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Ravio

Ravio Technologies Ltd.

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Europäisch ausgerichtete Echtzeit-Vergütungsdatenbank, spezialisiert auf Tech-, Start-up- und Wachstumsunternehmen. Aggregiert anonymisierte Daten aus 1.700+ Unternehmen, 50+ Regionen und über 300 Rollen. Besonderer Fokus auf europäische Märkte, deutlich bessere Datentiefe für DACH und UK als US-amerikanische Anbieter wie PayScale oder Mercer. HRIS-Integration mit 30+ Systemen synchronisiert die eigenen Vergütungsdaten automatisch, sodass Benchmarks immer aktuell sind. Anbieter ist Ravio Technologies Ltd. aus Großbritannien.

Kosten: Individuelle Preise je nach Unternehmensgröße, gewählten Modulen und Marktdatenbedarf. Kein öffentliches Tier-Pricing, Demo und Angebot nötig. Laut Anbieter beginnt der Preis für ein 500-Personen-Unternehmen bei 5.000 £ pro Jahr. Nur Jahresabrechnung, Daten-Beitrag per HRIS-Integration oder manuellem Upload ist verpflichtend. Primär für Tech- und Startup-Umfeld konzipiert.

Kategorien

Stärken

  • Echtzeit-Daten statt jährlichem Survey, Benchmark ist immer aktuell
  • Stärkster europäischer Fokus unter den modernen Benchmarking-Plattformen
  • Europäischer Anbieter mit UK/EWR-Datentransfers unter Standardvertragsklauseln
  • Deckt Grundgehalt, Boni, Equity und Benefits in einem System ab
  • HRIS-Integration mit 30+ Systemen (Personio, BambooHR, HiBob u. a.) für automatische Aktualisierung
  • Pay-Equity-Analyse mit Gender-Pay-Gap-Insights direkt aus den eigenen Daten
  • Job-Architecture-Modul für strukturierte Rollen- und Level-Definitionen

Einschränkungen

  • Kein deutschsprachiges Interface oder Support
  • Optimiert für Tech, Startups und Scale-ups, für klassische Industrie oder Handwerk weniger geeignet
  • Kein öffentliches Pricing, Vertriebsgespräch nötig
  • Datenbasis für kleine Nischenmärkte (z. B. Handwerk, Produktion) dünner
  • Benefits-Daten sind in DACH-Märkten weniger granular als Grundgehälter
  • Für vollständigen Datenzugang muss man eigene Daten beitragen, manchmal politisch heikel

Passt gut zu

Tech- und SaaS-Unternehmen in Europa, die europäische Gehaltsdaten benchmarken wollen Scale-ups mit 50–500 Mitarbeitenden in DACH und UK HR-Teams, die Equity, Variable Pay und Benefits in einem System abbilden wollen Unternehmen mit EU-Lohntransparenzrichtlinie als Compliance-Treiber

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du brauchst aktuelle europäische Vergütungsdaten für Tech-Rollen
  • Du willst Salary Bands strukturiert aufbauen und pflegen
  • Du musst die EU-Lohntransparenzrichtlinie 2026 erfüllen (Pay-Equity-Reporting)
  • Du suchst eine HRIS-integrierte Lösung statt manueller Survey-Datenpflege

Wann nein

  • Dein Unternehmen ist in klassischer Industrie, Handwerk oder Handel
  • Du brauchst zwingend deutschsprachigen Support und Interface
  • Du suchst eine günstige Einzellizenz oder ein monatlich kündbares Abo (Ravio rechnet nur jährlich ab)
  • Deine Mitarbeitenden sitzen primär außerhalb Europa und Nordamerika

Kurzfazit

Ravio ist die wahrscheinlich beste europäische Vergütungs-Benchmarking-Plattform für Tech- und Scale-up-Unternehmen, und damit für die wachsende Zahl deutscher SaaS-Firmen, die ihre Comp-Strategie an europäischen, nicht an US-Maßstäben ausrichten wollen. Echtzeit-Daten aus 1.700+ Unternehmen, HRIS-Integration mit über 30 Systemen, Pay-Equity-Analyse, die Kombination ist im europäischen Markt einmalig. Was Ravio nicht ist: ein KI-Werkzeug im engeren LLM-Sinne. Die „Intelligenz” liegt in der Datenaggregation, dem Job-Matching und der Pay-Equity-Analyse, solide Datenarbeit, weniger generative Magie. Hauptschwächen: kein deutschsprachiger Support, dünne Datenbasis für klassische Industrie und Handwerk, kein öffentliches Tier-Pricing. Für die Zielgruppe (Tech-Scale-up in Europa) ist Ravio trotzdem die erste Wahl, und der dringend nötige europäische Gegenpol zu Mercer, PayScale und Radford.

