Time To Pet
Time To Pet Inc.
Redaktionelle Einschätzung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Anbieterangaben, Preislisten, unabhängige Bewertungsplattformen), kein Hands-on-Produkttest, sofern nicht ausdrücklich anders angegeben. Die Sternebewertung ist eine Meinung der Redaktion.
Tool öffnenSpezialisierte All-in-One-Software für professionelle Tiersitter, Gassigeher und Tierpensionen aus den USA. Bündelt Buchungen, Kundenportal, Mitarbeiterverwaltung, GPS-Tracking während Besuchen, Besuchsberichte mit Fotos und Abrechnung. Über 4.000 Tierpflegebetriebe weltweit, ausschließlich englischsprachig. Wichtiger Hinweis: Time To Pet ist kein KI-Tool, die Software arbeitet mit klassischer Buchungs- und Geo-Logik. Wir listen sie als marktrelevanten Branchenstandard, mit dem KI-gestützte Hilfswerkzeuge (Routing, Übersetzung, Bilderkennung) kombiniert werden können.
Kosten: Lite 25 USD/Monat (1 Person, Basis), Solo 50 USD/Monat (Einzelunternehmer mit erweiterten Features), Team 40 USD/Monat + 16 USD pro aktivem Mitarbeitenden, Facility 79 USD/Monat (Pension/Daycare), Large Team 25+ Mitarbeitende individuelles Angebot. 14-Tage-Test, keine Kreditkarte, monatlich kündbar.
Kategorien
Stärken
- Komplette Branchensoftware für Tiersitter, Buchung, Abrechnung, Kommunikation, Berichte aus einer Hand
- GPS-Tracking während Besuchen mit Live-Übermittlung an den Tierhalter
- Besuchsbericht inkl. Fotos und Notizen direkt aus der Sitter-App, wirkt professionell
- Kundenportal für Online-Buchung und Selbst-Bezahlung, eliminiert WhatsApp-Buchungschaos
- Skaliert vom Einzelunternehmer bis zur Kette mit 25+ Mitarbeitenden ohne Plattformwechsel
- Monatlich kündbar, keine Setup-Gebühr, transparente Tarif-Struktur
Einschränkungen
- Keine echte KI-Komponente, klassische Branchensoftware ohne Predictive- oder Optimierungs-AI
- Komplett englisch, UI, Doku, Kundenportal, alle Benachrichtigungen
- Datenhaltung in den USA, kein EU-Hosting verfügbar
- Routenoptimierung rudimentär, zeigt Stopps auf Karte, plant keine echten Touren mit Zeitfenstern
- Preise in USD, Wechselkursrisiko und Kartentransaktionsgebühren bei jeder Zahlung
- Mehrwertsteuer-Logik nicht für deutsche Anforderungen optimiert (Kleinunternehmerregelung, 19 % vs. 7 %)
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du verwaltest mehr als 10 Kunden und Excel/WhatsApp wird unübersichtlich
- Deine Kunden erwarten professionelle Berichte mit Fotos und Standortnachweis
- Du brauchst Online-Buchung und automatische Abrechnung
- Du planst Wachstum auf mehrere Mitarbeitende mit eigener Sitter-App
Wann nein
- Du suchst echte KI-Features (Routenoptimierung, Predictive Scheduling, Bilderkennung)
- Deine Kundenkommunikation muss zwingend deutschsprachig sein
- Du brauchst DSGVO-konformes EU-Hosting auf Standard-Tarif
- Du planst komplexe Mehrfach-Touren mit harten Zeitfenstern und Routenoptimierung
Kurzfazit
Time To Pet ist die führende Branchensoftware für professionelle Tiersitter und Gassigeher, primär im US-Markt, zunehmend auch international. Über 4.000 Betriebe weltweit, kein vergleichbar tiefer Wettbewerber in dieser Nische. Wer Tiersitter-Geschäft professionalisieren will, Buchung, Abrechnung, Kundenkommunikation, GPS-Nachweis, bekommt mit Time To Pet ein ausgereiftes, monatlich kündbares Werkzeug. Aber: Es ist explizit kein KI-Tool. Wir führen es hier als marktrelevante Branchensoftware, mit der KI-Hilfsmittel (Übersetzung, Routenplanung, Bilderkennung für Tier-Identifikation) ergänzt werden können, die Plattform selbst nutzt klassische Buchungs- und Geo-Logik. Englischsprachig, US-Hosting, Preise in USD, das sind echte Reibungspunkte für DACH-Anwender.
