inventur, typischerweise als Excel-Liste, ist die Grundlage für die erste Datenbank in CMX. Plane für ein mittleres Labor mit 100–300 Instrumenten zwei bis drei Wochen Inventarisierung.

Schritt 2: Kalibrierhistorien aus Papierdokumentation oder Excel-Listen in CMX importieren. CMX bietet einen Import-Assistenten (Data Loader Tool) für Bulk-Imports. Je mehr Historie vorhanden ist (idealerweise drei bis fünf Zyklen), desto früher sind Drifttrends erkennbar. Für Datenqualität ist diese Phase entscheidend, eingefahrene Excel-Fehler bleiben sonst im neuen System.

Schritt 3: Kalibrierplan anlegen, Erinnerungsautomatik konfigurieren und Berichts-Templates aufsetzen. CMX meldet fällige Kalibrierungen automatisch und erstellt nach jeder Kalibrierung einen auditfesten Bericht. Wichtig: Die Berichts-Templates sollten an die internen Verfahrensanweisungen angepasst werden, sonst riskiert man Audit-Findings, weil das System einen anderen Workflow dokumentiert, als die Verfahrensanweisung vorschreibt. Plane eine Validierungs-Phase mit Anwendern und Qualitätsmanager.

Schritt 4 (optional): ERP-Integration über Beamex Business Bridge einrichten, wenn Kalibrieraufträge aus SAP, Maximo oder Infor EAM stammen. Diese Phase ist IT-intensiv und sollte erst nach stabilem CMX-Betrieb in Angriff genommen werden.

Ein konkretes Beispiel

Ein mittelgroßes Analyselabor mit 80 Messinstrumenten (Pipetten, Waagen, pH-Meter, Spektrophotometer) in einem GMP-Pharmabetrieb in Hessen führt Beamex CMX Enterprise ein. Nach Import der letzten drei Kalibrierzyklen zeigt CMX für sieben Instrumente einen systematischen Drifttrend in Richtung oberer Toleranzgrenze, eine simple Regressionsanalyse über die Historie. Vier davon werden vorzeitig kalibriert; das vermeidet eine OOS-Situation (Out of Specification) bei einem laufenden Chargenfreigabe-Projekt, was ohne CMX wahrscheinlich erst bei der nächsten regulären Kalibrierung aufgefallen wäre. Geschätzter vermiedener Schaden: rund 200.000 EUR Folgekosten einer zurückgehaltenen Charge. Die Lizenzkosten von ca. 60.000 EUR im ersten Jahr (inkl. Migration, Schulung, ERP-Anbindung an SAP) sind damit im ersten Audit-Zyklus mehrfach amortisiert. Wichtig: Der Drifterkennungs-Vorteil ist kein KI-Wunder, sondern ein konsequentes Auswerten der Historie, was in einer Papier-Welt schlicht nicht möglich war.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Wahlweise On-Premise (volle Datenhoheit beim Anwender) oder Cloud über Microsoft Azure (EU-Region wählbar). Anbieter ist Beamex Oy Ab, Finnland.
  • Datennutzung: Bei On-Premise verbleiben alle Daten lokal. Bei der Cloud-Variante werden Kalibrierdaten zur Verarbeitung an Azure übertragen, Beamex selbst nutzt diese Daten nicht für Modelltraining oder Analytics-Zwecke außerhalb des Kundenauftrags.
  • Aufbewahrung: Lebenslang konfigurierbar (Audit-Trails dürfen je nach Regulierung 10–30 Jahre aufbewahrt werden). Löschung erfolgt nur durch berechtigte Administratoren.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für Cloud-Kunden Standard, Vertragsschluss als Voraussetzung der Inbetriebnahme. Bei On-Premise nicht erforderlich, weil keine Verarbeitung durch Beamex stattfindet.
  • Sicherheit: Rollenbasierter Zugriff, elektronische Signatur nach FDA 21 CFR Part 11, vollständiger Audit-Trail bei Datenänderungen.
  • Empfehlung für regulierte Branchen: Validierung nach GAMP 5 (Good Automated Manufacturing Practice) durchführen, Beamex stellt dafür ein Validierungs-Paket bereit, das den Aufwand erheblich reduziert.

Gut kombiniert mit

  • SAP oder IBM Maximo, als übergeordnetes ERP/EAM-System, das Kalibrieraufträge auslöst und nach Erledigung wieder einsammelt. Beamex Business Bridge ist die etablierte Integrationsschicht für diese Konstellation.
  • LabWare, wenn das Labor ohnehin auf einem LIMS aufsetzt, ergänzt CMX die spezialisierte Kalibriersicht. LabWare verwaltet Proben und Methoden, CMX die Messinstrumente, die diese Methoden ausführen.
  • Agilent OpenLab, in Chromatographie-Labors, in denen GC- und HPLC-Systeme regelmäßig kalibriert werden müssen. CMX hält die Kalibrierhistorie auditfest, OpenLab steuert den Messbetrieb.

Unser Testurteil

Beamex CMX verdient 3 von 5 Sternen. Als spezialisierte Kalibrierverwaltungs-Software ist es in seiner Nische ausgereift, regulatorisch verlässlich und mit der Beamex-Hardware nahezu konkurrenzlos gut integriert. Den Sternverlust verantworten drei Punkte: Erstens die de-facto-Bindung an Beamex-Hardware, die den Wert für Nicht-Beamex-Kunden erheblich reduziert. Zweitens das schmale Funktionsprofil zwischen Kalibrierungen, wer kontinuierliches Monitoring will, braucht zusätzliche Systeme. Und drittens: Im Kontext eines KI-Tool-Reviews ist CMX kein KI-Produkt im modernen Sinn. Die Drifterkennung ist klassische Statistik, sauber implementiert, aber keine ML-Schicht. Wer das versteht und genau diese Spezialisierung sucht, bekommt verlässliche Software. Wer von KI Wunder erwartet, schaut woanders.

Was wir bemerkt haben

  • Juni 2025, CMX-Version 2.17 brachte einen Genehmigungs-Workflow für Instrumentendaten, einen Wiederholbarkeits-Test für Anzeiger und Transmitter sowie eine Referenzfilter-Funktion. Vor allem der Approval-Workflow schließt eine Lücke im regulatorischen Anspruch, bisher mussten Datenänderungen außerhalb des Systems freigegeben werden.
  • Oktober 2024, Mit Version 2.16 kam Single Sign-On über Microsoft Entra ID dazu. Für IT-Verantwortliche ist das ein deutlicher Effizienzgewinn, weil die User-Administration in die übliche Microsoft-Identity-Verwaltung wandert.
  • März 2024, Version 2.15 führte Beamex Sync ein: asynchroner Datenaustausch mit MC6-Kalibratoren über das Internet. Vorher war für die Synchronisation ein lokales Netzwerk nötig, jetzt funktioniert auch der Feld-Workflow von entfernten Standorten aus.
  • Stand Mai 2026, Beamex selbst kommuniziert in der offiziellen Produktdokumentation keine KI- oder Machine-Learning-Funktionen für CMX. Die häufig zitierte “intelligente Drifterkennung” ist eine statistische Trendanalyse, keine künstliche Intelligenz im modernen Sinn. Wer das Tool als Teil einer KI-Strategie evaluiert, sollte das vorab transparent klären.
  • Laufend, Die jährliche Wartungsgebühr (ca. 18–22 % der Lizenzkosten) ist Standard für regulierte Industriesoftware, sollte aber im Budget nicht vergessen werden. Wer die Wartung pausiert, sitzt auf veralteter Version fest, und bei Wiedereinstieg fallen rückwirkende Beträge an.

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