Für wen ist Ravio?

HR- und People-Teams in Tech-Scale-ups: Die Hauptzielgruppe. Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitenden, hohem Anteil an Engineering, Product und Design, oft mit Equity-Komponente in der Vergütung. Wer Glassdoor-Daten und Bauchgefühl als Grundlage für die Jahres-Gehaltsrunde leid ist, bekommt mit Ravio strukturierte Marktdaten, die wirklich für die eigene Realität funktionieren.

Founders und CEOs in der Compensation-Verhandlung: Wer einen Senior-Engineer aus London nach München holen will oder umgekehrt, braucht aktuelle Multi-Country-Daten. Ravio liefert diese in Echtzeit, wichtig in einem Markt, der sich in 2024/25 in Europa nach mehreren Korrekturen normalisiert hat und in dem alte Benchmarks (von vor 18 Monaten) systematisch falsch sind.

Pay-Equity- und Compliance-Verantwortliche: Mit der EU-Lohntransparenzrichtlinie, die bis Juni 2026 in nationales Recht umgesetzt werden muss, wird Pay-Equity-Reporting für viele Unternehmen Pflicht. Ravio bietet die strukturelle Datengrundlage, um Pay-Gap-Analysen durchzuführen und Reporting-fähig zu werden, das ist ein konkreter Compliance-Hebel.

Total-Rewards-Strategen in europäischen Niederlassungen US-Konzerne: Unternehmen mit US-HQ, die in Europa skalieren, brauchen lokale Daten, die ihre US-zentrierten Tools (Radford, Pearl Meyer) nicht in der Tiefe liefern. Ravio füllt diese Lücke und integriert sich in die bestehende US-Tool-Landschaft.

Weniger geeignet für: Klassische Industrie (Maschinenbau, Automotive), Handwerk und Handel (Datenbasis zu dünn), KMU mit unter 50 Mitarbeitenden (Aufwand zu hoch), Unternehmen mit deutschem Tarifvertrag (Tarifdaten sind die Referenz, nicht Marktbenchmarks).

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Einstieg (500-Personen-Firma)ab 5.000 £ / Jahr (laut Anbieter)Datenbankzugang, HRIS-Integration, Pay-Equity-Analyse, Salary Bands; nur Jahresabrechnung
ModulabhängigAuf AnfragePreis skaliert nach Unternehmensgröße, gewählten Modulen und Marktdatenbedarf
EnterpriseAuf AnfrageMulti-Entität, höhere Datentiefe, individuelle Berichte, AVV-Verhandlung

Einordnung: Ravio veröffentlicht kein öffentliches Tier-Pricing, nennt auf der Preisseite aber einen konkreten Ankerpunkt: Für ein 500-Personen-Unternehmen beginnt der Preis bei 5.000 £ pro Jahr. Abgerechnet wird ausschließlich jährlich, monatliche Abos oder befristete Zugänge gibt es nicht, und ein Daten-Beitrag per HRIS-Integration oder manuellem Upload ist verpflichtend. Der Endpreis hängt von Unternehmensgröße, gewählten Modulen und dem Marktdatenbedarf ab, das exakte Angebot erfährst du nur im Vertriebsgespräch. Damit ist Ravio in der Regel teurer als reine Survey-Datenbanken (Kienbaum, Lohnspiegel), aber günstiger als die Vollausstattung von Mercer oder Radford. Für die Tech-Zielgruppe ist das ein realistisches Budget, für klassische Mittelständler oft zu teuer für den gebotenen Nutzen. Der verpflichtende Daten-Beitrag hält die Marktdaten aktuell, ist politisch aber nicht trivial: Vergütungsdaten zu teilen verlangt Vorstands-Buy-in.

Stärken im Detail

Echtzeit-Daten als echter Strukturwechsel. Klassische Vergütungsdaten (Kienbaum, Mercer, Pearl Meyer) sind jährliche Surveys, bis zur Veröffentlichung sind sie oft 12–18 Monate alt. In einem volatilen Tech-Markt mit den Korrekturen von 2023–2025 ist das ein systematischer Fehler. Ravio aggregiert Daten kontinuierlich aus den HRIS-Integrationen seiner Kunden, Benchmarks reflektieren den Markt der letzten Wochen, nicht die Hochphase 2022. Das ist der wichtigste qualitative Unterschied.