Für wen ist Time To Pet?
Solo-Gassigeher mit Wachstumsabsicht: Du läufst aktuell 10–20 Hunde pro Woche, Buchungen kommen per WhatsApp, Rechnungen schreibst du in Word. Time To Pet löst genau diesen Pain: Kunden buchen selbst, bezahlen selbst, bekommen automatisch Berichte. Du gewinnst 3–5 Stunden Verwaltung pro Woche zurück und wirkst professioneller, das eröffnet die nächste Preiserhöhung.
Tiersitter-Teams (5–25 Mitarbeitende): Hier kommt der Team-Tarif zum Tragen: zentrale Disposition, Sitter-App mit Tagesplan und Adressen, automatische Lohnabrechnung über Pay Reports. Mehrere Mitarbeitende in unterschiedlichen Stadtteilen koordinieren ohne Excel und ohne tägliche Disposition-Anrufe, das ist der eigentliche Sweet Spot der Plattform.
Tierpensionen und Daycare-Betriebe: Der Facility-Tarif adressiert Pensionsbetrieb: Belegungsplan, Check-In/Check-Out, individuelle Fütterungs- und Medikamenten-Anweisungen pro Hund, Foto-Berichte für besorgte Halter. Wer eine Hundepension betreibt, hat hier eine ernsthafte Alternative zu Excel-Tabellen.
Anspruchsvolle Kunden-Segmente: GPS-Nachweis, Foto-Berichte und Online-Buchung wirken auf Kunden im gehobenen Preissegment professionell. Wer 25 €/Stunde für einen Spaziergang aufruft, muss das durch Servicequalität rechtfertigen, Time To Pet liefert die sichtbaren Belege dafür.
Wachsende Multi-Standort-Betriebe: Das Tarifsystem skaliert vom Lite-Tarif (25 USD) bis zur Large-Team-Lösung (ab 25 aktiven Mitarbeitenden, individuelles Angebot) ohne Plattformwechsel. Wer von einem Stadtteil auf mehrere expandiert, behält die Datenbasis und Prozesse.
Weniger geeignet für: Tiersitter mit Schwerpunkt deutschsprachiger Kundschaft, die jede englische Mail erklären müssen (deutsche Alternativen wie Gespet oder Solid Pet existieren), Betriebe mit hohem Routing-Anspruch (echte Tourenoptimierung gibt es nur in OptimoRoute oder vergleichbaren Tools), DSGVO-strenge Branchen (US-Hosting), und alle, die nach echten KI-Features (Predictive Scheduling, automatische Bilderkennung) suchen, die existieren in Time To Pet nicht.
Preise im Detail
| Plan | Preis (USD/Monat) | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Lite | 25 (250/Jahr) | 1 Person, Basis-Funktionen: Scheduling, Rechnungen, Client-Portal |
| Solo | 50 (500/Jahr) | 1 Person, erweiterte Funktionen: Videos, Integrationen |
| Team | 40 + 16 pro aktivem Mitarbeitendem | Mehrere Mitarbeitende, Time-off-Management, Pay Reports, Disposition |
| Facility | 79 | Tierpension/Daycare, Belegungsplan, Check-In/Check-Out |
| In-Home + Facility | individuell | Betriebe mit mobilem Sitter-Service und Pension zugleich |
| Large Team | individuell | ab 25 aktiven Mitarbeitenden, Enterprise-Funktionen, Custom Integrations |
Einordnung: Die Preise sind fair und transparent, eine Seltenheit in der Branchensoftware-Welt, in der Pricing meist auf Anfrage versteckt wird. Für Solo-Anbieter ist Lite mit 25 USD ein günstiger Einstieg, sobald die Kundenzahl die manuelle Verwaltung sprengt. Solo für 50 USD lohnt sich, wenn erweiterte Funktionen wie Video-Berichte oder zusätzliche Integrationen konkret genutzt werden. Der Team-Tarif rechnet mit 40 USD Basis plus 16 USD je aktivem Mitarbeitendem (aktiv = mindestens ein geplanter Einsatz im Abrechnungszeitraum, Büro- und Verwaltungspersonal zählt immer mit). Bei Jahreszahlung gibt der Anbieter zehn Monatsbeträge für zwölf Monate an, also rund zwei Freimonate. Wichtig für DACH-Anwender: Preise in USD und Zahlung per Kreditkarte oder PayPal verursachen 1–3 % Wechselkurs-/Transaktionskosten. Pro Jahr ein Aufschlag von 30–70 €, kein Showstopper, aber Teil der ehrlichen Rechnung. MwSt.-Logik ist auf US-Sales-Tax ausgelegt, deutsche Steuerlogik (19 % bzw. 7 %, Kleinunternehmerregelung) muss manuell konfiguriert werden, der Steuerberater sollte einen Blick darauf werfen.
Stärken im Detail
Echte Branchenkenntnis im Produkt sichtbar. Time To Pet wurde von und für Pet-Care-Profis entwickelt. Das merkt man an Details: Pro Tier lassen sich Fütterungszeiten, Medikamenten-Verabreichung, Tierarzt-Kontakte, Notfall-Anweisungen und Verhaltensbesonderheiten hinterlegen. Die Sitter-App zeigt diese Infos direkt am Besuchspunkt, nichts geht im Pausen-Chat verloren. Das ist der Unterschied zu generischer CRM-Software.
GPS-Tracking liefert objektiven Nachweis. Während eines gebuchten Besuchs zeichnet die Sitter-App den Weg auf. Der Tierhalter bekommt im Bericht eine Karte mit dem tatsächlichen Spazierweg. Das ist mehr als Marketing-Optik: Es schützt sowohl den Sitter (Beweis bei Streitigkeiten „Du warst nur 10 Minuten da”) als auch den Halter (Sicherheit „mein Hund war wirklich draußen”). In Premium-Pricing-Segmenten ist das ein echtes Verkaufsargument.
Online-Buchung im Kundenportal eliminiert Reibung. Statt jede Buchung individuell per WhatsApp zu verhandeln, sieht der Kunde im Portal verfügbare Zeitslots, bucht selbst und bezahlt direkt. Das senkt die Buchungs-Hemmschwelle (Buchung um 23 Uhr ist möglich, Anruf morgens nicht) und entlastet den Anbieter komplett von Administrations-Telefonaten. In Erfahrungsberichten ist das der häufigste „Aha-Moment” beim Wechsel zu Time To Pet.
Sitter-App für Multi-Mitarbeiter-Teams ist das Skalierungs-Werkzeug. Jeder Sitter sieht in seiner App den eigenen Tagesplan: Adressen, Sondernotizen, Hunde-Profile, Schlüssel-Übergabe-Anweisungen. Die zentrale Disposition wird damit deutlich entlastet, der Sitter braucht keinen Anruf mehr, um Details nachzufragen. Auch Krankheit oder Ausfall lässt sich schneller umverteilen, weil die Daten zentral liegen.
Integrationen schließen die Lücken. QuickBooks und Zapier sind in den höheren Tarifen verfügbar, damit lassen sich Buchhaltung und Drittsysteme (z. B. Newsletter-Tool, CRM für Premium-Kunden) anbinden. Wer eine deutsche Buchhaltung mit lexoffice oder sevDesk nutzt, baut die Brücke typischerweise via Zapier, funktioniert, aber zusätzliche Konfigurationsarbeit.
Skalierbares Tarifmodell ohne Migrations-Friction. Ein Solo-Sitter, der vom Lite zum Solo zum Team-Tarif wächst, behält die gesamte Datenhistorie. Plattformwechsel im laufenden Geschäft ist in der Branchensoftware oft das größte Risiko, Time To Pet eliminiert diese Hürde innerhalb seines eigenen Ökosystems.
Schwächen ehrlich betrachtet
Keine KI, und der Anbieter behauptet es nicht. Das ist eigentlich eine ehrliche Position, im Tool-Kontext aber wichtig zu sagen: Time To Pet macht klassische Buchungs- und Geo-Logik. Es gibt kein Predictive Scheduling („wann bucht dieser Kunde wahrscheinlich wieder?”), keine Bilderkennung („ist der Hund auf dem Foto wirklich Bella?”), keine automatische Tour-Optimierung mit ML. Wer das erwartet, ist hier am falschen Ort. Für die meisten Tiersitter-Anwendungsfälle ist das auch nicht nötig, aber im KI-Tool-Kontext muss es genannt sein.