Europäischer Fokus statt US-Übersetzung. Die meisten globalen Benchmark-Anbieter haben US-DNA und sortieren Europa als Anhängsel. Ravio ist in London gegründet, mit dezidiertem Fokus auf europäische Märkte. Das zeigt sich in der Datentiefe für DACH, UK, Nordics und Iberia, Daten zu Rollen, die in den US-Surveys nur grob abgedeckt sind (z. B. Werkstudentenstrukturen in Deutschland, Equity-Praktiken in französischen Scale-ups). Für ein deutsches Tech-Unternehmen ist das relevant: Du benchmarkst gegen Realität, nicht gegen US-Brückenmodelle.

HRIS-Integration als Aufwandskiller. Personio, BambooHR, HiBob, Workday, sowie weitere, die Standard-HRIS-Systeme im europäischen Tech-Markt sind angebunden. Sobald die Verbindung steht, fließen Vergütungsdaten automatisch in Ravio, Benchmarks werden kontinuierlich aktualisiert. Manuelle Excel-Befüllung, die bei klassischen Survey-Anbietern jedes Jahr Tage frisst, entfällt weitgehend. Das ist nicht nur Komfort, sondern verbessert auch die Datenqualität.

Pay-Equity-Analyse als Compliance-Hebel. Mit der EU-Lohntransparenzrichtlinie (Pay Transparency Directive) wird Gender-Pay-Gap-Reporting für Unternehmen ab 100 Mitarbeitenden ab 2026 verpflichtend. Ravio bietet die Analyse out-of-the-box: bereinigte und unbereinigte Pay-Gaps, Roll-up nach Job-Family und Level, Visualisierungen für Vorstands-Reporting. Wer diese Analyse manuell baut, investiert Tage, mit Ravio sind es Minuten.

Job-Architecture-Modul für Reife-Sprung. Viele Scale-ups haben gewachsene Rollen ohne strukturierte Job-Levels. Ravio bietet ein Modul, um Job-Architecture aufzubauen (Family → Sub-Family → Level → Career-Path). Das ist die Voraussetzung für strukturiertes Compensation-Management, und Ravios Modul ist eines der praktikabelsten am Markt für die Größenordnung 100–500 Mitarbeitende.

Europäischer Anbieter, näher an der DSGVO als US-Konzerne. Ravio ist ein britisches Unternehmen mit europäischer Ausrichtung, Datentransfers laufen laut Datenschutzerklärung über Standardvertragsklauseln für UK/EWR-Daten. Das ist regulatorisch deutlich weniger heikel als die primär US-zentrale Datenhaltung von Mercer oder Radford. Achtung: Eine reine EU-only-Speicherung wird öffentlich nicht zugesichert, der genaue Speicherort und die Sub-Prozessor-Liste gehören vor Vertragsschluss auf den Tisch (siehe Abschnitt DSGVO).

Beweglich und produktnah. Ravio veröffentlicht regelmäßig Feature-Updates, hat einen aktiven Customer-Success-Prozess und reagiert schnell auf Marktveränderungen (z. B. neue Pay-Transparency-Regularien). Im Vergleich zu schwerfälligen Enterprise-Plattformen ist das spürbar, die Produkt-Roadmap fühlt sich nach modernem SaaS an, nicht nach Behörden-Software.

Schwächen ehrlich betrachtet

Kein deutschsprachiger Support oder Interface. Das ist die größte Hürde für viele deutsche Mittelständler. Wer den Comp-Bereich nicht zentral mit englischsprachigem Personal besetzt, sondern lokale HR-Manager:innen einsetzt, läuft auf einen praktischen Reibungspunkt. Dokumentation, Onboarding und Support sind englischsprachig, die Datenseparation in den Modellen aber durchaus europäisch lokalisiert.

Datentiefe variiert stark nach Branche. Für Tech-Rollen (Engineering, Product, Design, Data, Sales in SaaS) ist die Datenbasis solide. Für klassische Industrie, Handwerk, produzierendes Gewerbe oder Logistik ist sie deutlich dünner. Wer einen CFO oder Chief Production Officer einer Maschinenbau-Firma benchmarken will, findet bei Kienbaum oder Mercer mehr Substanz.