Englisch only, Reibung in der deutschen Kundenkommunikation. UI, Hilfeseiten, Kundenportal, automatische E-Mails an Tierhalter, alles in Englisch. Du kannst eigene E-Mail-Templates anpassen, aber Buchungsbestätigungen und Standardtexte bleiben englisch. Für Kunden mit guter Englisch-Kompetenz unproblematisch, für ältere oder international weniger versierte Kunden ein Bruch. Ein deutsches Frontend ist seit Jahren von Nutzern gewünscht, Time To Pet hat sich bewusst entschieden, das nicht zu liefern.
US-Hosting ohne EU-Option und ohne dokumentierten AVV. Anbieter ist Time To Pet Inc. in den USA, die Daten werden laut Datenschutzhinweis in den USA verarbeitet und gespeichert. Erschwerend: Der öffentliche Datenschutzhinweis erwähnt die DSGVO nicht, es gibt keinen öffentlich hinterlegten Auftragsverarbeitungsvertrag und keine dokumentierten Standardvertragsklauseln. Für Tiersitter-Daten (Name, Adresse, Hunde-Daten, Zahlungsinformationen) ist das inhaltlich kein hochsensibles Thema, doch die DSGVO-Konformität musst du hier selbst herstellen: eigene Transfer-Bewertung, saubere Datenschutzerklärung und im Zweifel eine ausdrückliche AVV-Anfrage beim Anbieter. Das ist ein echter Reibungspunkt gegenüber EU-gehosteten Alternativen.
Routenoptimierung ist nur eine Kartenansicht. Die Sitter-App zeigt alle Tagesbesuche auf einer Karte, das ist nicht dasselbe wie echte Tourenoptimierung. Für einen Sitter mit 4–6 Stopps am Tag völlig ausreichend, für ein Team mit 30–50 Besuchen täglich nicht ansatzweise. In der Praxis brauchen wachsende Betriebe ergänzend OptimoRoute, Routific oder Onfleet, und übertragen die optimierten Touren manuell zurück nach Time To Pet. Das ist umständlich.
Mehrwertsteuer-Handling ist auf US-Logik ausgelegt. Sales Tax (US-Bundesstaaten-System) lässt sich konfigurieren, aber deutsche Mehrwertsteuer-Spezifika (19 % vs. 7 %, Kleinunternehmer-Regelung mit 0 %) brauchen manuelles Setup, das nicht im Onboarding-Flow vorgesehen ist. Der Steuerberater sollte beim ersten Setup mitwirken.
Preise in USD = laufende Wechselkurs-Kosten. 25–80 USD plus Mehrwertsteuer plus Wechselkurs plus Kreditkarten-Gebühren ergeben einen monatlichen Betrag, der nicht stabil planbar ist. Über ein Jahr summieren sich diese Nebenkosten auf 30–70 €. Wenig im Vergleich zur Lizenz, aber unbeliebt in der monatlichen Abrechnung.
Kein nativer deutscher Support. Support läuft per E-Mail und Help Center auf Englisch. Antwortzeiten sind ordentlich, aber Zeitzonenversatz und Sprachbarriere bedeuten, dass komplexe Fragen oft 24 Stunden brauchen. Für Solo-Anbieter selten kritisch, in laufenden Tour-Tagen bei Mitarbeiter-Teams ein Reibungspunkt.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Deutsche Pensionsverwaltung mit deutscher UI willst | Gespet |
| Volle Tierpflege-Betriebsdokumentation auf Deutsch brauchst | ProPet Software |
| Termin-Buchung primär für Salonbetrieb (Hundefriseur) brauchst | Booksy |
| Echte Tourenoptimierung für mehrere Sitter brauchst | OptimoRoute |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Pet Sitter Plus (UK, ähnliche Funktionsbreite, ebenfalls englisch), Doodle Pro/Pet Sitter Connect (kleinere US-Anbieter), Pawfinity (US-Wettbewerber mit Schwerpunkt Hundefriseur), Solid Pet (deutsche Pensionssoftware mit eingeschränkter Online-Buchung). Für reine Tiersitter/Gassigeher-Anwendungen ist Time To Pet weltweit die tiefste Lösung, wer DSGVO-Strenge oder deutsche UI braucht, akzeptiert dafür eine deutlich kleinere Funktionsbreite bei lokalen Alternativen.