Daten-Beitrag als Eintrittspreis. Ravio funktioniert nach dem Prinzip „je mehr du beiträgst, desto mehr Daten siehst du”. Das ist methodisch fair, politisch aber nicht trivial: Vergütungsdaten zu teilen, selbst anonymisiert und aggregiert, verlangt Vorstands-Buy-in und manchmal Zustimmung des Betriebsrats. Diese Entscheidung wird in deutschen Unternehmen oft länger diskutiert als in UK-Startups.

Kein öffentliches Pricing. Wie viele B2B-SaaS-Tools mit Enterprise-Vertrieb veröffentlicht Ravio keine Preise. Für Einkäufer:innen, die einen schnellen Marktvergleich machen wollen, ist das eine Reibung. Eine grobe Tier-Indikation („ab X € pro Jahr für bis zu Y Mitarbeitende”) würde die Sales-Pipeline beschleunigen.

Benefits-Daten weniger granular. Während Grundgehalt, Bonus und Equity gut abgedeckt sind, sind Benefits-Vergleichsdaten (Krankenversicherung, Mobilität, Equipment, Weiterbildung) in DACH-Märkten weniger granular. Das hängt teils an der heterogenen Benefits-Landschaft, ist aber eine bekannte Schwäche.

Kein klassisches LLM-Feature-Set. Wer „KI-getriebene Compensation-Empfehlungen” oder einen Co-Pilot für Gehaltsverhandlungen erwartet, wird enttäuscht. Ravios Stärke ist die Datenaggregation und das saubere Job-Matching, nicht generative KI. Für die Anwendung reicht das, aber wer hofft, mit Ravio einen vollwertigen LLM-basierten Comp-Berater zu bekommen, sollte die Erwartung kalibrieren.

Marktreife noch kein Mercer-Level. Ravio ist 2020 gegründet und schnell gewachsen, aber die jahrzehntelange Methodologie- und Validierungstiefe von Mercer oder Radford ist nicht zu erwarten. Für Tech-Scale-ups ist das kein Problem (sie waren in Mercer-Daten ohnehin schwach abgebildet), für hochregulierte Branchen (Banken, Versicherungen) bleibt Mercer der etablierte Referenzpunkt.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine integrierte HR-Plattform mit Comp-Funktionen brauchstPersonio
Globale Survey-Daten mit klassischer Methodologie willstPayScale
Eine vollwertige People-Plattform mit Engagement und Performance brauchstLeapsome
Enterprise-Comp-Management in großem Konzern brauchstWorkday oder SAP SuccessFactors

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Figures.hr (französischer Wettbewerber, sehr ähnliche Positionierung wie Ravio, oft direkter Vergleichspunkt im Sales-Prozess), Kienbaum Compensation Reports (deutscher Klassiker mit jährlichen Surveys, tiefer in Industrie und Mittelstand), Mercer, Radford und Pearl Meyer (US-Großanbieter mit globaler Reichweite, schwächer im europäischen Scale-up-Markt), sowie Lohnspiegel.de (Hans-Böckler-Stiftung, frei zugänglich für Grobwerte). Ravio ist die spezifische Antwort auf die Lücke „europäisches Tech-Scale-up-Benchmarking in Echtzeit”, wer in diese Zielgruppe passt, hat hier die wahrscheinlich beste Option am Markt.

So steigst du ein

Schritt 1: Demo auf ravio.com buchen. Ravio integriert direkt in gängige HRIS wie Personio, BambooHR oder HiBob, prüfe vorab, ob euer System dabei ist. Im Demo-Gespräch konkret fragen: Welche Roles sind für eure Marktregionen am dichtesten besetzt? Welche Branchen sind unterrepräsentiert? Das ist die ehrlichste Vorab-Prüfung der Datenqualität.

Schritt 2: HRIS-Integration einrichten und Job-Architecture sauber mappen. Sobald die Verbindung steht, überträgt Ravio automatisch die internen Vergütungsdaten und matcht sie gegen die Marktdatenbank. Wichtig: Die Job-Matches sind nur so gut wie eure Job-Titel und Levels. Eine halbe Tagessitzung mit dem People-Team, um die Mappings sauber zu setzen, zahlt sich um ein Vielfaches aus.

Schritt 3: Den ersten Benchmark-Bericht teamweise interpretieren, nicht firmenweit. Ravio zeigt rollenbezogen, wo eure Gehälter im Vergleich zum Markt stehen (P25, P50, P75). Geht teamweise vor: Identifiziert die drei größten Abweichungen und entscheidet, welche davon im nächsten Gehaltsrunden-Budget adressiert werden. Vorsicht vor Über-Anpassung: Marktdaten sind Orientierung, kein Diktat, interne Equity ist ein eigenes Kriterium.

Schritt 4 (Compliance): Aktiviere die Pay-Equity-Analyse mit Blick auf die EU-Lohntransparenzrichtlinie. Erstelle einen ersten Bericht und teile ihn mit dem Vorstand, nicht als Pflicht, sondern als strategischen Frühindikator. Wer 2026 Reporting-pflichtig wird, will jetzt sehen, wo Handlungsbedarf besteht.

Ein konkretes Beispiel

Ein Berliner SaaS-Unternehmen mit 120 Mitarbeitenden (50 Engineering, 25 Product, 20 GTM, 25 G&A) hat seine jährliche Gehaltsrunde bisher mit Glassdoor-Daten und Bauchgefühl durchgeführt. Nach der Ravio-Integration sieht das HR-Team zum ersten Mal strukturiert, dass die Product-Management-Rollen im Schnitt 11 % unter dem europäischen P50 liegen, während die Engineering-Gehälter marktgerecht sind und die GTM-Provisionen leicht über Markt. Das Budget für die nächste Runde wird gezielter verteilt: statt Gießkanne 4 % auf alle gibt es gezielte 8 % Anpassung für PMs, 3 % für Engineering und 2 % für GTM. Ergebnis: Bei gleichem Gesamtbudget sinkt die Fluktuationsrate im PM-Team im Folgejahr von 28 % auf 14 %, vier eingesparte Recruiting-Prozesse zu je rund 12.000 € Kosten. Parallel liefert die Pay-Equity-Analyse den ersten bereinigten Gender-Pay-Gap-Bericht, der drei Anpassungen rechtfertigt. Investment: rund 22.000 € jährlich für Ravio. ROI im ersten Jahr: weit unter sechs Monaten, allein durch eingesparte Recruiting-Kosten.

DSGVO & Datenschutz

  • Anbieter: Rechtsträger ist die Ravio Technologies Ltd., ein britisches Unternehmen. UK gilt nach dem EU-Angemessenheitsbeschluss als sicheres Drittland.
  • Datenhosting: Laut Datenschutzerklärung können personenbezogene Daten in Länder außerhalb deiner eigenen Jurisdiktion übertragen und dort gespeichert werden, abgesichert über Schutzmaßnahmen für UK/EWR-Daten (Standardvertragsklauseln). Eine reine EU-only-Speicherung wird in der öffentlichen Datenschutzerklärung nicht zugesichert, kläre den genauen Speicherort und die Region vor Vertragsschluss aktiv ab.
  • Sub-Prozessoren: In der Datenschutzerklärung genannt sind unter anderem HubSpot (CRM/Support), Google Analytics und Hotjar (Analyse). Die Liste ist nicht abschließend, fordere die vollständige Sub-Prozessor-Liste vor Einsatz an.
  • Datennutzung: Eingespielte Vergütungsdaten werden anonymisiert und aggregiert in die Benchmark-Datenbank überführt. Einzelmitarbeiter-Daten werden nicht zwischen Kunden geteilt, nur statistische Aggregate.
  • Job-Matching: Erfolgt auf Basis Job-Titel, Level, Region und Branche. Das Matching ist regelbasiert mit menschlicher Kuratierung, kein ungeprüftes LLM-Output.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für DSGVO-relevante Verarbeitung ist ein AVV abzuschließen, für Enterprise-Kunden individuell verhandelbar. Prüfe das konkrete Vertragswerk vor Einsatz.
  • Betriebsrat-Themen: In deutschen Unternehmen ist die Einführung einer externen Vergütungsdatenbank in der Regel mitbestimmungspflichtig, vor Einführung mit dem Betriebsrat klären, insbesondere wenn HRIS-Integration mit personenbezogenen Daten genutzt wird.
  • Empfehlung für DSGVO-sensible Unternehmen: Vor Einsatz die Sub-Auftragsverarbeiter-Liste anfordern (insbesondere Cloud-Provider), eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen und den Datenfluss zwischen HRIS und Ravio im Verarbeitungsverzeichnis dokumentieren.

Gut kombiniert mit

  • Personio, die etablierteste HRIS-Plattform im DACH-Mittelstand. Personio liefert die operativen HR-Daten, Ravio die Marktbenchmarks und Pay-Equity-Analysen. Die Integration ist standardisiert.
  • Leapsome, wenn neben Compensation auch Performance, Engagement und Lernen strukturiert geführt werden sollen, ergänzt Leapsome die People-Strategie um die Entwicklungsschicht. Ravio bleibt der Comp-Datenlieferant.
  • Workday, für größere Unternehmen mit Workday als HRIS deckt Ravio die externe Marktdatenseite ab, die Workday selbst nicht in vergleichbarer Tiefe liefert.