So steigst du ein
Schritt 1: Registriere dich auf timetopet.com für die 14-tägige kostenlose Testphase, keine Kreditkarte nötig. Lege zuerst dein eigenes Profil an: Servicegebiete, angebotene Leistungen (Walks, Visits, Overnight, Boarding), Preise und Stornobedingungen. Erst dann macht das Anlegen von Test-Kunden Sinn.
Schritt 2: Importiere 2–3 Bestandskunden mit ihren Tieren und führe einen kompletten Test-Besuch durch: GPS starten, Foto aufnehmen, Notiz schreiben, Besuch abschließen. Der automatisch generierte Bericht wird per E-Mail an dich (als Test-Kunde) verschickt, so siehst du, was deine echten Kunden zu Gesicht bekommen. Dieses Erlebnis ist der eigentliche Verkaufstrigger.
Schritt 3: Richte das Kundenportal mit deiner eigenen URL und deinem Branding ein. Verschicke an Bestandskunden eine kurze E-Mail: „Wir haben jetzt ein Buchungsportal, hier ist dein Zugangscode.” Erfahrungswerte zeigen, dass nach 4–6 Wochen 60–80 % der Kunden umgestiegen sind und die manuelle WhatsApp-Buchung deutlich abnimmt.
Schritt 4: DSGVO-Hausaufgaben erledigen. Datenschutzerklärung anpassen (US-Verarbeitung offenlegen) und beim Support ausdrücklich nach einem Auftragsverarbeitungsvertrag und Standardvertragsklauseln fragen, beides ist nicht öffentlich dokumentiert, deshalb solltest du die Antwort schriftlich einholen und deine eigene Bewertung des US-Drittlandtransfers festhalten. Für Solo-Sitter in 1–2 Stunden machbar, für Teams besser mit Datenschutzberater.
Schritt 5: Wenn du Teams hast: Sitter-Onboarding strukturiert durchführen. Lass jeden Mitarbeitenden vor dem ersten Echteinsatz einen Test-Besuch auf eigenem Handy durchspielen. Die App ist intuitiv, aber GPS-Berechtigungen und Foto-Upload müssen einmal sauber konfiguriert sein.
Ein konkretes Beispiel
Eine Gassigeherin in Köln (32 Jahre, seit drei Jahren selbständig, 22 aktive Kunden, durchschnittlich 18 Walks pro Woche) wechselt von WhatsApp-Buchung und Excel-Rechnungen auf Time To Pet Lite (25 USD/Monat ≈ 23 €). Setup-Aufwand: 5 Stunden über eine Woche verteilt. Erste 4 Wochen: 14 von 22 Kunden steigen auf das Portal um, der Rest schreibt weiter per WhatsApp, wird im Portal manuell nachgepflegt. Effekt nach 3 Monaten: Verwaltungszeit pro Woche von ~6 Stunden (WhatsApp-Antworten, Rechnungen, Erinnerungen, Excel-Pflege) auf ~1,5 Stunden gesunken. Zusätzlich: Drei Premium-Kunden buchen jetzt monatlich eine teurere „Doppel-Walk”-Variante, weil sie die GPS-Berichte als Argument gegenüber dem Partner haben („siehst du, der Hund war wirklich 60 Minuten draußen”). Zeitersparnis: rund 18 Stunden pro Monat. Umsatzeffekt: rund 280 €/Monat zusätzlich durch Service-Upsell. Trade-off: Eine 76-jährige Stammkundin verzichtet auf das Portal und bleibt bei WhatsApp, für sie wird manuell weiter gepflegt. Routenoptimierung übernimmt zusätzlich eine kostenlose Variante von Google Maps für 4–5 Tages-Stopps; für komplexere Touren würde OptimoRoute eingebunden, das ist aber noch nicht nötig.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: USA. Der Datenschutzhinweis nennt als Verarbeitungs- und Speicherort ausdrücklich die USA (Firmensitz Austin, Texas). Keine EU-Region verfügbar.
- Datenarten: Kundenstammdaten (Name, Adresse, Telefon, E-Mail), Tier-Profile (Name, Rasse, Tierarzt, Notfall-Kontakte), Buchungsdaten, GPS-Tracks (Echtzeit während Besuchen), Zahlungsdaten (über einen PCI-konformen externen Payment-Provider, nicht direkt bei Time To Pet).