Unser Testurteil

Ravio verdient 4 von 5 Sternen. Für die Zielgruppe, Tech- und SaaS-Scale-ups in Europa mit 50–500 Mitarbeitenden, ist Ravio die wahrscheinlich beste verfügbare Vergütungs-Benchmark-Plattform. Echtzeit-Daten, europäischer Fokus, HRIS-Integration, Pay-Equity-Reporting und DSGVO-konforme EU-Aufstellung sind eine starke Kombination, die kein anderer Anbieter so geliefert bekommt. Der fünfte Stern fehlt aus drei Gründen: (1) kein deutschsprachiger Support, (2) Datenbasis für klassische Industrie und Handwerk zu dünn, (3) intransparentes Pricing zwingt zum Vertriebsgespräch. Für klassische Mittelständler in produzierenden Branchen ist Kienbaum oder Mercer weiterhin der bessere Referenzpunkt. Für die Tech-Zielgruppe ist Ravio dagegen eine klare Empfehlung, und mit der EU-Lohntransparenzrichtlinie als Compliance-Treiber wird sich der Markt 2026/27 weiter konsolidieren.

Was wir bemerkt haben

  • 2024, Ravio hat seine HRIS-Integrationen deutlich ausgebaut. Personio, BambooHR und HiBob sind die am stärksten genutzten Integrationen, ein klarer Indikator, dass die europäische Scale-up-Zielgruppe gut getroffen ist.
  • Juni 2026, Die Datenbasis ist auf 1.700+ Unternehmen und 50+ Regionen gewachsen (laut Startseite), mit Fokus auf europäische Tiefe. Damit hat Ravio den Skalierungspunkt erreicht, an dem die Daten in den Kernmärkten (DACH, UK, Nordics, Iberia) für die meisten Tech-Rollen statistisch belastbar werden. Bei der Quellenprüfung im Juni 2026 nannte die Startseite 1.700+ Unternehmen, ältere Angaben (1.500+/48+) sind überholt.
  • Juni 2026, Korrektur: Der korrekte Rechtsträger ist „Ravio Technologies Ltd.” (nicht „Ravio Ltd.”), wie die Datenschutzerklärung ausweist.
  • Juni 2026, Stichtag für die nationale Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie. Ravio bewirbt seine Pay-Equity-Funktion aktiv als Compliance-Hebel für diese Anforderung. Wer die Frist noch nicht im Blick hat, sollte das schleunigst nachholen.
  • Anhaltend, Kein öffentliches Tier-Pricing. Die Preisseite nennt immerhin einen Ankerpunkt (ab 5.000 £/Jahr für ein 500-Personen-Unternehmen) und macht klar: nur Jahresabrechnung, verpflichtender Daten-Beitrag, keine monatlichen Abos. Wettbewerber wie Figures.hr veröffentlichen ähnlich knappe Angaben.
  • 2025–2026, Der Markt um europäisches Compensation-Benchmarking konsolidiert sich. Ravio und Figures.hr werden zunehmend als die zwei ernstzunehmenden europäischen Optionen wahrgenommen, wer evaluiert, sollte beide direkt vergleichen.

Quellen

  1. Ravio – Startseite / Produktübersicht. https://ravio.com (abgerufen am 2026-06-14). Live-Marktdaten aus 1.700+ Unternehmen, 50+ Regionen, 300+ Rollen; Grundgehalt, Equity, Variable Pay und Benefits; HRIS-Integration; Pay-Equity-Analyse und EU-Lohntransparenzrichtlinie-Unterstützung.
  2. Ravio – Pricing. https://ravio.com/pricing (abgerufen am 2026-06-14). Preis für ein 500-Personen-Unternehmen beginnt bei 5.000 £/Jahr; nur Jahresabrechnung; verpflichtender Daten-Beitrag per HRIS-Integration oder manuellem Upload; 30+ HRIS-Systeme angebunden.
  3. Ravio – Datenschutzerklärung. https://ravio.com/privacy-policy (abgerufen am 2026-06-14). Rechtsträger Ravio Technologies Ltd.; Datentransfers außerhalb der eigenen Jurisdiktion mit Schutzmaßnahmen für UK/EWR-Daten; Sub-Prozessoren u. a. HubSpot, Google Analytics, Hotjar.

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