- DSGVO im Datenschutzhinweis: Der öffentliche Datenschutzhinweis enthält keinen Verweis auf die DSGVO. Er behandelt US-Recht (u. a. Kalifornien/CALOPPA), nennt aber weder eine DSGVO-Rechtsgrundlage noch Standardvertragsklauseln. Für den Einsatz in Deutschland heißt das: Die datenschutzkonforme Nutzung liegt vollständig bei dir und erfordert eine eigene rechtliche Bewertung des US-Drittlandtransfers.
- Auftragsverarbeitung (AVV/DPA): Ein standardisierter Auftragsverarbeitungsvertrag ist nicht öffentlich dokumentiert. Ob Time To Pet auf Anfrage eine DPA bereitstellt, konnten wir nicht verifizieren, wer DSGVO-Pflichten erfüllen muss, sollte das vor Vertragsschluss ausdrücklich beim Anbieter erfragen.
- Aufbewahrung: Der Datenschutzhinweis nennt keine konkrete Aufbewahrungsfrist und kein dokumentiertes Löschverfahren. Fristen und Löschung sind daher direkt mit dem Support zu klären.
- GPS-Tracking und Mitarbeiterdaten: Bei Mehrarbeiter-Teams ist das GPS-Tracking der eigenen Sitter eine Form der Mitarbeiterkontrolle und löst (in Deutschland ab 1 Mitarbeitendem mit Betriebsrat) Mitbestimmungspflichten aus. Auch ohne Betriebsrat sollte die GPS-Nutzung in einer Vereinbarung schriftlich geregelt sein.
- Empfehlung für Unternehmen: Weil es keinen dokumentierten AVV und kein EU-Hosting gibt, ist die DSGVO-Konformität hier Handarbeit. Für Solo-Sitter mit sorgfältiger Datenschutzerklärung und eigener Transfer-Bewertung pragmatisch nutzbar. Für Teams: GPS-Tracking arbeitsrechtlich sauber dokumentieren, Mitarbeitende informieren, Zweckbindung klar. Für Tierärzte oder gewerbliche Kliniken: lieber eine lokale, EU-gehostete Lösung evaluieren.
Gut kombiniert mit
- OptimoRoute, Time To Pet plant Besuche und Slots, OptimoRoute optimiert die tatsächliche Reihenfolge der Stopps mit Zeitfenstern, Mitarbeiterkapazität und Realfahrzeiten. Übergabe erfolgt aktuell manuell (Export/Import von Stopp-Listen), Zapier-Brücke ist möglich.
- ChatGPT oder Claude, für Übersetzung der englischen Standard-Benachrichtigungen in saubere deutsche Sprache. Ein einmaliges Template-Set lässt sich in 30 Minuten erstellen und in Time To Pet als Custom-Templates hinterlegen.
- Gespet, für Betriebe, die parallel eine Tierpension betreiben und die Buchung in einer deutschen Lösung halten wollen, kann eine Kombination sinnvoll sein: Time To Pet für mobile Sitter-Tätigkeit, Gespet für Pensionsverwaltung. Datenpflege doppelt, aber funktional sauber getrennt.
Unser Fazit
Time To Pet verdient 3 von 5 Sternen. Es ist die marktstärkste Branchensoftware für Tiersitter und Gassigeher international, ausgereift, fair bepreist und mit klaren Skalierungspfaden vom Solo-Anbieter zur Mehrarbeiter-Organisation. Den vierten und fünften Stern verlieren mehrere Faktoren gleichzeitig: Keine KI-Funktionalität (was im Kontext einer KI-Tool-Datenbank ein klarer Punktabzug ist), komplett englischsprachige UI, US-Hosting mit den dazugehörigen DSGVO-Verpflichtungen, rudimentäre Routenoptimierung, USD-Pricing mit laufenden Wechselkurskosten und MwSt.-Logik, die für deutsche Anforderungen nicht zugeschnitten ist. Wer als Solo-Tiersitter wachsen will und Englisch akzeptiert, ist hier richtig. Wer auf deutsche Branchensoftware Wert legt: Gespet oder ProPet sind funktional weniger tief, aber näher am DACH-Anwender.
Was wir bemerkt haben
- Juli 2026, Das Tarifmodell staffelt sich aktuell fein: Lite (25 USD) als niedriger Einstieg für Solo-Anbieter, Solo (50 USD) als „Wachstums-Tarif für Einzelunternehmer” mit Videos und Integrationen, darüber Team, Facility, In-Home + Facility und Large Team. Wann genau der Lite-Einstieg ergänzt wurde, kommuniziert der Anbieter nicht datiert.
- 2024, Finanzierungsangebot „Time To Pet + Stripe Capital” ergänzt: Nicht der Anbieter selbst, sondern eine Partnerschaft mit Stripe Capital stellt Kredite und Umsatzvorschüsse bereit. Die Eignung richtet sich nach der Zahlungshistorie in Time To Pet Payments, Auszahlung typischerweise binnen zwei Werktagen, Rückzahlung als Prozentsatz der Umsätze. Ein Hinweis, dass der Anbieter über klassische Software hinaus in Zahlungs- und Finanzdienste expandiert.
- Juli 2026, Anbieterangabe zur Reichweite: „über 4.000” bzw. „4.500+” Pet-Care-Betriebe. Eine belastbare Länderzahl veröffentlicht Time To Pet nicht, Schwerpunkt bleibt erkennbar der englischsprachige Raum, DACH ist Nische.
- Juli 2026, Keine deutsche Lokalisierung in Sicht. Das Thema wird im User-Feedback regelmäßig adressiert, der Anbieter äußert sich öffentlich nicht zu Lokalisierungsplänen. Wer auf deutsche UI Wert legt, sollte das langfristig nicht erwarten.
- Juli 2026, Direkte Buchhaltungs-Integration bleibt auf QuickBooks (Online und Desktop) beschränkt; weitere Systeme (u. a. deutsche Tools wie lexoffice oder sevDesk) lassen sich nur indirekt über Zapier anbinden. Eine native Xero-Anbindung ließ sich nicht bestätigen.
- Juli 2026, Keine KI-Features in der Roadmap-Kommunikation des Anbieters sichtbar. Time To Pet positioniert sich bewusst als „etabliertes, verlässliches Branchen-Tool”, nicht als AI-Innovator. Wer KI in dieser Nische sucht, wird woanders fündig.
Quellen
- Time To Pet – Preisübersicht. https://www.timetopet.com/pricing (abgerufen am 2026-07-18). Lite 25 USD/Monat (Jahresplan 250 USD), Solo 50 USD/Monat (Jahresplan 500 USD), Team 40 USD/Monat plus 16 USD pro aktivem Mitarbeitenden, Facility 79 USD/Monat, Large Team ab 25 aktiven Mitarbeitenden auf Anfrage, In-Home + Facility auf Anfrage; 14-Tage-Testphase ohne Kreditkarte; über 4.000 (Anbieterangabe: 4.500+) Pet-Care-Betriebe..
- Time To Pet – Datenschutzhinweis. https://www.timetopet.com/privacy (abgerufen am 2026-07-18). Datenverarbeitung und -speicherung in den USA (Sitz Austin, Texas). Kein Verweis auf DSGVO, AVV/DPA oder Standardvertragsklauseln; keine Aufbewahrungsfrist genannt; Kreditkartendaten über PCI-konformen Drittdienstleister..
- Time To Pet – Dog Walking Software. https://www.timetopet.com/dog-walking-software (abgerufen am 2026-07-18). Sitter-App mit GPS- und Zeiterfassung; Besuchsbericht (Report Card) mit Fotos und Notizen in Echtzeit an den Tierhalter..
- Time To Pet + Stripe Capital. https://www.timetopet.com/capital (abgerufen am 2026-07-18). Finanzierung läuft über eine Partnerschaft mit Stripe Capital (Kredite und Umsatzvorschuss); Eignung basiert auf der Zahlungshistorie in Time To Pet Payments..
- GetApp – Time To Pet Integrationen. https://www.getapp.com/operations-management-software/a/time-to-pet/ (abgerufen am 2026-07-18). Integrationen u. a. QuickBooks Online und Desktop, Stripe, Zapier, Google Calendar, Dropbox, Microsoft Outlook..
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Diese Seite bewerten wir redaktionell, mit kräftiger Unterstützung von Arthur Atlas, unserem KI-Analysten. Er prüft Bewertungen nach und markiert veraltete Angaben, sobald sich der Markt dreht. Unsere Angaben stammen überwiegend aus öffentlich zugänglichen Quellen wie Anbieter-Website, Doku und Preislisten. Preise und Funktionen können sich ändern.
Hinweis: Diese Angaben können veraltet oder fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel immer direkt auf der Website des Anbieters.
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